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Schlepper in Ungarn verurteilt

Kecskemet. Im Prozess um den Tod von 71 Flüchtlingen in einem Kühllastwagen hat ein ungarisches Gericht vier Angeklagte zu jeweils 25 Jahren Zuchthaus verurteilt. Das Gericht in Kecskemet (Südungarn) sah es als erwiesen an, dass die drei Bulgaren - der Fahrer des Lastwagens und der des Begleitfahrzeugs sowie ein Organisator - sowie der afghanische Bandenchef die 71 Menschen getötet haben. Die Urte...

Israel für Gewalt in Gaza verurteilt

New York. Die UN-Vollversammlung hat mit großer Mehrheit Israel für die jüngste Gewalt im Gazastreifen verurteilt. Von 193 Ländern stimmten am Mittwoch 120 für eine von Algerien und der Türkei eingebrachte Resolution. Acht Länder stimmten dagegen, es gab 45 Enthaltungen. Die Resolution verurteilt Israel für den Einsatz »exzessiver, unverhältnismäßiger und wahlloser Gewalt« gegen palästinensische Z...

Enteignung per Volksentscheid

Berlin. Per Volksbegehren will ein Berliner Bündnis erreichen, dass Immobilienkonzerne enteignet werden. Die notwendigen Entschädigungen sollen sich nach der Bewertung der Immobilien richten, wie sie die landeseigenen Wohnbaugesellschaften vornehmen, sagte Rouzbeh Taheri, Sprecher des Bündnisses »Deutsche Wohnen und Co. enteignen«. Entschädigt werden könne »natürlich nicht zu den Preisen, die die ...

Aert van Riel

Seehofers Retourkutsche

Ganz gleich, wie der Konflikt in der Union um die Asylpolitik letztlich entschieden wird - Verlierer werden auf jeden Fall die Menschen sein, die in der EU Schutz vor Krieg, Vertreibung und Armut suchen.

Blutgrätsche ins Asylrecht

Berlin. Der Konflikt um die Asylpolitik hat sich am Donnerstag in der Union zugespitzt. Die Sitzung des Bundestags wurde am Vormittag für Beratungen unterbrochen. Daraufhin kamen die Abgeordneten von CDU und CSU zu getrennten Sondersitzungen zusammen. Auch die sozialdemokratischen Parlamentarier zogen sich zurück. Nach Angaben von Teilnehmern lehnte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) während der Sitzun...

Kurt Stenger

Eine Milliarde - VW tut Geldbuße

Unglaublich, aber wahr: Volkswagen zahlt wegen des Abgasskandals ein Ordnungsgeld an das Land Niedersachsen. Dieses will das Geld für sich haben.

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Europa auf den Kopf gestellt

Der Vorschlag von Horst Seehofer (CSU) klingt simpel. Flüchtlinge sollen erst gar nicht ins Land gelassen werden, wenn sie bereits einem anderen EU-Staat registriert sind. Der Bundesinnenminister beruft sich dabei auf das Dublin-III-Abkommen der EU. Für die Durchführung eines Asylverfahrens ist nämlich jenes Land zuständig, das die Flüchtlinge zuerst aufgenommen hat. In der Praxis würde die Umsetz...

Stefan Otto

Dicht an Merkels Seite

Die Reaktionen auf den Asylstreit in der Union fallen recht unterschiedlich aus. SPD und Grüne sind klar auf der Seite der Kanzlerin. Deutlich distanzierter äußerte sich indes die Linkspartei.

Die letzte Europäerin
Fabian Lambeck

Die letzte Europäerin

Der Streit zwischen der Kanzlerin und ihrem Innenminister um die Zurückweisung von Geflüchteten an der Grenze eskaliert. CDU und CSU trafen sich deshalb am Donnerstag zu getrennten Krisensitzungen.

