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UNTEN LINKS

Die Union ist in Aufregung. Ein echtes Novum im Umgang der beiden Schwesterparteien treibt die Mitglieder um. Immer mehr sollen sich die Anzeichen verdichten, dass Horst Seehofer die Kanzlerin zum nächsten CSU-Parteitag Anfang November nicht einladen wird, lautet der empörte Aufschrei. Ja, mei! Dass die beiden nicht miteinander können, gehört inzwischen zum Allgemeingut. Und dass der Zwist irgendw...

Wallonie blockiert CETA-Vertrag

Brüssel. Der Streit mit der belgischen Region Wallonie über das Freihandelsabkommen CETA hält Europa und Kanada weiter in Atem. Der wallonische Regierungschef Paul Magnette wies am Freitag neue Kompromissvorschläge trotz des massiven Drucks der EU als »unzureichend« zurück. Beim EU-Gipfel in Brüssel äußerten Staats- und Regierungschefs und EU-Verantwortliche trotzdem verhaltene Hoffnungen auf eine...

Die BND-Reform ist beschlossen

Berlin. Mit den Stimmen der Regierungsmehrheit hat der Bundestag gestern zwei Gesetze zur Reform des Bundesnachrichtendienstes beschlossen. Sie sollen regeln, wen der Auslandsgeheimdienst ins Visier nehmen darf und wie er kontrolliert wird. Der SPD-Abgeordnete Christian Flisek sprach von einer umfassenden Reform und einem »mutigen Schritt nach vorne«. Das Gesetz sei weltweit einmalig. Die CSU-Abge...

»Reichsbürger« im Behördenvisier

Berlin. Nach den tödlichen Schüssen eines »Reichsbürgers« auf Polizisten in Bayern hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière eine Neubewertung der Anhänger dieser Bewegung angekündigt. Der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Stephan Mayer, brachte eine Beobachtung durch den Verfassungsschutz ins Spiel. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) versprach ein hartes Durchgre...

René Heilig

Vollmacht vom Parlament

Jene, die dem Gesetzentwurf zugestimmt haben, wollen dem Auslandsgeheimdienst nun erlauben, was er bislang vor allem in der sogenannten Fernmeldeaufklärung illegal gemacht hat. Ohne Rücksicht auf Bürgerrechte.

Mord auf dem Meer

Berlin. Als wäre die Überquerung des Mittelmeers mit einem völlig überfüllten Schlauchboot nicht unmenschlich genug, werden Menschen nun offenbar auch gezielt bei der Flucht aus Elend und Krieg im Mittelmeer angegriffen. Die private Hilfsorganisation »SeaWatch« wurde in der Nacht zu Freitag Zeuge eines Vorfalls vor der Küste Libyens, bei dem mindestens vier Menschen getötet wurden. Demnach ka...

ndPlusPeter Nowak und 
Grit Gernhardt

Kein Anruf ohne diese Nummer

Haben Hartz-IV-Bezieher das Recht, ihren Sachbearbeiter persönlich anzurufen? Nein, sagt das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig - und schwächt so die Position Erwerbsloser weiter.

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ndPlusFabian Lambeck

Ein Anruf könnte vieles klären

»Herzlich Willkommen in ihrem SGB-II-Servicecenter!« - diese freundliche Stimme vom Band hört jeder, der sein Jobcenter telefonisch kontaktieren will. Stets muss er die kostenpflichtige Service-Nummer einer Telefonzentrale wählen, denn die Büronummern der Arbeitsvermittler und Fallmanager, die im Ernstfall auch über Sanktionen zu entscheiden haben, werden als Geheimsache behandelt. Das Bundesverwa...

Martin Ling

Gipfel der Unverbindlichkeit

Die Kurzsichtigkeit ist unübersehbar: Gerade mal zwei Staats- und Regierungschefs bequemten sich auf die Weltsiedlungskonferenz der Vereinten Nationen Habitat III in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito.

Simon Poelchau

ABBA für CETA-Gegner

Die europäische Union mache sich »lächerlich«, weil ein kleines Regionalparlament den Freihandelspakt CETA mit Kanada zu Fall bringen könnte, meint der CDU-Europaabgeordneten Elmar Brok.

ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

Der Ausmister

Gebräunt, dunkelblond und noch immer mit einem Händedruck der Unvorbereitete in die Knie gehen lässt, würde Pawel Kolobkow bei einer Casting Show für die »Drei Musketiere« die Konkurrenz wohl ähnlich souverän auf die Plätze verweisen wie bei internationalen Turnieren im Degenfechten. 2000 bei den Spielen in Sydney wurde er Olympiasieger, zudem zwischen 1991 und 2005 sechsmal Welt- und zweimal Euro...

ndPlusMartin Leidenfrost

Im versackenden Friesland

Martin Leidenfrost war im niederländischen Teil Frieslands unterwegs und berichtet von kulturellen Eigenheiten, tagtäglichem Geschehen und Separatismus. Sein Fazit: Die Friesen mussten mal schneidiger gewesen sein.

