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Unten links

Während die Fußballstadien der Zweitligisten sich nun wieder füllen, bleiben die Ränge in den Erstliga-Arenen noch für ein paar Wochen leer. Schade, dass diese Festungen selbst außerhalb der Saison so gut gesichert sind. Ein besserer Zeitpunkt als die spielfreie Zeit lässt sich für einen Besuch dieser architektonischen Ungetüme nicht denken. Einmal mutterseelenallein zwischen den bunten Schalensit...

Richter stürzen Pakistans Premier

Islamabad. Pakistans Regierungschef Nawaz Sharif ist am Freitag im Zuge eines Korruptionsskandals zurückgetreten. Das Oberste Gericht in Islamabad hatte zuvor erklärt, der 67-jährige Politiker habe sich für öffentliche Ämter disqualifiziert. So sollen Sharif und seine Familie Immobilienbesitz im Ausland verschleiert haben. Dies war durch die sogenannten Panama-Papers bekannt geworden. Pakistans Op...

Venezuela rüstet sich zur Wahl

Caracas. In Venezuela droht die Lage kurz vor der Wahl der verfassunggebenden Versammlung weiter zu eskalieren: Obwohl die Regierung ein Demonstrationsverbot ab Freitag ausgesprochen hat, rief die Opposition zu landesweiten Protestmärschen zur »Übernahme Venezuelas« auf. Am Sonntag will Präsident Nicolas Maduro die 545 Mitglieder der Verfassunggebenden Versammlung wählen lassen. Der Staatschef wil...

US-Diplomaten raus aus Russland

Moskau. Das russische Außenministerium hat der Regierung in Washington am Freitag »empfohlen«, das Personal der US-Botschaft und der US-Konsulate bis 1. September auf 455 Diplomaten und Mitarbeiter zu reduzieren. Die Stärke des US-Personals solle dann exakt der Stärke des russischen diplomatischen Personals in den USA entsprechen. Auch werde der US-Botschaft ab 1. August die Nutzung einer Residenz...

Alexander Isele

Taschenspieler de Maizière

Das Projekt »Sicherheitsbahnhof« gewährt Einblick in die Überwachungsfantasien des Innenministers. Von Datenschutzbestimmungen lässt sich de Maizière nicht beeindrucken. Und er wird vermutlich damit durchkommen.

Gesicht gesichtet?

Berlin. Haben Sie die ältere Dame auf dem Bild erkannt? Oder die jüngere Frau? Gar nicht so einfach, so eine Gesichtserkennung! Und alles andere als unumstritten. In Berlin startet die Bundespolizei in der kommenden Woche einen Versuch im Bahnhof Südkreuz. Über 250 Testpersonen machen freiwillig mit, sie haben Name und zwei Fotos speichern lassen - und sollen in den kommenden sechs Monaten von Kam...

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Klaus J. Herrmann

Moskaus letzte Warnung

Die Forderung nach Ausreise von US-Diplomaten aus Russland ist nicht, wie verbreitet heruntergespielt wird, die unmittelbare Reaktion auf die von Washington mit Eifer betriebene Verschärfung der Sanktionen. Vielmehr nutzt Moskau die vielleicht nur kurze Frist zwischen Verabschiedung des Gesetzes im Kapitol und dessen Unterzeichnung im Weißen Haus, um ein letztes Warnsignal zu setzen. Dabei bleibt ...

Simon Poelchau

Nicht zu viele Schmerzen

Das war eine Überraschung, als Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt einen Zulassungsstopp und Rückruf für den Porsche Cayenne 3.0 TDI anordnete. Was? Dobrindt geht gegen Autohersteller vor? Was passiert als nächstes? Weitet US-Präsident Donald Trump Obamacare aus?Es fällt schwer zu glauben, dass hinter der Aktion ein wirklicher Sinneswandel des CSU-Politikers steckt. Zu sehr stellte er sich i...

