Seite 1
Regina Stötzel

unten links

Der Unbekannte, der während der Osterfeiertage in Konstanz mehrere Hundert Euro verteilt hat, ist nach wie vor flüchtig. In der Stadt am Bodensee waren 20- und 50-Euro-Scheine hinter Windschutzscheiben geklemmt und in Briefkästen geworfen worden. Zeugen, die das Geld fanden, meldeten die Tat. Die Beamten sammelten die Scheine ein und prüften, ob sie möglicherweise durch eine Straftat erworben wurd...

Schäuble will EWF statt IWF

Washington. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will Rettungsaktionen für Euro-Krisenländer ohne den Internationalen Währungsfonds (IWF) stemmen. Im Fall, dass nochmals solche massiven Hilfsprogramme wie für Griechenland nötig seien, wolle er versuchen, den Euro-Rettungsfonds (ESM) zu einem Europäischen Währungsfonds auszubauen, sagte Schäuble in Washington. Dafür habe er bereits die Zust...

Festnahme nach Attentat auf BVB

Berlin. Zehn Tage nach dem Bombenattentat auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Dies teilte die Bundesanwaltschaft am Freitag mit. Dabei handelt es sich um den 28-jährigen Sergej W. aus Baden-Württemberg. Spezialkräfte der GSG 9 fassten den mutmaßlichen Täter am frühen Morgen im Raum Tübingen. Dem Beschuldigten wird versuchter Mord, Herbei...

Monopoly beim Hauptstadtvertrag

Berlin. In den kommenden Wochen soll das Ergebnis des neuen Hauptstadtfinanzierungsvertrags öffentlich vorgestellt werden. Für das Land Berlin beinhalten die »intern« abgeschlossenen Verhandlungen einen deutlichen Schritt nach vorne, wie Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) erklärt. Demnach erhält Berlin vom Bund ab 2018 für zehn Jahre insgesamt zwei Milliarden Euro. Das Geld fli...

Fakten statt Glauben

Die Beweggründe der beteiligten WissenschaftlerInnen für den »March for Science« sind vielfältiger, als es manchem Sympathisanten von Protesten gegen die Trump-Regierung in den USA gefallen dürfte.

Aufklärung auf der Straße

Berlin. Direkt am Weißen Haus in Washington soll der Hauptprotestzug des »March for Science« an diesem Samstag vorbeiziehen. Tausende Menschen werden bei der Demonstration für die Bedeutung der Wissenschaft und gegen US-Präsident Donald Trump erwartet. Das Datum ist nicht zufällig gewählt: Der 22. April wurde von der UNESCO zum »Earth Day«, dem »Tag der Erde«, erklärt. Die bisherigen massiven Eing...

Seite 2
Ulrike Henning

Die Rolltreppe funktioniert

Stellt man sich die Pflege als Haus vor, funktioniert der Empfang. Was hinter den Wohnungstüren vor sich geht, weiß man deshalb noch lange nicht. Auf die weitere Evaluation der neuen Gesetze darf man deshalb gespannt sein.

ndPlusAert van Riel

Özdemir: Der schwarze Grüne

Die meisten seiner Forderungen in der Umwelt-, Europa-, Integrations- und Flüchtlingspolitik hat Özdemir nur vage formuliert. Deutlicher geworden ist der Grüne Parteichef hingegen bei der Ehe für alle.

Lackschuhe und Wanderstiefel

Das Problem: Berlin fühlt sich übergangen will kein reines Jazz-Haus, sondern das zentral gelegene »Münze«-Objekt mit einem breiter gefächerten Kunstkonzept erschließen - dem »Haus der Basiskultur«.

ndPlusMartin Leidenfrost

In Mariupol

Als ich lese, dass die Hafenstadt Mariupol im 19. Jahrhundert von Griechen bewohnt war, muss ich die heutige Frontstadt wiedersehen. Gleich hinter dem Sandstrand stehen gelb-blaue Waggons der Züge »Donbas« und »Azov«.

Seite 3

Hühnerauge

Schluss mit den Hasen - die Eier denen, die sie legen! Während Hasen kaum mehr als mümmeln können, haben Wissenschaftler bei Hühnern erstaunliche Fähigkeiten nachgewiesen, zum Beispiel eine Art angeborenen Zahlensinn. Schon drei Tage alte Küken verorteten kleinere Zahlen eher links, größere eher rechts. Sie »zählten« also wie Menschen von links nach rechts. Auch gackern die Tiere nicht einfach vor...

