Seite 1

Anhänger Lulas beschossen

Sao Paulo. Bei einem Schusswaffenangriff auf Anhänger von Brasiliens inhaftiertem Ex-Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva sind am Samstag nach Angaben seiner Partei zwei Menschen verletzt worden. Am frühen Samstagmorgen sei auf eine Mahnwache für Lula im südbrasilianischen Curitiba geschossen worden, teilte Lulas Arbeiterpartei (PT) mit. Eines der beiden Opfer habe eine schwere Verletzung am Hals...

Unten links

Die väterliche Ermahnung, keine Märchen zu erzählen, haben wir lässig in den Wind geschlagen. Das Zeitalter des Realismus ist vorbei, das der Realität sowieso. Juchhu! Die Emanzipation der Fiktion schlägt sich nicht nur in der unaufhaltsamen Ausbreitung von Fake News nieder, sie bewirkt noch ganz andere Wunder: Kürzlich erschien ein Gesprächsband mit dem Schriftsteller Clemens Setz, der seine Antw...

Kim deutet Verzicht auf Kernwaffen an

Seoul. Nordkorea will nach südkoreanischen Angaben auf seine Atomwaffen verzichten, sollten die USA einer Nichtangriffsvereinbarung zustimmen. Zudem habe der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un beim Gipfeltreffen mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In am Freitag zugesagt, das Atomtestgelände Punggye-ri im Mai zu schließen, wie Seoul am Sonntag mitteilte. Um die Schließung transparent z...

2000 Euro brutto für eine volle Stelle

Berlin. Rund 3,7 Millionen Beschäftigte mit voller Stelle verdienen unter 2000 Euro brutto im Monat. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der LINKEN im Bundestag hervor. Nach den jüngsten Zahlen von Ende 2016 waren dies 17,7 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten. Im Westen betrug der Anteil 14,7 Prozent, im Osten 31,2 Prozent. Den höchsten...

Stephan Fischer

Ganz arme Vorstellung

Es ist gut, dass Jens Spahn den Versuch ablehnt, von Hartz IV zu leben. Es wäre ein absurdes Theaterschauspiel mit Netz und doppeltem Boden geworden. Beides fehlt Millionen von Armut bedrohten und betroffenen Menschen.

Gesichter der Armut

Berlin. Illy ist Italienerin. Vor sieben Jahren kam die junge Frau nach Berlin, weil sie die Stadt spannend fand, weil sie sich hier eine Zukunft erhoffte. Es kam anders: Pläne scheiterten, Hoffnungen zerstoben. Der Fotograf Florent Moglia, der wohnungslose Menschen porträtiert (siehe auch die folgenden Seiten), traf Illy, als sie auf einer Brachfläche in Berlin lebte. Obdachlose gehören zu d...

Arbeitsbesuch ohne Fortschritte

Bundeskanzlerin Angela Merkel war für drei Stunden in Washington. Das Gespräch war höflich, doch US-Präsident Donald Trump macht keine Anstalten, bei Streitthemen einzulenken.

Seite 2

Draußen sein

Florent Moglia hatte keine Berührungsängste, als er die polnischen Obdachlosen in Berlin mit der Kamera begleitete. Wir zeigen auf den kommenden Seiten eine Auswahl seiner Arbeiten. Nichts an seinen Bildern ist gestellt. Die Porträtierten posieren nicht, sondern sind einfach da - und damit ein Teil der Stadt. Da ist Grzegorz aus Masuren, der zusammen mit seiner Freundin Eliza kam, jedoch dem Alkoh...

Fabian Lambeck

Die Union sieht keinen Reformbedarf

Jahrelang verteidigten führende SPD-Genossen ihre Agenda 2010 gegen jegliche Kritik. Auch Hubertus Heil gehörte in seiner Zeit als Generalsekretär von 2005 bis 2009 zu den hartnäckigsten Verteidigern der Arbeitsmarktreformen. Angesichts des scheinbar unaufhaltsamen Niedergangs seiner Partei geht der heutige Bundesarbeitsminister vorsichtig auf Distanz. »Ich will, dass wir in 15 Jahren kein Hartz I...

