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Hunderte Millionen Kinder ohne Zugang zu Bildung

Bonn. Die UNO hat anlässlich des ersten Welttags der Bildung auf schlechte Bildungschancen für viele Kinder weltweit aufmerksam gemacht. 262 Millionen Kinder und Jugendliche hätten noch immer keinen Zugang zur Schule, 617 Millionen könnten nicht lesen und rechnen, teilte die UN-Bildungsorganisation UNESCO am Donnerstag in Bonn mit. Nach Angaben der UNO-Flüchtlingshilfe sind besonders Flüchtlingski...

Frauentag: 8. März wird in Berlin Feiertag

Berlin. Als erstes Bundesland in Deutschland macht Berlin den Internationalen Frauentag am 8. März zum gesetzlichen Feiertag. Die Neuregelung des Gesetzes über die Sonn- und Feiertage beschloss das Abgeordnetenhaus am Donnerstag mit der rot-rot-grünen Regierungsmehrheit. Bereits in diesem Jahr soll der 8. März als Feiertag in der Hauptstadt begangen werden. Die Abgeordneten beschlossen darüber hin...

Teil der Gelbwesten will kandidieren

Berlin. Eine Gruppe der französischen Gelbwesten will bei den Europawahlen im Mai antreten. Eine Liste mit den Namen von zunächst zehn Kandidaten wurde am Mittwoch vorgestellt. An der Spitze steht die 31-jährige Krankenpflegerin Ingrid Levavasseur. Bislang ist weder das Programm der Wahlliste bekannt, noch wie viel Rückhalt der Vorstoß in der Protestbewegung genießt, die bislang kaum über Struktur...

Dialog oder Bürgerkrieg

So unklar es ist, wie Venezuela einen Ausweg aus der tiefen Wirtschaftskrise finden kann, so klar ist es, dass eine äußere Einmischung durch die USA die Krise nur verschlimmern kann.

Einmischung verschärft Krise

Berlin. Für den venezolanischen Basisaktivisten Andrés Antillano ist die Sache klar: Die Selbstvereidigung des Gegenpräsidenten Juan Guaidós habe keine verfassungsrechtliche Basis: »Der Artikel 233, auf den er sich bezieht, gilt für ganz andere Fälle, wie den Tod oder eine schwere Erkrankung des Präsidenten«, spricht er im nd-Interview dem Versuch des rechten Oppositionspolitikers, sich als Interi...

ndPlusHans-Gerd Öfinger

Mehr Lohn für Flugsicherheitsjobs

Vorerst wird es keine weiteren Streiks des Sicherheitspersonals an Flughäfen geben: Gewerkschaften und Arbeitgeber einigten sich auf Entgelttarifvertrag.

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ndPlusTobias Lambert

Die Einmischung verhindert einen Dialog

Der soziale Aktivist Andrés Antillano meint, dass USA den Konflikt in Venezuela eskalieren lassen. Das Vorgehen sei eine Bedrohung für die gesamte Region - und kann sie in finstere Zeiten zurückwerfen, in eine Logik des Kalten Krieges.

Tobias Lambert

Militärführung stützt Maduro

Nachdem sich Venezuelas Parlamentschef Juan Guaidó zum Interims-Präsidenten erklärt hat, ist ein offener Machtkampf im Gang. Staatschef Nicolás Maduro sprach von einem Staatsstreich.

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Neues Gesicht der Rechten

Bis vor kurzem war Juan Guaidó in Venezuela noch völlig unbekannt. Nun ist der 35-Jährige rechte Oppositionspolitiker formell der Gegenspieler von Nicolás Marduro.

ndPlusUwe Kalbe

Verdruckst solidarisch mit Trump

Die USA greifen in Venezuela auf ihre Hinterhofpolitik für Lateinamerika zurück. Und der Rest der Welt ist zum Zuschauen verdammt. Die EU nimmt rasch ihren gewohnten Platz an der Seite Washingtons ein.

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Verbotene Infos:

Nicht öffentlich mitteilen dürfen Ärztinnen und Ärzte beispielsweise die folgenden Fakten:Für den Abbruch einer ungewollten Schwangerschaft sind zwei Methoden besonders verbreitet. Die eine Möglichkeit ist der medikamentöse Abbruch, der in Deutschland nur bis zum 63. Tag nach der letzten Regel erlaubt ist, obwohl er theoretisch länger möglich ist. Dabei wird das Schwangerschaftshormon Progesteron ...

