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Härtere Gangart gegen Kohlegegner

Potsdam. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) will weitere Aktionen wie »Ende Gelände« im Lausitzer Tagebau Welzow-Süd nicht dulden. Umweltaktivisten hatten das Braunkohleabbaugebiet zu Pfingsten für 24 Stunden besetzt und den Nachschub für das Kraftwerk »Schwarze Pumpe« blockiert. Dabei kam es zu Auseinandersetzungen. »Das hilft niemandem, auch nicht dem Klimaschutz«, sagte der Min...

UNTEN LINKS

Ab und zu wird in der politischen Debatte der böse Vorwurf der Geschichtsvergessenheit vorgebracht. Da loben wir uns das Düsseldorfer Verwaltungsgericht, das jetzt ein geradezu vorbildliches historisches Bewusstsein demonstrierte. Es urteilte, dass Anwohner der Straße Auf’m Rott Gebühren für die Asphaltierung eben dieser Straße zahlen sollen. Nur weil die Baumaßnahme schon 1937 stattfand, dachten ...

Umweltverbände beschweren sich

Berlin. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) reicht zusammen mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) bei der EU-Kommission in Brüssel Beschwerde gegen Deutschland ein. Ziel sei, dass die EU ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eröffne, teilten die Umweltverbände am Donnerstag mit. Sie kritisieren, dass die Maßnahmen aus Deutschland nicht ausreichten, um das Ziel von 1,5 Prozent Ener...

Keine Steuern für Ostrenten

Berlin. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will die von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) geplante Angleichung der Ostrenten an das Westniveau nicht aus Steuermitteln finanzieren. Das Bundesfinanzministerium habe in einem auf Staatssekretärsebene gebilligten Schreiben darauf hingewiesen, dass die Ost-West-Rentenangleichung keine prioritäre Maßnahme im Sinne des Koalitionsvertrags sei...

ndPlusVelten Schäfer

Im Krieg, meinetwegen

Merkel hat - wenn auch in skurriler Beiläufigkeit - vom Kampf »oder meinetwegen Krieg« gegen den islamistischen Terrorismus gesprochen. Und so Offenheit gezeigt für eine neue Debatte über Inlandseinsätze der Bundeswehr.

Merkel mahnt, Erdogan säubert

Berlin. Nach dem Putschversuch in der Türkei vor zwei Wochen schwimmt Präsident Recep Tayyip Erdogan mit seinen drakonischen Maßnahmen gegen Oppositionelle auf der Zustimmungswelle eines großen Teils seiner Landsleute. Auch in Deutschland sammeln sich seine Anhänger am Wochenende zu einer Demonstration in Köln. Dagegen demonstrierte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag ihre Distanz gegenübe...

ndPlusMartin Ling

Chile: Folter mit Kenntnis des BND

Der Bundesnachrichtendienst (BND) soll bereits seit 1966 von »KZ-ähnlichen« Methoden in der von Deutschen gegründeten Sektensiedlung »Colonia Dignidad« in Chile gewusst haben. Das geht aus mehreren Akten hervor.

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Klaus Joachim Herrmann

Die Russen kommen

Russlands Präsident im US-Wahlkamp? Die »sowjetische Bedrohung« wird propagandistisch abgelöst von der »russischen Bedrohung«, das Reich des Bösen vom Leibhaftigen. Das kann (welt-)brandgefährliche Folgen haben.

Ralf Klingsieck, Paris

Aus Rechtsstaat soll rechter Staat werden

Ausnahmegesetze, Vorbeugehaft, Hausarrest und Ausweisungen - das sind Vorschläge der rechten Opposition zur Sicherheitspolitik. Ihr zynischer Propagandafeldzug bringt die regierende Linke in Bedrängnis.

ndPlusAert van Riel

Gewehr bei Fuß

Bundeskanzlerin Merkel will den Hardlinern in den Unionsparteien entgegenkommen. Nach den Anschlägen in der vergangenen Woche sprach sie sich für gemeinsame Übungen von Bundeswehr und Polizei aus.

