Seite 1

UNTEN LINKS

Viel Wirkung verspricht man sich künftig von »Schock-Fotos«. Gemeint sind damit jene Bilder, die man neuerdings auch hierzulande auf Zigarettenschachteln findet: schwarze Raucherlungen, farbenprächtige Geschwüre, frische Amputationswunden. Wir warten jetzt allerdings noch auf die »Schock-Fotos«, die demnächst auf den Stimmzetteln neben den Namen der zur Wahl stehenden Politikerinnen und Politiker ...

Berlin will Rigaer 94 kaufen lassen

Berlin. Einem Bericht der »Bild am Sonntag« zufolge will der Berliner Senat das seit Wochen heiß umkämpfte Haus in der Rigaer Straße 94 durch die landeseigene Wohnbaugesellschaft Degewo kaufen lassen. Die Wohnungsbaugesellschaft soll demnach rund vier Millionen Euro für die Immobilie bezahlen. Diese Summe gilt Kennern allerdings als unrealistisch hoch gegriffen. Ein Sprecher der Degewo sagte, man ...

Russland nicht komplett gesperrt

Lausanne. Das Internationale Olympische Komitee lässt für Russlands Olympioniken trotz aller Dopingskandale die Unschuldsvermutung gelten: Die russische Mannschaft wird nicht komplett von den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro im August ausgeschlossen. Russland begrüßte die Entscheidung. Der deutsche IOC-Präsident Thomas Bach sagte nach einer Telefonkonferenz der Exekutive am Sonntag...

Erdogan säubert jetzt per Dekret

Istanbul. Unter dem Ausnahmezustand in der Türkei hat Präsident Recep Tayyip Erdogan in seinem ersten Dekret die Schließung von mehr als 2300 Schulen und anderen Einrichtungen verfügt. Außerdem können Verdächtige mit dem Erlass ab sofort 30 Tage in Polizeigewahrsam gehalten werden, bis sie einem Haftrichter vorgeführt werden müssen. Seit dem gescheiterten Putsch sind rund 13 000 Personen festgenom...

ndPlusRené Heilig

Einfach mal die Klappe halten

Es gibt nicht die eine einfache Antwort zu Taten wie in München. Warum aber fordern wir dann von Politikern nach jeder Tat genau solche ein? Nur um uns selbst zu betrügen, alles sei doch irgendwie beherrschbar?

Ratlosigkeit als Reaktion

Berlin. Mit Trauer, Ohnmacht und Mitgefühl reagierten Menschen vor allem in München auf die Tat eines jungen Mannes, der am Freitagabend vor dem dortigen Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen tödlich und 35 zum Teil schwer verletzte. Er schoss offenbar wahllos um sich. Anschließend richtete er sich selbst. Die Situation war auch Stunden nach dem ersten Alarm unklar. Die Polizei ging von einer »aku...

Trauer um Terroropfer in Kabul

Zwei Selbstmordattentäter sprengten sich bei einer Demonstration in Kabul in die Luft. Die Terrormiliz IS bekennt sich zu dem Doppelanschlag. Das Land ist in Staatstrauer.

Seite 2

Der Täter, das Motiv, die Waffe

Er sei ein stiller, durchaus angenehmer Mensch gewesen, habe gegrüßt und Zeitungen ausgetragen. Die von zahlreichen Reportern befragten Nachbarn des Amokläufers waren erstaunt, dass der junge Mann offenbar so viel Gewalt in sich getragen hat. Der Polizei war David S. nicht negativ bekannt. In der Eile fand man zwei Einträge aus den Jahren 2010 und 2012, die auf ihn verweisen. Einmal ging es um ein...

René Heilig

CSU-Schlussfolgerung: Her mit dem starken Staat!

Noch während die Polizeiaktion am Münchner Einkaufszentrum im Gange war, fragten Medien Politiker nach Konsequenzen. Die so begonne Debatte ist fern von Sub- stanz. Sie verunsichert zusätzlich.

ndPlusRudolf Stumberger, München

München am Tag danach

Am Wochenende nach dem Amoklauf überwogen noch Gefühle. Doch mit Beginn der neuen Woche werden Zuständige über Schlussfolgerungen nachdenken müssen.