Kersten Artus

Der Paragraf 219a heißt Stigma und Tabu

Da der Paragraf 219a Informationen für ungewollt Schwangere gesetzlich verhindert und auch das neue Regierungspapier wenig ändert, wächst die Wut. In Berlin und und anderen Städten protestieren Menschen diesen Samstag gegen den Paragrafen 219a.

Lotte Laloire

»Ich sollte erst nach 22 Uhr anrufen«

Anne Kerlin erklärt, was der Paragraf 219a für ihren Schwangerschaftsabbruch bedeutet hat. So wie sie haben 60 Prozent aller Schwangeren, die sich für einen Abbruch entscheiden, bereits Kinder.

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ndPlusKurt Stenger

Copyright auf den »Stern von Vergina«

Er ist das Symbol der Auseinandersetzung um den Namen Mazedonien: der »Stern von Vergina«. Nahe der gleichnamigen 2500-Seelen-Gemeinde 70 Kilometer westlich von Thessaloniki entdeckte der Archäologe Manolis Andronikos im Jahr 1977 bei Ausgrabungen unter einem Tumulus ein besonders reichlich ausgestattetes antikes Grab. Der Archäologe war sich sicher, die Gebeine von Philipp II. (382-336 v. Chr.), ...

Elisabeth Heinze, Thessaloniki

Die Helden werden nicht geteilt

Das Prespa-Abkommen, das den Streit um den Namen Mazedonien beenden soll, wird von vielen Griechen abgelehnt. Sie fürchten um ihre nationale Identität.

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Sebastian Bähr

Autoritärer Kompromiss

Die Regierungskoalition aus CDU und SPD in Dresden hat am Dienstag einen Kompromiss beim neuen Polizeigesetz verkündet. Ein Bündnis aus 40 Organisationen will am Samstag dagegen protestieren.

ndPlusRoland Etzel

Wer rettet Europas Sicherheitsarchitektur?

Der NATO-Russland-Rat soll Gesprächskanäle offenhalten - das ist schwer genug. Nun aber soll er den INF-Vertrag retten. Die USA haben ein Ultimatum an Moskau gestellt, das am 2. Februar ausläuft.

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Alt am Nil

Archäologen haben im ägyptischen Nildelta historische Grabstätten entdeckt, von denen einige mehr als 5000 Jahre alt sein sollen. Rund 20 der Gräber, die nördlich der Hauptstadt Kairo entdeckt wurden, stammten aus der prädynastischen Zeit (etwa 3200 - 3000 v. Chr.). In den Gräbern befänden sich noch die Skelette der Toten in hockender Position. In weiteren Grabstätten wurden Überreste von Tieren u...

Grün und bezahlbar

Die französische Architektin und Stadtplanerin Renée Gailhoustet wird mit dem Großen Kunstpreis Berlin geehrt. Sie habe in den 1970er Jahren im Großraum Paris mit ihren begrünten Terrassenhäusern dem Massenwohnungsbau eine »zukunftsweisende Alternative« entgegengesetzt, entschied die Jury. Was Gailhoustets Werk heute so aktuell und exemplarisch macht, seien neben stadtentwicklungspolitischen Theme...

Frank Schäfer

Der Taucher

»Electric Ladyland« war das Doppelalbum, mit dem sich Jimi Hendrix neu erfinden wollte. Als Turmspringer, Tieftaucher und Langstreckenschwimmer in unendlichen Soundmeeren. Zum 50. Jubiläum gibt es eine neue Edition

ndPlusKlaus Hammer

Farben tanzen lassen

Eigentlich hieß er Henri Edmond Delacroix. Den Namen Cross nahm er an, weil seine Mutter aus Großbritannien stammte und um eine Verwechslung mit dem berühmten Eugène Delacroix und einem weiteren gleichnamigen Maler zu vermeiden, der im Pariser »Salon« ausstellte. Erst 1891, nach einer realistischen Periode, schloss er sich der neoimpressionistischen Bewegung an. Dem »Konfettistil«, wie ihn die Geg...

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Gitarre von Simbabwe

Es gibt kein soziales oder wirtschaftliches Problem in Simbabwe, das er nicht aufgespießt hätte: Der wohl berühmteste Musiker Simbabwes - Oliver Mtukudzi - ist am Mittwoch im Alter von 66 Jahren gestorben. Der zumeist unter seinem Spitznamen »Tuku« bekannte Musiker hat in seiner rund vier Jahrzehnte langen Karriere mehr als 60 Alben veröffentlicht. Mtukudzi sang überwiegend in der Landessprache Sh...

