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UNTEN LINKS

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Kiir will keine fremden Soldaten

Juba. Südsudans Präsident Salva Kiir hat den von den Vereinten Nationen geforderten verstärkten Einsatz internationaler Truppen in dem ostafrikanischen Land strikt abgelehnt. Es gebe bereits über 12 000 ausländische Soldaten im Land, kein einziger weiterer werde akzeptiert, sagte Kiir örtlichen Medien am Donnerstag. Kurz vor dem fünften Jahrestag der Unabhängigkeit am 9. Juli waren in der Hau...

Blauer Brief zur Erbschaftsteuer

Karlsruhe. Das Bundesverfassungsgericht hat in einem Brief an Bundesregierung, Bundesrat und Bundestag angekündigt, sich »Ende September mit dem weiteren Vorgehen im Normenkontrollverfahren um das Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz« befassen zu wollen. Das teilte das Gericht am Donnerstag in Karlsruhe mit. Der Erste Senat hatte im Dezember 2014 die Paragrafen 13a und 13b sowie den Abs...

Velten Schäfer

Rechtsfreie Räume: zum Beispiel in der Erbschaftssteuer

Die in einem Berliner Kleinkrieg um ein Wohnprojekt auftrumpfenden Hüter von Law and Order mögen es sich hinter die Ohren schreiben: Rechtsfreie Räume sind auch bei der Besteuerung von Reichen nicht hinnehmbar.

Guido Speckmann

Mehr Ausnahmezustand: Keine kluge Reaktion auf Nizza

Statt mehr Überwachung und Militärpräsenz zu fordern, sollte das Entsetzen und die Trauer nach Nizza für eine kühle Selbstbefragung des Westens genutzt werden. Mit einem Rückblick auf den 14. Juli 1789.

Untoter Trojaner

Berlin. In der SPD distanzieren sich immer mehr Spitzenpolitiker von TTIP. »Das ist für die nordrhein-westfälische SPD ein totes Pferd«, erklärte vor kurzem Norbert Römer, Fraktionschef im Düsseldorfer Landtag. Zudem warf der Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel den US-Amerikanern vor, sich in den Verhandlungen mit der EU zum transatlantischen Freihandel nicht bewegen zu wollen. Streitpunkte sind die ...

ndPlusGuido Speckmann

Antritt zum Austritt

Ausgerechnet Boris Johnson, das Gesicht der Brexit-Kampagne, wird neuer britischer Außenminister. May hingegen bleibt die Ankündigung konkreter Schritte zur Bekämpfung von Ungleichheit schuldig.

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ndPlusAert van Riel

TTIP durch die Hintertür

Aus der SPD in NRW heißt es, TTIP sei tot. Allerdings ist auszuschließen, dass in der SPD-Führung ein grundsätzlicher Sinneswandel stattgefunden hat. Sie dürfte vielmehr die NRW-Landtagswahl im Mai 2017 im Blick haben.

Kay Wagner, Brüssel

Wenig Klarheit in Brüssel und Straßburg

CETA ist fertig verhandelt, der Vertragstext des Freihandelsabkommens soll im Herbst unterschrieben werden. In Brüssel sind die Meinungen gespalten.

ndPlusHaidy Damm

CETA liegt zur Unterschrift bereit

Als Blaupause für das Freihandelsabkommen TTIP mit den USA gilt CETA. Nach dem Willen der EU-Kommission soll der Vertrag mit Kanada möglichst schnell in Kraft treten. Die Gegner sehen eine Chance, CETA noch zu verhindern.

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Krieg und Hoffnung

Die Fakten vermitteln ein düsteres Bild über die Zentralafrikanische Republik (ZAR): Eine Lebenserwartung von knapp über 50 Jahren; 139 von 1000 Kindern sterben, bevor sie fünf Jahre alt sind; fast die Hälfte der Bevölkerung ist unterernährt, über die Hälfte muss von weniger als 1,25 Dollar pro Tag leben; zwei Drittel aller Erwachsenen können nicht lesen und schreiben! Horrorzahlen aus der ZAR. Ob...

