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UNTEN LINKS

Es ist ungerecht, dass Sigmar Gabriel jetzt vorgeworfen wird, außer Dauerfeuer auf die Union nichts mehr zustande zu bringen. Der SPD-Chef lässt nichts unversucht, seine Partei vor den drei anstehenden Landtagswahlen in aussichtsreiche Position zu bringen. Immerhin: Die Umfragewerte in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt können optimistisch stimmen. Das einst von der FDP begründete Projekt 18 rüc...

Blutigstes Attentat seit Kriegsbeginn

Beirut. Nach der Anschlagsserie in der Nähe eines schiitischen Heiligtums südlich von Damaskus wird die Zahl der Todesopfer mit mindestens 120 angegeben. Damit sei der Anschlag nahe dem Schrein von Sajida Seinab der blutigste seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien vor knapp fünf Jahren, erklärte die der Exilopposition nahestehende Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag. Zu d...

Morales wohl ohne vierte Amtszeit

La Paz. Boliviens Präsident Evo Morales ist offenbar mit dem Vorhaben gescheitert, bis maximal 2025 im Amt bleiben zu können. Bei einem Referendum über eine dafür notwendige Verfassungsänderung votierten am Sonntag (nach ausgezählten 72,5 Prozent der Stimmen) 56,5 Prozent mit Nein und 43,2 Prozent mit Ja. 6,5 Millionen Bolivianer waren zur Wahl aufgerufen. Morales räumte die Niederlage noch nicht ...

Waffenhandel wächst weltweit

Stockholm. Mit Rüstungsgütern werden weltweit immer größere Geschäfte gemacht. Wie das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI am Montag bekannt gab, wuchs der globale Waffentransfer zwischen 2011 und 2015 um 14 Prozent verglichen mit dem Zeitraum von 2006 bis 2010. Die fünf größten Exporteure sind die USA, Russland, China, Frankreich und Deutschland. Deren Anteil am weltweiten Waffengeschäft...

Tom Strohschneider

Das Volk?

Es sei »der wichtigste Satz dieser letzten Wochen« gewesen, so hat es Christa Wolf am 4. November 1989 vor Hunderttausenden auf dem Berliner Alex beschrieben: »Wir sind das Volk.« Es war der Ruf von bisher Schwachen gegen eine starke Obrigkeit, es war der Refrain einer großen Veränderung. Es war die Idee eines anderen, demokratischen Landes. Heute bemäntelt der ausländerfeindliche Mob von Cla...

Retter rüsten zum Einsatz

Berlin. Kurs aufs Mittelmeer zur Rettung von Flüchtlingen nehmen Schiffe aus dem französischen Marseille und Rostock. Die »Aquarius« und die »Sea Eye« wollen in den kommenden Monaten mit freiwilligen Helfern Menschen auf dem Weg nach Europa aus Seenot retten. Gegen »kriminelle Schleuser« indes, von denen 90 Prozent der nach Europa einreisenden Asylsuchenden unterstützt werden, will die europäische...

Rückendeckung vom Innenminister

Die Empörung über die Angriffe auf Flüchtlinge in Clausnitz und Bautzen ist groß. Nun hat die Suche nach den Gründen für den eklatanten Rassismus in Sachsen begonnen.

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ndPlusRalf Streck

An der gläsernen Decke

»Bürgerkandidaturen« bei den spanischen Kommunalwahlen im vergangenen Mai waren erfolgreich. Neben den Metropolen Madrid und Barcelona übernahmen sie auch die Macht in Städten wie Saragossa, Cádiz oder Santiago de Compostela. Die von Podemos (Wir können es) gestützten Kandidaturen stoßen ihrerseits nun an eine »gläserne Decke«. Sie wollten die »institutionelle Blockade« durch die Übernahme von Ins...

»Die Bevölkerung muss den Druck erhöhen«

Barcelona En Comú regiert jetzt etwas länger als ein halbes Jahr, und mittlerweile haben Sie den ersten großen Konflikt. Im öffentlichen Nahverkehr wurde zu einem Streik aufgerufen, und Bürgermeisterin Ada Colau ist mit der linken Basisgewerkschaft CGT aneinandergeraten. Hat es sich gelohnt, in die Institutionen zu gehen? Oder werden Sie wie viele andere Linke vor Ihnen von den Institutionen assim...