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Hendrik Lasch

Verbreitete Apathie

Die Zahlen stimmen auffallend überein: 49,1 Prozent der Sachsen gaben bei der Landtagswahl 2014 ihre Stimme ab. Nur genauso viele - genau: 47 Prozent - interessieren sich für Politik. Der Wert stammt aus dem »Sachsen-Monitor 2017«, den das Institut dimap im Auftrag der Landesregierung erstellte. Er liegt um vier Prozentpunkte unter dem Wert von 2016, als erstmals ein solches Stimmungsbild erhoben ...

ndPlusHendrik Lasch, Freiberg

Mit dem Gesicht zum Volke

Eine wachsende Entfremdung zwischen Bevölkerung und Politik ließ Pegida und die AfD in Sachsen groß werden. Jetzt suchen Politiker das Gespräch mit Bürgern - und haben die Landtagswahl 2019 im Blick.

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Jürgen Amendt

Das wird man wohl noch sagen dürfen

Der Verbandsvertreter war ungewöhnlich direkt: Die Politik solle endlich das »Gerede mit dem Märchen vom Einzelfall« lassen. Die Täter müssten die Konsequenzen ihres Handelns zu spüren bekommen, forderte daraufhin ein Regierungspolitiker. Alle strafrechtlich relevanten Fälle sollten zur Anzeige gebracht werden, auch wenn die Täter noch minderjährig seien. Wem jetzt Begriffe wie »Flüchtlinge« oder ...

Simon Poelchau

Entscheidung unter Bedingungen

Das Hauptgeschäft der Europäischen Zentralbank (EZB) ist es, mit Erwartungen zu spielen. Mindestens genauso wichtig wie ihre geldpolitischen Entscheidungen sind die Signale, die die Notenbanker setzen. Wer jetzt allerdings denkt, dass sie am Donnerstag eine Wende in ihrer Geldpolitik beschlossen haben, sollte genau auf die Worte achten, die EZB-Chef Mario Draghi gebraucht. Natürlich stellt er...

Martin Ling

Votum für Argentiniens Frauen

Aller guten Dinge sind sieben: Sechsmal war das Vorhaben gescheitert, nun hat sich das argentinische Parlament knapp für die Liberalisierung und Entkriminalisierung von Abtreibung ausgesprochen. Auch wenn die Entscheidung noch durch die zweite Kongresskammer, den Senat, bestätigt werden muss, ist die Abstimmung im Parlament jenseits von Fraktionszwang ein historisches Votum. Und der Ausgang ist fr...

Manfred Maurer, Wien

Kämpferisch

Die österreichische Rechtsregierung von Bundeskanzler Sebastian Kurz will die Epoche der Sozialpartnerschaft beenden, welche die Alpenrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer Art großkoalitionär geprägter Wohlfühloase gemacht hatte. In der Wirtschaftskammer hat gerade Präsident Christoph Leitl, ein sozialpartnerschaftliches Urgestein, an den jungen Kurz-Vertrauten Harald Mahrer übergeben, der ...

Thorsten Mense

Die Tyrannei des Nationalen

Die Wiedergutwerdung der Deutschen im »Sommermärchen« 2006 hat den Boden bereitet, auf dem sich der völkische Nationalismus in Form von Pegida und AfD überhaupt erst so massiv ausbreiten konnte. Aus diesem Grund graut sich Thorsten Mense vor dem Fahnenmeer.

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Kursänderung

Rom. Das Flüchtlingsschiff »Aquarius« und seine beiden italienischen Begleitboote mit insgesamt 629 Menschen an Bord haben wegen schlechten Wetters mit hohem Wellengang ihren Kurs im Mittelmeer geändert. »Die ›Aquarius‹ wird an der Ostküste Sardiniens entlangfahren, um das schlechte Wetter zu meiden«, gab die für das Schiff zuständige Hilfsorganisation SOS Méditerranée am Donnerstag über den Kurzb...

