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Gedenken ohne Rechtspopulisten

Die KZ-Gedenkstätte Buchenwald mit dem Mahnmal des Bildhauers Fritz Cremer gehört zu den großen Symbolen des Erinnerns an die Opfer des faschistischen Terrors. Die Gedenkstättenleitung hat nun AfD-Vertreter bei einer Veranstaltung zum Holocaust-Gedenktag für unerwünscht erklärt. Dies gelte, solange sich AfD-Politiker »nicht glaubhaft von den antidemokratischen, menschenrechtsfeindlichen und geschi...

Regina Stötzel

Bremsenlose Freiheit

Kampf ums Öl: Warum Venezuela sein Grundproblem nicht loswird, egal ob Maduro oder Guaido den Machtkampf gewinnt. Außerdem: Bartsch und Wagenknecht im Interview, Gewalt gegen Gelbwesten und das Streben nach Freiheit und Frauenparkplätzen

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Martin Ling

Illegaler Griff nach dem Thron

Die Verfassung, auf die sich Interimspräsident Juan Guaidó trickreich berief, gab Präsident Maduro im Sommer 2017 die Handhabe, eine Verfassunggebende Versammlung einzuberufen, mit der das Parlament entmachtet wurde.

ndPlusRaul Zelik

Die Macht der Rentenökonomie

Der Kampf um die politische Macht in Venezuela ist voll entbrannt. Doch selbst wenn die Opposition sich durchsetzt - an der Ökonomie des Landes und seiner Abhängigkeit vom Öl wird sich nichts ändern. Nur die Profiteure wechseln.

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ndPlusKurt Stenger

Athen stimmt für Prespa-Abkommen

Das griechische Parlament hat dem Kompromiss im Namensstreit mit der früheren jugoslawischen Republik Mazedonien zugestimmt. 153 der 300 Abgeordneten votierten in namentlicher Abstimmung am Freitag für das Prespa-Abkommen, 146 dagegen. Von einem »Sieg für die Politik des Friedens« sprach Ex-Außenminister Nikos Kotzias (parteilos), einer der Unterzeichner des Abkommens. Zuvor hatte bereits das Parl...

ndPlusSimone Schmollack

Nehe heißt Nein

Viele Frauen in Sri Lanka erleben häusliche Gewalt, Vergewaltigung gilt als »Kavaliersdelikt«. MeToo könnte das ändern. Die weltweite Bewegung gegen Gewalt an Frauen wirkt auch in dem Inselstaat.

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ndPlusFelix Jaitner

Strafe als Dauerzustand

Die Russlandsanktionen sind zum Dauerzustand geworden. Doch sie haben nicht dazu beigetragen, den Konflikt zu überwinden. Vielmehr vertiefen sie die Polarisierung zwischen Russland und der NATO.

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Niklas Franzen

Kein Märtyrer werden

Seit vielen Jahren erhält der linke Politiker Jean Wyllys Morddrohungen. Nun hat er entschieden, auf sein Mandat zu verzichten und im Ausland unterzutauchen. Brasiliens Präsident Bolsonaro feierte die Entscheidung.

Christian Klemm

Maduro die Daumen drücken

In Venezuela überschlagen sich die Ereignisse. Doch wie steht die Linke in Deutschland zu der Regierung in Caracas? Christian Klemm hofft darauf, dass sich das Land am Orinoco wieder fängt - und Präsident Maduro im Amt bleibt.

Martin Ling

Solidarisch nur mit der Basis

In Venezuela hat das Militär geputscht, das Land steckt in einer Wirtschaftskrise. Das stellt auch Linke in Deutschland vor die Frage: Wie umgehen mit der Regierung in Caracas? Martin Ling gibt eine eindeutige Antwort.

Stephan Kaufmann

Die Gerechtigkeitsillusion

Der Lohn misst nicht die gesellschaftliche Bedeutung der Tätigkeit. Aber was ist der Lohn dann? Für abhängig Beschäftigte ist er Mittel des Lebens. Für den Unternehmer ist er Mittel des Profits.