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ndPlusKerstin Ewald

Doch keine Pflugscharen

Wie begegnet man Hochrüstung und Militarisierung? Immer ist da auch die Frage nach einem Ausweg, nach dem Umgang mit den vorhandenen Kapazitäten, dem wirtschaftlichen Gewicht der Rüstungsindustrie und nach Arbeitsplätzen. Die klassische Antwort der Friedensbewegung lautet: Konversion. Mit diesem Thema, also der sukzessiven Umstellung von Rüstungsbetrieben auf zivile Fertigung, befasste sich auch e...

Hendrik Lasch, Gardelegen

Pegasus ist kein Schlachtross

Seit mehr als 30 Jahren ist der sogenannte Friedensritt fester Bestandteil der deutschen Friedensbewegung. Dieser Tage hilft er in der Altmark beim Protest gegen ein umstrittenes Übungszentrum der Bundeswehr.

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ndPlusSimon Poelchau

Weiter wie bisher

Ganz so gut geht es Volkswagen noch nicht. Der Gewinn des Autobauers ist im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um mehr als die Hälfte abgesackt. Dafür ist VW nun vor Toyota der weltweit größte Autobauer.

Roland Etzel

Erdogans Epigonen

Köln sollte erschaudern, wenn Erdogans Fünfte Kolonne namens Union Europäisch-Türkischer Demokraten am Wochenende dort aufläuft. Doch weder Stadt noch Land haben aus den Wahlkampfshows von 2014 gelernt.

Uwe Kalbe

Buh für Schäuble

Nicht immer muss man Schäubles Opfer bedauern. Nahles' Gesetzesantrag will zwar die Renten angleichen, aber zugleich jenen Faktor abschaffen, der die Einkommen im Osten bei der Rentenberechnung höher bewertet.

Guido Speckmann

Der europäische Mr. Brexit

Die Reaktionen in England waren harsch: Von einer Kriegserklärung sprach der Leitartikler des Boulevardblatts »Sun«, Tom Newton. Eine deutlichere anti-britische Person sei kaum denkbar. Was Newton so in Rage brachte, war die Ernennung des Franzosen Michel Barnier zum EU-Verhandlungsführer für die Austrittsgespräche mit Großbritannien. EU-Kommissionschef Jean-Claude Junker sprach von einer »wichtig...

ndPlusIngar Solty

Nur die Elite um Clinton ist geeint

Die Massenmobilisierung und der Enthusiasmus an der Parteibasis hat so gut wie keine Wiederspiegelung in der Partei und ihren Machtverhältnissen gefunden, keine Brückenköpfe für eine Demokratisierung geschaffen.

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Saisonbedingt mehr

Saisonbedingt stieg die Arbeitslosenquote im Juli leicht um 0,1 Prozentpunkte auf sechs Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen kletterte im Vergleich zum Juni um 47.000 auf 2,661 Millionen.

Roland Bunzenthal

Der lange Weg zum ersten Job

Für Innenminister Thomas de Maizière (CDU) ist die sogenannte Flüchtlingskrise mittlerweile beendet. Nicht so für die Flüchtlinge. Sie haben einen langen Weg hinter und noch vor sich.

ndPlusFabian Lambeck

Leiharbeit auf dem Vormarsch

Die Bundesagentur für Arbeit hat die Zahlen zur Leiharbeit für 2015 veröffentlicht. Das Material zeigt auch, dass das geplante Gesetz zur Regulierung der Branche wirkungslos verpuffen wird.

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Sicherheit durch Stärke

»Sicherheit durch Stärke« nennt die Bayerische Staatsregierung ihr neues Sicherheitskonzept. In den nächsten vier Jahren will man jedes Jahr 500 neue Polizisten einstellen. Neue Dienstwaffen Schutzwesten, ballistische Helme und Fahrzeuge werden bestellt. Illegale Waffen doch interessant Auch die Zentralstelle zu Bekämpfung von Cyberkriminalität soll personell verstärkt werden, um besser ...

René Heilig

Sechsjährige unter Verdacht?

In den Ländern der Europäischen Union will man demnächst schon sechsjährige Kinder, zumal besonders Schutzbedürftige aus Krisenherden, erkennungsdienstlich behandeln. Was hat das mit Terrorprävention zu tun?

ndPlusKarin Leukefeld, Nikosia

Kampf um Wasser und Brot

Der Fokus des syrischen Krieges liegt auf der Stadt Aleppo. Strategisch und politisch wird sie zur entscheidenden Verhandlungsmasse. Die jüngsten Ereignisse um die Stadt scheinen das zu bestätigen.

