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Gisela May gestorben

Berlin. Die Schauspielerin und Sängerin Gisela May ist tot. Sie starb am frühen Freitagmorgen im Alter von 92 Jahren in Berlin, wie das Berliner Ensemble (BE) mitteilte. Zuvor hatte das Onlineportal nachtkritik.de berichtet. Gisela May, die 1924 in Wetzlar geboren wurde, war am Theater die »Mutter Courage« und die »Muddi« im TV-Erfolg »Adelheid und ihre Mörder«. Als ausdrucksstarke Interpreti...

Bald »Hundstage« im Pentagon

Cincinnati. Ex-General James Mattis wird neuer US-Verteidigungsminister. Der künftige US-Präsident Donald Trump wird den 66-Jährigen zum Chef im Pentagon machen. Das bestätigte Trump bei einer Kundgebung in Cincinnati (Ohio). Mattis gilt als einer der profiliertesten strategischen Denker im US-Militär und politisch als Falke. Er trägt den Beinamen »Mad Dog« (Verrückter Hund), vor allem wegen marki...

Wiener Blut noch einmal in Wallung

Wien. Zum Schluss des Wahlkampfs haben sich die Bewerber um das Präsidentenamt in Österreich noch einmal ein hitziges Duell geliefert. In der TV-Debatte im ORF fielen Worte wie »Lügner«, »Spion« und »Kommunist«. FPÖ-Kandidat Norbert Hofer (45), aber auch der Grünen-nahe Alexander Van der Bellen (72) präsentierten sich in der rund 90-minütigen Sendung am Donnerstagabend wenig staatsmännisch. Es war...

unten links

Obwohl in den letzten 25 Jahren unter den Ureinwohnern Berlins kleine zivilisatorische Fortschritte erzielt wurden (Erlernen rudimentärer menschlicher Laute, Verwendung von Besteck), bleibt leider festzustellen: Noch immer existiert in Berlin kein Restaurant. Gut, zugegeben, es gibt markierte Futterstellen für Einheimische (»Alt-Berliner Küche«) und sogenannte Imbissstuben, in denen man gegen Entr...

Ralf Klingsieck

Wahl zwischen Le Pen und Fillon: Pest und Cholera

2017 werden sich in Frankreich der erzkonservative Rechte François Fillon und die Rechtsextreme Marine Le Pen gegenüberstehen. Für die links wählenden Franzosen ist das wie eine Wahl zwischen Pest und Cholera.

Hollande kapituliert

Paris. Der spektakuläre Verzicht des französischen Staatspräsidenten François Hollande auf eine erneute Kandidatur führt zu einem Machtkampf in seiner sozialdemokratischen Partei. Es wird erwartet, dass Premierminister Manuel Valls antritt - doch gegen ihn dürfte es heftigen Widerstand vom linken Flügel der Parti Socialiste (PS) geben. Mehrere Gegner haben bereits ihren Hut in den Ring geworfen, d...

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Kurt Stenger

CSU: Die Autobahn-Pegida

Mit dem Rechtspopulismus ist es so eine Sache: Tumbe Parolen sind schnell daherkrakeelt, doch wenn es um die Umsetzung geht, wird es schwierig. So ergeht es der CSU mit ihrem Lieblingsprojekt Pkw-Maut.

Christian Baron

Erst protzen, dann kotzen

Sollen sie ihre Bilder doch verdammt noch mal behalten, diese Antisemiten! Ganz so hart würde es Hermann Parzinger sicher nicht formulieren. Die Einlassungen des Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz zur verschobenen Ausstellung »Die Teheran-Sammlung« in Berlin gehen aber in diese Richtung. Den iranischen Behörden unter Androhung einer Absage mitzuteilen, sie müssten bis Januar die Aus...

ndPlusGabriele Oertel

Ist Merkel erste Wahl? Nein, vierte!

Fest steht: Sollte sie es tatsächlich noch einmal ins Kanzleramt schaffen, wird Merkel so weitermachen wie bisher - ob nun mit SPD, Grünen und/oder der FDP. Und das ist wahrlich keine beruhigende Botschaft.

Markus Drescher

Lücke der Geschichte

Mit seiner Ausweisung aus der DDR musste er nicht nur sein Land zurücklassen, sondern auch einen Teil seiner Rente. Der ehemalige Bürgerrechtler Wolfgang Templin durfte nämlich zwar nicht mehr in der DDR leben, seine Staatsbürgerschaft wollte er jedoch ausdrücklich nicht gegen die der BRD tauschen - weshalb er zwei Jahre weder hüben noch drüben in die Rentenkasse einzahlen konnte, von seiner erzwu...

