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Unten links

Hat Donald Trump aufgelegt oder nicht? Nach einem Telefonat mit dem australischen Regierungschef Malcolm Turnbull heißt es, der USA-Präsident habe das Gespräch, für das eine Stunde vorgesehen war, abrupt nach 25 Minuten beendet. Doch erstens hat Mister Turnbull nichts davon bestätigt. Zweitens kann man es jemandem nicht verdenken, der morgens schon beim Rasieren außer Atem gerät, weil sein Gegenüb...

Russland und Ungarn in Harmonie

Budapest. Der russische Präsident Wladimir Putin ist am Donnerstag nach Budapest gereist, um mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban über eine Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit der beiden Staaten zu sprechen. Die beiden wollten sich unter anderem zu Energie-Themen austauschen, sagte ein außenpolitischer Berater Putins vor dem Treffen. Der rechtskonservative Orban ist Puti...

Merkel mahnt den Machthaber mild

Ankara. Bei ihrem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hat Bundeskanzlerin Angela Merkel auf Einhaltung der Meinungsfreiheit in der Türkei gepocht. Sie habe »darauf hingewiesen, dass in diesem tief greifenden Umbruch die Gewaltenteilung und Meinungsfreiheit gewahrt sein« müssen, sagte Merkel am Donnerstag im Präsidentenpalast in Ankara. »Opposition gehört zu einem demokratis...

Lobbyisten sollen erfasst werden

Berlin. Mit einem Gesetzentwurf wollen die Organisationen Lobby Control und Abgeordnetenwatch ihre Forderung nach einem verpflichtenden Lobbyisten-Register vorantreiben. Die Liste solle sichtbar machen, wer in wessen Auftrag und mit welchem Ziel bei Politikern Lobbyarbeit betreibt, erklärten beide Organisationen am Donnerstag in Berlin. Schon im Juli hatten sie einen Entwurf als Diskussionsgrundla...

Pochen allein genügt nicht

»Merkel pocht bei Treffen mit Erdogan auf Meinungsfreiheit«, titelte eine Agentur. Nun hat wohl kein Außenstehender gehört, wie vernehmlich das Pochen tatsächlich war, aber auf den Putz gehauen hat sie wohl nicht.

Die Brexit-Uhr tickt

London. Auf 77 Seiten wird in dem am Donnerstag veröffentlichten »Weißbuch« der britischen Regierung der Fahrplan für den EU-Austritt beschrieben. Allerdings findet sich darin kaum etwas Neues. Der Brexit-Fahrplan enthält die zwölf Punkte, die Premierministerin Theresa May bei der Rede vor zwei Wochen vorgestellt hatte. Da hatte sie den harten Brexit, den Ausstieg aus dem EU-Binnenmarkt und der Zo...

Maria Jordan

Kein Vertrauen in die Jugend

Der jüngste Report des Kinderhilfswerks zeigt: Demokratieförderung bei Kindern und Jugendlichen ist ausbaufähig.

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Rot-Rot-Grün in Berlin setzt auf Partizipation

»Zwischen bürger*innenschaftlichem Engagement, sozialer Integration und Partizipation besteht ein enger Zusammenhang«, heißt es in der Koalitionsvereinbarung der Berliner rot-rot-grünen Landesregierung. Damit soll in der laufenden Legislaturperiode die direkte Demokratie gestärkt werden.Einige Punkte sind im Papier konkret beschrieben. Volksentscheide sollen künftig zeitgleich mit anstehenden Wahl...

ndPlusSebastian Haak, Erfurt

Die Macht von 2,7 Prozent der Bürger

Die Forderung nach mehr direkter Demokratie ist populär. In Thüringen hat auch die CDU ihr Herz dafür entdeckt. Dort merkt man aber auch: So einfach, wie das aus Oppositionssicht scheint, ist es nicht.

