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Hunderttausende Kinder als Kämpfer missbraucht

Berlin. Rund 250 000 Kinder werden in mindestens 20 Ländern zum Kämpfen gezwungen, schätzen Kinderhilfsorganisationen. Zum »Red Hand Day« - dem internationalen Tag gegen den Einsatz von KindersoldatInnen - fordert das »Deutsche Bündnis Kindersoldaten« von der neuen Bundesregierung den kompletten Stopp von Kleinwaffenexporten und ein restriktives Rüstungsexportkontrollgesetz. »Auch im vergangenen J...

Unten links

Nachdem Sigmar Gabriel seinem Genossen Martin Schulz das Außenministerium entrissen hat, dass dieser zuvor ihm entrissen zu haben glaubte, wurden nun aus der SPD-Arbeitsgruppe »Rache und Intrige« weitere Pläne bekannt. So will Kurt Beck nachträglich den SPD-Vorsitz zurück, den ihm seinerzeit Frank-Walter Steinmeier abgeluchst hatte. Wäre dies nicht geschehen, so könnte er, Beck, heute Bundespräsid...

Kim lädt Moon nach Nordkorea ein

Berlin. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat Südkoreas Präsidenten Moon Jae In zu einem Besuch in die nordkoreanische Hauptstadt Pjöngjang eingeladen. Kims Schwester Yo Jong überbrachte die Einladung bei einem Besuch in Südkoreas Präsidentenpalast in Seoul am Samstag, teilte ein südkoreanischer Regierungssprecher mit. Moon habe auf das Angebot allerdings mit Zurückhaltung reagiert und von Nordkor...

Moskau: 71 Tote bei Flugzeugabsturz

Moskau. Bei dem Absturz eines russischen Verkehrsflugzeugs sind am Sonntag alle 71 Insassen getötet worden. Dies teilte die Luftverkehrsbehörde in Moskau mit. Die Maschine mit 65 Passagieren und sechs Besatzungsmitgliedern war vier Minuten nach dem Start vom Moskauer Flughafen Domodedowo vom Radar verschwunden. Die Antonow An-148 der Fluggesellschaft Saratow war in Richtung der Stadt Orsk im Ural ...

Alexander Isele

Nordkorea spielt die Spiele

Es ist eine Charmeoffensive, die das Fürchten lehrt - und zwar die USA und Japan. Kim Yo Jong, Schwester von Nordkoreas Machthaber Jong Un, versteht es, mit jedem Lächeln und jeder Geste das Sportliche bei den Olympischen Spielen ins Abseits und Nordkorea in den Mittelpunkt zu stellen. »Ich hoffe, dass Pjöngjang und Seoul in den Herzen unserer Bürger näher rücken und die nahe Zukunft zu Vereinigun...

GroKo versteckt die Milliardäre

Berlin. Dass ein sehr direkter Zusammenhang besteht zwischen Reichtum und Armut, war bereits vor Bertolt Brecht bekannt, jedoch brachte wohl keiner dieses Wechselverhältnis derart treffend auf den Punkt, wie der Dramatiker aus Augsburg: »Reicher Mann und armer Mann standen da und sah’n sich an. Und der arme sagte bleich, wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.« Wer also über Armut redet, darf übe...

Karin Leukefeld

Warnung vor neuer Eskalation in Syrien

Nach massiven Luftangriffen der israelischen Armee gegen militärische Einrichtungen in Syrien forderten Russland und die UNO am Wochenende Deeskalation. Auch UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich angesichts der militärischen Eskalation besorgt.

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Hendrik Lasch

Weiße Elefanten

Albertville war der Tiefpunkt: das Negativbeispiel, wenn es um fehlende Nachhaltigkeit Olympischer Winterspiele ging. Die 35 000 Zuschauer fassende Arena, in der die Spiele in dem französischen Bergort 1992 beendet wurden, riss man danach umgehend ab. Die unter großen Umweltschäden errichtete Piste für die Herrenabfahrt blieb im Anschluss 17 Jahre ungenutzt. »Weiße Elefanten« nennt man Sports...

