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Zu dicke Luft in 35 Städten

Berlin. Die Luftbelastung mit Stickstoffdioxid bleibt in vielen deutschen Städten hoch. Das Umweltbundesamt (UBA) veröffentlichte am Donnerstag auf seiner Internetseite erste Messdaten aus den Ländern für das vergangene Jahr. Demnach überschritten mindestens 35 Städte den vorgeschriebenen Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter im Jahresmittel. An der Spitze lag Stuttgart mit 71 Mikrogramm vor ...

Neue Sanktionen gegen Venezuela

Caracas. Um Druck auf die venezolanische Regierung auszuüben, haben die USA am Mittwoch neue Sanktionen gegen Venezuelas staatlichen Ölkonzern und dessen in den USA tätige Tochterfirma verhängt. Die US-Regierung hatte am Mittwoch außerdem durchblicken lassen, dass sie ein militärisches Vorgehen nicht ausschließe. Die sogenannte LIMA-Gruppe aus südamerikanischen Staaten und Kanada warnte vor einem ...

Airline-Mitarbeiter warten auf Gehalt

Berlin. Bei der Fluggesellschaft Germania haben die Mitarbeiter bislang kein Januar-Gehalt bekommen. »Ich kann bestätigen, dass sich im Zusammenhang mit dem aktuellen Finanzierungsprozess die Auszahlung der Löhne und Gehälter des Monats Januar für die Germania Fluggesellschaft mbH und die Germania Technik Brandenburg GmbH verzögert«, teilte ein Sprecher am Donnerstag auf Anfrage mit. »Germania bem...

Roland Etze

LIMA auf Distanz

Wen trifft es als nächsten? Das absichtsvolle nicht ausschließen einer militärischen Intervention gegen Venezuela durch die USA wird von den meisten Staaten Lateinamerikas abgelehnt. Weil es sie bei erfolgreicher Erprobung selbst treffen könnte.

Armutsgeld I

Berlin. Nicht nur Arbeitslosengeld II (Hartz IV) reicht kaum zum Leben, auch das Arbeitslosengeld I lag im Jahr 2018 für viele Menschen nur knapp über der Armutsrisikogrenze. Wie aus einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht, die dem »nd« vorliegt, betrug das durchschnittliche Arbeitslosengeld I im Jahr 2018 (Berechnungszeitraum November 2017 bis Oktober 2018) 953 Euro. Dabei bezogen...

Uwe Kalbe

Trump mit Tauschbörse foppen

Deutschland, Frankreich und Großbritannien folgen der US-Sanktionspolitik nicht. Sie haben eine Gesellschaft gegründet, die Unternehmen helfen soll, ihr Irangeschäft abzuwickeln.

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Wider das »Teufelszeug«!

Während die Sowjetunion ihre RSD-10-Atomraketen (SS-20) an der Westgrenze des Landes stationierte, beschloss die NATO am 12. Dezember 1979, neue Kernwaffensysteme mittlerer Reichweite in Westeuropa zu installieren. In der Folge gab es in der Bundesrepublik Massenproteste der Friedensbewegung: im Bonner Hofgarten demonstrierten 300 000 Menschen, mehr als vier Millionen unterschrieben den Krefelder ...

René Heilig

Kündigung der Vernunft

Die Beendigung des INF-Abkommens könnte der Beginn einer neuen Phase atomaren Wettrüstens sein. Das kann die Menschheit erneut an den Rand eines Abgrundes führen. Hat man nichts gelernt?

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ndPlusVolker Stahl

Eine Schande für Hamburg

Eine neue Initiative will frische Ideen in die in Jahrzehnten festgefahrene Debatte über Obdachlosigkeit in Hamburg bringen. Das »Aktionsbündnis Hamburger Obdachlose« wird am 9. Februar für die Rechte von Wohnungslosen demonstrieren. »Wir wollen, dass sich grundsätzlich etwas ändert«, sagt Max Bryan, einer der Initiatoren. Unter anderem sei geplant, einen Themenwagen aufzubauen, der die Forderung ...

ndPlusVolker Stahl, Hamburg

Betten aus Beton

Nicht jeder Wohnungssuchende hat so viel Glück wie Andreas L. In Hamburg, Stadt der Millionäre, wächst die Zahl der Obdachlosen unaufhörlich.