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ndPlusMartin Ling

Die fetten, linken Jahre sind vorbei

Es ist ein tiefer Absturz: 13 Jahre führte die brasilianische Arbeiterpartei (PT) die brasilianische Regierung an, 13 Jahre stellte sie den Präsidenten oder die Präsidentin. Seitdem Dilma Rousseff am 31. August 2016 schlussendlich durch ein umstrittenes Amtsenthebungsverfahren via brasilianischer Kongress endgültig abserviert wurde, befindet sich die PT nahezu im freien Fall. Einerseits wird die P...

»Sozialismus hat keine Grenzen«
Niklas Franzen

»Sozialismus hat keine Grenzen«

In Brasilien amtiert seit acht Monaten der rechte Präsident Michel Temer. »Es waren acht desaströse Monate. Die ökonomischen Probleme haben sich verschärft«, warnt der linke Abgeordnete Jean Wyllys.

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Simon Poelchau

Runter von der Intensivstation

»Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen«, diesen Spruch hat sich Deutsche-Bank-Chef John Cryan vielleicht heimlich mehrfach bei der Vorstellung der Zahlen fürs vergangene Jahr vorgesagt. Verständlich wäre es. Denn der bescheidene Brite muss noch immer den Scherbenhaufen aufräumen, den ihm seine Vorgänger und Vorvorgänger wie Anshu Jain, Jürgen Fitschen und Josef Ackermann überlassen haben. Und auch ...

Gut angelegtes Geld

Banken zocken mit den Einlagen ihrer Kunden lieber an der Börse oder besser noch, sie schwatzen ihnen Aktienfonds auf, um das Risiko abzuwälzen. Doch wenn ein Handwerker aufkreuzt, der eine neue Drehbank benötigt oder einen Kastenwagen, und dessen Ersparnisse für solche Neuanschaffungen nicht ausreichen, dann sind sie für seine Wünsche taub. Selbst die Sparkassen machen da leider oft keine Ausnahm...

ndPlusVelten Schäfer

Mehr als ein Schulfach

Nicht zufällig sickerte als erste bildungspolitische Weichenstellung des Donald Trump das Vorhaben durch, den »National Endowment for the Humanities« zusammenzustreichen, jenes Förderprogramm für gesellschaftswissenschaftliche Projekte in den USA. Denn nichts ist den neuen Totalitären so verhasst wie geistige Tätigkeit, die außer Büchern nichts produziert. Sehr richtig ist auch daher die Ford...

ndPlusNicolas Šustr

Karriereschiene

Sigrid Evelyn Nikutta könnte neue Bahnchefin werden, nachdem Rüdiger Grube Knall auf Fall seinen Posten geräumt hat. Das glaubt zumindest »Bild«. Als »sehr energisch und machtbewusst« charakterisiert Jens Wieseke vom Berliner Fahrgastverband IGEB die 47-jährige Chefin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Die erste Frau an der Spitze des bald 90 Jahre alten kommunalen Unternehmens hat sich seit ihr...

Klaus Euler

Der Bankenmischwald wird gerodet

Die Politik in der EU unterliegt dem Irrglauben, die Systemstabilität des Bankensektors könne durch wenige Großbanken gesichert werden. Das Risiko muss jedoch vielmehr auf viele Banken und Konzepte verteilt werden.

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Fußfessel kommt in Mode

Düsseldorf. Fast alle Bundesländer wollen einer Zeitungsumfrage zufolge möglichst bald eigene gesetzliche Grundlagen für eine Überwachung von Gefährdern durch elektronische Fußfesseln schaffen. Unklar sei die Beschlusslage noch bei den rot-rot-grünen Landesregierungen in Berlin und Thüringen, berichtet die »Rheinische Post« unter Berufung auf eine eigene Umfrage unter den Innenministerien der Länd...

Rudolf Stumberger

Kündigung wegen sechs Euro Toilettenwertbons

Weil eine Mitarbeiterin Gutscheine für die WC-Benutzung nicht sofort verrechnete, wurde ihr gekündigt. Kurz vor der Verhandlung am Arbeitsgericht machte der Betreiber Tank und Rast einen Rückzieher.

ndPlusFabian Lambeck

Ein Register für Lobbyisten

Noch agieren viele Konzernvertreter in einem Graubereich, da es beim Bundestag kein verbindliches Register für Lobbyisten gibt. Zwei Organisationen wollen das nun ändern.