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Wenig Anlass zu großem Optimismus

Wenn wir in einigen Jahren zurückblicken, könnten die vor einem Jahr von der UNO gesteckten Ziele zur nachhaltigen Entwicklung als Meilenstein verstanden werden. Erste Tendenzen geben jedoch nicht Anlass zu Optimismus.

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Bayern wollen CDU wählen

München. Auf dem Gerichtsweg wollen zwei Wahlberechtigte aus Bayern dafür sorgen, dass die CDU als Alternative zur CSU auch im Freistaat gewählt werden kann. Der Nürnberger Rechtsanwalt Rainer Roth schickte nach einem erfolglosen Vorstoß beim Bundeswahlleiter am Freitag eine Klage zum Verwaltungsgericht Wiesbaden. Auch das ehemalige CSU-Mitglied Michael Kosmala kündigte an, juristisch für die Grün...

AfD plant Wahlkampf mit Robotern

Berlin. Die AfD will im Bundestagswahlkampf 2017 nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins »Der Spiegel« Software-Roboter einsetzen, mit denen automatisiert Botschaften in sozialen Netzwerken verbreitet werden können. »Selbstverständlich werden wir Social Bots in unsere Strategie im Bundestagswahlkampf einbeziehen«, sagte Bundesvorstandsmitglied Alice Weidel dem Magazin. »Gerade für junge Parteie...

Uwe Kalbe

König, Nazi, Polizist - das »Reichsbürgertum«

Bislang galten sie den Sicherheitsbehörden als eher wirre Zeitgenossen - die »Reichsbürger«. Nach den tödlichen Schüssen auf Polizisten in Mittelfranken ändert sich diese Bewertung nun.

René Heilig

Neonazis dürfen Waffen horten

Vor wenigen Tagen erschoss ein rechtsextremer »Reichsbürger« einen Polizisten. Das kann jederzeit wieder passieren - und dann haben Polizisten womöglich Beihilfe geleistet.

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Neue Regeln für Leiharbeit

Berlin. Das neue Gesetz gegen den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen ist aus Sicht der Opposition eine »Mogelpackung«. Die im Bundestag mit Stimmen von Union und SPD beschlossene Reform von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sieht Folgendes vor: Ein Leiharbeiter muss spätestens nach neun Monaten so bezahlt werden wie die Stammbelegschaft im Einsatzbetrieb. Außerdem darf ein Leiharbeite...

Bundestag beschließt Flexi-Rente

Berlin. Längeres Arbeiten im Alter soll nach dem Willen der Bundesregierung attraktiver werden. Der Bundestag verabschiedete am Freitag das sogenannte Flexi-Renten-Gesetz. Begleitend soll mit der Neuregelung die Gesundheitsvorsorge verbessert werden. Beschäftigte bekommen mehr Gestaltungsfreiheit beim Übergang vom Beruf in die Rente - etwa durch eine Kombination von Teilzeitarbeit und Teilrentenbe...

ndPlusDirk Baas, Berlin

Letzter Ausweg: Untergrund

Nach der Machtübernahme der Nazis wurde für Juden die Flucht aus Deutschland immer schwerer. Auch, weil sich andere Länder abschotteten. Ab Oktober 1941 blieb nur der Weg in den Untergrund.

Velten Schäfer

Zersplitterung der Kontrolle

Auf dem Papier gibt es zwei neue Instanzen zur Kontrolle der Geheimdienste. Doch besser wird dadurch nichts, klagt die Opposition.

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Viele Tote bei Protesten in der DR Kongo

Kinshasa. Bei Massenprotesten gegen die Wahlverschiebung in der Demokratischen Republik Kongo sind den Vereinten Nationen zufolge 48 Menschen von staatlichen Sicherheitskräften in Kinshasa getötet worden. Die meisten von ihnen seien erschossen, einige erstochen oder erschlagen worden. »In den meisten Fällen kamen die Todesfälle durch einen exzessiven Gebrauch von Gewalt gegen Demonstranten zustand...

Aleppo wartet auf Hilfe

Genf. Trotz der von Russland zugesagten Feuerpause hat die humanitäre Hilfe für die Menschen in der umkämpften syrischen Stadt Aleppo am Freitag noch nicht begonnen. Die geplante Evakuierung von Hunderten Verletzten und Kranken aus dem Osten der zerstörten Stadt sei nicht wie geplant begonnen worden, teilte ein UN-Sprecher am Freitag in Genf mit. Auch seien keine Hilfskonvois für die 275 000 Mensc...