Guido Speckmann

Kein Krieg, aber Flüchtlingsabwehr

Der französische Präsident ist auch mal zu loben: Er wolle weniger Interventionskriege führen und mehr auf Diplomatie setzen. Das ist schon mal was. Schließlich hat das militärische Eingreifen u.a. Frankreichs und Italiens in Libyen 2011 zum Sturz Gaddafis und zum Chaos in dem Land entscheidend beigetragen. Das war kurzsichtig. Denn nun gibt es in Libyen keinen Herrscher mehr, der mächtig genug is...

Gilbert Kolonko

Unwürdig

Das Oberste Gericht in Pakistan hat einstimmig Premierminister Nawaz Sharif für unwürdig erklärt, sein Amt weiter auszuüben. Empfohlen wurde, das Strafverfahren gegen ihn, seinen Finanzminister, seine Tochter und weitere Familienmitglieder zu eröffnen. Kurz darauf trat der 67-Jährige von seinem Amt als Premier zurück, jedoch bleibt er weiterhin Parteivorsitzender der nach ihm benannten Muslim-Liga...

Martin Leidenfrost

In montenegrinischen Olivenhainen

An meinem montenegrinischen Urlaubsort fiel mir ein Stück Literatur zu, über Olivenhaine. Nichts war mir so egal gewesen wie Oliven, und plötzlich fand mein träges Herz ein Idol. Olivenbäume sind unscheinbar. Sie sind nicht besonders schön, unbearbeitet ist ihre Frucht nicht zu gebrauchen. Sie werden abgeerntet, wenn alle anderen Ernten vorbei sind. Sie gedeihen nur am Meer, auf Steinterrassen wie...

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Oscar Torres

Venezuela hofft auf die überraschende Wende

Präsident Maduro will die wirtschaftliche und politische Krise in Venezuela mit einer Verfassunggebenden Versammlung überwinden. Doch die Angst ist groß, dass die Wahl dazu das Fass endgültig zum Überlaufen bringt.

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Verena Kern und Sandra Kirchner

Stuttgart drohen Fahrverbote

Baden-Württembergs Landeshauptstadt muss mehr gegen die Luftverschmutzung tun, hat das Verwaltungsgericht Stuttgart geurteilt. In weiteren Städten laufen Klagen. Mit Software-Updates allein ist es dabei nicht getan.

Gerd Lottsiepen

Gesundheit vor Profit

Der Sprecher des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) fordert, dass die Hersteller die Kosten für Nachrüstung von Dieselautos übernehmen und die Politik endlich die Wende zu emissionsfreien Fahrzeuge einleitet.

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Sebastian Bähr

Gefängnis statt Familienurlaub

Kadim D. wollte mit Frau und Kindern in der Türkei Sommerurlaub machen. Wegen einer kritischen Äußerung über Erdogan darf er das Land nicht mehr verlassen.

René Heilig

»Fliegengesurre« im NSU-Prozess

Diese Woche hat die Bundesanwaltschaft vor dem Oberlandesgericht in München ihr Plädoyer im NSU-Prozess gehalten. Formal kommt man also einer Rechtsprechung näher.

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Oliver Eberhardt

Heilloser Zank um den heiligen Berg

Am Jerusalemer Tempelberg gab es am Freitag erneut Auseinandersetzungen zwischen palästinensischen Demonstranten und der israelischen Polizei. In Hebron besetzten Siedler ein umstrittenes Gebäude.

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Reizklima in Venezuela

Caracas. Zwei Tage vor der umstrittenen Wahl zu einer verfassungsgebenden Versammlung in Venezuela droht die Gewalt in dem Land zu eskalieren. Zum Schutz der Abstimmung sind alle Demonstrationen von Freitag bis Dienstag verboten. Das Oppositionsbündnis Mesa de la Unidad Democrática (MUD) will das Verbot aber ignorieren. Es rief für Freitag zu landesweiten Massenprotesten zur »Einnahme von Venezuel...