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Bündnis Grundeinkommen stellt sich zur Wahl

Zur saarländischen Landtagswahl am 26. März treten 16 Parteien und Wählergruppen an. Zwei von ihnen treten nur in einem Teil des Landes an, darunter das Bündnis Grundeinkommen.

ndPlusRené Heilig

Nachricht vom Verfassungsschutz

Mit Stillen SMS können Behörden den Standort eines Verdächtigen ermitteln. Besonders der Verfassungsschutz hat im vergangenen halben Jahr häufiger von der Technik Gebrauch gemacht. Reden will in Berlin darüber nur ungern.

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Hannes Hofbauer

KP-Bastion Graz steht vor Wahlerfolg

Bei den Grazer Kommunisten herrscht Zuversicht. Für die sonntäglichen Gemeinderatswahlen sehen alle Meinungsforscher die KP als zweite Kraft hinter den Liberalkonservativen.

Peter Stäuber, London

May liefert Brexit-Strategie

Die britische Regierung hat am Donnerstag ihr Strategiepapier für den EU-Ausstieg vorgelegt. Große Überraschungen brachte das Weißbuch indes nicht. Opposition und Brexit-Gegner sind wegen der mangelnden Details erzürnt.

ndPlusKay Wagner, Brüssel

Malta-Gipfel nimmt Libyen und Rom ins Visier

An Kritik am EU-Gipfel auf Malta mangelt es im Vorfeld nicht: Von einem »Entrechtungsgipfel für Flüchtlinge« spricht etwa die Grünen-Chefin Simone Peter. Menschenrechtsorganisationen schicken einen Appell an die Kanzlerin.

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Mihaela Rodina, Bukarest

Zornesröte im Aufgang - die Erben der Daker rebellieren

Bei den größten Massenprotesten seit Ende des Sozialismus in Rumänien haben Hunderttausende gegen die Lockerung der Antikorruptionsgesetze demonstriert. In Bukarest und anderen Städten gingen am Mittwochabend nach Schätzungen von Medien bis zu 300 000 Menschen auf die Straßen, um die Aufweichung der Korruptionsbekämpfung anzuprangern. Handelsminister Florin Jianu schloss sich den Kritikern an: Er ...

ndPlusNorman Paech

Alle Macht für Erdogan

Ein präsidentielles System finden wir nicht nur in der Türkei. Doch dieses ist anders. Der künftigen Allgewalt des türkischen Staatsoberhauptes wird die Ohnmacht des Parlaments entsprechen. Der Notstand ist schon die Regel.

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68 Millionen Euro durch Selbstanzeigen

2016 hat Berlin rund 68 Millionen Euro durch Steuernachzahlungen aus Selbstanzeigen eingenommen. Insgesamt wurden im Zusammenhang mit Geldanlagen in der Schweiz, Luxemburg und Liechtenstein in dem Zeitraum 154 Selbstanzeigen erstattet. Das teilte die Berliner Senatsverwaltung für Finanzen auf ein Schriftliche Anfrage des SPD-Abgeordneten Joschka Langenbrinck mit. Demnach hat sich das Land Berlin i...

Sechs Angriffe auf Juden 2016 polizeibekannt

173 antisemitische Straftaten sind nach einer vorläufigen Statistik im vergangenen Jahr von der Berliner Polizei gezählt worden. Das geht aus der Antwort des Senats auf eine Schriftliche Anfrage der Grünen-Abgeordneten June Tomiak. hervor. In den Jahren zuvor waren es jeweils zwischen etwa 140 und 190 Taten. Die tatsächliche Zahl antisemitischer Taten dürfte weitaus höher sein; viele Opfer melden ...