Philipp Hedemann, Bangui

Eine Schule für den Frieden

Vor drei Jahren brach in der Zentralafrikanischen Republik ein blutiger Bürgerkrieg aus. Frauen und Mädchen litten besonders, denn Christen und Muslime setzten Vergewaltigungen als Kriegswaffe ein.

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Klaus Joachim Herrmann

Reden ist gut, Vertrauen besser

Russische und NATO-Militärs kommen sich am Boden, zur See und in der Luft schon gefährlich nahe. Doch die Ost-West-Welt scheint einigermaßen in Ordnung zu geraten. Beide Seiten reden miteinande. Vertrauen wäre besser.

ndPlusSilvia Ottow

Von München nach Pasewalk

Es ist offenkundig, dass niemand in der Bundesregierung daran denkt, die Zusatzbeiträge für Krankenversicherte wieder abzuschaffen. Die waren doch die beste Erfindung aller Zeiten! So können alle Akteure im Gesundheitswesen das beitragsfinanzierte System ausbeuten, ohne zusätzliche Ausgaben befürchten zu müssen: Pharmafirmen, Hilfsmittelhersteller, Apotheker, Ärzte, Therapeuten - gern unter dem sc...

ndPlusSimon Poelchau

Beruhigende Signale

Nach dem Brexit-Referendum öffnet die Bank of Scotland nicht ihre Schleusen. Damit hat sie durchaus rational gehandelt. Denn sonst wäre das Pfund noch billiger geworden.

Guido Speckmann

Der neue Mr. Brexit

Boris Johnson war das Gesicht der Kampagne für den britischen EU-Austritt. Er war Mr. Brexit - bis zu seinem überraschenden Verzicht, Nachfolger von David Cameron zu werden. Jetzt kehrt er als Außenminister in das Kabinett von Theresa May zurück. Doch er wird die Suppe, die er Großbritannien mit dem »Leave«-Votum eingebrockt hat, nicht auslöffeln müssen. Denn eigens für die Austrittsverhandlungen ...

René Heilig

Frankreich: Der Militäreinsatz im Inneren hilft nicht

Nach dem Anschlag von Nizza hat Präsident Francois Hollande den Ausnahmezustand um drei Monate verlängert. Damit wird das Militär weiter im Inneren eingesetzt. Die Sicherheitskräfte sind schon jetzt am Ende.

Harald Neuber

Black Lives Matter: Gilt auch für das US-Wahlsystem

Die Polizeigewalt gegen ethnische Minderheiten ist nur eine Seite des strukturellen Rassismus in den USA. Zahlreiche Experten verweisen auf ihre eine vorsätzliche und massenhafte Ausgrenzung bei Wahlen.

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ndPlusJosephine Schulz und Sebastian Bähr

Rigaer 94 erhält geräumte Kneipe zurück

Die Bewohner des Berliner Hausprojektes Rigaer 94 dürfen vorerst wieder ihr Untergeschoss nutzen. Innensenator Henkel bekommt derweil Unterstützung von der Bundespolitik.

Silvia Ottow

Alimente für Pharmafirmen

Die neuesten Zahlen aus der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verheißen nichts Gutes. Es wird wieder teurer für die Patienten, während man Ärzten für sinnlose Studien Geld zuschanzt.

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Dreyerkoalition hält

Mainz. Die erst vor zwei Monaten im Amt bestätigte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) bleibt an der Spitze der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Bei der Abstimmung über einen Misstrauensantrag der oppositionellen CDU-Fraktion am Donnerstag im vollzählig versammelten Mainzer Landtag votierten alle 52 Abgeordneten der Koalitionsparteien SPD, FDP und Grüne mit Nein. Für den Vorstoß der CDU st...

Immer undercover

Berlin. Der Privatermittler Werner Mauss muss sich wohl in naher Zukunft wegen Steuerhinterziehung vor Gericht verantworten. Laut Recherchen der Süddeutschen Zeitung (SZ) hat die Bochumer Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Der Vorwurf: Mauss soll in zwölf Fällen Einkommenssteuern von insgesamt rund 15 Millionen hinterzogen haben. Die SZ stieß in den Panama Papers auf etwa ein Dutzend Briefkastenf...

