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Marie Frank

28 Familien sind genug

Die Jugendämter in Deutschland sind überlastet: zu wenig Personal für zu viele Fälle. »Deutschlandweit haben wir einen hohen Fachkräftebedarf«, sagt Till Döring von der Bundesarbeitsgemeinschaft Landesjugendämter. Es sei jedoch schwierig, geeignete Mitarbeiter zu finden und zu halten. Das liegt auch am niedrigen Gehalt, sagen Gewerkschafter und fordern in den aktuellen Tarifverhandlungen im ö...

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Besuch für den Mann im Mond

Mit der Ruhe auf dem Mond ist es allmählich vorbei. Denn Israel ist als viertes Land dabei, eine Sonde auf dem erdnächsten Himmelskörper zu platzieren. Nach sowjetischen und US-amerikanischen Mondgefährten und jüngst der spektakulären Landung einer chinesischen Sonde auf der erdabgewandten Seite ist derzeit eine Rakete des Raumfahrtunternehmens SpaceX unterwegs (das Foto zeigt den Start in Cape Ca...

Stephan Kaufmann

Armer Sozialismus

Zu wenig Personal, zu viele Fälle: Die Jugendämter in Deutschland sind überlastet. Mitarbeiter der Berliner Behörden gingen diese Woche auf die Straße. Außerdem: ein linker Rapper, die Wahltricks der US-Republikaner und der Sozialismus, der immer an allem schuld ist.

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Niklas Franzen & Lea Fauth

»Tot kann ich nur wenig ausrichten«

Beleidigungen, Diffamierungen, Morddrohungen: Seit Jahren lebt Jean Wyllys in Angst. Nun hat der linke Politiker entschieden, nicht nach Brasilien zurückzukehren. Ein Sieg für die Rechten ist sein Exil trotzdem nicht.

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Uwe Sattler

»Ich habe gelernt, wütend zu sein«

»Die EU muss das Leben der Menschen verbessern, statt ihnen zu schaden«, sagt Gabi Zimmer, die scheidende Chefin der Linksfraktion im Europaparlament. Ein Porträt der 63-Jährigen anlässlich des Europa-Parteitags der LINKEN in Bonn.

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ndPlusStephan Kaufmann

Ein Anfall von Schwäche

Deutschlands Wirtschaft steht plötzlich schwach da. Chinas Boom, ein Pfeiler des Aufschwungs, bricht langsam weg. Mit ihrem Handelskrieg zielt die US-Regierung auf den Kern der deutschen Stärke: Sein Erfolg auf dem Weltmarkt.

Seite 6
ndPlusMarius Pletsch

Einigkeit durch Waffen

Im Ringen um globalen Einfluss rücken Frankreich und Deutschland näher zusammen. Gemeinsame Rüstungsprojekte sollen Europa militärisch autonom machen und die EU stärken.

Seite 7
ndPlusStefan Otto

Schikanen gegen das Kirchenasyl

Im vergangenen Sommer haben die Innenminister die Regeln fürs Kirchenasyl verschärft. Flüchtlinge können seitdem auch nach anderthalb Jahren noch abgeschoben werden. Die Maßnahme scheint zu wirken. Die Zahl der Kirchenasyle ist seitdem stark zurückgegangen.

Sascha Zastiral

Neue Mitte Ltd.

Taktik oder Überzeugung - beim Brexit verhält sich Labour-Chef Corbyn sehr zögerlich. Das will nun sein Widersacher Chuka Umunna ausnutzen. Der einstige Jungstar der Partei gründete eine neue Gruppe im Parlament.

Seite 8
Nelli Tügel

Immer wieder freitags ...

Seit vielen Wochen bringt die globale Bewegung Fridays for future (Freitage für die Zukunft) junge Menschen auf die Straße. Statt den Unterricht zu besuchen, demonstrieren sie. Diesen Freitag beispielsweise vor dem nordrhein-westfälischen Landesparlament in Düsseldorf. Ihre Forderung: Mehr Umwelt- und Klimaschutz. Nicht irgendwann. Jetzt. Nicht ein bisschen. Sondern radikal. Sie nehmen ernst,...

