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Trump: USA müssen im Atomrudel »ganz oben stehen«

Berlin. US-Präsident Donald Trump will das Atomwaffenarsenal der USA erweitern. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters betonte er, sein Land müsse immer die führende Atommacht sein. Er bezog diese Aussage auch auf befreundete Nationen. Natürlich, so räumte Trump ein, wäre es »wunderbar« und es »wäre ein Traum, wenn kein Staat Atomwaffen hätte«. Solange dies aber nicht der Fall sei, ...

Historischer Vierfacherfolg

Lahti. Am zweiten Tag der Nordischen Ski-WM in Finnland feierten die deutschen Kombinierer einen historischen Vierfachtriumph. Johannes Rydzek gewann am Freitag den Wettbewerb von der kleinen Schanze vor Olympiasieger Eric Frenzel und Björn Kircheisen. Nach einem Sprung und dem 10-Kilometer-Langlauf lag Weltcup-Spitzenreiter Rydzek 14,9 Sekunden vor Frenzel. Kircheisen kam mit 30 Sekunden Rückstan...

Verheerende Attentate in Syrien

Beirut. Einen Tag nach der Einnahme der nordsyrischen Stadt Al-Bab durch protürkische Rebellen sind bei zwei Selbstmordattentaten 51 Menschen getötet worden, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag meldete. Die Rebellen hatten am Donnerstag verkündet, Al-Bab von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) befreit zu haben. Bei den Genfer Syrien-Verhandlungen gab es am F...

Unten Links

Die Wissenschaftlerin Mithu San᠆yal und die Studentin Marie Albrecht haben jüngst in der »taz« einen Vorschlag unterbreitet, auf den man dringend gewartet hat: Opfer sexueller Gewalt solle man bitteschön nicht länger als »Opfer« bezeichnen, denn »Opfer« sei kein »wertfreier« Begriff: »Indem wir Menschen als Opfer bezeichnen, stecken wir sie in eine Schublade.« Stattdessen solle man sie lieber »Erl...

René Heilig

Die Schulden

US-Präsident Donald Trump will das Atomwaffenarsenal der USA erweitern. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters betonte er, sein Land müsse immer die führende Atommacht sein.

Schöner durch Entschröderung

Berlin. Im »Deutschlandtrend« der ARD liegt die SPD mit 32 Prozent erstmals seit Oktober 2006 knapp vor der Union, in anderen Umfragen sind es sogar 33 Prozent. Das Hoch zeigt sich laut Parteiangaben auch in der Mitgliederzahl: Seit Martin Schulz auf den Schild gehoben wurde, hätten sich allein im Internet 6564 Neumitglieder gemeldet. Die herkömmlichen Eintritte seien noch nicht zu messen. In Nord...

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Fabian Lambeck

Hochpolitische Privatreise für die Diktatur

Ein ausländischer Staatschef erklärt seine Visite in Deutschland zur Privatsache und hält, gedeckt vom Versammlungsrecht, eine Wahlkampfveranstaltung ab, um für den Umbau des Landes in eine islamische Diktatur zu werben.

ndPlusMarkus Drescher

Menno, der Schulz is’ so doohof

Da laufen CDU und CSU monatelang der AfD hinterher. Und dann kommt dieser Schulz mit sozialer Gerechtigkeit um die Ecke. Und den Leuten gefällt’s! Man sieht praktisch vor sich, wie sich Union kollektiv in den Arsch beißt.

ndPlusRoland Etzel

Ein Kurdenstaat - und dann?

Verschwindet der irakische Staat in seinen aktuellen Grenzen endgültig im Orkus der Geschichte? Ja - wenn es nach den Vorstellungen der irakischen Kurden geht. Die Zeiten, da ein Präsident in Bagdad auch über den kurdischen Nordteil des irakischen Staatsterritoriums gebieten konnte, sind in der Tat schon lange vorbei. Seit die US-Armee nach der Vertreibung der irakischen Invasoren aus Kuwait 1991 ...