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Tausende Kinder weltweit im Gefängnis

Washington. In Konfliktgebieten werden Menschenrechtlern zufolge weltweit Tausende Kinder ins Gefängnis geworfen und misshandelt. Minderjährige müssten ohne Anklage teilweise jahrelang hinter Gittern ausharren, weil sie als Sicherheitsrisiko betrachtet werden, heißt es in einem Bericht von Human Rights Watch, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. In Ländern wie Afghanistan, Israel und Nigeria wü...

ndPlusMichael Donhauser, Philadelphia

Trotzig gegen Trump

Die Demokraten hat die Angriffslust gepackt. »Feuer frei auf Donald Trump« heißt es am dritten Tag des Konvents. Präsident Obama möchte seinen Job von Hillary Clinton zu Ende gebracht wissen.

ndPlusRoland Etzel

Türkei im Banne der Gesinnungsjäger

Der türkische Staat setzt auf Härte und drückt beim Rückbau der Demokratie weiter auf ein atemberaubendes Tempo. Auch Deutschland droht Schauplatz von Auseinandersetzungen zu werden, zum Beispiel bei Protesten am Wochenende.

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ndPlusClemens Wortmann, Jerusalem

Internationale Kritik an Israels Siedlungsbau

Mit der Fortführung mehrerer Großprojekte zum Siedlungsausbau in annektierten Palästinensergebieten bei Jerusalem und dem vermehrten Abriss von palästinensischen Neubauten hat die israelische Rechtsregierung scharfe Kritik in den USA, in Deutschland und bei der EU ausgelöst. Die Außenministerien in Washington und Berlin erklärten, sie sähen die israelischen Ankündigungen der vergangenen Tage »mit ...

Franz Altmann, Erbil

Ungewisse Zukunft über Kurdistan

Nach dem Fall Falludschas gehen Beobachter davon aus, dass die irakische Armee bald Mossul angreifen wird, um auch diese Stadt vom sogenannten Islamischen Staat zu befreien. Das könnte Probleme geben.

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Streit über Reaktorbau

Paris. Das umstrittene Projekt zum Bau von zwei Atomreaktoren im britischen Hinkley Point sorgt beim staatlichen französischen Stromriesen EDF für Streit. Vor einer entscheidenden Sitzung des EDF-Verwaltungsrats am Donnerstag in Paris trat ein Mitglied des Gremiums zurück. Er wolle nicht eine Strategie unterstützen, hinter der er nicht stehe, schrieb Gérard Magnin. EDF soll mit dem chinesischen Ko...

VW-Gewinne leiden unter Abgasaffäre

Wolfsburg. Die Abgasaffäre kostet Europas größten Autobauer Volkswagen auch im ersten Halbjahr 2016 merklich Gewinnkraft. Unter dem Strich sackte das Konzernergebnis aus den ersten sechs Monaten um 38 Prozent ab auf 3,46 Milliarden Euro. Das teilten die Wolfsburger am Donnerstag mit. Als neuen Puffer für juristische Risiken aus dem Skandal um Diesel-Manipulationen musste VW aus seinem Gewinn weite...

ndPlusJacob Wirtschafter, Kairo

Ägypten hofft auf den Währungsfonds

Am Samstag kommt eine Delegation des Internationalen Währungsfonds nach Kairo, um einen Kredit über 21 Milliarden Dollar abzuschließen. Ziel ist es, die Inflation und Entwertung des Ägyptischen Pfunds zu stoppen.

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Annika Grah, Wolfsburg

Schluss mit Zwangsstrand?

Drei Wochen frei am Stück - so mancher Arbeitnehmer muss dafür in der Hauptferienzeit hart mit seinem Chef kämpfen. Gerade in der Autoproduktion, wo es noch die klassischen Werksferien gibt, werden Mitarbeiter vielerorts auch unfreiwillig solange in die Ferien geschickt. Doch trotz der Werksferien sind nicht alle Fabriken menschenleer.Bei Volkswagen sind die Mitarbeiter in fast allen niedersächsis...