Gute Freunde sind nie allein

Berlin. Die Bundestagsermittler zur BND-Affäre haben einen zu sorglosen Umgang von Geheimdienst und Bundesregierung mit der Spionage unter Freunden kritisiert. Die Analyse der Abläufe bei der Spionage des BND gegen EU- und NATO-Partner »lässt den Schluss zu, dass im BND keine regelmäßige Eingriffs-Nutzen-Abwägung (...) stattgefunden hat«, heißt es in der Bewertung des Parlamentsgremiums zur Kontro...

ndPlusFabian Lambeck

Die Tränen sind getrocknet

Das Schicksal des Flüchtlingsmädchens Reem Sahwil rührte im Juli 2015 die Kanzlerin. Doch die Rührung währte nicht lange: Deutschland setzt nun wieder auf Abschottung. Besonders familien bekommen dies zu spüren.

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Der Hass ist gewaltig

Es steht schlecht um die Beziehungen zwischen Afroamerikanern und Polizisten in den USA. Nach den jüngsten Tragödien reißen die Proteste nicht ab.

Peter Stäuber, London

May bindet EU-Gegner ein

Die neue britische Premierministerin May hat prominente Befürworter des EU-Ausstiegs in ihr Kabinett geholt. Damit sichert sie sich frühzeitig für einen möglichen Misserfolg ab.

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Karin Leukefeld

Spielball zwischen nahöstlichen Behörden

Einer Gruppe von Deutsch-Palästinensern hängt derzeit in Gaza fest. Das Auswärtige Amt wurde um Hilfe ersucht - bisher vergeblich. Anwälte verweisen auf die Verantwortung Israels für die Bewegungsfreiheit.

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Simon Poelchau

Bank of England lässt die Finger von den Zinsen

Die britische Finanzwelt hatte eigentlich mit neuen Geldspritzen gerechnet, da der Marktplatz London wegen des Brexits leidet. Doch die Bank of England belässt bis August alles beim alten.

ndPlusKurt Stenger

Tanz auf dem Immobilien-Vulkan

In Großbritannien beginnen die extrem hohen Immobilienpreise zu purzeln. Was Mieter und Wohnungskäufer freut, könnte Investoren, Eigenheimbesitzern und dem Mittelstand Probleme bereiten.

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Peter Nowak

Der Grund ist verschwunden

»Niedriglohntarif per Tarifvertrag - Schluss damit« hieß 2013 eine Kampagne von Gewerkschaftsmitgliedern inner- und außerhalb des DGB. Sie hatten damals die DGB-Gewerkschaften aufgefordert, die Tarifverträge mit den Leiharbeitsfirmen zu kündigen und keine neuen abzuschließen. Dann würde nach einer sechsmonatigen Frist automatisch der Grundsatz »Gleicher Lohn für gleiche Arbeit« gelten, so die Argu...

ndPlusHans-Gerd Öfinger

Wer einen planbaren Job will, fliegt

Der Zoll durchsuchte Arbeitsstätten von Piloten, die über Subunternehmen beschäftigt sind und beim Billigflieger Ryanair arbeiten. Immer mehr Piloten arbeiten in Europa und derlei Bedingungen.

Jörg Meyer

Wann und wie viel?

Derzeit läuft der Streit darum, wie die Arbeitszeit verteilt werden soll. Es ist auch ein Streit um die Deutungshoheit. Klar ist: Veränderte Arbeitsbedingungen erfordern veränderte Arbeitszeitmodelle.

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Stipendium für Landlehrer

Der Schlagabtausch am Donnerstag im Potsdamer Landtag war lustig, die Sache selbst ist sehr ernst. Den Krimi, ob das Bildungsministerium über die Sommerferien die notwendigen 1400 neuen Lehrer für Brandenburg auftreibt, wolle er sich ersparen, begründete der CDU-Landtagsabgeordnete Gordon Hoffmann den Vorschlag, neben dem Stipendium für Landärzte ein Stipendium für Landlehrer einzuführen. Bildungs...

ndPlusNicolas Šustr

Nur 21 Prozent würden SPD wählen

Rot-Schwarz hätte schon seit geraumer Zeit keine Mehrheit mehr bei Wahlen. Bei Wahlumfragen sinkt die SPD nun auf den historisch zweitschlechtesten Wert.

ndPlusJohanna Treblin

Warten auf die Aufenthaltserlaubnis

Er hat lange in Syrien gelebt, sie ist dort geboren. Im August 2015 heirateten Rahaf Homsi und Saif Al-Khalidi, dann flohen sie zusammen nach Deutschland. Seit neun Monaten lebt das Ehepaar in Berlin.

