Seite 1

Wir gratulieren!

Unsere Zeitung wird 70. Und sie steht mit diesem Schicksal nicht allein. Freundliche und andere Anmerkungen zu sieben Jahrzehnten ADN, Springer-Verlag, Vespa, Jürgen Croy, »Eulenspiegel«, Bikini, Elfriede Jelinek, Ho Chi Minh, Grindelhochhäuser, Drafi Deutscher, SED, SDS, John C. Mather, Sony, George W. Bush und anderen....

Tom Strohschneider

Was würde Howie sagen?

Nicht nur das »nd« wird 70. Der Bikini zum Beispiel auch. Oder Howard Carpendale, der Springer-Verlag, George W. Bush und die SED. Von denen handelt diese Ausgabe – ein »nd« zum Geburtstag von anderen.

Seite 2
Tom Strohschneider

»Es gibt keinen Grund für Beifall«

Was lässt sich über die Geschichte der SED sagen, die mit der Geschichte dieser Zeitung und jener der DDR aufs Engste verbunden ist? Ein Versuch, durch das geschichtspolitische Oberflächenwasser hindurchzutauchen.

Seite 3
ndPlusClaus Dümde

Der ADN und wir

Lieber zusammen mit ADN falsch als allein richtig.« Dieser Satz stand vor drei Wochen auf Seite 27 der Beilage »Eine Zeitung, zwei Leben, 70 Jahre«. Der Satz wirkt sarkastisch und böse. Und so war er auch gemeint. Doch er richtet sich nicht gegen den Allgemeinen Deutschen Nachrichtendienst, der wie »Neues Deutschland« vor 70 Jahren gegründet wurde. Und schon gar nicht gegen unsere Journalistenkoll...

Seite 4
Katja Herzberg

Kultstatus der besonders negativen Art

Er war der 43., doch an diese Nummer erinnert sich kaum jemand, wenn von George Walker Bush die Rede ist. Im Gedächtnis mehrerer Generationen ist der ehemalige US-Präsident mit vielen Untaten geblieben: mit Kriegen, Steuersenkungen für Wohlhabende, Abhörprogrammen oder seinem unermüdlichen Augenzwinkern. Wenn der Republikaner Anfang Juli seinen 70. Geburtstag feiert, werden sich in Anbetracht der ...

ndPlusDetlef D. Pries

So viel für das Land getan

In Vietnam erinnerte man sich zu Beginn dieses Jahres ebenfalls eines 70 Jahre zurückliegenden Ereignisses: der ersten Wahlen in der Geschichte des Landes. Fünf Monate nachdem Ho Chi Minh am 2. September 1945 in Hanoi die Unabhängigkeit der Demokratischen Republik Vietnam ausgerufen hatte (eingeleitet mit Worten aus der Unabhängigkeitserklärung der USA), durften die Vietnamesen die 333 Abgeordnete...

Seite 5
Georg Fülberth

Plötzlich reif: die Eigentumsfrage

Am 30. Juni 1946 stimmten 77,56 Prozent der Wahlberechtigten in Sachsen in einem Volksentscheid für die entschädigungslose Enteignung der Betriebe von Kriegs- und Naziverbrechern. Die anderen Länder der sowjetischen Besatzungszone folgten im Juli und August, hier allerdings auf dem Verordnungsweg. Späten Betrachter(inne)n mag dies als der Beginn der wirtschaftlichen Teilung Deutschlands und d...