Keine neuen Sanktionen

Brüssel. Am Donnerstag haben sich die EU-Regierungschefs auf ihren Gipfel in Brüssel schnell über den Punkt Migration einigen können: Was sie hierzu festhielten, hat indes überwiegend keine neue Qualität. Bereits existierende Pläne sollen schneller umgesetzt oder ausgebaut werden. So hatte Angela Merkel in der Nacht zum Freitag betont, dass sie die sogenannten Migrationspartnerschaften ausbauen wi...

ndPlusIan King, London

UKIP und Schiffsaffe

Rücktritt der neuen Chefin nach kaum zweieinhalb Wochen, Raufereien im Europaparlament, Parteiaustritte mit Beschimpfungen: Hat die United Kingdom Independence Party Todessehnsucht?

Phillipp Saure, Brüssel

Wallonie stürzt EU in tiefe Krise

Am Freitag stand die beschauliche Stadt Namur in der Wallonie im Fokus von internationalen Medien und der Krisendiplomatie: Es ging um die Zukunft von CETA.

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Venezuelas Opposition läuft ins Leere

Die Wahlbehörde in Venezuela hat ein von der Opposition angestrebtes Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Nicolás Maduro bis auf weiteres gestoppt. Das birgt neuen Zündstoff.

Regine Reibling, Quito

Wo bleiben die Bewohner?

Bei der Weltsiedlungskonferenz in Quito ging es um die Herausforderungen der immer stärker wachsenden Megastädte. Doch für viele Bürger haben die diskutierten Themen nichts mit dem Alltag zu tun.

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Fabian Lambeck

Ost-Firmen haben keine Lobby in Berlin

Zwar erklärt die Bundesregierung regelmäßig, die Wirtschaft im Osten besonders fördern zu wollen, doch die Realität sieht anders aus.

»Menschen sind der Engpassfaktor«

Im brandenburgischen Saarow trafen sich zwei Tage lang Politiker, Wissenschaftler und Unternehmer, um über Chancen und Probleme der ostdeutschen Wirtschaft zu beraten. Um die steht es 27 Jahre nach der Wende nicht eben gut.

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Antiautoritär

Der Gründer, Herausgeber und langjährige Chefredakteur der linken Berliner Wochenzeitung »Jungle World«, Klaus Behnken, ist im Alter von 72 Jahren verstorben. »Wir wussten seit langem, dass er schwer krank ist«, hieß es in einem Nachruf auf der Blogseite des Blattes. Das Lieblingswort des Verstorbenen sei »antiautoritär« gewesen. Politisch habe das auch zugetroffen, »als Lektor, Redakteur oder Che...

Martin Kröger

Umbruch bei der »Berliner«

Bei der »Berliner Zeitung« deuten sich gravierende Veränderungen an. In der kommenden Woche hat die Geschäftsführung des Berliner Verlags (Mediengruppe M. DuMont Schauberg) an zwei Tagen den großen Veranstaltungssaal im Erdgeschoss des Verlagshauses am Alexanderplatz angemietet. Die Mitarbeiter der Redaktion glauben deshalb, dass ihnen an einem dieser Tage endlich das Konzept vorgestellt wird, an ...

Einbildung ist auch eine Bildung

Am Donnerstag dieser Woche landete die Sonde »Schiaparelli« auf dem Mars. Oder auch nicht. Ob man die Nachricht von der Landung des ESA-Roboters für ein real stattgefundenes Ereignis hält, ist nämlich eine Frage des Glaubens - jedenfalls dann, wenn man an die Nachricht den gleichen Maßstab anlegt wie z.B. an die Meldung von der Mondlandung 1969. In den USA sollen je nach Umfrage 20 bis 30 Prozent ...

Lukas Franke

Politik im Fiebertraum

Politik kam nie ohne Knalleffekte und Lügen aus. Seit einer Weile aber gilt das Prinzip des Postfaktischen. Die Realität wird so zurechtgebogen, dass daraus eine neue politische Un-kultur entstanden ist.

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Reichhaltig

Die 25. Auflage des Dessauer Kurt Weill Festes spannt im kommenden Jahr einen Bogen zwischen Martin Luther, Weill und Moses Mendelssohn. Insgesamt stehen vom 24. Februar bis 12. März 60 Veranstaltungen auf dem Programm, wie die Organisatoren mitteilten. Mit dem Fokus auf drei Persönlichkeiten aus der Region wolle man zeigen, welch reichhaltigen Schatz es in Anhalt gebe, sagte Festivalintendant Mic...

Legendär

Eine mittlerweile legendäre Opernproduktion ist jetzt auch in Berlin zu sehen: Patrice Chéreaus Inszenierung der Oper »Elektra« von Richard Strauss gilt als eine der bedeutendsten Regiearbeiten der vergangenen Jahre. Die Staatsoper im Schiller Theater feiert an diesem Sonntag (18.00 Uhr) Premiere unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim. Produziert hatte Chéreau die monumentale Oper 20...

