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Berlin blockiert Geld für Athen

Berlin. Die Auszahlung der letzten Kredittranche an Griechenland von 15 Milliarden Euro verzögert sich wegen deutscher Vorbehalte. Zwar billigten die Eurofinanzminister und auch das Direktorium des Eurorettungsschirms ESM bis Freitagfrüh die letzte Finanzspritze grundsätzlich. Vor der Überweisung muss sich aber der Bundestag noch einmal damit befassen. Grund ist die Entscheidung der Regierung in A...

»Demografiefonds« soll Renten sichern

Berlin. Bundessozialminister Hubertus Heil (SPD) hat sein Rentenpaket auf den Weg gebracht, es muss jedoch noch in Koalition und Parlament abgestimmt werden. Verbesserungen soll es für Mütter, Geringverdiener und Erwerbsminderungsrentner geben. Vorgesehen ist, dass das Rentenniveau bis 2025 stabil bei 48 Prozent bleibt und die Beiträge nicht über 20 Prozent steigen. Zur Absicherung soll ein »Demog...

May und Trump gegen Russland

London. Washington und London wollen, so die britische Premierministerin Theresa May, Russland entschieden und vereint entgegentreten. May sagte nach dem Treffen mit US-Präsident Donald Trump am Freitag, sie seien sich einig gewesen, dass ein Dialog mit Moskau aus einer Position der »Stärke und Einigkeit« erfolgen müsse. Trump sagte, seine Regierung sei gegenüber Russland »weit härter aufgetreten ...

unten links

Der Europäer mag die Globalisierung. Des Wetters zum Beispiel. Aber nicht der Schwarzkopfruderente, wenn sie mit ihrem schwarzen Kopf seinen Kontinent anrudert. Weil gleich der Ente viele invasive Arten sich in Europa ausbreiten, ohne Rücksicht auf einheimische Flora und Fauna, hat die EU-Kommission nun 37 von ihnen quasi mit einem Einreise- und Vermehrungsverbot belegt. Ob Louisianakrebs oder bra...

Simon Poelchau

Politische Pedanterie

Man kann die deutsche Haltung gegenüber Griechenland nur als politisch gewollte Pedanterie bezeichnen. Dass sich der Bundestag noch mal mit der Auszahlung der letzten Kredittranche beschäftigten soll, ist absolut überflüssig. Alle anderen Kreditgeber außer Deutschland scheint es nicht zu jucken, dass Athen die Mehrwertsteuer für fünf Inseln in der Ostägäis nicht anheben will. Warum auch? Es ändert...

Kapitaler Realismus

Berlin. Der Deal zwischen den Fiat-Eignern und der Belegschaft lautete lange ungefähr so: In der Woche haltet ihr eure Knochen für unseren Profit hin; dafür kaufen wir unserem Fußballverein Juventus Turin die guten (und teuren) Spieler, die am Wochenende scheinbar für euch die Knochen hinhalten, damit ihr euch auch mal als Sieger fühlen könnt. Geht es dem Unternehmen oder dem Verein gut, geht es a...

Uwe Kalbe

Staaten sollen umdenken

Es scheint kaum in die politische Landschaft zu passen. Wohl deshalb blieb es nahezu unbeachtet: Die UNO verabschiedet einen Pakt über globale Migration.

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Aert van Riel

Wachsende Nervosität

Der Niedergang der Regierungsparteien setzt sich auch in dieser Legislatur fort. Union und SPD verlieren an Zustimmung und haben nach manchen Erhebungen ihre gemeinsame Mehrheit verloren. Das ist ein Beleg dafür, dass Parteien keinen Erfolg haben, wenn sie sich in der Asylpolitik zu Erfüllungsgehilfen der AfD machen. Das hilft nur der rechten Partei selbst. Sie kann sich bestätigt fühlen, wenn die...

Angekommen in der Realität

Die Nationalversammlung in Frankreich hat beschlossen, das Wort »Rasse« aus der Verfassung zu streichen. Für die Abgeordneten ist der Begriff veraltet. Das ist ein Meilenstein für den Kampf gegen Rassismus.

Niklas Franzen

Man sollte es lassen

Die »Zeit« fragt, ob die Seenotrettung von Geflüchteten im Mittelmeer legitim ist. Das ist kein journalistischer Pluralismus, sondern Anbiederung an gesellschaftliche Stimmungen.

Jürgen Amendt

Das arme Kind

Der kleine Laurent Simons hat es wahrlich nicht leicht. Sein Abitur hat er gerade abgelegt - mit acht Jahren. Jetzt möchte er studieren - nein, halt: Ob er das möchte, wissen wir nicht, er sagt, dass er das möchte, aber möglicherweise sagt er das auch nur deshalb, weil er davon ausgeht, dass seine Eltern möchten, dass er das sagt. Hochbegabte Kinder sind die Zirkustiere der Mediengesellschaft: Sie...