»Wir wollen die Köpfe und Herzen in den Betrieben erreichen«

Vom 30. September bis 2. Oktober 2016 findet in Frankfurt am Main die Konferenz »Erneuerung durch Streik III« statt. Michael Erhardt ist Mitglied des Vorbereitungskreises. Der erste Bevollmächtigte der IG Metall in Frankfurt will mit der Konferenz frischen Wind in innergewerkschaftliche Debatten bringen. Für »nd« sprach mit ihm Josephine Schulz.

ndPlusHaidy Damm

Kritik unerwünscht

Erste Reaktionen auf die Studie »Labour on Shoestring« über die Arbeitsbedingungen in der Schuhindustrie zeigen: Bis zu einem wirklichen Dialog ist der Weg noch weit.

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Autobrände am Morgen

Am frühen Donnerstagmorgen haben erneut mehrere Autos gebrannt. Die Polizei konnte keine genauen Angaben über die Anzahl der betroffenen Wagen und mögliche Brandursachen machen. Da drei der Brände in Kreuzberg sehr nah beieinander lagen und der Feuerwehr innerhalb weniger Minuten gemeldet wurden, liegt der Verdacht der Brandstiftung nahe. Nach Angaben der Feuerwehr waren sieben Autos von den Bränd...

SPD: Zu spät Gentrifizierung gebremst

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Raed Saleh hat Versäumnisse des rot-schwarzen Senats in der ablaufenden Legislaturperiode eingeräumt. »Wir haben bei der Gentrifizierung zu spät den Hebel umgelegt« sagte der 39-Jährige der »Bild«-Zeitung. Mittlerweile sei die Regierung hier aber auf dem richtigen Weg, meinte Saleh. Angesichts der jüngsten Gewalttaten in Deutschland forderte der SPD-Politiker »eine har...

Träumen wir weiter

Raed Saleh wünscht sich, dass »die Leute wieder träumen«. Etwa von der Begrenzung von Managergehältern und Mieten? Ein Traum hat leider selten etwas mit der Realität zu tun, meint Johanna Treblin.

Jérôme Lombard

Gegen den »Einheitsbrei der Kartellparteien«

Mit einem Fokus auf die Innere Sicherheit will die AfD die Menschen für sich gewinnen. Die Rechtspopulisten geben sich selbstbewusst und streben ein zweistelliges Ergebnis »plus X« an.

ndPlusJohanna Treblin

»Protest muss auf allen Ebenen passieren«

Patrick Binkofski bezeichnet sich als Anarchist und Linksradikaler. Als das Hausprojekt in der Rigaer Straße 94 teilgeräumt wird, fährt er aus Solidarität nach Friedrichshain. Jeden Tag verbringt er dort mehrere Stunden.

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Stellenabbau in Justiz geplant

Potsdam. Die Landesregierung plant einen langfristigen Stellenabbau in den Gefängnissen. Die Sprecherin des Justizministeriums, Maria Strauß, bestätigte am Donnerstag einen Bericht der »Märkischen Allgemeinen«. Die Zahl der Bediensteten soll von derzeit 978 bis zum Jahr 2019 auf 922 heruntergefahren werden. Hintergrund seien Vorgaben für den Landeshaushalt.Der Rechtsexperte der CDU-Fraktion, Danny...

Brandstiftung: NPD-Politiker angeklagt

Nachdem ein geplantes Flüchtlingsheim im vergangenen Sommer in Flammen aufgegangen war, hatten die Ermittler schnell die rechtsextreme Szene in Verdacht.

»Vattenfall sagte: ›Ende Gelände‹«

Erstmals in der Geschichte der Lausitz ging im April ein Braunkohletagebau nicht durch Winterkälte, Revisionen oder Streiks außer Betrieb, sondern weil Demonstranten ihn besetzten. War die Lausitz auf so ein Ereignis vorbereitet? Einige waren schon vorbereitet. Vattenfall hatte den Betrieb im Tagebau Welzow-Süd schon eingestellt, bevor die Demonstranten kamen. Überall in der Region hingen Pla...