Martin Ling

Venezolanische Kraftprobe

Der 23. Februar ist ein entscheidenden Tag in Venezuela. Der selbst ernannte Interimspräsident Guaidó will am Samstag Hilfslieferungen ins Land bringen. Sein Kalkül: Wenn die Soldaten die Hilfe durchlassen, wäre die Maduro-Regierung erledigt.

Florian Brand

Tor-Schlusspanik

Anonymität im Netz sollte ein Grundrecht sein, denn sie ist ein wesentlicher Bestandteil der Privatsphäre. Der Unterschied zwischen autokratischen und demokratischen Systemen ist daher, dass Autokrat*innen stets versuchen, die Anonymität ihrer Bürger*innen mit allen Mitteln zu kontrollieren. Genau danach streben Konservative unter dem Deckmantel Innere Sicherheit seit jeher (Staatstrojaner, Polize...

Felix Jaitner

Aufmucken lohnt sich

Die Botschaft von Alexander Jorde ist so einfach wie überzeugend: Menschliche Gesundheit ist keine Ware, keine Pflege nach Profitabilitätskriterien. In die Politik will der Pflege-Azubi und Medienstar trotzdem nicht. Das hat einen Grund.

Petra Sitte

Vertane Chance

Wer dieser Tage versucht, sich über die Folgen des Entwurfs der europäischen Urheberrechtsreform zu informieren, ohne bereits knietief im Thema zu stecken, ist nicht zu beneiden. Mal ist von der Stärkung der Kreativen und der Zähmung der Internetriesen der Rede, mal von Uploadfiltern und dem Ende des freien Internets. Kaum eine Aussage bleibt unwidersprochen. Und sich durch fast hundert Seiten Jur...

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Eine Zumutung

Die Klärung der Frage, was öffentlich nicht zeigbar ist, weil es politische Erregungszustände auslöst, ist eine Sache der Zumutung. So berichteten diverse Medien, dass die Übertragung des Fußballbundesligaspiels zwischen dem FC Augsburg und dem FC Bayern München vor Wochenfrist im iranischen Fernsehen deshalb nicht zu sehen gewesen sei, weil das Spiel von einer Schiedsrichterin, nämlich Bibiana St...

Nelli Tügel

Das Unbehagen der Bobos

Romy Straßenburg leitete als Minka Schneider die deutsche Ausgabe von »Charlie Hebdo«. Ihr autobiografisch-anekdotisches Buch »Adieu liberté« macht aus vielen kleinen Beobachtungen ein Sittengemälde jenes Pariser Milieus, in dem sich Straßenburg bewegt: das Bobo-Milieu.

Seite 10
ndPlusReiner Oschmann

Herz so schwer

Die Wiege des Flamenco seht in Andalusien. Er entstand aus der gegenseitigen Befruchtung der Kulturen - durch nordafrikanisch-arabische Elemente und durch den Einfluss der Zigeunermusik sowie einheimischer Folklore.

Seite 11
Paula Irmschler

Früchte des Zorns

True Fruits macht gern Witze über schwarze Menschen und Frauen. Bei Kritik wird zurückgeschossen. Und sie inszenieren sich als Rebellen, um sich nicht bewusst werden zu müssen, wie durchschnittlich sie eigentlich sind.

Seite 13
ndPlusChristof Meueler

Einmal die Nummer eins sein

Die Angst des Torwarts vor dem Angreifer: Regungslos wie ein Fossil auf der Torlinie verharren, wenn neben dir »humorlos« eingeschossen wird. So war das damals mit sieben in einem Dorf bei Darmstadt, wo Fossile populär waren.

ndPlusChristof Meueler

Meldenummer 15

KNV, der wichtigste Großbuchhändler, ist insolvent. Kennen Sie nicht? Doch, bestimmt. Oder haben Sie sich noch nie im Buchladen ein Buch über Nacht bestellt? Verleger befürchten nun eine »Buchkrise«.

Seite 14
Johannes Simon

Trumps demografische Panik

Panische rechte Angst: Die Grand Old Party fremdelt zunehmend mit den Spielregeln der Demokratie. Nicht der rassistische Wähler von unten oder nur Trump, sondern die US-Republikaner als Partei attackieren von oben die Demokratie.