Christoph Butterwegge

Keine Alternative zu Hartz IV

Hartz IV hat Armut zum Massenphänomen gemacht. Das Grundeinkommen erscheint da als verlockende Alternative. Der Armutsforscher Christoph Butterwegge sieht hier aber Gefahren für den Sozialstaat.

Seite 3

Spahn lässt sich nicht überzeugen

Karlsruhe. Am Ende reichen Sandra Schlensogs Kraft und Nerven nicht, um noch einmal vor Kameras und Mikrofone zu treten. Auch Gesundheitsminister Jens Spahn eilt fast wortlos davon. »Es war ein gutes Gespräch miteinander«, sagt der 37 Jahre alte CDU-Politiker bloß und ist schon mit seiner Limousine verschwunden.Zuvor haben das Aushängeschild der Rechtskonservativen in der Union und die Karlsruher ...

Katharina Schwirkus

Arme Menschen werden stigmatisiert

Sie hat eine Petition gestartet, die Jens Spahn dazu aufruft, einen Monat vom Hartz-IV-Regelsatz zu leben. 210.000 Menschen unterzeichneten den Appell von Sandra Schlensog, die sich selbst nicht als arm bezeichnet.

Seite 4
Sebastian Bähr

Rein ins Getümmel

Arbeiter und Erwerbslose wählen mittlerweile überdurchschnittlich oft die AfD. Linke Kräfte müssen ihre Politik überdenken, ohne inhaltliche Kompromisse zu machen.

ndPlusMiriam Sachs

Die Last mit der Arbeit

Berlin ist die Hauptstadt der Minifamilien. In einem Drittel der Haushalte leben Kinder nur mit einem Elternteil. Davon sind rund 40 Prozent auf Hartz IV angewiesen. Betroffen sind vor allem Frauen.

Seite 5
Stefan Otto

Etwas Besseres als den Tod

Berlin eilt bekanntlich ein liberaler Ruf voraus. Auch ein Außenseiter wie Andrzej Dudek, der als Schwuler in Polen Reißaus nahm, findet dort seinen Platz. Aber leicht ist das Leben für ihn auch in Berlin nicht.

Seite 6
Robert D. Meyer

AfD versucht es mit »sozialem Patriotismus«

Bisher gilt die AfD als Partei, die sich in Sozialfragen an die Eliten richtet. Doch die ostdeutschen Verbände forcieren einen Kurswechsel. Für den neuen Kurs gibt es auch unter Skeptikern innerhalb der Partei Anknüpfungspunkte.

ndPlusMaria Jordan

Im Kiez geblieben

Ein Weg aus der Arbeitslosigkeit und gleichzeitig gut für das Gemeinwohl: Stadtteilmütter waren Teil des Öffentlich geförderten Beschäftigungssektors (ÖBS) - und sind jetzt eins der wenigen Überbleibsel.

Seite 7
ndPlusSebastian Weiermann

In der ärmsten Stadt Deutschlands

Armut, Migration und Schalke 04 - das sind die Themen, über die berichtet wird, wenn es um Gelsenkirchen geht. Sie sind tatsächlich omnipräsent. Aber Gelsenkirchen ist vielseitiger, als viele denken.

Seite 8
Rainer Balcerowiak

Eine Woche gegen Hartz IV

Bezahlbaren Wohnraum zu finden, fällt Hartz-IV-Betroffenen besonders schwer. Eine bundesweite Aktionswoche des Bündnisses »AufRecht bestehen« und der Nationalen Armutskonferenz soll auf die Probleme aufmerksam machen.

Uwe Kalbe

Jesiden müssen wieder zittern

Die Bundesregierung plant neue Gesetzesverschärfungen für Asylverfahren. Dies ist offenbar das Ergebnis eines angeblichen Korruptionsfalls in Bremen. Dessen Überprüfung könnte dazu führen, dass irakische Jesiden ihren Schutzstatus verlieren.