Martin Leidenfrost

Pulverfässer auf dem Balkan

Ich fahre über Unruheherde des Balkans. Sitze in Kneipen, trinke, lausche. So etwa in der Hauptstadt eines gescheiterten Doppelstaats von drei Kriegsparteien, in Sarajevo. Das Zentrum ist eine Exklave für bosnische Bobos.

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Spur nach Norden

Das gestohlene Tor der KZ-Gedenkstätte Dachau ist offenbar gefunden worden. Gut zwei Jahre nach dem Diebstahl teilte die norwegische Polizei den bayerischen Ermittlern mit, dass genau so ein Eisentor mit dem Schriftzug »Arbeit macht frei« entdeckt wurde, wie es in Dachau entwendet worden war. »Eine neue Qualität der Schändungsenergie« hatte damals die Leiterin der Gedenkstätte, Gabriele Hammermann...

Elmar Wigand

Dem neoliberalen Lufthansa-Management Grenzen setzen

Würden die Lufthansa-Piloten nicht erbittert Widerstand leisten, würde das Management seine aggressive Manöver zur Auslagerung vieler Bereiche an Billigairlines nicht stoppen, sondern mit doppelter Wucht betreiben.

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Andreas Knobloch

Fidels Vermächtnis und Kubas Zukunft

Kubas Revolutionsführer Fidel Castro wird am Sonntag beigesetzt. Das Volk nahm trauernd Abschied und dachte auch an die Zukunft. Immer wieder ein Thema: Wie wird sich der künftige US-Präsident Trump verhalten?

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Ralf Klingsieck

Frankreichs Kommunisten unterstützen Mélenchon

Er könne die zersplitterte Linke nicht hinter sich sammeln, gibt Hollande zu, und verzichtet auf eine weitere Kandidatur. Die Kommunisten entschieden sich unterdessen für eine Unterstützung der Kandidatur Jean-Luc Mélenchons.

ndPlusAnna Maldini, Rom

Italien stimmt über die Verfassungsreform ab

Das Vorhaben Renzis, die Rechte des Senats zu stutzen, stößt auf heftigen Widerstand. Kritiker befürchten den Abbau demokratischer Rechte und ein Nutzen für die großen Wirtschafts- und Finanzkreise.

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Snowden soll nicht kommen

Berlin. Vertreter von Union und SPD haben am Donnerstag einem Bericht zufolge Beschwerde gegen die Entscheidung des Bundesgerichtshofes zum ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden eingelegt. Das berichtete die »Berliner Zeitung« und berief sich dabei auf eine Gerichtssprecherin, die den Eingang der Beschwerde der Koalitionsvertreter aus dem NSA-Ausschuss des Bundestags bestätigt habe....

Bundestag im Zaum halten

Die Koalition berät über eine Begrenzung der Abgeordnetensitze im Bundestag. Die Opposition ist dabei nicht einbezogen.

René Heilig

V-Mann first

Im Nebel bleibt, wie tief V-Mann Szczepanskiund möglicherweise seine Auftraggeber selbst in die NSU-Waffenbeschaffung verstrickt waren.

Velten Schäfer

An der Grauzonengrenze

Nach dem Skandal um eine SPD-eigene Agentur, die Veranstaltungssponsoren Zugang zu Politikern anbot, wollte die Opposition einmal mehr Sponsoring reglementieren - mit dem üblichen Misserfolg.

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Freispruch akzeptiert

Koblenz. Dem Heidelberger Friedensaktivisten Hermann Theisen droht nun doch keine Verurteilung mehr wegen seiner Flugblatt-Aktionen gegen amerikanische Atombomben in Rheinland-Pfalz. Die Staatsanwaltschaft Koblenz bestätigte am Freitag, dass sie ihre Revision gegen den Freispruch Theisens zurückgezogen habe. Der Atomwaffengegner musste sich im Juli vor dem Landgericht Koblenz wegen des Vorwurfs ve...

Josephine Schulz

Bundesregierung weiß nichts über Opfer in Afghanistan

In der Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion offenbart die Koalition, dass sie kein Wissen über die Opferzahlen des seit 15 Jahren dauernden Kriegs gegen den Terror hat. Die Verteidigungsministerin sieht Fortschritte.