Klaus Joachim Herrmann

Geschäftsträger

Moskaus neuer Mann für die UNO und den Sicherheitsrat ist Pjotr Ilitschow, berichten am Freitag russische Medien übereinstimmend. Er sei jetzt offiziell der Vertreter Russlands und führe die Geschäfte der Ständigen Vertretung bis zur Ernennung eines Nachfolgers. Am gleichen Tag wurde der überraschend verstorbene vorherige Ständige Vertreter Russlands Witali Tschurkin in Moskau beigesetzt. Aus...

Martin Leidenfrost

In türkischer Haft - nur in Badehose

Neulich verbrachte ich einen Nachmittag in Gewahrsam von Polizei, Militär und Geheimdienst. Eigentlich wollte ich bloß eine Länge im Mittelmeer schwimmen. Dann fuchtelten Uniformierte unbegreifliche Botschaften.

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Thomas mischte Windwächter auf

Das Orkantief Thomas hat in der Nacht zum Freitag die »Windwächter« in Wilhelmshaven tüchtig in Bewegung gebracht. Und nicht nur die. Umgestürzte Bäume, demolierte Autos, lahmgelegte Züge und einige verletzte Menschen waren das Ergebnis der über Teile des Landes brausenden heftigen Sturmböen. Am Donnerstagabend bliesen besonders in Nordrhein-Westfalen heftige Orkanböen bis 113 Stundenkilometer. No...

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ndPlusRené Heilig

Die von der Nuclear Football League

Es wäre »wunderbar«, wenn kein Staat Atomwaffen hätte. Solange dies aber nicht der Fall ist, »werden wir im Rudel ganz oben stehen«. US-Präsident Trump droht mit neuem nuklearen Aufrüstungswahn.

Maria Jordan

Mit Kamellen und Kontrollen

Für die Fünfte Jahreszeit rüsten deutsche Städte in Sicherheitsfragen auf - mit Straßensperren und Großaufgeboten der Polizei. Die Feierlaune soll darunter laut Behörden nicht leiden.

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SPD auf Backbordkurs

Berlin. Leider noch unbestätigt: Eine geheime Findungskommission in der SPD-Spitze hat ein Personaltableau für das »Kompetenzteam Schulz plus X« präsentiert. »Wir setzen auf den Überraschungseffekt. Deshalb haben wir Persönlichkeiten ausgewählt, die für ursozialdemokratische Perspektiven stehen«, verlautet aus mit den Vorgängen vertrauten Kreisen. »Mit diesem Team werden wir gewinnen «, ist man si...

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ndPlusIan King, London

Tories holen sich Labour-Wahlkreis

Die konservative Partei der britischen Premierministerin Theresa May ist aus den Nachwahlen im Vereinigten Königreich gestärkt hervorgegangen. Labour konnte indes wenigstens einen Sitz verteidigen.

Peter Kirschey

Nordkorea schiebt jede Verantwortung von sich

Die Geschichte um den mysteriösen Tod des älteren Halbbruders des nordkoreanischen Führers Kim Jong Un hat das Zeug zu einem Politkrimi der besonderen Art. Jeden Tag werden neue Details zum Hergang diskutiert.

ndPlusRalf Klingsieck, Paris

Le Pen auf Trumps Spuren

Sollte Frankreichs rechtsextreme Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen bei den Wahlen obsiegen, steht die außenpolitische Marschrichtung fest: France d'abord (Frankreich zuerst).

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In Mossul vorgerückt

Athbah. Die irakischen Truppen sind erstmals seit dem Beginn ihrer Offensive auf Mossul in den Westteil der Stadt eingerückt. Die Sicherheitskräfte drangen nach Militärangaben am Freitag in das Wohnviertel Al-Maamun im noch von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) kontrollierten Westen vor. Um die letzte Hochburg der Dschihadisten in Irak vollständig zurückzuerobern, hatten die Regierungs...

Kelly widerspricht Präsident Trump

Mexiko-Stadt. Bei der Umsetzung der neuen Einwanderungsrichtlinien wird es nach den Worten von US-Heimatschutzminister John Kelly weder Massenabschiebungen noch Einsätze der Armee geben. »Es wird keine, ich wiederhole: keine Massenabschiebungen geben«, sagte Kelly am Donnerstag nach einem Treffen mit mexikanischen Regierungsmitgliedern in Mexiko-Stadt. Die Armee werde sich nicht an den Einsätzen g...