Seite 3

Tataren, Touristen und Bauleute

Die größte Halbinsel des Schwarzen Meeres verzeichnet eine wechselvolle Geschichte, als ihre Namensgeber werden die Tataren vermutet. Deren Nachfahren wurden während des Zweiten Weltkrieges von Sowjetführer Josef Stalin der Kollaboration mit den deutschen Faschisten beschuldigt und in weit entfernte Teile der Sowjetunion deportiert. Zum 72. Jahrestag der Vertreibung, der mit Gebeten und Gedenkvera...

ndPlusUlrich Heyden, Jalta

Zarenschlamm für deutsche Rentner

Die Krim ist ein Magnet für russische Touristen. Auch Ukrainer kommen immer noch, als Urlauber und wegen der höheren Löhne als Arbeitsmigranten.

Seite 4
Roland Etzel

Vorrang hat der Deal

Unionsfraktionschef Kauder, sonst einer der eifrigsten Befürworter von Sanktionen war kaum misszuverstehen: Solange Erdogan den schmutzigen Flüchtlings-Deal nicht aufkündigt, kann er wüten, wie es im beliebt.

ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Probleme mit dem Frieden

So ziehen seit Wochen Zehntausende Gläubige durch das Land und sind im Gebet für Frieden vereint. Dies sei das einzige Ziel der Prozessionen, versichert die ukrainisch-orthodoxe Geistlichkeit des Moskauer Patriarchats,

ndPlusRegina Stötzel

Nacht der langen Waffen

Heute erfahren Menschen in Minutenschnelle von Ereignissen, egal, wo sie sich befinden. Informationen von Passanten können Ermittlern nützen, aber auch Tätern. Das kann Schutz bedeuten - oder Panik verstärken.

ndPlusMartin Ling

Klartexter

Den von der UNO-Vollversammlung gewünschten formalen Kriterien entspricht er nicht: António Guterres. Denn die Generalversammlung hatte gefordert, dass die Kandidaten für die Nachfolge von Ban Ki-Moon als UN-Generalsekretär zwei Kriterien erfüllen sollten: Frau und aus Osteuropa. Guterres ist ein Mann und ein Portugiese. Trotzdem setzte er sich in einer ersten Abstimmungsrunde im UN-Sicherhei...

Holger Wicht

Schließt die Lücken - jetzt!

Es ist möglich, Aids noch besser in den Griff zu bekommen. Alle nötigen Instrumente stehen zur Verfügung. Eigentlich. Denn soziale Defizite und die Stigmatisierung der Betroffenen blockieren den Kampf gegen HIV.

Seite 5
Reiner Oschmann

Clinton & Compagnons

Hillary Clinton, willensstarke Opportunistin und schwache Wahlkämpferin, organisiert für das Duell mit Donald Trump Hilfe.

ndPlusMax Böhnel, Philadelphia

Mittelfinger für Sanders

Die Nominierung der ersten Präsidentschaftskandidatin einer großen Partei in der US-Geschichte steht im Mittelpunkt des Parteitages der Demokraten, der an diesem Montag beginnt.

Seite 6
Kerstin Ewald

Ein Camp am Übungsplatz

»Schnöggersburg« erhält Besuch. Ab Montag protestieren Militärgegner vor dem modernsten Übungsplatz der Bundeswehr.

ndPlusHagen Jung

Die Anderen zur Landtagswahl

SPD, CDU, die LINKE, die Grünen und die NPD sitzen im Schweriner Landtag und wollen auch wieder hinein. Daneben hoffen zwölf weitere Parteien auf Wählerstimmen bei der Landtagswahl im September.

Seite 7

Kämpfe um Manbidsch

Der Kampf um die nordsyrische Stadt Manbidsch dauert an. Russland räumt enen offenbar versehentlichen Angriff auf eine US-Basis in Syrien indirekt ein.

Jan Keetman

Der Rechtsstaat wird geschleift

Erdogan zieht durch: Laut einem Dekret vom Samstag schließt der türkische Staat 1043 Privatschulen, 1229 Vereine und Stiftungen, 19 Gewerkschaften und Verbände und 35 Gesundheitseinrichtungen.