Martin Leidenfrost

Schlaflos in Bari

Aufgrund eines verspäteten Billigfluges stehe ich nach Mitternacht in Bari. Ich beschließe, auf ein Hotel zu verzichten und die ganze Nacht zu wandern. Die Hauptstadt Apuliens ist eine nüchterne Großstadt, Adria und Innenstadt werden von großen Steinblöcken und Durchzugsstraßen getrennt. Tiefsüdliche Versunkenheit nur in der stillen Altstadt: Heiligenbilder mit Plastikblumen und Gardinenstreifen, ...

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Schlechte Aussichten

»Wenn Kaschmir kratzt«, lautete einmal eine hübsche Überschrift zur aktuellen Lage in der Himalaya-Region, die nur insofern unpassend war, als dass es dort seit Jahrzehnten immer kratzt. »Kaschmir« kennt man eigentlich nur in Kombination mit »Wolle« - oder eben mit »Konflikt«. Nach einer Phase relativer Beruhigung sind Zusammenstöße im indischen Bundesstaat Jammu und Kaschmir zwischen muslimischen...

Yücel Özdemir

Willkommen in der »Ein-Mann-Republik«

Es war von Anfang an klar, dass die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen am 24. Juni das Schicksal der Türkei bestimmen werden. Jetzt ist Erdoğans Selbstbewusstsein stärker denn je; die Wahl in der ersten Runde für sich entschieden zu haben, hat ihn gestärkt und er nähert sich schnellen Schrittes seinen Zielen. Er spricht von einer »neuen Ära« und einer »neuen Türkei«. Seine erste Handlung ...

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Ex-Leibwächter von Bin Laden abgeschoben

Berlin. Der trotz eines Verbots nach Tunesien abgeschobene Ex-Leibwächter von Al-Kaida-Anführer Osama bin Laden will seine Rückkehr nach Deutschland erreichen. Wie ein Sprecher des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen am Freitag sagte, habe Sami A. einen Eilantrag eingereicht, der darauf abziele, nach Deutschland zurückgeholt zu werden. Die dafür zuständige Kammer wollte demnach noch im Laufe des Tag...

Seehofer stürzt in Umfrage ab

Mainz. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) ist nach dem Streit um die Flüchtlingspolitik in der Wählergunst regelrecht abgestürzt. Nach dem am Freitag veröffentlichten ZDF-»Politbarometer« rutschte er in der Rangfolge der zehn wichtigsten Politiker weiter ab und belegte mit einem Wert von minus 1,2 den letzten Platz. Ende Juni war er auf einer Skala von plus fünf bis minus fünf mit minus 0,3 ...

Streik bei Halberg kann weitergehen

Frankfurt am Main. Der Streik beim Autozulieferer Neue Halberg Guss (NHG) geht weiter. Das Arbeitsgericht Frankfurt am Main lehnte am Freitag eine einstweilige Verfügung ab, mit der das Unternehmen den Arbeitskampf in den Werken Saarbrücken und Leipzig stoppen lassen wollte. Am Tag zuvor waren Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag gescheitert. Die rund 2200 Beschäftigten streiken seit dem 14...

Anna Maldini, Rom

»Es ist nicht akzeptabel«

Dem italienischen Autobauer Fiat geht es nicht gut, worunter vor allem die Werktätigen zu leiden haben. Die sind empört, dass der Fiat-Besitzer Millionen für den Star-Fußballer Cristiano Ronaldo ausgibt.

Sebastian Bähr

Rote Karte für Real

Der Metro-Konzern hat alle 34.000 Mitarbeiter seiner Supermarkt-Kette Real ausgegliedert. Die Gewerkschaft Ver.di rief nun zu Arbeitskämpfen auf. Unterstützung kam von der »Aktion Arbeitsunrecht«.

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Bafta Sarbo und Tahir Della

Dieser Staat schützt uns nicht!

Schwarze Menschen und Geflüchtete sind in Deutschland besonderer Repression ausgesetzt - Sichtwort Racial Profiling und Angriffe auf Asylbewerberheime. Der alltägliche Rassismus wurde sogar bei der Urteilsverkündung im NSU-Prozess deutlich.

René Heilig

Männer-Meeting im Minenfeld

Beim NATO-Gipfel in Brüssel zeigte sich wieder einmal: Was Trump will, bekommt er. Am Montag trifft er sich mit dem russischen Präsidenten. Was will er von dem und was ist Putin bereit zu geben?

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Leila Dregger, Tamera

Fracking im Sonnenparadies?

Portugal hat dem Ölkonsortium GALP/Eni im kommenden Herbst vor der Küste Probebohrungen nach Erdöl gestattet. Dagegen formiert sich breiter Widerstand, Hilfe kommt aus North-Dakota.