Olaf Standke

Ein »Conflict Barometer« der Kriege

402 Konflikte, von denen 38 als Kriege eingestuft wurden, haben im Vorjahr in aller Welt erneut viele zivile Opfer und wachsende Flüchtlingszahlen verursacht.

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Natsuko Fukue, Tokio

Shoppen statt schuften

Die Einwohner Japans arbeiten viel zu lange. Das schadet nicht nur der Gesundheit, sondern auch der Volkswirtschaft. Nun will die Regierung ihnen mehr Zeit zum Einkaufen geben.

ndPlusSusanne Schwarz

Flickenteppich aus Fahrverboten

Es scheint die Nation der Autofahrer zu bewegen: Die Landesregierung Baden-Württemberg hatte diese Woche Fahrverbote angekündigt. An Tagen mit Feinstaubalarm dürfen bestimmte Bezirke in Stuttgart nicht mit Dieselfahrzeugen befahren werden, die nicht der Abgasnorm Euro-6 entsprechen.Das legt die Frage nahe: Werden solche Verbote bald auch andernorts verhängt? Möglich. Mit dem Schritt will Baden-Wür...

ndPlusChristian Mihatsch

Handelspolitik per Steuerschraube

Eine merkantilistische Handelspolitik hat die neue US-Regierung im Sinn. Die Republikaner diskutieren bereits eine Reform der Firmenbesteuerung, die die Weltmärkte erschüttern könnte.

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Füller wird Chefredakteur

Der Journalist Christian Füller wird neuer Chefredakteur der Wochenzeitung »Der Freitag«. Füller trete ab dem 15. März die Nachfolge von Jakob Augstein an, wie der Verlag mitteilte. Augstein bleibe Verleger und Geschäftsführer der Zeitung. An Füllers Seite werde wie bislang Katja Kullmann als stellvertretende Chefredakteurin tätig sein. Philip Grassmann, bisher Mitglied der Chefredaktion, verlässt...

Bücher entfernt

Kubanische Behörden haben Bücher des Ch. Links Verlags auf der Internationalen Buchmesse in Havanna beschlagnahmt, wie der Verlag mitteilte. Die Bücher seien aus dem deutschen Gemeinschaftsstand entfernt worden. Es habe sich um Titel gehandelt, die sich ganz oder teilweise mit Kuba befassen. Die Frankfurter Buchmesse, die den Stand organisiert hatte, bestätigte den Vorgang. Zwei Personen hätten au...

Wir sind nicht allein

Astronomen haben eine sensationelle Entdeckung gemacht. Auf der Suche nach Leben im Universum außerhalb unseres Sonnensystems sind sie auf einen rund 40 Lichtjahre entfernten Stern gestoßen, der von mehreren Gesteinsplaneten umkreist wird, die sich in der sogenannten habitalen Zone befinden. Als habitable Zone bezeichnet man den Abstandsbereich, in dem sich ein Planet von seinem Zentralgestirn bef...

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André Niekisch

Ich war Old Shatterhands Schatten

Meine Oma schlief immer ein, wenn im Fernsehen Karl-May-Filme liefen. Wenn Winnetou und Old Shatterhand dem Bösen und Üblen unter der Sonne hinterherjagten, um es zur Strecke zu bringen, saßen wir immer zusammen auf dem Wohnzimmersofa. Aber noch bevor sich der erste Fiesmensch auf der Mattscheibe sehen ließ, war zuerst ihr Kopf, dann ihr ganzer Körper zur Seite gesackt, wie ein von Indianerpfeilen...

ndPlusIngolf Bossenz

Der gute Mensch von Sachsen

Mehr Licht, mehr Licht! Die Finsternis / Lässt mich nur zagend vorwärts gehn ...« Als Karl May im Jahr 1900 diese Zeilen in seinem (einzigen) Gedichtband »Himmelsgedanken« veröffentlichte, konnte er nicht ahnen, dass 116 Jahre später eine westdeutsche Illustrierte seine geliebte Heimat Sachsen als »das dunkelste Bundesland« schmähen würde: der »Stern«, dessen publizistische Leuchtkraft bereits vor...