Seite 16
ndPlusJohanna Treblin

Die Welt in Schwarz-Weiß

Martina Kräuter hat Achromatopsie: Sie kann keine Farben erkennen, sieht sehr schlecht und ist stark lichtempfindlich. Schon früh hat sie Strategien entwickelt, um damit umzugehen.

Seite 17
ndPlusUlrike Wagener

Der Gott-Trick

Ob gegoogelt oder nachgeschlagen: Wer nach »Genies« fahndet, findet stets das gleiche: europäische, bürgerliche Männer. Das ist kein Zufall. Der Kult des Genies war schon historisch eine Antwort auf die Frauenbewegung.

Seite 18
ndPlusHermannus Pfeiffer

Von Bonaparte zu Donald Trump

Donald Trump versteht Wirtschaft als Machtinstrument. Er droht Europa und China mit Handelskrieg. Doch die Geschichte zeigt, dass solche oft nach hinten losgehen - zumindest zwischen ähnlich starken Kontrahenten.

Seite 19
ndPlusAnn Loewin

Ein Tierschutz à la Menschenhass

Auch wer ein Herz für Tiere hat, kann tiefen Hass auf bestimmte Menschen hegen. Warum der traditionelle Tierschutz so viele Anknüpfungspunkte für für rechte Ideologen aufweist - und so wenig darüber gesprochen wird.

ndPlusFranziska Schubert

Professor von Hitlers Gnaden

Vor 1945 politisierter Ideologe, danach Verfechter unterhaltsamer Harmlosigkeit: Die Vita des westberliner Theaterwissenschaftlers Hans Knudsen ist quasi ein Bühnenstück der Persilscheinkultur der frühen Bundesrepublik.

Seite 20
ndPlusRichard Schuberth

Der lange Schatten der Andarten

Mythen, Statuen, Tempel: Die griechische Nation verfügt über mehr symbolisches Material als fast jede andere europäische. Doch musste auch sie im 19. Jahrhundert neu »erfunden« werden. Es wurde eine blutige Geburt.

Seite 21
ndPlusRichard Schuberth

Mazedonischer Salat

»Befreiung bis zum Massaker«: Der Balkan gilt heute als Epizentrum nationalistischer Barbarei in Europa. Die Geschichte Mazedoniens lehrt unter anderem, dass das nicht immer so war - und nicht so bleiben muss.

Seite 22

Internet aus dem All

In der Wüste mal eben kurz die Mails checken, im Dschungel die neusten Nachrichten lesen? An mobiles Internet haben sich die meisten Menschen gewöhnt. Aber es gibt Orte, da würden wohl die wenigsten mit Internetempfang rechnen. Ganz zu schweigen von nervigen Funklöchern. Neue Projekte versprechen nun, die gesamte Welt mit günstigem Internetzugang zu versorgen - mithilfe von Satelliten im Weltraum....

ndPlusIris Rapoport

Prometheus und die Leber

Täglich - so berichtet die Sage - sandte Zeus dem angeketteten Prometheus einen Adler. Der zehrte an dessen Leber, die sich immer wieder erneuerte. Unglaublich! Nicht allein die grässliche Horrorvision, sondern auch, dass die alten Griechen wohl schon um die erstaunliche Regenerationsfähigkeit der Leber wussten. Immerhin ist sie das einzige Organ, das selbst bei Verlust großer Teile wieder nachwäc...

ndPlusSteffen Schmidt

Salztank statt Kohleofen

Neue Ideen für alte Großkraftwerke: Auf einer Tagung ist das Konzept eines Speicherkraftwerks vorgestellt worden. Damit könnte das Problem der Zwischenspeicherung überschüssiger Energie aus erneuerbaren Quellen auf kostengünstige Weise gelöst werden.

Seite 23
ndPlusMartin Koch

In Reihen und Spalten

Vor 150 Jahren wurde das chemische Periodensystem 
geschaffen. Über Träume von Tabellen, einzigartige Werkzeuge und kühne Thesen, die sich später als richtig herausgestellt haben. Und über die Eigenwilligkeit von superschweren Elementen.

Seite 24
ndPlusChristof Meueler

Schluss mit Riesenflugzeugen?