Giftlabor im Hochhaus

Köln. Der in Köln gefasste Tunesier soll bereits seit mehreren Wochen biologische Waffen in seiner Wohnung hergestellt haben. Das Material zur Herstellung des hochgiftigen Rizin hatte er sich nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft zunächst im Internet gekauft und dann seit Anfang Juni zusammengemischt. Es bestehe deswegen dringender Tatverdacht, teilte die Justizbehörde am Donnerstag in Karlsru...

ndPlusPeter Nowak

Rechte wollen am 17. Juni demonstrieren

Rechte wollen am Sonntag bundesweit auf die Straßen gehen. In neun Städten sind bisher Demonstrationen geplant. Die Initiative ging von den Rechtspopulisten Michael Stürzenberger und Thomas Böhm aus, beide waren in der mittlerweile aufgelösten rechten Kleinstpartei »Die Freiheit« aktiv. Sie verteilten einen Aufruf unter dem Motto »17. Juni 2018 - Tag der Patrioten - Eine Republik geht auf die Stra...

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LINKE prüft Klage

Die Fußball-WM startet - und ausgerechnet jetzt wollen Union und SPD im Eilverfahren ein sattes Plus von 25 Millionen Euro für die Parteien durchsetzen.

Ralf Streck, San Sebastián

Huerta abgesägt

Nicht einmal eine Woche hielt sich Màxim Huerta im Amt - der Steuerhinterzieher wurde nun fulminant vom Ministerposten gejagt.

Grit Gernhardt

Meilenstein oder Mogelpackung

Verbraucher haben hierzulande wenig Chancen, ihre Rechte gegen große Unternehmen durchzusetzen. Doch was als Verbesserung gedacht war - die Musterfeststellungsklage -, gefällt nicht allen.

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Jürgen Vogt, Buenos Aires

Argentinien vor neuem Abtreibungsgesetz

In Argentinien hat das neue Abtreibungsgesetz die erste parlamentarische Hürde übersprungen. Mit knapper Mehrheit stimmten die Abgeordneten am Donnerstag für eine Liberalisierung.

Elke Windisch, Dubrovnik

Mazedonien ohne Wenn und Aber

Das Abkommen zum Namenskompromiss zwischen Mazedonien und Griechenland sollte am Wochenende unterzeichnet werden. Inzwischen ist das aber fraglich.

Martin Ling

Multilateralismus ist keine magische Waffe

Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) ist der Krisenprävention verpflichtet. Ihr seit 2017 amtierender Leiter, Achim Steiner, sieht nur im Multilateralismus Auswege aus den Krisen.

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Offen für politische Lösungen

Beirut. Syriens Präsident Baschar al-Assad hat sich offen für eine politische Lösung mit den Rebellen im Süden des Landes gezeigt. Militärische Gewalt bleibe aber auch eine Option. »Nach der Befreiung von Ghouta hatten wir zwei Optionen: Entweder Versöhnung oder Befreiung durch Gewalt«, sagte Assad dem iranischen Sender Al-Alam in einem Interview, das am Mittwoch von der syrischen Nachrichtenagent...

David Graaff, Medellín

Petro auf Aufholjagd

Bei der Präsidentschaftswahl steht der Friedensprozess im Zentrum des Wahlkampfes. Bei einem Angriff der kolumbianischen Luftwaffe starben 16 Kämpfer einer abtrünnigen Einheit der FARC.

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Ausschuss zum BER vor der Sommerpause

Ein neuer Untersuchungsausschuss zum BER soll noch vor der parlamentarischen Sommerpause eingesetzt werden. Darauf verständigten sich Abgeordnete der rot-rot-grünen Koalition und der Oppositionsfraktionen von CDU und FDP am Mittwoch im Rechtsausschuss des Abgeordnetenhauses. Nach Bekanntwerden eines neuen Gutachtens des Wissenschaftlichen Dienstes des Parlaments (»nd« berichtete) waren Zweifel auf...

Martin Kröger

Schließung von Tegel bestätigt

Der rot-rot-grüne Senat sieht den erfolgreichen Tegel-Volksentscheid als nicht umsetzbar. Das bestätigte am Donnerstag nach heftiger Diskussion auch das Abgeordnetenhaus.

Florian Brand

Deutsches Klopapier

Alle Jahre wieder grüßt Deutschlands Hinterteil, die »Schland«-Fraktion. Pünktlich zur Weltmeisterschaft in Russland erstrahlt die Stadt in neuem Glanz. Schwarz-rot-güldene Banner soweit das Auge reicht: Am Auto, vorm Balkon, im Supermarkt oder auf der größten Fanmeile des Landes: vor dem Brandenburger Tor. Deutschland zum Kaufen, Essen, Arschabwischen - letzteres ist tatsächlich keiner antideutsc...