Marian Krüger

Der rote Mantel passt Le Pen nicht

Marine Le Pen will den starken Staat. Sie meint damit jedoch nicht nur mehr Repression. Der Front National verspricht darüber hinaus mehr soziale Sicherheit. Das gilt natürlich nicht für Flüchtlinge und Migranten.

Labour und Corbyn

Independent, GroßbritannienAußenseiter, aber mit ChancenEs wäre naiv, im Vorfeld dieser Wahl die Augen vor der Realität zu verschließen und zu erklären, dass Labour vor einem todsicheren Sieg steht. Doch in einem unberechenbaren politischen Klima sollte die Partei eine Chance haben. Man muss sich nur den kometenhaften Aufstieg des französischen Präsidentschaftskandidaten Jean-Luc Mélenchon auf der...

Seite 4
ndPlusStefan Otto

CDU will mit Sicherheit punkten

Die CDU versucht, sich in Nordrhein-Westfalen auf dem Gebiet der Inneren Sicherheit zu profilieren. Drei Wochen vor der Landtagswahl hat die Partei am Freitag einen Zehn-Punkte-Plan vorgestellt, mit dem sie Terror und Alltagskriminalität effektiver bekämpfen will. Sollte es dem Spitzenkandidaten und CDU-Parteichef Armin Laschet gelingen, die rot-grüne Regierung am 14. Mai abzulösen, will er eine K...

Uwe Kalbe

Doppelt unpässlich

Der Doppelpass ist seit dem türkischen Referendum wieder einmal Gegenstand des politischen Streits in Deutschland. Er wird mit absurden und rechtsstaatlich bedenklichen Begründungen vom Zaun gebrochen.

Seite 5

Massengrab Mittelmeer

Genf. Bei Bootsunglücken auf dem Mittelmeer sind laut den Vereinten Nationen seit Anfang des Jahres 962 Migranten und Flüchtlinge gestorben oder gelten als vermisst. Im gleichen Zeitraum hätten knapp 43 000 Flüchtlinge und Migranten Europas Küsten erreicht, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Freitag in Genf mit.Rund 80 Prozent der Menschen seien in Italien an Land gegang...

Festnahme von Assange hat »Priorität«

Justizminister Jeff Sessions hat die Verhaftung von Julian Assange sowie den Kampf gegen die Veröffentlichung von Staatsgeheimnissen zu einer »Priorität« der neuen US-Regierung erklärt.

ndPlusRené Heilig

Ausbildungsziel Küstenwachpirat

An Land beraubt und gequält, auf dem Meer gejagt und versenkt. Zehntausende Flüchtlinge schaffen den Weg nicht ins gelobte Europa und sterben im Mittelmeer. Welche Rolle spielt die libysche Küstenwache dabei?

Seite 6
ndPlusEric Randolph, Teheran

Wächterrat schließt Ahmadinedschad aus

Der umstrittene iranische Ex-Präsident Mahmud Ahmadinedschad darf bei der anstehenden Wahl nicht erneut kandidieren: Der iranische Wächterrat ließ am Freitag sechs Kandidaten zur Präsidentschaftswahl am 19. Mai zu, die Kandidatur Ahmadinedschad wurde aber abgelehnt. Dafür wurden der moderate Amtsinhaber Hassan Ruhani sowie der erzkonservative Geistliche Ebrahim Raisi registriert, der als aussichts...

London soll zahlen

Brüssel. Bevor Großbritannien die Europäische Union verlässt, soll es nach den Vorstellungen der EU-Kommission seine Schulden bei der EU in Euro begleichen. »Ein ordentlicher Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Union erfordert die Regelung der finanziellen Verpflichtungen, die vor dem Austrittstermin eingegangen wurden«, heißt es in einem Verhandlungspapier der EU-Kommission, das der Nach...

Venezuela kommt nicht zur Ruhe

Bei Protesten gegen Venezuelas sozialistischen Staatschef Nicólas Maduro hat es erneut gewaltsame Auseinandersetzungen gegeben - dabei wurde ein Mann erschossen.

Peter Stäuber, London

Labour kämpft gegen die Eliten

In Umfragen liegt die britische Arbeiterpartei noch immer weit zurück. Aber Parteichef Jeremy Corbyn hofft, als Gegenkandidat zum Establishment im Wahlkampf zu den Neuwahlen Anfang Juni punkten zu können.

Seite 7

Erneut Protest in der Türkei

Istanbul. In der türkischen Metropole Istanbul ist es am fünften Abend in Folge zu Protesten gegen das Verfassungsreferendum von Staatschef Recep Tayyip Erdogan gekommen. Hunderte demonstrierten im zentralen Stadtteil Besiktas und in Kadiköy im asiatischen Teil der Metropole friedlich gegen Erdogan und die Wahlkommission. Auch in weiteren Vierteln Istanbuls, in der Hauptstadt Ankara, im westtürkis...