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Stipendium für Lehrer wird geprüft

Potsdam. Die rot-rote Koalition lehnte am Donnerstag im Landtag den bereits ganz konkreten Vorschlag der Oppositionsfraktionen CDU und Grüne ab, ein Lehrerstipendium einzuführen. Angehende Pädagogen, die sich verpflichten, später auf dem Lande zu unterrichten, sollten ab dem fünften Semester 300 Euro monatlich erhalten. So sollte dem Lehrermangel allgemein und insbesondere in abgelegenen Gegenden ...

Peter Nowak

Für Forschung ohne Feindbild

Rassismusstreit am Institut: Studenten halten die Forschung ihres Professors für muslimfeindlich, daraufhin wird ihnen Diffamierung und Denunziation vorgeworfen.

ndPlusTomas Morgenstern

Keine freie Fahrt für Falkenseer

In Falkensee beseitigt das Land mit der Sanierung der Ortsdurchfahrt einen akuten Unfallschwerpunkt. Doch mehr noch bräuchte Brandenburgs Boom-Town Hilfe bei der Bewältigung des Pendlerverkehrs.

Wilfried Neiße

Gesetz auf Kosten der Behinderten

Behinderte und Wohlfahrtsverbände fordern die rot-rote Landesregierung auf, im Bundesrat dem Bundesteilhabegesetz nicht zuzustimmen.

ndPlusNicolas Šustr

Preiswert und kostbar

Erste Schrittchen zum Erhalt möglichst vieler preisgebundener Wohnungen sind gemacht. Opposition und Initiativen bleiben skeptisch. Zehntausende Sozialwohnungen haben in den vergangenen anderthalb Jahren ihre Bindung verloren.

ndPlusTom Mustroph, La Caverne du Pont-d'Arc

Gemischte Signale für Rio

Tony Martin misslingt der Versuch, beim Tour-Zeitfahren zu glänzen. Der niederländische Radprofi Tom Dumoulin vom Team Giant-Alpecin gewinnt die 13. Etappe der 103. Tour de France.

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Pilz triff Öko-Winzer besonders hart

Immenstaad. Unter Beobachtung: ein Weinberg mit Wächterhäuschen bei Immenstaad in Baden-Württemberg. Derzeit macht eine Pilzkrankheit den Winzern im Südwesten zu schaffen. Wegen der Feuchtigkeit vergangener Monate sei der Befall durch den sogenannten Falschen Mehltau sehr hoch, heißt aus dem Landesagrarministerium. Durch Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sei der Schaden aber begrenzt worden. Öko-W...

Nach Wolfstod Belohnung ausgesetzt

Berlin. Tierschützer haben nach dem neuerlichen Abschuss eines Wolfes in Sachsen insgesamt 26 000 Euro als Belohnungen für die Ergreifung der Täter ausgesetzt. Zugleich forderten die Tierschutzorganisationen WWF und PETA eine intensivere Strafverfolgung. »Deutschland hat ein Wilderei-Problem«, erklärte WWF-Wildtierexperte Moritz Klose am Donnerstag in Berlin. »Immer wieder werden bedrohte und gesc...

Über 27 000 Unterschriften gegen Fracking

Hannover. Fracking-Gegner haben im Falle eines Neustarts der umstrittenen Erdgas-Fördermethode in Niedersachsen massive Proteste angekündigt. Am Donnerstag überreichten rund 50 Demonstranten in Hannover eine Petition mit mehr als 27 000 Unterschriften an den Geschäftsführer des Bundesverbandes für Erdgas, Erdöl und Geoenergie (BVEG), Christoph Löwer. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) verteidigt...