Marc Engelhardt, Addis Abeba

Neuer Premier wandelt Äthiopien

In wenigen Monaten hat der äthiopische Premier Abiy Ahmed die Politik des ostafrikanischen Landes umgekrempelt. Die Versöhnung mit dem verfeindeten Nachbarstaat Eritrea ist das jüngste Beispiel.

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Wolf H. Wagner, Florenz

Italien gegen alle

Innenminister Matteo Salvini trifft nicht nur bei seinen Ministerkollegen auf Widerstand - Staatspräsident Sergio Mattarella ließ per Erlass ein Schiff in Sizilien anlanden.

Ralf Klingsieck, Paris

Linker Flügel auf dem Marsch

Frankreichs Präsident Emanuel Macron plant, per Verfassungsänderung den Anspruch auf Sozialversicherung aus dem Grundgesetz zu streichen. Indiskretionen und ein offener Brief setzen ihn unter Druck.

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Hagen Jung

Ein Gift auch für Henker?

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg untersucht, ob ein Unternehmen aus Niedersachsen ein Tötungsmittel für Tiere illegal in die USA geliefert hat. Eine der Substanzen wird auch bei Hinrichtungen verwendet.

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Weltpolitik in 280 Zeichen

Um das Wesentliche auszudrücken, bedarf es nur weniger Worte, eigentlich braucht man nur 280 Zeichen. Das reicht, um zum Beispiel Donald Trump per Tweet mitzuteilen, was man von ihm und seiner Politik hält: Trump, Du A...loch! Sehen Sie, Frau Merkel, so einfach ist Weltpolitik. jam Foto: imago/Steinach...

Freundschaft!

Ganze 14 Meter hoch, 3 Tonnen schwer, versteckt unter der Pyramide des Louvre. »Thron« heißt die Riesenskulptur von Kohei Nawa. Das millionenteure Kunstwerk hat der japanische Künstler eigens für das Pariser Museum geschaffen. Die Ausstellung der Skulptur gehört zu den Highlights der »Japonismes 2018«, mit der in Frankreichs Museen, Konzerthallen und Theatern Japans Kunst und Kultur gefeiert und g...

Leo für Sally

Meg Ryan wird beim Filmfestival Locarno für ihren Beitrag zur Filmgeschichte mit dem Leopard Club Award geehrt. Die Veranstalter nannten als Beispiele unter anderem die Welterfolge »Harry und Sally« (1989), »Schlaflos in Seattle« (1993) und »E-Mail für Dich« (1998). Ryan habe sie mit ihrer geistreichen Interpretation, die Schönheit und Ironie einmalig verbinde, zu Kultfilmen gemacht, teilten die V...

Reiner Oschmann

Der andere Amerikaner

Ben Rhodes, Freund und Berater von Barack Obama, hat ein Buch geschrieben, in dem er Einblicke in die Amtszeit des 44. US-Präsidenten gibt. Er dokumentiert damit auch, wie gefährlich Obamas Nachfolger im Amt ist.

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Jürgen Amendt

Blick aus dem Abgrund

Der NSU-Prozess ist zu Ende. Das Verfahren hat historische Bedeutung, doch im deutschen Fernsehen herrscht derweilen Normalbetrieb, während ein deutscher Innenminister den NSU-Terroristen weiter Futter gibt.

Stephan Fischer

Bloß kein WM-Katar!

Frankreich oder Kroatien – wer Fußball-Weltmeister 2018 wird, weiß noch niemand. Unser Kolumnist kennt dagegen schon den Weltmeister 2022 und weiß, wie das Wüstenwintermärchen dereinst ausgegangen sein wird.

Stefan Ripplinger

Angriff auf die Insel

In den 1950er Jahren kam an Ingmar Bergman niemand vorbei. Heute, an seinem hundertsten Geburtstag, scheint er der altmodischste Regisseur der Welt zu sein, altmodischer als sein Lehrer Victor Sjöström, altmodischer als Charlie Chaplin. Den Grund für diese Umwertung zeigt, unfreiwillig, Margarethe von Trotta in ihrem neuesten Film auf. Von Trottas Dokumentation »Auf der Suche nach Ingmar Bergman« ...

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Fahren in der »Waschmaschine«

Die Tour de France sucht immer wieder das Spektakel. Das muss sie auch. Schließlich geht es um die rare Ressource Aufmerksamkeit. Eine Rundfahrt alter Prägung - erste Woche Flachetappen, dann Alpen oder Pyrenäen, danach Pyrenäen oder Alpen und zwischendrin mal ein Zeitfahren oder eine Überführungsetappe durchs Mittelgebirge - ist mit den immer kürzer werdenden Aufmerksamkeitsspannen des Fernseh- u...

Ute Weinmann, Moskau

Alles paletti, oder nicht?

Die WM hat der russischen Tourismusbranche viel gebracht, dem internationalen Ansehen des Landes auch. Die Bürger aber müssen nach dem Turnier für vieles mehr zahlen - und für die Rente länger arbeiten.