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Vorerst keine neue Halde in Giesen

Giesen. Nah dran: der Kaliberg des Bergbauunternehmens Kali und Salz (K+S AG) am Standort Siegfried-Giesen im Landkreis Hildesheim (Niedersachsen). Das stillgelegte Kalibergwerk wird entgegen bisheriger Pläne vorerst nicht wieder in Betrieb genommen, teilte der Düngemittelhersteller aus Kassel mit: Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Marktlage sprächen gegen eine Reaktivierung des Werks...

Immer weniger Mehrgenerationen-Haushalte

Berlin. Haushalte mit mehreren Generationen unter einem Dach werden in Deutschland immer seltener. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Berlin mitteilte, sank die Zahl der Haushalte, in denen drei oder mehr Generationen zusammenleben, zwischen 1995 und 2015 von 351 000 auf 209 000. Das war ein Rückgang um 40,5 Prozent. Damit wohnen nur in 0,5 Prozent aller Haushalte Großeltern, Eltern u...

Jürgen Ruf, Freiburg

Jeder dritte Wohnwagen ist überladen

Wohnwagen müssen auf die Waage. Und werden anschließend auf Diät gesetzt. Weil viele Wohnwagen und Wohnmobile zur sommerlichen Reisezeit überladen sind, verstärkt die Polizei deutschlandweit die Kontrollen. Denn wenn Reisegefährte zu Schwergewichten werden, steigt das Unfallrisiko. Die Polizei will gegensteuern, unter anderem mit Aktionen an den Reiserouten.Ein Autobahnparkplatz südlich von Freibu...

Sebastian Haak, Erfurt

Wie das Zuhause bezahlbar wird

Straßen zu bauen, ist eine langwierige Sache. Thüringens Infrastrukturministerin Birgit Keller baut deshalb vor allem an solchen Projekten weiter, an denen schon ihr CDU-Vorgänger gebuddelt hat.

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Hülsenfrüchte für trockene Böden im Test

Gülzow. Wissenschaftler der Landesforschungsanstalt in Gülzow bei Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern testen den Anbau von Futter- und Körnerleguminosen (Hülsenfrüchten) an regenarmen Standorten. Trockenheit im Frühsommer sei vor allem in den östlichen Landesteilen ein Problem, teilte das Agrarministerium am Donnerstag mit. So müssten Landwirte in Vorpommern häufiger mit Ertragsausfällen rechnen, sa...

Stendaler Wahlaffäre zieht Kreise

Magdeburg. Sachsen-Anhalts SPD-Chef Burkhard Lischka hat Landtagspräsident Hardy Peter Güssau (CDU) aufgefordert, umgehend den Vertuschungs-Vorwurf in der Stendaler Wahlfälschungs-Affäre auszuräumen. »Erklären Sie sich schnellstmöglich gegenüber der Öffentlichkeit«, sagte Lischka am Donnerstag in Magdeburg. »Legen Sie alle Fakten auf den Tisch.« In Stendal sollen Hunderte Stimmen von Briefwählern ...

Schultütenland Sachsen

Der Schulanfang ist ein ganz besonderer Tag im Leben und die Schultüte fester Bestandteil dieser Tradition. Deutschlandweit gibt es vier große Schultüten-Produzenten - drei davon liegen in Sachsen.

ndPlusHermannus Pfeiffer

Wenn der letzte Dorsch gefangen ist

Wieder einmal warnen Umweltschützer vor der Überfischung der Ostsee. Der Bestand des Dorsches in der westlichen Ostsee steht offenbar vor dem Untergang. Politiker suchen nach neuen Lösungen für die Fischer.

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Sensibler Austausch

Das Bundeskartellamt hat gegen die Betreiber von drei Fernsehstudios Bußgelder in Höhe von insgesamt 3,1 Millionen Euro verhängt. Vertreter der Unternehmen hätten sich zwischen September 2011 und Dezember 2014 regelmäßig über Preise, Angebotsinhalte und andere sensible Informationen ausgetauscht, erklärte das Kartellamt am Mittwoch in Bonn. Ausgelöst habe die Ermittlungen der Studiobetreiber MMC S...

