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UNTEN LINKS

Was ist Glück? Den Hundehaufen zu verfehlen, der mitten im Weg liegt, kann bei nachlassender Sehkraft schon Glück bedeuten. Jüngeren Menschen unterstellt man eher, dass sie nach Besitz streben, einem Hund vielleicht. Oder noch besser: Auto. Haus. Kinder, die den Hund Gassi führen. Und Gott natürlich, der Sicherheit gibt, dass alles goldrichtig ist, was man tut - egal, was man tut. Glück ist, der M...

Weniger Ossis in Spitzenpositionen

Leipzig. Mehr als 25 Jahre nach dem Ende der DDR sind Ostdeutsche in Führungspositionen noch immer unterrepräsentiert. Das ergab eine Studie der Universität Leipzig im Auftrag des MDR, deren Ergebnisse am Dienstag veröffentlicht wurden. Demnach stammten nur etwa 20 Prozent der Führungskräfte in den neuen Bundesländern aus dem Osten. Das betreffe alle Bereiche. Der Untersuchung zufolge geht de...

Idomeni: Lager wird geräumt

Idomeni. Drei Monate lang war es das Sinnbild für Chaos und Flüchtlingselend in der EU - am Dienstag begann die Räumung des griechischen Lagers Idomeni an der Grenze zu Mazedonien. Rund 1000 der verbliebenen 8400 Menschen wurden bis zum Mittag in Auffanglager bei Thessaloniki gebracht, wie die Behörden mitteilten. Die Räumung verlief »ruhig«, so ein Regierungssprecher. Rund 2000 Flüchtlinge s...

Kredite für Athen nur mit dem IWF

Brüssel. Für die Sitzung der Euro-Finanzminister am Dienstagabend rechnete Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble mit einer Einigung über die Freigabe weiterer Kredite für Griechenland. »Wie wir es uns vor zwei Wochen vorgenommen haben, bin ich zuversichtlich, dass wir heute zu einem Abschluss kommen«, sagte Schäuble vor dem Treffen in Brüssel. Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem lobte die jüngste...

Sebastian Bähr

Verdrängte Verzweiflung

Die Räumung des Lagers von Idomeni ist im Kleinen der Ausdruck der gescheiterten Asylpolitik. Nicht nur für ein sichtlich überfordertes Griechenland, sondern für die gesamte Europäische Union.

Einkommen ohne Grund

Berlin. Genug Geld haben, ohne arbeiten zu müssen - das ist ein alter Menschheitstraum. Philosophen, Ökonomen und Politiker debattieren seit Jahr und Tag über Sinn und Unsinn eines bedingungslosen Grundeinkommens. »Verführt nur zu Faulheit«, heißt es aus der neoliberalen Ecke, »viel zu teuer« sagen die Haushaltsexperten. Für ein probates Mittel gegen gesellschaftliche Ungleichheit und Ausgrenzung ...

ndPlusUwe Kalbe

Rente mit 69, 70, 72 ...

Das Thema Rente erobert wieder mal die öffentliche Debatte. Grund dafür ist die Erkenntnis, dass die vor rund zehn Jahren erfolgte Rentenreform die schöngerechneten Erwartungen nicht erfüllt.

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Ungeliebte Hilfsbataillone

Ist die AfD eine christliche Partei? Aber ja doch - und noch mehr: die wahre christliche Partei! Wer in sozialen Medien etwa den Auftritt der »Christen in der AfD« verfolgt, stößt immer wieder auf diese Selbstverortung. Wie man den »Altparteien« vorhält, die Werte unserer Gesellschaft preiszugeben, werfen AfD-Christen den großen Kirchen vor, die Lehre Jesu zu verraten: Sie hätten längst zu viel Ve...

ndPlusMax Zeising, Leipzig

Kirchenkollekte bei Atheisten

In Leipzig beginnt an diesem Mittwoch der 100. Katholikentag. In der Stadt mit kaum fünf Prozent Katholiken gab es Kritik: das Treffen verschlinge zu viel Geld. Doch hat es auch interessante Seiten.

Velten Schäfer

Der Beton weicht auf

Papst Franziskus macht Reform-Katholiken viel Hoffnung – doch 
konkrete Fortschritte sind noch rar. Vielleicht auch deshalb schlägt dem 100. Katholikentag in Leipzig nicht nur helle Begeisterung entgegen.

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Idee wird weltweit debattiert

Das Grundeinkommen beschäftigt nicht nur in der Schweiz die Gemüter, auch in anderen Ländern wird heftig über die Idee einer Mindestsicherung für alle diskutiert. In einigen ärmeren Ländern gab oder gibt es bereits Experimente auf kleiner Fläche - etwa im namibischen Dorf Otjivero-Omitara oder in einigen Regionen Indiens. Finnland plant ab 2017 einen zweijährigen Feldversuch mit rund 10 000 Hausha...

