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Drohungen gegen AfD-Abtrünnige

Berlin. Eine bislang unbekannte Gruppierung namens »AfD Armee Fraktion« hat einem Zeitungsbericht zufolge Drohbriefe an sechs ehemalige Mitglieder der AfD versandt, die sich der Partei »Allianz für Fortschritt und Aufbruch« (ALFA) angeschlossen haben. Wie die »Welt am Sonntag« berichtet, ging eines der Schreiben an das Ex-Mitglied des AfD-Bundesvorstandes, Hans-Olaf Henkel. Der 76-jährige Politike...

UNTEN LINKS

Zu Wochenbeginn erhebt sich die Frage nach dem Schicksal der Mutter - von Daniela Katzenberger. Zieht sie mit ihrer Tochter nach Mallorca oder bleibt sie? Eine ganze Nation nimmt Anteil an ihrem Seelenfrieden. Umso deutlicher wird die Niedertracht gegenüber einer anderen Mutter. Zu Wochenbeginn erhebt sich nämlich die Frage: Wird Angela Merkel vor Gericht in Karlsruhe gezerrt? Horst Seehofer will ...

Erfolg in Brüssel: Terrorist gefasst

Brüssel. Nach der Vernehmung des in Brüssel festgenommenen Terrorverdächtigen Salah Abdeslam treten neue Details zum mutmaßlichen Ablauf der Pariser November-Anschläge zutage. Ermittlern zufolge war der Islamist als Fahrer und Mitattentäter eines Selbstmordkommandos am Stade de France, machte dann aber einen Rückzieher und entledigte sich seines Sprengstoffgürtels. Nach der Festnahme des 26-jährig...

Für Cameron wird es immer enger

London. Tiefschlag für Premier David Cameron: Drei Monate vor dem EU-Referendum ist der britische Arbeits- und Pensionsminister Iain Duncan Smith zurückgetreten. Der frühere konservative Parteichef und »Brexit«-Befürworter bekräftigte am Sonntag, er habe aus Protest gegen geplante Sozialkürzungen das Handtuch geworfen. Dagegen meinten Kritiker, in Wirklichkeit gehe es um das EU-Referendum Ende Jun...

Stefan Otto

Ohne Rückgrat

Die Drohbriefe rücken aber wieder ins Bewusstsein, dass es erst wenige Monate her ist, als sich die AfD komplett neu aufstellen musste - nachdem Bernd Lucke eine Kampfkandidatur gegen Frauke Petry verloren hatte.

Am EU-Limit der Menschlichkeit

Berlin. Nach dem Inkrafttreten des EU-»Flüchtlingspakts« mit der Türkei zu Wochenbeginn will Pro Asyl Schutzbedürftige in Griechenland bei Klagen gegen ihre zwangsweise Rückführung unterstützen, sagte der Geschäftsführer der Menschenrechtsorganisation, Günter Burkhardt, der dpa. Man erwarte aber Schwierigkeiten. Erstens sei es schwer, an Betroffene heranzukommen und zweitens: »Welcher Richter hat ...

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ndPlusAnke Stefan, Athen

Athen streckt Fühler nach Ankara aus

Für den griechischen Ministerpräsidenten muss »die Flüchtlingskrise« auf europäischer Ebene gelöst werden. Im Einklang mit den übrigen EU-Staaten setzt Alexis Tsipras dazu auf die Schließung der Seegrenze zwischen Griechenland und der Türkei. Seine Regierung stimmte dabei erstmalig sogar dem Einsatz von NATO-Schiffen zu, obwohl dies für die griechische Linkspartei hohe politische Kosten verursacht...

»Manche ideologischen Positionen haben real wenig Relevanz«

Ungelöste Flüchtlings- und Finanzkrise, wachsender Nationalismus, Aufgabe der Solidarität - schafft sich die EU gerade selbst ab? Sie gibt zumindest einen Großteil ihrer Werte auf und stellt sich damit infrage. Es kommt jetzt darauf an, ob wir das akzeptieren oder ob es uns gelingt, tatsächlich linke Positionen für eine EU der Solidarität und Menschenrechte, der nachhaltigen sozialen, ökonomi...

ndPlusSimon Poelchau, Athen

80 Milliarden für Erneuerbare

Wie kann man dem Rechtsruck in Europa Herr werden und den Neoliberalismus in die Schranken weisen? Darüber diskutierten Linke aus ganz Europa am Wochenende.

