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Unten Links

Letztes Jahr hat die Polizei in Deutschland 363 000 Autofahrer erwischt, die unterwegs mit dem Handy am Ohr telefonierten. Sowas ist gefährlich, ein schlechtes Vorbild für Kinder und außerdem verboten. In den meisten Bundesländern sank die Zahl der Telefonrowdys schon wieder, in Mecklenburg-Vorpommern aber stieg sie noch - ein Phänomen, auf das bereits Bismarck aufmerksam machte, obwohl man zu sei...

Proteste in Paris nun doch erlaubt

Berlin. Nach einem zunächst angekündigten Verbot dürfen französische Gewerkschaften nun doch am Donnerstag in Paris gegen die umstrittene Arbeitsmarktreform der sozialdemokratischen Regierung demonstrieren. Dies kündigten die Gewerkschaftsverbände CGT und Force Ouvrière nach Gesprächen im Innenministerium an. Am Morgen hatte die Pariser Polizei noch angekündigt, die Demonstration zu verbieten...

Lammert ruft zu Versöhnung auf

Berlin. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hat zum 75. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion zu Versöhnung und friedlicher Konfliktlösung in Europa aufgerufen. Trotz der unterschiedlichen traumatischen Kriegserinnerungen sollten gemeinsam Lehren aus der Gewaltgeschichte gezogen werden, sagte Lammert am Mittwoch in Berlin bei einer Veranstaltung im Deutschen Historischen Muse...

Merkel irritiert mit Rüstungsappell

Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mit einer Forderung nach deutlicher Erhöhung der Militärausgaben für Irritationen beim Koalitionspartner SPD gesorgt. Das sei eine Position, »die sehr überraschend in den Raum gestellt wurde«, sagte SPD-Parlamentsgeschäftsführerin Christine Lambrecht am Mittwoch in Berlin. Zwar müsse die Bundeswehr die nötigen Mittel für ihre Aufgaben erhalten. Sie könne a...

René Heilig

Teurer Wahnwitz

Deutschland müsse die Verteidigungsausgaben erheblich erhöhen, denn die EU sei nicht in der Lage, sich gegen die Bedrohungen von außen zu verteidigen. Wer hinter diesem Gedanken der Kanzlerin einen Hinweis auf eine ernstzunehmende Bedrohung oder gar eine friedensfördernde Logik sucht, wird nichts finden. Verständlicher wird Merkels verbale Aufrüstung, wenn man sich an Obamas Hannover-Besuch e...

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Mitglied mit Rabatt

1960: Als Gegengewicht zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft wird auf Initiative Londons die Europäische Freihandelszone (EFTA) gegründet, die keine politische Integration anstrebt. 1963: Der französische Präsident Charles de Gaulle legt sein Veto gegen eine Mitgliedschaft der Briten in der EWG ein. 1973 tritt Großbritannien schließlich doch bei. 1975: Erst nachdem Premier Harold...

Ian King, London

Cameron - mehr Feigling als Glücksspieler

Immer neue Zugeständnisse wollte Englands Premier der EU abringen, um sich die Gunst der rechten Tories und von UKIP-Anhängern zu sichern. Jetzt steht die EU-Mitgliedschaft in Frage.

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Zahlen und Fakten

Die Briten stimmen darüber ab, ob ihr Land die EU verlassen oder in der Gemeinschaft bleiben soll. Wichtige Fakten zum Wahltag - und der Nacht danach:  Die Wahllokale sind am Donnerstag von 07.00 Uhr morgens bis 22.00 Uhr britischer Zeit geöffnet - also von 08.00 bis 23.00 Uhr MESZ. In Gibraltar schließen die Wahllokale wegen der Zeitverschiebung eine Stunde früher. Danach beginnt die Auszäh...

ndPlusHermannus Pfeiffer

Das Zittern der Steueroasen

Mit oder ohne Brexit beginnt nach dem Referendum eine Verhandlungsperiode zwischen der EU und Großbritannien, die mindestens zwei Jahre dauern wird. Dramatisch wäre das aber nicht.

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ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Parallelen

Die historische Parallele war absichtsvoll gezogen, der Zeitpunkt nicht zufällig gewählt. Zum 75. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion erklärte der russische Präsident, dass der Zweite Weltkrieg hätte vermieden werden können. Dazu hätte der Westen angesichts der faschistischen Bedrohung auf Vorschläge der Sowjetunion zu einer kollektiven Verteidigung reagieren müssen und nicht ver...