Viele Linke jammern nur

Am 5. Juni wird in der Schweiz als erstem Land der Welt über ein bedingungsloses Grundeinkommen abgestimmt. Oswald Sigg war Vizekanzler und baute die Initiative für ein Grundeinkommen mit auf.

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ndPlusSilvia Ottow

Geld! Geld! Geld!

Schaut man in diesen Tagen auf die Gesundheitsthemen, so ist auffällig: Es geht überall ums liebe Geld. Vor wenigen Stunden lief ein Ultimatum an die Kassenärztliche Bundesvereinigung aus, ihre exorbitant hohen Zahlungen an Ex-Chef Andreas Köhler zurückzufordern, der neben höchst auskömmlichen Ruhestandsbezügen monatliche Wohnzuschüsse von 1900 Euro bekommen haben soll. Zudem sollen Unterhaltszahl...

Fabian Lambeck

Sozialpolitische Kassandrarufe

Viele Bundesbürger erliegen der Illusion, der konjunkturelle Aufschwung hole jene aus der Armut, auf deren Schicksal der Paritätische regelmäßig aufmerksam macht. Dabei profitieren die unteren Einkommensgruppen kaum.

Roland Etzel

Der Weisheit übelster Schluss

Hilfe beim Wiederaufbau von Libyens Küstenwache - es ist immer wieder atemberaubend, wie positiv-unschuldig man einen Sachverhalt darstellen kann, der nichts weniger ist als eine politische Lumperei. Wenn die EU-Außenminister mit Unschuldsmiene von der Verlängerung ihrer Marinemission »Sophia« vor Libyens Küste reden, wie am Montag beschlossen, so möchten sie vor allem darüber hinwegtäuschen, dass...

Oliver Kern

Doch unsauber

Es gibt Dinge, die selbst Korruptionsexpertinnen nicht erkennen. Sylvia Schenk, für den Sport verantwortliches Vorstandsmitglied von Transparency International, hatte im Dezember 2015 auf eine nd-Frage nach den vielen Verhaftungen rund um den Fußballweltverband geantwortet: »Es gibt in der FIFA-Administration einige, die Gutes leisten. Der stellvertretende Generalsekretär Markus Kattner hat den Ap...

Erhard Crome

Spannungspolitik gegen Russland

Der Ost-West-Konflikt ist 1989 zu Ende gegangen. Die sowjetische Führung unter Michail Gorbatschow ging damals davon aus, dass die systemische Differenz die eigentliche Ursache von Spannungen und Kriegsgefahr gewesen sei. Die Charta von Paris für ein neues Europa als Erklärung der Staats- und Regierungschefs der KSZE-Staaten von 1990 wurde in diesem Sinne als Dokument der Beendigung des Kalten Kri...

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Hand in Hand für Solidarität

Berlin. Ein breites Bündnis von Nichtregierungsorganisationen veranstaltet am 18. und 19. Juni in fünf deutschen Städten Menschenketten der Solidarität. Die Aktionen finden unter dem Motto »Hand in Hand gegen Rassismus - für Menschenrechte und Vielfalt« statt und starten am 18. Juni in Bochum. Am 19. Juni sollen sich in Berlin, Hamburg, Leipzig und München vier weitere kilometerlange Menschenkette...

Neustadt wehrte sich gegen Pegida

Allein die Drohungen reichten, um Dresden am Montag in Angst und Schrecken zu versetzen. Vor der Pegida-Demonstration, die erstmals in der Dresdner Neustadt stattfand, kündigten verschiedene Hooligan-Gruppierungen an, die »Patriotischen Europäer« zu unterstützen - und illustrierten ihre Bereitschaft zur »Verteidigung des Abendlandes« mit Bildern brennender Häuser und Straßenzüge. »Gemeinsam mit Pe...

ndPlusAert van Riel

Alternativweg zur Asylrechtsverschärfung

Es ist unsicher, ob die Länderkammer die Bedingungen für Flüchtlinge aus Nordafrika verschärfen wird. Nun hat der grüne Regierungschef Winfried Kretschmann einen neuen Vorschlag gemacht. Dieser ist kaum besser.

ndPlusJosephine Schulz

Desintegration per Gesetz

Das Kabinett beschließt den Entwurf zum Integrationsgesetz. Verbände bezweifeln die Wirksamkeit und kritisieren Sanktionen

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Streit um Honorare dominiert Ärztetag

Der Ärztepräsident räumt eine Vertrauenskrise ein - der Gesundheitsminister ermahnt die Mediziner. Auf offener Bühne trägt die Ärzteschaft Streit um eine Reform ihrer Honorare aus.