Weimar verhängt Haushaltssperre

Die meisten der sechs kreisfreien Städte in Thüringen haben Finanzprobleme. Nun gehört auch Weimar dazu - jene Stadt, die am lautesten gegen die geplante Gebietsreform Front macht.

ndPlusHagen Jung

»Power for Kids« und die Folgen

Monatelang beschäftigte der Missbrauchsskandal im Jugendhilfevereins »Power for Kids« viele Schweriner Eltern. Welche Folgen hat die Sache für die Jugendarbeit in der Stadt?

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18 391 km Straßenetz

Bad Ems. Genau 18 391 Kilometer umfasste das rheinland-pfälzische Straßennetz im vergangenen Jahr. Dabei machten laut dem Statistischen Landesamt in Bad Ems die Kreisstraßen mit 7383 Kilometern den größten Streckenanteil aus. Auf Platz zwei waren die Landesstraßen mit 7236 Kilometern. Der Anteil der Bundesstraßen lag bei 2895 Kilometern, die Bundesautobahnen waren insgesamt 877 Kilometer lang. dpa...

Heimatklänge aus Berlin

Volksliedern haftet im deutschsprachigen Raum stets etwas Spießiges, politisch Rechtslastiges an. Kongeniale Volksmusikanten wie die »Biermösl Blasn« oder Hubert von Goisern haben zwar gezeigt, dass Volksmusik nicht gleich volkstümlich ist, aber auch sie machen Musik mit deutschem Zungenschlag. Ganz anders ist das vor einigen Jahren in Berlin entstandene Kunstprojekt »Heimatlieder aus Deutschland«...

Medienkunst in der Kirche

Einen Raum nicht nur wahrzunehmen, sondern ihn zu »lesen«, das erfordert die Bereitschaft zum geschärften Blick. Wo könnte das besser gelingen als in einem Gotteshaus, das Stille und Einkehr zur Voraussetzung für Gastfreundschaft macht? Als Ort für die Ausstellung »Raumlektüre« erscheint die Zwingli-Kirche in Friedrichshain daher bestens geeignet. Sie zeigt mehr als 30 Arbeiten in Berlin lebender ...

ndPlusDieter Hanisch, Schwarzenbek

Laserwaffen und Mamas braunes Erbe

Ein 41 Jahre alter Hamburger Polizeibeamter, der in Schleswig-Holstein wohnt, ist am Donnerstag vor dem Schöffengericht in Schwarzenbek wegen Verstößen gegen das Waffenrecht zu einer elfmonatigen Freiheitsstrafe verurteilt worden, ausgesetzt zu zwei Jahren auf Bewährung. Ferner wurde eine Geldauflage in Höhe von 2000 Euro verfügt. Die staatsanwaltlichen Vorhaltungen gegen den seit 1999 im Polizeid...

ndPlusAndreas Gläser

Ein Roman, ein Roman

Auf der Straße ins Glück, von der Arbeit zur Wohnung, lockt eine Plakatwerbung für eine Schreibschule und für die Selbstverwirklichung: endlich den ersten Roman veröffentlichen, einen internationalen Hit schreiben, einen auf Global Player machen! Keine schlechte Idee. Wenn ich zu Hause bin, werde ich duschen und schlafen, um in das letzte Drittel des Tages so munter starten zu können, wie vor...

ndPlusThomas Schöne, Wittenberg

Mal in Luthers Socken schlüpfen

Nach dem Willen Luthers sollte »dem Volk aufs Maul«geschaut werden. Ob er deshalb die Souvenirflut zum 500. Jahrestag des Reformationsbeginns gut geheißen hätte? Ein Bericht aus Sachsen-Anhalt.

Christiane Raatz, Freiberg

Freiberger Bergbau-Studenten proben den Notfall

Bei Unglücken im Bergwerk eilt die Grubenwehr den Kumpels zu Hilfe. Die TU Bergakademie Freiberg in Sachsen bereitet auch ihre Studenten auf solche Situationen ganz praktisch vor. Das Modell ist neu.