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ndPlusHolger Spierig, Münster

Bekämpfen statt schützen

Der Migrationsexperte Dietrich Eckeberg kritisiert eine massive Einschränkung des Asylrechts durch die EU-Vereinbarung mit der Türkei. Das Abkommen hintergehe die Menschrechte grundlegend, sagte der Migrationsexperte der Diakonie in Münster. Statt Flüchtlinge entsprechend der Genfer Flüchtlingskonvention in der EU zu schützen, sollen sie in die Türkei abgeschoben werden. »Flüchtlinge werden bekämp...

Fabian Köhler, Idomeni

Kaum Hoffnung in Idomeni

Noch immer leben mitten in Europa Tausende Menschen in einem Abgrund aus Schlamm und Verlassenheit. Hoffnung gibt ihnen lediglich die Aussicht auf ein Machtwort Merkels.

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ndPlusRené Heilig

Blickkontakt mit einer Drohne

Immer mehr Firmen und Institutionen setzen Drohnen ein und sie sind bislang nur an wenige, zu wenige Regeln gebunden. Daran muss sich schnellstens etwas ändern, wie ein Zwischenfall in den USA zeigt.

ndPlusGrit Gernhardt

Berechtigte Forderungen

Vor Beginn der diesjährigen Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst am Montag ist klar, dass es in Potsdam keine netten Kaffee-und-Kuchen-Plaudereien geben wird - die Positionen sind festgefahren.

Klaus Joachim Herrmann

Umverteilung in Kasachstan

Nursultan Nasarbajew ist der starke Mann Kasachstans. Das war er schon zum Ende der Sowjetzeit als Generalsekretär der KP und danach als Präsident des souveränen Staates. Jetzt erregte er Aufsehen.

Ingolf Bossenz

Edelmarke

Die Gepflogenheit, in diese Rubrik ausschließlich zu den Lebenden Zählende zu pressen, scheint auf den ersten Blick durchbrochen, wenn es um Winnetou geht. Doch der Häuptling der Mescalero-Apachen mag in Buch und Film immer wieder das Zeitliche gesegnet haben - er ist unsterblich. Die von Karl May in feinsten und edelsten Farben gezeichnete Ikone des Indianers schlechthin ist so lebendig, dass sie...

Matthias Dell

Ey, Moment, Moment, Moment

Psychologie ist nicht das Interessengebiet dieser Tatort-Folge und das Milieu auch nicht: Wenn es um seine Motive geht, klingt der Terrorist wie ein Zeitungsartikel. Matthias Dell über den Sonntagskrimi »Zorn Gottes«.

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ndPlusAndreas Knobloch, Havanna

Havanna herausgeputzt und selbstbewusst

In Havanna wurde geschraubt, gehämmert, gemalt. Vor dem Kapitol wurden Palmen in den Asphalt gesetzt. Die kubanische Hauptstadt putzte sich heraus für den historischen Besuch von Barack Obama.

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ndPlusSabine Glaubitz, Paris

Wird Abdeslam Antworten geben?

Frankreich hat es mit der Übergabe des Top-Terroristen Salah Abdeslam eilig. Justiz und Hinterbliebene wollen Antworten. Dabei scheint der Pariser Staatsanwalt zu weit gegangen zu sein.

ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

Rückzug stärkt russische Positionen

Der syrische Bürgerkrieg hat Moskaus Kräfte gebunden. Beobachter gehen davon aus, dass Putin sich nach dem Abzug wieder mehr dem Ukraine-Konflikt zuwendet.

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SPD feiert Einstieg in Solidarprojekt

Berlin. Die SPD feiert die von ihr durchgesetzte Aufstockung des Bundeshaushalts 2017 um rund fünf Milliarden Euro als Erfolg. »Das ist der Einstieg in das Solidarprojekt der SPD«, erklärte Generalsekretärin Katarina Barley am Samstag in Berlin. Am Tag zuvor hatten sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) über die Eckpunkte des Etats und ...

ndPlusUlrike Henning

Gesundheit für alle - oder auch nicht

Krankenversichert zu sein, ist scheinbar Standard in Deutschland. Doch der Eindruck täuscht. Wie geht man um mit Menschen, die dennoch medizinische Hilfe brauchen?

René Heilig

Ermittlungen nach Schema F

Faulheit, Schlamperei, unprofessionelles Herangehen – das sind wohl die harmloseren Vorwürfe, die man erheben muss. Nachfragen zur Arbeit des BKA sind geboten, denn die Ermittler übersehen offenbar allzu viel.

