Seite 2
Stephan Kaufmann

Mit dem Strom stimmt etwas nicht

Irgendwas läuft falsch. Obwohl derzeit viele diesen Eindruck haben, fällt das Umsteuern nicht leicht. Über Menschen und Initiativen, die trotzdem gegen den Strom schwimmen, über große und kleine Rebellionen lesen Sie auf vielen Seiten dieser Ausgabe.

Seite 3
Oliver Eberhardt

Luft, Bett und Nahostkonflikt

Urlaub im besetzten Gebiet? Airbnb, das ansonsten nur Nord-Korea, die Krim, Syrien und Iran nicht im Angebot hat, will sich auch aus den israelischen Siedlungen im Westjordanland zurückziehen.

Seite 4
Seite 6
Ralf Streck

Europaweit bestes Portugal

Sparzwang? Rechtsruck? Portugal setzt sich derzeit beidem erfolgreich entgegen. Die linke Regierung erhöhte zuvor gekürzte Löhne und Renten wieder und führte etwa eine Vermögenssteuer auf Immobilien ein.

Seite 7
Simon Poelchau

Mit Eistorte gegen Schlagzeilen

Der »Wirtschaftsweise« Peter Bofinger spricht im Interview über das Schwimmen gegen den Strom. Und das Mitschwimmen, weil der Strom die Richtung gewecshelt hat.

Seite 8
Sebastian Weiermann

Einfluss des rechten Zeitgeistes

Irgendwas läuft falsch. Obwohl derzeit viele diesen Eindruck haben, fällt das Umsteuern nicht leicht. Über Menschen und Initiativen, die trotzdem gegen den Strom schwimmen, über große und kleine Rebellionen lesen Sie auf vielen Seiten dieser Ausgabe.

Kurt Stenger

Die letzte Zeche

Die letzte Zeche wurde geschlossen. Schon lange kämpft sich das Ruhrgebiet durch einen Strukturwandel, der einfach kein Ende nimmt. Eine Region allein auf eine endliche Ressource zu fokussieren hatte noch nie Zukunft.

Sebastian Bähr

Strategische Partnerschaft

Der vorschnelle Abzug der US-Truppen aus Syrien stellt die Kurden vor Probleme. Die Errungenschaften der Selbstverwaltung sind akut in Gefahr, ob nun durch eine Intervention der Türkei oder einen schlechten Deal mit Assad.

Alexander Isele

Rückzug leicht verständlich

Mit Verteidigungsminister James Mattis verlässt der letzte General die Regierung von Donald Trump. In seinem Rücktrittschreiben kritisiert Mattis den Umgang des US-Präsidenten mit Alliierten.

Jörg Goldberg

Keynesianer wider Willen

Es ist höchste Zeit die Anbetung der »schwarzen Null« zu beenden und zur ökonomischen Vernunft zurückzukehren.Das würde auch eine Abkehr von den Maastricht-Kriterien bedeuten, die ökonomisch so unterschiedlich situierte Länder gleichmacht.

Seite 9

Aufstand mit Etikette

Den Unterschied zwischen Frankreich und Deutschland in puncto Protestkultur hat niemand anderes als der große deutsche Patriot Heinrich Heine, der im Pariser Exil darben musste, treffend beschrieben. In »Deutschland, ein Wintermärchen« lässt er sein poetisches Ich in einer Traumsequenz dem alten Kaiser Rotbart die Funktionsweise der Guillotine mit französischer Nonchalance erklären: »Man zieht ein...

Jürgen Amendt

Aufschneiderei als Kerngeschäft

Der »Spiegel«-Redakteur Claas Relotius hat für seine Reportagen in großem Stil gefälscht. Das Problem ist aber nicht der Einzelfall, sondern die Hybris der Medien, für die der Reporter Relotius geschrieben hat.

Seite 10
Stephan Fischer

Pendel-Sinn und Sinnlichkeit

Natürlich war Knoblauch auf dem Sandwich. Viel Knoblauch. Damit die Weisheit vom Unglück, das selten allein kommt, gefälligst im gesellschaftlichen Gedächtnis verhaftet bleibt, muss sie sich ab und zu auch in der Realität als Nichtgefallen beweisen. Das Pendlerschicksal hatte sich an diesem Morgen einen jungen Mann als Verbreiter dieser Weisheit ausgesucht. Wobei Unglück vielleicht ein zu harscher...

