Seite 1

Unten links

Die kleine feine Ecke links am Zeitungsrand sei zu dieser heil’gen Stunde einmal Gegenstand. Zwei gute Gründe gibt es, warum des Lesers Blick zuerst nach Untenlinks geht. Und von da zurück. Der erste Grund - das Thema. Wer Süßigkeiten liebt und Tiere, der mag’s, wenn man dem Affen Zucker gibt. Grund zwei ist die Ästhetik. ...

Türkei: Deutscher aus Haft entlassen

Berlin. Nach der Freilassung eines weiteren Deutschen aus türkischer Haft sieht die Bundesregierung eine »positive Entwicklung« im Verhältnis zu Ankara. Dennoch gebe es weiterhin »schwierige Themen«, sagte die Sprecherin des Auswärtigen Amtes, Maria Adebahr, am Freitag in Berlin. »In der Tat sind es Entscheidungen wie diese, die Hoffnung darauf machen, dass man versuchen kann, Schritt für Schritt ...

Thyssen vereinbart Jobgarantie

Essen. ThyssenKrupp steht nach einer Einigung mit den Beschäftigtenvertretern vor einem weitgehenden Rückzug aus seiner problembehafteten Stahlsparte. Als Teil eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem indischen Konkurrenten Tata soll der größte deutsche Stahlproduzent seinen Sitz künftig in den Niederlanden haben. Für die deutschen Beschäftigten wurden langfristige Job- und Standortgarantien sowie ...

Deutlich mehr Feiertagsarbeit

Berlin. Die Sonn- und Feiertagsarbeit in Deutschland hat in den vergangenen 20 Jahren deutlich zugenommen. Im Jahr 2016 arbeitete jeder vierte abhängig Beschäftigte an Sonn- oder Feiertagen, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Antwort des Statistischen Bundesamtes auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervorgeht. Das waren 9,25 Millionen Menschen. 1995 waren es erst 5,9 Millionen, ...

Martin Ling

Der Verlierer heißt Rajoy

Große Gewinner und Verlier bei den Regionalwahlen in Katalonien: Die Gewinner sind die Unabhängigkeitsbewegung und die prospanischen Liberalen von Ciutadans, die Verlierer sind Spaniens Ministerpräsident Rajoy und die linksradikale CUP.

Katalanen geben nicht nach

Barcelona. Bei den Regionalwahlen in Katalonien hat das Lager der Unabhängigkeitsbefürworter seine absolute Mehrheit im Parlament aus dem Jahre 2015 behauptet. Die drei Parteien kommen gemeinsam auf 70 Sitze der 135 Sitze im Parlament, wie auf der Webseite der Regionalregierung mitgeteilt wird. Für die Mehrheit sind 68 Sitze nötig.Entgegen allen Umfragen liegt die Liste Junts per Catalunya (JxCat)...

Olaf Standke

Scharfe Kritik an Trumps Jerusalem-Politik

Viel internationalen Zuspruch gab es am Freitag für das Votum der UN-Vollversammlung, die die Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt durch die USA verurteilt hat.

Seite 2
Nelli Tügel

Ein wenig Licht - und viel Schatten

Gute Neuigkeiten aus der Türkei diese Woche: Meşale Tolu ist (vorerst) frei, Sharo Garip und David Britsch dürfen zurück nach Deutschland. Doch so schön dies ist – die verheerenden Folgen der Zerstörungswut der AKP bleiben.

Florian Haenes

Einmal die Woche Weihnachten

Der Einzelhandel muss nicht am Sonntag öffnen und der Anruf beim Call-Center kann auch bis Montag warten. Nicht die schlechte Bezahlung ist falsch. Es ist die Sonntagsarbeit selbst. Denn jeder Mensch braucht diesen Ruhetag.

Sebastian Weiermann

Einigung mit Tücken

Bei ThyssenKrupp könnte es nach »Wirtschaftlichkeitsprüfungen« zu Kündigungen durch kommen. Auch die Montanmitbestimmung konnte nur für kurze Zeit gesichert werden - ein übler Beigeschmack des Kompromisses vor Weihnachten.

Sebastian Bähr

Kamerad für die Kommunikation

Der Redakteur Alexander Höferl von der fremdenfeindlichen Webseite »unzensuriert.at«, die mit rechter Verschwörungstheorie auf sich aufmerksam gemacht hat, soll »Kommunikationschef« im österreichischen Innenministerium werden.

Seite 3

Kataloniens Wahl

El País, Spanien Gesellschaftliche Mehrheit fehltTrotz der absoluten Mehrheit fehlt es den Separatisten an einer gesellschaftlichen Mehrheit, weil sie weder glaubhafte Kandidaten noch eindeutige, stringente Programme aufbieten können. Vor allem aber bilden sie keine funktionierende Einheit. La Vanguardia, SpanienTatsächlich regierenDamit ein blühendes Katalonien aufgebaut werden kann, brauchen wir...