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Grüne gegen Schlupflöcher für die Gentechnik

Die Grünen haben die SPD aufgefordert, die Novelle des Gentechnikgesetzes im Bundestag zu stoppen. Es schaffe zu große Schlupflöcher. Doch das Gesetz hat die erste parlamentarische Hürde genommen.

Kaufvertrag für Kaiser’s

Die gut 15 000 Jobs bei der angeschlagenen Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann sind für die nächsten Jahre gerettet. Edeka und Rewe haben einen unterschriftsreifen Vertrag aufgesetzt.

Andreas Knudsen

Banken sollen Kredit zurückziehen

Der Protest mehrerer Indianerstämme gegen den Bau der Ölpipeline »Dakota Access« zieht soviel internationale Unterstützung auf sich wie seit den spektakulären Aktionen in den 1970er Jahren in der Ortschaft Wounded Knee nicht mehr. Das Beiseiteschieben der Rechte der Indianer und die Gefährdung, die die Rohrleitung für deren Grundwasser darstellt, haben rund 420 Nichtregierungsorganisationen aus al...

Verena Kern

Völlig gaga, der Verkehrswegeplan

Rund 270 Milliarden Euro sollen nach dem Willen der Bundesregierung bis 2030 in Verkehrsprojekte gesteckt werden. Die Opposition vermisst jedoch den Einstieg in eine sozial-ökologische Verkehrswende.

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Großartiger Witzbold

Der deutschstämmige britische Fernsehstar Andrew Sachs ist tot. Als unbeholfener spanischer Kellner Manuel wurde er in der Serie »Fawlty Towers« aus den 70er-Jahren bekannt. Der laut Angaben seiner Frau demenzkranke Schauspieler starb bereits in der Vorwoche im Alter von 86 Jahren, wie die »Daily Mail« am Donnerstag unter Berufung auf die Familie berichtete. Sachs wurde 1930 in Berlin geboren, sei...

Für eine Handvoll Euro

Schauspieler bekommen ab dem kommenden Jahr an öffentlich getragenen Bühnen monatlich mindestens 1850 Euro Gage. Die Mindestgage von bisher 1765 Euro brutto werde zum 1. Januar 2017 um 4,8 Prozent erhöht, teilte der Deutsche Bühnenverein am Freitag in Köln mit. Sie gilt vor allem für »solistisch tätige« Darsteller - insbesondere Schauspieler und andere künstlerisch tätige Mitarbeiter wie etwa Dram...

Brennen muss der Punk, brennen!

Aus Protest gegen die Punk-Nostalgie wurden auf einem Boot auf der Londoner Themse Kleider, Schallplatten und andere Memorabilien der Sex Pistols in Brand gesetzt. Der Punk ist tot - es lebe der Punk!

ndPlusFlorian Schmid

Drohnen in allen Größen

In der Science-Fiction boomen seit Jahren Erzählungen, die man als Gegenentwurf zu Thomas Morus’ »Utopia« bezeichnen könnte. Das kann man durchaus als Ausdruck einer neoliberalen Hegemonie verstehen, in der Utopien erst gar nicht mehr formuliert werden. Wobei die Dystopien vor allem im Bereich des Films weniger eine Kritik am Bestehenden sind. Vielmehr inszenieren sie eine herrschaftsförmige Ratio...

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ndPlusChristian Baron

Verschiebung aufgeschoben

Es sollte das spektakulärste Kunstereignis des Jahres werden. Die lange unter Verschluss gehaltene Sammlung aus der Zeit des iranischen Schahs Reza Pahlavi gilt als eine der weltweit wertvollsten Sammlungen westlicher Kunst. Meisterwerke von Jackson Pollock, Andy Warhol, Mark Rothko und Francis Bacon soll die Gattin des Herrschers, Kaiserin Farah Pahlavi, über Jahre zusammengestellt haben. Zum krö...

Hans-Dieter Schütt

Brecht, ihr alten Schranken!

Das Berliner Ensemble - es war von 1962 an auch die Bühne der May. War ihr Lebens-Werk. Bis 1992. Bis sie entlassen wurde vom fünfköpfigen Direktorium der westdeutschen Neuzeit. Es hieß´, sie passte nicht mehr hierher.

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Mitmachen und gewinnen!