Thomas Berger

Der Fisch ist noch nicht vom Haken

Der Paukenschlag ist ausgeblieben - mit knapper Mehrheit hat der Oberste Gerichtshof am Donnerstag (Ortszeit) gegen die sofortige Absetzung von Premier Nawaz Sharif entschieden. Die Ermittlungen aufgrund der Erwähnung seiner Familie in den vor einem Jahr veröffentlichten Panama Papers sollen aber fortgeführt werden. Jubel bei der regierenden Pakistanischen Muslimliga-Nawaz (PML-N), betretene Gesic...

ndPlusWolf H. Wagner, Florenz

Del Grande im Hungerstreik

Seit fast zwei Wochen sitzt der italienische Journalist und Menschenrechtler Gabriele Del Grande ohne Anklage in türkischer Haft. In seiner Heimat wachsen derweil die Proteste.

Seite 8

Viele Jobs nur befristet

Düsseldorf. Innerhalb von 20 Jahren hat sich die Zahl der befristeten Arbeitsverhältnisse in Deutschland mehr als verdoppelt. Während 1996 etwa 1,3 Millionen Stellen befristet waren, stieg die Zahl bis 2015 auf rund 2,8 Millionen, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervorgeht, über die die in Düsseldorf erscheinende »Rheinische Post« (Freitag)...

Pflege: Mehr Menschen profitieren

Berlin. Durch die seit Jahresbeginn wirkende Pflegereform haben bisher rund 80 000 Menschen Pflegeleistungen bekommen, die sonst leer ausgegangen wären. Insgesamt dürften dies im Gesamtjahr 2017 rund 200 000 Menschen sein, teilte der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) am Freitag mit. Die rund 2,8 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland werden seit Januar nach neuen Maßstäben begu...

ndPlusSusanne Schwarz

Wissenschaft in 600 Städten auf der Straße

Wissenschaftler wollen am Samstag rund um den Globus für ihre Arbeit demonstrieren. In Zeiten regierender Klimawandelleugner fürchten sie nicht nur um ihren Ruf, sondern auch um Forschungsgelder.

Seite 9

Haslinger hört auf

Der Präsident des PEN-Zentrums Deutschland, Josef Haslinger, tritt nicht mehr an. Er werde auf der Jahrestagung der Schriftstellervereinigung am 28. April in Dortmund nicht mehr für eine weitere zweijährige Amtszeit zur Verfügung stehen, sagte der 61-jährige österreichische Autor (»Opernball«, »Jáchymov«). Hauptgrund für seinen Rückzug sei seine Professur für literarische Ästhetik am Deutschen Lit...

Gratisspiel

Vor acht Jahren hat Oliver Reese am Schauspiel Frankfurt mit dem »Ödipus« seine Amtszeit begonnen. Jetzt lässt der Intendant zum Abschied die Eintrittskarten zu einer Vorstellung mit der legendären Inszenierung von Michael Thalheimer verlosen. Der kostenlose Auftritt am 20. Juni auf einer eigens dafür aufgebauten Freilichtbühne am Main sei ein Geschenk ans Frankfurter Publikum, sagte Reese. Insges...

Skandalös

Der sogenannte Vatileaks-Skandal rund um Missstände und Korruption im Vatikan soll zum Thema einer Fernsehserie werden. Die italienische TV-Produktionsgesellschaft Leone Film Group sicherte sich dafür die Rechte an Büchern des Enthüllungsjournalisten Gianluigi Nuzzi, die den Skandal auslösten, wie die Filmzeitschrift »Variety« (Online) berichtet. Starten solle die englischsprachige Serie mit dem S...

Zeit frisst Moral

Einer der am weitesten verbreiteten Irrtümer unserer Zeit besteht darin, Moral für eine Eigenschaft des Menschen zu halten, die lediglich an materielle Voraussetzungen geknüpft ist. Der Satz von Bertolt Brecht, erst komme das Fressen, dann die Moral, wird demzufolge so missverstanden, dass Fressen und Moral ureigenste Zuschreibungen der Gattung Mensch seien, nur dass eben das eine (die Moral) erst...

Karlen Vesper

Le Pen wird unterlegen sein

Der unerschütterliche Optimist Alfred Grosser glaubt nicht, dass Marine Le Pen Frankreichs nächste Präsidentin wird und fordert ob des Erstarkens rechter Kräfte in Europa Zivilcourage und Menschlichkeit.