Hendrik Lasch

Vor der Abfahrt wird abgeholzt

Tausende Sportler und Zuschauer in engen Gebirgstälern: Winterspiele und Ökologie sind trotz grünen Anspruchs eine heikle Kombination.

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Beratungen an der Seite von Gewaltopfern

Bundesweit sind im Jahr 2016 rund 900 000 Menschen Opfer von Körperverletzung, Vergewaltigung oder Stalking geworden. Solche Gewalttaten führen in vielen Fällen zu lang andauernden körperlichen oder seelischen Beeinträchtigungen. Wer Opfer einer Gewalttat wurde, kann sich an verschiedene Opferberatungsstellen wenden. Organisationen wie der bundesweit aktive Weiße Ring e.V. oder lokale Hilfsangebot...

ndPlusHaidy Damm

Endlich ein normales Leben führen

Wer Opfer einer Gewalttat wird, hat oftmals das ganze Leben mit dieser Erfahrung zu kämpfen. Und muss sich durch dichten Behördendschungel kämpfen.

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Nelli Tügel

Von Ankara bis Duisburg

Dass die Bundesregierung zur erneuten Repressionswelle gegen die türkisch-kurdische Linkspartei HDP in der Türkei kaum ein Wort verliert, aber gleichzeitig in Deutschland Afrin-Soli-Demos verboten werden, ist ein Irrsinn.

René Heilig

Deutsche Außenpolitik in Uniform

Nein, der Eindruck täuscht nicht: Deutsche Außen- und Entwicklungshilfepolitik wird zunehmend von der Verteidigungsministerin gestaltet - in Afrika wie in jenen Regionen, die bereits unmittelbar vom Islamischen Staat bedroht oder in Besitz genommen waren. Jüngst vereinbarte Ursula von der Leyen (CDU) eine langfristige Militärkooperation mit Jordanien, nun war sie in Irak auf kniffliger Tour. Sie ...

Robert D. Meyer

Lasst die SPD-Basis entscheiden

In einer sich als links verstehenden Partei sollte nicht von oben durchregiert werden. Genau das aber hat Martin Schulz wiederholt getan, zuletzt, indem er die Weichen für seine Nachfolgerin Andrea Nahles stellte.

Ralf Streck, Madrid

Ultrakonservativ

Schon die Ernennung des 57-jährigen Luis de Guindos zum spanischen Wirtschaftsminister war umstritten. Das gleiche gilt für seine Ambition, Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB) zu werden. Kürzlich wurde der 1960 in Madrid geborene Wirtschaftswissenschaftler als Kandidat benannt. Er könnte bald zentral an der Geldpolitik im Euroraum mitwirken. Bisher ist Spanien in europäischen Institut...

Christoph Ruf

Der Ball ist der Gegner

Kontern statt schönes Aufbauspiel und Ballbesitz ist die vorherrschende Taktik im deutschen Fußball. Die fußballerische Langeweile ist der Grundmodus der Liga, trotz zeitgeistiger sprachlicher Verpackung des Elends.

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Sebastian Weiermann

Keine Kurden zu Karneval

Am Wochenende wurde eine Demonstration linker Gruppen gegen den Krieg in Afrin in Köln verboten, eine weitere in Duisburg aufgelöst. Der Eindruck, dass die deutsche Polizei im Sinne Erdogans agiert, verfestigt sich bei den Aktivisten.

Wolfgang Hübner

Armut kommt elfmal vor, Reichtum gar nicht

Der zwischen den Unionsparteien und der SPD ausgehandelte Koalitionsvertrag ist nach Ansicht des Armutsforschers Christoph Butterwegge nicht geeignet, die sich vertiefende Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland einzudämmen. Im nd-Interview stellt er klar: Der Vertragsentwurf sei geprägt von einem neoliberalen Wettbewerbswahn.