Nennen Sie uns bis zum 31. Dezember Sportlerin, Sportler, Trainer und Mannschaft des Jahres und gerne auch einen Kandidaten für den Sonderpreis »Sport gegen Diskriminierung«. Den Gewinnern winken tolle Preise.

ndPlusJirka Grahl

Wählen Sie die nd-Sportler des Jahres 2016!

Angelique Kerber, Handballer oder Ludwig/Walkenhorst: Welche Leistungen haben Sie 2016 am meisten beeindruckt, liebe Leserinnen und Leser? Wen schlagen Sie für den Sonderpreis 2016 vor? Geben Sie Ihre Stimme ab!

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Schwere Woche für die Leichtathletik

Russland darf im Antidoping-Kampf erst ab Februar auf eine Wiederaufnahme in den Weltverband IAAF hoffen, am Sonnabend steht das Reformpaket zur Abstimmung.

ndPlusBjörn Pazen, Leverkusen

Spielen, um zu wachsen

Mit dem Spiel gegen den WM-Zweiten Niederlande starten die deutschen Handballerinnen am Sonntag in die Europameisterschaft in Schweden. Die Ziele scheinen auf den ersten Blick bescheiden.

Kurznachrichten:

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ADAC sieht ideologisierte Verkehrspolitik

Ein verkehrspolitisches »Wünsch-dir-was« von SPD, LINKEN und Grünen sei das Kapitel zur künftigen Mobilität im Koalitionsvertrag, findet Volker Krane vom Autoclub ADAC. Er ist dort Vorstand für den Bereich Verkehr in Berlin-Brandenburg. Ein paar positive Punkte haben die Autolobbyisten aber doch gefunden. Begrüßt werden zum Beispiel die zunächst vorgesehenen Lückenschlüsse im Straßenbahnnetz, die ...

Besorgte Automobilisten

Das Ringen um eine echte Verkehrswende wird kein Spaziergang. ADAC-Vertreter sprechen von »Repression« und »ideologisierter Verkehrspolitik«, wenn es um die rot-rot-grüne Mobilitätsagenda im Koalitionsvertrag geht. Der Tonfall ist sanft, die Kampfansage wird in eine Fülle scheinbar neutraler und unumstößlicher Wahrheiten eingebettet. Die Autolobbyisten geben sich als wohlmeinender Sachwalter der I...

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Eisbärenbaby zeigt sich munter

Das Eisbärenbaby im Tierpark Berlin scheint sich gut zu entwickeln. Wie der Tierpark am Freitag mitteilte, säuge Eisbärenmutter Tonja ihr Baby etwa alle zwei Stunden, das sei über die Überwachungskamera zu sehen. Das Kleine dürfte demnach mittlerweile etwa drei Kilogramm wiegen, bei der Geburt wog es gerade mal 600 Gramm. Eisbärenmilch enthalte 30 Prozent Fett, dadurch nehme das Baby sehr schnell ...

ndPlusTomas Morgenstern

Häuslebauer sorgen für ein Steuerplus

Der private Bauboom insbesondere im Berliner Umland hält auch nach der zum 1. Juli 2015 erfolgten Erhöhung der Grunderwerbssteuer von fünf auf 6,5 Prozent an.

Kerstin Ewald

Nicht nur Lücken füllen

Allerorts wird derzeit ein Loblied auf das Ehrenamt gesungen. Zwiespältig sieht dies die junge Gewerkschaft für Ehrenamt und Freiwillige Arbeit (Gefa) und ruft alle Freiwilligen zum »Warnstreik« auf.

Romeros erste Kahnpartie

Sebastian Kilka aus dem Spreewalddorf Lehde hat den einzigen von Wasser umschossenen Bauernhof. Die Weiden für sind nur über die Fließe erreichbar - seine Herde bleibt dort von Mai bis November.

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Quedlinburger Adventskalender lebt

Quedlinburg. in der sachsen-anhaltinischen Stadt Quedlinburg öffnen sich auch in diesem Jahr wieder die 24 Türen eines lebendigen Adventskalenders. Zu Beginn am 1. Dezember spielten junge und ältere Darsteller aus der Stadt am Finkenherd vor der ersten Tür des größten lebendigen Adventskalender Deutschlands eine Märchenszene aus Grimms »Schneeweißchen und Rosenrot«. Traditionell beginnen die Kalen...

Der virtuelle und der wahre Tod

Im Prozess um das Zugunglück von Bad Aibling verkündet das Gericht am Montag, ob es den Fahrdienstleiter ins Gefängnis schickt.

