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Unten links

Allmählich bekommt die Menschheit mit, dass die Erde auch nicht das ewige Leben hat, sondern irgendwann dem Untergang geweiht ist. Wenn man nichts dagegen tut. Gunther von Hagens hat das Plastinieren von Leichen erfunden; nun ist die Erdbevölkerung dabei, den Planeten zu plastinieren und damit haltbar zu machen. Immer mehr große, kleine und winzige Plastikteile werden in die Umwelt gemüllt; die Do...

442 000 Tote wegen giftiger Luft

Kopenhagen. Die Luftverschmutzung in Europa ist nach wie vor zu hoch. Das geht aus dem am Montag von der Europäischen Umweltagentur (EEA) veröffentlichten Report Luftqualität in Europa 2018 hervor. Laut der Agentur mit Sitz in Kopenhagen ist Luftverschmutzung der Hauptgrund für vorzeitige Todesfälle in 41 europäischen Ländern. Grundlage sind Daten von mehr als 2500 Messstationen in ganz Europa. Tr...

Aert van Riel

Position der Schwäche

Die Entscheidung von Angela Merkel, sich schrittweise aus der Politik zurückzuziehen, ist für die CDU-Vorsitzende riskant. Denn sie hat diese Entscheidung nach einigen Wahlschlappen aus einer Position der Schwäche getroffen.

Hessen lässt Berlin beben

Berlin. Womit kaum noch jemand gerechnet haben dürfte, ist nach dem CDU-Debakel bei der hessischen Landtagswahl geschehen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat angekündigt, aus dieser und der Wahlniederlage der CSU in Bayern persönliche Konsequenzen zu ziehen. Sie werde sich auf dem Parteitag im Dezember nicht mehr um das Amt der CDU-Vorsitzenden bewerben, sagte sie am Montag in Berlin. Ihre Arbeit a...

ndPlusMartin Ling

Rechtsradikaler gewinnt Wahl in Brasilien

Die Wende blieb aus. Der Ultrarechte Jair Bolsonaro wurde mit gut 55 Prozent der Stimmen zum nächsten brasilianischen Präsidenten gewählt. Die Arbeiterpartei PT leckt ihre Wunden.

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Merkels mögliche Nachfolger

Seit 18 Jahren ist Angela Merkel schon CDU-Vorsitzende. Beim Parteitag Anfang Dezember in Hamburg will sie nun nicht erneut antreten. Welche potenziellen Nachfolger haben welche Chancen?

Peter Richter

Vorwärts in die Vergangenheit

Angela Merkel war stets mehr Pragmatikerin als weitsichtige Politikern. Um die CDU wirklich zu erneuern, fehlten ihr Mut und Ideen.

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Jana Frielinghaus

Besser als 2013 und doch enttäuschend

Die Fünfprozenthürde war für das Team um Janine Wissler bei der Landtagswahl kein Thema mehr. 6,3 Prozent der Wähler gaben der hessischen LINKEN ihre Stimme, das waren 20.000 mehr als 2013.

Aert van Riel

Auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit

Die SPD streitet über ihre Strategie in der Krise. Während die Parteiführung Forderungen an den Koalitionspartner von der Union vorlegt, wollen einige Parteilinke das Bündnis schnell verlassen.

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Robert D. Meyer

AfD wildert am rechten Rand der CDU-Wählerschaft

Mit dem Einzug in das hessische Parlament sitzt die AfD nun in bundesweit allen 16 Landtagen. Ihre Wähler fordern vor allem schärfere Asylgesetze - und waren in vielen Fällen einstige CDU-Unterstützer.

Hans-Gerd Öfinger, Wiesbaden

Machtverschiebung in der Koalition

Für die Christdemokraten war die Wahl in Hessen ein Desaster. Trotzdem können sie weiter regieren. Ansprechpartner sind die zweitplatzierten Grünen mit ihrem Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir.

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ndPlusThilo F. Papacek

»Wir wissen nicht, ob wir noch im Land arbeiten können«

Jair Bolsonaro hat im Wahlkampf angekündigt, dass er die Landlosenbewegung MST wie Terroristen behandeln wird und das Land von linken Aktivisten »säubern« will. Wie bewerten Sie die Situation Ihrer Organisation und der Menschen, die sie verteidigen? Das ist eine sehr beunruhigende Situation, die alle Mitglieder von Menschenrechtsorganisationen im Land betrifft. Es handelt sich um einen Angrif...