Seite 8
Oliver Eberhardt, Tel Aviv

Netanjahus Knüppel gegen widerborstige Abgeordnete

In Israel können künftig Abgeordnete aus dem Parlament ausgeschlossen werden. Kritiker werfen der Koalition vor, mit dem Gesetz die arabischen Parlamentarier einschüchtern zu wollen.

ndPlusAlfred Michaelis, Vientiane

Wellengang am Südchinesischen Meer

Das ASEAN-Treffen in Laos ist am Montag US-Außenminister John Kerry eine Reise wert. Der Amtskollege aus Peking wird ebenfalls erwartet, schließlich geht es auch um das Südchinesische Meer.

Seite 9
ndPlusDieter Janke

Vorzeige Start-up abgestürzt

Einst galt die Leipziger Medienholding Unister als Vorzeige-Start-up. Nach dem Tod ihres Gründers Thomas Wagner ist die Existenz gefährdet. Der Hintergrund liest sich wie ein Wirtschaftskrimi.

ndPlusDenis Trubetskoy, Kiew

Fragwürdige Kohlegeschäfte

Das Kohlegeschäft mit den selbst ernannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk macht Schlagzeilen. Ukraines Energieminister Ihor Nassalyk und das Staatsunternehmen Zentrenergo stehen unter Druck.

Seite 10

Argumente

»Das ist doch kein Sexismus, das ist doch ein Kompliment …« Wer Sexismus zum Thema macht, hört nicht selten solche Sätze. Sie geben deutlich zu verstehen: Hier gibt es kein Problem, hier muss über nichts gesprochen werden. Und wenn es hier ein Problem geben sollte, dann ist es dein privates. Doch Sexismus ist in unserer Gesellschaft allgegenwärtig. Wer Sexismus thematisiert, stellt immer auch die ...

Anna Schiff

Ich bin doch kein Sexist, aber ...

Sexismus ist in unserer Gesellschaft allgegenwärtig. Gleichwohl ist es schwer, Sexismus da zu benennen, wo er auftaucht. Aber was ist das eigentlich: Sexismus?

Seite 11

Rassistische Übergriffe

Am Wochenende meldete die Polizei drei rassistische Übergriffe. In der Nacht zum Samstag soll eine siebenköpfige Gruppe zwei Männer in der Libauer Straße in Friedrichshain zunächst rassistisch beleidigt und anschließend mit Bierflaschen attackiert haben. Zwei mutmaßliche Angreifer wurden vorübergehend festgenommen. In Friedenau soll ein 58-Jähriger am Freitagabend rassistische und volksverhetzende...

Schlusslicht bei Investition

Berlin hat im Vergleich der Bundesländer den geringsten Anteil öffentlicher Investitionen an den Gesamtausgaben. Die Investitionsquote lag nach Berechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im vergangenen Jahr bei 7,4 Prozent nach 7,2 Prozent im Jahr 2014. Berlin war demnach aber das einzige Bundesland, dem es gelang, seinen Anteil zu erhöhen. Bei Ländern und Gemeinden flossen im Bundesdu...

Eine Wirtschaft, zwei Länder

Selbstverständlich haben Berlin und Brandenburg jeweils eigene Interessen. Darüber können auch die gute Nachbarschaft und die vielfältigen Kooperationen nicht hinwegtäuschen. Die Konkurrenz von Hauptstadt und Umland ist jedoch nicht mehr zeitgemäß. Denn während in der Hauptstadt die Wohnungen knapp sind, könnte in Brandenburg der Speckgürtel noch dicker werden. Hinter der Stadtgrenze setzen sich S...

Jérôme Lombard

Pride mit Sicherheit

Zum Abschluss der Pride Week zog die Parade zum Christopher Street Day bunt und laut durch die Hauptstadt. Ein Großaufgebot der Polizei sicherte den Umzug.

Seite 12
Marisa Janson

Schwarze Leben zählen, auch hier

Hunderte Menschen demonstrierten am Freitag gegen rassistische Diskriminierung, als auch strukturellen Rassismus in Deutschland. Schwarze Einzelpersonen sowie Menschen aus Institutionen wollen sich vernetzen.

ndPlusSteffi Bey

Üben, was man instinktiv kann

In der vereinseigenen Werkstatt entstehen die sensorischen Elemente, die zum Mitmachen einladen. Die Bilanz nach zehn Jahren: bis zu 16 000 Besucher kommen jede Saison.