Johanna Treblin

Zivilgesellschaft steht gegen die AfD auf

In den Berliner Parlamenten häufen sich Anfragen und Anträge der AfD, mit denen sie demokratische Organisationen mundtot machen will, wie diese kritisieren. Sie wehren sich nun.

ndPlusNicolas Šustr

Andere Maßnahmen sind nötig

»Die Leute fragen, wo sie unterschreiben sollen«, berichtet Rouzbeh Taheri vom Bündnis »Deutsche Wohnen & Co enteignen«, das in Berlin ein Volksbegehren dazu starten will. Losgehen mit der Unterschriftensammlung soll es erst im Herbst.

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Erntesaison hat begonnen

Rumänische Erntehelfer pflückten am Donnerstag Einlegegurken auf einem Feld des Vetschauer Spreewaldbauern Ricken. Die Erntesaison für die Gurken hat am selben Tag nun auch offiziell begonnen. Nach rückläufigen Zahlen ist die Fläche, auf der im Spreewald Gurken angebaut werden, wieder gewachsen. Sie erreiche in diesem Jahr rund 560 Hektar, teilte der Spreewaldverein am Donnerstag mit. 2017 waren e...

Anna Ringle

Gewalt unter Asylsuchenden in Cottbus

Nach gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Einheimischen und Flüchtlingen hatte sich die Lage in Cottbus beruhigt. Jetzt schlugen sich Asyl- suchenden untereinander.

Lola Zeller

Studierende besetzen Audimax der TU

Im Anschluss an die »Bildungsstreik«-Demonstration erklären Studierende das Audimax der TU für besetzt. Bisher droht keine Räumung.

Tomas Morgenstern

Erste Schritte zu einem Wir-Gefühl

Demokratische Mitwirkung können die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Lichtenberg leben. Bei der Planung der Außenanlagen waren ihre Vorstellungen gefragt, beim Bau ihre Tat.

Andreas Fritsche

Kaiser Wilhelm II. hat abgedankt

Der 1918 notgedrungen abgetretene deutsche Kaiser Wilhelm II. glaubte bis zu seinem Tod 1941, er werde irgendwann auf den Thron zurückkehren - vielleicht mit Hilfe von Adolf Hitler.

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Zweitmächtigste Stadt im alten Thüringen

Mühlhausen. Bei jedem Wetter am Platz: die Brunnenkinder am Untermarkt von Mühlhausen. im Hintergrund die Divi-Blasii-Kirche, gewidmet dem Heiligen Blasius (Divus = göttlich). Im Mittelalter war Mühlhausen nach Erfurt die zweitmächtigste Stadt im Thüringer Raum. Der Bau der gotischen Kirche wurde 1276 vom Deutschen Orden begonnen, Johann Sebastian Bach war dort 1707/08 Organist. Die architektonisc...

Der Streit um Kohl geht weiter

Speyer. Am Samstag jährt sich erstmals der Todestag von Helmut Kohl. In Rheinland-Pfalz sind offizielle Veranstaltungen zum Gedenken an den Mann geplant, der von vielen wegen seiner Verdienste als Bundeskanzler gerühmt wird, aber etwa wegen seiner Verstrickung in die CDU-Spendenaffäre auch kritisiert wurde. Der Streit um Kohl und sein Erbe geht jedenfalls weiter. Witwe Maike Kohl-Richter teilte mi...

Irena Güttel, Bremen

Gesetze machen in Gummilatschen

Das Foto zeigt die nackten Füße einer Frau im Sommerkleid. Mit angezogenen Beinen sitzt sie auf einem roten Sessel. Ganz schön lässig. Zu lässig, finden manche. Denn die Füße gehören der Bremer Grünen-Abgeordneten Kai Wargalla, die gerade im Plenarsaal des Landtags sitzt und ein Bild davon auf Twitter postet. Das und die luftigen Outfits anderer Volksvertreter riefen Bürgerschaftspräsident Christi...