Hubertus Zdebel

Klassenkampf statt Konsumkritik

Gegen blindes Konsumieren führen nicht nur die Kirchen Werte wie Familie, Freundschaft, Gemeinsinn, Besinnlichkeit und Demut ins Feld. Auch Teile des linken Spektrums schließen sich der Konsumkritik an. Doch der Ansatz verkennt, dass gesellschaftliche Anerkennung im Kapitalismus über Waren und Konsum vermittelt ist.

Seite 4

Asylunterkünfte bleiben Ziel rechter Angriffe

Wiesbaden. Trotz eines deutlichen Rückgangs der Zahlen bleiben Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland weiter Alltag. Das Bundeskriminalamt registrierte in diesem Jahr bis zum 18. Dezember 264 solcher Straftaten. In 251 Fällen seien rechtsmotivierte Täter verantwortlich, teilte die Behörde am Freitag in Wiesbaden mit. In 13 Fällen könne eine politische Motivation noch nicht ausgeschloss...

Peter Nowak

Zentrum »Hasi« in Halle bedroht

In Halle konnte die »Identitäre Bewegung« ein Zentrum gründen. Das alternative Projekt »Hasi« steht derweil vor dem Aus.

Hans-Gerd Öfinger

Warnschuss im Morgengrauen

Der Warnstreik der Ryanair-Piloten sorgte am Freitag vor allem für Verspätungen. Die Vereinigung Cockpit zeigte sich zufrieden.

Seite 6
Olaf Standke

»Shutdown« in Washington abgewendet

Ein erneuter Stopp der Regierungsgeschäfte in Washington wegen dem jahrelangen Haushaltsstreit wurde am Freitag zunächst verhindert. Doch schon in vier Wochen kommt der nächste Showdown, es geht um die Zukunft der »Dreamer«.

Hannes Hofbauer, Wien

In Europa angekommen

Politisches Schulterklopfen holte sich der neue österreichische Kanzler Sebastian Kurz bei seiner ersten Reise nach Brüssel. Auch zu Hause hängte ihm Präsident Alexander van der Bellen Vorschusslorbeeren um.

Wojciech Osinski, Warschau

Polens Justiz erleidet eine Machtverschiebung

Noch zeigt die Einleitung des Rechtsstaatsverfahrens bei der politischen Führung in Polen keinerlei Wirkung. Präsident Duda unterzeichnete die umstrittenen Justizreformen.

Seite 7
Ralf Streck, Barcelona

»Sieg für die Katalanische Republik«

Trotz Repression und Angstkampagne hat die Unabhängigkeitsbewegung ihre Mehrheit verteidigt. Die größte Fraktion im Parlament von Barcelona stellt hingegen die unionistische Ciutadans (Bürger).

Seite 8

Einigung vor Stahlfusion

Nach wochenlangen Protesten hat sich der Stahlkonzern ThyssenKrupp mit den Beschäftigtenvertretern auf weitreichende Sicherungen geeinigt. Das bereitet die Fusion mit Tata vor.

Ulrike Henning

Insolvenz statt Weihnachtsgeld

Kurz vor Weihnachten eine Hiobsbotschaft für über 5000 Mitarbeiter - die privaten Paracelsus-Kliniken sind insolvent. Das Geschäftsmodell des Konzerns ging nicht auf.

Seite 9

Präsent

Die Politikerin Sahra Wagenknecht ist einem Medienbericht zufolge in diesem Jahr so oft wie kein anderer in TV-Talkshows zu Gast gewesen. Insgesamt habe man sie elf Mal bei »Anne Will«, »Maybrit Illner«, »hart aber fair« und »Maischberger« sehen können, ergab eine Auswertung der Gästelisten der vier Sendungen durch das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Mitgezählt wurden auch Sondersendungen wi...

Engagiert

Bescherung schon vor Weihnachten im Leipziger Museum der Bildenden Künste: Ein Sammlerpaar leiht dem Haus rund 20 Hauptwerke des Star-Malers Neo Rauch. Der Vertrag sei bereits unterzeichnet, sagte Museumsdirektor Alfred Weidinger. Vier großformatige Arbeiten seien bereits im Museum. Darunter das 250 mal 300 Zentimeter große Gemälde »Fastnacht«, das der Hollywoodstar Leonardo DiCaprio einst erworbe...

Weihnachtsabend

Ob dir nun die frommen Legenden nichts mehr oder noch viel bedeuten: Die Krippe-Figuren in Kinderhänden und dass jeder’s Maul hält beim Glockenläuten ... genügen schon, Weihnachten zu bejahen ... Vor Jahres-Schluss einmal des Ursprungs gedenken, auch derer, die wir sterben sahen: Dämpft nicht unser Glücksgefühl, zu schenken - vergiss aber nicht ganz, die keiner beschenkt! Alleinsein macht jedem An...

Jürgen Amendt

Alles wird gut

Der Schriftsteller Karl Kraus schrieb schon in den 20er und 30er Jahren über das Elend in Österreich und eine Nation, die durch »Schaden dümmer wird«.

Hans-Dieter Schütt

Lametta, Liebe - und Lebenslügen

Auch fortschrittlichste Gesinnung schwitzt mitunter und braucht ihr Deo. Streich deinem Leben einfach mal übern Kopf, und zähl nicht die Haare. Doch nicht jetzt, denn es weihnachtet sehr. Ein Plädoyer für Kerzengerechtigkeit.