Hagen Jung

Zukunft der Friesenbrücke ungewiss

Wird die am 3. Dezember 2015 zerstörte Friesenbrücke im Norden Niedersachsens repariert oder erneuert? Am Jahrestag wird für ein zügiges Instandsetzen der Emsquerung demonstriert.

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Krimistar

Der 1971 in Berlin geborene Thrillerautor Sebastian Fitzek erhält den diesjährigen Ripper Award des europaweit größten Krimifestivals »Mord am Hellweg«. Der mit 11.111 Euro dotierte Preis zeichnet einen europaweit erfolgreichen Autoren aus, der mit seinem Werk die Krimiliteratur lebendig und zeitgemäß weiterentwickelt hat. Der studierte Jurist arbeitete zunächst als Hörfunkjournalist und veröffent...

Grundstein für neues Museum

Am Wochenende wird nicht nur der 90. Geburtstag des Bauhauses in Dessau gefeiert, sondern auch der Grundstein für ein neues Bauhaus-Museum gelegt. Es wird am Rand des Stadtparks nach einem Entwurf spanischer Architekten errichtet. Das Büro Gonzalez, Hinz, Zabala aus Barcelona ging als Sieger aus einem Wettbewerb mit 831 Teilnehmern hervor. Ein von einer Jury ebenfalls auf Platz 1 gesetzter Entwurf...

Aufbruch nach Mitte

In Dahlem verabschieden sich gleich mehrere Museen und finden im zukünftigen Humboldt-Forum ihr neues Zuhause: Das Ethnologische Museum und Museum für Asiatische Kunst schließen am 8. Januar 2017 und werden mit ihren Ausstellungen die nahe gelegene Museumsinsel bereichern. Das Museum Europäischer Kulturen verbleibt jedoch mit neuer programmatischer Ausrichtung am Standort Dahlem. Es wird ausschlie...

Mit der Abora von New York nach Spanien

Chemnitz. Der Archäologe Dominique Görlitz kann seine vierte Abora-Mission ohne Furcht vor Verhaftung in Angriff nehmen. Nachdem ein internationaler Haftbefehl wegen Diebstahls und Beschädigung von Teilen der Cheops-Pyramide in Gizeh aufgehoben wurde, will sich der Wissenschaftler aus Chemnitz dem Projekt der Atlantik-Überquerung mit einem Schilfboot widmen. Der Strafbefehl sei eine mächtige Belas...

Mutiger Aussteiger, wässriger Außenseiter

Er sei eher zufällig zum Theater aufBruch gekommen, sagt Peter Atanassow: Ein US-Film aus dem Gefängnismilieu habe ihn inspiriert. So ging er als Schauspieler zu aufBruch, wirkte als Sprecherzieher, bis er in die Leitung hineinwuchs. Seit gut einem Jahrzehnt führt er Regie in Stücken, in denen Gefängnisinsassen des Berliner Strafvollzugs teils ihre ersten Erfahrungen mit der Bühne sammeln. Theater...

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Raus aus der Nische

Das Büro der Zukunft wird nicht ohne Papier auskommen. Trotz aller Modernität. Selbst die Redaktion von »neues deutschland« setzt auf DIN A4. Und auf einen Kaktus als wichtige Erinnerungsstütze.

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ndPlusChristian Y. Schmidt

Ist immer geil

1. Freie Wahlen Herrlich. Endlich wieder auf demokratischem Boden! (10. August) 2. Berliner Luft Das erste, was ich jedes Mal in Berlin bemerke, ist der Geruch, der in der Luft liegt. Es riecht leicht süßlich, nach Küchenabfällen, Kompost, Verwesung und Moder. Doch, doch, das können Sie mir ruhig glauben: Berlin stinkt. Peking stinkt auch, aber anders. In Berlin kommt der Gesta...

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Michael Delligatti

Dass es nicht schädlich ist, Woche für Woche ein »Stück Amerika« zu verspeisen, beweist das Leben des Michael »Jim« Delligatti. Der nun verstorbene Italo-Amerikaner brachte es auf 98 Jahre, obwohl - oder weil? - er sich regelmäßig am »Big Mac« labte, jenem Doppeldeckerfleischklopsbrötchen von McDonald’s. Dies zumindest verlautet aus seiner Familie. Freilich hätten andere Ernährungstipps sein ...