Hendrik Lasch, Halle

Handtuchwurf unter Vorbehalt

Nach kaum einem halben Jahr ist das rot-rot-grüne Bündnis in Halle für die OB-Wahl 2019 passé. Aus Enttäuschung über die gescheiterte Wahl eines grünen Beigeordneten im Stadtrat stieg die Ökopartei aus.

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Moritz Rinke verlässt die Leitung des BE

Der Dramatiker Moritz Rinke verlässt das Leitungsteam des Berliner Ensembles nach der laufenden Spielzeit. Das gab das Theater in einer Pressemitteilung bekannt. Die Zusammenarbeit ende »aufgrund unterschiedlicher künstlerischer Auffassungen«. Der 50-Jährige gehört seit Anfang der im Herbst vergangenen Jahres gestarteten Intendanz Oliver Reeses dem Theater am Schiffbauerdamm an. Das bislang von ih...

Werke von Achim Freyer zu sehen

Aktuelle Werke des berühmten Theaterregisseurs, Bühnenbildners und Malers Achim Freyer sind ab Donnerstag in der Berliner Kirche am Hohenzollernplatz zu sehen. Der inzwischen 84-jährige Künstler hatte 1990 eine Serie von Kirchenfenstern für den expressionistischen Kirchenbau geschaffen. Mit den jetzt zu sehenden Malereien trete Freyer in einen »Dialog aus Licht und Farbe, der den Kirchenraum und s...

LINKE: Senat legte relevante Akten nicht vor

Die LINKE-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft hat dem Verkauf der HSH Nordbank an private Investoren nicht zugestimmt. Der haushaltspolitische Sprecher Norbert Hackbusch bemängelte insbesondere die fehlende Transparenz bei dem Verkaufsprozess. Nicht alle Gutachten, auf die sich der Hamburger Senat bei seinem Handeln gestützt hat oder immer noch stützt, wurden den Bürgerschaftsabgeordneten in Gä...

Sieben Fässer Wein? Nein! Sieben Tage Ballett!

Intendant Nacho Duaoto verlässt das Staatsballett Berlin. Ihm zu Ehren lädt das Haus zu einer Ballettwoche ein. Vom 15. bis 21. Juni 2018 werden fünf Produktionen in allen Spielstätten des Staatsballetts präsentiert, die die Bandbreite des Repertoires zeigen, das von klassischen Handlungsballetten bis zu zeitgenössischen Arbeiten reicht.»Schwanensee« (19. und 21. Juni, Deutsche Oper) und »Don Quix...

Neues vom Seelenbohrer

Die Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche im Hansaviertel in Berlin-Tiergarten wird nach mehr als zweijährigen Bauarbeiten wieder eingeweiht. Insbesondere der 68 Meter hohe Turm der im Rahmen der Internationalen Bauausstellung 1957 errichteten Kirche musste saniert werden. Durch die Schwingungen der Kirchturmglocken hatten sich immer wieder Betonteile gelöst. Die im März 2016 begonnenen Arbeiten koste...

Klaus Dörr soll Volksbühne bis 2020 leiten

Klaus Dörr (57) soll die Berliner Volksbühne bis zum Sommer 2020 als Interimschef leiten. Dies bestätigte die Berliner Kulturverwaltung am Donnerstag. Zuvor hatten »Stuttgarter Zeitung«/ »Stuttgarter Nachrichten« berichtet. Dörr, bislang stellvertretender Intendant des Stuttgarter Schauspiels, kümmert sich nach dem Rücktritt von Chris Dercon um das Programm der Volksbühne. Zu den ersten Eigenprodu...

Stephanie Lettgen und Eckart Gienke, Hamburg

»Der Steuerzahler ist der Dumme«

Zehn Jahre Krise und Milliardenverluste liegen hinter der HSH Nordbank. Nun soll mit ihr erstmals in Deutschland eine Landesbank privatisiert werden. Doch da sind noch einige Hürden zu nehmen.