Seite 9
ndPlusDenis Trubetskoy, Kiew

Gen Westen

Die Beziehungen zwischen Kiew und Warschau haben sich seit Amtsantritt der PiS-Regierung stark verschlechtert. Doch die Arbeiter aus der Ukraine sind für Polen mittlerweile wichtiger denn je.

Luise Wagner, Vancouver

Feindbild Frau

Das Attentat vom 23. April 2018 ist das mit den meisten Toten in der Geschichte Kanadas. Die Hinweise verdichten sich, dass es sich dabei um einen Femizid, also gezielten Mord an Frauen, handelte.

Seite 10
Samuela Nickel

Wir sind das Wolfsrudel

Seit Donnerstagabend gehen Zehntausende in mehreren spanischen Städten unter dem Motto YoSiTeCreo (»Ich glaube Dir«) auf die Straße. Auslöser ist das Urteil eines Gerichts in Pamplona, das fünf der Gruppenvergewaltigung einer 18-Jährigen angeklagte Männer lediglich wegen des Strafbestands des »sexuellen Missbrauchs« statt »Vergewaltigung« verurteilt hat. Laut der Richter kam es nicht zu »Gewalt« o...

Grit Gernhardt

Du bist, was du essen musst

Die meisten Menschen in industrialisierten Gesellschaften essen zu viel Zucker, Fett und Salz. Das ist keine neue Erkenntnis, auch die steigende Zahl von ernährungsbedingten Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Gelenkbeschwerden spricht eine deutliche Sprache. Nun könnte man sagen, dass jeder Mensch seines eigenen Glückes Schmied und damit auch für seine eigenen Essgewohnheite...

Ismail Küpeli

Der Name der Enttäuschung

Immer wieder wird Ex-Staatspräsident Abdullah Gül als Alternative zu Erdoğan ins Spiel gebracht - obwohl er sich nie offen gegen den einstigen Weggefährten stellte. Merkwürdigerweise suchen viele noch immer nach einem moderaten Flügel im AKP-Lager.

Andreas Fritsche

Berlin hat Dusel

Brandenburgs Landesbehindertenbeauftragter Jürgen Dusel ist stark sehbehindert. In seinem Fach hat der 53-Jährige, der in Würzburg zur Welt kam und in Heidelberg Jura studierte, jedoch trotzdem den Durchblick. Ihm bekannte Politiker, die er mit den Augen nicht erkennen kann, identifiziert er zu deren Verblüffung, indem er sie lediglich atmen hört. Jetzt will Bundessozialminister Hubertus Heil (SPD...

Christoph Ruf

Im Schatten des Flutlichts

Es stimmt, dass Fußball eine enorme Strahlkraft hat. Nur, dass er zuweilen in die Ecken hineinscheint, die man in der Glitzerwelt des offiziellen Fußballs schon lange vergessen hat. Ich kann machen, was ich will: Irgendetwas zieht sich in mir immer zusammen, wenn wieder mal die Rede auf die angeblich so gesellschaftsrelevanten Bindekräfte des Fußballs kommt. Ich wittere dann schnell ein Ablen...

Seite 11
Repolitisierung des 1. Mai erwünscht
Martin Kröger

Repolitisierung des 1. Mai erwünscht

Nicht wenige Berliner, die früher politisch aktiv waren, flüchten am 1. Mai inzwischen lieber nach Brandenburg. Und tatsächlich hat sich der Maifeiertag in Kreuzberg als Freiluftkirmes inklusive Massenbesäufnis etabliert. Wenn überhaupt, spielt Politik dabei nur am Rande eine Rolle. Es ist deshalb zu begrüßen, dass es in diesem Jahr Versuche gibt, den 1. Mai und die Walpurgisnacht zu repoliti...

Niklas Franzen

Linksradikale protestieren in Grunewald

Mit einer Parade will die »Hedonistische Internationale« durch die Villenviertel in Steglitz-Zehlendorf laufen. Dabei soll die ungleiche Reichtumsverteilung thematisiert werden.

Jérôme Lombard

Partys und Demonstrationen am Tag der Arbeit

Gewerkschaftsdemo, Revolutionsromantik, Partyspaß: Der 1. Mai in Berlin hat viele Gesichter. Auch in diesem Jahr locken wieder unterschiedliche Veranstaltungen die Massen auf die Straße.