Fabian Lambeck

Armut in der Konjunktur

Langzeitarbeitslosigkeit, Kinderarmut, niedrige Renten: Der Paritätische Gesamtverband kritisiert, dass drängende Probleme trotz guter Konjunktur nicht angegangen werden.

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Glanzloser Gipfel

Zwei Tage lang sprachen Vertreter von Staaten, Organisationen und Unternehmen in Istanbul über Mängel bei der Nothilfe. Appelle waren viele zu hören. Aber wird sich wirklich etwas ändern?

ndPlusThomas Roser, Belgrad

Räumung »friedlich und ruhig«

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit begann am Dienstag die lang angedrohte Räumung des Flüchtlingslagers im griechischen Idomeni. Medienvertretern und Helfern wurde der Zugang verwehrt.

Hannes Hofbauer, Wien

Ein Riss geht durch die Republik

Die rechte FPÖ sieht sich nach der Bundespräsidentenwahl im Aufwind - trotzdem ihr Kandidat Hofer verlor. Das knappe Scheitern verdeutlicht die Spaltung im Land.

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Obama mahnt Menschenrechte in Vietnam an

Hanoi. US-Präsident Barack Obama hat die Führung Vietnams zu einer verstärkten Beachtung der Menschenrechte aufgerufen. Die Einhaltung von Menschenrechten sei »keine Bedrohung der Stabilität«, sagte Obama am Dienstag bei einer Rede in Hanoi, der auch führende Vertreter der regierenden Kommunistischen Partei beiwohnten. Die Führung in Vietnam lässt Proteste unterbinden, Dissidenten werden inhaftier...

Zoff an Zapfsäulen

Paris. Angesichts von Benzin- und Dieselknappheit an zahlreichen Tankstellen hat die französische Regierung eine harte Linie gegen Blockierer von Treibstoffdepots angekündigt. Französische Polizisten räumten am Dienstag die Blockade einer Raffinerie und eines Kraftstofflagers in der Nähe von Marseille. Premierminister Manuel Valls warf der Gewerkschaft CGT vor, in ihrem Protest gegen die Arbe...

ndPlusEmran Feroz

Präsidentenamt ohne Grenzen

Präsident Emomali Rahmon (63) hat sich in Tadschikistan nach rund 25 Jahren Amtszeit per Referendum einen unbegrenzten Verbleib an der Macht gesichert. Die Wahlbeteiligung am Referendum lag laut Behörden bei 92 Prozent.

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Versteigerung: 300 Mieter betroffen

Ein ganzer Neuköllner Häuserblock wird ab 13. Juni portionsweise zwangsversteigert. Insgesamt 14 Häuser in der Framstraße, Nansenstraße und Pannierstraße, die bisher einer Erbengemeinschaft gehörten, sollen einer Teilungsversteigerung anheim fallen. Drei weitere Häuser in der Pflügerstraße sollen unter Umständen auch versteigert werden. Etwa 300 Mieter, die teilweise 40 oder 50 Jahre dort leben, w...

ndPlusAndreas Fritsche

Real nur sechs Euro die Stunde

Um sich um Tarif- und Mindestlöhne herumzudrücken, haben Unternehmen eine Menge fieser Tricks auf Lager. Die bekannteste Masche: Ein Zimmermädchen im Hotel oder eine Putzfrau im Krankenhaus soll innerhalb von beispielsweise vier Stunden soundsoviele Betten frisch beziehen, dann kommt sie auf einen Stundenlohn von 8,50 Euro. Es weiß aber jeder, dass dies in weniger als sechs oder sieben Stunden nie...

Elsa Koester

Sorge um Besorgte in Altglienicke

Zum zweiten Mal haben Anwohner gegen eine geplante Unterkunft protestiert - und besorgte Antifaschisten gegen den Protest.

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Berliner Wasserwirtschaft

Berlin fördert sein Trinkwasser sozusagen aus eigenem Anbau, was für eine Metropole dieser Größerordnung etwas Besonderes ist. Rund 60 Prozent des Berliner Trinkwassers wird aus dem Uferfiltrat von Spree und Havel gewonnen. Das heißt, das Wasser aus den beiden Flüssen versickert in einem Prozess monatelanger natürlicher Reinigung zu Grundwasser. Dieses saubere Grundwasser wird wiederum über 800 Br...