Seite 10
ndPlusHans-Dieter Schütt

Das Körnchen Wahnsinn in der Suppe

McMurphy. Ein Name wie ein Meteorit. Er schlägt ein. Der Kerl kommt in eine psychiatrische Anstalt und macht daraus die Welt: Es gibt kein Entkommen, also hol dir die Freiheit ins Gemüt. Freiheit ist, was du dir nimmst. Und immer ist sie mehr, als du darfst. Du weißt das, du träumst das - aber an der Unfähigkeit, es zu leben, stirbst du. McMurphy macht dir vor, wie das Vernichtetwerden so erlitten...

Manfred Loimeier

Der amerikanische Albtraum

Nicht erst nach Donald Trumps Wahl zum Präsidenten der USA lassen sich viele Bücher afroamerikanischer Autoren als seismografischer Abgesang auf die Vereinigten Staaten lesen – und als Dokumente der Perspektivlosigkeit.

Seite 11
Kurt Stenger

Geschäfte mit einem Ladenhüter

Die Aktionäre von Borussia Dortmund (BVB) können sich freuen: Mit einem Plus von 3,5 Prozent auf 5,55 Euro reagierte der Börsenkurs auf die Festnahme eines Tatverdächtigen. Damit wurde der Kursverlust wettgemacht, den die Aktie nach dem Aus des BVB in der Champions League gegen den AS Monaco verzeichnet hatte. Solche Schwankungen sind es, auf die der jetzt Festgenommene offenbar spekuliert hatte.A...

ndPlusJirka Grahl

Spekulation auf den Tod

Zehn Tage nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund wurde ein 28-Jähriger aus Baden-Württemberg festgenommen. Er wollte bei einem Absturz der BVB-Aktie kassieren.

Tom Strohschneider

»Kein Verbrechen, das das Kapital nicht riskiert«

Man hört nun, der Anschlag von Dortmund sei »nur« ein Akt schwerer Kriminalität gewesen - weil es um Geld ging. Das blendet einen Pfeiler des Fundaments aus, auf dem hier gehandelt wurde: die ökonomische Voraussetzung.

Seite 12
Oliver Kern

Der Stolz kommt später

In nur zwei Jahren haben die United Volleys Rhein-Main den Anschluss an die Spitze der Volleyball-Bundesliga geschafft. Den Finaleinzug verpassten die Frankfurter in Berlin nur äußerst knapp.

Andreas Morbach, Gelsenkirchen

Schalke freut sich zu früh

Ajax Amsterdam erreicht nach einem dramatischen 2:3 auf Schalke das Halbfinale der Europa League. Der deutsche Revierklub muss hingegen auch die Hoffnung auf die Champions League begraben.

Seite 13

HOWOGE baut mehr als 6200 Wohnungen

Das landeseigene Wohnungsunternehmen HOWOGE setzt seine Neubauoffensive fort. Wie das Unternehmen am Freitag bei einer Telefonpressekonferenz bei einer Zwischenbilanz bekannt gab, soll der gegenwärtige Bestand von 59 000 Wohnungen bis zum Jahr 2026 auf 75 000 Wohnungen erweitert werden. Ein Großteil der neuen Wohnungen soll über Neubauprojekte hinzukommen. Bereits seit vier Jahren baut das kommuna...

ndPlusNicolas Šustr

Kostspielige Korrekturen

Der Kauf des »Neuen Kreuzberger Zentrums« durch die landeseigene Gewobag kostet viel Steuergeld. Forderungen, alte Förderbescheide zu prüfen und die Privatwirtschaft mit in Verantwortung zu nehmen, werden ignoriert.

LINKE ist gegen die Einheitswippe

In der Linkspartei formiert sich einem Medienbericht zufolge Widerstand gegen das geplante Freiheits- und Einheitsdenkmal neben dem wieder errichteten Berliner Schloss.

Martin Kröger

Grundstückdeals sind Teil des Hauptstadtvertrags

Satte zwei Milliarden Euro ist der neue Hauptstadtfinanzierungsvertrag schwer, der zwischen dem Bund und Berlin ausgehandelt wird. Zu der Vereinbarung zählen auch Bundesliegenschaften in Berlin.