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Christoph Hedtke und Henrik Merker, Dresden

Rechte laufen sich in Dresden warm

Zwei rechte Aufmärsche, Blockaden und Demonstrationen – in Dresden ging es am Wochenende hoch her. Wie jedes Jahr versuchten Neonazis, die Bombardierung der Stadt im Februar 1945 umzudeuten.

Uwe Kalbe

Kein Persilschein für die Rechte

Im Kampf um Begriffe werden nicht nur Wörter besetzt, sondern politisches Territorium wird vereinnahmt. Der Vorwurf des Antisemitismus ist ein aktuelles Beispiel.

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Protest gegen Rassismus in Macerata

Macerata. Eine Woche nach dem Angriff auf mehrere Schwarze in Macerata haben Tausende Menschen in der italienischen Stadt gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit demonstriert. Aus Angst vor Ausschreitungen wurden am Samstag Teile der Stadt in der Region Marken abgesperrt und der öffentliche Nahverkehr eingestellt. Schulen und Geschäfte blieben geschlossen. Nach Medienberichten gingen die Veransta...

Nelli Tügel

HDP-Kongress läutet Ende einer Ära ein

Allein in den vergangenen Wochen wurden mehr als 500 Mitglieder der HDP in der Türkei wegen Kritik am Afrin-Krieg festgenommen. Trotz Repression wählte die pro-kurdische Linkspartei nun eine neue Führung.

Denis Trubetskoy, Kiew

Streit um Internationalen Haftbefehl

Seit Juli sitzt der deutsche Staatsbürger Kemal K. in der Ukraine fest. Wegen eines Interpol-Haftbefehls aus der Türkei wurde er am Flughafen Kiew-Schuljany festgenommen.

Jan Keetman

Gefangen in Erdogans Strategie

Drei Wochen nach Beginn des türkischen Feldzugs gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordwestsyrien steigt die Zahl der getöteten eigenen Soldaten auf 31. Ankara bestätigte am Sonntag erneut einen Gefallenen.

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Alexander Isele

Einladung aus Pjöngjang

Nichts weniger als ein neues Kapitel will Kim Jong Un in den innerkoreanischen Beziehungen aufschlagen. So steht es in der Einladung an Südkoreas Präsidenten Moon Jae In, die Kim durch seine Schwester Yo Jong am Rande der Olympischen Spiele am Samstag überreichen ließ. Wie die Regierung in Seoul bekannt gab, hat Nordkorea zu einem Staatsbesuch in Pjöngjang eingeladen, Kim wolle Moon sobald wie mög...

Florian Brand

Keine Waffen in Kinderhände

»In Deutschland dürfen Ego-Shooter nicht an Kinder unter 18 verkauft werden, aber die Bundeswehr bildet Minderjährige an der Waffe aus«, sagt Michael Schulze von Glaßer von der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK). Damit ist Deutschland eines der wenigen Länder in Europa, das explizit Minderjährige rekrutiert. »Das macht unsere Arbeit extrem schwierig«, komm...

Niklas Franzen

Ein ganz normaler Student

Innocent Opwonya war Kindersoldat in Uganda. Heute ist er 28 Jahre alt, wohnt in Deutschland und ist Aktivist gegen den Einsatz von Minderjährigen in der Armee - und deutsche Waffenlieferungen.

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Finn Mayer-Kuckuk

China arbeitet am Milchpulver-Trauma

Nach Skandalen mit gepanschtem Milchpulver ist das Vertrauen in chinesische Produkte weiter gering. Die Regierung in Peking will das nun ändern - die Branche soll stärker überwacht werden.

Friederike Meier

»Gegen Kohle zu sein ist riskant«

Die russische Anti-Kohle-Bewegung hat im vergangenen Jahr einen Durchbruch erreicht, sagt Umweltaktivist Wladimir Sliwjak. Doch die Bewegung hat im vergangenen Jahr einen Durchbruch erreicht, sagt der »Ecodefense«-Kampagnenleiter.

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John P. Neelsen

Kooperation des Misstrauens?