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Heiß begehrt

Zweimal ist argentinisches Recht: Nestor Pitana darf nach seinem Landsmann Horacio Elizondo im Jahr 2006 als zweiter Schiedsrichter in der WM-Geschichte nach dem Eröffnungsspiel auch das Finale leiten. Beide Endspielgegner haben Pitana bereits kennengelernt. Er pfiff den Achtelfinalerfolg der Kroaten gegen Dänemark und den Viertelfinalsieg der Franzosen gegen Uruguay. Den »Rächer« für sein Land ka...

Mehr gespielt

Kroatiens Spieler brauchten mal eine Pause. »Ich habe ihnen gesagt, sie sollen selbst schauen, was ihnen gut tut«, gab Trainer Zlatko Dalic dem Team den kompletten Donnerstag frei. Kroatien hat im Vergleich zu Gegner Frankreich einen Tag weniger Vorbereitungszeit, zudem musste Dalic’ Mannschaft in allen drei K.o.-Spielen in die Verlängerung, zweimal sogar ins Elfmeterschießen. »Wir sind wohl das e...

Kaum beliebt

Auf die Partie um Platz drei an diesem Sonnabend hat niemand Lust - jedenfalls keiner der Fußballer. »Es fällt schwer, dieses Spiel zu spielen. Aber wir müssen es ja tun«, sagte Belgiens Torhüter Thibaut Courtois nach seiner Halbfinalniederlage. Englands Harry Maguire behielt seine »Meinung dazu lieber für mich«. Bei einer EM ist das Spiel längst abgeschafft, doch die FIFA hält daran fest. Eine we...

Wankende Gewissheiten

Do swidanja, Rossija! Am Sonntag gehen viereinhalb Wochen Fußball-WM zu Ende. 32 Tage voller spannender Begegnungen, mit denen man diese Kolumne hier eigentlich noch ein halbes Jahr weiterführen könnte: Mit überraschenden Geschichten über Leute wie Uri Levy aus Israel - ein Kollege aus Jerusalem, der für israelische und arabische Internetseiten schreibt und für sein eigenes Portal betreibt: babago...

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Mediaspree entgegen Bürgerwillen

Vor genau zehn Jahren stimmten die Friedrichshain-Kreuzberger mehrheitlich für ein »Spreeufer für alle«. Die Entwicklung im Sinne der Investoren bremste das kaum.

Nicolas Šustr

Stadtbewegung wachgeküsst

Vor zehn Jahren sagten die Friedrichshain-Kreuzberger »Nein« zu der investorenfreundlichen Planung der SPD-Betonfraktion. Vorausgegangen war dem eine intensive Debatte darüber, wie sich die Bewohner ihre Stadt der Zukunft wünschen. Die konkreten Ergebnisse auf dem Areal sind leider mehr als dürftig, denn einst gegebene Zusagen wollte der Senat nicht zurücknehmen. Inzwischen nähern sich die einstig...

Nicolas Šustr

Über 42.000 unterzeichnen gegen Straßenreklame

Werbung ist allgegenwärtig im Straßenbild. Zehntausende wollen sich damit nicht abfinden und unterstützen ein Volksbegehren. Ganz verschwinden sollen die Plakate demnach aber nicht.

ndPlusJérôme Lombard

»Mobbing ist kein Kavaliersdelikt«

Regelmäßig wird über Antisemitismus in Berlin berichtet. Auch Schüler sind nicht selten die Opfer. Für sie sind die Beschimpfungen besonders schwer zu verdauen. Ein Interview mit Vladislava Zdesenko

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Jeanette Bederke

Das Märchen vom Wolf

Das neue Wolfszentrum im Wildpark Schorfheide soll Informationen über die geschützten Tiere bieten und mit Vorurteilen aufräumen.

Zehn Angriffe auf Luxushotel in Kreuzberg

Die linke Szene sah es als massive Provokation: Ein schickes, teures Hotel eröffnet im Herzen Kreuzbergs. Dort, wo sich am 1. Mai die Linksautonomen versammeln. Der Protest hält an.

Johanna Treblin

Robinien müssen weichen

Nach dem Sturm-Jahr 2017 hat die Bahn den Aktionsplan Vegetation eingeführt. Bäume werden jetzt intensiver auf ihre Standfestigkeit kontrolliert.

Sybille Gurack

90 Jahre und kein bisschen leise

Alt-Kirchenmusikdirektor Wolfgang Kahl gibt anlässlich seines 60. Geburtstages im St. Marien Dom mit einstigen Mitstreitern ein Konzert.

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Autofahrer rettet »schönstes Schlagloch in NRW«

Mönchengladbach. Ein Autofahrer hat das wohl »schönste Schlagloch Nordrhein-Westfalens« im letzten Moment gerettet. »Wir waren schon vor Ort und wollten es gerade verfüllen, als ein Autofahrer seinen Wagen darüber geparkt hat«, sagte eine Sprecherin der Mönchengladbacher Straßenbetriebe am Donnerstag. Eine 33-Jährige hatte die aufgeplatzte Straße in eine kleine, bunte Teichlandschaft verwandelt: E...