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Notruf zwingt zur Hilfe

Rostock. Im Stadthafen Rostock ist am Montag der gut 24 Meter lange Hochseekutter »Sea Eye« des Regensburger Unternehmers Michael Buschheuer getauft worden. Unmittelbar darauf brach das Schiff in Richtung Mittelmeer auf, um dort zur Rettung von schiffbrüchigen Flüchtlingen beizutragen. Nach dem Kauf war die frühere »Sternhai« auf der Rostocker Werft Tamsen Maritim für die Seenotrettung umgeba...

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ndPlusMartin Ling

Selbstbewusste Bevölkerung

Es ist ein Zeugnis demokratischer Reife: Mindestens die Hälfte der bolivianischen Bevölkerung will an der Verfassung, die sie 2009 per Referendum mit klarer Mehrheit guthieß, keine substanziellen Abstriche vornehmen. Die Grundaussage ist eindeutig: So beliebt der Präsident Evo Morales auch ist - auch er soll sich bitte schön an die Magna Charta halten, die neben der Landreform und der Verstaatlich...

Olaf Standke

Kein dritter Bush

Vier, klägliche vier Delegiertenstimmen - Jeb Bush ist der große Verlierer des Ausscheidungsrennens in der Grand Old Party. Als einer der Favoriten gestartet war sein Name am Ende eine zu große Bürde.

Uwe Kalbe

Zeit für Plan C

Seit Wochen wird die Illusion eines grundlegenden Unterschieds in der Flüchtlingspolitik am Leben gehalten: Die Bundesregierung für Plan A und die CSU für Plan B - aber beide unterscheiden sich nur in einem Detail.

ndPlusAndreas Koristka

Nur fünf Euro!

Der Weg zum Millionär ist steinig und nicht von Goldnuggets gesäumt. Aber es lohnt sich, ihn zu beschreiten. Man muss nur beharrlich dranbleiben, denn mühsam ernährt sich - der Versicherungsvertreter.

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Merkel ignoriert Nadelstiche

Berlin. Die Spitzenkandidatin der CDU für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, Julia Klöckner, hat mit einem weiteren Vorstoß zur Flüchtlingspolitik ihre Distanz zu Bundeskanzlerin Angela Merkel am Wochenende nochmals vergrößert. Am Montag deutete nichts darauf hin, dass sich jemand daran gemacht hätte, die Gräben zuzuschütten. Die Bundesregierung ließ kühl wissen, dass sie weiter auf europäische ...

ndPlusHans-Gerd Öfinger

Zweikampf und ein bisschen mehr

Im Duell um den Chefsessel in der Mainzer Staatskanzlei eilen in diesen Wochen zwei Frauen durch Rheinland-Pfalz und kämpfen um jede Stimme. Beide pokern hoch und für beide steht viel auf dem Spiel.

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Keine Lust auf Party

Meißen. Nach den rassistischen Vorkommnissen in Sachsen hat das Bündnis »Buntes Meißen« seine Teilnahme an einer Dankesparty für Flüchtlingshelfer am Freitagabend in Dresden abgesagt. Mit Blick auf die aktuellen Ereignisse gebe es »wenig Grund zum Feiern«, erklärte der Vorstand des Bündnisses. Die Vertreter des Bündnisses für Zivilcourage hätten sich entschieden, der Einladung des Ministerpräsiden...

Zitate zu Sachsen

«Wie kaltherzig, wie feige muss man sein, um sich vor einem Bus mit Flüchtlingen aufzubauen und zu pöbeln und zu grölen, um den darin sitzenden Flüchtlingen, darunter viele Frauen und Kinder, Angst zu machen.»Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag im Namen der Bundeskanzlerin «Wer solche Dinge wie in Clausnitz oder Bautzen macht, tritt die Werte unseres Landes mit Füßen. Das sind keine besor...

ndPlusMarcus Meier

AfD nach Köln gestärkt

Die AfD könnte im März in die Landtage von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt einziehen. Ein Forscher rät, die Partei weder zu dämonisieren noch zu kopieren.

Hendrik Lasch, Clausnitz

»Ein Abend, der alles zerstört«

Ein wütender Mob blockiert einen Bus mit Flüchtlingen: Das Erzgebirgsdorf Clausnitz sorgt für unrühmliche Schlagzeilen. Der Bürgermeister schämt sich - und setzt weiter auf Integration.