Gestärkte Partnerschaft? Im Gegenteil: Durch Konkurrenz zwischen China und Indien droht langfristig ein strukturelles Problem für den Zusammenhalt der BRICS-Staaten.

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Johanna Treblin

Heute Neukölln, morgen Marzahn

Vor allem Friedrichshain-Kreuzberg nutzt das Vorkaufsrecht, um Wohnhäuser Investoren zu entziehen, die für Verdrängung sorgen. Doch sie sind nur möglich, wenn ein Viertel als Milieuschutzgebiet ausgewiesen ist. Zeit mehr Gebiete auszuweisen!

Immer mehr Mitglieder in den Parteien

Von wegen Politikverdrossenheit: Die Parteien in Berlin verzeichnen durchweg wachsende Mitgliederzahlen, ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in den Parteizentralen.Die Sozialdemokraten haben mit 21 579 Genossen den höchsten Stand der vergangenen 20 Jahre. Allein seit dem 1. Januar seien 2290 Mitglieder eingetreten. Auslöser sei das angekündigte Mitgliedervotum über einen Koalitionsvert...

Angeblicher Islamist wieder gefasst

Wie gefährlich ist der erneut festgenommene Mann, den die Polizei schon einmal mit Drogen erwischte? Ob er wirklich ein islamistischer Gefährder ist, ist umstritten.

Nicolas Šustr

Nadelstiche gegen Investoren

Tempelhof-Schöneberg war der erste Bezirk, der 2015 sein Vorkaufsrecht in Milieuschutzgebieten ausübte. Seitdem ziehen immer mehr Bezirke nach. Das hat Signalwirkung an die Investoren.

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Hunderte Menschen demonstrieren für Bleiberecht

Hunderte Menschen demonstrierten am Samstag in Berlin gegen Abschiebungen. Aus der Hauptstadt wurden im letzten Jahr 1638 Menschen abgeschoben. Sie kritisieren »brutale staatliche Ausgrenzung«.

AfD-Politiker ab Montag vor Gericht

Der Landtagsabgeordnete Jan-Ulrich Weiß soll Zigaretten im großen Stil geschmuggelt und dabei Tabaksteuer in Millionenhöhe hinterzogen haben.

Wilfried Neiße

Heimat ist kein von oben verordnetes Zuhause

Brandenburg ist geprägt durch seine Natur und die in Jahrhunderten gewachsenen Burgen, Städte und Dörfer. Seine Menschen erfüllen es auch durch die Pflege der Traditionen und Gebräuche mit Leben.

Susanne Schwarz

Duschen oder Spargel essen

Der globale Süden leidet stärker unter den Folgen des Klimawandels als der Norden - aber auch hierzulande hinterlässt er bereits seine Spuren und kann gefährlich werden. Brandenburg wird im Vergleich zu den anderen deutschen Bundesländern sogar besonders stark betroffen sein.

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Ganz hin und Jeck’

Köln. In ganz Deutschland sind am Wochenende Karnevals- und Fastnachtsumzüge gestartet. Mehr als 8500 Jecken zogen in Köln beim traditionellen »Schull- un Veedelszöch« (Kölsch: Schul- und Viertelszüge) durch die Innenstadt und präsentierten ihre Kostüme. Für den für Montag geplanten Rosenmontagsumzug - zu dem auch der abgebildete Motivwagen zum Thema Große Koalition durch die Kölner Straßen rollen...

AfD-Politiker ab Montag vor Gericht

Der Landtagsabgeordnete Jan-Ulrich Weiß soll Zigaretten im großen Stil geschmuggelt und dabei Tabaksteuer in Millionenhöhe hinterzogen haben.

Viele Mieter sollen mehr zahlen

Lange Zeit gab es Mieterhöhungen bei Langzeitverträgen in Thüringen nur, wenn vom Vermieter kräftig modernisiert wurde. Das ändert sich gerade.