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Cyberagentur in den Osten

Berlin. Die Bundesregierung wird die neue Cyberagentur in der Region Halle-Leipzig ansiedeln. Das gaben Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Donnerstag in Berlin bekannt. Die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit soll in den kommenden fünf Jahren mit insgesamt 200 Millionen Euro ausgestattet werden und bis 2023 etwa 100 Mitarbei...

ndPlusUwe Kalbe

NS-Opfer erhalten auch im Heim Rente

Ludwig Baumann und seiner Familie hilft es vielleicht nicht mehr. Doch immerhin 26 anderen. Die Bundesregierung hat die diskriminierende Regelung korrigiert, nach der Beziehern einer NS-Opferrente diese auf ein Taschengeld gekürzt wurde, wenn sie in ein Pflegeheim umziehen mussten. So wie Ludwig Baumann, dessen Schicksal es zu sein scheint, bis über den Tod hinaus im Dienste anderer zu wirken. Der...

ndPlusStefan Otto

Schulstreit noch nicht ausgeräumt

Im Bundesrat stimmten die Länder geschlossen gegen ein Gesetz zum digitalen Schulausbau. Deshalb ist nun der Vermittlungsausschuss zusammengekommen. Ob es eine rasche Lösung gibt, ist unklar.

Jana Frielinghaus

Erinnern an unfassbare Verbrechen

Im Berliner Parlament prangerte der israelische Historiker Saul Friedländer Antisemitismus von »rechts und links« an. Bundestagspräsident Schäuble erinnerte an die Universalität der Menschenwürde.

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ndPlusThomas Berger

Bangladesch kommt nicht zur Ruhe

In Bangladesch hat sich das neue Parlament konstituiert, in dem die regierende Awami-Liga die große Mehrheit hat. Premierministerin Sheikh Hasina sagte zu, die Opposition nicht behindern zu wollen.

Vanessa Fischer

ALG I reicht oft kaum zum Leben

Weil sie häufiger zugunsten der Kindererziehung pausieren oder in Teilzeit arbeiten, sind Frauen auch beim ALG I stark benachteiligt. Um dem etwas entgegenzusetzen, müssen sich drei Dinge ändern.

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Guaidó schielt auf die Armee Venezuelas

New York. Venezuelas selbst ernannter Interimspräsident Juan Guaidó ist überzeugt, im Machtkampf mit Staatschef Nicolás Maduro das Militär für sich gewinnen zu können. »Die Unzufriedenheit der Streitkräfte wird irgendwann vollkommen sein«, sagte er der spanischen Zeitung »El País« am Donnerstag. Dies werde dann die Gelegenheit für die Armee sein, sich auf die Seite der Verfassung zu stellen. Um ei...

ndPlusFelix Jaitner

Der Sturz des »Unantastbaren«

Die Familie Araschukow verfügt über beste Beziehungen in die höchsten Kreise von Politik und Wirtschaft. Dabei profitiert sie von den zerrütteten Verhältnissen im Nordkaukasus.

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ndPlusSebastian Haak

Nicht mehr als die Gebäudereiniger

In Thüringen gibt es Streit zwischen der rot-rot-grünen Landesregierung und den drei Regierungsfraktionen um die Frage des Mindestlohns für Arbeitnehmer, deren Firma im Auftrag des Landes tätig wird.

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Kurt Stenger

Was nun, Herr Scheuer?

Wie viele andere Bemühungen hat auch Softwareupdate bei Dieselfahrzeugen nichts gebracht. Auch 2018 liegen die Stickoxidwerte in 35 deutschen Städten über den Grenzwerten. Mehr regionale Fahrverbote werden kommen.

René Heilig

Der erste Schritt wird schwerer

Immer mehr Opfergruppen des Nationalsozialismus wird gedacht. Den Millionen Opfern im Osten zu gedenken wird immer schwieriger, weil deutsche Soldaten wieder russischen auf schussweite gegenüberstehen.

Martin Kröger

Der Markt baut nicht

Der Senat in Berlin wird seine Wohnungsbauziele verfehlen. Das ist bitter, schließlich wird das Mitte-links-Bündnis daran gemessen, ob es die Mieten dämpft und ausreichend bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung stellt. Statt der versprochenen 30 000 städtischen Wohnungen wird es bis 2021 wohl nur 25 000 neue Wohnungen geben. Es wäre an dieser Stelle einfach zu sagen, dass die zuständige Bausenatorin K...

ndPlusOliver Eberhardt

Ex-General

Lange Zeit galten Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu und sein rechtskonservativer Likud als sichere Sieger der Parlamentswahlen am 9. April, doch nun ist ein ernst zu nehmender Herausforderer auf der Bühne aufgetaucht. Benny Gantz - 59, verheiratet, drei Kinder - hat 38 Jahre lang beim Militär gedient und sich bis zum Generalstabschef hochgearbeitet. Seiner Parteineugründung namens »Widerst...