Seite 14

Sonntag ist Wandertag

Potsdam. Die nd-Frühjahrswanderung startet am 23. April von 8 bis 11 Uhr am Potsdamer Hauptbahnhof. An- und Abreise sind unkompliziert. Potsdam-Hauptbahnhof ist von Berlin aus mit der S-Bahn oder mit Regionalzügen zu erreichen, aus Magdeburg und Brandenburg/Havel mit Regionalzügen. Der nd-Stand, an dem es kostenlos die Start- und Wanderkarten gibt, wird am südlichen Ausgang zur Friedrich-Engels-St...

fvr

Mit Brandsätzen gegen einen Burgerladen

Die Veränderung der Kieze ist für manch einen Anlass zum Anschlag: Das Restaurant »Schillerburger« wurde Opfer eines Brandanschlags. Zwei ihrer Wagen wurden zerstört, drei weitere brannten.

ndPlusJohanna Treblin

Den Rassismus vergessen wir nicht

Nguyen Van Tu war einer von rund 60 000 ehemaligen Vertragsarbeitern der DDR. Mit der Wende verlor er Job und Wohnung und verkaufte unversteuerte Zigaretten. Dabei wurde er erstochen.

Andreas Fritsche

Noch nicht ausrangiert

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) spricht am Freitag in einer Betriebsversammlung. Viele Beschäftigte haben nur wenig Hoffnung, ihre Jobs zu behalten.

Seite 15

Abenteuer auf Usedom

Ahlbeck. Karibische Momente: Beim Sandskulpturenfestival in Ahlbeck auf der Insel Usedom (Mecklenburg-Vorpommern) ist unter anderem die Skulptur des Captain Davy Jones zu sehen, eine Figur aus der Filmreihe »Fluch der Karibik«. In diesem Jahr stehen »Maritime Abenteuer« im Mittelpunkt der Ausstellung, rund 9500 Kubikmeter Sand werden auf 4000 Quadratmetern überdachter Ausstellungsfläche verarbeite...

Umstrittenes Erdwärmewerk vor Neustart

Mainz. Das umstrittene Erdwärmekraftwerk im südpfälzischen Landau könnte nach mehrjährigem Stillstand bald wieder anfahren. Zwar stünden noch Prüfungen an, das Ende sei aber absehbar, sagte der Leiter des Landesamtes für Geologie und Bergbau, Georg Wieber. Darüber hatten Amtsvertreter kürzlich auch den Umweltausschuss des Landauer Stadtrats informiert. Die Stadtspitze ist von dieser Entwicklung la...

Hendrik Lasch, Köthen

»Bahnmuseum« ohne Zugverkehr

Nach 107 Jahren soll der Bahnhof Köthen gründlich auf Vordermann gebracht werden. Dass er dafür aber ein halbes Jahr komplett vom Netz gehen soll, sorgt für viel Ärger.

Seite 16

Polke in Berlin

Das Editionswerk des Künstlers Sigmar Polke (1941 - 2010) wird in Berlin ausgestellt. Die rund 200 Arbeiten aus der Privatsammlung Kunstraum am Limes (Hillscheid/Rheinland-Pfalz) sind vom 28. April an im privaten Ausstellungshaus me Collectors Room zu sehen. Die in zahlreichen Varianten geschaffenen Druckgrafiken, Objekte und Collagen haben im Werk Polkes einen sehr hohen Stellenwert, wie Mike Kar...

Der Kali-Konzern und seine Abwässer

Der Kali-Konzern K+S steht seit Jahren wegen der Ableitung von Abwasserlauge in den Boden beziehungsweise in die Werra in der Kritik. Erst im März hat der Naturschutzbund BUND Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) aufgefordert, das Verpressen der salzhaltigen Abwässer in den Boden nicht länger zuzulassen. »Der Spiegel« hatte zuvor berichtet, Hinz habe massive Einwände ihrer Fachbehörde gege...

Sebastian Bähr

Spielplatz der Zukunft

Ein bisschen kommt der souveräne Andreas Gebhard, Mitgründer der re:publica, am Anfang doch ins Grübeln. »Mir fällt es immer noch nicht leicht, zu beschreiben, was wir eigentlich machen«, erklärte er schmunzelnd auf einer Pressekonferenz am Freitagvormittag in der Kreuzberger BRLO-Brauerei. Die vom 8. bis zum 10. Mai im Messezentrum »Station« stattfindende Veranstaltung ist wohl von allem etwas: K...

Klaus Hammer

Beobachtungen im Stimmenorchester

Wenn man diese Ausstellung - es ist überhaupt die erste große Übersichtsschau über das umfangreiche Werk Jan Toorops in Deutschland - besucht, glaubt man zunächst, man hätte es mit mehreren Malern zu tun: Eine frühe impressionistische Werkphase führt den in Java geborenen niederländischen Künstler über den Pointillismus in den Expressionismus. Symbolismus und Jugendstil sind mit seiner Vorliebe fü...

ndPlusJörn Perske, Heringen

Wo Prinzessinnen nicht so gefragt sind

Für Frauen herrschte im Untertagebergbau lange ein Beschäftigungsverbot. Das ist heute nicht mehr so, wohl auch des Fachkräftemangels wegen. Ein Bericht aus Hessen.