Sachsen: Volkes Stimme im Gericht

Dresden. Lebenserfahrung, guter Leumund und Geduld: Bürger mit Interesse an der Rechtssprechung sind derzeit gefragt im Freistaat Sachsen. Landesweit werben die Gemeinden um Frauen und Männer zwischen 25 und 70 Jahren, die sich als Schöffen für die Strafgerichte zur Wahl stellen. Das Justizministerium geht in der aktuellen Broschüre davon aus, dass für die Amtszeit ab 2019 fast 4000 dieser ehrenam...

Hagen Jung

Wenn Kindern Radikalisierung droht

Jugendämter sollen tätig werden, wenn die Gefahr besteht, dass islamistisch orientierte Eltern ihre Kinder radikalisieren. Mit diesem Gedanken befasst sich zurzeit das Sozialministerium in Niedersachsen.

Wilfried Neiße

Heimat ist kein von oben verordnetes Zuhause

Brandenburg ist geprägt durch seine Natur und die in Jahrhunderten gewachsenen Burgen, Städte und Dörfer. Seine Menschen erfüllen es auch durch die Pflege der Traditionen und Gebräuche mit Leben.

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Industrieromantik in Schwarz-Weiß

Wer sich heute noch traute, Fotos aus den Zeiten der Industriegesellschaft auszustellen, der geriete schnell unter Verdacht: »Sozialkitsch!«, würden die Konservativen rufen. »Nostalgie!«, würden neoliberalisierte Sozialdemokraten spotten, und manch akademisierter Metropolenlinker würde brüllen: »Das wird der Komplexität der gegenwärtigen Gesellschaft mit ihren neuen Hauptwidersprüchen nicht gerech...

Botschaft wird zum Denkmal

Das Berliner Landesdenkmalamt will das Gebäude der tschechischen Botschaft an der Berliner Wilhelmstraße als Architekturdenkmal erhalten. »Wir sind mit den Verantwortlichen im Gespräch, das Gebäude als Beispiel der tschechischen Nachkriegsmoderne unter konservatorischen Gesichtspunkten zu sanieren«, sagte Landeskonservator Jörg Haspel in Berlin. Das Botschaftsgebäude sei im besten Sinn ein gemeins...

Abschreckung nicht nachgewiesen

Mainz. Zum Schutz vor Dieben und Randalierern sind an 62 Schulen in Rheinland-Pfalz Videokameras installiert. Es gehe darum, dass sich keine schulfremden Personen Zutritt verschafften, sagte eine Sprecherin des Bildungsministeriums in Mainz. Aus einer Antwort des Ministeriums auf eine parlamentarische Frage der oppositionellen CDU-Fraktion geht hervor, dass sich unter den Schulen mit Überwachungsk...

Jürgen Amendt

Grunschule

Kommt Helmut Kohl jetzt zurück, wie eingeweihte Kreise bereits wissen? Ich jedenfalls habe meine Goldvorräte sicherheitshalber bereits in Hüftgold umgetauscht. In diesen Zeiten muss man auf Nummer sicher gehen. Mein Bargeld habe ich im im letzten Herbst im Garten vergraben, damit es im Frühjahr wieder frisch nachwächst, und nachdem vor einer Woche an dieser Stelle der Kollege Hatzius darüber beric...

Johannes Hofmann, Wildberd

Ein Asteroid heißt wie ein Zahnarzt

Sie zählen Vögel, messen Feinstaub oder suchen nach Sternen: Im Dienste der Forschung engagieren sich viele Laien als »Bürgerwissenschaftler«. Manche sind sogar so gut, dass sie gefragte Experten sind.

Hendrik Lasch, Magdeburg

Eine »Kriegserklärung« von der AfD

Der Verein »Miteinander« klärt seit 1999 in Sachsen-Anhalt über rechte Tendenzen auf. Die AfD, die er für »völkisch-national« hält, will dem Verein nun das Wasser abgraben.

Tom Mustroph

Um die Ecke gedacht

Ein Aufkleber mit der Aufschrift »rechts« in alten Lettern pappt an der Glastür der Galerie im Haus am Lützowplatz. Er ist rechts angebracht, auf Höhe des Türgriffs, dort, wo sonst »ziehen« oder »drücken« steht. Hier wird man nach rechts geleitet. Rechts ist, so stellt sich später heraus, noch weiter hinten. Um in die Ausstellung mit dem Titel »rechts« zu gelangen, muss man die eigentlichen Ausste...