Tomas Morgenstern

Wie der Stahl entwertet wurde

Rund 10 000 Menschen produzierten in Brandenburg/Havel Stahl für die DDR-Volkswirtschaft. 1993 wurden die alten Anlagen stillgelegt. Doch die Stadt konnte sich als Industriestandort behaupten.

Seite 13

»Luther-Tomaten« auf Knopfdruck

Wittenberg. Tomaten werden am in einem Automat auf dem Gelände der Wittenberg Gemüse GmbH in Wittenberg (Sachsen-Anhalt) den Kunden angeboten. Auf 15 Hektar reifen hier unter Glas die nach dem Reformator Martin Luther benannten »Luther-Tomaten«.Wegen des Standorts Wittenberg, wo der Reformator Martin Luther seine Thesen gegen den Ablasshandel an die Schlosskirche schlug, wird das Gemüse als »Luthe...

Der Namensgeber für das SPD-Haus

Vor etwas mehr als 110 Jahren wurde Herbert Wehner in Dresden geboren: am 11. Juli 1906 als Sohn eines Schuhmachers. Dank eines Stipendiums konnte er eine kaufmännische Lehre absolvieren. Mit 17 begann er sich politisch zu engagieren, mit 27 ging er in die KPD, wurde Funktionär und ging 1937 ins Sekretariat der Komintern nach Moskau, 1941 dann nach Schweden. Ab 1946 machte er in der SPD Karriere, ...

ndPlusFriederike Marx

Vergessen, versteckt, verloren

Die Deutsche Mark hat seit der Euro-Einführung vor mehr als 14 Jahren als Zahlungsmittel ausgedient. Doch Mark und Pfennig sind immer noch beliebt - auch im Ausland. Als Schatztruhe erwies sich ein hölzerner Werkzeugkasten, den ein Luxemburger beim Ausräumen im Keller seines verstorbenen Vaters fand, wie die Deutsche Bundesbank berichtet. Beim Transport sei der alte Werkzeugkasten zerbrochen, aus ...

Hendrik Lasch, Dresden

Ein Haus für Onkel Herbert

Über 20 Jahre ist die Idee alt, jetzt wird gebaut: Die SPD errichtet in ihrer einstigen Hochburg Sachsen ein »Herbert-Wehner-Haus«.

Seite 14

Liebe & Jazz

»Ich dachte, solche Sänger existieren nicht mehr. Ich habe mich geirrt. José James erinnert uns daran, warum wir Musik so sehr lieben«, sagt der legendäre britische Disc Jockey und Musikliebhaber Gilles Peterson, der vor allem für die Verschmelzung von Jazz mit Clubmusik bekannt ist. Tatsächlich hat der in New York aufgewachsene Jazz-Sänger José James, der sich auch beim Neo-Soul, beim Schlunzrock...

Skulpturen statt Bären

Im einstigen Berliner Bärenzwinger am Köllnischen Park könnten künftig Skulpturen stehen oder Ausstellungen gezeigt werden. Der Bezirk Mitte solle eine solche Zwischennutzung für das 600 Quadratmeter große Gelände prüfen und ein Konzept erstellen, berichtete die »Berliner Morgenpost« am Sonntag über einen Beschluss der Bezirksverordneten.Zitiert wurde Bezirksstadtrat Carsten Spallek (CDU) mit den ...

Ineinander verkantete Körper

Tango! Brennende Leidenschaft! Unbewegliche Mienen! Ineinander verkantete Körper!Bei «Tango Pasión - Argentinische Klänge» spielen Vladi Corda (Violine) und Konstantin Manaev (Cello) gemeinsam mit dem Berliner Residenz-Orchester die schönsten Stücke des argentinischen Komponisten Astor Piazzolla, des spanischen Pianisten und Liszt-Schülers Isaac Albéniz und des Tango-Komponisten Carlos Gardel. Neb...

ndPlusJürgen Amendt

Trimm Dich mit Merkel

Der laut geäußerte Gedanke, dass früher nicht nur alles anders, sondern auch besser war, ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass man alt wird. Früher hieß Joggen zum Beispiel noch Dauerlauf, und dieser wurde meistens von Männern auf sogenannten Trimm-Dich-Pfaden betrieben, die beim Ausdauersport weite Baumwollhosen und schlabbrige kurzärmlige Baumwollhemden trugen. Beim Laufen schwitzte man, und ...