Christian Meyer

Wedding calling

Am 30. April findet zum siebten Mal eine Demonstration für soziale Gerechtigkeit und gegen Verdrängung in Berlin-Wedding statt. Neben linksradikalen Gruppen beteiligen sich auch soziale Einrichtungen.

Seite 12

Ein Stück DDR-Historie wird geschleift

Um die Neugestaltung der historischen Potsdamer Mitte wurde lange gestritten. Nun fällt mit der alten Fachhochschule ein Stück DDR-Geschichte der Abrissbirne zum Opfer.

ndPlusAndreas Fritsche

Ein Genosse aller Genossen

Am kommenden Sonntag sollen die Bürger entscheiden, ob Daniel Kurth (SPD) oder Othmar Nickel (CDU) Landrat des Barnim sein wird. Die Grünen könnten das Zünglein an der Waage werden.

Tomas Morgenstern

Abgeduckt im Denkmalsstreit

Die St. Hedwigs-Kathedrale von 1773 war ein Geschenk Friedrichs II. an Berlins Katholiken. 1943 ausgebrannt, wurde beim Wiederaufbau ihr Innenraum neu konzipiert. Er steht heute unter Denkmalschutz.

Seite 13

Trauerschwanpaar gar nicht traurig

Coburg. Über eine Kontaktanzeige wurden sie verkuppelt - und sie harmonieren perfekt: Zwei Trauerschwäne, die auf einem See im Schlosspark von Rosenau bei Coburg in Bayern leben, haben ihr Winterquartier verlassen und halten sich wieder im Park auf. Dem Paar gehe es gut und es verstehe sich »prächtig«, sagte eine Sprecherin der Schlösserverwaltung. Die zunächst traurige Geschichte der Trauerschwän...

Kondition und Trittsicherheit gefragt

Pirna. Im Nationalpark Sächsische Schweiz können Naturliebhaber nun über die Grenze hinweg auf einer Route durch das Elbsandsteingebirge wandern. Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (CDU) eröffnete am Samstag in Bad Schandau die deutsch-tschechische Trekkingroute. Der »Forststeig Elbsandstein« führt auf einer Strecke von 100 Kilometern durch die Sächsische und Böhmische Sch...

Wenn die Behörde Feierabend hat

Magdeburg. Wenn freiwillige Feuerwehren abends und an den Wochenenden Behinderungen von den Straßen räumen, sollten sie dafür bezahlt werden. Diese Forderung vertritt der Städte- und Gemeindebund in Sachsen-Anhalt. Es komme regelmäßig vor, dass die ehrenamtlichen Helfer die Aufgaben der Landesstraßenbaubehörde übernähmen, sagte Geschäftsführer Jürgen Leindecker. So sei die zuständige Behörde ab Fr...

Hagen Jung

Sorge um Kinder auf Tour

Zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Missbrauch auf Schulreisen soll die Schweriner Regierung verbindliche Konzepte entwickeln, hatte die LINKE im Landtag gefordert. Der Antrag fiel durch.

Seite 14

Fördermittel in Millionenhöhe ungenutzt

Osnabrück. Nordrhein-Westfalen hat Fördermittel zur Verbesserung der Agrarstruktur in Millionenhöhe nicht abgerufen. Die »Neue Osnabrücker Zeitung« berichtete am Wochenende, insgesamt habe Nordrhein-Westfalen seit 2014 etwa 53 Millionen Euro der dem Land zustehenden Mittel aus der sogenannten Gemeinschaftsaufgabe »Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes« nicht genutzt. Dies gehe aus ...

Fahrverbote reichen nicht

Duisburg. Auch mit Diesel-Fahrverboten wäre die Stickoxid-Belastung in Städten am Rhein weiterhin zu hoch. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Masterarbeit der Universität Duisburg-Essen. Grund dafür soll die Belastung durch die Binnenschifffahrt sein. Verfasser der Studie ist ein Physikstudent, der für seine Arbeit verschiedene Szenarien zu unterschiedlichen Umrüstungen von Diesel-Fahrzeugen analy...