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Sechs von sechs Millionen

Rund sechs Millionen Juden wurden während der NS-Zeit ermordet. Eine Zahl, die schwer gedanklich zu fassen ist. Was wissen wir über die Toten? Viel, jedenfalls eine Menge über ihr Leben; es ist dokumentiert, findet sich in Darstellungen in den Museen und in den Schulbüchern, überliefert von den Überlebenden. Was wissen wir über ihren Tod? Nichts! Was haben sie in den letzten Minuten und Sekunden v...

Gunnar Decker

Zwischen Ekel und Revolte

Es gibt Fluchtmöglichkeiten gegen die allgegenwärtige Einsamkeit und das Gefühl der Sinnlosigkeit - jene künstlichen Paradiese, die die Pharmazie verheißt. Michel Houellebecq beschreibt sie in seinem neuen Anti-Unterwerfungsroman »Serotonin«.

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Paula Irmschler

Der Kinderratschlag

Gut, dass ich nie zu Ärzten oder sonst wohin gehe. Immer wieder höre ich von Freundinnen, dass ihre Frauenärztinnen, ihre Ohrenärztinnen, ihre Zehennagelärztinnen, ihre Busfahrerinnen, ihre Steuerberaterinnen, ihre Mütter, Großmütter, Cousinen elften Grades oder der heilige Geist ihnen ungefragt und kontextlos unter die Nase gerieben, ans Herz gelegt, den freundlichen Tipp gegeben haben, doch so l...

ndPlusMichael Hametner

Die Wende an den Wänden

Der Osten ringt um das Ansehen seiner Kunst! Den deutsch-deutschen Bilderstreit gibt es im 30. Jahr der Friedlichen Revolution immer noch. Und zur Wende an den Wänden in ganz Deutschland ist es noch nicht gekommen.

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ndPlusKarlen Vesper

Keine Zeit für Gemeinsamkeit

Sie hat den Holocaust überlegt, Andrée Leusink, älteste Tochter des Schriftstellers Stephan Hermlin. Ihre Kindheit war überschattet von ständiger Flucht, schmerzlichen Trennungen und endlos freudlosen Tagen. Eigentlich wollte sie nie in Deutschland leben, dem Land der Täter.

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Frank Schäfer

Gefangen in der Matrix

Wer entspannen will, muss sich langweilen. Entweder man guckt den ganzen Abend Fernsehen oder man macht Tai-Chi. Dann wird man auch 100 Jahre alt, fest versprochen!

ndPlusBettina Müller

Der Junge is’ richtig

KE-Bücher - der ganze Roman, gebunden für glatt eine Mark. Ist das wahr? Ist das möglich?! Nein - in der Tat - das ist stark!« (Hans Land: KE- und EK-Hymnus, 1924) »KE«, das ist Kurt Ehrlich, geboren am 28. Februar 1887 in Berlin als Sohn des jüdischen Kaufmanns Lewin (Louis) Ehrlich und dessen Ehefrau Johanne, geborene Dreger, die evangelischer Konfession ist. Er gehört zur zweiten Generation der...

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ndPlusKarlen Vesper

Die Kraft der Schwachen

Weltweit werden an diesem Samstag Frauen mit »Women‘s Marches« für Gleichberechtigung, gegen Gewalt und Diskriminierung demonstrieren. Die Bürgerrechtlerin Ruth Misselwitz spricht im »nd«-Interview über Frauenpower und mangelnde Gleichberechtigung.

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Niklas Franzen (Text) und André Groth (Fotos)

Mit Gott gegen Nazis

In Berlin geht eine Gruppe Christ*innen zusammen auf Antifa-Demos und kämpft für das Recht auf Abtreibung. Der Aktivismus kommt in der Kirche nicht immer gut an. Doch auch viele Linke haben Vorurteile.