Christof Meueler

Gegen den Applaus

Mit Texten von Wolfgang Pohrt war es so wie mit den Songs von Motörhead: Viele konnten sie nicht aushalten, weil sie so «aggressiv» machen würden. Zum Glück gibt es nun «Wolfgang Pohrt Werke» - die sehen aus wie die MEW.

Seite 11
Klaus Bittermann

Ohne den Brülleffekt

F.W. Bernstein ist tot. Alle denken, seine bekanntesten Verse seien von jemand anders: »Die größten Kritiker der Elche / Waren früher selber welche.« Er war der König der Zeichner und Dichter – im Hintergrund.

Seite 13
Frank Willmann

»Siege sind für Loser«

Was macht der Fußballtorwart, wenn seine Mannschaft verliert? Die Keeper und Schriftsteller Hannes Köhler und Andreas Merkel sagen, wie es läuft. Torwarte sind »Verrückte« (Köhler), aber auch »die besseren Menschen« (Merkel).

Seite 14
Sebastian Bähr

»Die wollten uns kaputtspielen«

Die AfD kämpfte um Rostock - und ist an einem breiten linken Bündnis gescheitert. Eine Reportage darüber, was hier anders gelaufen ist, als an vielen anderen Orten in Deutschland. Wie wurden die Rechtspopulisten geschlagen?

Seite 15
Alexander Birkel

Die besorgten Dörfler und ich

Politik muss auf Missstände reagieren, klar. Aber eben so wichtig ist es, dass Menschen vor Ort dagegen halten. Einer aus dem Dorf versucht das. Denn wenn alle Linken und Antirassisten in die Städte ziehen, bleibt mehr Platz für die Rechten.

Mit Spitze gegen den Rechtsruck
Fabian Hillebrand

Mit Spitze gegen den Rechtsruck

Dem Rechtsruck in seiner Heimat mit Jugendarbeit entgegenwirken, das liegt dem Sozialarbeiter Tobias Burdukatganz besonders am Herzen. Das »Dorf der Jugend« etabliert alternative Jugendarbeit dort, wo sonst nur die AfD Erfolge feiert.

Seite 16
ndPlusAni Dießelmann

Neuanfang unter Robotern

Über 35 Jahre lang war Yuheni Mitglied der FARC-Guerilla in Kolumbien. Seit ihrer Reintegration im August 2017 lebt sie als Künstlerin und malt Bilder von Frauen. Ani Dießelmann hat sie zwei Jahre lang begleitet.

Seite 17

Ambivalente Alexa

»Alexa, lauter!« Das und mehr kann der neue sprachgesteuerte Lautsprecher von Amazon. Aber funktioniert das wirklich? Und was hat es mit dem eingebauten Sexismus auf sich? Unser Autor machte den Praxistest.

Seite 18
ndPlusUlrike Henning

Blauer Apfel, weißknochiger Dämon

Auf »Madame Mao« und ihre Viererbande wurden nach Maos Tod sämtliche Verbrechen gegen die Gegner der Kulturrevolution projiziert. Das verklärte Bild von Mao als großem Staatsmann konnte so unbeschadet überdauern.

Seite 19
ndPlusYves Müller

Der Archipel im Kopf

Vom Berliner Schillerkiez ins Sowjetische Arbeitslager - Yves Müller erzählt die Geschichte eines Kommunisten, der Stalins Lager überlebte und über sein Erlebtes bis zum Schluss Schweigen bewahrte.

Seite 20
ndPlusJana Weinert

Zeit spannen

»Warum sind wir nicht desertiert?« – Familien funktionieren oft darüber, dass Mitglieder geschont, Geschichten ausgespart werden. Das Unaussprechliche wird auch so über Generationen vererbt – Ein Zwiegespräch zwischen Mutter und Tochter.

Seite 22
Michael Lenz

Langusten gegen Seeigel

Die Klimaerwärmung brachte eine Seeigelinvasion für Gewässer im Süden Australiens. Die fressen die Seetangwälder kahl. Reduzierte Fangmengen für Langusten und eine Umsiedlung dieser natürlichen Feinde der Stachelhäuter sollen jetzt Abhilfe schaffen.

Iris Rapoport

Vitamine im Hefekuchen

Heute backen wir Coenzyme, klingt nicht so appetitlich. Doch ohne gibt es keinen Hefenapfkuchen. Der wiederum, ist für ein Weihnachtsfest unverzichtbar.

Rudolf Stumberger

Immergrün fängt Druckwelle

Im Zuge der Klimaerwärmung ist eine stärkere Begrünung der Städte erwünscht. Versuche der Universität der Bundeswehr zeigen, dass Pflanzkübel mit Nadelhölzern wie Eibe und Thuja mehr Grün in der Stadt mit besserem Schutz gegen Terroranschläge verbinden.