Niklas Franzen, São Paulo

Schweigeminute für Brasiliens Demokratie

Nach der Wahl des Rechtsradikalen Jair Bolsonaro beginnt in Brasilien eine neue Zeitrechnung. In mehreren Städten kam es zu rechten Übergriffen. Die Linke will gegen Bolsonaro mobil machen.

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Mob attackiert Asylbewerber

Magdeburg. Eine Gruppe von 25 bis 30 Personen hat am Sonntagabend zwei Menschen mit Migrationshintergrund angegriffen und dabei verletzt. Ein 18 Jahre alter Pakistani und ein 28 Jahre alter Afghane waren in der Hauptstadt Sachsen-Anhalts mit einer Frau unterwegs, als auf eine Personengruppe trafen, von der sie beleidigt wurden. Die drei Angegriffenen flüchteten zu einer Haltestelle, an der auch Un...

100 Anklagen gegen früheren Krankenpfleger

Oldenburg. Der Ex-Krankenpfleger Niels Högel steht ab diesem Dienstag im größten Mordprozess der deutschen Nachkriegsgeschichte vor Gericht. Der 41-Jährige müsse sich wegen 100 Mordfällen verantworten, teilte das Landgericht Oldenburg mit. Zunächst ging es um 99 Todesfälle, vor rund einer Woche hatte Högel dann noch einen weiteren Mord aus dem Jahr 2001 gestanden, der nun mitverhandelt wird. Für s...

Ralf Streck, San Sebastián

»Eine Umkehr ist keine Option«

Derzeit fehlt dem katalanischen Unabhängigkeitsprozess eine gemeinsame Strategie, wie man der Republik zur Wirklichkeit verhelfen soll. Für den katalanischen Regierungschef Quim Torra ist aber klar, dass ››eine Umkehr keine Option ist.«

ndPlusRoland Bunzenthal

Hoffnungsträger Äthiopien

Zwölf afrikanische Staatschefs kommen am Dienstag zum Wirtschaftsgipfel nach Berlin. Darunter ist der große Hoffnungsträger: Der 42-jährige Abiy Ahmed, der Ministerpräsident Äthiopiens.

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Blaupause für die Digitalisierung

Gerlingen. Offene Flächen, Couches, Tischtennisplatten, Loft-Atmosphäre und der unvermeidbare Tischkicker reichen längst nicht mehr, um geeignetes Personal für Bereiche der Digitalisierung zu finden, so die Erfahrung bei Bosch. Für eine neue Einheit, die sich mit Mobilitätsdienstleistungen wie Carsharing befasst, haben die Gewerkschaft IG Metall und der Autozulieferer deshalb nun einen neuen Tarif...

John Dyer, Boston

Die Wall Street wechselt die Seite

Präsident Donald Trump hat trotz seiner kapitalfreundlichen Steuerpolitik selbst die Großspender von der Wall Street verschreckt. Sie unterstützen mittlerweile mehr die Demokraten.

Hermannus Pfeiffer

Hoffnungsträger ohne Infrastruktur

Selbst wenn alle Staaten ihre Klimaziele übererfüllen, werden 2040 fossile Energieträger noch benötigt. Am umweltschonendsten ist Gas. Das soll nun auch in flüssiger Form nach Deutschland strömen.

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Olaf Standke

Digitale Deals mit Diktatoren

Dass sich die Bundesregierung allen Sonntagsreden zum Trotz schwer tut mit restriktiven Regeln für Rüstungsexporte, ist inzwischen landläufig bekannt. Erinnert sei nur an den politischen Eiertanz um Waffenlieferungen nach Saudi-Arabien. Erst nach der Ermordung des regimekritischen Journalisten Jamal Khashoggi beschloss Kanzlerin Angela Merkel jetzt, Exporte von Kriegsgütern zumindest vorübergehend...

Niklas Franzen

Stunde Null in Brasilien

Die Wahl des Rechtsaußenpolitikers Jair Bolsonaro markiert eine Zäsur: Seine Präsidentschaft wird eine unabsehbare Gefahr für alle darstellen, die nicht in sein ultrareaktionäres Weltbild passen.