Ricarda Lang

2038 reicht nicht

Dass der Kohleausstieg überhaupt angegangen wird, ist vor allem einer schlagkräftigen Klima- und Umweltbewegung zu verdanken. Nun ist es unsere gemeinsame Aufgabe dafür zu sorgen, dass er nicht bis 2038 heraus gezögert wird.

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Marion Bergermann

Anstrengend für alle Beteiligten

Endlich was Neues zu motzen in Berlin. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) lassen die ohnehin zu wenigen U-Bahnen jetzt seltener fahren. Auf den stark genutzten Linien U6, U7 und U9 gibt es eine neue Taktung. So fährt jetzt die U6 alle fünf Minuten statt im »Viereindrittel-Minuten-Takt«, wie die BVG mitteilte. Wenn die U-Bahn seltener komme, werde sie zuverlässiger, weil es dann Reservezüge gebe, ...

Nicolas Šustr

Heizen nach Sanierung teurer

Bewohner des Kosmosviertels in Berlin-Altglienicke zahlen nach energetischer Sanierung nicht nur eine höhere Miete, der Energieverbrauch für die Heizung stieg auch um über 20 Prozent.

Maria Jordan

Hundert warme Betten

Seit einigen Wochen gibt es in Pankow eine neue Notunterkunft für Obdachlose. Die Einrichtung gehört laut Sozialsenatorin Breitenbach nicht nur zu den größten, sondern auch zu den besten der Stadt.

Nicolas Šustr

Begrenzter Fortschritt

Die Koalition war zu optimistisch bei den Neubauzielen für die Legislaturperiode, räumt Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (LINKE) ein. Genossenschaften würden gerne mehr bauen.

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ndPlusJulian Seeberger

Wohnen mit der Unsicherheit

Aktuell wird über Stand und Szenarien im Konflikt um die Karl-Marx-Allee informiert. In einigen Fällen könnten Senat und Mieter die Deutsche Wohnen zurückdrängen.

Emil Larson

An den Unis wüten Rechtsextreme

Hakenkreuz-Schmierereien, Bedrohungen und abgerissene Wahlplakate: An den Berliner Universitäten verzeichnen Studierenden-Organisationen mehr Störungen und Übergriffe.

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ndPlusWilfriede Neiße

Hartz IV war ein Fehler

Der Landtag debattierte über Hartz IV. Die SPD will immer noch nicht einsehen, was sie mit dieser Reform angerichtet hat.

ndPlusMartin Kröger

Arbeitskräfte werden händeringend gesucht

Wie im Winter üblich stieg zwar im vergangenen Monat die Arbeitslosenquote leicht an. Doch im Vergleich zum Vorjahr sind immer weniger Menschen in Berlin und Brandenburg erwerbslos.

Andreas Fritsche

Wasserwerfer als Feuerwehr

Wenn nicht gerade der Wald brennt, spritzen die Wasserwerfer nicht. Das Innenministerium hält die Staffel trotzdem für notwendig.

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Hagen Jung

Gorch Fock: Werftspitze gefeuert

Fristlos entlassen worden sind sowohl Vorstand als auch Aufsichtsrat der Elsflether Werft AG, die das Segelschulschiff »Gorch Fock II« saniert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verdachts auf Untreue.

ndPlusDanuta Schmidt

Weißes Gold ist »rothes Porcellain«

Steffen Knabe gründete den von seinem Urgroßvater gegründeten Verlag neu. In Meißen stellt er ein wieder aufgelegtes Buch über Porzellan-Erfinder Friedrich Böttger vor.

ndPlusHendrik Lasch

Großer Mangel im Führerstand

Das Unternehmen Abellio hat Ende 2018 große Teile des Bahnnetzes in Sachsen-Anhalt übernommen - und erst danach gemerkt, dass dafür 40 Lokführer fehlen. Nun leiden Pendler, und Landespolitiker zürnen.

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Kunst muss politisch sein

Liebe und Demokratie machen rund 250 Theaterleute zum Thema bei der Jahreskonferenz der Dramaturgischen Gesellschaft in Jena und Weimar. »Beruflich können wir gar nicht anders, als uns mit Politik zu beschäftigen und uns für eine offene Gesellschaft einzusetzen«, sagte ihr Vorsitzender Harald Wolff. Der Rechtspopulismus in Deutschland und im Ausland sei eine Gefahr für Freiheiten des Theaters und ...