Ballhaus widerspricht

Das Berliner Off-Theater Ballhaus Naunynstraße hat den Vorwurf des Antisemitismus zurückgewiesen. Die in einem »Tagesspiegel«-Artikel geäußerte Darstellung über das am 9. Oktober zu Ende gegangene palästinensische Kunstfestival »After the last Sky« sei falsch, heißt es in einer Mitteilung des Kreuzberger Theaters vom Freitag: »Insgesamt verwehren wir uns gegen die verleumderischen Zuschreibungen, ...

ndPlusStefan Amzoll

An heißen Punkten ging der Arsch nicht von den Stühlen

Manfred Karge und Matthias Langhoff, später renommiertes Regie-Duo in der DDR und der Bundesrepublik, wollten 1966 »Kipper Paul Bauch« am Brecht-Theater inszenieren. Noch »roh« der Text - Volker Braun saß daran zwischen 1962 und 1965 - so roh und anarchisch wie sein Titelheld und die Helden der Brigade von »Schwarze Pumpe«, einem aus dem Boden gestampften Großindustrieprojekt der DDR. Das 11. SED-...

Klaus Bellin

Vom Sturm gebeutelt

Anfang 1933, mit dem Machtantritt Hitlers, ändert sich alles. Klaus Mann hat im Februar noch den Münchner Karneval genossen und sich ein letztes Mal schwer betrunken, doch nun, am 28. Februar, schreibt er der Mutter, es werde »von Tag zu Tag ärger«, der Terror sei »der zugegebene Zustand«, und wenn Heinrich, der Onkel, nicht schon weg wäre, »dann wäre er ja wohl nun mit Erich Mühsam und den andere...

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ndPlusChristoph Leuchtenberg, Minsk

Minsk erhält die Europaspiele 2019

Nach Aserbaidshan werden auch die zweiten Europaspiele in einem Land mit Menschenrechtsproblemen abgehalten. In Belarus wird gejubelt.

ndPlusAlexander Ludewig, Hohen Neuendorf

Und ewig lockt die Niederheide

Fußball wird in Hohen Neuendorf schon mehr als 100 Jahre lang gespielt. Bekannt wurde Blau-Weiß aber erst spät – durch seine Frauen und sein gesellschaftliches Engagement. Zum Beispiel im Kampf gegen Intoleranz und Rechtsextremismus.

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»Heute wird nur noch draufgeballert«

Wann haben Sie das letzte Mal selbst Handball gespielt? 1992 bei BVB Berlin in der ersten Bundesliga, das letzte Mal. Sechs Jahre davor hatte ich eigentlich schon aufgehört, doch der damalige Trainer, Herr Lauckner, hatte mich gebeten, seine jungen Spielerinnen zu führen und ihnen das eine oder andere zu zeigen. Wie war es, plötzlich noch mal in der Bundesliga zu spielen? Ich kann mich kaum...

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Polizei nimmt Notrufe zu spät entgegen

Die Polizei braucht bei der Annahme der Notrufe über die Telefonnummer 110 immer länger. Nur 62 Prozent der Anrufe wurden im ersten Halbjahr 2016 innerhalb der ersten zehn Sekunden angenommen, wie die Gewerkschaft der Polizei (GdP) am Freitag mitteilte. Alle anderen Anrufer mussten länger warten. Ziel der Polizei ist es, 90 Prozent der Notrufe innerhalb von zehn Sekunden anzunehmen. 2015 und 2014 ...

Sexismus bleibt Sexismus

Grapscht ein Mann einer Frau an die Brust. Sie findet das nicht gut. Er so: »Oh, tut mir leid, ich wollte Sie nicht belästigen, das war nett gemeint.« Nimmt sie die Entschuldigung an? Nein, natürlich nicht.

Johanna Treblin

Energie für das 21. Jahrhundert

Die rot-rot-grünen Koalitionsgespräche in Berlin sind vertraulich. Eines verrät der neu gewählte Abgeordnete der Linkspartei Michael Efler aber doch aus der Untergruppe »Energie«: »Wir haben gute Ergebnisse erzielt.«

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Tomas Morgenstern

Land bietet Reichsbürgern Paroli

Brandenburg ist entschlossen, sich der »Reichsbürger«-Szene mit aller gebotenen Konsequenz entgegenzustellen. So soll ihren Parteigängern der Zugang zu Waffen erschwert werden.

ndPlusWolfgang Weiß

Marzahn-Hellersdorfer sollen mitmischen

Kommunale Partizipation ganz praktisch: Erneut dürfen die Bürger im nordöstlichen Bezirk bei der Aufstellung des Haushalts mitwirken. Neu ist ein Bürgerbudget in Höhe von 200 000 Euro im Jahr.