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Simon Poelchau

Mittwochs nie!

Ein Häuschen am Stadtrand oder doch eine Penthousewohnung? Ganz egal. Kauft mehr Lose. Kauft sie früh. Simon Poelchau erklärt das Lottospiel zum subversiven Akt.

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Ulrike Wagener

Patzelts Pension

Die TU Dresden schickt Werner Patzelt in den Ruhestand. Ein simpler bürokratischer Vorgang meint die Uni, ein »demonstrativer Akt« der Politologe selbst. Wir haben uns gefragt: Was ist eigentlich eine Seniorprofessur?

ndPlusChristoph Jünke

Wie man die Rechte nennt ...

Faschismus, Populismus, Autoritarismus: Mit historischen Begriffen ist die neue Rechte nicht zu greifen. Der Politologe Enzo Traverso sucht Auswege aus der sprachlichen Hilflosigkeit.

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Ann Loewin

Deutschland, ausgerechnet

Vierundvierzig Prozent der Juden und Jüdinnen in Deutschland haben in jüngerer Zeit mit Emigrationsgedanken gespielt. Ann Loewin über jüdisches Leben in Zeiten des Rechtsrucks.

ndPlusSebastian Chwala

Kopftreffer

Schnellverfahren und Gummigeschosse auf Augenhöhe: Die eskalierende Polizeigewalt gegen die Gelbwesten hat offenbar System - und lässt Frankreichs jungen Präsidenten so aussehen wie den alten General de Gaulle.

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Zweimal Adama Traoré

Ein Name illustriert die Doppelmoral der Gesellschaft weißer Bürger: Der 1996 als Kind malischer Einwanderer in Spanien geborene Adama Traoré darf seinen starken, jungen und schwarzen Körper als Fußballprofi in England teuer verkaufen. Seinem 1992 zur Welt gekommenen Namensvetter hingegen wurde sein schwarzer, starker und junger Körper 2016 in einer Stadt des Pariser Umlands zum Verhängnis: In den...

Mesut Bayraktar

Du musst dich nicht schämen

Wer definiert eigentlich Gewalt? Hierzulande distanziert man sich schnell von den Gelbwesten, von G20 Protesten, von brennenden Autos und Pflastersteinen. Doch angesichts struktureller Ausgrenzung herrscht Stille.

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Assemblée der Assemblées

An diesem Wochenende findet zum ersten Mal seit Beginn der Gelbwesten-Proteste eine »Assemblée der Assemblées« statt. In der Kleinstadt Commercy in Lothringen werden Delegierte aus verschiedenen Teilen Frankreichs erwartet, Einlader ist die lokale Basisversammlung der dortigen Gilets Jaunes. Seit einigen Wochen gibt es in mehreren Teilen des Landes Gelbwesten, die sich nicht mehr nur über die sozi...

ndPlusBernard Schmid

Wenn die Basis vorangeht

Heterogen und druckvoll: Die Gelbwesten erinnern an eine große Zeit der französischen Linken. 1934 schuf eine Massenbewegung ein Regierungsbündnis. An Wut mangelt es heute nicht. Aber an jemand, der sie aufgreifen kann.

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ndPlusMichael Lenz

Genetische Fliegenklatsche

An Dengue sterben jährlich 20 000 Menschen, am Gelbfieber sogar 30 000. Übertragen werden die Krankheiten von Stechmücken. Vom kürzlich kartierten Genom der Gelbfiebermücke erhofft man sich bessere Bekämpfungsmethoden ohne umweltschädliche Gifte.

ndPlusIris Rapoport

Horch, was kommt von draußen rein

Hören ist von fundamentaler Bedeutung für unsere Sprache. Schallwellen, verursacht durch Klänge und Geräusche, lassen den Druck der Luft schwanken. Die Sinneszellen, die auf diesen mechanischen Reiz reagieren, befinden sich tief in unserem Schädelknochen, in einem mit Flüssigkeit gefüllten Gang der Schnecke des Innenohres. Deren enges, hartes Gehäuse hat das Geheimnis des Hörens lange gehütet.Im V...