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Thomas Weitekamp, Königssee

Auf der Suche nach einem neuen König

Bei den Titelkämpfen am Königssee wird am Wochenende der Meister in der Königsdisziplin gesucht: Im Viererbob kämpft derzeit eine spannende Pilotengeneration um die Vorherrschaft.

ndPlusLars Becker, Lahti

Die Nordischen Dominierer

Weltmeister Johannes Rydzek und seine Teamkollegen Eric Frenzel, Björn Kircheisen und Fabian Rießle sorgen bei den Titelkämpfen in Lahti für einen historischen deutschen Vierfacherfolg.

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ndPlusAndreas Asen, Florenz

Stindl tut, was ein Kapitän tun muss

Lars Stindl hat die Borussia fast im Alleingang zum 4:2 beim AC Florenz und ins Achtelfinale der Europa League geführt. Dort kommt es zu einem Bundesligaduell: Mönchengladbach trifft auf Schalke 04.

Alexander Ludewig

Die Schwäche der Anderen

Der Sechste Hertha BSC empfängt den Fünften Eintracht Frankfurt: ein sogenanntes richtungweisenden Spiel. Eigentlich - denn in dieser Saison ist alles etwas anders.

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AfD scheitert vor Gericht

Das Landgericht Berlin hat eine Klage der AfD gegen den rbb zurückgewiesen. In einer Fernsehdokumentation des Senders von Ende Januar war behauptet worden, der Landeschef der AfD-Jugendorganisation »Junge Alternative«, Thorsten Weiß, habe eine Kooperation der AfD mit der »Identitären Bewegung« erstmals zugegeben. Dagegen war Weiß gerichtlich vorgegangen. Wie der rbb am Freitag bekanntgab, hält das...

Mehr gefühlte Sicherheit

Fast jeder, der in der Berliner U-Bahn unterwegs ist, kennt dieses mulmige Gefühl, das einen dort bisweilen auf manchen Linien oder zu bestimmten Tageszeiten beschleicht. Besonders dann, wenn sich Waggons und Bahnsteige zu leeren beginnen. Überwachungskameras hie oder da, Notruftasten und gelegentliche Lautsprecherdurchsagen. All das ändert wenig daran, dass einen die BVG irgendwie allein gelassen...

Andreas Fritsche

Die SPD hat noch viel mit sich selbst zu tun

Nach den Erfahrungen in Berlin und Brandenburg, was veranlasst Sie zu der Hoffnung, dass die LINKE als Folge einer Regierungsbeteiligung diesmal bei der nächsten Wahl keine schweren Verluste hinnehmen muss? Udo Wolf: Wir müssen dieses Mal anders als 2002 keine schweren Konsolidierungsentscheidungen mehr treffen, sondern können nach Lage der Dinge wieder richtig investieren. Was übrigens ohne die ...

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Rochus Görgen

Tourismus verbucht Rekordjahr

Die von starkem Wachstum verwöhnte Tourismusindustrie in Brandenburg hat erneut zugelegt. Die Übernachtungszahl kletterte im vergangenen Jahr um 2,9 Prozent.

Johanna Treblin

Auf Streife für gefühlte Sicherheit

Seit Freitag sollen mehr Polizisten im öffentlichen Nahverkehr für ein besseres Sicherheitsgefühl sorgen und Straftäter abschrecken. Je zwei Polizisten gehen gemeinsam mit je zwei BVG-Mitarbeitern auf Streife.

ndPlusWilfried Neiße

1300 Mal Kulturfeste feiern

Rund 1300 Konzerte, Theateraufführungen, Opern, Lesungen, Filme und andere Events werden in diesem Jahr im Rahmen der Veranstaltungsreihe Kulturfeste geboten.

ndPlusRainer Balcerowiak

Spekulanten umgehen Mieterschutz

Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte hat am Donnerstag die Ergebnisse der Bodenrichtwertberatungen und die Umsatzzahlen für Grundstücke und Eigentumswohnungen in Berlin 2016 vorgestellt.

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Kuppel frei für die Sterne!