Wenn der Hafen versandet

Schlick gehört zur Nordseeküste wie Ebbe und Flut. Mit den Gezeiten verteilt sich die zähe Masse - mehr oder weniger. Eingriffe in diese natürlichen Abläufe sind kompliziert und kosten meistens viel Geld.

Dieter Hanisch, Kiel

Richterfauxpas lässt Prozess platzen

Gäbe es eine juristische Hitliste in Sachen Pleiten, Pech und Pannen, der jetzt in Kiel geplatzte Prozess um vermeintlich betrügerische SMS-Flirtchats hätte beste Aussichten auf die Spitzenposition. Wegen eines Fehlverhaltens durch einen Berufsrichter und einen Schöffen wurde einem Befangenheitsantrag der Verteidigung stattgegeben, was zugleich das Aus der seit knapp sieben Jahren andauernden Mamm...

ndPlusRainer Könen

Romeo im Pferdestall

Auf einem 150 Jahre alten Hof bei Bischofswerda erfüllt sich Schauspieler Jethro D. Gründer seinen Traum vom eigenen Theater. In einem alten Pferdestall wird gespielt und gesungen.

Klaus Hammer

Eine Feier des Stadtlebens

Stadtbilder stellt man sich meist als dunkle, dramatische Darstellungen großer Gebäude unter rauchschwarzem Himmel vor. Doch Peter Renschs Bilder sind ganz anders. Sie strahlen in leuchtenden Farben und scheinen eine Feier des Stadtlebens zu sein, in der die Gestalten sich sicher und selbstverständlich bewegen. »Sonntag im Park« (1991, Acryl auf Leinwand) - vor diesem großformatigen Bild verweilt ...

Seite 15
Wolfgang Hübner

Mosekunds Montag

Im Stadtpark traf Herr Mosekund einen Bekannten, der auf dem Teich sein neues Modellschiff ausprobierte. Der Bekannte hatte monatelang daran gebastelt; Herr Mosekund hatte ihn mehrfach besucht und ihm zahlreiche wertvolle Tipps gegeben. Er war auch dabei gewesen, als der Bekannte das fertige Schiff auf den Namen »Hoffnung« getauft hatte, denn er wollte damit an einer Regatta teilnehmen. Nun beobac...

Pegida gekapert

Die Facebook-Seite des islamfeindlichen und rassistischen Pegida-Bündnisses ist offenbar gekapert worden. Der Slogan »Zeig Rassismus die rote Karte« prangte am Freitagabend auf der Seite, die Unbekannte offensichtlich nach der Entfernung der offiziellen Pegida-Seite durch Facebook mit dem alten Namen neu angemeldet hatten. »Es ist endgültig! Pegida wurde von Facebook gesperrt. Und damit der Lutz (...

Goethe billig abzugeben

Die Klassik-Stiftung Weimar ist bei den Forschungen zur Herkunft von in der Nazi-Zeit erworbenen Kunstgütern aus jüdischem Besitz auch auf geraubten Besitz anderer NS-Opfer gestoßen. Bei den Recherchen wurden rund 600 Bücher aus Bibliotheken politischer Nazi-Gegner wie Sozialdemokraten und Gewerkschaften entdeckt, wie der MDR berichtete. Die Stiftung untersucht die Herkunft von Kunstgütern in ihre...

ndPlusWolfgang Hübner

Hört Kirchmann!

Worüber singt ein Mann von 64 Jahren? Man kann sich ja nicht ein Leben lang bis ins gesetzte Alter nur mit der ersten, zweiten, dritten Liebe beschäftigen. Auch, aber nicht nur. Rainer Kirchmann singt von Trauer und Abschied, unter anderem. Den Text hat Annette Berr beigesteuert, Schriftstellerin und Sängerin, deren musikalischer Begleiter Rainer Kirchmann einige Jahre lang war. Inzwischen gehen s...