Seite 6
Jan Freitag

Hort der Eintracht

Wenn zusammenwächst, was zusammengehört, wenn also zwei Komponenten verklebt werden, die sich zwar zu nah sind, um getrennt zu sein, aber doch in nächster Nachbarschaft oft fern, ist längst noch keine Wende garantiert. Jedenfalls nicht zwingend zum Guten. Irgendwie kennt man das ja von einer anderen Vereinigung. Im Herbst 1998, als der SDR mit dem SWF zu Deutschlands zweitgrößter Landesrundfunkans...

ndPlusIngolf Bossenz

Weltbild im Eisenrahmen

Vor mir liegt ein Dokument des Kalten Krieges. Der Autor: ich selbst. Zwischen die grau marmorierten Pappdeckel einer Klemm-Mappe aus DDR-Produktion gezwängt, geben gut 100 Seiten mit Maschinenschrift Auskunft über das Thema »Der Beitrag des außenpolitischen Journalismus zur offensiven Auseinandersetzung mit der ideologischen Diversion durch Massenmedien der BRD«. Das Ganze wird »untersucht und da...

Seite 7
ndPlusJürgen Amendt

Der Tüttelchen-Staat

Für die Welt begann das Ende der DDR mit dem Fall der Mauer am 9. November 1989. Für die »Welt« endete die »DDR« dagegen bereits mehr als drei Monate zuvor: Am 1. August 1989 wurde die Deutsche Demokratische Republik in der zum Axel-Springer-Konzern gehörenden Tageszeitung erstmals ohne Anführungszeichen geschrieben. Bis dahin wurde der andere deutsche Staat stets nur mit Tüttelchen zum Quasi-Staa...

Seite 8
Klaus J. Herrmann

Deutsche, Russen und der Winter

Wie fern sind Moskau, Russland, die Russen? Im Flug Berlin-Moskau nur drei Stunden. Drei Tage mit dem Auto. Wie weit zu Fuß, gar in Stiefeln, hin und zurück? »Weißt du, warum ihr den Krieg verloren habt?«, fragt der ältere Herr am Grill. Ein Wintertag vor Moskau, krachender Frost und eine bunte Runde an dem zugefrorenen Kljasma-Stausee. Der Wodka ist schneegekühlt, fließt wie Likör. »Na ja, w...

Seite 9
ndPlusKarlen Vesper

Alle Nazis an den Galgen?

Der große Gerichtsprozess in Nürnberg hat die furchtbaren Verbrechen der Hitlerregierung gegen den Frieden und gegen die Menschlichkeit enthüllt. Dokumentarisch wurde bewiesen - und darin liegt die Bedeutung des Prozesses -, dass die Hitler, Göring, Rosenberg und Konsorten, die sich betrügerischerweise ›National-Sozialisten‹ nannten, die barbarischsten Kriegsverbrecher sind«, las man im »Neuen Deu...

Seite 10
Karlen Vesper

Nirgends eine Stunde Null

Ostern fiel 1946 in die späten Apriltage. Besinnliche und beglückende Momente bescherte den im Berliner Admiralspalast versammelten Männern und Frauen indes nicht die glaubensgestützte Gewissheit, dass Gottes Sohn auferstanden ist. »Neues Deutschland« berichtete in seiner ersten Ausgabe ausführlich über den zwei Tage zuvor, am Ostersonntag, mit Beethoven eröffneten Vereinigungsparteitag. Wilhelm P...

Seite 11
Jürgen Amendt

Kleiner Mann im Trabi

Als 1991 die Komödie »Go Trabi Go« in die Kinos kam, dürfte das manchem westdeutschen Oberstudienrat vor Augen geführt haben, dass sich der im Jahr zuvor erfolgte Anschluss der DDR an die BRD nicht nur aufs Politische beschränken lässt und dass da etwas zusammenwächst, von dem nicht wenige schon damals der Meinung waren, dass es nicht zusammengehört. Da erlaubte sich doch dieser Udo Struutz aus Bi...

ndPlusRené Heilig

Mist, diesseits und jenseits der Grenze

Was hat Bayern mit Texas gemeinsam?«, fragt Anfang der 70er Jahre die Zeitschrift des Bundesgrenzschutzes. Antwort: »Nur diese beiden Bundesstaaten haben - einzigartig auf der Welt - eine eigene Grenzpolizei.« Man hört aus dem Gedruckten unterschwelligen Groll heraus. Immer diese Extra-(Weiß-)Würste ... Schon unterm Bayernkönig hielten sich die Weiß-Blauen Grenzwächter. Die Truppe lebte vor 70 Jah...