Haidy Damm

Wa(h)re Fluchtursachen

Die Europäische Investitionsbank (EIB) will in den kommenden Jahren sechs Milliarden Euro mehr ausgeben, um Fluchtursachen direkt vor Ort zu bekämpfen. Zusätzlich zur bisher vereinbarten Summe sind bis zu 15 Milliarden Euro geplant für Wasserversorgung, Schulen und Kliniken - in erster Linie in Jordanien, Libanon, den Maghreb-Staaten und Ägypten. Jenseits dessen, dass jeder Euro den Menschen ...

ndPlusSimon Poelchau

Verrückte Transparenz

Mit der Transparenz ist das so eine Sache. Eigentlich will ja VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch für Transparenz beim Abgasskandal sorgen. Das beteuert er zumindest immer, zuletzt auf der Aktionärshauptversammlung am Mittwoch in Hannover. Doch leider gibt es da noch die eine oder andere Auseinandersetzung mit US-Behörden, weshalb dem Manager zufolge die Transparenz in Form eines Zwischenberic...

ndPlusChristian Baron

Rollentausch

Am Anfang paarte sich Ungläubigkeit mit Verwirrung. Als die Künstlergruppe »Zentrum für politische Schönheit« (ZPS) am vergangenen Donnerstag im Berliner Maxim-Gorki-Theater ihre neue Aktion vorstellte, da wussten viele der Anwesenden nicht so recht, wie das nun zu bewerten ist: Vor dem Schauspielhaus steht eine »Arena« mit vier Tigern. Sollte die Bundesregierung die für kommenden Dienstag geplant...

Gabriele Zimmer

Ein neues Referendum kommt bestimmt

Anlässlich der Brexit-Abstimmung fordert Gabriele Zimmer, Vorsitzende der Linksfraktion im EU-Parlament, die Regierungen der Mitgliedsstaaten auf, "sich ins Zeug zu legen, um die Menschen von der EU zu überzeugen".

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Verdächtige Kinder

Das Alter zur Speicherung von Daten jugendlicher Terrorverdächtiger soll auf 14 herabgesenkt werden. Der Verfassungsschutz speichert bereits Daten von Kindern.

Fabian Lambeck

Erzwungenes Gedenken

Der Bundestag erinnerte am Mittwoch an den Überfall auf die Sowjetunion, allerdings musste die LINKE hier erst aktiv werden. Der Bundespräsident setzte derweil ganz eigene Zeichen.

ndPlusJörg Meyer

Mehr Tarifvertrag weniger Arbeit

Eine Lockerung der Arbeitszeitregelungen? Die Arbeitszeit soll zwar flexibilisiert werden, aber damit macht sich die Bundesarbeitsministerin keine Freunde. Außerdem braucht es mehr Tarifverträge.

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Moskau: Mit NATO erst später treffen

Moskau. Der NATO-Russland-Rat wird aus Moskauer Sicht erst nach dem Gipfeltreffen des westlichen Verteidigungsbündnisses am 8./9. Juli in der polnischen Hauptstadt Warschau zu seiner nächsten Sitzung zusammenkommen. Das sagten Quellen im russischen Außenministerium am Mittwoch in Moskau, wie die Agentur Interfax meldete. Der Generalsekretär des Nordatlantikpaktes, Jens Stoltenberg, hatte beim...

ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

Russland setzt auf gleiche Sicherheit für alle

Am 75. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion fordert Russlands Präsident den Westen zu gemeinsamem Handeln auf. Als »historische« Leistung würdigte Putin die Arbeit der Duma zur Integration der Krim.

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Park Chan-Kyong, Seoul

Höher als die ISS

Die nordkoreanische Führung hat sich erneut über ein Verbot der Vereinten Nationen hinweggesetzt und zwei Raketen zu Testzwecken abgeschossen.

ndPlusBengt Arvidsson, Stockholm

Keine Lust mehr auf Panama

Am Samstag wählt Island einen neuen Präsidenten. Olafur Ragnar Grimsson tritt wegen Verstrickung in die Panama-Affäre nicht mehr an. Von Gudni Jóhannesson erwarten die Isländer einen Neustart.