Seite 10
Stefan Amzoll

Anerkannt und geschätzt

Der Komponist ist im Februar 2013 gestorben. Viele waren gekommen, als er auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof nahe der Stätten von Eisler, Brecht, Weigel, Dessau, Heiner Müller, Goldmann, Mickel begraben wurde. Was ist mit seinem Werk? Seine Noten ruhen in Archiven der Akademie der Künste Berlin. Das Orchesterwerk »Fanal Spanien« von 1980 wurde voriges Jahr in Köln wieder aufgeführt. Auch Schenk...

Karlen Vesper

Alles Schokolade?

Die AfD will ihre Parteistiftung nach Gustav Stresemann benennen. Der war nicht nur Friedensnobelpreisträger, sondern vor allem ein unverbesserlicher Nationalist und ein Vertreter der Großindustrie.

Eckart Roloff

Das Geheimnis der Geheimnisse

Das Geheimnis ist ein schillernder Begriff. Alles, was damit zu tun hat, erscheint als eine spannende Sache, als verlockend und abgründig. Betrachtungen zu einem Phänomen.

Seite 11
Jan Mies, Frankfurt am Main

Witali Mutko muss gehen

Verwirrung um Witali Mutko: Der stellvertretende russische Ministerpräsident, der nach Ansicht des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) die »administrative« Verantwortung für den riesigen Dopingskandal in Russland trägt, tritt angeblich von seinem Amt als Präsident des nationalen Fußballverbandes (RFS) zurück - bei der Weltmeisterschaft 2018 könnte er sich dennoch als »Macher« der Endrunde p...

ndPlusOliver Kern

»Von sauberen Spielen sollte keiner reden«

Der ARD-Journalist Hajo Seppelt hat mit seinen Dokumentationen vor allem zum Thema Doping viel bewegt. Der aktuelle Skandal um russisches Staatsdoping wurde mit Hilfe von Whistleblowern von ihm aufgedeckt. Mehrere Olympiasperren folgten.

Seite 12
Gerald Fritsche, Leipzig

Frauen wollen auch springen und laufen

Frauen springen von Schanzen und fahren im Bob. Nun sollen und wollen sie auch nordisch kombinieren. In Deutschland werden schon jetzt die Olympiastarterinnen von morgen trainiert.

Lars Becker

Zeit für die Bescherung

Enttäuschungen in der Vergangenheit, Entwicklung der Sprungtechnik und ein Umzug aus dem Erzgebirge nach Oberstdorf: All das hat Richard Freitag stärker gemacht.

Seite 13

Frauen wählten CDU

Frauen kreuzten in Berlin und Brandenburg bei der Bundestagswahl häufiger die CDU an und seltener die AfD.

Andreas Fritsche

Politik machen im Nachbarort

Wenn ein ehrenamtlicher Kommunalpolitiker tatsächlich einen falschen Wohnort angegeben hätte, um sich nichts anderes als viel Arbeit auf den Hals zu laden, so ist dies kein Skandal, findet Andreas Fritsche.

Stefan Otto

Frühkindlicher Trialog

Drei Kitas, die sich an unterschiedlichen Konfessionen orientieren, unter einem Dach. Wie können sich diese Einrichtungen gegenseitig unterstützen? Die Initiatorinnen des Modellprojekts geben Antwort.

Seite 14
Nicolas Šustr

Angst am Maybachufer

Die 99 Sozialmieter vom Maybachufer haben Post vom Vermieter bekommen. Er stundet bisherige Mieterhöhungen, kündigt aber gleichzeitig neue an. Die Bewohner sind nun komplett verwirrt.

Johanna Treblin

Milieuschutz nutzt nicht

Das Baugesetzbuch lässt Umwandlung in Wohneigentum auch in Milieuschutzgebieten zu - wenn an die bisherigen Mieter verkauft wird.

Tomas Morgenstern

Rund 264 000 Wunschzettel aus aller Welt

Wollen sich Kinder direkt an den Weihnachtsmann wenden, dann zählt Himmelpfort zu den angesagtesten Adressen: die Deutsche Post betreibt dort ihr bekanntestes Weihnachtspostamt.

Nicolas Šustr

Mehr Kreativität in Phase null

Ein internationaler Architekturwettbewerb soll nach Vorstellung der Grünen-Fraktion die besten Entwürfe für die Schule der Zukunft hervorbringen. Die Stadt soll ein Schulbau-Mekka werden.

Wilfried Neiße

Weihnachtsfrieden für Wollenberg

Stefan Wollenberg, inzwischen LINKE-Kreisvorsitzender, hatte bei der Kommunalwahl 2014 für das Potsdamer Stadtparlament kandidiert, soll aber in Stahnsdorf gelebt haben.