Sturm tobte über Hauptstadtregion

Ein Gewitter hat am Montagabend Teile Berlins und Brandenburgs mit Starkregen und heftigen Windböen heimgesucht. Auf dem Messegelände in Selchow (Dahme-Spreewald), wo nächste Woche die Luftfahrtschau ILA stattfindet, schleuderte der Sturm große Äste auf die Eingangspavillons (im Bild). Die Schäden blieben wie überall überschaubar. Vereinzelt stürzten Bäume um und es liefen Keller voll. Verletzte w...

ndPlusTomas Morgenstern

Polizei stoppt Stellen- und Wachenabbau

Die Kriminalität, vor allem politisch motivierte Gewalt, nimmt zu. Zudem muss Brandenburg viele Flüchtlinge integrieren. Für diese Herausforderungen muss auch die Polizei gewappnet sein.

ndPlusMartin Kröger

Wasser wird ständig kontrolliert

Um die Qualität zu sichern, untersucht ein Labor das Berliner Wasser jeden Tag an verschiedenen Stellen auf chemische, biologische und physikalische Verunreinigungen.

ndPlusEllen Wesemüller

Applaus ist nicht das Brot des Künstlers

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di will einen Tarifvertrag für Honorarkräfte sowie mehr Festangestellte an Musikschulen. Lehrer klagen, um Honorartätigkeiten auf ihre Festanstellung anzurechnen.

Jeanette Bederke

Neues von der Brandenburger Milch- und Käsestraße

Auf ihrem Hof in Quappendorf halten Amelie und Franziska Wetzlar 60 Milchschafe. Deren Milch verarbeiten sie selbst ökologisch zu Käse, Quark und Joghurt weiter. Vom Verkauf können sie leben.

ndPlusAndreas Fritsche
und Wilfried Neiße

Neun Euro Mindestlohn

Die LINKE möchte einen Mindestlohn von zehn Euro und rückt in Brandenburg jetzt noch einmal näher an dieses Fernziel heran.

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Geister-Räder am Straßenrand

München. »Radfahrer - 82 Jahre - 12. Juni 2014« steht auf diesem weißen Fahrrad, das in München (Bayern) an einer Straßenkreuzung an einen Laternenpfahl gekettet ist. Mit fünf weißen Fahrrädern erinnert der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in der Stadt an Radfahrer, die bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen sind. »Wir wollen erreichen, dass die Rahmenbedingungen für Fahrradfahrer verbesse...

Krisenjahr für Thüringens Bauern

Erfurt. Thüringens Landwirtschaft steht nach Einschätzung des Bauernverbandes vor dem wirtschaftlich schwierigsten Jahr seit der Wiedervereinigung. »Hohe Einnahmeverluste zeichnen sich ab. Es geht an die Substanz vieler Betriebe«, sagte der Vize-Geschäftsführer des Bauernverbandes, Walter Pfeiffer, am Dienstag in Erfurt. Grund seien der Preisverfall bei Milch sowie bei Schweinefleisch. »Es ist der...

Volker Stahl, Hamburg

»Jährlich 20 Millionen verschenkt«

Der Mieterverein zu Hamburg hat in einer Dokumentation 13 beispielhafte Fälle auflistet, die zeigen, mit welcher Dreistigkeit manche Vermieter Leistungsempfänger schröpfen. Eine kleine Auswahl: Der Vermieter einer Wohnung am Kampmoor (Billstedt) hat von seinem Mieter die Erstattung der Verwaltungskosten verlangt. Doch die müssen vom Mieter generell nicht gezahlt werden - er spart 374,84 Euro. Auch...

ndPlusFrank Pfaff, Rostock

Kontakte in schwierigen Zeiten

Grundsatzdebatten, wie beim ersten Russlandtag in Rostock 2014, gibt es dieses Mal nicht. Doch das Anliegen ist das gleiche: Wirtschaft und Landespolitiker wollen die Verbindungen nicht abreißen lassen.

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Kirche sucht Spenden für Kunstauktion

Die evangelische Landeskirche sucht Spenden für die 21. Kunstauktion zugunsten von Migranten- und Flüchtlingsprojekten. Die gespendeten Gemälde, Grafiken, Fotografien oder Plastiken können bis 19. August im Büro der kirchlichen Beauftragten für Migration und Integration der Landeskirche abgegeben werden, teilte die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz mit. Die diesjä...

DB-Pläne für Bayern scharf kritisiert

Nürnberg. Die Bahn-Gewerkschaft EVG und der Bund Naturschutz (BN) haben die Kürzungs-Pläne der Bahn in ihrer Gütersparte heftig kritisiert. Die Bahntochter DB Cargo wolle spätestens im nächsten Jahr 32 der rund 210 Verladestationen in Bayern schließen, teilten EVG und BN am Dienstag in Nürnberg mit. Damit ziehe sich das Unternehmen aus vielen strukturschwachen Regionen komplett zurück. Mindestens ...