Möbliert macht auch Mist

Angesichts der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt mag es dem Senat wie Kleinvieh erscheinen, dass durchschnittlich 27 Prozent der Wohnungen möbliert und damit teurer vermietet werden. Nur: Kleinvieh macht eben auch Mist. Denn das möblierte »Auf-Zeit-Vermieten« hat zwei Konsequenzen: Erstens verknappt es den ohnehin schon knappen Wohnraum, wenn in ganz normalen Wohnhäusern ganz normale Wo...

Rainer Balcerowiak

Betten hebeln die Mietpreisbremse aus

Immer mehr Vermieter bieten Wohnungen möbliert an und umgehen so die Mietpreisbremse: Im vergangenen Jahr waren es ein Viertel aller Angebote. Die Senatsverwaltung beunruhigt das nicht.

Johanna Treblin

Kadterschmiede bleibt - vorerst

Die linke Kneipe Kadterschmiede wird nicht geräumt. Das hat das Landgericht am Donnerstag entschieden. Der Hauseigentümer des Hausprojekts in der Rigaer Straße 94 kann dagegen Einspruch erheben. Das wird er wohl tun.

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Berichtigung

Wegen einer falschen Berechnungsgrundlage stimmte in dem nd-Beitrag »So wenige Verkehrstote wie nie« (Donnerstagausgabe) die Unterzeile nicht. Richtig ist: Im Jahr 2016 hat es in Brandenburgs Straßenverkehr 121 Todesopfer gegeben. Das waren 58 weniger als im Jahr zuvor. Die Zahl der Opfer ist also nicht halbiert worden, sondern um etwa ein Drittel gesunken. Die Schlagzeile und die Angaben in Text ...

SED-Siedlung ab Juni unter Denkmalschutz

Berlin. Die zur Stadt Bernau gehörende Waldsiedlung Wandlitz, in der Mitglieder des SED-Politbüros mit ihren Angehörigen gewohnt hatten, wird ab Juni unter Denkmalschutz stehen. Das sagte Landeskonservator Thomas Drachenberg am Donnerstag in Berlin. Derzeit werde geprüft, welche Dinge im einstigen Wohnhaus des DDR-Staats- und SED-Parteichefs Walter Ulbricht noch original seien. In dem bis zur Wend...

Andreas Fritsche

Demokratie für 17 000 Euro ausgebremst

Die Stadt Potsdam hat bis jetzt exakt 17255 Euro und 78 Cent dafür ausgegeben, ein Bürgerbegehren gegen den geplanten Abriss im Zentrum als rechtlich unzulässig abzuweisen.

ndPlusEllen Wesemüller

Die Maji-Maji-Allee im Wedding

Petersallee, Lüderitzstraße, Nachtigalplatz - diese Straßennamen im Afrikanischen Viertel in Wedding rufen seit Jahren Proteste hervor. Nun sollen sie umbenannt werden. das Bezirksamt in Mitte sucht nach neuen Namen.

ndPlusWilfried Neiße

Fördergeld in Whisky angelegt

Seit April gibt es in Brandenburg das Förderprogramm »Mikrokredit«. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums ist es ein Renner.

Miriam Sachs

Kampf um »Madeleine«

Das Lichtenberger Viertel am Nöldnerplatz galt lange als arm. Nach Förderprogrammen und der Aufwertung kämpfen nun alteingesessene Geschäfte ums Überleben.

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Malen für Frieden

Als der Maler Roland Paris Syrien bereiste, war Frieden. Er hat mit seinem Stift das geschäftige Treiben auf den Basaren, das stille Gebet in Moscheen und ausgelassene Feste in seinen Skizzenblöcken festgehalten. Der seit sechs Jahren tobende Krieg erschüttert den Künstler, der als Kind selbst die Schrecken eines Krieges durchleben musste. Mit seinen Aquarellen und Zeichnungen, die nach seiner Syr...