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Filzokratie als System

Berlin. Umweltverbände und kritische Aktionäre haben sich im Vorfeld der VW-Hauptversammlung gegen die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat des Wolfsburger Autobauers ausgesprochen. Diese seien »weit davon entfernt, den Aktionären und der Öffentlichkeit einen Neuanfang und eine glaubwürdige Aufarbeitung des Abgasskandals zu vermitteln«, erklärte der Geschäftsführer der Kritischen Aktionärinnen...

ndPlusHaidy Damm

»Made in Europe« ist oft nicht fair

Jeder Deutsche kauft im Durchschnitt jährlich 5,3 Paar Schuhe. Für viele Kunden steht »Made in Europe« dabei für gute Arbeitsbedingungen. Ein Irrtum, wie eine neue Studie zeigt.

Hermannus Pfeiffer

Wem gehören die Sparkassen?

Kritiker werfen den öffentlichen Kreditinstituten vor, viel zu wenig an ihre Eigentümer zu zahlen. Der Vorstand der Sparkasse Düsseldorf will gar nicht zahlen.

ndPlusStefan Uhlmann

VW-Manager sagen sorry

Bei der Hauptversammlung von VW gibt sich die Konzernspitze wegen der Abgasaffäre demütig. Viel befürchten muss sie dank der großen Anteilseigner nicht, diese signalisieren Unterstützung.

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Eric Breitinger

Gesteuerte Versorgung bringt Vorteile

Für Chronisch Kranke sind medizinische Versorgungszentren oder sogenannte Krankheits-Management-Programme der Krankenkassen eine große Hilfe, wie eine neue Studie zeigt.

ndPlusWalter Schmidt

Teure Sparsamkeit

Seit 2013 erhalten Haus- und Kinderärzte ein gesondertes Honorar für therapeutische Gespräche mit ihren Patienten. Doch weniger als fünf Euro je Quartal und «Behandlungsfall» sind viel zu wenig.

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Tor zum Zentralfriedhof wird saniert

Der Haushaltsausschuss im Bundestag hat am Mittwoch Zuschüsse zur Restaurierung von Kulturdenkmälern von nationaler Bedeutung beschlossen. Auch fünf Berliner Kulturdenkmäler werden davon profitieren. Unter anderem soll die Toranlage zum Zentralfriedhof Friedrichsfelde und zur Gedenkstätte der Sozialisten saniert werden. Die Metalltore gehören zu den besonders gelungenen Beispielen der Nachkriegsmo...

Henkels Wahlauftakt

Auf dem Hinterhof meines Wohnhauses stehen zahlreiche kaputte Fahrräder. Vor kurzem schickte die Hausverwaltung fristgemäß vor einer Entrümpelung einen Schriftsatz. In diesem wurde angekündigt, dass jeder Fahrradsattel ein Häubchen erhalten würde, sollte das Häubchen im genannten Zeitraum nicht entfernt werden, würden die Räder abgeholt. Für eine solche Entrümpelung 300 Polizisten aufzufahren, dar...

ndPlusMartin Kröger

Müller gibt Erklärung zur Hauptstadt ab

So eine Aufregung vor einer Plenarsitzung hat das Abgeordnetenhaus selten erlebt. Noch am frühen Mittwochabend (nach Redaktionsschluss dieser Seite) wollte sich der Ältestenrat des Landesparlaments treffen. In dem Gremium sollte unter anderem die Frage geklärt werden, ob die CDU das Gesetz zur Ausweitung der Videoüberwachung doch noch ins Plenum einbringen kann oder nicht. Die Piratenfraktion hatt...

ndPlusAndreas Fritsche

Polizei holt Räder aus der Rigaer Straße 94

Die Eigentümer der teils besetzten Rigaer Straße 94 lassen Flächen im Erdgeschoss freimachen. Sie sollen an Flüchtlinge vermietet werden, heißt es. Die Handwerker arbeiten unter massivem Polizeischutz.