Simon Brost

Egal ob links, rechts oder Islamist

Behörden arbeiten gerne mit der Extremismustheorie, die in der Wissenschaft umstritten ist. Der SPD-Abgeordnete Tom Schreiber hat sich derweil seine eigene Welt der Extreme gebastelt.

ndPlusUwe Werner

Nur wer gut bremst, kommt weiter

Busfahrer tragen große Verantwortung für die Sicherheit ihrer Fahrgäste sowie für die der anderen Verkehrsteilnehmer. In Nordbrandenburg erhalten sie regelmäßig ein Fahrsicherheitstraining.

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Im Großstadtdschungel

Hannover. Nicht verboten, im Gegenteil: ein Graffito in der Nähe des Hauptbahnhofs von Hannover (Niedersachsen). Ein Gruppe von Fassadenkünstlern hat dort die grauen Betonwände verschönert, vollkommen legal und teilweise bezahlt von der Stadt. Die Grundidee des Projekts »Urban Jungle« hatten Mitglieder eines Sportvereins, die den Platz für ihre Lauf- und Turnübungen und sich von dessen unansehnlic...

Riesiger Stromspeicher entsteht in Chemnitz

Chemnitz. Der bislang größte Batteriespeicher Sachsens wird ab Anfang 2017 in Chemnitz stehen. Der Riesen-Akku soll Netzschwankungen ausgleichen, die durch das Einspeisen von erneuerbarem Strom aus Windkraft- oder Fotovoltaikanlagen entstehen können. »Der Batteriespeicher wird eine Kapazität von rund drei Millionen R6-Batterien oder 17 000 Autobatterien haben«, sagte Roland Warner, Vorsitzender de...

Alice Bachmann, Bremen

Neuanfang für größtes Bremer Krankenhaus

Seit vor einigen Jahren in der Geburtsabteilung des größten Bremer Krankenhauses, des Klinikums Mitte, mehrere Frühchen durch multiresistente Keime ums Leben kamen, blieb die dortige Station für Risiko- und Frühgeburten geschlossen. Nun jedoch hat sich der Senat entschlossen, den vor sich hin dümpelnden Klinikneubau um eine gut ausgestattete Risiko- und Frühgeborenen-Abteilung zu erweitern. Bremen...

Martina Rathke, Sassnitz

Offshore-Boom statt Fährverkehr

Vor 30 Jahren ging der Fährhafen Sassnitz-Mukran in Betrieb. Der Traum vom Brückenkopf für den Fährverkehr in den Osten platzte. Seine Zukunft sieht der Hafen mittlerweile im Offshore-Boom.

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Vergifteter Geburtstag

Berlins Regierungschef Michael Müller (SPD) hat dem früheren Ku’damm-Theaterdirektor Jürgen Wölffer zum 80. Geburtstag am Samstag, 22. Oktober, gratuliert. »Die Theaterstadt Berlin und Ihr Publikum danken Jürgen Wölffer für das, was er für das Genre des Boulevardtheaters und insbesondere für den Kurfürstendamm als Theaterstandort geleistet hat«, schrieb Müller am Freitag.Zur aktuellen Situation um...

Bilder statt Bier

Mit der denkmalgeschützten ehemaligen Kindl-Brauerei bekommt Berlin einen neues Zentrum für zeitgenössische Kunst. Am Samstag eröffnet nach Sanierung und Umbau das gesamte ehemalige Brauerei-Gebäude mit drei Ausstellungsetagen im Maschinenhaus. Schon vor zwei Jahren war in dem insgesamt 5500 Quadratmeter umfassenden Gebäudekomplex in Berlin-Neukölln das rund 20 Meter hohe Kesselhaus in Betrieb geg...

Kirchen haben bald deutlich weniger Geld

Erfurt. Die evangelische und die katholische Kirche in Thüringen rechnen künftig mit viel geringeren Einnahmen aus der Kirchensteuer. Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) gehe bis 2025 von etwa 35 Prozent weniger Kirchensteuerzahlern als heute aus, sagt EKM-Finanzdezernent Stefan Große der dpa. »Es werden vor allem die finanzstarken Steuerzahler aus dem Altersbereich der heute 50- bi...

Volker Trauth

Die Angst überwinden

Inwieweit das »Vertrauen der Bürger in Institutionen des Rechtsstaats geschwunden ist«, wie es »um die innere Freiheit der Menschen steht« - diese Fragen stehen im Zentrum eines Festivals, das vom Maxim-Gorki-Theater betreut wird. Protagonistinnen der beiden wichtigsten Theaterstücke sind nicht einsame Heldinnen und Entscheidungsträgerinnen, sondern »einfache« Frauen. In der Uraufführung von »Atla...