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Sebastian Hachmeyer, La Paz

Bolivianer halten an Verfassung fest

Laut allen Prognosen und den vorläufigen Ergebnissen hat die bolivianische Bevölkerung einer Verfassungsänderung für eine neue Amtszeit für Präsident Evo Morales eine Absage erteilt.

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Australien hält an Abschiebung von Asha fest

Sydney. Trotz heftiger Proteste hält die australische Regierung an der geplanten Abschiebung eines zwölf Monate alten Flüchtlingskinds auf die Pazifikinsel Nauru fest. Einwanderungsminister Peter Dutton sagte am Montag, das Mädchen und seine aus Nepal stammenden Eltern seien aus dem Krankenhaus in eine Flüchtlingseinrichtung gebracht worden. Die Regierung habe aber weiter vor, die Familie nach Nau...

ndPlusvon Thomas Roser, Belgrad

Gruevski spielt die Wächterrolle aus

Mazedonien hat Gespräche mit der EU über den Wahltermin abgesagt. Man gibt sich selbstbewusst, weil man sich in der Flüchtlingskrise in einer Schlüsselrolle sieht.

Olaf Standke

USA weiter größter Todeshändler

Seit Jahrzehnten beobachtet das renommierte Friedensforschungsinstitut SIPRI den weltweiten Handel mit sogenannten schweren Waffen. Rund 20 Jahre war dieser Rüstungsmarkt geschrumpft, ehe er zwischen 2011 und 2015 wieder um 14 Prozent gegenüber der vorangegangenen Fünfjahresperiode wuchs, so die Stockholmer Wissenschaftler in ihrem am Montag vorgelegten jüngsten Report. Dass gewaltsame Konflikte u...

ndPlusDenis Trubetskoy, Kiew

Politische Blockade in Sewastopol

Die Flottenstadt Sewastopol auf der Krim sollte zur russischen Vorzeigestadt werden. Doch es herrscht Chaos - eine erbitterte politische Auseinandersetzung innerhalb der Regierungspartei.

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Der Smartphone-Markt

Im vergangenen Jahr wurden weltweit gut 1,4 Milliarden Smartphones verkauft. Das waren rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Ende 2015 gab es weltweit nach Berechnungen des Netzausrüsters Ericsson rund 7,3 Milliarden Mobilfunkanschlüsse, davon wurden 3,4 Milliarden per Smartphone genutzt. Zum Jahr 2021 könnten bereits 6,4 Milliarden Stück auf dem Markt sein. Marktführer ist seit Jahren Samsu...

Anstieg der Erdölpreise erst 2017

Paris. Die Erdölpreise dürften nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) erst im kommenden Jahr wieder steigen. 2017 werde es wieder ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage geben, erklärte die in Paris ansässige Agentur am Montag in einer Fünfjahresprognose. Die großen Erdölreserven würden aber auch dann verhindern, dass die Preise rasch anstiegen. »Die derzeitigen Erdölm...

Warnung vor zu hohen Kapazitäten

Peking. Überkapazitäten der chinesischen Industrie schaden der Wirtschaftsentwicklung im Land und dem Rest der Welt. Zu diesem Schluss kommt eine von der EU-Handelskammer vorgelegte Studie. Demnach ist etwa die Stahlproduktion »komplett losgelöst« von der tatsächlich vorhandenen Nachfrage. Der Untersuchung zufolge produziert die chinesische Stahlindustrie so viel wie die nächsten vier größten Hers...

Kurt Stenger

Die Realitäten der Mobilfunkwelt

Ist die Smartphone-Technik weitgehend ausgereizt und am Ende entscheidet der Preis? Kooperationen mit Branchenfremden sollen den Ausweg weisen. Die Wachstumsmusik spielt derweil längst auf außereuropäischen Märkten.

ndPlusGrit Gernhardt

Investorenschutz und Schutzzölle

Seit Montag verhandeln Vertreter von EU und den USA über das vielkritisierte Freihandelsabkommen. Besonders die Investorenschiedsgerichte sind ein heikles Thema.