Hamburg. Sternzeichen leuchten an der Decke im Foyer des Hamburger Planetariums: Nach anderthalbjährigen Umbauarbeiten hat das Planetarium dieser Tage seine Sternenkuppel wieder geöffnet. Seit 1930 ist die Einrichtung im ehemaligen Winterhuder Wasserturm im Stadtpark untergebracht. Sie bietet ein umfangreiches Programm und ist eine der dienstältesten »Sternentheater« weltweit. Von der Aussichtster...

Leistungsdruck und Konsumterror

Die Kinder- und Jugendpsychiatrie sieht sich mit immer jüngeren Patienten konfrontiert. Inzwischen werden selbst Dreijährige behandelt, weil sie Störungen im sozialen Verhalten oder bei Emotionen zeigen. Nach Ansicht von Experten spielen dabei Leistungsdruck, Versagensängste oder Konsumterror eine Rolle. Auch ein unkontrollierter Konsum von Medien kann zu auffälligem Verhalten führen. Jungen werde...

ndPlusHagen Jung

Bundesweit einmalige Giftgasfalle?

Die Lunge wird verätzt, dann erstickt der Mensch bei vollem Bewusstsein: So wirkt der chemische Kampfstoff Phosgen. Ihm sind die meisten der rund 90 000 Gastoten des ersten Weltkriegs anzulasten. Ebenfalls eingesetzt, zuerst von deutschen Truppen, wurde in jener Zeit das Hautgift Lost, auch Senfgas genannt. Es verursacht schwere Gewebeschäden, betroffenen Gliedmaßen droht die Amputation. Werden Lo...

Jörg Schurig, Dresden

Als Robert zum Eigenbrötler wurde

Manche Kinder und Jugendliche zeigen früh psychische Auffälligkeiten, brauchen schnell eine Therapie. Doch oft müssen sie in Deutschland lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Ein Bericht aus Sachsen.

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Street Art eingefangen

Im Berliner Stadtteil Schöneberg stellen seit dieser Woche Street-Art-Künstler ihre Werke aus. Die Ausstellung des Projekts »Urban Nation« soll die Geschichte der deutschen Street Art zeigen. Dafür präsentieren 16 Künstler ihre Werke in den Räumen des Projekts in der Bülowstraße sowie an den Fassaden der umliegenden Gebäude. Bei »Radius« sind neben klassischen Graffiti auch Konzept-Kunstwerke zu s...

Luther und Bach im Dom

Der Berliner Dom zeigt ab 10. März eine Ausstellung über die Lieder von Martin Luther (1483-1546) im Werk von Johann Sebastian Bach (1685-1750). Im Mittelpunkt stehen acht Luther-Lieder, darunter Psalmlieder (»Ein feste Burg ist unser Gott«), Kinderlieder (»Vom Himmel hoch, da komm ich her«) und Katechismuslieder (»Aus tiefer Not schrei ich zu dir«), wie das Bachhaus Eisenach mitteilte. Es ist die...

ndPlusGünter Agde

Sozialismus von innen

Einem besonderen Kapitel der DDR-Filmgeschichte widmet sich gegenwärtig das Berliner Kino Babylon: dem DEFA-Dokumentarfilm. Die Reihe »DOK-DDR-Umsonst« liefert (bei freiem Eintritt) wertvolle Einblicke in den DDR-Alltag.

ndPlusStefan Amzoll

In weißen Hemden und mit Hosenträgern

Zappas Musik geht ab wie ein Rudel Hirsche, hinter denen schnaufende Hunde her sind. Sie braucht den Jäger, sonst hat die Musik kein Ende: Dirigent Jonathan Stockhammer trieb seine Musiker folglich zu Höchstleistungen an.

ndPlusBirgit Sander, Rostock

»Wir wollen Gestalter sein, keine Verhinderer«

Vor einem Jahr haben sich Kritiker des Windkraftausbaus in Mecklenburg-Vorpommern zu einer Partei zusammengeschlossen. Der Einzug in den Landtag klappte nicht, aber das ist nicht das politische Aus.

Rudolf Stumberger, München

Schmalzstullen von Gleis 11

»Wir sind die letzte Station«, sagt Bettina Spahn von der Bahnhofsmission München. »Nach uns kommt nur noch die Straße.« Und das Wohnungsproblem wird im reichen München immer schlimmer.