Klaus Hammer

Dramatische Welten

In Zusammenarbeit mit der Max-Lingner-Stiftung zeigt die Hegenbarth Sammlung Berlin in ihren Räumen in der Nürnberger Straße Aquarelle, Zeichnungen, Radierungen und Lithografien von Josef Hegenbarth zum »Nibelungenlied« , zu Goethes »Faust I«, zu dessen Ballade »Erlkönig« und Tierepos »Reineke Fuchs«, zu Schillers »Lied von der Glocke«, zu Grimms Märchen, zu Werken von Kleist, Hauff, Flaubert, Osc...

ndPlusNico Pointner, Leipheim

Katz- und Maus-Spiel an der A 8

Lkw-Fahrer müssen regelmäßig Pause machen - das überprüft das Bundesamt für Güterverkehr auf den Straßen. Doch es gibt immer mehr Tricksereien bei Fahrtenschreibern. Ein Bericht aus dem Südwesten.

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ndPlusWolfgang Hübner

Sieben Tage, sieben Nächte

Wir müssen noch einmal auf Bob Dylan zurückkommen. Letzte Woche hatte er einen Anruf aus Schweden mit dringender Bitte um Rückruf. Aber nichts passiert, seit acht Tagen. Darin gleicht er übrigens Schiaparelli, der sich ebenfalls nicht meldet, seit er auf dem Mars gelandet ist, obwohl er ausdrücklich dahingehend instruiert wurde. Beide verweigern sich dem Grundgesetz der Moderne: Ich telefoniere, a...

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Wolfgang M. Schmitt

Zwischen Ohrensessel und Straße

Die engagierte Literatur ist tot. Eine Gedenkfeier, auf der es hoch her ging, hielt das ZDF 1990 im »Literarischen Quartett« ab. Es wurde darüber diskutiert, was engagierte Literatur war, was sie sein sollte und warum sie verschwunden ist. Als Gast hatten Marcel Reich-Ranicki, Sigrid Löffler und Hellmuth Karasek den deutschen Vertreter und Veteran der engagierten Literatur schlechthin, Rolf Hochhu...

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ndPlusChristian Baron

Der Bösewicht darf nicht gewinnen

Die engagierte Literatur galt lange als tot. Für Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki war klar: sie muss auf literarische Experimente verzichten, damit möglichst viele Menschen etwas mit ihr anfangen können.

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hni

Nachrufe

Kurt Scheidler 22. 6. 1914 - 22. 9. 2016 Kurt Scheidler erlebte als Truppenarzt die Grauen des Zweiten Weltkriegs an der Ostfront. Er hatte Verbindungen zum antifaschistischen Widerstand, so zur Saefkow-Jacob-Bästlein Gruppe. Das prägte seine politische Haltung für das gesamte Leben. 1948 verlor er wegen dieser Haltung seine Oberarztstelle in Berlin-Neukölln. Scheidler, seit 1945 Mitglie...

Denis Trubetskoy

Noch nicht gescheitert

Am Anfang wurde viel versprochen. »Die Antiterror-Operation im Donbass soll keine Monate, sondern nur wenige Stunden dauern«, sagte der künftige ukrainische Präsident Petro Poroschenko kurz nach der Schließung der Wahllokale am 25. Mai 2014. Oder: »Ich werde den Süßigkeitskonzern Roshen sofort verkaufen, wenn ich zum Präsidenten gewählt werde.« Und auch: »Ukrainische Soldaten werden 1000 Hrywnja f...

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Guido Speckmann

Weniger ist zu wenig

Es ist das Einfache, das schwer zu machen ist, schrieb Bertolt Brecht über den Kommunismus. Man kann diese Aussage auch auf eine Gesellschaft übertragen, die nicht auf die Steigerung des Bruttoinlandsprodukts (BIP), auf Wachstum ausgerichtet ist. Dabei liegt die Notwendigkeit, über eine Postwachstumsgesellschaft nachzudenken, inzwischen seit Jahrzehnten auf der Hand. Der Außenseiter-Ökonom Kenneth...

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ndPlusLeo Fischer

Bob Dylan

Egal ob Tamagotchie-Kämpfe oder Helmut Kohls Ablösung 1998 - zu allem lieferte Bob Dylan den Soundtrack. Auch wenn die Musik mit »Männer sind scheiße« von den Ärzten und »Bailando« von Loona von anderen kam.

Im Labyrinth der Seele

Der Sohn eines jüdischen Textilkaufmanns war sieben oder acht Jahre alt, als sein Vater zu einem Bekannten sagte: »Aus dem Buben wird nichts werden.« Diese Bemerkung kränkte den Heranwachsenden tief, aber sie stachelte auch seinen Ehrgeiz an. Auf dem Gymnasium war er sieben Jahre lang unangefochten der Primus, mit 17 legte er sein Abitur mit Auszeichnung ab. Eigentlich wollte er Jura studiere...