Seite 15

Revolution, frühbürgerlich und etwas eingestaubt

Bad Frankenhausen. Das Bauernkriegspanorama des Leipziger Malers Werner Tübke (1929-2004) im thüringischen Bad Frankenhausen wird derzeit gereinigt. »Drei Restauratoren beseitigen derzeit mit trockenen Spezialschwämmen äußerst vorsichtig Staub und Ablagerungen der vergangenen fünf bis sechs Jahre«, erklärte Gerd Lindner, Direktor des Panorama Museums. Zehntausende Besucher jährlich hinterließen in...

A. Cäcilie Bachmann

Mehr Platz und Holzsitze für die Hygiene

Wenn es so läuft, wie alle Beteiligten sich das vorstellen, hat das kleinste deutsche Bundesland in gut einem Jahr dank »Avenio« rollende Gemeinsamkeiten mit den Hauptstädten Katars und Bayerns sowie dem Regierungssitz der Niederlande. »Avenio« ist der Name eines neuen Straßenbahntyps, von dem Bremen 67 Stück geordert hat. Ab Frühjahr 2018 sollen sie auf dem rund 110 Kilometer langen Straßenbahnne...

Thomas Schöne, Halle

Die dunkle Seite der Archäologie

Für Archäologen sind Raubgräber ein bitterer Begleitumstand. Diese Schatzsucher zerstören auch in Sachsen-Anhalt Funde und Fundorte. Das LKA versucht, Kriminellen auf die Spur zu kommen.

Seite 16

Teure Sturmschäden

Zur Beseitigung der Sturmschäden durch »Xavier« gibt der Bund 250 000 Euro an die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten. Die Verwüstungen in den Gärten und Parks der Stiftung seien die schwersten seit 45 Jahren. Mit ihrem großen und sehr alten Baumbestand seien die Anlagen der Stiftung besonders hart getroffen worden, erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) am Freitag. Der Bund za...

Stipendien für Kunst und Tanz

Die Senatsverwaltung für Kultur vergibt im Jahr 2018 wieder Recherchestipendien im Bereich Darstellende Kunst und Tanz. Die Stipendien sind für die künstlerische oder kuratorische Entwicklung von professionell arbeitenden TänzerInnen, ChoreografInnen, SchauspielerInnen, PuppenspielerInnen und RegisseurInnen und DramaturgInnen bestimmt, die sich durch ihre künstlerische Arbeit bereits ausgewiesen s...

Ebenezer Scrooge ist überall

Nur die bekanntesten Varianten aufzuzählen, das würde schon denen Probleme bereiten, die über ein perfektes Gedächtnis und eine lückenlose Kenntnis des Kino- und Fernsehprogramms der vergangenen paar Jahrzehnte verfügen: »A Christmas Carol in Prose, Being a Ghost-Story of Christmas« von Charles Dickens, diese moralische Geschichte um den Geizkragen Ebenezer Scrooge, hat sich zum popkulturell maxim...

Dekadrachme kehrt zurück

Eines der bedeutendsten Sammlungsstücke des Münzkabinetts, die sogenannte Dekadrachme aus der Hand des Stempelschneiders Kimon, konnte nun nach über 70 Jahren mit Hilfe der Kulturstiftung der Länder und der Ernst von Siemens Kunststiftung zurückerworben werden. Ab 2018 wird die Dekadrachme des Kimon wieder in der Dauerausstellung im Alten Museum zu sehen sein.»Wir freuen uns gerade in diesem für d...

Auszeichnung für Jazzpianist

Am Donnerstag wurde der in Berlin geborene und lebende Musiker, Komponist, Arrangeur und Bandleader Alexander Graf von Schlippenbach mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland in Anerkennung seiner kulturellen Verdienste ausgezeichnet.Alexander Graf von Schlippenbach hat wie kaum ein anderer Pianist dem deutschen Jazz zu internationaler Geltung verholfen, hat den europäischen Jazz entsc...

Doris Weilandt, Jena

Nanas Paradiesgarten und das missverstandene »Ich«

In Deutschland wurde Niki de Saint Phalle als Künstlerin in erster Linie durch ihre Nana-Figuren bekannt. Im thüringischen Jena beleuchtet eine Ausstellung nun vor allem ihr Verhältnis zur Bühne.

Volkmar Draeger

All mein Bestreben wollte das Licht

Leicht gestützt in die Hand hält er den Kopf, lächelt fröhlich und optimistisch. So malt ihn sein Freund Eduard Bischoff 1912 in warmen Brauntönen, die Lippen so frisch rot wie der markant ins Bild tretende Schlips. Fritz Ascher, jener Porträtierte, und Bischoff studieren damals gemeinsam an der Kunstakademie Königsberg, wohin Max Liebermann den als talentiert erkannten Anfänger freundlichst empfo...

Rolf Schraa, Essen

Glück auf und vorbei

Die Kohleförderung aus über 1000 Metern Tiefe ist längst nicht mehr konkurrenzfähig, doch das Ende der Traditionsbranche stimmt wehmütig. Kritiker verweisen auf Umweltlasten und hohe Subventionen.

Seite 17

Fürchtet euch nicht!