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Zeichen in Stuttgart auf Grün-Schwarz

Stuttgart. In Baden-Württemberg stehen die Zeichen auf Grün-Schwarz. Die FDP lehnte nach ersten Gesprächen die Zusammenarbeit mit SPD und Grünen ab. »Die FDP wird in die Opposition gehen«, kündigte Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke am Freitag an. »Der Vorrat an Gemeinsamkeiten für den Politikwechsel, den wir wollen, ist zu gering.« Damit ist sowohl eine Ampel (Grün-Rot-Gelb) unter Ministerpräsident ...

René Heilig

Geschlossenheit statt schlechte Laune

In der SPD-Führung bemüht man sich nach den jüngsten Wahlniederlagen um Geschlossenheit. Das wird nicht reichen, um bei den Wählern wieder als «Volkspartei» zu punkten.

ndPlusAlexander Isele

Veganer der Friedensbewegung

Die Linkspartei veranstaltete am Freitag und Samstag in Berlin eine friedenspolitische Konferenz. Es ging ums Soziale, weniger ums Militär.

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Kurt Stenger

Werbung, Werbung, Werbung

Zehn Jahre nach dem Start hat Twitter weiter ein Problem damit, genug Geld aus den Daten seiner vielen Nutzer zu machen.

ndPlusAndreas Knudsen, Kopenhagen

Kein Schutz für die Walschützer

Es bleibt strafbar, den traditionellen Walfang auf den Färöer-Inseln zu stören. Ein dänisches Landesgericht bestätigte das Urteil gegen Aktivisten von Sea Shepherd.

ndPlusRobert D. Meyer

Twitter stellt sich die Sinnfrage

Seit zehn Jahre gibt es den Kurznachrichtendienst. In der schnelllebigen Internetwelt ist das praktisch ein ganzes Leben. Doch noch immer sucht die Webanwendung ihren Platz im Web. Wozu braucht man Twitter überhaupt?

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David Bebnowski

Freund und Feind

In einem Kapitalismus, in dem sich eine Mehrheit von sozialem Absturz bedroht fühlt, neigt auch in der Mitte ein wachsendes Milieu dazu, seine erlebte Erniedrigung in Hass gegen andere zu kanalisieren.

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Unterstützung für Begehren

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) unterstützt das anstehende Fahrrad-Volksbegehren. Eine Zweidrittelmehrheit sprach sich am Samstag auf einer Mitgliederversammlung dafür aus, wie der ADFC Berlin mitteilte. »Wir freuen uns jetzt auf die geballte Power des ADFC mit seinen mehr als 100 000 Teilnehmern bei der Sternfahrt, den vielen Kontakten durch unzählige ADFC-Fahrradtouren und die Vernet...

Bücherkisten für Flüchtlinge

Etwa 2000 Flüchtlinge in Berlin haben bereits einen kostenlosen Bibliotheksausweis. »Das Angebot der Bibliotheken ist sehr erfolgreich«, sagte die Sprecherin der Zentral- und Landesbibliothek Berlin, Anna Jacobi. Seit Oktober können Flüchtlinge in Berlin einen zunächst auf drei Monate befristeten Ausweis bekommen, auch wenn sie noch keine amtliche Meldebescheinigung oder Aufenthaltserlaubnis haben...

ndPlusAndreas Fritsche

Die LINKE wirkt hilflos

An den 22,4 Prozent aus dem Jahr 2013 orientiert die brandenburgische LINKE ihr Wahlziel für die Bundestagswahl 2017. Die gängige Formulierung »plus X« möchte sie hinzugefügt wissen. Im Moment realistischer sind allerdings 16 Prozent minus Y. Dabei steht Y für die fünf Prozent Abstand zum bislang schlechtesten Wahlergebnis, den elf Prozent bei der Bundestagswahl 1990.Zugegeben: Das ist jetzt Panik...

Offene Fragen zum Vertrag mit McKinsey

Die Filzvorwürfe gegen den Senat sind mit dem Rückzug der Beraterfirma McKinsey nicht vom Tisch. Wegen der Vorwürfe im Zusammenhang mit einem Vertrag für den Ex-Staatssekretär Lutz Diwell hatte die Firma wie berichtet ihre unentgeltliche Beratung des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) beendet. »Vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse sehen wir uns leider dazu veranlasst, den Ber...

ndPlusMaria Jordan

Mit Ballett und Muezzin

Theater und Flüchtlinge veranstalten gemeinsam eine »künstlerische Demonstration« gegen Rassismus und für mehr Freiheit - sie wollten am Wochenende den Karneval als politisches Instrument wiederbeleben.