Türkische Journalisten ausgezeichnet

Für ihren Einsatz für die Meinungsfreiheit werden die regierungskritischen türkischen Journalisten Can Dündar und Erdem Gül mit dem Hermann-Kesten-Preis der deutschen Schriftstellervereinigung PEN ausgezeichnet. Sie stellten sich vehement gegen den Kurs des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan, der die Türkei mit seinem Kurs zu einem autokratischen System umbaue, teilte das PEN-Zentru...

ndPlusMichael Saager

Im Wald mit Burt Bacharach

Mit kurzen Pausen haben JaKönigJa es nicht so. Zwischen »Tiefsee« und »Ebba« lagen sieben Jahre, zwischen dem letzten Album »Die Seilschaft der Verflixten« und dem soeben erschienenen »Emanzipation im Wald« liegen sogar acht. Die Veröffentlichungspraxis von Ebba und Jakobus Durstewitz aus Hamburg ist gewissermaßen schönster Anti-Mainstream. Wie Musik, Texte und Gesang passt sie hervorragend zu jen...

ndPlusOliver Eberhardt

Verhüllter Protest in der Knesset

Es ist das wohl berühmteste Kunstwerk Israels: Direkt hinter dem Rednerpult im Plenarsaal des Parlaments gelegen, wurde vor dem Wandrelief »Bete für den Frieden von Jerusalem« über die Jahre hinweg viele Stunden darüber gestritten, wie jüdisch, wie rechts, wie links der Staat Israel sein soll; es wurde um Friedenspläne gerungen, und über Kriege gestritten. Doch der Künstler, der das Werk 1966 gesc...

Christian Baron

Die fabelhafte Welt der Visionen

Seit 25 Jahren bereichert die „Endmoräne“ die Kunstlandschaft in Brandenburg. „...und die wunderliche Welt dreht sich weiter“ heißt ihre aktuelle Sommerausstellung, die ideenreich mit lokalen Geschichten spielt.

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ndPlusJörg Hafkemeyer

Es war eine wunderschöne Revolution

Nicaragua im Sommer 1976. Der katholische Priester Ernesto Cardenal ist 51 Jahre alt und lebt auf einer Insel im Großen See von Nicaragua - auf Solentiname. Er ist gerade zum Priester geweiht worden. In der Hauptstadt Managua regiert der Diktator Somoza mit seinem Clan. Die Wut auf diese Regierungsclique im Land nimmt zu; im Untergrund formiert sich die sandinistische Befreiungsbewegung FSLN. Noch...

Stefan Kleie

Die Fantasie an die Macht!

In seinem neuen Buch „Bürokratie. Die Utopie der Regeln“ geht der Ethnologe David Graeber weder besonders systematisch noch theoretisch vor. Dafür präsentiert er sympathische Ideen, die es wert wären, erprobt zu werden.

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Jürgen Amendt

Wie ein Blitzeinschlag

Die Gefahr, wegen eines Terroranschlags ums Leben zu kommen, ist vergleichbar mit dem Risiko, durch einen Blitz getroffen zu werden. Dennoch wollen viele Menschen möglichst viel über solche Ereignisse erfahren.

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Kein Tor, kein Tor, kein Tor

Lassen Sie uns auf eine kleine Zeitreise gehen. 30. Juli 1966: Was war das für ein Tag? Können Sie sich noch an Ihre Gefühlslage damals erinnern? Es war der Tag, an dem wir in England Weltmeister werden wollten. Die Anspannung war schon groß. In England gegen England ist das ja nicht ganz so einfach. Im Spiel hatten wir dann auch immer ein gutes Gefühl, dass wir es schaffen. Und wenn nicht, d...

ndPlusReiner Oschmann

»Die Welt kann uns mal!«

Englands Fußball befindet sich seit dem WM-Titel vor 50 Jahren in der Krise. Damals wurde die globale Entwicklung des Fußballs ignoriert. Heute wird der mit ausländischen Starspielern bestückten Premier Leauge die Schuld gegeben.

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Irina Wolkowa, Moskau

Auswandern ist eine Alternative

Auch wenn sie nur halbherzig sind: Die Sanktionen des Internationalen Olympischen Komitees nach Berichten über ein staatliches Dopingsystem treffen Russland hart. Ein Aderlass an Athleten wird befürchtet.

ndPlusDenis Trubetskoy, Dnipro

Legende in Not

Noch 2015 schaffte es Dnipro ins Finale der Europa League. Nun steht der Verein des mächtigen Oligarchen Ihor Kolomojskyj vor dem Aus. Die neue Saison der ukrainischen Liga könnte Dnipros letzte sein.