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Martin Ling über das neue

Entwicklung mit Hilfe von Religionsführern

Es hat etwas von »den islamistischen Terror mit dem Propheten Mohammed austreiben«: »Gerade heute, wo Religion als Rechtfertigung für Terror und Gewalt missbraucht wird, müssen wir die Zusammenarbeit mit allen Religionsgemeinschaften verbessern. Wir dürfen das Feld nicht den Extremisten überlassen, sondern müssen die starkmachen, die sich für Frieden und Entwicklung einsetzen.« Die Worte des gläub...

ndPlusAlexander Isele

Weniger Wachstum - mehr Leben

»Le Monde diplomatique« und das Jenaer Kolleg Postwachstumsgesellschaften haben gemeinsam einen Postwachstumsatlas herausgebracht.

ndPlusPhilipp Hedemann

Dürre ja, Hungersnot nein

Äthiopien wird von einer extremen Dürre heimgesucht. 1984 starben bei einer ähnlichen Lage fast eine Million Menschen. 2016 rechnen Regierung und internationale Gemeinschaft nicht mit Hungertoten.

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Flüchtlinge verlassen Herbergen

Berliner Jugendherbergen, in denen derzeit noch minderjährige Flüchtlinge leben, sollen in den nächsten zwei Monaten zum Normalbetrieb zurückkehren. »Wir haben wieder begonnen, für den Zeitpunkt nach der Belegung zu buchen«, sagte der Präsident des Jugenherbergs-Landesverbands Berlin-Brandenburg, Alexander Fritzke. Die jungen Flüchtlinge müssen dann ausziehen - in zwei der drei Herbergen laut Vere...

Andreas Fritsche

Ganz gemeine Kriminelle

Sie machen Anwohnern von Asylheimen Angst vor Kriminalität und fordern die Abschiebung straffälliger Ausländer. Sie stilisieren sich zu Verteidigern von Recht und Ordnung. Dabei sind sie selbst ganz gemeine Kriminelle. Immer wieder wird bekannt, dass dieser Neonazis und jener Asylfeind eine Menge auf dem Kerbholz haben. Mindestens 170 Straftaten etwa hat der Preußenfanatiker Christian Müller began...

ndPlusNicolas Šustr

LAGeSo plant strukturierte Prozesse

Der Leiter des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) bestätigt Probleme mit «ungeübten und teilweise unwilligen» Betreibern von Flüchtlingsunterkünften.

Constantin Mavromatidis &

Junge Geflohene bekommen eine Zukunft

Die Erfahrung macht’s. Wer die Einstiegsqualifizierung meistert, dem winkt eine technische Ausbildung bei den Berliner Wasserbetrieben.Von Constantin MavromatidisIn der Ausbildungswerkstatt der Berliner Wasserbetriebe in Lichtenberg herrscht am Montagmorgen geschäftiges Treiben. Junge Männer im Blaumann stehen in einer Gruppe an der Werkbank und versuchen, jeweils zu zweit, Wasserpumpen zusammenzu...

Bernd Kammer

60 000 neue Wohnungen für die Hauptstadt bis 2026

310 000 Wohnungen verwalten die landeseigenen Gesellschaften in Berlin. In zehn Jahren sollen es 400 000 sein. Mit Neubau und Kauf soll der Zuwachs bewältigt werden - auch die Plattenbauten werden wiederentdeckt.

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Vorwurf der Nötigung fallengelassen

Cottbus. Ein 25-Jähriger, der einen Mithäftling im Jahr 2009 im Gefängnis Cottbus-Dissenchen zum Essen von Würmern gezwungen haben soll, muss sich dafür voraussichtlich doch nicht vor Gericht verantworten. Die Verhandlung zu diesem Anklagepunkt (Nötigung) wurde vorläufig eingestellt. Das gab das Landgericht Cottbus am Montag bekannt, nachdem die Verteidigung zum Prozessauftakt einen entsprechenden...

Andreas Fritsche

Stadtgeschichte auf Porzellan gemalt

31 Porzellanmotive in Meißner Manier zeigen, dass Theodor Fontane Teupitz besuchte und wie die Faschisten an die Macht kamen.

ndPlusMartin Kröger

Linkspartei diskutiert Rot-Rot-Grün

Für Rot-Rot reicht es derzeit in den Umfragen nicht, deshalb diskutiert die Berliner Linkspartei die Möglichkeiten einer rot-rot-grünen Regierungsbeteiligung - auch wenn diese derzeit unwahrscheinlich ist.