Kermani kritisiert

Der Schriftsteller Navid Kermani hat seine Wahlheimat Köln scharf kritisiert. »Man schämt sich ein ums andere Mal für diese Stadt«, schrieb der vielfach ausgezeichnete Autor in einem Beitrag für den »Kölner Stadt-Anzeiger« (Donnerstag). Insbesondere im Kulturleben gehe es »unfassbar unprofessionell« zu. Kermani, der unter anderem den Friedenspreis des deutschen Buchhandels erhielt, wurde in Siegen...

ndPlusFlorian Brand

Die Entsiffung des Kulturbetriebs

In 14 Städten werden an diesem Freitag weitere »Erklärungen der Vielen« unterzeichnet. Nach Angaben der Initiator*innen beteiligen sich mittlerweile deutschlandweit rund 2000 Kunst- und Kulturinstitutionen sowie Privatpersonen an der Kampagne des Vereins »Die Vielen e.V.«. Die Aktion sei eine »Antwort auf gezielte Angriffe gegen die Kunst- und Kulturlandschaft durch rechtspopulistische und -extrem...

ndPlusJörn Schulz

Farben in der Dunkelheit

Enge nachbarschaftliche Beziehungen haben ihren Preis. Von der Anonymität der Großstadt kann in dem Nairobi, in dem der Spielfilm »Rafiki« spielt, nicht die Rede sein. Wer wann wessen Wohnung verlassen hat und welche Schlussfolgerungen insbesondere im Hinblick auf sexuelle Beziehungen daraus zu ziehen sind, ist ein beliebtes Gesprächsthema, und sollte jemand etwas nicht mitbekommen haben, kann er ...

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ndPlusBenjamin Moldenhauer

Verpilzt

Zu den nicht eben zahlreichen Momenten, in denen deutscher Pop so klang, dass er jenseits der Landesgrenzen als innovativ und schillernd und nicht als vor allem gimpelhaft wahrgenommen wurde, gehörten unter anderem die, denen eine ausgiebige Landpartie vorausging. 1970 verbarrikadierte zum Beispiel die Band Faust sich in Wümme, um dort wüstes Zeug zusammenzumusizieren, das heute noch ein steter Qu...

ndPlusBritta Rybicki

Die Erinnerungskultur verjüngt sich

Was ist, wenn die Geschichte der Shoa nicht mehr von den Überlebenden erzählt werden kann, weil es immer weniger von ihnen gibt? Der Verein Heimatsucher e. V. bildet Schülerinnen und Schüler als sogenannte Zweitzeuginnen aus.

ndPlusGerhard Müller

»Vorwärts zum Himmel auf Erden …«

Reiner Bredemeyer, geboren am 1. Februar 1929 in Velez in Kolumbien, gestorben am 5. Dezember 1995 in Berlin, war einer der produktivsten und umstrittensten Komponisten der DDR. 1954 übersiedelte der damalige Münchner nach Berlin und begann ein Meisterschüler-Studium bei Rudolf Wagner-Régeny an der Akademie der Künste. Den Weg hatte Paul Dessau geebnet, dem Bredemeyer bereits 1951 bei der westdeut...

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ndPlusHans-Dieter Schütt

Raffiniert scheu

Sie mag auf der Bühne weitherzig nach Liebe und Güte rufen, sie ruft das Leben immer auch unsentimental zur Ordnung. Ruft gar nicht so sehr, eher flüstert sie. Großer Bausch und großer Bogen haben es schwer bei ihr. Sie ist spielend eine vertrackt Praktische, die bis zu einem gewissen Punkt alles tapfer weglebt. Gäbe es ein Buch über sie, der Titel könnte lauten: »Bitte nicht so laut.« Denn sie we...

Robert D. Meyer

AfD-affiner Blogger

Rainer Meyer, besser bekannt als Don Alphonso, sitzt in der Jury des »Medienpreises Parlament«. Seine Berufung stößt auf Kritik. Immerhin nutzt der Blogger nicht nur das Vokabluar der Neuen Rechten.

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Jirka Grahl

»Zahlenhochstapelei«

Die Kritiker machen weiter: Ex-Leichtathletin Claudia Lepping und Molekularbiologe Werner Franke erläuterten gestern in Berlin vorm Sportausschuss, was sie am Dopingopferhilfeverein bemängeln.

Alexander Ludewig

Bis die Blase wieder platzt

Wieder einmal hat sich Tennis Borussia einem Investor ausgeliefert. Durch dessen Machtanspruch als Ausgleich für Finanzspritzen sehen viele Fans die Werte des Berliner Vereins stark bedroht.