Großwerden im Exil

Die Akademie der Künste widmet sich in einem neuen Programm den Flucht- und Exilerfahrungen von Kindern. Im Mittelpunkt steht vom 16. Juni an eine Dokumentationsausstellung »Kinder im Exil«, in der die bislang wenig beachtete Perspektive der Töchter und Söhne von Künstlern wie Walter Benjamin, Bertolt Brecht und Helene Weigel, George Grosz, Anna Seghers und anderen gezeigt wird, wie die Akademie a...

Kampf der Götter und Giganten in 3D

Der Kampf zwischen Göttern und Giganten, so ist es im Rahmen des Masterplanes Museumsinsel verabredet worden, geht bis 2019 in die Halbzeitpause. Seit nunmehr anderthalb Jahren ist der Saal mit dem Pergamonaltar auf der Museumsinsel geschlossen. Eines der Highlights der Berliner Museumslandschaft unzugänglich. Ob man nun den Göttern oder den Giganten dafür danken muss, dass es die Digitalisierungs...

Schiff soll Kindern Kultur vermitteln

Vom Kakadu bis zum präparierten Krokodil, von der Totenkopfpfeife bis zum antiken Optikerkasten - ein »Wunderkammerschiff« soll Kindern in Berlin und Brandenburg Lust auf Kultur machen. Die umgebaute MS John Franklin schippert in den kommenden drei Jahren durch die Region und lädt Grundschulklassen zum kostenlosen Besuch ein. Die Stiftung des Kunstsammlers und Wella-Erben Thomas Olbricht stellte d...

ndPlusHansdieter Grünfeld

Abschied mit Musik

Am 6. Mai verstarb der Posaunist Hannes - oder Johannes - Bauer. Geboren 1954, gehört er zu der ostdeutschen Jazzfamilie Bauer, zu der ebenso die Brüder Conny und Matthias, sowie Pianist und Moderator Louis Rastig, ein Sohn Conny Bauers, zählen. Genau wie seine Brüder verschrieb sich Hannes noch zu DDR-Zeiten der Improvisationsmusik und dem freien Jazz. Deutschlandbekannt wurde er als Mitwirkender...

Hans-Gerd Öfinger

Frankfurts SPD darf wieder mitspielen

Zweieinhalb Monate nach den hessischen Kommunalwahlen haben sich die Spitzen von CDU, SPD und Grünen in der Bankenmetropole Frankfurt am Main auf einen Koalitionsvertrag als Grundlage einer Stadtregierung für die kommenden fünf Jahre geeinigt. Zu den Schwerpunkten in dem 69-Seiten-Papier, das nun den Parteigremien zur Abstimmung vorliegt, gehören Wohnungsbau, Bildung und Verkehrsfragen. So beschlo...

»Relativiertes Misstrauen«

Wie wird die Zukunft der Elbe aussehen? 130 Vertreter von Behörden, Umweltverbänden, Kirchen und Bürgerinitiativen sowie aus Wirtschaft und Politik sprachen darüber in Magdeburg.

Dirk Teschner

Ein Kunstforum soll der Buga weichen

Das »Forum Konkrete Kunst« gibt es seit 1993 in der Erfurter Peterskirche, jetzt soll es geschlossen werden. Werden andere folgen? Die Stadt hat auch in diesem Jahr noch keinen Haushalt verabschiedet.

ndPlusAndreas Fritsche

Gefängnis macht es nur schlimmer

Geldstrafen ersatzweise absitzen zu lassen, das halten Experten und die LINKE für ungerecht und falsch. Diese Praxis sollte aufhören. Stattdessen könnte es gemeinnützige Arbeit oder Hausarrest geben.

ndPlusAnita Wünschmann

Metropolenrauschen

Nicht die Hüte fliegen durch die Lüfte, sondern Bürosofas. Seit Jakob von Hoddis lyrischem »Weltende« (1911) erscheint es nicht wesentlich übersichtlicher geworden zu sein. Irrwitz und Katastrophen finden vor aller Augen statt, auch wenn es sich zumindest im Westen kaum hedonistischer leben ließe. Von dieser These aus lässt sich das vielgestaltige Werk aus Installationen, Skulpturen, Fotografien, ...