Ralf Streck, San Sebastián

Für Spaniens Premier wird die Luft dünn

Das Ansehen der in Spanien regierenden Volkspartei ist durch Korruptionsskandals schwer angeschlagen. Der Auftritt des Ministerpräsidenten Mariano Rajoy vor Gericht trug nicht zur Entspannung bei.

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Mehr Beschäftigte weniger Azubis

Göttingen. Trotz zunehmender Beschäftigung geht die Zahl der Auszubildenden in Deutschland laut einer Studie zurück. Arbeits- und Ausbildungsmarkt entwickeln sich auseinander, so das Soziologische Forschungsinstitut Göttingen in einer aktuellen Untersuchung. Danach ist die Zahl der Beschäftigten zwischen 1999 und 2015 um 12,1 Prozent gestiegen - im gleichen Zeitraum ging die Zahl der Auszubildende...

Ralf Klingsieck, Paris

Werft soll in Frankreich bleiben

Die französische STX-Werft sollte an eine italienische Gruppe verkauft werden. Das gefällt Frankreichs Präsident Macron nicht. Er weicht von seiner wirtschaftsliberalen Politik ab und kauft Mehrheitsanteile.

Kurt Stenger

Blaupause für staatliche Rettung von Spekulanten

Zehn Jahre nach der Beinahe-Pleite geht es der Mittelstandsbank IKB heute wieder ziemlich gut. Die riskanten Geschäfte, die letztlich den Staat Milliarden kosteten, sind Geschichte.

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Palast-Kunst

Erstmals seit 20 Jahren werden die 16 Werke von DDR-Künstlern aus dem ehemaligen Palast der Republik in Berlin wieder öffentlich gezeigt. Das Potsdamer Museum Barberini präsentiere die Gemälde ab 28. Oktober in der Ausstellung »Hinter der Maske. Künstler in der DDR«, teilte das Haus am Freitag mit.Die großformatigen Bilder waren ab 1975 im Foyer des Palastes zu sehen. Sie stammen unter anderem von...

Buchkritikerin geht in Rente

Nach fast 40 Jahren bei der »New York Times« geht die bei Lesern beliebte und bei Autoren gefürchtete leitende Literaturkritikerin Michiko Kakutani (62) in den Ruhestand. Sie wolle sich in Zukunft auf »längere Stücke über Politik und Kultur« konzentrieren, auch wenn sie »Bücher und das Schreiben darüber immer lieben werde«, schrieb Kakutani am Donnerstag beim Kurznachrichtendienst Twitter.»Niemand...

Neubau statt Sanierung?

Angesichts der immer teurer werdenden Sanierung der städtischen Bühnen schließt die in Köln oppositionelle SPD auch einen kompletten Neubau von Oper und Schauspielhaus nicht aus. Es müssten Alternativen zum bisherigen Plan geprüft werden, sagte der Fraktionsvorsitzende Martin Börschel. Die zuletzt prognostizierte Summe von bis zu 570 Millionen Euro sei nach seiner Überzeugung noch nicht das Ende: ...

Gemalter Klassenkrieg

Bekannt geworden ist der Zeichner und Erzähler Hervé Barulea (Baru) als einer jener Künstler, durch die im französischen Comic ein harter ungeschönter Realismus Einzug hielt. In seinen Werken - die ersten erschienen in den 80er Jahren -, die liebevoll gezeichnete und getextete, düster-komische Sozialdramen sind, die erfreulicherweise jeden Anflug von Sentimentalität oder gar Kitsch vermissen lasse...

Christian Baron

Im Reich des kleineren Übels


Die öffentliche Arena Deutschlands hat sich in ein verbarrikadiertes Depot für persönliche Befindlichkeiten 
verwandelt. Es dominiert die subjektivistische Hysterie. Der Höhepunkt dieser Entwicklung: die vergangenen Wochen.