Felix Koltermann

Dem Krieg an der Mauer begegnen

Es ist schon beeindruckend: auf 360 Metern hat der Berliner Dokumentarfotograf Kai Wiedenhöfer das zur Spree weisende Reststück der Berliner Mauer an der East Side Gallery in Friedrichshain mit Bildern aus dem Syrienkrieg bestückt. Riesige Panoramaaufnahmen von zerstörten Straßenzügen aus der lange umkämpften syrisch-kurdischen Stadt Kobanê wechseln sich ab mit Porträts von Opfern des Bürgerkriegs...

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Austausch ist gefährdet

Der Deutsche Bühnenverein befürchtet bei einem Brexit neue Hürden im europäischen Kulturaustausch mit Großbritannien. »Opernhäuser, Theater, Orchester, sie alle engagieren ohne große bürokratische Hindernisse Künstlerinnen und Künstler aus allen Ländern der EU und leisten damit einen entscheidenden Beitrag zur europäischen Integration«, erklärte der Geschäftsführende Direktor Rolf Bolwin. Durch de...

Herr der Puppen

Der frühere Leiter des Bautzener Puppentheaters, Peter Stahl, ist nach schwerer Krankheit gestorben. Der aus Litauen stammende Schauspieler und Regisseur wurde 77 Jahre alt, wie das Deutsch-Sorbische Volkstheater am Donnerstag mitteilte. Die Intendanz würdigte ihn als »wunderbaren Schauspieler« und »empathischen Kollegen«, der sich 1998 bis 2012 als Egon Olsen (»Die Olsenbande«) in die Herzen der ...

Des Rätsels Lösung

Zum Entsetzen des Aufsichtspersonals hat eine 91 Jahre alte Besucherin des Neuen Museums Nürnberg ein Kreuzworträtsel-Kunstwerk ausgefüllt. Die Rentnerin habe unerlaubt mit einem Kugelschreiber auf dem Bild einige noch offene Kästchen mit den Lösungswörtern versehen. Damit habe sie das Kunstwerk beschädigt, berichtete Museumssprecherin Eva Martin am Donnerstag. Anscheinend habe die Nürnbergerin de...

Michael Saager

Auf der Suche

Mag einer auch sonst zweifeln, über was er will, über diese Zweifel selbst kann er nicht zweifeln.« Klingt nach Descartes, ist aber von Augustinus von Hippo. Der spätantike Philosoph brachte das Christentum über den afrikanischen Kontinent. Dem in New York lebenden karibischen Afrobriten Devonté Hynes wiederum verdanken wir einen Song über Augustinus. Eine für queeren Pop, wie ihn der 1985 geboren...

ndPlusMartin Hatzius

Es gibt kein hartes Brot

Wie wirkt der Krieg in Friedenszeiten fort? Der 13-jährige Leka, Sohn eines deutschen Nerds und seiner kosovarischen Schulfreundin, zockt mit Leidenschaft das Computerspiel, in dem seine eigene Geschichte verarbeitet ist.

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ndPlusStefanie Schoene

Todeskampf unter Wasser drückt sich in die Seele

Sash war oft am Tresen anzutreffen. Er reichte Kaffee, Bier und Wasser. Manchmal auch etwas zu essen an Kunden, die neugierig waren auf das Grand Hotel Cosmopolis, das wohl bekannteste deutsche Flüchtlingsprojekt. Oder an die etwa 60 Künstler und Aktivisten, die seit 2012 eigenhändig das ehemalige Augsburger Altersheim umbauten, mit der Diakonie die Unterbringung von 60 Flüchtlingen verhandelten u...

Elke Leonhard

Urvertrauen und unbändiger Wille

Tanger, die Stadt im äußersten Norden des afrikanischen Kontinentes, zwölf Kilometer vom europäischen Festland entfernt, Tanger, die unglaubliche Stadt, von der der US-amerikanische Schriftsteller Truman Capote schwärmte und vor der er Besucher warnte. Jeder, der nach Tanger zu fahren beabsichtige, solle zuvor drei Dinge tun: »sich gegen Typhus impfen lassen, seine Ersparnisse von der Bank abheben...