Martin Koch

Leben ohne Konventionen

Was ist bloß mit der Jugend los? Das haben sich Erwachsene zwar schon immer kopfschüttelnd gefragt. Doch heute kommt bei vielen Entsetzen hinzu, zum Beispiel wenn sie erfahren, dass sich eine Zwölfjährige wiederholt bis zur Bewusstlosigkeit betrunken hat. Oder dass ein Vierzehnjähriger bei einer Schlägerei mit Gleichaltrigen erheblich verletzt wurde. Woraus resultieren solche Verhaltensweisen? Hab...

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ndPlusFelix Bartels

Gesellschaft? Sowas gibt es nicht!

Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht. Die konservative britische Premierministerin Margaret Thatcher bewies vor fast 30 Jahren, dass sie den Sinn dieses alten Sponti-Spruchs durchaus verinnerlicht hatte.

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tgn

Folge: 92: Verein Politik gegen Aussonderung

Verein Politik gegen Aussonderung. Der Verein »Politik gegen Aussonderung - Koalition für Integration und Inklusion« mit Sitz in Erfurt, Berlin und Zürich wurde 2007 ins Leben gerufen. Im Fokus steht die Integration von Kindern und Jugendlichen. Neben Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit bietet der Verein eine Kooperation von Pädagogik und Politik an oder macht sich für eine inklusive Lehr-, Ler...

Jürgen Amendt

Hindernis Gymnasium

Als Deutschland 2009 die UN-Behindertenrechtskonvention ratifizierte, schöpfte ein bestimmter Teil des pädagogischen Spektrums Hoffnung. Mit dem durch die Autorität der Vereinten Nationen verkündeten Grundsatz, dass es ein Recht auf gleichberechtigte Teilhabe aller an der Gesellschaft gebe, könnte die jahrzehntealte Forderung nach dem gemeinsamen Unterricht aller Schüler - gleich ob sie behindert ...

ndPlusLena Tietgen

Der Teufel in der Statistik

Der Teufel steckt im Detail. In der Fachzeitschrift inklusion-online.net haben die Wissenschaftler Dana Tegge und Christian Brüggemann, beide am Graduiertenkolleg »Inklusion, Bildung, Schule« der Humboldt Universität Berlin, eine dezidierte Kritik der »Darstellung von Inklusion in der internationalen Bildungsberichterstattung« vorgelegt. Basierend auf national und international erhobenen Daten ist...

ndPlusBrigitte Schumann

Kultusminister auf Boykott-Kurs

Anfang September legte der UN-Fachausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Genf einen Kommentar (»General Comment«) zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention vor. Dessen Kernbotschaft ist eindeutig: Inklusive Bildung schließt ausdrücklich das Recht auf Nicht-Segregation ein. Inklusive Bildung ist das Recht des Kindes. Die Eltern haben sich in der Wahrnehmung ihrer Verantwo...

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Wochen-Chronik

21. Oktober 1921 Der frühere Kaiser von Österreich und König von Ungarn, Karl I., versucht mit Hilfe eines Putsches auf den ungarischen Thron zurückzukehren.Er proklamiert die Übernahme der Regentschaft und ernennt eigenmächtig eine neue Regierung. Reichsverweser Admiral Miklós Horthy, seit 1920 als als Reichsverweser provisorisches Staatsoberhaupt, wehrt den Staatsumsturz ab und lässt am 24....

ndPlusMartin Stolzenau

Elsa Bernstein

Sie war eine erfolgreiche Schriftstellerin, deren Dramen zu Bestsellern auf deutschen Bühnen gediehen. Sie hatte einen berühmten Vater und Ehemann, unterhielt in München einen der bedeutendsten literarischen Salons in Deutschland, empfing in ihrem Haus die geistige Elite des Kaiserreiches sowie der Weimarer Republik, ehe sie von den Nazis ein Aufführungsverbot erhielt und wegen ihrer jüdischen Her...

Koka, Krieg und Compañeros

Nach jahrelangen Verhandlungen hat Kolumbiens Regierung mit der Guerillagruppe FARC ein Friedensabkommen geschlossen, das allerdings bei einem Referendum knapp durchfiel. Nun wird weiter verhandelt. Worin unterscheidet sich der aktuelle Friedensprozess von früheren? Heute gibt es keine bewaffnete Reaktion der Rechten, wie es sie in den 1980er und 1990er Jahren gab. Heute sitzt die Reaktion im Kon...

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Dierk Jensen

Urbaner Rohstoff für den Acker

Ohne Phosphor wächst keine Pflanze. Ebenso unentbehrlich ist das Element für sämtliche Tiere. Die natürlichen Phosphor-Vorräte sind begrenzt, zudem enthalten etliche Phosphatvorkommen unerwünschte Verunreinigungen wie die giftigen Schwermetalle Cadmium oder Uran. Deshalb richtet sich der Blick mehr und mehr auf Recyclingsysteme. In Hamburg wird aktuell ein weltweit einmaliges Verfahren getestet, d...

ndPlusSteffen Schmidt

Bouba, Kiki und die Bedeutung

Die biblische Geschichte vom Turmbau zu Babel ist selbst Atheisten geläufig. Danach stoppte Gott den größenwahnsinnigen Versuch der Menschen, genauer: der Babylonier, mit einem Turm bis in den Himmel vorzustoßen. Dazu verwirrte er ihre bis dahin einheitliche Sprache so, dass die heutige Sprachenvielfalt entstand. Die Vorstellung einer Ursprache ist also weit älter als die wissenschaftliche Beschäf...