Die Botschaft Gottes, mit der ein Engel drei Hirten vor nunmehr 2017 Jahren die Geburt Jesu verkündete, war eindeutig: Keine Angst! So jedenfalls überliefert es die Bibel. Dennoch ist bis heute jede Menge Angst in der Welt, und sie steht auch nicht auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Wir haben jede Menge Fragen an die Angst (zum Beispiel: Essen Sie wirklich Seelen auf?) und wid...

Die Angstfrage stellen

»Fürchtet euch nicht!« - ein berühmter Satz aus der biblischen Legende, die dem Weihnachtsfest zugrunde liegt. Wir haben ihn ernst genommen, haben uns mit Furcht und Angst auseinandergesetzt. Und mit der Frage, wie man sie überwinden kann.

Seite 18

An der Kette

Es gibt Leute, die einen Weihnachtsmarkt oder irgendeinen anderen Rummelplatz besuchen, um Bier zu trinken, Lose zu ziehen, Blechbüchsen vom Regal zu schießen und die Geschmacksknospen mit Zuckerwatte und ähnlichen Erzeugnissen der chemischen Industrie zu strapazieren. Und sich im Vorübergehen am Gekreisch der Fahrgäste von Kettenkarussellen zu ergötzen, bei dem man nicht so genau weiß, ob es noch...

Irmtraud Gutschke

Das Gespenst

Es hatte kein Gesicht, war nur eine weiße Masse. Nie hat es mir Schlimmes getan, mich noch nicht mal angerührt. Vielleicht war es bloß ein, zwei Mal hinter dem Schrank am Ende des dunklen Flurs hervorgekommen. Aber ich wusste, dass es dort lauerte. Das Schreckliche war: Meine Beine trugen mich von selbst dorthin, während ich in der Tiefe ahnte, dass ich träumte. Nur wenn ich erwachte, würde ich de...

Rainer Trampert

Den Volkstanz üben

Die AfD ist nicht nur in den Bundestag eingezogen, sondern ist mittlerweile auch in vielen Landesparlamenten vertreten. In Ostdeutschland ist sie sogar zweitstärkste Kraft hinter der Union. Da kann einem Angst und Bange werden.

Seite 19

Freier Fall

Sich die Erde mal von oben anzusehen, mag seinen Reiz haben. Das hatten sich die alten Griechen noch so vorgestellt, dass man sich Federn mit Wachs anklebt. Die Technologie war nicht ausgereift, wie man von Ikarus und Dädalus weiß. Spätere Flugfreunde wie Leonardo da Vinci und Otto von Lilienthal machten sich auch ihre Gedanken, und irgendwann war das Flugzeug da. Aber einfach nur einsteigen, star...

Sebastian Bähr

Die Gegenwart

»Die alte Welt liegt im Sterben, die neue ist noch nicht geboren: Es ist die Zeit der Monster«, klagte der italienische Kommunist Antonio Gramsci 1930 in seinen »Gefängnisheften«. Auch heute fühlt es sich an, als lebten wir in einer diffusen Zwischenphase. Der Kapitalismus hatte seine besten Jahre offenbar hinter sich, aber eine starke emanzipatorische Bewegung, die das Jetzt infrage stellt, ist n...

Jirka Grahl

Der Windflüchter

Marko Baacke war Nordischer Kombinierer. Bei einem Skisprung stürzt er - und kämpft anschließend um sein Leben. Seit dem Sturz von der Schanze weiß er, was Angst ist. Auch nach seiner aktiven Kariere hat er sie nicht vollständig abgelegt.

Seite 20

An der Kante

Die Füße baumeln zu lassen, mag ja mal ganz nett sein; wer dafür mehr Luft nach unten braucht als üblich, könnte sich in den US-Bundesstaat Arizona bemühen, zum Colorado River. Dort, wo der Fluss in Form eines Hufeisens die Saarschleife nachahmt, am Horseshoe Bend, gibt es ein Aussichtsplateau, das kostenlos zugänglich ist. Von dort aus können Unerschrockene weit in die Ferne und etwa 300 Meter in...

Christin Odoj

Autofahren

Angst ist dazu da, uns aufmerksam zu machen. Sie soll uns davor schützen, leichtfertig Fehler zu begehen. So sprechen doch die Angstapologeten. Angst ist eine fiese Hexe, nichts weiter. An ihr ist nichts Gutes. Besonders schlimm ist es mit ihr, wenn man gezwungen ist, Dinge zu tun, die man wirklich nicht gut kann. Erst macht man sie selten, kann nicht besser werden, irgendwann nie mehr. Ein Teufel...

Martin Hatzius

Wenn es ernst wird, hört der Spaß auf

Von den magischen Wesen, die Joanne K. Rowling in der Welt ihres Zauberlehrlings Harry Potter angesiedelt hat, gehören die Irrwichte zu den interessantesten. Ein Irrwicht, so will es die Autorin, ist ein Gestaltwandler. Sein wahres Gesicht ist unbekannt. Wenn er jedoch aus seinem dunklen Versteck befreit wird und einem Menschen begegnet, erscheint er ihm als Verkörperung dessen größter Angst: als ...