Simon Poelchau

Keinen Fuß in der Start-up-Szene

Sonderlich froh sollte die IG Metall nicht sein über den Innovationstarifvertrag, den sie mit Bosch geschlossen hat, und mit dem sie auf neue Arbeitsbedingungen in Zeiten der Digitalisierung reagieren will. Zwar schafft sie nun eine tarifliche Absicherung für die Beschäftigten einer Bosch-Ausgründung, in der es zuvor keinen Tarifvertrag gab. Doch stimmte die Gewerkschaft dafür einer Aufweichung de...

ndPlusSebastian Bähr

Unbequemer Journalist

Es hätte ein so unbeschwertes Treffen werden können. Vor einem Monat besuchte in Berlin der türkische Autokrat Recep Tayyip Erdogan Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die »Normalisierung der Beziehungen« beider Länder sollte öffentlichkeitswirksam inszeniert werden. Das erwartbare Frage- und Antwortspiel auf der Pressekonferenz im Kanzleramt wurde jedoch gestört: Der Journalist Adil Yigit zog ein T-Sh...

Bernd Zeller

Es ist nie zu spät

Ein EU-weiter gemeinsamer Zeitpunkt der Uhrenumstellung schafft ein Gefühl des Zusammenhalts. Der europäische Gedanke wird vertieft, wenn man sich beim Drehen an der Uhr als Teil einer großen Bewegung fühlen kann. Und das soll verschwinden?

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Martin Kröger

Impulsgeber für Soziales

Symbolisch ist bereits alles erledigt. Bereits beim Einheitsfest am 3. Oktober übergab Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) den Staffelstab für die Bundesratspräsidentschaft an Daniel Günther, den CDU-Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein. Rein formal endet der Vorsitz Müllers in der Länderkammer indes erst an diesem Mittwoch. Grund genug, das vergangene Jahr Berlins an...

Preis für beherztes Eingreifen

Die Hamburgerin Janina Levy ist am Montag in Berlin mit dem »Preis für Zivilcourage gegen Rechtsradikalismus, Antisemitismus und Rassismus« geehrt worden.

ndPlusTim Zülch

Wo die Freiheit spürbar ist

Vor zehn Jahren wurde der Flugbetrieb im Flughafen Tempelhof eingestellt. Das Flugfeld sollte bebaut werden, doch heute symbolisiert es Berlin als Stadt mehr als vieles andere.

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Florian Brand

Vernetzung gegen Akelius

Horrende Mieten, Belästigung durch Bauarbeiten, spitzelnde Handwerker - die Liste der Unannehmlichkeiten, auf die Akelius-Mieter*innen verweisen, ist lang.

Nicolas Šustr

Neuer Angriff auf Vorkaufsrecht

Die Ausübung von Vorkaufsrechten in den Bezirken hat schon so manchen Plan von Investoren durchkreuzt. Doch Immobilienanwälte suchen immer neue Schlupflöcher, um ans Betongold zu kommen.

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ndPlusWilfried Neiße

Fusionsdebatten lähmen die positiven Kräfte

Trotz weitreichender Verbesserung der Finanzausstattung für Brandenburgs Kommunen gibt es weiter viele Missstände. Die Kommunen fordern eine bessere Planung und mehr Konzepte für die Kommunen.

Andreas Fritsche

Mit KZ-Häftlingen Profit gemacht

Wer konnte das schwere Los der KZ-Häftlinge im Heinkel-Flugzeugwerk lindern und wer wollte es überhaupt? Dieser Frage ist der Historiker Roman Fröhlich nachgegangen.

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ndPlusHagen Jung

Ein Hamburg-Wahrzeichen soll weg

Die fast vier Kilometer lange Köhlbrandbrücke in Hamburg ist für die Durchfahrt großer Containerschiffe nicht mehr hoch genug. Nicht nur deshalb soll sie ersetzt werden: durch einen Neubau oder Tunnel.

Hendrik Lasch, Leipzig

Zeit, um Haltung zu zeigen

In Sachsen könnte die AfD nach der Wahl 2019 erstmals an einer Regierung beteiligt sein. Die Sorge davor lässt derzeit in zwei Großstädten neuartige Bündnisse entstehen.

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Immer groovy

Der Motown-Gitarrist Wah Wah Watson, der unter anderem Marvin Gaye und Michael Jackson begleitete, ist tot. Watson sei bereits am Mittwoch im Alter von 67 Jahren gestorben, berichteten US-Medien unter Berufung auf seine Ehefrau Itsuko Aono. »Er wird sehr vermisst werden, aber Musik ist für immer«, sagte sie laut Mitteilung. »Wo auch immer er ist, er groovt.« Woran Watson, der mit bürgerlichem Name...