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Regina Stötzel

Hupen für die Freiheit: #freedeniz

Deniz Yücel ist ein herausragender Journalist. Für einige nd-Redakteure ist er aber mehr als ein guter Kollege, nämlich ein guter Freund. Nicht nur für die Pressefreiheit fordern wir daher: Free Deniz!

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ndPlusBritta Steinwachs

Mehr Spektakel, mehr Event!

Am Sonntag werden in Los Angeles die Oscars verliehen und Filme in 24 Kategorien ausgezeichnet. In den Kinos werden Filme jedoch mehr und mehr zu einem Begleitprogramm großer Wohlfühl-Events, analysieren unsere Autoren.

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Wolfgang M. Schmitt

Wellness fürs Auge

Programmkino ist, wenn Getränkebehälter nicht so groß wie Regenfässer sind. Heimelig, kuschelig, gemütlich könnte man sagen. Doch leider trifft das nicht nur auf die Örtlichkeit, sondern auch auf die Filme zu.

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Nachrufe

Witali Tschurkin 21. 2. 1952 - 20. 2. 2017 Nichts geringeres als ein »legendärer Diplomat«, und das nicht nur für die Moskauer »Rossiskaja Gasjeta«, war Witali Iwanowitsch Tschurkin, der »unerwartet an seinem Arbeitsplatz« starb. Das war seit dem Jahr 2006 das UNO-Hauptquartier in New York. Dort vertrat er als Ständiger Botschafter Russland bei den Vereinten Nationen und im Sicherheitsra...

Kurt Stenger

Rückkehr mit Paukenschlag

Ferdinand Piëch ist wieder da - zumindest in Worten. Gegenüber der Staatsanwaltschaft Braunschweig und internen Ermittlern der Kanzlei Jones Day soll der Ex-VW-Patriarch ausgesagt haben, er selbst habe den Aufsichtsrat des Autokonzerns und den damaligen Vorstandschef Martin Winterkorn schon im Februar 2015 über Manipulationsvorwürfe von US-Behörden informiert. Dies sorgt für Nervosität in Niedersa...

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ndPlusOliver Eberhardt

Ein Staat oder zwei Staaten?

Die Lösung im Jahrhundertkonflikt Israel/Palästina steht weiter aus. Erneute droht eine Zuspitzung, weil die israelische Regierung bei künftigen Verhandlungen nicht mehr am Ziel einer Zwei-Staaten-Lösung orientieren will.

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ndPlusPaula Irmschler

Sapiosexuelle auf der Pirsch

Es wird immer schlimmer mit dieser Generation. Einerseits ist sie beziehungsunfähig, andererseits scheint sie nichts anderes zu tun, als ihre Beziehungen und Vorlieben aufs Genaueste zu definieren. Jeder Bock braucht einen Namen.

Blick in ferne Welten

Er wurde als elftes Kind eines Glasermeisters in der Nähe von München geboren. Bereits mit zwölf Jahren verlor er beide Eltern und kam in die Obhut eines Vormunds, nach dessen Vorstellungen er eigentlich Drechsler hätte werden sollen. Da er für diesen Beruf aber zu schwach war, trat er in die Fußstapfen seines Vaters und erlernte das Handwerk der Glasverarbeitung. Schon während seiner Lehrzei...

ndPlusWladek Flakin

Dem Bonobo so nah

Unser Bild vom Leben in der Steinzeit ist stärker von Fred Feuerstein geprägt, als wir glauben. Niemand denkt wirklich, dass die Menschen vor Zehntausenden von Jahren kleine Dinosaurier als Staubsauger benutzten. Aber wir sehen Fred, Betty und Pebbles in ihrem Einfamilienhaus - als ob die bürgerliche Kleinfamilie, sauber getrennt von der Nachbarsfamilie, etwas Selbstverständliches wäre. Monog...

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Jens Grandt

Vom Gebrauch der Worte

Postfaktisch« - seit diesem unsäglichen Wort zu Prestige verholfen wurde, ist der Streit darum, wie sich Wahrheit und Lüge im Gebrauch der Sprache niederschlagen, aufs Neue entbrannt. Ein Kunstwort, das gewiss nicht in den Pausenstunden von Dachdeckern, Krankenschwestern oder an Stammtischen erfunden worden ist, sondern eher in den Spinnstuben besorgter Intellektueller. Dennoch hat das Etikett, da...