Streit um Jodls Grabkreuz in nächster Runde

München. Der Streit um das Grabkreuz für den Nazi-Kriegsverbrecher Alfred Jodl auf dem Friedhof der Insel Frauenchiemsee in Bayern geht in die nächste Runde. Der Künstler Wolfram Kastner wehrt sich gegen eine einstweilige Verfügung eines Nachkommens Jodls, der weitere künstlerische Aktionen verhindern will. In der Zivilverhandlung am Landgericht hat der Richter am Donnerstag keine Entscheidung ver...

Sachsens Meisterbonus ist sehr gefragt

Vom Lehrling zum Meister - kein einfacher Weg und ein teurer dazu. In Sachsen gibt es seit vergangenem Jahr für erfolgreiche Absolventen der Meisterausbildung einen Bonus. Viele greifen zu.

ndPlusAndreas Gläser

Stasi Goreng gefällig?

Neulich sahen Tino und ich im Kino die unterhaltsame Groteske »Kundschafter des Friedens«, in der sich drei Ex-Stasi-Männer und eine BND-Blume nach Katschekistan aufmachten. Mehr muss hier eigentlich nicht wiederholt werden. Das Kinopublikum jedenfalls schien aus zwei Fraktionen zu bestehen, aus einer oftmals lauthals lachenden Ureinwohnerschaft und einer eher still in sich hinein feixenden Überza...

Erika Richter

Das Objektiv der BRD

Thomas Mauch, einen der bedeutendsten Kameramänner und Filmemacher des bundesdeutschen Films, könnte man als Glückspilz bezeichnen. Geboren im Jahr 1937, hat er - ohne je ein Filmstudium absolviert zu haben - in seinen fast 80 Lebensjahren an etwa 190 Filmen mitwirken können. 1959 hat er seinen ersten Dokumentarfilm gedreht, hat also mit 22 Jahren mit seiner professionellen Kameraarbeit begonnen. ...

Drückertrupp vor der Haustür

Vierter Prozesstag um die Stendaler Wahlaffäre: Ein Wähler, der die Fälschung seiner Unterschrift monierte, sagt, er sei bedrängt worden. Der Verteidiger des Angeklagten äußert Zweifel an Zeugenaussagen.

ndPlusVolker Stahl, Hamburg

Gerechtigkeit für Katharina Hanen

In Hamburg fielen mindestens 40 Frauen und Männer dem Hexenwahn zum Opfer. Als Jan Vahlenkamp, der sich selbst lange als Außenseiter fühlte, auf die Berichte stieß, verfasste er eine Petition.

ndPlusGunnar Decker

Im Bauch der Machtmaschine

Auf die Uraufführung des »Ubu Roi« 1896 in Paris folgte ein Skandal. Bis heute wird das Stück gern gespielt, denn die Aussicht in den von immer gleichen Kobolden bevölkerten Bauch der Machtmaschine hält es aktuell.

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Lebendig und glaubhaft

Der Preis für das beste Kinderhörbuch geht in diesem Jahr an Stefan Kaminski für seine Lesung des Romans »Im Labyrinth der Lügen« von Ute Krause. Die Kinderjury des Deutschen Hörbuchpreises lobte, Kaminski gestalte mit seiner Stimme jede Person »so lebendig und glaubhaft, dass man sie vor sich sieht«, wie der WDR am Donnerstag in Köln mitteilte. Die mit 3333 Euro dotierte Auszeichnung wird zusamme...

Dorn für Biller

Wechsel im »Literarischen Quartett«: Die Schriftstellerin Thea Dorn übernimmt in der ZDF-Sendung den Platz von Maxim Biller. Dorn werde die Literaturkritik-Runde mit den Gastgebern Volker Weidermann und Christine Westermann sowie einem prominenten Gast ab dem 3. März ergänzen, teilte der Sender am Donnerstag in Mainz mit. Biller wolle sich wieder verstärkt seiner eigenen literarischen Arbeit widme...