Gruselhit

Der Horrorfilm »Halloween« dominiert die Kinocharts nun auch in Deutschland. Wie schon in Nordamerika setzte sich die Fortsetzung des Klassikers von 1978 auch hierzulande an die Spitze der Rangliste. 326 252 Zuschauer gruselten sich bei der Rückkehr des Killers Michael Myers in seine Heimatstadt Haddonfield, wo er sich auf die Jagd nach Laurie (Jamie Lee Curtis) macht, die ihm vor 40 Jahren als Ei...

ndPlusVolker Trauth

Dauerfeuer der Erfindungen

Er habe wie kein anderer »viel über die menschliche Existenz gesagt«, hat Jean Anouilh über den Dramatiker Georges Feydeau (1862-1921) geurteilt. Tatsächlich hat Feydeau in immer neuen Varianten die Doppelmoral in der französischen Wohlstandsgesellschaft um 1900 ins Visier genommen, einschließlich ihrer Abstiegsängste und Existenznöte. Spätestens nach der umjubelten Uraufführung seines Stückes »Ch...

Christof Meueler

Dein Freund und Trinker

Pionier, Paniker, Nervensäge und Überlebender: Thomas Hüetlin hat eine sehr gute Biographie über und mit Udo Lindenberg geschrieben. Das einzig Störende sind die Illustrationen, sie stammen von Lindenberg selbst.

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Vorbild für alle Blödel

Der Liedermacher und Sänger Ingo Insterburg (»Ich liebte ein Mädchen«) ist tot. Er starb nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 84 Jahren, wie sein langjähriger Musik-Manager Frank Nietsch am Montag mitteilte. Nietsch hat den Musiker nach eigenen Angaben bis zu dessen Tod am vergangenen Samstag in einem Berliner Hospiz begleitet. Er habe Insterburg im Sommer 1990 kennengelernt und sei seitdem...

Kooperation im Dreiklang

Hundert Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs haben die Theaterhäuser in Vorpommern, im polnischen Stettin und im litauischen Klaipeda Benjamin Brittens »War Requiem« in einer internationalen Theaterkooperation auf die Bühne gebracht. Die Aufführung mit rund 250 Mitwirkenden erlebte am Sonntagabend im bis zum letzten Platz gefüllten Greifswalder Dom eine gelungene und aufrüttelnde Premiere. Da...

Ein bisschen Zuversicht

Sieben Jahre nach seiner Schließung hat das syrische Nationalmuseum in Damaskus am Sonntag wieder seine Türen für die Öffentlichkeit geöffnet. »Einige archäologische Stätten sind durch Terroristen zum Teil schwer zerstört worden«, sagte Syriens Kulturminister Mohammad al-Ahmad. Die Eröffnung sei auch ein Zeichen, dass die Sicherheit in der syrischen Hauptstadt wieder hergestellt sei.Das Museum war...

ndPlusJan Freitag

Dekadente Besitzstandswahrer

Ein stickiger Konferenzraum, am runden Tisch die SPD-Spitze beim Streit über den richtigen Weg der Partei: Regierung oder Opposition? Wie so oft diskutiert sich Deutschlands Sozialdemokratie die Köpfe heiß, ob es das System stützen oder stürzen will. »Warum sollen wir uns hergeben, für andere die Kastanien aus dem Feuer zu holen?«, fragt ein Sozialdemokrat seinen Parteichef zu dessen Idee einer Re...

Hans-Dieter Schütt

Samstags an der Kasse

Als Präsident eines Fußballvereins hat man es nicht leicht, noch dazu wenn man Uli Hoeneß heißt und den FC Bayern München führt. Bei Gregor Gysi am Deutschen Theater Berlin durfte sich Hoeneß auf die Couch legen.

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ndPlusSandra Degenhardt, Leipzig

Einmal treffen, dreimal ausschlafen

Kai Druschky schrieb mit seinem Tor gegen Regensburg Geschichte. Erstmals war Chemie Leipzig ein Sieg im DFB-Pokal gelungen - als Fünftligist gegen einen Zweitligisten. In Runde zwei soll sich das nun wiederholen.

Jirka Grahl

»Jetzt herrscht Euphorie«

Momentan belegt der thüringische Traditionsklub Post SV Mühlhausen Platz eins in der Bundesliga. Nach dem zweiten Sieg in einem Champions-League-Spiel sprach »nd« mit dessen Trainer Erik Schreyer über das historische Hoch des Klubs.