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Kein Dialog zur Garnisonkirche

Potsdam. Im Streit um den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche scheint der Dialog zwischen Befürwortern und Gegnern endgültig gescheitert. Zuvor hatten die Gegner die Teilnahme an einer Informationsveranstaltung am 12. Juli abgesagt, berichten am Mittwoch die »Potsdamer Neuesten Nachrichten«. Der jüngste Streit hatte sich an unterschiedlichen Angaben zur Höhe der bislang eingesammelten S...

Grüne stellen Plakate für die Wahl vor

Verschwommene Hintergrundbilder von Berlin, dazu sechs klare Botschaften - mit dieser Werbekampagane starten die Berliner Grünen Anfang August in den Straßenwahlkampf. Die Aussagen lauten etwa »Miet-Haien Zähne ziehen«, »Dein Gott? Dein Sex? Dein Ding!« oder »Berlins wichtigste Start-Ups: Kinder«. Die Grünen fokussierten sich auf die Inhalte, die für die Berliner wichtig seien oder ihnen auf den N...

Greenpeace fordert Stopp des Kohledeals

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace appelliert an Brandenburg und Sachsen, den Verkauf der Vattenfall-Braunkohlesparte an den tschechischen Konzern EPH zu verhindern.

Peter Kirschey

»Ella« darf zum Schlachtensee

Das Berliner Verwaltungsgericht hat zum zweiten Mal ein am Schlachtensee und an der Krummen Lanke verhängtes Hundeverbot für rechtswidrig erklärt.

ndPlusAndreas Fritsche

Kein Nährboden für Bestechung

In Guben (Spree-Neiße) ist am Sonntag Bürgermeisterwahl. Als Favoriten gelten der wegen Korruption verurteilte Ex-Bürgermeister Klaus-Dieter Hübner (FDP) und Kerstin Nedoma (LINKE).

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Was kostet der Müll?

Berlin. In Flensburg ist die Müllabfuhr am billigsten, in Leverkusen am teuersten - das geht aus einem Bundesvergleich der 100 größten Städte durch das Forschungsunternehmen IW Consult hervor. »Zwischen der günstigsten und der teuersten Stadt liegen 600 Euro im Jahr«, kritisierte Kai Warnecke, der Präsident des Eigentümerverbands Haus und Grund, der die Studie in Auftrag gegeben hatte, am Mittwoch...

Auf den Spuren einer langen Mordserie

Wie viele Patienten hat Ex-Krankenpfleger Niels H. auf dem Gewissen? Es könnten Dutzende sein. Die Ermittlungen sind noch lange nicht abgeschlossen: Jeder Stein soll umgedreht werden.

«Arschloch» im Landtag

CDU-Politiker nennen LINKE Krawallbrüder, Terroristen und Partisanen. Da verwundert es kaum, dass irgendwann auch das böse Wort mit «A» fällt.

Heidrun Böger, Leipzig

Schmackhafte Prävention

Die Idee einer alkoholfreien Cocktailbar, die es auch in anderen Städten wie Pinneberg und Augsburg gibt, kommt in Leipzig gut an. Die Bar ist viel unterwegs und Teil eines Alkoholpräventionsprojektes.

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Stadtschreiber Sherko Fatah

Der Berliner Schriftsteller Sherko Fatah (51) wird neuer Stadtschreiber von Bergen-Enkheim (Frankfurt am Main). Dies gab die Jury am Mittwoch bekannt. Im Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim steht das älteste Stadtschreiberhaus Deutschlands. Die Kulturgesellschaft Bergen-Enkheim vergab den Titel zum 43. Mal. Der Literaturpreis wird am 2. September überreicht. Außer dem Wohnrecht erhält Fatah, dess...

Quartier für Kunst und Kultur

Der Berliner Senat will das riesige Gebäude auf dem stillgelegten Flughafen Tempelhof zu einem neuen Quartier für Kunst und Kultur entwickeln. Unter der Marke »Berlin Creative District« soll hier auch die Kreativwirtschaft eine neue Heimat finden. Einen entsprechenden Beschluss hat der rot-schwarze Senat gefasst. Herzstück des Kultur-Konzepts soll eine »Dachgalerie« auf dem 1,2 Kilometer langen Fl...

Kulturstiftung fördert Berliner Projekte

Die Kulturstiftung des Bundes stellt für acht Projekte in Berlin 1,4 Millionen Euro zur Verfügung. Davon erhält das Maxim Gorki Theater mit 500 000 Euro den größten Anteil, teilte die Stiftung in Halle mit. Das Geld sei für das »Refugee Ensemble Projekt« vorgesehen, das aus sieben Flüchtlingen besteht und für zwei Jahre fest in den Theaterbetrieb integriert werde. Darüber hinaus bekommt die A...