ndPlusIngrid Wenzl

Nahrung aus der Tiefe

An einigen Küsten steigt nährstoffreiches Tiefenwasser nach oben - ein Paradies für Fische. Drei neue Forschungsprojekte untersuchen solche Auftriebszonen. Sie wollen verstehen, wie das den Stoffkreislauf der Meere beeinflusst

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ndPlusDirk Eidemüller

Mesonen proben den Aufstand

Bei Versuchen am Europäischen Kernforschungszentrum CERN verhalten sich einige kurzlebige Teilchen nicht so, wie die gängige Theorie vorhersagt. Bestätigen sich die Beobachtungen bei Kontrollversuchen, könnte eine neue Physik ins Haus stehen.

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Christof Meueler

Die Rinder sind nicht schuld

Extraabgabe auf Fleisch? Diese Idee ist nicht unbedingt unsozial, solange sie nicht in eine allgemeine Politik des Preissteigerns eingebettet ist. Parallel dazu müsste man gesunde Lebensmittel günstiger machen.

ndPlusMartin Koch

Sehnsucht nach Ewigkeit

Früh schon trat der Sohn eines preußischen Offiziers in die Fußstapfen seines Vaters. Mit 15 wurde er in das Potsdamer Garderegiment aufgenommen, mit 17 kämpfte er als Gefreiter-Korporal gegen das revolutionäre Frankreich. Obwohl man ihn danach zum Leutnant beförderte, entwickelte er eine zunehmende Abneigung gegen alles Militärische und hängte den Soldatenrock an den Nagel.Er begann ein Studium d...

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Die Karibik wächst
Marion Bergermann

Die Karibik wächst

Mitten in der Pampa steht die künstliche Urlaubslandschaft »Tropical Islands« mit ihren Palmen und Wasserrutschen. Der neue Besitzer will das Ressort nun ausbauen.

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Jérôme Lombard

Es wurde auch Zeit!

Mit dem Weltfrauentag am 8. März bekommt Berlin ab diesem Jahr einen neuen gesetzlichen Feiertag. Das ist seit dieser Woche amtlich. 2019 feiern wir 100 Jahre Frauenwahlrecht. Der neue Feiertag kommt also genau zur richtigen Zeit!

Marie Frank

Kämpfen statt feiern

Ein Feiertag ist laut Duden ein jährlich wiederkehrender Gedenktag oder ein Tag, an dem jemand etwas besonders Schönes erlebt. Nun ist der Internationale Frauenkampftag am 8. März wahrlich nicht entstanden, weil die Frauen etwas Schönes erlebt haben.

Jérôme Lombard

Neue Mitte für Tempelhof

Im Berliner Bezirk Tempelhof soll ein völlig neues Stadtquartier entstehen. Dazu werden Polizeiwache, Bibliothek und Schwimmbad gleich ganz abgerissen - und an anderer Stelle wieder aufgebaut.

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ndPlusAndreas Fritsche

Wie im Osten die Sonne untergeht

Die Firma Astronergy stellt die Produktion am Standort Frankfurt (Oder) ein. Das ist das Ende einer kurzen Blüte der Solarindustrie in der Stadt. Für den Arbeitsmarkt hat dies aber viel geringere Auswirkungen als die plötzliche Solarkrise im Jahre 2012.

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ndPlusFrank Hellmann

Ist das noch gesund?

Die Bilder bietet derzeit fast jedes Training eines Bundesligisten: bis zur Unkenntlichkeit vermummte Spieler, die neben Handschuhen und Mützen auch Halswärmer tragen, die sich weit ins Gesicht hochziehen lassen. Eine länger anhaltende Kältewelle könnte den ersten Teil der Rückrunde überziehen wie der Frost die Windschutzscheiben parkender Autos, jetzt, da auch die dritte Liga wieder startet. Und ...