Hans-Dieter Schütt

Der ungewisse Vorsprung

Unsicherheit spüren wir inzwischen beim Betreten jedes Bahnhofes, jedes Restaurants, jedes großräumigen Shopping-Pferchs. Oder? Oft nur ganz kurz und natürlich gegen unser Bewusstsein: Abchecken, Körperscan.

Seite 16

Mehr Angst

Zum dritten Mal will Hollywood die Kinozuschauer mit »Blair Witch« zum Gruseln bringen. In San Diego wurde der erste Trailer für den Horrorfilm vorgestellt. Der Film soll Mitte September in den USA und im Oktober in Deutschland starten. 1999 hatten zwei Jungregisseure mit dem billig gedrehten Horrorfilm »The Blair Witch Project« einen Überraschungshit geliefert, der weltweit knapp 250 Millionen Do...

Mehr Faxen

Der Lieder- und Faxenmacher Wolf Biermann hat »auch dem gutgläubigsten und strapazierfähigsten Publikum längst die armen Trommelfelle gestrichen vollgemacht« (Wiglaf Droste), macht aber, wie’s aussieht, eisern weiter.Im Oktober stellt er - wenn sich bis dahin niemand findet, der sich erfolgreich dagegen wehrt - in Berlin seine Lebensgeschichte vor. Unter dem Titel »Warte nicht auf bessere Zeiten« ...

Mehr Energie

Die Performance-Künstlerin Marina Abramovic (69) will nicht in ihrer Heimatstadt New York sterben. »Wenn ich alles satt habe und müde bin, werde ich in ein Kloster nach Indien gehen. Du gibst ihnen Geld, und sie kümmern sich um dich«, sagte sie dem Berliner »Tagesspiegel« (Sonntag). Im November wird die in Serbien geborene, weltweit gefeierte Künstlerin 70 Jahre alt. »Ich will 100 werden«, sagte s...

Björn Hayer

Verliebt in das Verliebtsein

Es ist ein Schreiben im Exzess, ein Fabulieren und Imaginieren, das weder Anfang noch Ende kennt. Kurzum: In Friederike Mayröckers schier uferlos angewachsenem Œuvre gibt es nur eine Gleichung: Existenz ist Poesie, voll und ganz. Thomas Bernhard nannte sie einst in seinem Abrechnungsroman mit der österreichischen Bourgeoisie, »Holzfällen. Eine Erregung« (1984), hämisch die »Schreker«, die als Sinn...

Waldemar Kesler

Mit Comics alt werden

Ohne »Love and Rockets« wäre das ganze Medium heute wesentlich uninteressanter. Die zwei jetzt erschienenen Bände lassen zwar nur einen Schlüssellochblick in dieses Universum zu - aber der sollte ausreichen.

Seite 17

Film erlaubt

Der Gladbecker Gangster Hans-Jürgen Rösner ist vor dem Kölner Oberlandesgericht mit dem Versuch gescheitert, einen ARD-Film über das Geiseldrama vor 28 Jahren verbieten zu lassen. Wie ein Sprecher am Freitag mitteilte, wies das Oberlandesgericht eine Beschwerde Rösners gegen eine Entscheidung des Landgerichts Aachen zurück, das dem Geiselnehmer Prozesskostenhilfe für ein entsprechendes Verfahren v...

Mehr Glotzer

Bezahlfernseh- und -Video-Anbieter wie Sky oder Netflix haben Umsatz und Abozahlen in Deutschland deutlich gesteigert. Wie der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) am Donnerstag in München mitteilte, stieg die Zahl der Pay-TV-Abonnenten im vergangenen Jahr auf 7,4 Millionen und dürfte dieses Jahr weiter auf 7,8 Millionen wachsen. Die Umsätze legten um zwölf Prozent auf 2,5 Milliarden Eu...