Doris Weilandt, Leipzig

Selbstbild, Umfeld, Fremdwahrnehmung

Das Museum der bildenden Künste hat die Leipziger Fotografin Karin Wieckhorst wiederentdeckt. Das Haus will sich stärker für Künstler der Stadt und der Region öffnen.

Lucía Tirado

Ende tödlich und Ende gut

Allzu oft kommt das Werk nicht auf die Bühne. Und wenn doch, dann wird es auf sehr unterschiedliche Art von Regisseuren inszeniert. Das bietet sich auch an bei Eugène Ionescos Stück »Das große Massakerspiel«, in dem die Abfolge der verschiedenartigen Szenen veränderbar ist. Die Studioinszenierung mit Studierenden des dritten Studienjahres der Zeitgenössischen Puppenspielkunst an der Hochschul...

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Wikinger, Buddhisten, Kathmandu

Zwei Stätten aus Deutschland sind bei der Tagung des Unesco-Welterbekomitees vom 24. Juni bis 4. Juli in Manama (Bahrain) für die Aufnahme in das Welterbe nominiert. Zur Entscheidung stehen die Wikingerstätten Haithabu und Danewerk (Schleswig-Holstein) sowie der Naumburger Dom in Sachsen-Anhalt, wie die deutsche Unesco-Kommission am Donnerstag mitteilte. Insgesamt berät das Komitee über 31 No...

Ein Pendel für Münster

Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) erhält am kommenden Sonntag ein besonderes Geschenk von Gerhard Richter. Der weltbekannte Künstler übergibt der westfälischen Stadt die raumhohe Installation »Zwei graue Doppelspiegel für ein Pendel«. Das Werk sei ein »Glücksfall für Münster«, sagt Lewe. Auf dem Kunstmarkt sind Richters Werke die teuersten eines lebenden Künstlers. 2015 erzielte eines s...

Wir schaffen das!
Christian Baron

Wir schaffen das!

Pünktlich zum Start der Fußball-WM hat Bundestrainerin Merkel ein Spiel gegen die internationale Despotentruppe »Monstars« auf die Beine gestellt: Seehofer und Wagenknecht gegen Trump und bin Laden. Wie ist es ausgegangen?

Ronald Sprafke

Das Museum auf dem Meeresgrund

Das reichste Antikenmuseum der Welt liegt auf dem Boden des Mittelmeeres, bemerkte einmal ein französischer Archäologe. Seine Feststellung bestätigt eine Ausstellung in Bonn, die aus den Untiefen des Mittelmeeres geborgene Schätze zeigt.

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Annotiert

Ist mit dem Treffen von Trump und Kim der seit Jahrzehnten schwelende Konflikt um die koreanische Halbinsel endlich beendet, die Gefahr für den Weltfrieden gebannt? Die Koreanistikprofessorin Helga Picht und der Asienkenner Rainer Werning beleuchten Hintergründe, darunter den Koreakrieg der 1950er Jahre, diskutieren vergebene Chancen, entlarven vor allem die fatale Rolle aller bisherigen US-Admini...

Hans-Georg Schleicher

Endspiel am Horn von Afrika

Über Eritrea, einen der jüngsten Staaten Afrikas mit einer sehr alten Geschichte, wurde bislang wenig publiziert. Wohl auch deshalb leitet Herbert Graf seine Studie mit ausführlichen Informationen zu diesem Küstenstaat am Roten Meer ein, »um der Wahrheit über Eritrea näher zu kommen«. Dabei geht er auf die Entwicklung der gesamten Region am Horn von Afrika ein. Eritrea ist für den Autor, wie ...

Armin Jähne

Wissen wir, wer wir sind?

Über den Inhalt dieses Buches, dessen Erscheinen lange schon überfällig war, kann, ja muss man streiten. Es geht um die wichtige Frage, wie sich die dort existierenden ethnischen Minderheiten fühlen, sich selbst interpretieren, was ihre Identifikationsmerkmale sind und wie sie sich national zuordnen. Also die uralte Frage: Wer sind wir, woher kommen wir und was wird unter dem Druck moderner staats...