Seite 12
Armin Jähne

»Wir erwarten nur eins«

Sie war die jüngste unter den »alten« deutschen Universitäten. 1810 eröffnet, hatte sie sich prächtig entwickelt - bis zum Jahre 1933. Zwölf Jahre später lag die Friedrich-Wilhelms-Universität (seit 1828) in baulichen und geistigen Trümmern. Sie war mit dem »Dritten Reich« untergegangen. Über 50 Prozent ihrer Gebäude waren zerstört oder stark beschädigt. Weniger gelitten hatte die Charité. »Vor de...

ndPlusGuido Speckmann

Der lange Weg zur Revolte

Als der Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS) 1946 in der Trümmerlandschaft Hamburgs gegründet wurde, trugen die überwiegend männlichen Beteiligten abgeschabte Offiziersledermäntel oder umgefärbte Uniformen und sorgten sich nicht unwesentlich um die grundlegenden materiellen Dinge des Lebens: Nahrung und Unterkünfte. 20 Jahre später hatten die immer noch meist männlichen Akteure die Offizier...

Seite 13
ndPlusTomas Morgenstern

Geliebte Rumpelkammer

Der düstere Klinkerbau an der Wallstraße in Berlin-Mitte erinnert mit seinem mächtigen Turm eher an eine Kirche als an ein Museum. Als »kulturpolitische Bildungsstätte« beschrieb »Neues Deutschland« Anfang der 1970er Jahre das Märkische Museum. Die Achtklässler der Köpenicker Russisch-Schule, die sich mit ihrer Klassenlehrerin an einem Herbsttag 1970 zur Museumsexkursion zum Köllnischen Park aufge...

Seite 14
Volker Stahl

Klein-Manhattan in Hamburg

Wie sich die Zeiten ändern. In der Nachkriegszeit waren sie hochmodern, heute stehen die Grindelhochhäuser im Hamburger Stadtteil Harvestehude unter Denkmalschutz. Rund 3000 Menschen leben zurzeit in Deutschlands erster Hochhaussiedlung, die 1956 nach zehnjähriger Bauzeit fertiggestellt wurde. »Ich habe das Gefühl, in einem Park zu wohnen«, sagt Ulrike Olbers (53), die seit drei Jahren in ein...

Seite 15
ndPlusRosi Blaschke

Der Traktor ist für alle da

Es war im Februar 1946. Ein Mann ging von Werbig nach Golzow im Oderbruch. Überall sah er zerquälte Gesichter, zerschossene Gehöfte, zerschundenen Boden. Es war Arthur Klitzke, Bauernsohn aus Golzow. Er kam an auf Vaters Hof, auch dieser zeigte die Spuren des Krieges. Der Acker war vermint. Doch Klitzke kämpfte seinen Pessimismus nieder und begann mit der Arbeit. Was hätte er auch sonst tun sollen...

Seite 16
Gabriele Oertel

Gestreikt wurde immer anderswo

Sie hatten es im Gründungsjahr von »Neues Deutschland« gleich mehrmals auf die Titelseite geschafft: die Bergarbeiter in den USA. 400 000 von ihnen hatten 1946 gleich zweimal über einen langen Zeitraum - im Frühjahr fast für zwei Monate - die Arbeit niedergelegt. Da konnte Präsident Truman noch so sehr über die vermeintliche Ungesetzlichkeit wettern und die Automobil- und Stahlindustrie Aussperrun...