Nadine Emmerich

Kunsthistorische Weltreise

Die Ausstellungsfläche von »Hello World. Revision einer Sammlung« ist monumental: Die Schau, mit der die Nationalgalerie in Berlin ihre Sammlung und deren westlich geprägten Blick selbstkritisch reflektiert und sich um internationale Öffnung bemüht, verteilt sich auf 10 000 Quadratmetern über den gesamten Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwartskunst. »Was man braucht, ist Zeit«, stellte die stel...

Guten Morgen, erster Mai!

In einer seiner guten Lieder dichtete Wolf Biermann einst treffend: »Guten Morgen, guten Morgen, erster Mai ... draußen zieht der Krieg vorbei«. Das war in den 1970er Jahren, als dieses Lied entstand (es ist ein Kinderlied, veröffentlicht auf dem Album »Der Friedensclown«, 1977) ein Affront gegen die SED. Biermann beschreibt, wie er mit Kind und Frau am Frühstückstisch in seiner Ostberliner Wohnun...

Robert Rescue

Schandflecken

Dass im Hinterhaus einige Tage lang Sisal-Teppich auslag, war der Höhepunkt der bislang vergeblichen Versuche der Hausverwaltung, die frisch sanierte Wohnung vermietet zu bekommen. Dabei verstand ich die Eile nicht, schließlich hatte sie erst sechs Monate nach Auszug des Vormieters gemerkt, dass sie leerstand. Dann aber ging es fix und die Hausverwaltung unternahm auch allerlei, um den Zugang zur ...

»Das sind Bleistifte im Vergleich«

Es geht voran bei der Reparatur der A 20. Zunächst geht es um eine Behelfslösung, um Autofahrer und Anwohner an der Umleitungsstrecke zu entlasten. Doch die Planer haben noch große Probleme vor sich.

Lee Wiegand

Lichtenberg kann Vorbild sein

Die Anna-Seghers-Bibliothek in Berlin-Hohenschönhausen ist gut besucht, doch immer weniger Menschen leihen sich Bücher aus. Der Bezirk Lichtenberg setzt dennoch auf die Kultur und will an die Fördertöpfe.

Volker Stahl, Hamburg

Mietpreisbremse bremst nicht

Eine Studie von Gymnasiasten in Hamburg zeigt, mit welchen Kosten Wohnungssuchende in der Hansestadt derzeit rechnen müssen und wie rasant sich die Mietpreise entwickelten.

Seite 15
Wolfgang Hübner

Mosekunds Montag

»Kommen Sie mit«, lud Herr Mosekund einen Bekannten ein, »zum Tag des offenen Ateliers, da soll es ein paar interessante Dinge zu sehen geben.« Sie suchten einen Holzbildhauer auf, der grob behauene Stämme mit einer zähen schwarzen Masse bemalte. Es handele sich um eine pechartige Substanz, erklärte der Künstler, die er mühevoll hergestellt habe und mit der er die düstere Zukunft symbolisieren wol...

Gute Resonanz

Willi Sitte Künstler im Doppelpack: Druckgrafiken und Widmungsblätter des Künstlers in Merseburg und Werke seiner Meisterschüler im Kunstverein Halle treffen nach Angaben der Kuratoren auf eine gute und positive Resonanz. Rund 60 Arbeiten Sittes (1921 - 2013), darunter seltene und teils noch nie gezeigte, sind in der Merseburger Willi-Sitte-Galerie zu sehen. Bekannt ist der Maler vor allem durch g...

Elke Vogel

Verbeugung vor Romy Schneider

Späte Hommage an die früh verstorbene Filmlegende Romy Schneider in ihrer deutschen Heimat: Mit gleich sieben Lolas ist die Filmbiografie »3 Tage in Quiberon« am Freitagabend beim Deutschen Filmpreis in Berlin ausgezeichnet worden. Emily Atefs Schwarz-Weiß-Drama über die am Leben verzweifelnde Filmdiva siegte unter anderem in der Königskategorie Bester Spielfilm. Die Romy-Darstellerin Marie Bäumer...