Mitbestimmen beim Geldausgeben

Freiberg. Der Countdown läuft: Noch einen Monat können die Einwohner von Freiberg in Sachsen mitbestimmen, wofür ihre Stadt Geld ausgeben soll. Zum zweiten Mal nach 2016 hat die Silberstadt im Landkreis Mittelsachsen einen Bürgerhaushalt gestartet. Bis 13. August können Bürger auf der eigens dafür eingerichteten Internetseite www.buergerhaushalt-freiberg.de Vorschläge unterbreiten oder auch 35 Vor...

Lange Fahrten, fehlende Halte

Düsseldorf. Die Deutsche Bahn nutzt die Sommerferien auch 2018 zu umfangreichen Bauarbeiten am Schienennetz in Nordrhein-Westfalen. Los ging es zumeist in der Nacht zu Samstag. Die Strecke zwischen Dortmund und Hamm wird bis 10. September gesperrt, weil auf dem 26 Kilometer langen Abschnitt nicht nur Schienen und Oberleitungen saniert werden. Zugleich sollen fünf Bahnhöfe für den Rhein-Ruhr-Expres...

Marek Majewsky, Schwerin

Budget reicht nicht für Räumung

73 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg liegen noch zahlreiche Bomben in Mecklenburg-Vorpommern. Unfälle gab es schon länger nicht mehr, aber die Gefahr bleibt.

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Der Film Collini

Der Bestseller »Der Fall Collini«, des Strafverteidigers und Schriftstellers Ferdinand von Schirach wird verfilmt. Die Hauptrolle des jungen Anwalts Caspar Leinen übernimmt der Schauspieler Elyas M’Barek, wie Constantin Film am Freitag mitteilte. In dem Polit-Thriller ist Leinen der Pflichtverteidiger des Werkzeugmachers Fabrizio Collini, der anscheinend grundlos einen alten Mann im Berliner Hotel...

Beatles-Fans gehen in Berlin leer aus

Der Ex-Beatle Paul McCartney gibt sein einziges Konzert im deutschsprachigen Raum während seiner nächsten Tour, nämlich in Österreich. Beatles-Fans in Berlin und anderen deutschen Städten gehen wieder einmal leer aus. Der 76-Jährige gastiert bei der »Freshen Up«-Tour am 5. Dezember in der Wiener Stadthalle. Insgesamt sind für die anstehende Tour nur neun Konzerte geplant, in Europa wird die gealte...

Ska-Newcomer pressen neue Scheibe

In der Untergrund-Ska-Szene Berlins sind Skamarley längst keine Unbekannten mehr. Mit dem Release ihres neuen Albums WBDL (bedeutet: Wir bringen die Liebe) wollen sie nun aber auch die Herzen der restlichen Bewohner der Stadt erobern. Jeder Song behandelt das Thema Beziehungen, egal ob zu Bern, dem Busfahrer oder zur großen Liebe.Laut eigenen Angaben haben sie sich mit Erlaubnis ihres örtlichen FD...

Die Angst des Tormanns beim Elfmeter

Wenn in einem Film ein Fußball-Torwart Bloch heißt, weiß man, dass es sich um mehr als nur schnödes Fußballspiel handelt und dass hier ein gehörig Maß an Philosophie im Spiel ist. Bloch, Josef Bloch, heißt der Torhüter, der in »Die Angst des Tormanns beim Elfmeter« durch einen Platzverweis bei einem Auswärtsspiel seiner Mannschaft völlig aus der Bahn geworfen wird und fortan ziellos durch die frem...

hds

Wurzeln statt Fahnen

Er war knorrig, vertrackt, listig. Er stand in jeder Landschaft so, dass die sich fremd vorkam. Obwohl der eingefleischte Fremde doch er selber war. In den Argumenten seines stillen Zweifelns konnte man sich verlaufen wie in einem dunklen kalten Wald. Er kam nicht aus den schwarzen Wäldern wie sein geliebter Brecht, für den er, zu unbrechtisch aufgeladenen frühen DDR-Zeiten, geradezu militant foch...

Thomas Schöne, Köthen

Köthen hat einzigartige Vögel ...

Das Köthener Schloss beherbergt eine einzigartige historische Sammlung mit weit mehr als 1000 ausgestopften Vögeln. Sie steht auf der »Liste des national wertvollen Kulturgutes« - allerdings kennt sie kaum jemand. Die Stadt Köthen will das ändern. »Der erste Schritt ist ein neuer Name«, sagt der Leiter der Stadtentwicklung von Köthen, Frank Amey. Statt Naumann-Museum könnte die Sammlung »Herzoglic...