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»National Endowment for the Humanities« (NEH)

Das National Endowment for the Humanities (NEH) und das »National Endowment for the Arts« (NEA) sind staatliche Stiftungen mit Sitz in Washington D.C. Das NEH, die Nationale Stiftung zur Förderung der Geisteswissenschaften, unterstützt Forschung in und zu Geisteswissenschaften, deren Verbreitung und Archivierung. Beide Stiftungen wurden 1965 gegründet, um die nationale Bedeutung von Kunst, Kultur ...

Monokultur des Denkens

Nicht erst seit der Regierung Trump befindet sich die Wissenschaft in einem Dilemma. Sie ist seit Jahrzehnten in dem Widerspruch gefangen, unter marktwirtschaftlichen Bedingungen gesamtgesellschaftlichen Fortschritt zu generieren - und das nicht nur in den USA. Zugegeben, wenn jetzt dort Wissenschaftler protestieren, dann weniger, um sich dieses Widerspruchs zu entledigen. Doch ihr Protest hat auc...

Lena Tietgen

»Science not Silence«

In den USA reagieren Sozialisten, Linksliberale wie auch Konservative mit Empörung auf die Regierung Trump. So haben kürzlich 33 Psychiater, Psychologen und Sozialarbeiter in einem in der »New York Times« veröffentlichten Offenen Brief Trump eine »emotionale Instabilität« attestiert, durch die er »außer Stande« sei, das Land sicher zu führen. Das kann ein Hinweis auf eines der möglichen Verfahren ...

ndPlusTino Brömme

Gezielter Kahlschlag

Einen Staatsstreich der Konzerne nennt Naomi Klein den Wahlsieg Donald Trumps und sein Kabinett aus lauter Milliardären. Die Umweltaktivistin erklärt, wie brutal der Haushaltsentwurf der neuen US-Regierung ist.

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DBH

Krieg um beste Plätze

Die nahe Zukunft der optischen Großteleskope wird von drei Projekten bestimmt, die in dieser Form vor wenigen Jahrzehnten noch für undenkbar gehalten worden wären und von denen man sich eine neue Ära der astronomischen Forschung verspricht. In den USA soll das Giant Magellan Telescope (GMT) mit einer Empfängerfläche von ca. 21 Metern entstehen. Dazu werden insgesamt sieben Spiegel mit jeweils 8,4 ...

Dieter B. Herrmann

Ohne Technik kein Fortschritt

Das moderne astronomische Weltbild beruht auf jahrtausendelangen Forschungen. Dabei war es kein Zufall, dass sich unser Wissenshorizont durch die rasche Entwicklung immer leistungsstärkerer Teleskope in wachsendem Tempo erweitert hat. Ein entscheidendes Merkmal der Teleskop-Leistung ist dabei die Größe der lichtsammelnden Flächen (Linsen oder Spiegel). Damit steigt nämlich nicht nur das Auflösungs...

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ndPlusMichael Lenz

Die Quallen und der Klimawandel

Ende 2016 sorgte das Irukandji-Syndrom wieder für Schlagzeilen in den australischen Medien und Angst an den tropischen Traumstränden von Down Under. In nur einer Woche im November waren drei ältere Touristen gestorben, die beim Tauchen am Großen Barrier Riff (GBR) vor der Küste von Cairns mit den von giftigen Nesselzellen besetzten Tentakeln der »Irukandji«-Qualle in Berührung gekommen waren. ...

Bernd Schröder

Nur eine Frage der Definition?

Seit einigen Jahren machen chemische Verbindungen von sich reden, die aufgrund ihrer molekularen Struktur die natürliche biochemische Wirkung von Hormonen nachahmen und beeinflussen können: die sogenannten endokrinen Disruptoren (ED) oder Umwelthormone. Wissenschaftler berichten immer wieder von Effekten, die schon bei geringen Konzentrationen dieser Stoffe auftreten können. Wie etwa bei den nicht...