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Hans-Dieter Schütt

Der Scheitel schillert

Sein Gemüt trägt und spielt Schifferklavier: »Kind, du brauchst nicht weinen,/ du hast ja einen,/ und der bin ich.« Er hat den unbezwinglichen Charme des Filous, die windige Verführungskraft eines liebenswerten Gauners. Ein Typ, grausam präzise eingesetzt: als Stasi-Offizier im »Leben der Anderen«, als süffisanter Nazi-Oberjournalist im Eiger-Filmdrama »Nordwand«. Und dann der Judenretter John Rab...

Christian Lotz

Kartelle, Konkurrenz und Planung

In all der Aufregung über das »Kartell der Autobauer« wird selten die Frage gestellt, 
warum es ein Vorteil sein kann, sich als Marktteilnehmer 
abzusprechen. Der Rückgriff auf Karl Marx kann dabei hilfreich sein.

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Wer hat Bock auf Europa?

Freiburg. Das wenig glanzvolle Comeback des SC Freiburg auf dem internationalen Parkett verdarb konnte die Lust auf die Europa League nicht trüben: »Wir haben Bock«, sagte Torschütze Nils Petersen nach dem 1:0 Hinspiel gegen den slowenischen Pokalsieger NK Domzale am Donnerstagabend. Doch der Weg in die Gruppenphase des ersehnten Wettbewerbs ist für den Bundesliga-Siebten der Vorsaison noch weit.I...

Fabian Held, Leipzig

Stadtderby mit Nostalgiefaktor

Am Sonnabend spielen Chemie und Lokomotive Leipzig nach mehr als 20 Jahren erstmals wieder auf Augenhöhe. Für die Fans ein Tag der Erinnerung und der Hoffnung, an vergangene Begegnungen und bessere Zeiten.

Andreas Morbach

Jubel und Frust in Budapest

Die Stimmung ist durchwachsen im deutschen Schwimmteam: Während die einen feiern, ärgern sich die anderen. Der Bundestrainer kann beides.

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Jana Lange und Irina Gnep, Rotterdam

DFB-Frauen siegessicher

Jetzt wird es ernst: Im Viertelfinale gegen Dänemark soll es beim DFB-Team endlich mit Toren aus dem Spiel heraus klappen. Beim Umzug nach Rotterdam hatten die deutschen Fußballerinnen viel Zuversicht im Gepäck, die Torflaute will der Titelverteidiger unbedingt hinter sich lassen. »Jetzt muss es fluppen«, forderte Bundestrainerin Steffi Jones vor dem EM-Viertelfinale am Sonnabend gegen Dänemark: »...

Jirka Grahl, Wrocław

Mehr Protestierer als Zuschauer

In Wrocław gehen am Sonntag die World Games zu Ende. Zu den Antiregierungsprotesten in der Innenstadt kamen dabei mehr Menschen als zu den meisten Wettbewerben der nichtolympischen Sportler.

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E-Akte wird ab dem Jahr 2019 eingeführt

Die Berliner Behörden stellen ab dem Jahr 2019 schrittweise auf elektronische Aktenführung um. Bis 2022 sollen Papierakten dann in allen Amtsstuben der Metropole der Vergangenheit angehören. Das geht es einer am Freitag veröffentlichten Antwort der für IT zuständigen Innenstaatssekretärin Sabine Smentek (SPD) auf eine Schriftliche Anfrage der FDP hervor. Demnach soll noch im laufenden Jahr ein Pro...

Jérôme Lombard

Ohne Fristen ist alles doof

Dass die NPD in Berlin nicht zur Bundestagswahl zugelassen wurde, haben sich die Neonazis selber zuzuschreiben. Die demokratischen Spielregeln sind bekannt, bleibt zu hoffen, dass der Bundeswahlleiter ebenfalls streng bleibt.

Johanna Treblin und Philip Blees

Möglichst unauffällig

Ab dem 1. August will die Bundespolizei am Bahnhof Südkreuz intelligente Kameras testen. Rund 300 Freiwillige nehmen teil. Wer nicht erfasst werden will, muss darauf achten, welche Wege er wählt.