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Megastädte damals und heute

Angkor war eine Megacity. Was können wir aus dem Niedergang der Khmer-Metropole lernen? Solche Formen der Besiedlung, die in der vorindustriellen Welt relativ ungewöhnlich waren, sind zu den bestimmenden Charakteristika der Urbanität unserer Tage geworden. Durch das Studium von Orten wie Angkor hoffen Forscher zeigen zu können, wie moderne Städte durch ihre Infrastruktur an ihre Grenzen stoßen un...

ndPlusMichael Lenz

Scherben bringen Wissen

»Töpferwaren selber machen - Tägliche Kurse ab 7 US-Dollar zur Herstellung traditioneller Khmer-Tonwaren« preist das Angkor Pottery Centre in Siem Reap an. Werbezettel der Töpferwerkstatt für Touristen liegen in den zahlreichen Hotels der Stadt vor den Toren des riesigen Tempelkomplexes von Angkor aus. Einer der Zettel hängt auch am Schwarzen Brett des Robert Christie Research Centre in Siem Reap....

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Denkspiellösung »Sanduhrtricks«

Hinter zwei Sanduhrentricks sollten Sie am 8./9. Oktober kommen. Daran haben sich sehr viele Denkspielerinnen und Denkspieler versucht - die meisten erfolgreich. Frage eins war relativ einfach, und es gab auch nur richtige Antworten: Beide Uhren gleichzeitig starten; wenn die Vierminutenuhr abgelaufen ist, Ei ins Wasser. Dann läuft die Fünfminutenuhr noch eine Minute. Dann diese Uhr zum Neustart u...

Mike Mlynar

Handel im Wandel

Märkte wirkten auf Menschen jahrhundertelang wie Magneten. Nicht nur wegen des Handels, sondern auch wegen der Händel und Tändel. Kein Geringerer als Altmeister Goethe hat das in seinem »Jahrmarktsfest zu Plundersweilern« auf fesselnde Weise skizziert: Der Markt als Mikrokosmos alles Menschlichen, der deshalb auch in der tiefsten Provinz, zumindest für den, der es zu dechiffrieren vermag, etwas We...

»Talentfrei ist die absolute Ausnahme«

Kommt Ihnen Ihr Sport nicht ab und an ein bisschen sehr retro, vielleicht gar etwas kindisch vor? Feline Sasse: Auf keinen Fall! Es genügt schließlich nicht, simpel über ein Seil zu hüpfen, sondern es müssen dabei bestimmte Moves und Figuren umgesetzt werden. Und das Ganze heißt Rope Skipping, weil es längst internationale Wettkämpfe gibt. Also nicht nur Spielerei, sondern ernst zu nehmender...

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Stephan Brünjes

»Nu isch alles g’schwätzt!«

D.O.M. Mit diesen drei Buchstaben bringt man die Ulmer ziemlich sicher in Fahrt. Und erhält kostenlos einen Minivortrag in Stadtgeschichte: Nein, Ulm habe eben keinen Dom, heißt es dann, sondern ein Münster. Denn die mitten in der Stadt aufragende, graue, gotische Kathedrale, in respektvollem Abstand umlagert vom überschaubaren Altstadtensemble, das sei nun mal keine von der Kirche finanzierte Kir...

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ndPlusAxel Pinck

Die Wandbilder von Lyon

Mehr als fünf Dutzend riesige »Murs Peints«, Wandgemälde, sind über die südfranzösische Stadt Lyon verteilt. Die meisten zeigen das urbane Leben und die Menschen, die das Besondere in Geschichte und Gegenwart der Stadt ausmachen. »Wir wollen nicht nur große bunte Bilder malen, sondern die Betrachter zum Stehenbleiben und zum Nachdenken anregen«, sagt Halim Bensaïd, Mitbegründer der Künstlergruppe ...

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Volkmar Draeger

Zwei vom Campus der Künste

Das Projekt wirkt selbst für Berlins bunte Szene ungewöhnlich. Wo in den 1930ern ein Werk für Feinmechanik seinen Sitz hatte, nach dem Krieg die Sowjets residierten, gefolgt von der Stasi mit ihrer Abteilung Personenschutz fürs Jagdrevier Schorfheide und nach der Wende das Finanzamt, hielten vor etwa zehn Jahren Künstler Einzug. Der kunstsinnige Immobilienmakler Peer Pette kaufte das gewaltige Are...