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Neuer Kantor für Thomaner

Gotthold Schwarz soll neuer Thomaskantor in Leipzig werden. Das gab Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) bekannt. Schwarz hat den weltberühmten Thomanerchor bereits seit 2015 kommissarisch geleitet. Die Personalentscheidung ist eine Überraschung. Denn damit setzte sich keiner der vier Probekandidaten durch, die eine eigens eingesetzte Findungskommission in einem aufwendigen und langwieri...

ndPlusStefan Amzoll

Der Pegel der Angst steigt

Scharfsinnig und überschäumend im Gebrauch der theatralen Mittel. Die Cottbuser Hamlet-Inszenierung 
enthüllt ein System, worin jeder gegen jeden steht, niemand vor dem anderen sicher ist und die Furcht um sich greift.

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Namibia in der DDR

Mehr als 400 Kinder aus Namibia wurden zwischen 1979 und 1990 in der DDR erzogen. Nach den Umbrüchen 1990 in beiden Ländern kamen sie völlig unvorbereitet zurück in ihre Heimat. Das Theater Osnabrück bringt ihr Schicksal am Freitag mit »Oshi-Deutsch« in einem Dokumentarstück auf die Bühne. Das Theater Osnabrück engagierte Regisseur Gernot Grünewald, ein Stück zu entwickeln. Während Grünewald ...

Reiner Oschmann

Ich, William Hager

Wie problemnah der Film des diesjährigen Gewinners von Cannes, Ken Loach (79), ist und wie sehr die »Goldene Palme« für Loachs Alterswerk und Sozialdrama »I, Daniel Blake« nicht nur künstlerischer Auszeichnung, sondern einer Würdigung tragischer Lebensnähe gleichkommt, widerspiegelt eine Meldung aus Florida. Sie lief wenige Stunden vor der Preisverleihung in Cannes, war gar nicht fiktiv und hätte ...

ndPlusMonika Melchert

Arm an Geld, doch reich an Töchtern

Weshalb müssen Menschen so schlecht sein, wenn sie gut sein könnten? Diese Frage stellt sich Tewje sein arbeitsreiches Leben lang. Und doch, sagt er sich immer wieder, muss ein Jude Gottvertrauen haben, sonst wäre er schon längst verzweifelt. Wann immer ein Malheur geschieht, Tewje entwischt ihm nicht. Er sagt zu seinem Gott: Was habe ich denn getan, dass du »mich nie leer ausgehen lässt, wenn es ...

Comedy ist Schmerz und Wahrheit

In »Ich wünsch dir ein glückliches Leben« erzählen Sie von Ihrer Mutter, die zwei Konzentrationslager überlebte, nach dem Krieg in ein französisches Gefängnis kam und starb, als Sie neun waren. Auf ihrem Sterbebett gab sie Ihnen den Auftrag, glücklich zu werden. Hat das geklappt? Ja, nach vielen leidvollen Jahren. Ihre Wärterin holte meine Mutter aus dem Gefängnis, nahm sie und mich auf, aber...

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325 Stunden live im Fernsehen

ARD und ZDF werden von den Olympischen Spielen in diesem Jahr so viel berichten wie nie zuvor. Rund 325 Stunden live senden die beiden TV-Sender aus Rio de Janeiro. Das kündigten sie am Dienstag in Hamburg an. Vor vier Jahren umfasste die klassische Fernsehberichterstattung aus London etwa 260 Stunden.Mit sechs parallelen Livestreams auf den Online-Seiten bieten das Erste und das Zweite zudem ein ...

Drei weitere Jahre

Die ARD will den Serien-Dauerbrenner »Lindenstraße« für weitere drei Jahre fortsetzen. Das Thema werde in Kürze in den WDR-Aufsichtsgremien beraten, sagte eine WDR-Sprecherin am Dienstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die seit mehr als 30 Jahren laufende Serie ist eine ARD-Gemeinschaftsproduktion unter Federführung des WDR. Der NDR-Rundfunkrat hatte bereits am Freitag einer Verlängerung für...

Christin Odoj

Leben mit der Lebenslüge

Diese Serie dreht sich um eine Familie am Abgrund. Nicht um Bindungen, die trotz Rückschlägen am Ende alles bedeuten, nicht um irgendwie chaotische, aber liebenswürdige Geschwister und ihre sympathischen Eltern, die beim Abendessen herrlich spritzige Dialoge führen und dabei allesamt quer über den Tisch nach dem Essen grabbeln. Im Zentrum der Netflix-Serie »Bloodline«, deren erste Staffel bereits ...

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Klagen gegen Großbanken zulässig

New York. Im Libor-Skandal um manipulierte Zinssätze droht den 16 beteiligten Großbanken weiterer Ärger. Ein New Yorker Berufungsgericht befand am Montag Kartellrechtsklagen von Investoren für zulässig und überstimmte damit eine Entscheidung aus der vorherigen Instanz. Es geht um Schadenersatzforderungen von Investoren - darunter US-Gemeinden und -Städte - in Milliardenhöhe. Die Kläger werfen...