Antje Rößler

Singendes Erzählen

Sprache und Klang, Dichtung und Musik - das geht bei Etta Scollo Hand in Hand. Seit fast 15 Jahren widmet sich die italienische Sängerin der reichen Geschichte ihrer Heimat. Ihre neue Platte »Il passo interiore«, die sie in der Ufa-Fabrik vorstellte, vereint Textvorlagen aus fünf Jahrhunderten. Wort und Musik sind dabei untrennbar miteinander verbunden. »Das Wort muss wie Musik werden und seine Ge...

Herbert Mackert, Bad Kissingen

Vom Wasser aus mit allen Sinnen

Das Musikfestival »Kissinger Sommer« wagt sich an ungewöhnliche Spielorte: Jetzt ging es zum Klassikkonzert in die Therme. Mit entsprechender Garderobe.

Hagen Jung, Schwerin

Über Fabrik und Schacht hinaus

Das breite Spektrum künstlerischen Schaffens in der DDR zeigt eine Sonderausstellung des Staatlichen Museums in Schwerin. Rund 120 Gemälde, Grafiken und Plastiken sind dort noch bis Oktober zu sehen.

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Oliver Eberhardt

»Wir leben in einer Seifenblase«

In Ägypten fordern immer mehr Frauen ihre Rechte ein – allerdings vor allem in den gut ausgebildeten und säkular eingestellten Mittelschichten der Städte. Eine Reportage aus Kairo.

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ndPlusOliver Eberhardt

Zwölf Ermittler für ein ganzes Land

Knochenbrüche, Hämatome, Brandwunden, tief und groß. Die Fotos aus der dicken Akte, durch die Raed al Adly blättert, sind drastisch. Seine Stimme zittert, während er spricht: »Auch nach drei Jahren bin ich noch nicht abgehärtet, um solche Bilder einfach aus meinem Kopf zu verbannen«, sagt der 48-Jährige. Er stellt die Unterlagen zurück in den großen Aktenschrank an der Wand. Al Adly ist Polizist b...

ndPlusOliver Eberhardt

Überall drängt es nach Veränderung

Es ist Ende Juni. Der Nachrichtensender Al Dschasira zeigt Bilder von verschleierten Frauen hinter dem Lenkrad eines Autos. Die Szene stammt aus Saudi-Arabien, wo gerade mit großem Tamtam das einzige Frauenfahrverbot abgeschafft wurde, das es jemals in einem unabhängigen Staat gab. In der tunesischen Hauptstadt Tunis schaut Néziha Laabidi auf den Bildschirm. »Absurd, dass so etwas als Erfolg ...

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Steve Ditko

Wer die Marvel-Comics von Spiderman kennt, kennt auch Steve Ditko - oder er kennt zumindest das, was Ditko kreiert hat. Ditko hat Anfang der 1960er Jahre gemeinsam mit dem späteren Chef von Marvel-Comics, Stan Lee, den Superhelden mit den Spinnenkräften geschaffen. Ditko war es, der Peter Parker den typischen rot-blauen Anzug und die Spinndrüsen an den Händen verpasste. Doch nicht nur der sich dur...

Lord Car(r)ington

Lord Carrington verkörperte ein Stück seines Königreichs, wie es urbritischer kaum geht. Er gehörte schon dem letzten Kabinett von Winston Churchill ab 1951 als Landwirtschafts-Staatssekretär an, war in vielen folgenden konservativen Regierungen aber vor allem Verteidigungs- oder Außenminister. Als solcher trat er - gegen den Wunsch seiner Premierministerin Margaret Thatcher - 1982 zurück, weil er...

Ute Weinmann

Profi ohne Papiere

Der Fußballer Traore Kadjale ist von Côte d’Ivoire nach Russland geflohen. Er träumt davon, für Lokomotiv Moskau zu spielen. Trotz russischer Frau und gemeinsamen Kindern kämpft er stattdessen gegen seine Abschiebung.

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ndPlusHaidy Damm

Das Kleine fressen

Seit Kurzem krabbelt es in den Supermarktregalen, zumindest gefühlt: Mit Jahresbeginn hat die EU Insekten als Nahrungsmittel 
zugelassen. Jetzt stellt sich die Frage, was artgerechte Haltung bei Käfern bedeutet. »nd« hat zugelangt.

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Lösung Nr. 239

Beim letzten Mal fragten wir nach dem Komponisten Franz Liszt. Gewonnen haben:Christine Speer, CottbusDoris Mettel, BerlinUlrike Unbehauer, AueRätselantworten per Post an: neues deutschland, Steckbrief, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin, oder per E-Mail an: steckbrief@nd-online.deDie Einsender/Gewinner erklären sich mit der Veröffentlichung ihrer Namen und Wohnorte einverstanden....

Paula Irmschler

Lächel mal

Welche Frau hat es noch nicht gehört? Kaum grinst sie nicht dauerfröhlich durch die Gegend, heißt es von irgendwoher: »Lach doch mal.« Warum es gerade während der Arbeit ein Recht auf einen beschissenen Tag geben muss.