Johanna Treblin

Ratschläge für Neuberliner

Wenn Flüchtlinge Asyl bekommen, ist die Ausländerbehörde für sie zuständig. Die stockt ihr Personal auf und setzt weiter auf Ehrenamtler.

ndPlusWilfried Neiße

Fast ein Viertel mehr Verkehrstote

Um 22,3 Prozent ist die Zahl der Verkehrstoten 2015 nach oben geschnellt. Auch die Gesamtzahl der Unfälle auf Brandenburgs Straßen ist gestiegen. Innen- und Verkehrsministerium zogen Bilanz.

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Fünfjahrplan für die Bankenstadt

Frankfurt am Main. Ausharren auf dem Römerberg: Ein mit Goldfarbe geschminkter Straßenkünstler fixiert vor dunklen Wolken das kreisrunde Fischaugenobjektiv eines Fotografen. Bei diesem Wetter sind im Zentrum von Frankfurt am Main deutlich weniger Touristen zu sehen als sonst. Neuesten offiziellen Zahlen zufolge gab es in der Stadt 2015 fast 8,7 Millionen Übernachtungen, die Gästezahl stieg um 6,6 ...

Romina Kempt, Beetzendorrf

Zerrissen und zerstückelt

Fast ein Drittel des »Grünen Bandes« in Sachsen-Anhalt weist nach Angaben von Naturschützern Lücken auf. Damit ist Sachsen-Anhalt das Bundesland mit den größten Unterbrechungen entlang des ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifens, sagte der Projektleiter »Grünes Band Sachsen-Anhalt« vom Landesverband Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Dieter Leupold.Das »Grüne Band« ist ein vor ru...

Rudolf Stumberger, München

Millionen-Deal mit Milliardärs-Clan

440 Millionen Euro an Schenkungssteuer sollen fehlen? Die Angelegenheit müsste in einem Prozess aufgearbeitet werden, sollte man meinen. Nicht so in Bayern.

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Berliner Autorin geehrt

Die Berliner Autorin Kirsten Fuchs hat den mit 3000 Euro dotierten Kasseler Förderpreis Komische Literatur bekommen. Mit dem Preis für grotesken Humor wurde am Samstagabend der österreichische Schriftsteller Wolf Haas geehrt. Der Wiener Autor, der unter anderem acht Kriminalromane rund um den kauzigen Privatdetektiv Simon Brenner geschrieben hat, nahm die mit 10 000 Euro verbundene Auszeichnung in...

Buchpremiere Jakob Hein

Friedrich Benders Elternhaus ist nicht eben das spannendste. Und eine Jugend in der DDR nicht unbedingt ein wildes Abenteuer. Aber es kommt Farbe in die Sache, als Friedrich im Ferienlager mit der Tochter von englischen Kommunisten anbandelt, die nicht nur Westlerin ist, sondern - Gipfel der Verruchtheit - auch noch Punk. Der kleine Haken an der Sache: die Punklady gibt es gar nicht. Friedrich Ben...

Kongress für Geflüchtete

Für Tausende von Geflüchteten, die in Deutschland ankommen, ist Selbstorganisation besonders wichtig. Seit Jahren kämpfen Geflüchteten-Organisationen für das Recht zu bleiben, für Bewegungsfreiheit und ein Leben in Würde. Freiwillige und UnterstützerInnen engagieren sich, um die Lebensbedingungen der Neuangekommenen zu verbessern. Für die Selbstorganisation sind heute besonders digitale Werkzeuge ...

Klaus Hammer

Die beschwörende Kraft der Bilder

»Europa nach dem Regen« heißt ein großformatiges visionäres Gemälde von Max Ernst aus dem Jahr 1933 von einem verwüsteten Kontinent, auf dem alle Spuren der Zivilisation getilgt sind. Auch Marc Gröszer malt eine Welt des Unheimlichen, der Gewalttätigkeit und Zerstörung, der übergangslosen Metamorphosen, der heraufziehenden Katastrophen - Albtraumlandschaften, deformierte Gestalten, geschändete Kör...