Stefanie Dodt

»Wir stoßen an unsere Grenzen«

Es fehlt ohnehin an Platz, an Geld, an Personal. Jetzt wird der Bedarf noch größer, denn auch geflüchtete Frauen brauchen Hilfe bei häuslicher Gewalt.

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Denkmalschützer ziehen ins Denkmal

In eines der wenigen erhaltenen barocken Bürgerhäuser Berlins zieht wieder Leben ein. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat die Sanierung des barocken Nicolaihauses in der Brüderstraße in Mitte beendet. Den größten Teil des Gebäudes bezieht die Stiftung selbst, einige Flächen werden auch vermietet. Im Innenhof mit dem Walnussbaum sollen im Sommer Veranstaltungen stattfinden. Am Sonntag wurde das...

ndPlusPeter Nowak

Berliner Mieterprotest in Wien

Den Bewohnern der Friedelstraße 54 droht eine energetische Sanierung mit exorbitanten Mietsteigerungen. Dagegen wehren sie sich sei Jahren. Am Wochenende zogen sie vor die Firmenzentrale in Wien.

Geheimdienstler sind keine Jäger

Die Idee eines NSU-Untersuchungsausschusses auch in Brandenburg habe ich vor Jahren zuerst aus dem Munde der Bundestagsabgeordneten Petra Pau (LINKE) gehört, also von einer Berlinerin. Hat das Land Brandenburg und hat die brandenburgische LINKE dieses Thema verschlafen?Die Debatte hat es seit 2012 bei uns ja auch gegeben. Schon die Auseinandersetzungen um Brandenburger Zuarbeiten für den ersten NS...

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Aus der Zeit der Salier

Würzburg. Vor grauem Himmel sind die Türme des Würzburger Domes und das schmiedeeiserne Tor am Eingang zum Hofgarten der Residenz zu sehen. Der Dom im Zentrum der Bischofsstadt im Norden Bayerns ist das viertgrößte romanische Kirchengebäude Deutschlands und ein Hauptwerk deutscher Baukunst zur Zeit der salischen Kaiser. Attraktionen des Hofgartens sind Laubengänge, die aus Kornelkirschen und Lärch...

130 mal Uta in Naumburg

Uta trifft Uta - das ist in Naumburg (Sachsen-Anhalt) nichts Ungewöhnliches, zumindest beim »Uta-Treffen«. Mit der Zusammenkunft soll die bekannte Dom-Figur Uta von Ballenstedt gefeiert werden.

Harald Lachmann

Massive Cyberattacken auf Rathäuser

Wer in Dormagen, einer 63 000- Einwohner-Stadt bei Düsseldorf, eine Mail an das Rathaus senden will, muss seit kurzem mit Einschränkungen leben. »Um die Gefahr von gefährlichen Computerviren zu verringern, schränkt der städtische IT-Service den Empfang von Dateien ein«, teilte hierzu die Verwaltung mit. Als Anhänge seien nur noch pdf-Dokumente zulässig, »alle Arten von Bilddateien« würden automati...

Friedhelm Berger
und Andreas Hummel, Stadtroda

Widerstand gegen Gebietsreform

Die Verwaltungs- und Gebietsreform ist ein zentrales Vorhaben von Rot-Rot-Grün in Thüringen: Die Zahl der Kreise, kreisfreien Städte und Gemeinden soll sich verringern. Doch es gibt viel Ablehnung.

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Welttag der Poesie

Der UNESCO-Welttag der Poesie am 21. März würdigt den Stellenwert der Poesie, die Vielfalt des Kulturguts Sprache und die Bedeutung mündlicher Traditionen. Er weist der Dichtkunst einen zentralen Platz im kulturellen und gesellschaftlichen Leben zu. Seitdem er im Jahr 2000 ins Leben gerufen wurde, organisiert die Literaturwerkstatt Berlin gemeinsam mit Partnern die zentrale Veranstaltung zum Weltt...