Seite 17
Gabriele Oertel

Sieben Tage, sieben Nächte

Ostern war bei Schnee und Eis keine Freude. Viele im Land zogen sich zum Eiersuchen auch gern in die geheizten Wohnungen zurück. Und noch ist das Ende des Frühlingsfröstelns nicht in Sicht.

Seite 18
Jo Wüllner

Kubanische Szenen

Kontraste Die Küstenstraße um Havanna ist meist sechsspurig ausgebaut, Fahrbahnkennzeichnungen aber sind verblasst. Die breite Promenade könnte Tausende von Flanierenden aufnehmen, die aber nicht kommen, auch nicht an tropischen Abenden. Es fehlt alles, was Menschen anzieht. Licht, Bänke, Nischen, Stände, an denen Überflüssiges verkauft wird. Keine Brüche in der Monotonie der aneinandergereiht...

Seite 20

Nachrufe

Carl Manner 18. 7. 1929 - 19. 4. 2017 Knackig, frisch und nach dem Knack etwas staubig - so wird man den Namen in Erinnerung behalten. Fünf Schichten Waffeln, dazwischen Haselnuss-Kakaocreme - das brachte genug ein, um Skispringen zu sponsern. Seit Mittwoch muss das Bäckerei-Fließband ohne Carl Manner laufen, denn der starb mit 87 Jahren im Wiener Spital. Als Bube besuchte er die Vo...

ndPlusTim Zülch

Frecher Sprücheklopfer

Immer wieder fragen BVG-Mitarbeiter, ob und wann diese Kampagne eigentlich vorbei sei. Denen antwortet er dann: »Nein, wir sind jetzt ›Weil wir dich lieben‹.« Martell Beck hat noch so einige Ideen im Kopf.

Seite 21
ndPlusOliver Kern

Donald Trumps mächtigster Gegner

Seit ihrer krachenden Wahlniederlage im November 2016 suchen die US-Demokraten einen Weg, Präsident Trump zu stoppen. In der bislang verhassten Methode des »unkooperativen Föderalismus« haben sie ihn jetzt gefunden.

Seite 22

Wanderer zwischen den Welten

Er wurde als Sohn eines Bahnbeamten in Süddeutschland geboren. Früh schon litt er unter der kleinbürgerlichen Atmosphäre, die in seinem Elternhaus herrschte, und flüchtete sich in die Welt der Märchen und Abenteuer. Mit zwölf Jahren habe er seine Männlichkeit entdeckt, schrieb er in seinen Erinnerungen. »Viele rohe Burschen in der Klasse. Freunde: ein schwarzer Junge, wir trieben Unzucht, gingen ü...

ndPlusMartin Koch

An der Grenze des Seins

Normalerweise verfügt jeder wache Mensch über ein Bewusstsein, das ihn befähigt, seine Umwelt wahrzunehmen und mit anderen zu kommunizieren. Bisweilen geraten Menschen aber mitten am Tag urplötzlich in den Zustand der Bewusstlosigkeit. Kurz, sie fallen in Ohnmacht. Ursache dafür ist zumeist eine vorübergehende Durchblutungsstörung des Gehirns. Eine andere, weitaus länger anhaltende Form der B...

Seite 23
ndPlusWolfgang M. Schmitt

Das Ende der Homoerotik

Mit dem Auftritt der schwulen Figur wird implizit über die anderen Charaktere gesagt, dass sie heterosexuell sind. Seht her, wie tolerant wir sind, so lautet die Botschaft - doch die Hauptfiguren sind garantiert »normal«.

Seite 24

Arm und Elend

Die französischen Konservativen maßen einst der Volksbildung einen hohen Stellenwert zu. Das war 1871 nach der Niederlage im deutsch-französischen Krieg. Doch da ging es ja »nur« um die Ausmerzung der »nationalen Schande«, als die die militärische Schmach gegen den östlichen Nachbar empfunden wurde. Und ein anderer Konservativer, der dänische König Christian VIII., der von 1839 bis 1848 regierte, ...

tgn

Bildungssystem Frankreich

Das französische Bildungssystem unterscheidet sich vom deutschen in dreierlei Hinsicht. Zum einen geht das Verständnis von Schule über das einer »reinen Bildungsinstitution« hinaus. Ihr Auftrag ist der einer »Schule der Republik«, die entlang der Werte »Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit« die »Einheit der Nation« vollzieht, basierend auf den vier Pfeilern: »gleiche Zugangschancen, keine Diskrim...