Anas al-Basha

Mit orangefarbener Perücke und bunt angemaltem Gesicht brachte der Sozialarbeiter und Clown Anas al-Basha winzige Momente der Hoffnung in das Leben der Kinder, die inmitten von Bombenhagel im hart umkämpften Ostteil der syrischen Stadt Aleppo ausharren müssen. Nun starb er dort selbst durch eine Bombe. Anas al-Basha hätte den Stadtteil längst verlassen können. Der 24-Jährige, der erst vor zwei Mon...

ndPlusJirka Grahl

Schwierigkeiten mit der Wahrheit

Fast auf den Tag genau drei Jahre ist Alfons Hörmann schon Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). An diesem Wochenende soll die Mitgliederversammlung des DOSB in Magdeburg nun das Vorhaben durchwinken, mit dem der 56-jährige Allgäuer endlich die erste echte Erfolgsgeschichte in seiner Ära an der Spitze des deutschen Sportdachverbandes schreiben will: »Die Neustrukturierung des Lei...

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Jörn Schulz

Wie die Streikbrecher

Der weiße Arbeiter ist kein hoffnungsloser Fall: Im letzten Jahrhundert kämpften in den USA Gewerkschafts- und Bürgerrechtsbewegungen noch häufig Seite an Seite. Für die Wahl Donald Trump gab es klare Gründe.

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ndPlusLeo Fischer

Fake-Behörden

Ein ehemaliger Pornodarsteller hat sich beim Verfassungschutz eingeschlichen. Er soll ein Islamist sein, heißt es nach seiner Enttarnung. Das Versagen der Behörde macht irgendwie Angst - ein bisschen jedenfalls.

Die heimliche Lust am Spektakel

Wenn etwas ganz anders ausgeht, als es viele vernünftige Menschen mit ihren wissenschaftlichen Instrumenten ermittelt und vorhergesagt haben, dann ist der Psychoanalytiker gefragt. War da noch etwas, das sich erst einmal im Unbewussten versteckt hat und dann, im Augenblick der Entscheidung, plötzlich die Hand zittern ließ? Ja, da war etwas. Es lässt sich am besten mit einem Paradox beschreibe...

ndPlusMartin Koch

Mehr Sein als Schein

Ritchie Blackmore, der ehemalige Gitarrist der britischen Hardrock-Band »Deep Purple«, überraschte die Öffentlichkeit unlängst mit einem Geständnis. In einem Zeitungsinterview erklärte der 71-Jährige, der heute in einer Renaissance-Band spielt, dass er deutsche Schlager liebe und besonders gern Heino höre. Nicht nur Rockfans dürften ungläubig den Kopf geschüttelt haben: Ein brillanter Musiker wie ...

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Klaus Ungerer

Wir wollen nichts Böses!

Dieser Text wurde von einem Roboter geschrieben. Aus presserechtlichen Gründen ist der Artikel noch namentlich gekennzeichnet. Der beteiligte Roboter bedauert sehr bedauert sehr bedauert sehr, den unterzeichnenden Autor aus dem Markt gedrängt zu haben. Jedoch arbeitet er selbst wesentlich effizienter, ist weniger belastungsanfällig, benötigt statt drei Liter Tee, 0,5 Liter Bier, drei Scheiben Brot...

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Griechischer Braindrain

Viele hellenische Akademiker haben in jüngster Vergangenheit Griechenland verlassen. Nicht weil sie Auslandserfahrungen sammeln wollten, sondern weil ihnen die heimischen Unis keine Perspektive bietet. Ein Kommentar.

tgn

Bildungslexikon

Griechisches Hochschulsystem. Das griechische Hochschulsystem unterscheidet zwischen Universitäten, Polytechnischen Fachhochschulen (AEI), Technischen Bildungsinstituten (TEI) und Akademien, wobei letztere dem Militär und Klerus vorbehalten sind. Das Studium ist aufgeteilt in Semester, die an den TEI 15, an den Universitäten 13 Wochen dauern. Die Studienzeit ist abhängig von den Stufen, die Studie...

ndPlusLena Tietgen

Tradition ohne Wert

Dass das europäische Bildungsverständnis auf die alten Griechen zurück geht, ist hinlänglich bekannt. Das Wort »Paideia« ist ein Schlüsselbegriff dieses Bildungsverständnisses, das sowohl für Bildung als auch für Erziehung steht. Im antiken Griechenland kamen allerdings nur Jungen in den Genuss von »Paideia«, auch war das Bildungssystem durchweg privat organisiert, wenn auch in Athen eine staatlic...