Tim Zülch

Mord in der Puppenstube

Eine zersprungene Blumenvase in einem hellen Türkiston, ein umgekippter Stuhl aus Kiefernholz. An der Wand steht eine Kommode. Auf dem Stuhl erkennt man den blutverschmierten Abdruck einer Hand, an der Wand befinden sich Spritzer der gleichen Substanz. In einer Schale auf der Kommode liegen einige Briefe. Der Absender: das örtliche Jugendamt. Die Spuren sind jeweils mit kleinen Schildern markiert....

Seite 21

Über dem Nichts

Lange Zeit galt der CN Tower in Toronto als höchstes Gebäude der Welt, ein paar weitere Jahre immerhin noch als höchster Fernsehturm. Das ist inzwischen auch vorbei, aber ein spezieller Nervenkitzel bleibt: In gut 350 Metern Höhe kann man sich gepflegt ins Nichts fallen lassen. Angeseilt natürlich. Auf dem Dach des Restaurants befindet sich eine Plattform, an deren äußerstem Rand man anderthalb St...

Martin Hatzius

Kind von Bord

Angst hemmt: Wer zu viel fürchtet, wagt nichts. Aber Angst schützt auch: Wer nicht ins Flugzeug steigt, stürzt nicht ab. Wer die Dunkelheit meidet, wird nicht in finsteren Winkeln überfallen. Wer nicht waghalsig hoch steigt, kann nicht abgrundtief fallen. Eine spezielle Form der Angst ist die Angst von Eltern um ihre Kinder. Sie kann Auswüchse bilden, die sich um den Nachwuchs schlingen wie w...

Ingolf Bossenz

Fürchtet euch besser doch!?

Der HERR schickte seinen besten Mann. Zumindest, wenn man der seinerzeit üblichen maskulinen Zuordnung dieser numinosen Geistwesen, Boten und Künder folgt. Die Alternative war das Geschlechtslose, das Weibliche blieb eher selten. Wie auch immer: Es war »des HERRN Engel«, der - so das Lukas-Evangelium - zu den Hirten trat, die sich »sehr« fürchteten. Denn »die Klarheit des HERRN leuchtete um sie«. ...

Seite 22

Aug in Auge

Man muss nicht Steven Spielbergs Kinoschinken »Der weiße Hai« gesehen haben, um zu wissen, dass Haie keine Kuscheltiere sind. Auch die immer wiederkehrenden Nachrichten von fernen Gestaden, in denen von abgeknabberten Schwimmergliedmaßen oder von gleich komplett verschlungenen Badefreunden die Rede ist, geben Aufschluss darüber. Wer noch bei Troste ist, wird sich also dem Hai, und schon gar dem We...

Alles weg

Es ist der Alptraum eines jeden Journalisten, der schon Interviews geführt hat - und fast jedem ist es schon passiert. Oder er kennt Kollegen, denen es widerfuhr. Man bittet beim Interviewpartner um einen Termin, erhascht eine halbe, vielleicht sogar eine ganze Stunde von dessen kostbarer Zeit. Man bereitet sich vor, geht ins Archiv und ins Internet, knobelt an einfühlsamen, extravaganten, investi...

Andreas Fritsche

Bauer sucht Jäger - den, der den Wolf jagt

Er hat graues Fell, kräftige Pfoten, eine Schulterhöhe von bis zu 90 Zentimetern. Die Rede ist vom Wolf, der in den vergangenen Jahren aus Polen nach Brandenburg zurückgekehrt ist, wo die Population um 1850 nahezu ausgelöscht worden war. »Wölfe haben bei uns keine natürlichen Feinde«, informiert das Landesumweltamt. Dennoch seien sie bei der Wiederbesiedlung ihrer einstigen Lebensräume einer Reihe...

Alexander Isele

Keine Angst vor Weihnachten

Assalamu-aleikum, Friede sei mit Dir, die traditionelle arabische Begrüßung findet ihren Widerhall im christlichen Fest der Liebe - Weihnachten. Nachdem über Jahrzehnte hinweg westlich-christliche Orientexperten den Nahen Osten er- und verklärt haben, ist es nun Zeit, den neu in Deutschland Angekommenen die hiesigen Sitten und Gebräuche zu erklären. Als Nahwestexperte unter Deutschen - auf dass To...

Seite 23

Auf dem Luftweg

21 Meter sind eigentlich keine Strecke, bei der ein halbwegs trainierter Mensch eine Pause einlegen müsste. Wenn aber der Weg nur daumendick ist und direkt darunter 300 Meter tief nichts, aber auch gar nichts kommt, sieht die Sache womöglich anders aus. Der Hochseilartist Kane Petersen legte sich jedenfalls bei seinem Stunt zwischen zwei Hochhaustürmen in Melbourne mal kurz hin, wohl vor allem des...

Eva Roth

Westdeutsche Wissenslücken

Neulich war es wieder so weit: Ein Leser ruft an und fragt, warum Sigmund Jähn in dem Artikel auf der Panorama-Seite nicht genannt wurde. Ich: Wer ist das denn? Er: Wie bitte?! Sie kennen Sigmund Jähn nicht? Ich: Nein. Wer ist das? Er: Das war der erste Deutsche im Weltraum. Den müssen Sie doch kennen. Ich: Ach so. Wissen Sie, ich bin keine Astronauten-Expertin. Er: J...