ndPlusLena Tietgen

Masse und Elite

Wie kaum ein anderes europäisches Land hat Frankreich sein Bildungskonzept mit der Idee der Grande Nation verknüpft - einer Idee, die die Gesellschaft zugleich eint und spaltet. Auf eurviews.eu zeichnet der Historiker Steffen Sammler diesen Widerspruch nach. Ausgangspunkt ist die militärische Niederlage Frankreichs 1870/71 gegen den norddeutschen Bund. Die Republikaner machten dafür einen bei der ...

ndPlusTino Brömme

Bildung als Klassenfrage

Die große Rate- und Prominenz-Show, welche die französische Präsidentschaftswahl ist, kann sich höchster Publikumsquoten gewiss sein. Alle diskutieren darüber. Leider spielen, zumindest in den Fernsehdebatten, Kultur- und Bildungsthemen kaum eine Rolle, und die französische Hochschulgemeinschaft ist sich wohl bewusst, dass die Versprechen der elf Kandidaten zur Hochschul- und Wissenschaftspolitik ...

Seite 25
Susanne Aigner

Landwirtschaft ohne Chemie

Unter dem Vorwand, die wachsende Weltbevölkerung ernähren zu wollen, fahren Chemiekonzerne satte Gewinne ein: Jedes Jahr werden Agrochemikalien im Wert von rund 50 Milliarden US-Dollar verkauft.

Seite 26
Angelika Lensen

Warum sind Pandabären schwarz und weiß?

Der große Panda oder auch Riesenpanda ist mit seinem unverwechselbaren schwarz-weißen Fell eines der am besten erkennbaren Tiere auf unserem Planeten. Doch hat diese hübsche und einzigartige Fellfarbe auch einen Nutzen? Wissenschaftler meinen, dass die Pandas sich mit dieser Fellfärbung besonders gut vor Feinden verstecken können: sowohl im Schnee als auch im Schatten. Außerdem sollen die gro...

ndPlusFrank Ufen

Steinzeitmediziner

Lange Zeit galten die Neandertaler als stark behaarte und muskelbepackte Trottel, die in Höhlen hausten, Keulen schwingend durch die Gegend liefen und ihre Artgenossen abschlachteten und auffraßen. Später gelangte man zu der Einsicht, dass man ihre intellektuellen Fähigkeiten wohl unterschätzt hatte, und traute ihnen immerhin zu, ihre Toten bestattet und Schmuck hergestellt zu haben. Außerdem woll...

Seite 27

Wochen-Chronik

21. April 1967 Rechte Militärs unter Georgias Papandopoulos übernehmen die Macht in Griechenland. Zur Begründung des Staatsstreiches wird behauptet, die Armee sei einem Linksputsch zuvorgekommen. Die 300 Putschisten gehören zur NATO-Geheimarmee und nutzen deren »Prometheus«-Kommandostruktur. Allein bis zum 26. April erfolgen 6500 Verhaftungen unter Mitgliedern aller politischen Parteien, der G...

Harald Loch

Die ersten Amerikaner waren Sibirier

Geschichtsschreibung über untergegangene Kulturen, ausgerottete Völker und verlorengegangene Sprachen ist in die Vergangenheit blickende Science Fiction. Als Kolumbus Amerika entdeckte, war das faktisch das Todesurteil für die indigene Bevölkerung des Doppelkontinents. Die Fremden aus Europa brachten fremde Krankheiten mit, denen die Einheimischen nichts entgegensetzen konnten. Rücksicht wurde nic...

ndPlusAndreas Fromm

Adenauer

Kann es Neues über Konrad Adenauer geben? Die Biografie des im vergangenen Jahr verstorbenen Publizisten und Filmemachers Werner Biermann bietet tatsächlich einige Überraschungen. Sie berichtet nicht nur von den Sünden der jungen Bundesrepublik und ihres ersten Kanzlers. In keiner früheren Adenauer-Biografie war beispielsweise das informelle Agreement zwischen John F. Kennedy und Nikita Chruschtsc...

Oliver Eberhardt

»Masada darf nie wieder fallen«

Im Nahen Osten sind die Geschichtswissenschaften wichtige Waffen: So wie palästinensische Bauarbeiter am Tempelberg Schutt eilig beseitigen, werden in Israel die Wurzeln der Palästinenser entsorgt.