Irina Wolkowa, Moskau

Kaspersky-Ableger macht auf Spion

Der russische IT-Konzern bastelt an einer Software, mit der Chefs ihre Angestellten belauschen könnten. Doch womöglich scheitert das Projekt an der Verfassung.

Silvia Ottow

Staatsanwälte schauen weg

Einen 8-Punkte-Plan gegen Betrügereien in der Pflege stellte die gemeinnützige Stiftung Patientenschutz in Berlin vor. Damit sollen Milliardenverluste und schlechte Betreuung verhindert werden.

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Peru ruft den Notstand aus

Lima. Perus Regierung hat in der Amazonasregion Madre de Dios den Notstand ausgerufen. Bei Anwohnern seien erhöhte Quecksilberkonzentrationen nachgewiesen worden, 41 Prozent der regionalen Bevölkerung seien betroffen. Das sagte Umweltminister Manuel Pulgar-Vidal. Die Verschmutzung gehe auf ungenehmigten Bergbau zurück. In der Grenzregion zu Brasilien und Bolivien gibt es viele illegale Goldminen. ...

ndPlusHaidy Damm

Vom Gemeingut zur Ware

Ob auf dem Acker oder am Stadtbalkon - überall sprießt die Saat aus dem Boden. Doch wer kontrolliert eigentlich das Saatgut? Konzerne wie Monsanto wollen ein Monopol.

ndPlusPeter Stäuber, London

Fracking erhitzt britische Gemüter

Die nordenglische Gemeinde North Yorkshire hat eine Lizenz zum Fracking vergeben. Der Entscheid hat die Debatte um die Methode zur Gasgewinnung wieder aufflammen lassen.

Ulrike Henning

Krankenversicherungen aufs Börsenparkett

Die Niedrigzinsphase bringt die Versicherer in Probleme, weil sie für ihre sicheren Anlagen nur noch wenig Geld bekommen. Jetzt wollen auch die gesetzlichen Krankenkassen mit Aktien spekulieren.

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IN BEWEGUNG

Mit ihrem elefantösen Transparent mit der Aufschrift: »Was würdest Du arbeiten, wenn für dein Einkommen gesorgt wäre?«, hat die Schweizer Volksinitiative »Für ein bedingungsloses Grundeinkommen« am 18. Mai den Rekord für das größte Plakat der Welt geschlagen. Das Transparent ist rund 8000 Quadratmeter groß und überlappt damit ein Fußballfeld. Dies teilte die Marke Guinness auf ihrer Webseite mit. ...

Der 17.Mai

»IDAHOT« lautet das englische Kürzel für den internationalen Tag gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie. Seit 2005 wird dieser Aktionstag am 17. Mai von Homosexuellen und später auch von Trans- und Bisexuellen begangen. Durch mediale Präsenz und Lobbyarbeit soll auf die Diskriminierung und Verfolgung von Menschen hingewiesen werden, die in ihrer sexuellen Orientierung oder in ihrer Geschlechts...

Folge 121: FLTI*

FLTI* ist eine aktuelle Selbstbeschreibung der gegen Unterdrückung kämpfenden Geschlechter. Also Frauen. Und Frauen, die mit Frauen schlafen: Lesben. Und dann noch die Frauen, die keine Vagina haben - plus die Männer mit Vagina. Transgender eben. Und dann noch die, die sich zwischen den Geschlechtern verorten: Intersexuelle. Und die Sternchen*. Das sind Proletarierinnen, Frauen diverser Hautfarben...

ndPlusMax Zeising

SPD adelt »zivilen Ungehorsam«

Sozialdemokraten verliehen dem Aktionsnetzwerk »Leipzig nimmt Platz« den Gustav-Heinemann-Bürgerpreis. Damit erkennt das Kuratorium Sitzblockaden als legitimes Mittel gegen Rassisten an.

Knut Henkel

Harter Kampf unter dem Regenbogen

Die Regenbogencommunity ist in Honduras seit dem Putsch 2009 als soziale Bewegung deutlich sichtbarer geworden. Doch seitdem nahmen Anfeindungen, Vergewaltigungen und Morde an Aktivisten zu.

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ndPlusChristoph Ruf, Nürnberg

Ein Spiel für den Kardiologen

Nach dem Klassenerhalt in Nürnberg zeigt sich Frankfurts Klubboss Heribert Bruchhagen ungewohnt emotional, während Retter Niko Kovac die Abschaffung der Relegation fordert.