Alexander Ludewig

Weg vom Jammern!

Rostocks Vorstandsvorsitzender Robert Marien spricht über die Ziele und Probleme des F.C. Hansa. Er meint, Ostklubs hätten es in der 3. Liga nicht unbedingt schwerer als die aus dem Westen. Die fehlende Wirtschaftskraft in der Region sei oft nur eine Ausrede.

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ndPlusTom Mustroph, Bogotá

Das große Löcherstopfen

Kolumbiens Radprofis sorgen seit Jahren für Furore. Doch ihre Erfolge werden von Gerüchten überschattet: Wenige Kontrollen gebe es in ihrer Heimat, der Anreiz zum Dopen sei hoch. Ein Besuch bei den Dopingjägern des Landes.

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ndPlusFelix Lill , Manila

Muss man sich diese Stadt antun?

Wer die Philippinen abseits der Traumstrände kennenlernen will, kommt um die Millionenmetropole Manila nicht herum. Kaum eine Stadt ist anstrengender, aber keine aufregender.

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»Da rutschte der Tote die Treppe runter«
ndPlusBahareh Ebrahimi und Josephine Günther

»Da rutschte der Tote die Treppe runter«

Sven Frohn-Langnick ist Bestatter in Berlin. Vor dem Tod hat er keine Angst. Aber schnell sollte es schon gehen. Er selber möchte nicht eingeäschert werden, das sei ihm zu endgültig.

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Editorial
Fabian Hillebrand, Online-Redakteur

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser, die Linke hat das Siegen verlernt? Von wegen! Zumindest beim Turnier der Sportjournalisten am Donnerstagabend, dem 17. Januar 2019, hat sie gewonnen: Dort waren die Fußballer*innen Ihrer »Sozialistischen Tageszeitung« nicht aufzuhalten. Mit einem neu zusammengestellten Team trat das »nd« gegen die Spieler anderer deutscher Medienhäuser an - und das hätte durchaus auch s...

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Kreuzworträtsel

Das große Kreuzworträtsel zum Jahreswechsel in der letzten »nd-Commune« war für viele wohl so etwas wie ein etwas verspätetes Weihnachtsgeschenk. Die Resonanz jedenfalls hat uns überrascht. Und weil so viele miträtselten, haben wir uns entschlossen, vier statt drei Buchpreise zu verlosen. Übrigens: Alle Einsendungen waren richtig. Das Lösungswort lautete: nd gut, alles gut. Das wusste auch Ro...

Fabian Hillebrand

Kampf der (Spiel-)Systeme

Das Redaktionsgebäude von »neues deutschland« wurde einst als Reaktion auf das Axel-Springer-Hochhaus im Berliner Westen gebaut. Am 17. Januar 2019 kam es zu einem Aufeinandertreffen der Verlagsgiganten.

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Heidi Diehl

Rendezvous mit der Königin des Winters

Noch ist es draußen grau und kalt, die Sehnsucht nach dem Frühling und seinen bunten blühenden Boten aber wächst von Tag zu Tag. Wenn auch Sie meinen, es nicht länger aushalten zu können, bis die Natur erwacht, dann begleiten Sie mich doch einfach nach Pillnitz und Zuschendorf. Wann? Am 8. März, dem Internationalen Frauentag natürlich. Lassen Sie uns das Rendezvous mit der Kamelie, der Königin des...

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Heidi Diehl

Literarisch unterwegs in Klein-Paris

Auf der Leipziger Buchmesse kann man sich heillos verirren. Nicht so, wenn Sie sich mit Ihrer Zeitung auf den Weg durch die Messehallen machen. Das allein wäre es schon wert, sich für die nd-Leserreise vom 23. bis 25. März auf literarischen und historischen Spuren zu entscheiden. Doch diese Tour bietet viel mehr - und Einzigartiges. Denn Irmtraud Gutschke, jahrzehntelang nd-Literaturredakteurin, w...