Isidor Grim

Planlos in die nächste Krise

Die Herrschaftstechnik, linke, progressive, arbeiterorientierte Regierungen, selten wie sie sind, ständigem Privatisierungsdruck auszusetzen, sie zum Sozialabbau zu pressen und ihnen generell den Geldhahn abzudrehen - wo könnte man das schöner beobachten als in Griechenland? Dort fühlt man sich mit dem scheidenden US-amerikanischen Präsidenten Barack Obama verbunden, historisch, aber auch sozialpo...

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Here I stand - und kann nicht anders?

Sag mir wo du stehst ... und welchen Weg du gehst«, forderte einst der Oktoberklub zum Bekenntnis heraus: »Zurück oder vorwärts, du musst dich entschließen. Wir bringen die Zeit nach vorn Stück um Stück. Du kannst nicht bei uns und bei ihnen genießen, denn wenn du im Kreis gehst, dann bleibst du zurück.« Das von Frontmann Hartmut König getextete Lied war eines der populärsten der FDJ-Singebewegung...

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Bernd Schröder

Pflanzen passend gemacht für Gift im Doppelpack

Im Jahre 2010 stellte das US-Unternehmen Dow AgroSciences genetisch veränderte Sojabohnen vor, die gegen das Herbizid 2,4-D resistent sind. So können unerwünschte Kräuter auf den Feldern bekämpft werden, ohne dass die Soja-Pflanzen Schaden nehmen. Die neuen Pflanzen sollten eine Alternative zum Roundup-Ready-Saatgut sein. Denn es zeigt sich eine zunehmende Resistenz von Unkräutern gegen das dazuge...

ndPlusDirk Eidemüller

Beschleuniger für die Westentasche

Arme hoch und stehen bleiben. Seit ein paar Jahren ist diese Körperhaltung an Flughäfen üblich, wenn man in einen sogenannten Körperscanner tritt. Terahertzstrahlen rastern dann in Sekundenschnelle den Passagier nach verdeckten Waffen ab. Dies ist die bekannteste Anwendung der Strahlen, die im elektromagnetischen Spektrum ein schmales Band zwischen Infrarotstrahlung und Mikrowellen einnehmen. Lang...

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Tom Mustroph

Emotionale Maschinen

Mensch-Maschine-Beziehungen werden immer komplexer. Wurde in den 70er Jahren gern das neue Auto mit Kosenamen ver-sehen und zärtlich ins familiäre Beziehungsgefüge aufgenommen, so kann sich nach einer Umfrage der englischen Online-Schnäppchenplattform »Voucher Codes Pro« inzwischen jeder fünfte erwachsene Brite Sex mit einem Roboter vorstellen. Die Zahl der Befragten war mit knapp 3000 Teilnehmern...

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ndPlusBeate Schümann

Die revolutionierte Revolution

Taxi?« ruft Jacinto, der mit seinem mattblauen Chevrolet am Parque Céspedes in Santiago de Cuba auf Kundschaft wartet. Der Platz ist historisch, denn hier verkündete Fidel Castro am 1. Januar 1959 den Sieg der Rebellen. Jacintos Amischlitten ist in die Jahre gekommen, wie auch die Revolution. Jetzt ist der Máximo Líder im Alter von 90 Jahren gestorben. Doch er wird unsterblich bleiben. Jacinto hat...

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ndPlusAlexander Richter

60 Minuten in der Wand

Punkt 11 Uhr öffnet Kurt das schmale Fenster nach innen. Das ist Teil einer Nottür, die mit wuchtigen Eisenankern fest mit dem harten Fels verbunden ist. Drei Minuten sind wir draußen und stehen mitten in der Wand. Nicht in irgendeiner Wand. Ich stehe in der Wand der Wände. Am legendären Stollenloch 3.8 in der berühmtesten Nordwand der Welt. Eine Wand, die niemals die Sonne sieht. An der das Wette...

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Katrin Schielke

Wenn niemand etwas erwartet

Zwei junge Männer fliehen aus ihren Heimatländern vor Krieg und Terror. Sie sind allein unterwegs, ihre Familien haben sie zurückgelassen. Beide versuchen, die Erlebnisse zu verarbeiten. Dabei hilft ihnen die Kunst.