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Rabiater Anwohner

Nabburg. Die Suche nach virtuellen Pokémon-Figuren vor seinem Haus hat einen Mann in der Oberpfalz zu rabiaten Mitteln greifen lassen. Er schlug mit einem Holzstock auf ein parkendes Auto ein, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Der Schaden wurde mit 500 Euro beziffert. Nach Angaben des Mannes treffen sich seit Beginn des Hypes um das Online-Spiel »Pokémon Go« Tag und Nacht Spieler mit l...

Monsterjagd mit Hindernissen

»Pokémon« ist eine Wortschöpfung aus »Pocket Monster« - Taschenmonster. Das Licht der Welt erblickten sie 1996 in Japan. Sie sind darauf versessen, gegeneinander zu kämpfen. Bisher mit Spielkonsolen - nun aber auch mit Hilfe des Smartphones. Auch hier geht es darum, die Figuren zu fangen und gegeneinander kämpfen zu lassen. Das Neue ist die Standorterkennung auf dem Smartphone. Die »Pokémon« verst...

Pikachu im Krieg

Beirut. Chaled Akil, ein syrischer Künstler, hat den Hype um das »Pokémon Go«-Spiel genutzt, um auf das Leid in seiner Heimat aufmerksam zu machen. Auf seiner Website veröffentlichte Akil Fotomontagen, die die Fantasiewesen aus der beliebten Smartphone-App in Szenen aus dem nun schon mehr als fünf Jahre andauernden Bürgerkrieg in Syrien versetzen. Akils Montagen zeigen etwa ein weinendes Pika...

In der Falle

Tokio. Dumm gelaufen: Auf der Jagd nach kleinen Monstern sind in Japan gleich mehrere »Pokémon Go«-Spieler selbst zu Gefangenen geworden. Weil sie in einer öffentlichen Parkanlage der Stadt Yamagata bis in den tiefen Abend hinein so sehr in das Spiel auf ihren Smartphones vertieft waren, merkten die Spieler nicht, als sich die Tore des Parks wie an jedem Tag schlossen, wie der japanische Fernsehse...

Leiche gefunden

Odense. Auf Pokémon-Jagd hat ein Mann in Dänemark eine Leiche entdeckt. Statt mit seiner Smartphone-App ein virtuelles kleines Monster zu finden, stieß der 49-Jährige an einem Abwasserkanal auf der Insel Fünen auf die Leiche, die nach Angaben der Polizei vom Mittwoch schon länger dort gelegen haben muss. »Es war nicht möglich, Geschlecht, Alter oder Identität festzustellen«, teilten die Beamten mi...

Sucht-Angst

Die Nationalpolizei und die Marine Indonesiens haben ihren Einsatzkräften die Pokémon-Jagd verboten. Man sorge sich, dass die Beamten süchtig nach dem Spiel werden und vergessen könnten, ihrem eigentlichen Job nachzugehen, sagte Polizeisprecher Boy Rafli Amar am Mittwoch. In Indonesien ist das Spiel nicht offiziell verfügbar, kann aber über einen Trick in Internet runtergeladen werden. Das Ve...

Gesunde Jagd für Faule

München. Virtuelle Monsterjagd an der frischen Luft fördert die Gesundheit: Nach Ansicht der Techniker Krankenkasse (TK) in Bayern bringt das Smartphone-Spiel Pokémon Go faule Stubenhocker in Bewegung. »Für das Spiel muss man tatsächlich nach draußen«, sagte Christian Bredl von der TK am Donnerstag. Die Bewegung sei ein prima Präventionsansatz gegen Rückenschmerzen und Übergewicht, betonte er. Exp...

»Kasernen und Schießbahnen sind keine Spielplätze«

Berlin. Mehrfach bereits sind Spieler von Pokémon Go auf der Jagd nach virtuellen Monstern auf Gelände der Bundeswehr eingedrungen - nun warnt das Verteidigungsministerium die Truppe intern vor Sicherheitsrisiken. So waren unter anderem in Niedersachsen drei Spieler auf einen Truppenübungsplatz gelaufen, als dort mit scharfer Munition geschossen wurde. Ein Ministeriumssprecher bestätigte am M...