Anke Ziebell

Die Russen sind Teil meiner Familie

So schnell bringt Horst Herrmann keiner aus der Ruhe. Doch als das Stichwort »Russland« fällt, leuchten die Augen des 90-Jährigen, und eine gewisse Unruhe ist ihm anzumerken. Nicht nur im »nd«, das er schon »immer« liest, verfolgt er die Entwicklungen in Russland interessiert. Mit Russland verbinden den ehemaligen Pionierleiter - der 1992 den Berliner Verein der Freunde der Völker Russlands m...

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mim

Gleich und ähnlich, Glücks und Glück, Bresche und Mia

»Irritierendes Dreiecksverhältnis« Bei unserer regelmäßigen »Gastaufgabe« wird es mitunter sehr knifflig. Diesmal gab es ganze fünf »Richtige«. Die Beweisführungen waren für Frage 2 bis zu engzeiligen zweieinhalb (!) Seiten lang. Wir machen es hier viel kürzer und verweisen weiterführend auf die bei www.schulmodell.eu unter »Wochenaufgabe 590« eingestellten Beispiellösungen. Aufgabe 1: Ja, wen...

Der Mann am neuralgischen Punkt
Andreas Fritsche

Der Mann am neuralgischen Punkt

Alle Mühe der nd-Redakteure wäre vergeblich, wenn die Technik nicht funktioniert - um die kümmert sich Ralf Ziplies. Auf seinem Türschild steht IT-Manager, er selbst nennt sich Systemadministrator. Studiert hat er von 1975 bis 1978 an der Berliner Ingenieurschule für Maschinenbau und Elektrotechnik. Seine Fachrichtung hieß Geräte und Anlagen der Nachrichtentechnik. Informatik gab es damals noch ni...

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Der Krieg im Zettelkasten

Der Krieg im Zettelkasten

Im Februar 1944 fallen Kästners sämtliche Bücher und Manuskripte einem Bombenangriff zum Opfer. Nur seine Aufzeichnungen in einem unscheinbaren blau verpackten Büchlein nimmt er stets in den Luftschutzkeller mit: Nachrichten vom Tage, Annotationen, gallige Kommentare, dazwischen Reflexionen zu Nietzsche, auf dessen »Willen zur Macht« - ein posthumes, ideologisch motiviertes Konvolut seiner Schwest...

Nichts für Konfirmanden

Nichts für Konfirmanden

»Dieses Buch ist nichts für Konfirmanden, ganz gleich, wie alt sie sind«, meinte Kästner, als die bereits entschärfte Fassung seines »Fabian« erschien. Gleichwohl erschien der Roman vielen als dekadent und obszön. Dabei tat Kästner nichts anderes, als seine eigenen Erlebnisse in Berlin und seine Beobachtungen in Romanform zu gießen, nichts zu beschönigen oder zu sublimieren - ganz im Sinne der Neu...

Mario Pschera

Emil und die Brandstifter

Vor 120 Jahren wurde in Dresden ein Mensch geboren, dessen vielfältiges Schaffen irgendwann hinter dem Erfolg seiner Kinderbücher zu verblassen schien: Erich Kästner, Dichter, Reporter, Kritiker, Kabarettist und Romancier. Mit siebzehn wurde er als Soldat eingezogen, die Erlebnisse in der Kaserne und an der Front machten ihn zum Pazifisten. 1919 begann er in Leipzig ein Studium und verdiente seine...

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Kästner-Klassiker als Comic

Kästner-Klassiker als Comic

Realistische Kinderliteratur ist heute nichts Ungewöhnliches. In den 1920er und 30er Jahren konnte man allenfalls Johanna Spyris »Heidi« und »Pommerle« der Frauenrechtlerin Magda Trott in Ansätzen modern nennen. Bis Erich Kästner das Genre aufmischte. Mögen seine Bücher aus heutiger Sicht auch etwas onkelhaft daherkommen, vermitteln sie doch immer noch auf lesenswerte Weise ein Zeitkolorit und las...