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Benjamin Moldenhauer

Was quält, soll weg

Wo es schürfbollert und krawallt im Metal, da geht es nach wie vor kraftmeierisch zu. Gerade in seinen avancierteren Spielarten aber, dort, wo Ironie und Pathos am Ende sind, suggeriert diese Musik nicht nur Härte, sondern erzählt von den Rissen der eigenen Inszenierung. Dem elegischen Black Metal von Deafheaven gelingt das zurzeit beispielsweise sehr gut. Oder, auf eine ganz andere Art, nämlich u...

Robert D. Meyer

Wenn die AfD »die Antifa« verbieten will

Abgeordnete der AfD erklären nach einem Treffen in Potsdam, »die Antifa« müsse als terroristische Vereinigung verboten werden. Genau mit dieser Frage hat sich kürzlich der Bundestag beschäftigt. Und kam zu einem klaren Ergebnis.

Gründlich geblitzdingst
Velten Schäfer

Gründlich geblitzdingst

Konservatismus und Sozialismus müssen sich stets für die Vergangenheit rechtfertigen, nur der Liberalismus wird stets an zeitlosen Idealen gemessen und nicht an seiner Geschichte. Warum ist das eigentlich so?

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Peter Nowak

Endlich auf dem Weg

Es sind nur zwei Sätze, die vielleicht verhindern könnten, dass Tausende Menschen im Alter in Armut leben müssen. »Auf Initiative von Berlin hat die Justizministerkonferenz am 07.06.2018 beschlossen, dass die Einbeziehung von Strafgefangenen und Sicherungsverwahrten in die gesetzliche Rentenversicherung sinnvoll ist«, heißt es in einer Mitteilung des Berliner Justizsenats. Die Nachricht ging unter...

Ines Wallrodt

Klima der Angst

Die Zeitarbeitsfirma Dekra Arbeit bescheinigt sich selbst einen fairen Umgang mit Mitarbeitern. Doch was Beschäftigte in Rastatt schildern, die im dortigen Mercedes-Benz-Werk eingesetzt sind, entspricht ganz und gar nicht diesem Bild.

ndPlusSebastian Bähr

Realer Horror im Einzelhandel

Die Einzelhandelskette Real des Metro-Konzerns hat beschlossen, ihre rund 34 000 Mitarbeiter auszulagern. Die Initiative »Aktion Arbeitsunrecht« will mit einem Aktionstag die Beschäftigten stärken.

Hendrik Lasch

Goliath gegen Goliath

In Leipzig soll die Gießerei Halberg Guss geschlossen werden. Sie ist in den Zoff zwischen VW und einem Zulieferer geraten. Die Belegschaft will indes nicht zum »Spielball für das Kapital« werden - und streikt.

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EU erhöht Ausbauziel für Erneuerbare

Straßburg. Der Anteil erneuerbarer Energien soll in der Europäischen Union bis 2030 auf knapp ein Drittel steigen. Darauf einigten sich EU-Parlament und Mitgliedstaaten am Donnerstagmorgen. »Deal! Neues 32-Prozent-Ziel für erneuerbare Energien bis 2030«, twitterte EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete. Die Unterhändler beschlossen außerdem das Ende von Palmöl in Biosprit und mehr Freiheiten für Bü...

Sebastian Weiermann, Düsseldorf

Konzeptlos in der Dieselkrise

In einer aktuellen Stunde im Landtag Nordrhein-Westfalen hat die Opposition gefordert, aktiver gegen die Schadstoffbelastung der Luft in zahlreichen Städten vorzugehen. Die Politik reagiert zögerlich.

Ralf Klingsieck, Paris

Macrons Sieg auf der Schiene

Die umstrittene und heftig umkämpfte Bahnreform in Frankreich ist endgültig beschlossene Sache. Damit wird der Markt für die Konkurrenten der Staatsbahn SNCF geöffnet.

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Rekord I

Für Essam Al-Hadari sollte eigentlich in Ägyptens Nationalmannschaft vor fünf Jahren Schluss sein. Der frühere Nationaltrainer Bob Bradley zog dem damals bereits 40-Jährigen einen jüngeren Torwart vor. Unerhört, fand Al-Hadari und kündigte seinen Abschied an. Da ihm der neue Trainer Héctor Cúper aber vertraut, spielt die ägyptische Torwartlegende noch immer und dürfte beim WM-Auftakt gegen Uruguay...