Selbst gemalt

Rund acht Monate nach seiner Haftentlassung bietet der ehemalige Kunstberater Helge Achenbach selbst gemalte Gemälde zum Verkauf an - in der Galerie Kronsbein in München. Von diesem Freitag an sind in der Ausstellung »spirit of freedom« 21 abstrakte Landschaftsbilder zu sehen, die Achenbach in den vergangenen sechs Monaten gemalt hat. Den Erlös soll ein Projekt mit Künstlern aus Kriegs- und Krisen...

Zurück in Sachsen

Nach langer Odyssee ist die Kleinbronze »Dresdner Mars« des Renaissance-Bildhauers Giambologna (1529 - 1608) wieder im Bestand der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Der etwa 40 Zentimeter große Kriegsgott sollte 2018 vom Londoner Auktionshaus Sotheby’s versteigert werden. Das hatte Proteste in der Kunstwelt ausgelöst. Dank massiver Proteste und großen finanziellen Engagements von Bund, Freistaa...

Hans-Dieter Schütt

In der pestmodernen Welt

Gegen Stalin, die falsche Sonne: Bert Brecht starb 1956 während der Proben zu »Leben des Galilei« am Berliner Ensemble – jetzt führt es dort Frank Castorf auf. Darin spielt Jürgen Holtz (86) den 46-jährigen Galilei: wild und weich zugleich.

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Jan Freitag

Im Griff der Dämonen

Wären Spielfilme stets wahrhaftig und Fernsehserien real, man könnte sich den Feierabend von Nicholas Ofczarek ungefähr wie folgt vorstellen: Heim in die einsame Etagenwohnung, Kühlfach auf, Wodka raus und nach drei, vier Kurzen weiter zur Stammkneipe, wo der Absturz allein oder mit Nutten vollendet wird. So macht er es gefühlt andauernd, wenn er lumpige Discobetreiber, windige Erben, korrupte Cop...

Lou Zucker

Hannover gendert mit Sternchen

Die hannoveranische Stadtverwaltung spricht ab jetzt von »Lehrenden« und »Bürger*innen«. Viele protestieren - dabei setzt die Stadt nur eine Gesetzesänderung um: Seit 1. Januar gilt die dritte Geschlechtsoption.

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Aert van Riel

Stunde der Wahrheit

Charlotte Knobloch hat bei der Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus im bayerischen Landtag vieles gesagt, was richtig ist. Es stimmt, dass die AfD den deutschen Faschismus verharmlost. Nicht anders kann die Äußerung von Parteichef Alexander Gauland interpretiert werden, der Adolf Hitler und die Nazis als »Vogelschiss« in der deutschen Geschichte bezeichnet hatte. Zudem hetzen ...

Nelli Tügel

Der vierte Schritt vor dem ersten

Die Idee geistert bereits seit Wochen herum, nun soll es tatsächlich passieren: Einige Gelbwesten wollen mit einer eigenen Liste zu den Europawahlen antreten. Das ist reichlich absurd. Auch mehr als zwei Monate nach den ersten Protesten der Gilets Jaunes sind diese noch immer äußerst heterogen, dezentral und ohne feste Strukturen. Wer da also entschieden hat zu kandidieren, hat dies sicher nicht i...

Hans-Gerd Öfinger

Kämpferischer Jahresauftakt

Das neue Jahr steht schon jetzt im Zeichen heftiger Streikbewegungen. Ob Werttransporte, Verpackungsindustrie oder Luftsicherheit - überall zeigt sich, dass der Druck im Kessel massiv gestiegen ist und arbeitende Menschen streikbereit sind. Der Klassenkampf lebt. Die früher staatliche Aufgabe der Luftsicherheit wurde ab 1992 unter CDU-Kanzler Helmut Kohl privatisiert. Heute sind die an den Fl...

Vanessa Fischer

Brexit-Flüchtling

Der britische Staubsaugervisionär James Dyson war einer der prominentesten Verfechter des EU-Austritts. Nun aber verlagerte er die Zentrale des Staubsaugerimperiums nach Singapur, nur wenige Wochen vor Ablauf der Brexit-Frist.

Yücel Özdemir

Klagerufe aus dem Gefängnis

Die seit 79 Tagen hungerstreikende HDP-Abgeordnete Leyla Güven ist dem Tode nah. Es sieht nicht danach aus, als würde Erdoğan nachgeben. Ebenso wenig jedoch die kurdische Bewegung: 250 Gefangene haben sich ihrem Protest angeschlossen.