Banges Warten auf den Notarzt

Dresden. Es geht oft um jede Minute, gar um Leben oder Tod. Rettungswagen sollen binnen zwölf Minuten am Einsatzort sein. Doch in Sachsen kommt seit Jahren mehr als jeder achte Rettungswagen zu spät - das heißt: nicht in der gesetzlich vorgeschriebenen Frist. Das ergaben dpa-Recherchen. In den vergangenen drei Jahren waren im Freistaat keine Zahlen veröffentlicht worden.Das Rettungsdienstgesetz er...

ndPlusRalf Hutter

Suche nach dem Korridor

Der Bau großer Stromtrassen im Rahmen der Energiewende war von Anfang an umstritten, auch in Thüringen. Inzwischen geht es aber bei Gleichstromtrassen nicht mehr um Freileitungen, sondern Erdkabel.

Dieter Hanisch, Kiel

Schlaglichter auf dem Dunkelfeld

Jeder Vierte in Schleswig-Holstein fährt abends nicht mehr mit Bus oder Bahn, fast jeder Dritte meidet bestimmte Plätze, Straßen und Parks. Das Thema Sicherheit beschäftigt die Landespolitik sehr.

ndPlusHans-Dieter Schütt

Eine Leiche für alle

Triffst du auf etwas Schönes im Leben, eine Frau oder sonst was, dann blicke es sofort vom marxistischen Standpunkt aus an - »und die ganze Schönheit ist wie weggeblasen«. Marxismus, ein Liebestöter. Denk marxistisch, und nichts Lebendiges mehr verführt dich im Geschichtsgetümmel, so bleibst du auf dem Tugendpfad des wahrlich reinen Langweilers. So sagt es im Stück »ein fortschrittlicher junger Ma...

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Neuer Direktor

Die Bayreuther Festspiele bekommen einen neuen Geschäftsführenden Direktor. Der 49-jährige Holger von Berg tritt im April die Nachfolge von Heinz-Dieter Sense an, wie die Festspiele mitteilten. Er wurde von der Gesellschafterversammlung bestellt. Derzeit ist er noch Geschäftsführender Direktor des Residenztheaters in München. Sein Vorgänger Sense war erst seit 2013 auf dem Grünen Hügel.Von Berg ka...

Abschied

Bei einer Trauerfeier haben Freunde und Wegbegleiter am Montag Abschied von Autor und Fernsehmoderator Roger Willemsen genommen. Etwa 200 Trauergäste kamen auf den Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg. Darunter waren Prominente wie die Grünen-Politikerin Claudia Roth, die Schauspielerinnen Iris Berben und Katja Riemann sowie Moderator Eckart von Hirschhausen.Nach der Trauerfeier in der Fritz-Schumacher-...

Neuer Literaturpreis

Die französische Satirezeitung »Charlie Hebdo« ruft einen Literaturpreis für Jugendliche ins Leben. Der »Charlie Hebdo Literaturpreis« soll besonders lustige Texte von Schülern und Studenten zu einem vorgegebenen Thema auszeichnen, wie die im Januar 2015 von einem islamistischen Attentat getroffene Satirezeitung am Montag in Paris mitteilte. Um den mit 1000 Euro dotierten Preis können sich Jugendl...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Quackeln und übersetzen

Von Peter Sloterdijk - dem sprachperlenden Philosophen, der Gedanken hat, wo andere nur Argumente haben - stammt der schöne Satz zum Genre Interview: »Gesprächspartner erinnern sich gegenseitig an ihre intelligenteren Möglichkeiten. Man entdeckt die Freude, navigationsfähig zu sein in einem Problemraum.« So trifft Gysi Zeitgenossen: oft einen Kern, meist einen Nerv, immer die richtigen. Bisher: 99...

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Künstlertreffen

Künstler aus vielen europäischen Ländern treffen sich vom 22.Februar an in Kalbe (Altmark). 22 Künstler aus Norwegen, Italien, Schweiz, Belgien, Deutschland und Kasachstan hätten sich angemeldet, sagte Organisatorin Corinna Köbele. Sie werden in den Bereichen Tanz, Installation, Medienkunst, Skulptur, Foto, Film und Malerei arbeiten. Eine Tanzcompagnie will ein Stück vorbereiten, mit dem sie ansch...

Märchenorte feiern Jubiläum

Die Orte entlang der Deutschen Märchenstraße wollen im Sommer in Hameln das 200-jährige Jubiläum der Märchen und Sagen der Brüder Grimm feiern. Mit einem zentralen Festwochenende am 25. und 26. Juni eröffnen sie in der Rattenfängerstadt zugleich ein Jubiläumsjahr: Bis 2018 wollen die Städte und Dörfer vom hessischen Hanau bis nach Bremerhaven mit zahlreichen Veranstaltungen an die weltbekannten Ge...