Seite 17
ndPlusJirka Grahl

Kegler, Kicker, Kommerzienräte

Wer den Krieg erlebt hat, will ihn vergessen - je schneller, je besser. Gegen Wachträume von Flakgeschützen, Luftschutzbunkern und Bombenangriffen ist jede Ablenkung recht. Der Zweite Weltkrieg ist noch kein Jahr vorbei, Berlin liegt in Trümmern, als im frühlingshaften April 1946 der Werkzeugmacher Walter Stellflug aus der Viktoriastraße in Berlin-Wilhelmsruh beim russischen Kommandanten des Stadt...

Seite 18
Reimar Paul

»Zum Wohle der Menschheit«

Der 24. Januar 1946 ist ein Donnerstag. Unter dem Eindruck des Kriegsendes und der verheerenden Folgen zweier Atombomben, die über den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki abgeworfen wurden und Hunderttausende Tote hinterließen, beschließt die Vollversammlung der sieben Monate zuvor gegründeten Vereinten Nationen (UNO) in London die Einrichtung einer Atomenergiekommission. Die AEC - Vorläufe...

Seite 19
ndPlusHans-Dieter Schütt

Ketzerin aus dem Kloster

Sie ist eine stolz verhemmte Frau. Die durch Texte wirken will, nicht durch eigene öffentliche Präsenz. Sie hat viel fürs Theater geschrieben, aber im Theaterbetrieb blieb sie stets eine Fremde. Immer wirkt sie wie ein Mensch, den Räume bedrohen. Die FPÖ forderte 1995 in Wien: »Freiheit der Kunst statt sozialistischer Staatskünstler!« und fragte per Plakat: »Lieben Sie Jelinek, Peymann - oder Kuns...

Mathias Wedel

Das Schwesterblatt

Eine Zeitung gilt es zu rühmen, weil: Sie hat ein Jubiläum. Was man über sie sagen kann, ist das Beste, was man überhaupt über eine Zeitung sagen kann: Sie wurde (und wird) geliebt! Sie wurde nicht nur gekauft - man riss sie sich aus den Händen. Ganze Dörfer teilten sich ein Exemplar, am Erstverkaufstag gab es am Kiosk kleine Schlachten, es kam zu bedenklichen Fällen von Bestechung der Briefträger...

Seite 20
Thomas Blum

Dam dam, dam dam

In der kommunistischen »Jungen Welt«, der Zeitung der FDJ, hatte man in den 50er Jahren eine Einschätzung des Werks des US-amerikanischen Rhythm’n’Blues-Sängers Elvis Presley gedruckt, wie sie so ähnlich auch in einer Zeitung der Nationalsozialisten hätte stehen können: »Sein ›Gesang‹ glich seinem Gesicht: dümmlich, stumpfsinnig und brutal. Der Bursche war völlig unmusikalisch (...) und röhrte wie...

Seite 22
Gunnar Decker

Vertane Chancen

Mein erster DEFA-Film war auch gleich ein Verbotsfilm. »Der Mann, der nach der Oma kam« von Roland Oehme lief 1972 in unserem Kleinstadtkino. Da war ich sieben und ein Nachbarsjunge kündigte an, dass er da hingehen wolle. Ob ich mitkäme? Ich wollte schon, aber durfte nicht. Irgendwas hatten meine Eltern dagegen, obwohl DEFA-Komödien in der Regel die Freigabe P 6 bekamen. Später fragte ich sie...

ndPlusSiegfried Lokatis

Vertrackte Jubiläen

Nun ist es schon wieder zehn Jahre her, dass der kürzlich verstorbene Karlheinz Selle uns durch sein untergegangenes Reich in der Mitte Berlins führte. Der dienstälteste Zensor der DDR, bereits 1951 im Amt für Literatur und Verlagswesen und 1990 der letzte Chef der Hauptverwaltung (HV) Verlage und Buchhandel im Ministerium für Kultur, empfing eine Gruppe Potsdamer Verlagsforscher um die 2007 verst...