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Gerd Fesser

Die angezapfte Depesche

Am 1. März 1917 staunten viele Leser der »New York Times« nicht schlecht, als sie in ihrem Blatt ein als »ganz geheim« eingestuftes Telegramm des deutschen Staatssekretärs des Auswärtigen Amtes, Arthur Zimmermann, an den deutschen Botschafter in Washington, Johann Heinrich Graf von Bernstorff, entdeckten. Wie kam die »New York Times« zu dem geheimen Dokument? Derzeit ist ständig von wirkliche...

Sonja Striegnitz

Als der Zar abdanken musste

Fast über Nacht verschwand eine der mächtigsten und zugleich reaktionärsten Monarchien Europas von der historischen Bildfläche. Für manchen Zeitgenossen gleichsam ein »Wunder«. Hatte doch die Romanow-Dynastie in Russland gerade erst (1913) mit kaum zu übertreffendem Pomp ihr 300-jähriges Bestehen gefeiert, internationale Aufmerksamkeit erheischt und bekommen. Und der Neujahrsempfang von Zar Nikola...

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Welt aus Mauern

Rund 65 Millionen Menschen befinden sich auf der Flucht. Das heißt, sie wurden aus verschiedenen Gründen gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen. Es ist die größte Zahl von Flüchtlingen, die seit langer Zeit festgestellt wurde. Viele kommen aus Syrien, Afghanistan und Somalia. In allen diesen Ländern herrscht Krieg. Es ist dort sehr gefährlich. Menschen fliehen auch aus anderen Gründen: vor Naturkatas...

ndPlusSebastian Bähr

Eine Reise voller Hoffnung

Das Mittelmeer, wenige Kilometer vor der Küste von Libyen: Mehrere Rettungsschiffe warten hier. Sie wollen Flüchtlinge vor dem Ertrinken bewahren. Eines von ihnen ist die »MS Aquarius«. Zusammen mit 30 Besatzungsmitgliedern bin ich für zwei Wochen auf dem Schiff, um darüber zu berichten. Kurz nach dem Sonnenaufgang entdecken wir einen weißen Punkt auf dem Wasser. »Das könnte ein Schlauchboot ...

Seilspringen und Verstecken

In Europa und Deutschland haben viele Menschen Vorurteile gegen Flüchtlinge. Das kommt daher, dass sie immer nur als Gruppe gezeigt werden, nie als einzelne Personen. Das ist Blume. Sie ist sechs Jahre alt und wurde in Nigeria geboren. Blume malt gerne, und lachend sagt sie: »Meine Lieblingsfarbe ist Blau und Pink.« Am liebsten mag sie Seilhüpfen. Blume ist nicht ihr richtiger Name. Blume und...

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Michael Juhran

Gestatten, Old Shatterhand!

Eigentlich fällt sie kaum ins Auge, die kleine Villa in einer Radebeuler Seitenstraße unweit des Bahnhofes. Man könnte leicht an ihr vorbeilaufen, würden da nicht große Lettern am Giebel verkünden, dass es sich um die »Villa Shatterhand« handelt. Karl May selbst hatte diese Widmung veranlasst, nachdem er die Villa 1896 erwarb. Endlich hatte er es geschafft, war von einem Habenichts zu einem belieb...

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Gabi Kotlenko

Loipenspaß im Vallée de Joux

Glitzernde Winterlandschaften und einsame Weiten machen süchtig. Wer einmal Gefallen an der weißen Pracht gefunden hat, wird immer wieder zum »Rückfalltäter«. Wer die weiße Pracht richtig genießen will, ohne von Touristenströmen genervt zu werden, ist im Waadtländer Jura in der Schweiz goldrichtig. Hier vergessen Sie Snowboards, Carver, rasante Abfahrten. Denn das ist schließlich nichts für Genieß...

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ndPlusDavid Rojas Kienzle

36 Freundschaften

Das Klackern der Dosen kündigt an, was sie vorhaben. Die Gruppe »3636« bespricht, welche Farben sie für ihre nächtliche Tour benutzen will. Ein, vielleicht zwei Pieces sollen entstehen, getaggt werden soll auch. Piece ist der Ausdruck für ein mehrfarbiges Graffito, kunstvolle Kalligrafie meinen die einen, Vandalismus die anderen. Santiago, die Hauptstadt Chiles, ist voll davon. Neben den klassisch...