Stephan Fischer

Fragen an die Angst

Stört es Sie, wenn ich Sie sieze? Sie scheinen gerade Hochkonjunktur zu haben, freut Sie das? Oder fühlen Sie sich überlastet? Sind Sie grausam oder gleichgültig? Mögen Sie lieber Kinder oder alte Menschen? Machen Sie auch mal Pause? Gab es schon einmal einen Tag ohne Sie auf der Welt? Was ist Ihnen lieber, die ganz große Existenzangst oder die klitzekleine Alltagsangst? Ist die Furcht Ihre Schwes...

Seite 24

Heiße Sohle

Natürlich muss niemand über glühende Kohlen laufen, schon gar nicht barfuß, und trotzdem verdienen Leute Geld damit, anderen Leuten so etwas beizubringen. Vor allem in einigen asiatischen Regionen gehört der Lauf übers Feuer zu den uralten religiösen Traditionen, die mit Mut und bösen Geistern und höheren Weihen zu tun haben. Irgendwann aber hat die westliche Zivilisation die Sache entdeckt und ih...

Karlen Vesper

Fürchtet euch, liebe Leut!

Fürchtet euch nicht - wer behauptet das denn? Kein guter Rat. Absoluter Nonsens ist das. Die Menschheit gäbe es nicht, hätte die Natur uns nicht ein Angst-Gen eingepflanzt. Nur derart konnte der Homo sapiens als einzige Art aus der Gattung der Hominiden überleben. Ergo: Fürchtet euch, liebe Leut’! Fürchtet euch vor Ebola, Malaria und Typhus, vor Gammelfleisch und Milchersatzprodukten, vor Sch...

Christina Palitzsch

Wenn Zuhören Linderung verschafft

Denken Sie nicht, hier stünde immer soviel Essen herum«, sagt Geschäftsleiter Uwe Müller freudig und schaut auf einen üppig beladenen Tisch mit Schokolade, Mandarinen und belegten Broten. Er hat die Telefonseelsorge Berlin-Brandenburg 1988, zu DDR-Zeiten, mitgegründet. Auch heute noch gibt Müller wichtige Impulse. Das Kinder- und Jugendtelefon, das russischsprachige Angebot Doweria oder die muslim...

Uwe Kalbe

Die Macht der Statisten

Der Parlamentarier hat nur seinem Gewissen zu folgen. Das ist die Theorie. In der Praxis sieht das ganz anders aus: Da nämlich gibt es einen Fraktionszwang, der fast alle Abgeordnete irgendwann »auf Linie« bringt.

Seite 25

Kurz vorm Aufprall

Sie springen von Türmen, Brücken, Kranhaken und riesigen Gerüsten. Sie wollen dem Aufprall so nahe wie möglich kommen - und dann der Erdanziehung mithilfe eines Gummiseils den Mittelfinger zeigen. Das Seil ist ihre Lebensversicherung, eine Art Nabelschnur für erwachsene Abenteuersüchtige. Bungee-Springer, die sich einmal überwunden haben, sich aus 30 oder 50 Metern oder noch größerer Höhe fallen z...

Zu viel ist zu viel

Ich bin ein höflicher Mensch. Ich halte nach mir Kommenden die Tür auf, selbst wenn ich dafür noch drei Sekunden warten muss. Wenn jemand an mir vorbeigeht, weiche ich aus Prinzip, um zu zeigen, dass ich aufmerksam bin, ein wenig zur Seite. Es ist mir auch wichtig, für höflich gehalten zu werden. Und geradezu unangenehm ist mir die Vorstellung, andere könnten mich für unhöflich halten oder für ein...

Martin Koch

Fehlalarm im Gehirn

Wie Freude, Ekel, Wut und Traurigkeit gehören auch Furcht und Angst zu den Grundgefühlen, die das Wesen der menschlichen Existenz prägen. Und zwar in allen Kulturen. Das heißt, überall auf der Welt stellt sich bei Menschen, die in eine als bedrohlich empfundene Situation geraten, ein unlustbetonter emotionaler Zustand ein, der mit typischen körperlichen Reaktionen einhergeht. Als da wären: Herzklo...

Seite 26

Sekunden des Schreckens

Wer sich in eines der Fahrgeschäfte - wie hier auf dem Münchner Oktoberfest - setzt, weiß: Gleich geht’s zur Sache. Gleich gerät der Gleichgewichtssinn außer Kontrolle, rebellieren die Eingeweide, rast der Puls, versagen die Nerven, verliert man die Selbstbeherrschung. Kein Zustand, in den man sich normalerweise freiwillig begeben würde, schon gar nicht vor Zeugen. Und doch: Viele Menschen suchen ...