Werte geschöpft

Die deutsche Filmindustrie hat einer neuen Studie zufolge nicht nur kulturelle, sondern auch große wirtschaftliche Bedeutung. Wie Ressortministerin Brigitte Zypries (SPD) am Donnerstag mitteilte, erwirtschaftet die Branche mit gut 160 000 Beschäftigten fast 25 Milliarden Euro im Jahr. Jeder Euro Wertschöpfung in der Filmwirtschaft ergibt durch positive Auswirkungen auf mitbeteiligte Unternehmen 1,...

ndPlusThomas Blum

Ab ins All!

Sun Ra« nannte der Mann sich selbst. Der US-amerikanische Jazzmusiker, Exzentriker und Visionär, der sich selbst den Namen eines Sonnengottes gab und der zu Lebzeiten als seinen Herkunftsort den Planeten Saturn angab und behauptete, er sei durch den Kosmos gereist, befreite - neben anderen - in den 50er und 60er Jahren den Jazz. Er revolutionierte ihn, indem er sich mit der Tradition stets nur ins...

ndPlusChristian Baron

Lasst die Trommel ruhen!


Wer das Stück heute inszeniert, muss sich an den großen Vorbildern Helene Weigel und Gisela May messen 
lassen.
 Regisseur Sebastian Becker verpasst seiner Hauptfigur jetzt in Hamburg eine ganz eigene Kontur.

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Rudolf Walther

Chronist und Ankläger politischer Morde

Anrold Zweig sagte schon 1925 von den Büchern des Heidelberger Mathematikers und Publizisten Emil Julius Gumbel, sie würden »in die Blutkeller der deutschen Reaktion hineinleuchten«. Wie richtig er damit lag, ist am Lebensweg des am 18. Juli 1891 Geborenen abzulesen, der am 10. September 1966 im New Yorker Exil verstarb. Nur ein Nachruf, vom Sozialdemokraten Willi Eichler, erinnerte an den mutigen...

ndPlusReiner Tosstorff

Gesichter und Geschichten

Den Namen Gesichter geben - das war die erklärte Absicht, um einen zweiten Band dem 2016 erschienenen Lexikon der Deutschen, die an der Seite der spanischen Republik und der sozialen Revolution kämpften, nachfolgen zu lassen. War der erste Band eine Sammlung von weit über dreitausend Biografien, mal länger, mal kürzer entsprechend den ausfindig gemachten Quellen und der Bedeutung der Personen, so ...

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»Feindliche Übernahme« befürchtet

München. Die IG Metall geht gegen die geplante Machtübernahme der umstrittenen Investorenfamilie Hastor bei dem Autozulieferer Grammer auf die Barrikaden. Nach dem Vorstand und dem Aufsichtsrat kündigte am Mittwoch auch die Gewerkschaft Widerstand an.Die Familie hatte mit einem Lieferstopp ihrer Prevent-Gruppe die VW-Produktion in Emden, Wolfsburg und anderen Werken im vergangenen Sommer zeitweise...

Hans-Gerd Öfinger

Vereinigte Staatsbahnen

Mit dem Abtritt Von Bahnchef Grube besteht die Chance für Gewerkschaften und Betriebsräte, gemeinsam für einen Kurswechsel zu kämpfen. Es braucht endlich wieder Eisenbahnfachleute an der Spitze der Bahn.

ndPlusNelli Tügel

Auch Krankenpfleger brauchen Pausen

Lange setzte die Gewerkschaft auf eine gesetzliche Verbesserung der Personalausstattung in Krankenhäusern hier im Land. Nun wird der tarifliche Weg beschritten. Es fehlen Zehntausende allein in der Pflege.

Hans-Gerd Öfinger

Druckaufbau im Öffentlichen Dienst

Lange blieb die Einkommensentwicklung im Öffentlichen Dienst der Länder nicht nur hinter der Privatwirtschaft zurück, sondern auch hinter derjenigen bei Bund und Kommunen. Das soll sich ändern.

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Protest gegen Pipeline-Kredit

München. Am Donnerstag protestierten Aktivisten mehrerer Nichtregierungsorganisationen vor der Münchner Zentrale der BayernLB, um damit gegen deren Beteiligung an der geplanten US-Ölpipeline »Dakota Access« zu protestieren. Die Umweltschutzorganisation Urgewald kündigte an, über 700 000 Unterschriften aus internationalen Petitionen gegen die Pipeline zu übergeben. Die BayernLB ist demnach eine von...