»So einfach war es …?«

»So einfach war es …?«

Es mag makaber klingen: Mit Bücherverbrennungen kannte sich Erich Kästner aus. Hatte er sich doch mit einem Freund angesehen, wie die »Repräsentanten des deutschen Geistes«, Studenten in braunen Uniformen, aufmarschierten und die Fackeln legten, während ein gescheiterter Intellektueller im schwarzen Ledermantel die Brandreden hielt und auch Kästners Schriften dem Feuer übergab. 1947 sprach Kä...

Eine schwierige Liebe

1952 lernten sich der erfolgreiche Schriftsteller und die junge Angestellte des Schriftstellerverbandes kennen, beide bereits verheiratet. Es war Liebe, nicht auf den ersten Blick, dafür umso heftiger. Soeben erschien der Briefwechsel von Eva und Erwin Strittmatter aus den Jahren 1952 bis 1958, der anrührend beginnt und schon etwas vorwegnimmt von dem schwierigen Verhältnis der beiden zueinander. ...

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Buchgewinne

Lösungseinsendungen: »Knifflige Zirkusnummer« bis Donnerstag, 31. Januar, »Einstein mit Augenzwinkern«, »Kettenriss« sowie »kurz & knackig« bis Donnerstag, 7. Februar. Jede Lösung kann auch einzeln eingeschickt werden, denn für jede richtige Lösung (»kurz & knackig« gilt als eine Aufgabe) gibt es eine Buchauslosung! E-Mail: ndCommune@nd-online.de oder Post unter Kennwort »ndC...

nd

Enkelin hat Kettenriss

Für diese Rubrik bitten wir Leserinnen und Leser um Denkspielideen oder auch komplette Aufgaben. Das Echo war bisher erfreulich - herzlichen Dank! (Kontakte siehe Spalte links) Nun regt es sich offenbar auch bei den Kindern und Kindeskindern. Jedenfalls schickte uns Lina Dirksen (13), Enkeltochter von Denkspielerin Ruth Gebhardt aus Cottbus, diese Aufgabe: Eine 15-gliedrige Halskette ist leid...

kurz & knackig

Ob ein Glas halb voll oder halb leer ist, ist bekanntlich Ansichtssache, mathematisch allerdings rätselhaft: Es sei ein volles Glas Gv und ein leeres Glas Gl. Laut Redewendung gilt: Gv/2 = Gl/2. Multipliziert man die Gleichung mit 2 folgt Gv = Gl, womit ein volles Glas = ein leeres Glas ist. Was stimmt da nicht? Dies ist eine nach einer bestimmten Regel gebildete Zahlenreihe: 33, 31, 39 , 37,...

Knifflige Zirkusnummer

Die Internetseite www.schulmodell.eu ist einzigartig. Der Chemnitzer Mathematiklehrer Thomas Jahre veröffentlicht dort jede Woche eine Aufgabe, die sich an seine Schüler, aber darüber hinaus an alle mathematisch Interessierten richtet. Der sechssprachige Newsletter hat weltweit 1800 Empfänger. Wir übernehmen für ndCommune die jeweilige Wochenaufgabe. Bei dem Format »Aufgabe der Woche« von www.schu...

Mike Mlynar

Einstein mit Augenzwinkern

Es gibt kluge Köpfe, von denen man angesichts ihres geistigen Nachlasses meint, sie hätten zeitlebens nur Aphorismen aus dem Ärmel geschüttelt. Dabei lassen sich zwei Arten dieser Autoren ausmachen: zum Ersten diejenigen, die es literarisch zu nicht mehr geschafft haben als zu Miniaturen, und zum Zweiten die, deren gewaltiges Hauptwerk von der Nachwelt zwar geadelt, aber kaum gelesen und verstande...