Publikum feiert Countertenor

Das Publikum der Berliner Staatsoper hat den Countertenor Bejun Mehta für seinen Auftritt in »Orfeo ed Euridice« bejubelt. Das Opernhaus eröffnete mit der Premiere am Freitagabend seine Festtage. Die Oper von Christoph Willibald Gluck aus dem 18. Jahrhundert erzählt, wie Orfeo in die Unterwelt hinabsteigt, um seine Geliebte zu retten. Mehta, der durch eine besondere Technik sehr hoch singen kann, ...

Hessen will weitere Tests mit Lang-Lkw

Wiesbaden. Die hessische Landesregierung aus fordert weitere Tests für den Einsatz extra langer Lastwagen, sogenannter Gigaliner. Das geht aus einer Antwort von Landesverkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) auf eine Anfrage des FDP-Landtagsabgeordneten Jürgen Lenders hervor. Zudem will die schwarz-grüne Regierung die Ergebnisse des derzeit laufenden Feldversuchs abwarten, bevor sie diesen abschlie...

Vom Pflegefall zum Sozialfall

Zwickau. In Sachsen werden immer mehr Pflegebedürftige zum Sozialfall. Die vermehrte Inanspruchnahme der Sozialhilfe zur Finanzierung von Pflegeleistungen mache deutlich, dass die Pflegeversicherung als Teilkostenprinzip zunehmend nicht mehr funktioniere, erklärte die Zwickauer Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann (LINKE). Denn die Betroffenen und ihre Familien könnten das Geld nicht aufbringen...

Volker Surmann

Spechtbefall

Unser Haus bekommt ein Spechtmanagment. Was für ein komisches Wort. Klingt nach einer dieser neuen Führungsmethoden, die Business-Esoteriker jedes Halbjahr auf den Markt schmeißen. Nach der Methode »Nilpferd« (auftauchen, Maul aufreißen, abtauchen) nun Woodpecker’s Governance: »Kolleginnen und Kollegen! Der Specht macht es uns vor: 1. Kopf hinhalten und einsetzen, 2. Schnabel halten und in die Tie...

ndPlusJürgen Drewes, Rostock

Kahlfrost und weggeschwemmte Nährstoffe

Die Fröste im Januar ohne schützenden Schnee haben auf den Feldern Schäden hinterlassen. Und wegen des Regens danach sind viele Äcker noch nicht befahrbar. Der Nordosten ist besonders betroffen.

ndPlusTom Mustroph

Satteldach statt Säule

Remigranten in der Türkei zitieren deutsche Architekturelemente und Bauweisen wie einst teutonische Italienreisende mit Säulen, Loggien und Mosaiken einen Hauch von Rom nach Hause bringen wollten. Stefanie Bürkles Kunst- und Forschungsprojekt »Migration von Räumen« geht dem Transport von Raum- und Hausvorstellungen im Rahmen von Migrationsbewegungen zwischen Deutschland und der Türkei nach.Steil a...

ndPlusHelge Toben 
und Gerd Roth, Haltern am See

»Eine normale Schule werden«

150 Menschen starben beim Germanwings-Absturz vor einem Jahr, darunter eine Schülergruppe aus Haltern. Wie geht man in der kleinen Stadt in Nordrhein-Westfalen mit dem Jahrestag um?

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Charly Hübner geehrt

Für seine Rollen in »Onkel Wanja« und »Schuld und Sühne« am Deutschen Schauspielhaus Hamburg ist der Schauspieler Charly Hübner mit dem Gertrud-Eysoldt-Ring 2015 geehrt worden. Der 43-Jährige bekam die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung am Samstagabend im hessischen Bensheim überreicht. »Charly Hübner ist ein Schauspieler, der nahe beim Publikum ist, ohne sich anzubiedern«, hatte die Jury ihre ...

Drescher neuer Präsident

Hans-Jürgen Drescher ist neuer Präsident der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste. Der Präsident der Bayerischen Theaterakademie war seit 2008 Vizepräsident der Vereinigung. Zu seinen Stellvertretern wählte die Vollversammlung am Samstag Bettina Reitz und Anselm Weber, wie die Akademie am Sonntag im südhessischen Bensheim mitteilte. Der neue Vorstand kündigte an, vor allem das Profil der Ak...

Interreligiöse Lesung zum Abschluss

Texte aus dem Judentum und Islam in einem christlichen Gotteshaus: Mit einer religionsübergreifenden Lesung im Kölner Dom ist am Samstagabend das Literaturfestival Lit.Cologne zu Ende gegangen. Neben dem »Hohelied« aus dem Alten Testament lasen die Schauspieler Jasmin Tabatabai, Katharina Thalbach und Gustav Peter Wöhler persische Liebeslyrik. »Bei all dem Geschehen in der Welt kann die interrelig...