Seite 23

Selbstoptimierung

In der Schule müssen wir jetzt in unseren Schulplaner einmal die Woche ein Ziel schreiben, das wir erreichen wollen. Die Sätze sollen immer mit »Ich werde« anfangen, und dann ein Ziel, das wir »smart« finden. »Smart« ist eine Abkürzung für irgendetwas, das an der Pinnwand in unserer Klasse erklärt ist. Es soll ein Ziel sein, das schaffbar ist. Ich finde das doof, weil es nichts bringt. Man kann si...

Martin Koch

Die Trägheit des Denkens

Bahnbrechende Erkenntnisse werden oft erst durch Bruch mit dem wissenschaftlichen Mainstream gewonnen, wie der US-Theoretiker Thomas S. Kuhn herausfand. War dieser Bruch früher lebensgefährlich, so stört er heute nur noch Karrieren.

Seite 24
Regina Stötzel

»Ungewaschen sind sie harmlos«

Warum werden Brillentücher eigentlich nie schmutzig? Was ist ihr Trick? Dr. Schmidt lüftet das Geheimnis der Mikrofasern und was das mit dem Fisch auf unserem Teller zu tun hat.

Mike Mlynar

Gottes Plan

»Ach, du liebe Zeit!«, »Kommt Zeit, kommt Rat«, »Die Zeit drängt!« - Das Internet nach Zitaten, Sprichwörtern oder Redewendungen zum Begriff »Zeit« zu durchsuchen und die dann auch noch zu lesen, kostet sehr viel Zeit. Das Angebot ist exorbitant; allerdings war »Zeit« auch schon zu Zeiten der analogen Zitatenlexika ein Spaltenfüller. Wer diese Zeit hat oder sie sich nimmt, stößt auf die tiefsinnig...

Seite 25
Marie Frank

Die Verjagten von Berlin

Die Kälte ist das Eine, sagen die Obdachlosen von der Rummelsburger Bucht. Noch schlimmer sei die Ungewissheit aufzuwachen und nicht zu wissen, wo man als nächstes unterkommen kann. Deshalb kämpfen sie darum, dass sie mit ihren Zelten bleiben dürfen.

Seite 26
Nicolas Šustr

Wiedergutmachung an der Karl-Marx-Allee

Die als Arbeiterpaläste gebauten Häuser der einstigen Stalinallee sind so symbolbeladen, dass Senat und Bezirk einfach alles tun müssen, um sie zu rekommunalisieren. Um die Privatisierungsfehler der Vergangenheit zu korrigieren.

Tim Zülch

Mit dem Strom - aber anders

Arwen Colell und eine Mitstreiterin hatten 2011 eine verrückte Idee: Wir kaufen das Berliner Stromnetz. Sieben Jahre und einige Prozesse später scheint das Ziel zum Greifen nah, 2019 wird über die Netzkonzession entschieden

Seite 27
Je älter, je linker
Andreas Fritsche

Je älter, je linker

Wenn jemand gegen Windkraftanlagen genauso protestiert wie gegen Ölbohrtürme - ist er dann ein unverbesserlicher Wutbürger, der ein wenig spinnt? Thomas Jacob aus Glietz ist kein Wutbürger. Aufrechter Bürger, das trifft es.

Seite 28
Jirka Grahl

Schwierigkeiten mit der Wahrheit

Ein Quartett um den Antidoping-Vorkämpfer Werner Franke erhebt schwere Vorwürfe gegen die Doping-Opfer-Hilfe: Der Verein hantiere mit fragwürdigen Zahlen und Gutachten. Andere sprechen von unguten Verflechtungen mit Wissenschaftlern.

Seite 30
Manfred Lädtke

Wie »Stille Nacht« ein Hit wurde

Hunderte Millionen Menschen stimmen jedes Jahr das Weihnachtslied »Stille Nacht, 
heilige Nacht« an. Am 24. Dezember wird der Klassiker 200 Jahre alt. Wie wurde das Lied zum Hit? Eine Spurensuche 
in Österreich.

Seite 31
ndPlusAlexa Christ

Ein Dorf wird Wirt

Im Schatten der Ammergauer Alpen scheint die Welt noch in Ordnung. Nicht ganz! Über zehn Jahre hatte das oberbayerische Bilderbuchdorf Altenau keine Gaststätte mehr. Ein nicht hinnehmbarer Zustand, fanden die Dörfler.