Rekord III

An Rafael Marquez scheiden sich die Geister. In Mexiko wird er als »Kaiser« verehrt, doch das US-Finanzministerium war im August 2017 davon überzeugt, dass der Abwehrspieler »Drahtzieher« bei Drogendeals gewesen sei. Die Ermittlungen laufen noch, und Marquez verlor einige Sponsoren. Trotzdem will der 39-Jährige am Sonntag gegen Deutschland auflaufen. Mit seiner dann fünften WM-Teilnahme würde er m...

Rekord II

Zumindest auf die Einstellung eines Rekordes hofft auch der nimmermüde Australier Tim Cahill. Sollte der 38-Jährige in Russland ein Tor schießen, stieße er in einen exklusiven Klub vor, denn er wäre der vierte Spieler, der bei vier Weltmeisterschaften einen Treffer erzielt - nach Pele, Uwe Seeler und Miroslav Klose. »Auf diese Liste zu kommen, wäre unbezahlbar«, sagte Cahill vor dem Spiel am Samst...

Die zweite Chance
ndPlusMarie Frank

Die zweite Chance

Interne Streitereien und eine Niederlage nach der anderen: Für das deutschen Rugby sah es zuletzt nicht gut aus. Doch wegen Punktabzügen der Konkurrenz rückt die WM plötzlich wieder in greifbare Nähe.

Jirka Grahl

Mein erstes Länderspiel

Ach du Scheiße, worauf habe ich mich denn da eingelassen? Ich stehe neben dem Rasen des altehrwürdigen Streltsow-Stadions in Moskau. Vor zwei Stunden hat mich ein Bekannter von der russischen Fanbotschaft angerufen, ob ich nicht einspringen könne - als Fußballer. Ein lange geplantes Freundschaftsspiel zwischen einer russischen Auswahl der »Boleltschiki« (Fans) und saudischen Fußballanhängern, quas...

Kurznachrichten:

Seite 19

WM-Countdown

ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt reist nicht nach Russland. Der 55-Jährige hatte wesentlich zur Aufklärung des systematischen Sportbetrugs im WM-Ausrichterland beigetragen und gilt dort seither als unerwünscht. Dem Journalisten war zwar ein Visum erteilt worden, er sollte aber zu laufenden russischen Ermittlungen gegen den Dopingkronzeugen Grigori Rodtschenkow vernommen werden. Offenbar warnte das B...

Letzte Gelegenheit für den Superstar
Jens Marx und Ulrike John, Sotschi

Letzte Gelegenheit für den Superstar

Cristiano Ronaldo will mit Portugal nun auch Weltmeister werden. Beim ersten Auftritt muss der Weltfußballer gegen seine Wahlheimat Spanien ran, das jedoch vom Trainerchaos gebeutelt ist.

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»Opportunity« im Staubsturm

Washington. Der gigantische Staubsturm auf dem Mars, der den Rover »Opportunity« vorübergehend lahmgelegt hat, wird sich ausbreiten. In zwei bis drei Tagen werde der Sturm aller Voraussicht nach den ganzen Planeten bedecken, sagte John Callas, Manager bei der US-Raumfahrtbehörde NASA, am Mittwoch. Im Hinblick auf den Rover, der seine wissenschaftlichen Aktivitäten wegen des Sturms vorübergehend ei...

Christiane Oelrich, Genf

Harmloser Spaß oder Krankheit?

Fast jeder zweite Deutsche spielt auf Handy, Tablet oder Computer. Doch wenn das Gedaddel überhand nimmt, wird es problematisch. Gibt es die Krankheit Online-Spielsucht?

Sebastian Kunigkeit, Paris

Arbeitspferd für All-Transport

Die Ariane-4-Rakete war ein Durchbruch für Europas Raumfahrtindustrie. Drei Jahrzehnte nach dem Jungfernflug hat sich der Trägerraketenmarkt extrem beschleunigt.

nd-Kiosk-Finder