Wolfgang Hübner

Mosekunds Montag

Herr Mosekund irrte wieder einmal durch eine dieser riesigen Buchhandlungen. Trotz längerer Suche fand er nichts, was seinem Geschmack und seinen Ansprüchen genügte. »Kann ich Ihnen helfen?«, fragte ein Verkäufer. »Allerdings«, antwortete Herr Mosekund. »Sie könnten Ihr Angebot etwas übersichtlicher gestalten.« - »Aber es gibt doch hier alle denkbaren Rubriken«, antwortete der Verkäufer, »Prosa, L...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Die Katze und Putin

Schacheröffnungen füllen ganze Bibliotheken - im Beginn liegt der Keim des Erfolgs. Berühmt sind auch Sammlungen erster Sätze von Romanen. Aber ein Buch fängt noch früher an: mit dem Titel. Vielleicht ist mit ihm bereits alles erzählt, was zu sagen ist? Im Folgenden jene ultimative Story, die das Lesen sämtlicher Wälzer erübrigt - gefügt aus Titeln von Büchern der Frühjahrs-Verlagsprogramme.Tagesa...

Martin Hatzius

Alles unterwegs

Vom „Buch der Stunde“ war auf der Leipziger Buchmesse, die an diesem Sonntag zu Ende ging, viel die Rede. Dieses Etikett wurden gleich mehreren Büchern angeheftet. Was sie eint ist das Sujet der Flucht.

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ndPlusRoberto Becker

Erhängt am Bande

Regina« gehört zu einer Seite von Albert Lortzing (1801-1851), die man so gut wie nicht kennt. Jedenfalls nicht so wie »Zar und Zimmermann« oder den »Wildschütz«. »Regina« ist auch keine verborgene Geliebte - obwohl die Protagonistin mit ihren Herzensangelegenheiten zwischen zwei Männern und im Zentrum des 1848 komponierten Werkes steht. Wobei die Sache zwischen ihr und Richard längst klar und sog...

Rainer Balcerowiak

Wenn die Füße mit dem Wasser in Berührung kommen

Joachim Kühn muss niemandem mehr etwas beweisen. 1966 verließ der damals 22-jährige Ausnahmepianist die DDR, die ihm musikalisch und lebenskulturell zu eng geworden war. Bald wurde er zu einer festen Größe im europäischen Jazz, spielte in unzähligen Formationen und war ein begehrter Gast auf den großen Festivals auch in den USA, wo sein Bruder lebt, der Klarinettist Rolf Kühn. Später zog er nach P...

ndPlusGuido Speckmann

Alles Berufsnationalisten

Was hat Angela Merkel dazu getrieben, im Herbst 2015 die Grenzen für Geflüchtete zu öffnen? Freerk Huisken interpretiert ihre Politik in seinem neuen Buch „Abgehauen“ als imperialistische Offensive Deutschlands.

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Was von Kriegen übrig bleibt

Irak, Syrien, Jemen - der Mittlere Osten geht in Flammen auf. Armeen aus aller Welt kämpfen im Hexenkessel der Weltgeschichte. Schon ist die Katastrophe in Europa angekommen: Anschläge in Paris, Brüssel und in der Türkei - während Millionen Menschen auf der Flucht sind, auf der Suche nach Sicherheit und Frieden. Inmitten des arabischen Flächenbrandes boomt die Waffenindustrie. Unter dem Motto »Sic...

NRW will stabilen Beitrag

Wird der umstrittene Rundfunkbeitrag vom kommenden Jahr an gesenkt? Die Expertenkommission KEF zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten schlägt für 2017 bis 2020 eine Reduzierung um 29 Cent auf monatlich 17,21 Euro pro Haushalt vor und ist damit auf Skepsis in mehreren Ländern gestoßen. Auch die Regierung in Nordrhein-Westfalen hält nicht viel davon. Die rot-grüne Landesregierung str...

Jan Freitag

Heiteres Unterschichtenporträt

Zur Demokratie gehört auch die Kritik an ihr zwingend dazu. Man darf Wahlen demnach für überflüssig halten; an Entertainment allerdings mangelt es nicht. Der Supersunday etwa bot öffentlich-rechtlich feinste Unterhaltung mit kompetenter Berichterstattung vor allem im Ersten, gefolgt von einer klugen Anne Will im Anschluss, der das ZDF - nach gewohnt debiler Primetime-Verseifung - die gehaltvolle M...