Seite 23
ndPlusRegina Stötzel

Angriff auf alle Sinne

Da ich selbst nicht musikalisch war, wollte ich das Nächstliegende, und das schien mir der Sex mit den Musikern.« Es gibt einige Aussagen Uschi Obermaiers, die man sich nur schwerlich im »Neuen Deutschland« der sechziger Jahre vorstellen kann. Bis heute wurde dieser erstaunlichen Frau kaum ein vollständiger Satz gewidmet. Umso mehr lohnt sich dies gerade in Zeiten, in denen die FDP und Joachim Gau...

Christian Baron

Die Macht des gedruckten Wortes

Wer bestimmt, was in den Büchern steht, bestimmt damit auch, was die Menschen denken. Das mutet manchem sicher zu simpel an; in Deutschland aber hat dieser Gedanke eine lange Tradition. Über alle politischen Umbrüche des 20. Jahrhunderts hinweg behielt er seine Wirkmacht auf diesem Fleckchen Erde, dessen Bewohner es so gerne als »Land der Dichter und Denker« überhöhen. Dass sich ausgerechnet hier ...

Seite 24
Martin Koch

Das Echo des Urknalls

Nicht nur Physiker sind fasziniert von der Idee, dass sich das Universum vor rund 14 Milliarden Jahren in einer gewaltigen »Explosion« gleichsam selbst erschuf. Auch für die Medien ist das Urknallmodell seit Langem eines der spannendsten Themen in der Sparte Wissenschaft. Beim »ND« allerdings tat man sich damit eine Zeitlang schwer. Denn die Vorstellung, dass das Universum einen »Anfang« gehabt ha...

ndPlusHarald Kretzschmar

Als das Heeresmuseum zum Kunstort wurde

Dresden 1946. Das erste Jahr nach der Verwandlung einer Vorzeigestadt von Kultur und Kunst in eine Trümmerwüste. Ich habe es intensiv als gerade mal im Mai Fünfzehnjähriger erlebt. Wie nach so viel Todbringendem neues Leben erwacht und die schöpferische Potenz der Kunst über die Macht der Zerstörung obsiegt. Die vor sich hin stinkenden Ruinen der einstigen Pracht als Kulisse durchquerend, dur...

Seite 26
ndPlusHendrik Lasch

Ein Wiesel für das Vespa-Gefühl

Am Tag, als in Ostberlin die erste Ausgabe des »ND« in den Briefkästen steckte, wurde um 12 Uhr mittags im »Ufficio Centrale del Brevetti« im italienischen Florenz ein Lebensgefühl zum Patent angemeldet. Zwar geht es in dem Papier, das am 23. April 1946 unter der Nummer 25456 zu den Akten genommen wurde, formal um eine neuartige Bauweise für ein motorisiertes Zweirad. Es sollten dabei Rahmen, Haub...

Seite 27
ndPlusMatthias Krauß

Stolz eines Standbetreuers

Den unweigerlich letzten Versuch der DDR, in der Unterhaltungselektronik Weltniveau zu erreichen, hat mir Jörg Mantzsch im Leipziger Handelshof präsentiert. Es war während der Herbstmesse 1989, und das volkseigene Kombinat Rundfunk und Fernsehen (RFT) wartete mit einer Neuheit auf, die Standbetreuer Mantzsch zufolge über ein »dem internationalen Trend entsprechendes Design« verfügte. Dieser (...

Seite 28
Hendrik Lasch

Blinder Fleck in Lingners Auge

Der Blick wirkt fast bohrend, die Pupille glänzt, die Wimpern leuchten wie Sonnenstrahlen. Golden umrandet strahlt das Auge auf tiefblauem Grund. Das Signet, mit dem Karl August Lingner im Jahr 1911 auf Plakaten für die erste Internationale Hygieneausstellung in Dresden werben ließ, ist das grafisch gelungene Sinnbild für einen hehren Anspruch: Hier sollte gewissermaßen erkundet werden, was den Me...