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50 Kilo illegale Böller im Auto

Hohenwutzen. Zollbeamte haben im Grenzgebiet zu Polen ein Auto mit fast 50 Kilogramm illegalen Feuerwerkskörpern gestoppt. Bei den 283 Pyrotechnik-Erzeugnissen fehlten Prüfzeichen, teilte das Hauptzollamt Frankfurt (Oder) am Donnerstag mit. Die Beamten hatten Wagen mit niederländischem Kennzeichen und die vier Insassen nach dem Grenzübertritt in Hohenwutzen (Märkisch-Oderland) kontrolliert. Gegen ...

Tomas Morgenstern

Dauerregen hat die Felder aufgeweicht

Nach den schweren Niederschlägen bemühen sich Brandenburgs Landwirte um Schadensbegrenzung. Aufgeweichte Äcker und Getreideschläge lassen Ernteeinbußen befürchten.

Martin Kröger

Tegel-Lärm: 300 000 betroffen

Die Debatte zum Volksentscheid über Tegel am 24. September ist seit dieser Woche voll entbrannt. Ein Hauptargument der rot-rot-grünen Schließungsbefürworter ist die hohe Lärmbelastung der Anwohner.

Hans-Jürgen Herget

Gefährliches DDR-Relikt im Wald

Die abgeschirmte Wohnanlage der SED-Führungskader, oft fälschlich mit Wandlitz gleichgesetzt, ist Geschichte. Viele der Bauten gehören heute zur Brandenburg-Klinik, etliche aber auch der Stadt Bernau.

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Trotz Jagd werden Wildschweine nicht weniger

Dresden. Der hohe Bestand an Wildschweinen macht Sachsens Forstleuten trotz erhöhter Abschusszahlen Sorgen. Die sogenannte Strecke sei nun zum wiederholten Male gestiegen und liege mit aktuell 33 258 Stück fast dreimal so hoch wie noch 1991/92, teilte das Forstministerium mit. »Die angewachsene Schwarzwildpopulation führt nicht nur zu regional steigenden Schäden vor allem in der Landwirtschaft. Si...

Wera Engelhardt, München

München und sein Schatz im Mangfalltal

Tief in Oberbayern, 40 Kilometer südlich von München, liegt ein Schatz im Boden. Nicht aus Silber oder Gold, aber trotzdem von unschätzbarem Wert für die Münchner. Im Mangfalltal im Alpenvorland entspringen die Quellen, die die Landeshauptstadt mit sauberem Trinkwasser versorgen. 80 Prozent des Münchner Trinkwassers kommen von dort. Die Gewinnungsanlagen für das Grundwasser liegen etwa 100 Meter h...

Hagen Jung, Schwerin

Zwei neue Plenarsäle im Norden

Im September wird sich Mecklenburg-Vorpommerns Landtag erstmals im neuen Plenarsaal treffen. Zurzeit vollenden Handwerker das 30-Millionen-Projekt. Auch in Niedersachsen steht eine Premiere an.

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Gaffer stören Kampf gegen Hochwasser

Wolfenbüttel. Nach den Überschwemmungen im Harz drücken die Wassermassen nun in kleinere Flüsse weiter nördlich. Im niedersächsischen Wolfenbüttel bei Braunschweig standen am Freitag Innenstadtbereiche unter Wasser, die Oker ist an einigen Stellen über die Ufer getreten. In alten Häusern drücke zudem Grundwasser von unten in die Keller, sagte Bürgermeister Thomas Pink. Immer wieder behinderten Sch...

Jens Albes, Niederwerth

»Es ist paradiesisch hier«

Manche Rheinland-Pfälzer und Hessen wohnen mitten im Rhein auf einer Insel. Ruhe und Romantik, Sonne und Strand - vieles erscheint schön. Mal schnell Brötchen beim Bäcker holen ist dagegen schwierig.