Hans-Dieter Schütt

Hinter den Stirnen Krieg

Masken retten die Welt. Mit ihnen lügen wir Freundlichkeit, wo wir doch zuschlagen möchten. Michael Thalheimer inszenierte am Berliner Ensemble in Berlin Tennessee Williams Stück »Endstation Sehnsucht«.

Seite 16
Theresa Münch

Immer tiefer in die Krise

Die skandalgeplagte Jury des Literaturnobelpreises rutscht trotz des Eingreifens von König Carl XVI. Gustaf immer tiefer in die Krise. Am Wochenende verlor sie das achte Mitglied. Damit sind nur noch zehn der einst 18 Mitglieder aktiv, die Vorsitzende ist zurückgetreten. Das wirft die Frage auf, ob ein solches Gremium noch den ehrwürdigen Nobelpreis vergeben kann. Die Arbeit zur Vorauswahl der Kan...

Roberto Becker

Auf den Schultern Richard Wagners

Auch in seinem zweiten Jahr als Intendant in Halle liefert Florian Lutz, was er versprochen hat: die jährliche Uraufführung eines Auftragswerkes. Und das ist - unabhängig vom Resultat - gut so. Mit der Dschihad-Oper »Sacrifice« von Sarah Nemtsov, die er in der vorigen Spielzeit selbst in der Raumbühne Heterotopia inszeniert hat, liegt die Messlatte allerdings ziemlich hoch. Ein brandaktuelles Them...

Stefan Amzoll

Im besten Sinne Utopie

Das war ein Fest. Singweisen aus dem Leben und Chöre höchster Kultur waren zu erleben. Alte Vokalität leuchtete auf, um heutigen Klangvorstellungen Platz zu machen. Jung, strahlend, so ernst wie freundvoll einer jeder, der an dem Abend im Festspielhaus des Europäischen Kunstzentrums Hellerau teilhatte. Die Sonne ging am Freitag gerade unter. Vor dem Haus sammelte sich Volk. Es erwartete das Schlus...

Seite 18
Andreas Morbach

Köln runter, Düsseldorf rauf

Mit seinen 24 Jahren hat Timo Horn schon jede Menge 1. FC Köln auf dem Buckel. In der Domstadt geboren, wechselte er als neunjähriger Knirps in die Jugend des Geißbockklubs, unterschrieb dort im Sommer 2011 seinen ersten Profivertrag - und erlebte zehn Monate später Abstieg Nummer fünf in der Geschichte des dreimaligen deutschen Meisters. Am letzten Spieltag, beim 1:4 gegen Bayern München, als zwe...

Alexander Ludewig

Das nächste Wunderwerk des ewigen Erstligisten

Der VfL Wolfsburg und der Hamburger SV haben ähnliche strukturelle Probleme. Deshalb stecken beide wieder im Abstiegskampf. Die Hamburger aber haben einen entscheidenden Vorteil: Tradition.

Seite 19

Thüringer HC holt Titel

Großröhrsdorf. Die Bundesliga-Handballerinnen des Thüringer HC haben sich vorzeitig ihren siebten Meistertitel seit 2011 gesichert. Das Team von Trainer Herbert Müller setzte sich am Sonnabend beim Tabellenschlusslicht HC Rödertal mit 35:22 (15:10) durch und kann drei Spieltage vor Saisonende mit 44:2 Punkten von Vorjahrsmeister SG BBM Bietigheim nicht mehr vom ersten Platz verdrängt werden. Die T...

Oliver Kern

Ein bisschen mehr Energie

Die BR Volleys stehen dicht vor der Titelverteidigung. Nach dem 3:2 Sieg gegen Friedrichshafen am Sonntag fehlt ihnen nur noch ein Sieg. Ein US-Amerikaner macht erneut den Unterschied aus.

Seite 20
ndPlusAndreas Knobloch, Mexiko-Stadt

Heiliges Wohnen

In Mexiko-Stadt sind Innenstadtviertel von Aufwertung, steigenden Mieten und Verdrängung betroffen. Um für das Problem zu sensibilisieren haben zwei Künstler eine Heilige geschaffen.