Seite 29
Martin Koch

Physik für die Küche

Mancher »nd«-Leser dürfte zu Silvester 1988 etwas irritiert gewesen sein. Denn in einer Reportage aus dem VEB Kombinat Feinkeramik Kahla wurde einer der Direktoren mit den Worten zitiert, dass der Thüringer Betrieb auch mikrowellentaugliches Geschirr herstelle. Das Problem allerdings war: Der volkseigene Einzelhandel der DDR bot gar keine Mikrowellen an. Die waren für Privatleute nur für Westgeld ...

ndPlusSilvia Ottow

Thriller mit Schimmelpilzen

Bis heute ist das Zither-Solo aus dem Film »Der dritte Mann« ein musikalischer Klassiker, ein Ohrwurm. Millionen Singles wurden davon gepresst, die Melodie belegte wochenlang Spitzenpositionen in der US-Hitparade und wurde zum meistverkauften Instrumentalstück überhaupt. 1963 gab es bereits 40 Millionen Tonträger des Titels, bis in die Gegenwart hinein entstehen neue Coverversionen. Auch heute dür...

Seite 30
Regina Stötzel

Als der Bauchnabel frei blieb

Während die Welt noch dabei ist, sich nach dem großen Krieg wieder zu sortieren, in der ersten Hälfte des Jahres 1946, findet in den Weiten des Pazifiks, ungefähr zwischen Papua-Neuguinea und Hawaii, eine neue Umsiedlung statt. Knapp 200 Menschen verlassen ihre Inseln von nur wenigen Quadratkilometern Fläche, die eine um ein Vielfaches größere Lagune umfassen: das Bikini-Atoll. Die Bikinianer gehe...

Seite 31

So geht’s

Die Texte dürfen 60 Maschinenzeilen à 100 Zeichen (mit Leerzeichen) nicht überschreiten. Längere Geschichten haben keine Chance, in die Wertung zu kommen. Über illustrierende Fotos zu Ihrem Text freuen wir uns. Bitte schicken Sie diese als Reproduktion, da es sich sicher häufig um unwiederbringliche Zeitdokumente handelt! Einsendeschluss: 1. Mai Ihre Geschichten...

ndPlusHeidi Diehl

Wir haben noch lange nicht genug

So langsam kommen die Geschichten, und ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass wirklich viele tolle dabei sind. Auch 2016 bei der 14. Auflage des nd-Lesergeschichten-Wettbewerbs unter dem Motto »Wenn aus Fremden Freunde werden« wird die Jury wieder die Qual der Wahl haben, die zehn schönsten Geschichten auszuwählen. Ihre fehlt noch? Dann wird es aber höchste Zeit, denn am 1. Mai ist Einsend...

Reisen für drei Gewinner

Es lohnt sich mitzumachen. Denn auch in diesem Jahr schicken wir - einer guten langen Tradition folgend - die Autoren, deren Geschichten von den Gästen des Abschlussabends als Sieger gekürt werden, auf Reisen. Wie wäre es mit einem Logenplatz auf der schönen Insel Usedom? Der Name verrät es schon: Das 4-Sterne-Superior Travel Charme Strandhotel Bansin liegt direkt am Strand des beliebten Bade...

nd-Leserin Anke Diethe, Magdeburg

Alles begann mit einer Kamera

Unsere Freundschaft mit Lan in Haiphong begann vor genau 61 Jahren. In unsere Stadt war eine Delegation aus Vietnam gekommen, und meine Mutter übergab dem Leiter einen Fotoapparat für ein Mädchen, genauso alt wie ich.

ndPlusHeidi Diehl

Martina Rellin und Olaf Koppe lesen

Wir freuen uns besonders darüber, dass wir für den 14. nd-Lesergeschichten-Wettbewerb Martina Rellin als Vorleserin gewinnen konnten. Denn wenn jemand nachfühlen kann, wie schwer richtige Worte zu finden sind, dann sie.