Florian Brand

Wahnplagen

An der Bratpfanne klebt ein Rest. Reste meiner Milchtüten, weil ich sie bei mir trage, wie es mich so durch den weiten Flur, die belebte Fauna oder das knietiefe Trauma meines Treppenhauses treibt. Mich aber nie traue sie zu öffnen, weil ich mir wünsche, dass ihr unversehrter Inhalt dann für ewig hält. Es sind konservierte Träume. Aber die Verpackung konserviert nicht das, was drinnen ist. Sie kon...

Ulrike Henning

Die Angst ist größer als die Spinne

Diese widerlichen Spinnen! Jedes Hineinlaufen in eines der Netze, besonders im Spätsommer, jedes unvermutete Erscheinen der geradezu fetten schwarzen Hauswinkelspinne erzeugt extremen Ekel. Nur geringe Abhilfe bringt es, beim Waldspaziergang immer jemanden vor sich herlaufen zu lassen. Blaubeeren sammeln kommt nicht infrage. Befallene Zimmer müssen durch mitleidige Familienmitglieder gesäubert wer...

Jürgen Amendt

Mich mag ja eh keiner

Furcht, so lehrt uns die Psychologie, ist etwas Gutes, Angst dagegen nicht. Die Furcht ist auf eine reale Bedrohung fokussiert, was bedeutet, dass sie in der Regel rasch abklingt, wenn die Bedrohung wieder vorbei ist. Die Furcht hilft beim Überleben. Angst aber ist die böse Schwester der Furcht. Sie ist weniger stark ausgeprägt, oft diffus, ohne konkretes Objekt und von ständiger Anspannung und Wa...

Seite 27

Auf Glas

Bei der Brave Man’s Bridge im chinesischen Shiniuzhai Park ist der Name Programm: Die Brücke der Mutigen ist nichts für schwache Nerven. Sie ist 300 Meter lang und überquert eine rund 190 Meter tiefe Schlucht - na gut, das ist nichts Besonderes. Aber die Mutigen laufen nicht auf Brettern oder Steinplatten über den Abgrund, sondern auf Glas. Man schwebt praktisch über dem Tal. Wer in dieser Frage e...

Maria Jordan

Irrer Alltag

Angst war ursprünglich mal als Ausnahmezustand gedacht, den der menschliche Körper verspürt, um bei akuter Bedrohung für Leib und Leben ungeahnte Kräfte zu entwickeln und so der Gefahr zu entkommen. Leider gehören manche von uns zu den Opfern der Postmoderne, die irgendwann einen Knacks wegbekommen haben, sodass die Ausnahme quasi zum Dauerzustand wurde. Irgendetwas hat sich da verschoben, mein In...

Stephan Kaufmann

Steuern sinken für die Reichen

Die Ungleichheit nimmt in Industriestaaten seit Langem zu. Das belegt der erste Bericht zur globalen Ungleichheit des französischen Ökonomen Thomas Piketty. Dieser Trend, so Piketty, wird sich fortsetzen, wenn die Politik nicht umsteuert. Umsteuern - das würde zum Beispiel höhere Spitzensteuersätze bedeuten oder eine stärkere Belastung des Kapitals. Denn der »Besteuerung von Gewinnen auf Unternehm...

Eva Roth

Einfach mal eingreifen

Eigentlich ist die Zeit überreif für eine massive Umverteilung des Wohlstands in den Industrieländern. Der Reichtum ist in den vergangenen Jahrzehnten enorm gewachsen. Allerdings ist er innerhalb der Länder zunehmend ungleich verteilt. Darauf weisen Forscher seit Jahren immer wieder hin. Für Deutschland bedeutet das zum Beispiel: Die ärmsten zehn Prozent der Bevölkerung konnten sich zuletzt w...

Seite 30
Anke Pedersen

»... dann kriege ich die Panik«

Zittern, Herzrasen, Atemnot, Schweißausbrüche, Übelkeit. Es ist immer das Gleiche: Sobald für Fachinformatiker André eine Flugreise ins Haus steht, bekommt er Herzflattern. »Schon der Gedanke an das Schild ›Flughafen‹ und den Geruch von Kerosin reichen aus«, so der 26-Jährige, »und ich kann schon Tage vor dem Flug nicht mehr schlafen.« Am Tag X schließlich sitzt er starr vor Angst auf seinem Platz...

Seite 31
Heidi Diehl

Mer ham a Neunerlaa gekucht ...

Er ist müde und ihm ist kalt. Mühsam schleppt sich der Mann nach einer langen, schweren Schicht in der Erzgrube durch die engen Gassen nach Hause. Einzig die Schwibbögen, die in der Weihnachtszeit in fast allen Häusern im Erzgebirge in den Fenstern leuchten, weisen ihm den Weg. Seine Mütze hat er tief in die Stirn gezogen, die eiskalten Hände in den Taschen seines alten, viel zu dünnen Mantels ver...

Seite 32
Katja Choudhuri

Brutal viel Rückenwind

Eltern sind sich in Erziehungsfragen oft unsicher. Sie haben Angst, etwas im Umgang mit ihren Inder falsch zu machen. War Angst schon immer ein Teil der Erziehung? Und was macht Angst eigentlich mit den Kindern? Ein Interview.