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Regina Stötzel

Von Regenterror und abgesoffenen Extremisten

Peter Altmaier vergleicht den Regenterror mit dem von Linksextremisten und Jürgen Todenhöfer recherchiert in den Krisengebieten für seine nächste Publikation »10 Tage im Schlammigen Staat«: Es regnet.

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Oliver Eberhardt

Die arabische Linke hofft auf Ägypten

Die politischen Verhältnisse der arabischen Welt erschweren es vielen Linken, sich zu organisieren. Aber ihre Hoffnung auf Veränderung haben sie auch sechs Jahre nach der Arabellion nicht verloren.

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ndPlusSiegfried Prokop

Nachrufe

K.-H. Schulmeister 6. 5. 1925 - 17. 7. 2017 Mit 17 Jahren wurde Karl-Heinz Schulmeister Soldat der Luftwaffe, kam aber im Krieg nicht mehr zum Einsatz. 1945 begann für ihn eine Zeit intensiven Nachdenkens und Umdenkens. Über 44 Jahre arbeitete er dann in führenden Funktionen des Kulturbundes der DDR. Erst die Wende markierte das Ende seiner beruflichen Tätigkeit. Während der Prüfung »sta...

ndPlusKurt Stenger

Cheflobbyist der Autoindustrie

Wenn gar nichts mehr hilft, packt Matthias Wissmann die Arbeitsplatzkeule aus: Mal spricht der Chef des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) von 800 000 Jobs, die in Deutschland direkt oder indirekt von der Branche abhängen. Dann wieder erklärt er, im Falle eines Zulassungsverbots für Verbrennungsmotoren gingen 100 000 bis 150 000 Arbeitsplätze im Bereich der Entwicklung und Produktion verloren....

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ndPlusAnita Wünschmann

Die Verbindung zum Nichts

Stege riechen zumeist nach Teer und Schlick. Nach Holzschutz. Wenn die Sonne die Planken erwärmt, duftet es nach Sommer. Fragt man Leute, was sie mit einem Steg verbinden, erzählen sie Geschichten aus ihrer Kindheit.

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Jonas Engelmann

Plastiktütenmenschen

Das Plastik, magische Materie, verweist auf eine dystopische Zukunft, eignet sich aber auch als Trägerstoff diverser Utopien. Eine kleine Reise durch die Polyester- und Popgeschichte.

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Jürgen Amendt

Erinnerung und Fakten

Den Ur- und Urenkeln ist der Zweite Weltkrieg so sehr Geschichte wie es der Erste Weltkrieg oder der Dreißigjährige Krieg ist. Der Einsatz von Digitalen Medien kann hier hilfreich sein.

Lernplattform Geschichte

Lernplattform Geschichte. Das Projekt »segu« versteht sich als eine frei zugängliche, nicht-kommerzielle Bildungsressource (sogenannte Open Educational Resources), die einen »selbstgesteuert entwickelnden Geschichtsunterricht« zum Ziel hat. Zu den einzelnen Geschichtsepochen werden Lernmodule angeboten, die sich die Schüler in kleinen Teams eigenständig erarbeiten können. Module gibt es in untersc...

ndPlusLena Tietgen

Geschichtsunterricht im Umbruch

Der Verband der Geschichtslehrer Deutschland(VGD) zeigt sich schon länger besorgt über die Situation des Geschichtsunterrichts in der Sekundarstufe. Im September 2016 verabschiedete er zusammen mit dem Historikerverband (VHD) eine Erklärung, in der eine Absicherung der Fachlichkeit, deren Breite und die Vermittlung von Reflexionsfähigkeiten gefordert wird. Denn die derzeitigen politischen, ökonomi...

ndPlusMartin Koch

Erzählkunst kontra Bücherwissen

Geschichte beruht immer auch auf Geschichten, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Anfangs geschah dies in mündlicher Form. In späterer Zeit griffen Historiker vermehrt auf schriftliche Dokumente zurück.