Kunst am Bau

Wer in Deutschland ein Haus baut, gilt gemeinhin als Bauherr. Wenn der Staat als Bauherr auftritt, so ist er angehalten, einen Teil der Baukosten für öffentliche Bauten für Kunstwerke zu verwenden. Das gilt dann als »Kunst am Bau«. An dieser Stelle erinnern wir uns an die gerade beim Bau öffentlicher Gebäude in Berlin oft feststellbare Kreativität, bauliche Maßnahmen wie etwa den Einbau einer Entr...

Hagen Jung, Hannover

Ohne Nachspielzeit

Der Neubau des Plenarbereichs im Niedersächsischen Landtag wird voraussichtlich, wie geplant, 2017 fertig sein. Auch die veranschlagten Kosten von 53 Millionen Euro sollen nicht überschritten werden.

ndPlusVolker Trauth

Frühe Vorahnung

Die Inszenierung, die Veit Schubert mit Studenten der Schauspielhochschule „Ernst Busch“ realisierte, lebt vom breiten Ausspielen der beeindruckenden Szenen, überzeugt schauspielerisch aber am Ende nicht.

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Angst vor Terror

Die Sicherheitsmaßnahmen bei den Richard-Wagner-Festspielen in Bayreuth sorgen für Unmut im Festspielhaus. »Was hier an Sicherheitsapparat läuft, das ist schon sehr bedenklich, das engt hier viele Mitarbeiter ein«, sagte Regisseur Uwe Eric Laufenberg, der in diesem Jahr mit dem »Parsifal« die Eröffnungspremiere inszeniert. Ein Zaun riegelt den Bühnenbereich des Festspielhauses und alle Durchgänge ...

Bilder versteigert

Die beiden wertvollsten Gemälde aus dem Bestand des Westdeutschen Rundfunks (WDR) haben bei einer Versteigerung in London zusammen gut zwei Millionen Euro eingebracht. »Möwen im Sturm« (1942) von Max Beckmann erzielte nach Angaben von Sotheby’s einen Preis von umgerechnet 1,069 Millionen Euro und entsprach damit dem Schätzpreis von 900 000 bis knapp 1,3 Millionen Euro. »Alpweg« (1921) von Ernst Lu...

ndPlusGunnar Decker

Distanz und Empathie

In Max Beckmanns Bildern, die jetzt in Chemnitz zu sehen sind, findet sich eine Ästhetik des Schreckens, eine nicht mehr stumme, sondern laut schreiende Passion in der bis eben verteidigten kalten Distanz des Blicks.

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ndPlusFriedemann Kluge

Magisch - das heißt von Ideen inspiriert

»Bühne« - 2003 entstand dieses 2,80 Meter breite Gemälde von Matthias Weischer. »Auf der Bühne« heißt nun ein Band mit 15 Gesprächen, die Michael Hametner mit dem Künstler führte. »Ich will im Bild immer mehr zur Bühne hin«, so Weischer, wobei er »gar nicht« ins Theater gehe. Und weiter: »Dieser abgesteckte Raum ist das Spielfeld für mein Objekttheater.« Einige seiner Bilder wirken wie ein wi...

Alexandru Bulucz

Die Stunde der Imker

Reinzeichnung«: Das im Titel enthaltene Versprechen erinnert an den als Eindruckskunst bezeichneten Impressionismus. In Marcus Roloffs Gedichten wird die impressionistische »Forderung höchster Empfänglichkeit, differenziertester, hingebungsvollster Aufnahmefähigkeit« (Luise Thon) von Eindrücken wohl eingelöst. Doch geht es ihm nicht so sehr um eine passive Grundhaltung des wahrnehmenden Subjekts, ...

ndPlusIrmtraud Gutschke

»Man konnte ja nie wissen«

»Wenn’s mal wieder anders kommt« - Großmutter sagte das gern, und wir Kinder lächelten in uns hinein: Die spinnt, will wohl ihr Kaiserreich zurück. Wie soll es denn »anders« kommen? Der Glaube, dass das Leben wie eine gerade Straße sei: Wenn‹s einem gut geht, hat das ja auch mit der Hoffnung zu tun, dass es so weitergehen möge. Wem es nicht gut geht, ist die Vorstellung ein Albtraum, verurtei...