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ndPlusJürgen Amendt

Scripted Reality

Nicht nur die traditionellen Medien wie Zeitungen und Fernsehen sind anfällig für Manipulationen. Inzwischen ist auch im Internet "das Zeitalter der Scripted Reality" ausgebrochen.

Jan Freitag

Skandal im Spaßbezirk

Der Skandal ist ein flüchtiges Pflänzchen. Kaum sprießt es aus dem Boden, wächst schon ein neuer im Biotop der Aufmerksamkeit. Sorgte Hildegard Knef 1951 in »Die Sünderin« mit blankem Busen für größeren Unmut als das Unrechtsregime der Unmutigen zuvor, musste Sharon Stone in »Basic Instinct« schon Schamhaar zeigen, um für Empörung zu sorgen. Und dann erst Madonna: 1990 zelebrierte sie im Video zu ...

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ndPlusHeiner Gerhardts, Rio de Janeiro

Wenn Stadien verrotten

Brasilien hatte sich sehr viel von der Fußball-WM 2014 versprochen. Die zwölf Stadien und Städte bezahlen noch heute für den übertriebenen Gigantismus. Für Olympia-Gastgeber Rio verheißt das nichts Gutes.

»Die Diskussion ist respektlos«

Andreas Möller ist immer noch überwältigt von den Erlebnissen und Erfahrungen als Assistenztrainer mit der ungarischen Nationalmannschaft bei der Fußball-EM in Frankreich.

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ndPlusOliver Kern

Das Töten muss enden

Die Basketballer Carmelo Anthony, Chris Paul, Dwayne Wade und LeBron James zeigen, dass sie eindrucksvolle Redner sein können: Sie klagten bei einer Preisverleihung die vielen schwarzen Todesopfer durch Polizeigewalt an.

Tom Mustroph, Mont Ventoux

Chaos am kahlen Berg

Was für ein Tag! Chris Froome verlor im chaotischen Finale am Mont Ventoux kurzzeitig durch einen Sturz die Hoffnung auf den Gesamtsieg bei Tour de France. Neuer Gesamtführender war zwischenzeitlich sein Landsmann Adam Yates. Und Nairo Quintana ist trotz durchwachsener Leistung am Berg jetzt Dritter mit 14 Sekunden Rückstand. Doch dann kam doch alles anders. Der Wind am Chalet Renard riss den...

ndPlusChristoph Stukenbrock, Stuttgart

Europameister dürfen nicht nach Rio

Bundestrainer Dagur Sigurdsson hat am Donnerstag seinen Kader für die Olympischen Spiele benannt. Torhüter Carsten Lichtlein und Steffen Weinhold wurden im letzten Moment aussortiert.

ndPlusTom Mustroph, Mont Ventoux

Keine Zeit für Radfahrer

Die französische Regierung will Arbeitsmarktreformen durchsetzen. Viele protestieren dagegen. Und auch die Befürworter sind unzufrieden, wie der Besuch bei einer Weinbauerin zeigt.

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Am Anfang war die Liebe

Gekås wurde 1963 im westschwedischen Örtchen Ullared vom inzwischen verstorbenen Geschäftsmann Göran Karlsson im Untergeschoss eines Familienhauses gegründet. Damals verkaufte er nur Kleider. Der Name Gekås leitet sich aus seinem Namen ab. Er habe sich in dem Ort in ein Mädchen verliebt, und wollte ihr nahe sein, um sie zu erobern, hatte Karlsson die Ortswahl begründet. Das Unternehmen mit den bla...

ndPlusBengt Arvidsson, Stockholm

Urlaub im Schnäppchenmarkt

Tausende Schweden machen jedes Jahr Sommerurlaub im Billigwarenhaus Gekås bei Göteborg. Die Kunden wohnen auf supermarkteigenen Wohnanlagen. Eine Fernsehserie über Gekås gibt es auch.

Ulrike von Leszczynski

Wetterdienst will genauer Alarm schlagen

Schöne neue Welt: Mit seinen Karten und einer App will der Deutsche Wetterdienst zielgenauer bei Unwettern Alarm schlagen. Doch die Natur hat weiter ihre Tücken.