Gegen Börsenchef wird ermittelt

Frankfurt am Main. Der Chef der Deutschen Börse, Carsten Kengeter, ist wegen möglichen Insiderhandels ins Visier der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main geraten. Die Behörde bestätigte am Donnerstag Ermittlungen gegen »einen Verantwortlichen« des Börsenbetreibers, ohne den Namen zu nennen. Die Deutsche Börse hatte zuvor bereits erklärt, die Vorwürfe seien »haltlos«. Es geht um Aktiengeschäfte in ...

ndPlusKlaus Karleweit

Mauer zu Mexiko ist ein Bumerang für die Verbraucher

Nach der Mauer könnten Strafzölle folgen. Experten beiderseits der Grenze zwischen den USA und Mexiko warnen vor einer Abschottung. Durch die Schwächung des Freihandels müssten die Verbraucher höhere Preise zahlen.

ndPlusHermannus Pfeiffer

Deutsche Bank bleibt im Minus

Das andauernde Filialsterben und den Personalabbau kontert Deutsche-Bank-Manager John Cryan mit Optimismus. Analysten beklagen allerdings das Fehlen einer Strategie für das Bankhaus.

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Intelligenter fördern ohne Bundeswehr

Köln. Max Hartung, der neue Vorsitzende der Athletenkommission des Deutschen Olympischen Sportbundes, stellt die Sportförderung der Bundeswehr infrage. »Ich halte die Bundeswehr nicht für ein besonders gutes Instrument der Sportförderung«, sagte 27-jährige Säbelfechter: »Bei der Polizei, in den Ländern und beim Bund erhalten die geförderten Athleten eine Berufsausbildung und haben die Aussicht, na...

ndPlusJürgen Zelustek, Libreville

Ägypten träumt von der Wiedergeburt des Fußballs

Ägypten hat als erstes Team das Finale des Afrika Cups erreicht. Held beim 4:3 im Elfmerschießen gegen Burkina Faso war der 44 Jahre alte Torhüter Essam El-Hadary. Das Land träumt vom achten Afrikameistertitel.

Frank Hellmann, Düsseldorf

Wenn Alphatiere angeln gehen

Am Samstag treffen sich der BVB und RB Leipzig zum Spitzenspiel. Das Verhältnis beider Klubs ist von großer Distanz geprägt - im Windschatten des FC Bayern werden sie sich aber zwangsläufig immer ähnlicher.

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Sebastian Bähr

Weniger Blut, mehr Geld

Die Sportart Mixed Martial Arts versucht sich von ihrem Schmuddelimage übertriebener Gewalt und reaktionärer Männlichkeitsinszenierung zu befreien. In Deutschland gibt es zwischen 200 und 300 aktive Kämpfer.

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Stromaggregat schuld am Tod der Teenager

Arnstein. Nach dem Tod von sechs Teenagern im bayerischen Arnstein gehen die Ermittler davon aus, dass ein Stromaggregat den fatalen Kohlenmonoxid-Ausstoß verursacht hat. Das teilten Staatsanwaltschaft und Polizei am Donnerstag in Würzburg mit. Das mit Benzin betriebene Gerät hätte demnach nicht in Innenräumen verwendet werden dürfen. Es wurde von einem Sachverständigen des Bayerischen LKA begutac...

Menschenkette im argentinischen Epecuén-See

Buenos Aires. Mehr als 1900 Menschen haben in Argentinien einen Weltrekord im gemeinsamen Salzbaden aufgestellt. Sie hielten sie sich an den Händen und ließen sich rund 530 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Buenos Aires in einem Salzsee auf dem Wasser treiben. «Insgesamt waren 1941 Menschen beteiligt», sagte eine Sprecherin der Tourismusbehörde der Stadt Carhué am Mittwoch. Mit dem 30 Sekunden ...