Seite 29

Denklösung »Kuhwiese«

Die konkrete Lösung unter der etwas irrationalen Feststellung »Gleich und gleich« vom 15./16. April lautete: 88 Kühe. Unter den richtigen Einsendungen wurde die von Astrid Schuster aus Künzell, Landkreis Fulda für den Buchpreis ausgelost: »Hinter Büschen, an eine Hauswand gelehnt«, Roman von Zora del Buono, C. H. Beck Verlag. Wie es ging? - Axel Schmidt aus Buxtehude benannte als Lösungsansatz den...

ndPlusMike Mlynar

Runde um Runde

Immer wieder erhalten wir nicht nur Denkspiellösungen und -lösungswege. In den Zuschriften gibt es - natürlich völlig unaufgefordert - auch nicht wenige Hinweise auf Alter, Ausbildung und Beruf der Absender. Bunt gemischt geht es da vom Mechatroniker-Azubi über die BWLerin bis zum Agrarprofessor. Besonders signifikant sind indes Mathe- und Physiklehrerinnen und -lehrer. Die heutigen beiden Aufgabe...

Monika Salz

Bieten und Bauen

Orongo ist eine der bedeutendsten Kultstätten auf der Osterinsel. Und wir befinden uns nun spielerisch auf besagter Insel, um Moai, die riesigen Steinskulpturen zu errichten. Wer ans Werk gehen will, braucht einen Bauplatz und einen Steinbruch oder andere Ressourcen. Zu bieten hat die Insel da noch einen Tempel, eine Gottheit, einen Vogelmann, ein Vogelnest usw. Um diese Ressourcen (jeweils in Plä...

Carlos Garcia Hernández

Starkomponist in Schwarz-Weiß

Welchen Prinzipien folgt eine Schachkomposition? Welche Kriterien bestimmen, was eine Schachaufgabe ist und was nicht? Welche Arten, Variationen und Modulationen von Schachkompositionen gibt es? Antworten darauf klären letztlich die Wesensfrage dieser besonders raffinierten und immer wohl auch etwas elitären Schachmodifikation: Was eigentlich ist eigentlich eine Schachkomposition? Wirklich systema...

René Gralla

Dicht am Gegner tut’s weniger weh

Fußball ist nicht gleich Fußball. Die eigenwilligen Iren haben schon früh eine eigene Ausgabe entwickelt. In den Statuten von Galway wird Gaelic Football 1527 zum ersten Mal erwähnt - und hat Freunde auch in Deutschland.

Seite 30
Heidi Diehl

Ich will mehr!

Ostern war, wie angekündigt, bestes Schreibwetter, und einige haben meinen Rat befolgt und ihre Geschichte zum 15. nd-Lesergeschichten-Wettbewerb unter dem Motto »Wer wagt, gewinnt!« aufgeschrieben. Ganz herzlichen Dank dafür!

ndPlusHeidi Diehl

Ein voller Saal dürfte ihnen gewiss sein

Sie ist ein Multitalent: Walfriede Schmitt spielt Theater und man kennt sie aus Filmen. Er ist Buchautor und ist ein ewiger Streiter für Gerechtigkeit. Beide lesen auf der Abschlussveranstaltung die Lesergeschichten.

Dr. Edith Gaida

»Das ist ja schlimmer als eine Doktorarbeit«

Mein Mann war 1974 mit unserem Auto tödlich verunglückt. Seitdem waren Autos für mich etwas Gefährliches, Feindliches und schwer Beherrschbares. Aber ich wohnte in Alt-Töplitz, 18 Kilometer von Potsdam entfernt, und musste zur Arbeit an die Pädagogische Hochschule Potsdam (PHP). Die Busse von Potsdam in unser Dorf fuhren jedoch nur alle ein bis zwei Stunden. Ich musste dann immer erst von der PHP ...

Seite 31
ndPlusMichael Müller

Träume und Mehltau

Erst guckt Wajdi der Dorade tief in die Augen, dann hinter die Kiemen, um sie schließlich zu den anderen auf dem Markttisch zurück zu werfen. Hinter diesem lockt der Verkäufer indes unverdrossen, mal witzig, mal barmend, neue Kunden an: »Fisch ist gesund! Nirgends frischer und billiger!« Wajdi nickt ihm zu und greift in einen Berg von Kalmaren am Stand nebenan. Hier drückt er beim Qualitätstest di...

Seite 32
Halb Atze, halb Tussi
Sebastian Bähr

Halb Atze, halb Tussi

»Graffiti ist für mich kein Hobby, es ist mein Leben.« Die in Ostberlin aufgewachsene Julia hatte in einer Zeit mit Sprayen begonnen, in der Graffiti noch als Sachbeschädigung galt. Heute träumt sie vom Zügebemalen, doch zuerst muss sie die Kinder versorgen.