Flucht aus der Bürgerlichkeit

Sie wurde als Tochter eines russischen Generals in St. Petersburg geboren. Während dieser seine fünf Söhne mit autoritärer Strenge erzog, durfte sie - als Liebling des Vaters - meist tun und lassen, was sie wollte. Klatschte sie in die Hände, sprangen sogleich die Dienstboten hierbei. Sie hielt es daher auch als Erwachsene für normal, dass Verehrer ihr stets zu Willen waren.Zum Verdruss ihrer Elte...

ndPlusWolfgang M. Schmitt

Morgen wird alles besser

Wie heute noch provozieren, wo doch der Kapitalismus dankbar jeden widerständigen Akt in sich aufnimmt, um sich selbst zu erneuern? Vielleicht so wie Serge Gainsbourg 1984 live in einer Fernsehshow: mit totaler Negation. Im Ärger auf die französischen Einkommenssteuern zückte der Sänger plötzlich einen 500-Franc-Schein und verbrannte diesen vor den Augen eines Millionenpublikums. Ein Skandal. Taus...

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Velten Schäfer

Nomadisieren nach Plan

Von der Revolution auf dem Rasen und nicht ordnungsgemäß in die Hose gesteckten Leibchen, von Totalem Fußball und Matchplan: Was die Geschichte der Fußballtaktik über die Gesellschaftsordnung verrät.

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Jürgen Amendt

Halbe Sache

Als vor 15 Jahren unter Rot-Grün das Ganztagsschulprogramm gestartet wurde, versprach sich die Politik davon wahre Wunderwerke. Die damalige Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn sah im Ausbau der Halbtags- zur Ganztagsschule gar die Möglichkeit, die Bildungschancen von der sozialen Herkunft abzukoppeln. Für Bildungschancen, so Bulmahn beim Start des Programms euphorisch, dürfe es künftig kein...

Mangel an Empirie

Was Hausaufgaben leisten sollen, wodurch sie sich zu anderen Lernformen abgrenzen, wie sie definiert werden, ist nicht eindeutig definiert. Letztlich sind die Meinungen dazu abhängig vom Menschenbild und pädagogischen Ansatz. Der Sozialpsychologe und Schulforscher Martin Wellenreuther versteht darunter Aufgaben, »die eine Lehrkraft im Unterricht stellt und die zu Hause durch den Schüler erledigt w...

ndPlusThomas Gesterkamp

Ein Akt von Hausfriedensbruch

Hausaufgaben sind ein Ärgernis, ein ständiger Anlass zum Streit in vielen Familien. Als »Hausfriedensbruch« hat sie Renate Hendricks, die langjährige Vorsitzende des Bundeselternrats, einst bezeichnet. »Was hast du heute auf?« - diesen nachforschenden Satz aus dem Mund ihrer misstrauischen Erziehungsberechtigten hören Schülerinnen und Schüler nicht besonders gern. Sie fühlen sich gegängelt, bedrän...

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ndPlusThomas Isenburg

Wenn Artenvielfalt austrocknet

Ob im feuchten Januar oder in der weithin anhaltenden Trockenheit des Juni dieses Jahres - es wird zunehmend deutlich: Das Klima ändert sich. Überschwemmungen statt Schnee im Winter lassen Skitouren in deutschen Mittelgebirgen buchstäblich ins Wasser fallen. Skisprungschanzen und die Erinnerung der Älteren an Skiwettbewerbe in diesen Regionen zeugen noch von ganz anderen klimatischen Verhältnissen...

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ndPlusBarbara Barkhausen

Hoffnung für den Beutelbären

Koalas haben es nicht leicht. Die Beutler, die den Großteil des Tages verschlafen, sind in Teilen Australiens vom Aussterben bedroht. Das Abholzen großer Eukalyptuswälder an der Ostküste nimmt ihnen Lebensraum. Autounfälle, Buschfeuer, Hundeattacken und eine Chlamydia-Infektion, die sie erblinden lässt und unfruchtbar macht, tragen ebenso dazu bei, dass die australischen Symboltiere immer weniger ...

ndPlusSteffen Schmidt

Monsterbeschleuniger im All

Obwohl hochenergetische kosmische Strahlen schon vor gut 100 Jahren entdeckt worden sind, ist bislang unklar, woher Teilchenstrahlung mit Energien von bis zu 1020 Elektronenvolt (eV) herkommen könnten. Diese Teilchen sind meist Protonen, wie sie auch im größten Teilchenbeschleuniger der Welt, dem LHC am Europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf, kreisen. Dort jedoch werden nur Energien in de...