Jirka Grahl

16 Neue für die Ruhmeshalle des deutschen Sports

16 Stars aus den 1970er und 1980er Jahren werden in diesem Jahr in die »Hall of Fame des deutschen Sports« aufgenommen. Nur drei DDR-Sportler aus dieser Ära haben es in die Ruhmeshalle geschafft.

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Barbara Barkhausen, Sydney

Am Ende siegt die dicke Frau

Eine feministische Gruppe warb mit einem Foto des Plus-Size-Models Tess Holliday auf Facebook. Doch das soziale Netzwerk löschte das Foto, wegen Verstoßes gegen seine Gesundheits- und Fitnessregeln.

ndPlusChristina Horsten, New York

Pockenviren in Atlanta und Nowosibirsk

1996 beschloss die WHO, dass alle Pockenviren bis 1999 vernichtet werden sollen. Doch in Labors in den USA werden sie noch immer gelagert. Eine endgültige Vernichtung ist nicht in Sicht.

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Autowäsche im Freien erlaubt oder verboten?

Die wärmere Jahreszeit ist wieder verlockend, so dass sich viele Autobesitzer die Frage stellen: Ist die Autowäsche im Freien erlaubt oder verboten? Es ist wohl mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit verboten.

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Gesundheitskurse

Gesetzliche Krankenkassen dürfen bis zu zwei Gesundheitskurse im Jahr bezahlen oder fördern. Viele Krankenkassen veranstalten die Kurse - ob Pilates, Yoga, Rücken- oder Aquagymnastik - selbst. Ihre Mitglieder dürfen daran in der Regel kostenfrei teilnehmen. Für Kurse, die die Krankenkassen nicht selbst ausrichten, kann man einen Zuschuss bis zu 80 Prozent der Kursgebühr erhalten. Allerdings hat je...

Anspruch auf Extraleistungen?

Eine private Krankenversicherung (PKV) darf beim Tarifwechsel Extraleistungen ausschließen oder einen Risikozuschlag verlangen.

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Lohnnachzahlungen und Steuerschäden

Kettenbefristungen sind rechtlich umstritten, weil die Grenze zum Missbrauch nicht ganz klar ist. Stellt aber ein Gericht einen Missbrauch fest, kann es für den Arbeitgeber teuer werden.

Teilzeitbeschäftigung und Leiharbeit nehmen zu

Nach einer Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in Köln ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Vollzeit im Jahr 2015 deutlich gewachsen. Noch stärker hat allerdings die atypische Beschäftigung zugenommen. Der Anteil von Teilzeitstellen, Leiharbeit und Minijobs an der Gesamtbeschäftigung ist er...

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Richtig Mulchen - Unkraut ade

Mulchen bedeutet, den Boden zu schützen. Nicht nur Stroh- und Rindenmulch eignen sich, sondern auch Grasschnitt, Laub, Folien, Steine und sogar Abfälle wie Asche und Karton. Mulchen hält den Boden feucht, unterdrückt Unkräuter, schützt vor Krankheiten und Schädlingen und fördert nützliche Bodenlebewesen. Während manche Gemüsekulturen nur wenige Monate gemulcht werden, bevorzugen Rosen und Erdbeere...

Schutz und Pflege

Holz ist ein geschätzter Werkstoff in der Gartengestaltung. Doch nicht alle Arten sind witterungsbeständig und für Außen geeignet.

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Schwiegereltern bekommen Geld vom Ex-Schwiegersohn zurück

Lassen sich Eheleute scheiden, können die Schwiegereltern eines der Partner Schenkungen teilweise zurückverlangen, die das Schwiegerkind erhalten hat. Die Wüstenrot Bausparkasse (W&W) verweist in diesem Zusammenhang auf eine aktuelle Entscheidung des Oberlandesgerichts Bremen (Az. 4 UF 52/15). Ein Ehepaar hatte gemeinsam ein Haus gekauft und dafür verschiedene Darlehen aufgenommen. Als es zu finan...

Zwei Monate mehr Zeit, aber neue Verspätungszuschläge

Mit dem 1. Januar 2017 werden Neuregelungen hinsichtlich der jährlichen Steuererklärung in Kraft treten. Danach erhalten Steuerpflichtige zwei Monate mehr Zeit für die Abgabe. Säumigen geht es konserquenter an den Kragen.

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ndPlusRoland Franz

Was ist zulässig und was nicht?

Es gibt verschiedene Meinungen darüber, ob ein Bankkunde Bankgebühren zu zahlen hat. Wenn Kreditinstitute ihren Kunden Gebühren berechnen, kommt es oft zu Streit. Welche Entgelte im Bereich Girokonto Banken verlangen dürfen und welche Gebühren unzulässig sind, ist im Folgenden aufgelistet.

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