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Wolfgang Hübner

Mosekunds Montag

Herr Mosekund war mit einem neuen Nachbarn zu einem Winterspaziergang aufgebrochen. Unterwegs wurden sie von heftigem Wind und Schneefall überrascht, so dass sie sich zur Umkehr entschlossen. »Ich könnte ja noch mit zu dir kommen und mich etwas aufwärmen«, schlug der durchgefrorene Nachbar vor. Herr Mosekund, der aus prinzipiellen Gründen all seine Freunde und Bekannten siezte, schaute ihn irritie...

Grütters gibt Geld

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) will eine Anlaufstelle für Missbrauchsopfer aus der Kreativbranche finanzieren. »Die Betroffenen brauchen einen geschützten Raum, in dem sie sich anonym und ohne Angst vor negativen Folgen offenbaren und beraten lassen können - auch rechtlich«, sagte Grütters vor der am Donnerstag beginnenden Berlinale. »So ein Hilfsangebot darf nicht am Geld scheitern....

Kosslicks klare Kante

Die Missbrauchsdebatte MeToo hat dem Berlinale-Chef Dieter Kosslick zufolge auch das Festivalprogramm verändert. »Wir haben in diesem Jahr Arbeiten von Leuten nicht im Programm, weil sie für ein Fehlverhalten zwar nicht verurteilt worden sind, es aber zumindest zugegeben haben«, sagte Direktor Dieter Kosslick der »Neuen Osnabrücker Zeitung« (Samstag). Bei dem Festival werden zwischen dem 15. und d...

Siegfried Schmidtke

Die erste weibliche Lieblichkeit

Das Kölner Dreigestirn, auf lateinisch »Trifolium« genannt, besteht aus dem Prinzen (»Seine Herrlichkeit«), dem Bauern (»Seine Deftigkeit«) und der Jungfrau (»Ihre Lieblichkeit«). Außenstehende überrascht stets die eigenwillige Regel: Alle drei sind Männer, auch die mit neckischen Zöpfen auftretende Kölner Jungfrau.Nur zweimal in der Kölner Karnevalsgeschichte gab es Ausnahmen von dieser »kölschen...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Die gelben Strumpfbänder

Die politische Laufbahn des einstigen SPD-Hoffnungsträgers Martin Schulz ist wohl vorbei. Der von Häme, Hohn und Spott durchzogene mediale Umgang mit seinem tragischen Karriereende erzeugt so etwas wie Mitgefühl.

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Ausstellung komplett

Beim Stadtmuseum in Halle an der Saale laufen derzeit die Vorbereitungen für den zweiten Teil der neuen Dauerausstellung. Die Eröffnung sei für Ende April geplant, sagte Museumschefin Jane Unger. »Das wird unser Ausstellungshöhepunkt des Jahres«, sagte sie. Ein Datum stehe noch nicht fest. Inhaltlich gehe es um die politische Geschichte der Stadt. Der erste Teil der Ausstellung beleuchtet in drei ...

Wecker ausgezeichnet

Der Liedermacher Konstantin Wecker und die Redaktion der Zeitschrift »Wissenschaft & Frieden« (W&F) in Bonn erhalten den Göttinger Friedenspreis 2018. Die mit insgesamt 5000 Euro Auszeichnung wird in diesem Jahr zum 20. Mal verliehen, wie die Universität Göttingen mitteilte. Die Preisverleihung findet am 18. März statt. Wecker habe sich während seiner Karriere immer auch politisch engagiert, erklä...