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Martin Stolzenau

Käthe Kruse

Bad Kösen bei Naumburg ist ein Besuchermagnet, nicht nur als Kurort und boomendes Weinanbaugebiet. In der Stadt im anhaltinischen Burgenland hat die geschäftstüchtige Unternehmerin Käthe Kruse ihre weltberühmten Puppen kreiert. Sie stellte in Handarbeit im Jahr bis zu 18 000 Puppen her, für die sie erst 1925 per Reichsgerichtsurteil Urheberschutz erhielt, den ersten überhaupt auf Spielzeug. Nachde...

ndPlusRegina Stötzel

Sehen und gesehen werden

Natürlich ist es mir ein großes Vergnügen, deine freundliche Einladung anzunehmen«, schreibt Frederick Douglass am 14. Juli 1848 in Rochester, einer Stadt am Ontariosee im US-Staat New York, in einem kurzen Brief. Die Empfängerin, Elizabeth M’Clintock, ist eine Bekannte von ihm, deren Familie er herzlich grüßen lässt. Das Ereignis, zu dem er sein Kommen ankündigt, findet zwar bereits fünf Tage spä...

Seite 29
gra

Robert, der Retter

»The Inner World« und die Fortsetzung »The Inner World: Der letzte Windmönch« gehören zum Subgenre Point-and-Click-Adventure (Hinzeigen-und-Klicken-Abenteuer). Dabei müssen Rätsel gelöst werden, und es wird mit Charakteren der digitalen Welt interagiert. Die Spieler klicken mit der Computermaus oder dem Finger die jeweiligen Hotspots an.Beide Spiele, in denen sich die Teilnehmenden gemäß der Drehb...

mim

Lösung für »Apfeltrick«

Um »Apfeltrick und Altersfrage« ging es am 7./8. Juni. Im ersten Fall war das Alter von drei Geschwistern gefragt. Die Auflösung lautet: Jule ist sieben Jahre alt, Fabian zehn und Timo 16. Das hat unter anderen Frauke Arndt aus Salzgitter herausgefunden, für den Buchpreis ausgelost wurde: »Höchste Eisenbahn! Ein literarischer Zugbegleiter« von Thomas Vogel (Hg.), Klöpfer & Meyer.Bei der Aufklärung...

Carlos Garcia Hernández

Mr. Meredith’s rätselhafter Nachlass

Unter Liebhaberinnen und Liebhabern der Schachkomposition ist der Ausdruck »Meredith« geläufig. Etwa in dem Zusammenhang, dass jemand »einen Meredith veröffentlicht« habe oder dass man sich im Schachclub »speziell mit dem Meredith« beschäftige. Dieser Begriff ist so selbstverständlich für eine Spezies von Kompositionen geworden, dass ihn bei seinem Gebrauch kaum jemand bewusst mit dem Namensgeber ...

Mike Mlynar

Einmal U 12, einmal Ü 12

Zu den beiden Denkspielaufgaben der Vorwoche gab es einmal mehr unterschiedliche Auffassungen, nämlich für welche das Prädikat »vielleicht etwas schwerer« und für welche das Prädikat »vielleicht etwas leichter« besser zuträfe. Vorschlag: Am besten, wir halten uns in erster Linie an das Adverb. Zugegebenermaßen ist »vielleicht« nicht die ganz passende Kategorie für das mathematisches Umfeld. Schlie...

René Gralla

Superteam gegen Nazi-Brezel

Mit »Inner World« hat das Trio um Sebastian Mittag den Deutschen Computerspielpreis 2014 gewonnen. An der erfolgreichen schrägen Fantasy-Story haben die Newcomer weitergebastelt. In der Fortsetzung streben Möchtegernnazis nach der Macht.

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ndPlusEkkehart Eichler

Durchs blaue Paradies

Seen, Seen und nochmals Seen - schon beim Blick auf die Karte wird einem blau vor Augen. Ein Gemälde voller Tupfer und Muster, das in der letzten Eiszeit entstanden ist. Ein Flickenteppich aus Hunderten Gewässern, der jedwede Sehnsucht nach Seen stillt - die Rede ist vom Ruppiner Land in Brandenburg, nahe der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern. Hier wollen auch wir Landeier einmal auf große Fah...

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Heidi Diehl

600 Burgen und ein Häuschen

Ich reise gern mit dem Zug, sehr gern sogar. Doch diesmal war ich heilfroh, einen Chauffeur zu haben und somit nicht der Peinlichkeit ausgesetzt zu sein, mir am Bahnhof eine Fahrkarte kaufen zu müssen - nach Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch. Versuchen Sie doch mal, diesen 58-Buchstaben-Bandwurmortsnamen auszusprechen! Ich jedenfalls sehe mich dazu außerstande. Rob, ein wa...

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ndPlusUlrike Gramann

Sonntags in der Bibliothek

Bibliotheken sind stille Räume eifriger Wissensaneignung. Anders ist es sonntags in der Amerika-Gedenkbibliothek in Berlin. Freischaffende KünstlerInnen bieten dort Lachyogakurse, Literaturzirkel und Diskussionsrunden an.