Geflüchtete bringen Umsatz

Deutsche Verlage profitieren von Flüchtlingen - die Sparte »Deutsch als Fremdsprache« boomt regelrecht. Die Umsätze in dem Bereich sind nach Angaben des Marktführers, des Hueber Verlages in München, im Jahr 2015 um 30 Prozent gewachsen. »Im Moment wird ein ganz anderes Augenmerk gelegt auf «Deutsch als Fremdsprache»«, sagte Verlegerin Michaela Hueber. »Bisher war es eine Nische, aber plötzlich ist...

ndPlusJonas Engelmann

Der Alltagsstress des Superhelden

Comics waren für mich immer der Schlüssel, meine eigene Identität zu verstehen. Ich lebte in Israel, hatte aber einen versteckten arabischen Hintergrund. Ich bin Jude, aber glaube nicht an Gott. Superhelden haben immer eine geheime Identität, das ist es, was den Zauber ausmacht«, beschreibt Asaf Hanuka die Faszination, die das Medium Comic auf ihn als Jugendlichen ausgeübt hat. Diese Superheldenco...

ndPlusGert Claußnitzer

»Der Sturm ist mein Vater«

Im Jahr 1920 schreibt der Maler Heribert Fischer-Geising auf einen Deckenbalken seines Hauses in Geising den Satz: »Das ist die Sehnsucht - Wohnen im Gewoge und keine Heimat haben in der Zeit«. Und dann noch an einer anderen Stelle die Worte: »Der Sturm ist mein Vater und ich weiß, er hält mich wach.« Nur wenige Sätze, die wohl deutlich machen, dass da noch mehr war, als man dem malerischen Werk e...

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Krimtatarin singt für Ukraine

Die ukrainische Sängerin Jamala, die der Minderheit der Krimtataren angehört, tritt für ihr Land beim Eurovision Song Contest (ESC) in Stockholm an. Die 32-jährige Jazzsängerin setzte sich beim ukrainischen Vorentscheid am Sonntagabend in Kiew gegen fünf Konkurrenten durch. Jamala präsentierte in einem traditionellen tatarischen Kleid und unter Tränen ihr selbstkomponiertes Lied »1944«, das von de...

Opfer der Angst vor Kommunisten

David Kross, Sie sind Mitte 20, stammen aus Bargteheide bei Hamburg … ... Was man dort höchstens als Autobahnkreuz kennt. ... und sind doch einer der international profiliertesten deutschen Schauspieler, der für Regisseure wie Detlef Buck in »Knallhart« oder Stephen Daldry in »Der Vorleser« gearbeitet hat. Wie geht man als Provinzkind Ihres Alters mit diesem Erfolg um? Instinktiv und sponta...

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Heinz Büse und Andreas Schirmer, Leverkusen

Der Tiefpunkt einer negativen Entwicklung

Das bizarre Kräftemessen zwischen Referee Zwayer und Bayer-Trainer Schmidt beim Bundesliga-Spitzenspiel Leverkusen-BVB sorgt für lebhafte Diskussionen. Dem Fußball-lehrer droht eine längere Sperre.

»Ich fahr jedes Wochenende meine Runde«

Täve Schur ist der beliebteste Sportler, den die DDR hervorgebracht hat. Am Dienstag feierte Schur in seinem Heimatort Heyrothsberge seinen 85. Geburtstag. Zuvor sprach Täve Schur mit “nd”-Redakteur Jirka Grahl.

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Ein Blumenmeer für die Opfer

Christchurch in Neuseeland erholt sich langsam von dem schweren Erdbeben 2011. Der Wiederaufbau ist noch in vollem Gange. Aber am 5. Jahrestag hält die Stadt im Gedenken an die 185 Opfer inne.

Barbara Barkhausen, Sydney

Sturm macht Dörfer dem Erdboden gleich

Der Wirbelsturm über den Fidschiinseln hat mindestens 21 Opfer gefordert. Ganze Dörfer wurden dem Erdboden gleichgemacht, Stromversorgung und Telefonnetz sind weitgehend zusammengebrochen.