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Marco Mader, Nürnberg

»Das fühlt sich richtig gut an«

Der 1. FC Nürnberg hat Spitzenreiter RB Leipzig im Aufstiegskampf eine empfindliche Niederlage zugefügt und darf wieder auf den direkten Bundesliga-Aufstieg hoffen. Der fränkische Altmeister setzte sich im hochklassigen und emotionalen Spitzenspiel der 2. Liga 3:1 (0:0) durch. Stürmer Davie Selke (52.) hatte die über weite Strecken unterlegenen Leipziger mit seinem neunten Saisontor in Führung geb...

ndPlusFrank Hellmann, Frankfurt am Main

Hannovers Ende naht

Mit neuem Trainer und dem Sieg gegen Hannover holt sich Frankfurt neue Hoffnung im Abstiegskampf. Beim Gegner aus Niedersachsen scheint die Rettungsmission von Thomas Schaaf dagegen endgültig gescheitert.

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Strand in Sicht

Letztlich wirbelte ein sibirischer Sturm das Saisonfinale der Biathleten in Chanty-Mansijsk durcheinander. Ein Flutlichtmast stürzte in den Schießstand, Äste fielen auf die Strecke. So wurde der Sieg in der Verfolgung für Simon Schempp am Sonnabend gleichzeitig sein letzter von fünf Weltcupsiegen. Nach der Athletenfeier am Sonntagabend ist aber noch nicht Schluss für Schempp. Er will seine Spätfor...

Mit viel Zug

Als Favoritenschreck entpuppte sich Arnaud Démare beim Radklassiker Mailand-Sanremo. Dabei gab es auf den 295 Kilometern einen Erdrutsch und viele Stürze. Konkurrenten warfen dem Sieger Betrug vor: Démare hätte sich nach einem Sturz von einem Begleitfahrzeug ziehen lassen. Die Jury indes fand keinen Beweis. Am Mittwoch zuvor, so erzählte Démare selbst, habe er mit seinem Vater 210 Kilometer hinter...

Heiko Oldörp undUlrike John

Mini-Auswahl erreicht Maxi-Erfolg

Die kleine deutsche Delegation bei der Hallen-Leichtathletik-WM in Portland sorgte unerwartet für drei Medaillen. Vor allem die Dreispringer überraschten. Von Heiko Oldörp und Ulrike John, PortlandDie Dreispringer Kristin Gierisch und Max Heß sowie Mehrkämpfer Mathias Brugger haben den deutschen Leichtathleten bei den Hallen-Weltmeisterschaften die ersten Medaillen beschert. »Großartig! Unbeschrei...

Oliver Kern

An den kleinen Schrauben gedreht

Die Berlin Volleys stehen im Finale des CEV-Pokals. Die Premiere des Klubs kommt besonders einem Amerikaner zugute, der sich für Olympia empfehlen will.

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Licht aus für den Klimaschutz

London. Die Lampen am Straßenrand - wie hier auf der Londoner Westminster Bridge - waren die einzige Lichtquelle als am Samstagabend während der »Earth Hour« in zahlreichen Städten in aller Welt an öffentlichen Gebäuden als Zeichen für den Klimaschutz das Licht erlosch. Der Westminster Palace mit Big Ben und auch die Tower Bridge waren nur noch als Silhouetten zu erkennen. In Berlin stand das Bran...

Viele Tote bei Busunglück

Tarragona. Bei einem schweren Busunglück in Spanien sind mindestens 13 Studenten ums Leben gekommen. Etwa 30 Menschen in dem Reisebus wurden bei dem Unfall in der Nähe von Tarragona im Nordosten des Landes schwer verletzt, 13 weitere kamen mit leichten Blessuren davon. Die Studenten absolvieren im Rahmen des Austauschprogramms Erasmus ein Auslandssemester in Barcelona. Sie stammen aus mehreren eur...

ndPlusAxel Eichholz, Moskau

»Das Wetter war richtig mies«

Bei einem Flugzeugabsturz in Rostow sind am Samstag 62 Insassen ums Leben gekommen. Als Ursache wird das extrem schlechte Wetter vermutet. Eine Bombe oder ein Abschuss werden ausgeschlossen.