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Hans-Dieter Schütt

Schleifung von Identität?

Komm ins Offene, Freund! So lockt nicht die Romantik, sondern das Messer - der Einschnitt, die Herausoperation. Dercon ist nicht Hölderlin. Er ist das Messer. Chris Dercon, derzeit Tate Gallery London, wird 2017 Berlins Volksbühne übernehmen. Feindlich, so heißt es allenthalben. Dem Groll, den Berlins Plan für die Nachfolge des Vierteljahrhundert-Intendanten Frank Castorf auslöste, folgte nun ein ...

ndPlusChristian Baron

Politisierung von Kunst?

Das »Zentrum für politische Schönheit« hat mit seinem Projekt "Flüchtlinge fressen" bereits eines bewirkt: Die auf Dringlichkeit und Kompromisslosigkeit abzielende Aktion entzaubert den Verdrängungskünstler im Menschen.

Felix Bartels

Ein Lied auf Löw

Obgleich Mehmet Scholls Behauptung, er habe noch nie so viele Chancen in einer Halbzeit gesehen, eher lächerlich ist, darf man zugeben, dass die deutsche Elf gegen Nordirland ein herausragendes Spiel aufgezogen hat.

ndPlusMarc Hairapetian

Wenn Frauen hassen

Kino heißt laut Meisterregisseur Francois Truffaut, schöne Frauen schöne Dinge tun zu lassen. Der eigenwillige und ungeheuer selbstbewusst auftretende dänische Autor und Regisseur Nicolas Winding Refn, der sich selbst als »Marke« versteht und als solche in der Titelsequenz seines neuesten Films das Kürzel NWR verwendet, tut in »The Neon Demon« mit schönen Frauen schlimme Dinge. Er hat einen Splatt...

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Caroline M. Buck

Kind sein mit zwei Müttern

Gus liebt Wrestling. Seine Mütter finden das völlig abnorm. Ausgerechnet sie haben also offenbar - mit Spenderhilfe - ein Kind gezeugt, das sich mit zehn Jahren anschickt, so ein richtiger Macho-Mann zu werden. Ein Mann wie die, die ihre eigene Beziehung eben gerade nicht vorsieht. Gus ist damit eigentlich das schlagende Argument gegen alle, die schwullesbischen Paaren das Adoptieren von Kind...

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Alexander Ludewig

Duftend schön, sündhaft teuer

In der Pariser Nacht, wenn das 3. Arrondissement mit seinen vielen Bars, Cafés und Kneipen in den Vierteln Le Bastille und Le Marais noch lange wach ist, kann man jederzeit Blumen kaufen. Hunderte Rosenverkäufer sind noch spät unterwegs und geben nicht auf. Wegschauen und Kopfschütteln hilft nicht. Nach dem zweiten »Non« wird die entscheidende Karte gespielt: »Aber das ist doch die Blume der Liebe...

ndPlusFrank Hellmann, Bordeaux

Die schweren Steine kommen früh

Spaniens Nationalelf bekommt die Quittung für ihre Nachlässigkeiten. Das EM-Tableau bietet nun den schwersten Weg zur Titelverteidigung, erst wartet Italien und dann vielleicht Deutschland.

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Die Premier League zittert vor dem Brexit

London. Kein Dimitri Payet, kein David De Gea, auch kein Emre Can: Sollte sich Großbritannien am Donnerstag für den »Brexit«, den Ausstieg aus der Europäischen Union, entscheiden, könnten die fetten Jahre der Premier League bald vorbei sein. Das befürchtet nicht nur David Beckham, der seine Landsleute aus dem fernen Los Angeles anflehte, für »remain« (bleiben) zu stimmen. Ligaboss Richard Scudamor...

Matthias Koch, Paris

Es wird kein Spaziergang

Sollten die Deutschen am Sonntag das Achtelfinale gewinnen, ginge es im Viertelfinale schon gegen den Sieger der Partie Italien - Spanien. Bundestrainer Löw fordert von seinen Spielern mehr Souveränität.