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ndPlusFabian Köhler

Evolutionstheorie auf Islamisch

Schon im 9. Jahrhundert schrieb der muslimische Denker Al-Dschahiz über Anpassung im Tierreich. Doch die türkische Regierung will von Evolution nichts wissen.

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ndPlusAmadeus Ulrich

Schneeweiße Schlauberger

Goffin-Kakadus nutzen Werkzeuge, um komplexe Probleme zu lösen. Das können nur wenige Tiere. Die Papageien bewahren sogar Hilfsmittel auf und verwenden sie erneut.

ndPlusMartin Koch

Als die Welt unscharf wurde

Ermüdet von den zahllosen und oft aufreibenden Diskussionen über die moderne Atomtheorie fuhr der dänische Physiker Niels Bohr im Winter 1927 in den Skiurlaub nach Norwegen. Zurück in Kopenhagen blieb sein begabtester Schüler Werner Heisenberg, der zwei Jahre zuvor die sogenannte Matrizen- bzw. Quantenmechanik begründet hatte. In Bohrs Institut und bei einem nächtlichen Spaziergang durch den Fälle...

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Wochen-Chronik

30. Juli 1792 Ein aus Marseille in Paris einziehendes Freiwilligenbataillon singt erstmals die »Marseillaise«. Das Lied hat der Offizier Claude Joseph Rouget de Lisle im April als Kriegslied für die revolutionäre Rheinarmee gedichtet und komponiert. Es verbreitet sich in kurzer Zeit über ganz Frankreich als Revolutions- und Freiheitsgesang. Bereits 1795 wurde die »Marseillaise« zur Nationalhy...

Rosi Blaschke

Eine Fahrt zwischen Ost und West

Wie in einem Film konnte ich meinen Gedanken und Gefühlen nachgehen ... Es wird eine Fahrt zwischen Ost und West.« Mit diesen Worten beginnt Werner Peplowski seinen Lebensbericht. Es ist eines der inzwischen zahlreichen Bücher, in denen Menschen ihr Leben in der DDR, die Brüche darin, die erfolgreichen oder gescheiterten Neuanfänge für sich und die Nachwelt darstellen.

Jörg Roesler

Wie sich die Probleme ähneln

Die heutige Eurozone ist ein Monster, das die europäischen Gesellschaften gefangen hält», kritisierte Ende 2013 die griechische Zeitung «Ependytis» die Missachtung der Interessen der kleineren Staaten.

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Was heißt »Ehe für alle«?
Tristan Amberger

Was heißt »Ehe für alle«?

Diesmal dreht sich unsere 
Kinderseite um die Ehe für alle. Tristan Amberger (13 Jahre), 
unser Schülerpraktikant aus Berlin, hat mit uns an dieser Ausgabe gearbeitet. Er erklärt, was der Regenbogen eigentlich bedeutet.

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Stephan Brünjes

Als Kassel Klein-Hollywood war

Ob während einer Documenta oder zwischendurch - stets rahmt Kassel die Installationen und Skulpturen im Stadtbild auf besondere Weise ein: Mit rechteckigen Fassaden, vielerorts auch Straßenverläufen und tragflächenartigen Flugdächern.

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Heidi Diehl

Hier sehe ich und kann nicht anders

Mein lieber Martinus, wenn Du nur sehen und erleben könntest, was sich derzeit in Mitteldeutschland abspielt! Wo immer man hinkommt, es luthert so gewaltig im 500. Jahr der Reformation, dass ich in Anlehnung an Deinen berühmt gewordenen Spruch nur sagen kann: Hier sehe ich und kann nicht anders. Nämlich Dir ein bisschen davon zu erzählen. Über manches würdest Du Dich sicher köstlich amüsieren: bei...

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ndPlusFelix Lill

Gemeinsame Sprache und fremde Wörter

Koreas ist auch in der Sprache gespalten. Während sich Politik, Wirtschaft und Medien in Sachen Verständigung schwer tun, versuchen es Sprachwissenschaftler aus Nord und Süd mit einem gemeinsamen Wörterbuch.