Nochmal groß rauskommen

Der Kriminalpsychologe Jens Hoffmann hat die Medien bei der Berichterstattung über Terroranschläge und Attentate wie dem in Nizza zur Zurückhaltung aufgefordert. Die Bilder, aber auch der Wettkampf zwischen den Medien bei schnellen Vor-Ort-Berichten hätten einen hohen Nachahmungseffekt, sagte Hoffmann der Zeitschrift »Publik-Forum« (Ausgabe vom 22. Juli). Hoffmann leitet in Darmstadt das Institut ...

Jan Freitag

Nichts für labile Mägen

Stimmt ja, da war doch was, ein Loch im kollektiven Gedächtnis, das vom Fernsehen bisher nicht gestopft wurde. Und damit ist weder die Sprachlosigkeit von BR-Korrespondent Jandl nach dem Axt-Angriff im Regionalzug gemeint noch die seiner »Tagesschau«-Kollegen, als der Amoklauf von München noch lief, sondern ein älteres Ereignis: 1988, Gladbeck, das Geiseldrama aus Zeiten, als solch eine Horrormeld...

Seite 18

Willkommen in Barra

31 Hochhäuser, 3604 Apartments: Am Sonntag wurde das Olympische Dorf in Rio de Janeiro eröffnet. Mehr als 10 000 Sportler werden dort während der Sommerspiele wohnen - zusammen mit Trainern, Betreuern und Ärzten werden zwischen dem 5. und 21. August rund 18 000 Menschen das neu bebaute Areal im Westen Rios bevölkern. Der Olympiapark, wo die meisten Wettkämpfe ausgetragen werden, ist nur 1,5 Kilome...

Tom Mustroph

»Mut zahlt sich aus«

Zweiter Platz in Paris - ein Traum, Pflichterfüllung oder Glück für Sie?Das Podium war unvorstellbar für mich. Mir fällt es immer noch schwer, das zu realisieren. Alles ist sehr schnell nach meinem Etappensieg geschehen. Andererseits kenne ich das Gefühl, auf dem Podium in Paris zu stehen. 2014 stellten wir die beste Mannschaft. Im letzten Jahr wurde ich als aktivster Fahrer geehrt.Was war Ihr sch...

ndPlusTom Mustroph, Paris

Überlegen, aber nicht heroisch

Früher musste viel am unsicheren Fahrstil von Christopher Froome gefeilt werden. Später hatte er nur noch Imageprobleme. Ein ganz Großer ist der Brite trotz seiner großen Tourerfolge noch immer nicht.

Seite 19
Ulrike Weinrich, Straßburg

Lehrreiche Lektion vor Olympia

Das Gewitter über Straßburg hatte sich gerade verzogen, da erlebten die deutschen Handball-Europameister ihr Donnerwetter. Bundestrainer Dagur Sigurdsson stapfte nach dem 19:25 (8:12) beim Vierländerturnier gegen den ehemaligen Europameister Dänemark wutentbrannt in die Katakomben und las seinen lahmenden Schützlingen in den folgenden 15 Minuten die Leviten. Doch irgendwie hatte es den Anschein, a...

ndPlusUlrike John, London

Usain Bolt läuft gegen den »Rost«

Die olympischen Leichtathletik-Wettkämpfe werden wieder zur großen Bühne von Usain Bolt: Der Jamaikaner hat seine Oberschenkelzerrung auskuriert und hofft auf sein drittes Gold-Triple.

ndPlusTom Mustroph

Russische Sportler dürfen starten

Am Sonntagnachmittag entschied das IOC, Russland nicht komplett von Olympia auszuschließen. Das Zulassungsprozedere für die Reise nach Rio ist für russischer Sportler allerdings aufwendig.

Seite 20
Reiner Oschmann

Hitze, Dürre und Borkenkäfer

Der US-Bundesstaat Kalifornien erlebt das fünfte Jahr landesweiter Trockenheit. Die Bäume sind ohne Wasserversorgung und werden zunehmend von Ungeziefer wie dem Borkenkäfer befallen.

ndPlusHans-Ulrich Keller

Planetentanz und Sternschnuppen

Mehrere Planeten überholen sich im Juli am Nachthimmel. Spektakulär wird nach Astronomenvorhersage jedoch der Sternschnuppenstrom der Perseiden, mit Lichtstreifen aus allen Richtungen.