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ndPlusTomas Morgenstern

Im Windschatten des Schlosses

Wie sehr doch große Namen und Jubiläen einem jeden Jahr Richtung und Ziel geben! Im vergangenen Jahr wäre Karl Marx 200 Jahre alt geworden, wurde der Revolutionen von 1848 und 1918 gedacht. »Humboldt« ist der Name, der - obwohl in der Stadt ohnehin omnipräsent - Berlin im laufenden Jahr ganz besonders auf Trab halten wird. Den Jahrestag liefert mit Alexander von Humboldt der jüngere der berühmten ...

Martin Kröger

Nahverkehrskrise bringt das Abgeordnetenhaus in Rage

Eigentlich sollte es in der Aktuellen Stunde auf Antrag der CDU um die Berliner Nahverkehrskrise gehen. Aus der Opposition gab es indes kaum Vorschläge zur Verbesserung der Lage bei BVG und Co.

Wladek Flakin

BVG-Arbeiter sind in Streiklaune

Bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) stehen die Tarifverhandlungen bevor. Die Gewerkschaft ver.di fordert die 36,5-Stunden-Woche für alle - und schließt mögliche Arbeitskämpfe nicht aus.

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ndPlusTomas Morgenstern

Schnell, kompakt, vielfältig

Das Märkische Museum war 2018 wieder das erfolgreichste Haus im Verbund des Stadtmuseums Berlin. Dessen Konzept wird laufend modernisiert und 2019 durch die Schau im Humboldt-Forum erweitert.

ndPlusLola Zeller

Eine Chance für die Aussortierten

Nirgendwo sonst ist die Arbeitslosenquote bei den 15 bis 20-Jährigen so hoch wie in Berlin. Bei den Jugendberufsagenturen sollen die jungen Menschen Orientierung im Ausbildungsdschungel bekommen.

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ndPlusWilfried Neiße

Tarifbindung auf dem Rückzug

Nur in 18 Prozent der brandenburgischen Unternehmen wird Tariflohn gezahlt. Dem Fachkräftemangel lässt sich so nicht begegnen.

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ndPlusHermannus Pfeiffer

KPMG-Berater müssen nicht haften

Die Beratungsgesellschaft KPMG muss für ihr fehlerhaftes Sanierungskonzept für die Werften in Stralsund und Wolgast nicht haften. Das Hamburger Landgericht wies am Donnerstag erwartungsgemäß eine Schadenersatzklage der Bremer Hegemann-Gruppe gegen KPMG im Zusammenhang mit der P+S-Werftenpleite ab. Das Beratungsunternehmen habe zwar in seinem Gutachten Fehler gemacht. Doch auch, wenn es diese nicht...

ndPlusHagen Jung

Schweinejob im Schlachthof

Die Situation von Werkvertragsarbeitern in Niedersachsens Fleischbranche ist katastrophal. Der Vion-Konzern hat Strafanzeige gegen eine Beraterin gestellt, die Regierung sieht keinen Handlungsbedarf.

ndPlusDieter Hanisch, Kiel

Keine Barriere gegen Lohnsenkungen

In Schleswig-Holstein haben die CDU, FDP und Grüne eine Neuregelung zur Vergabe öffentlicher Aufträge beschlossen. Gewerkschafter protestierten bereits vor Beginn der Landtagssitzung.

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Ulrike Henning

Wissenschaft als Vorwand

Eine Gruppe von Lungenärzten stellt Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxide infrage - und macht sich zum Stichwortgeber für die Autolobby und zögerliche Verkehrspolitiker.

Es ist sinnvoller, Menschen individuell zu fördern

Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hat kürzlich eine Studie zu den Folgen eines beschleunigten Braunkohleausstiegs veröffentlicht. IWH-Forscher Oliver Holtemöller hält nichts von pauschalen Subventionen für Regionen und Unternehmen beim Braunkohleausstieg

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ndPlusSteffen Trumpf, Hamburg

Und dann kam Christian Berge

Mit enormer Schnelligkeit und Laufbereitschaft haben sich Norwegens Handballer in die Weltelite gespielt. Während die Leistung ihres Starspielers noch ausbaufähig ist, ragt bisher ein Bundesligaprofi heraus.

Oliver Kern

»Grankin bringt mehr Qualität«

Bei den Berlin Volleys sind die Karten auf der wichtigen Zuspielerposition mit der Verpflichtung des Russen Sergej Grankin neu gemischt worden. Ein Interview mit Manager Kaweh Niroomand