Fast ein Bond

Der US-Schauspieler und frühere Diplomat John Gavin ist tot. Der Darsteller, der unter anderem in »Psycho« und »Spartacus« mitspielte, starb im Alter von 86 Jahren in seinem Haus in Beverly Hills, wie die »Los Angeles Times« berichtete. Gavin hatte 1958 im Weltkriegsdrama »Zeit zu leben und Zeit zu sterben« für Aufsehen gesorgt. In »Spartacus« gab er den Julius Cäsar. Seine Karriere geriet anschli...

Hans-Dieter Schütt

Aus Arkadien in die Welt

Leere ist jenes einzige Versprechen, das vom Leben eingehalten wird. Freundlicherweise tarnt es sich mit Masken, die wir Sinn und Fülle nennen. Maskenbildner ist der Tod. Manchmal hat er keine Lust auf Schminke. In »Amen«, der Verfilmung des »Stellvertreters« von Rolf Hochhuth, schickt Regisseur Costa-Gavras immer wieder einen langen leeren Zug durchs weite Bild. Die Waggontüren offen: Wir sollen ...

Stefan Berkholz

Mensch und Masse

In seinem Roman »Buch der Zahlen« verbindet der US-amerikanische Autor Joshua Cohen Autobiografisches mit religiösen Mythen und dem digitalen Zeitalter. Ein Gespräch über den Einzelnen in der Masse und den Verlust von Werten.

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Komponist gestorben

Der Hollywood-Komponist Jóhann Jóhannsson (»Die Entdeckung der Unendlichkeit«) ist tot. Der gebürtige Isländer starb im Alter von 48 Jahren in Berlin, wie sein Manager Tim Husom in der Nacht zum Sonntag bestätigte. »Wir haben einen der talentiertesten und brillantesten Menschen verloren, den wir kennen und mit dem wir arbeiten durften«, hieß es auf der Facebook-Seite der Managementfirma Redbird Mu...

Thomas Klatt

Zuckersüß und harmlos!?

Die Reportage-Reihe »Unbekanntes Arabien« ist überwiegend Werbung für die arabische Halbinsel, wie sie auch in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Tourismus-Ministerien der Länder nicht schöner hätte werden können.

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Andreas Morbach, Leverkusen

Berliner mit froher Botschaft

Bayer Leverkusen hat im Kampf um die Champions-League-Plätze einen Rückschlag erlitten. Die Mannschaft unterlag nach einem enttäuschenden Auftritt mit 0:2 gegen Hertha BSC.

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Oliver Kern, Pyeongchang

Ein Fehler zu viel

Als Felix Loch etwas zu weit rechts aus Kurve neun schoss und seinen Schlitten an die Binde lenkte, ging ein Aufschrei durchs Olympic Sliding Centre von Pyeongchang. Der große Favorit, der Doppelolympiasieger, der klar Führende vor dem letzten Lauf, machte einen großen Fehler. »Ich war in Schockstarre, denn ich wusste, dass das zu viel Zeit kosten würde«, sagte Thomas Schwab, Vorsitzender des deut...

Christoph Leuchtenberg und Erik Roos, Pyeongchang

»Der Körper kommt nicht zur Ruhe«

Tatsächlich Gold: Andreas Wellinger hat mit 22 Jahren den Skisprungolymp erklommen, als erster Deutscher seit Jens Weißflog. Entsprechend wild wurde die Party.

Lars Becker, Pyeongchang

Berufswunsch Olympiasiegerin

Laura Dahlmeier und Arnd Peiffer siegten in den Sprintrennen von Pyeongchang. Viel Zeit hatten beide nicht, ihre Siege zu feiern - am Montag gehen sie nun als Favoriten in die Verfolgungsrennen.

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Oliver Kern

Ollis Olympia

Es gibt hier bei den Winterspielen viele Orte, an denen sichtbar wird, dass sich Südkorea offiziell noch im Krieg mit dem Nachbarn aus dem Norden befindet. Am Strand zum Beispiel.

Oliver Kern, Gangneung

Himnaera!

Nord- und Südkoreanerinnen spielten am Samstag erstmals zusammen, gegen die Schweiz waren sie aber chancenlos. Nun hoffen beide Seiten auf eine Verlängerung des Experiments.