Der Airbus 380, das größte Passagierflugzeug der Welt, soll nicht mehr gebaut werden. Ist die Zeit der Riesenflugzeuge vorbei? Steffen Schmidt über Jumbos und Überschall-Flugzeuge, mit denen man vor quasi vor dem Abflug ankommt.

ndPlusMartin Koch

Weckruf zur Emanzipation

Sie wurde als Tochter eines Zimmermanns in Landsberg an der Warthe geboren. Obwohl sie eine intelligente und wissbegierige Schülerin war, musste sie bereits mit 14 die Schule verlassen, denn ihre Eltern hatten nicht das Geld, ihr eine weitere Ausbildung zu ermöglichen. Sie arbeitete zunächst als Dienstmädchen, ging danach in die Fabrik und war zwei Jahre als Krankenwärterin in einer psychiatrische...

Seite 25
Marie Frank

Keine Zeit für Kinderschutz

Über 100 Fälle haben Mitarbeiter der Berliner Jugendämter teilweise zu betreuen. Den Familien kann man so kaum gerecht werden klagen die Beschäftigten und fordern mehr Personal und mehr Geld.

Seite 26
Canan Bayram und Katrin Schmidberger

So klappt der Mietendeckel

Kann Berlin autonom einen Mietpreisdeckel für alle Wohnungen einführen? Wenn der Bund mitspielt wäre das möglich, sagen die Grünen Abgeordnete Canan Bayram und die mietenpolitische Sprecherin der Berliner Grünen Katrin Schmidberger.

ndPlusJérôme Lombard

Fluglärm als Mietbremse

Der Senat hat Großes vor in Reinickendorf: 103 Millionen Euro soll es für den Umbau des Tegel-Areals sowie für den Ausbau der angrenzenden Wohnviertel geben. Doch im Bezirk geht die Sorge um, dass die geplanten Maßnahmen zu steigenden Mieten führen könnten.

Seite 27
ndPlusAndreas Fritsche

Seit Jahrzehnten im Flüchtlingslager

Wo genau die Westsahara ist, wissen die wenigsten. Fünf Politikerinnen aus Brandenburg fuhren hin, um sich die ehemalige spanische Kolonie anzusehen. Jetzt wollen sie ihr mit Aufmerksamkeit aushelfen.

Seite 28
ndPlusOliver Kern

Sonnencremes, Razzien und ein Fluch

Platz 10: Der erste Prominente Finnlands Olympiasieger Eero Mäntyranta gilt als einer der ersten ertappten Langläufer. Seine positive Probe auf ein Amphetamin bei den Landesmeisterschaften 1972 wird jedoch zunächst verheimlicht. Erst nachdem er bei Olympia in Japan medaillenlos bleibt, wird sie veröffentlicht. Platz 9: Bei Olympia erwischt Der Österreicher Johannes Dürr fällt 2014 i...

Lars Becker, Innsbruck

»Wir sägen uns die Füße ab«

Österreichs Skiverband wird recht froh sein, dass sich Dopingsünder Johannes Dürr nicht für die Heim-WM qualifiziert hat. Das Thema beherrscht die Titelkämpfe in Seefeld dennoch, auch deutsche Langläufer müssen sich rechtfertigen.

Seite 29
Andreas Morbach, Leverkusen

Ausscheiden tut weh

In der Bundesliga holt Leverkusen mit dem neuen Trainer Peter Bosz den Rückstand zur Spitze beständig auf: Bayer ist das beste Team des Jahres 2019. In den Pokalwettbewerben geht hingegen alles schief, trotz »machbarer Gegner«.

Frank Hellmann, Kassel

Fußballspielen schwer gemacht

Lange ist es her, dass sich der Deutsche Fußball-Bund so intensiv wie jetzt in Kassel den Problemen an der Basis widmete. Die drei Tage beim Amateurfußball-Kongress können angesichts der mannigfaltigen Mängel jedoch nur ein Anfang sein.

Seite 30
ndPlusHeidrun Lange

Die Wüste pflegt die Seele

Wer Freiheit spüren will, sollte den Östlichen Großen Erg in Tunesien besuchen. Nirgendwo lässt es sich leichter in Gedanken verlieren als in der Sandwüste im Süden des Landes.

Seite 31
ndPlusStephan Brünjes

Mit 36er-Film und Traveller Cheques

Hotelbuchung vom Sofa aus, mit Handynavigation durch den Dschungel, Instastories von unterwegs - Reisen ist heute so einfach wie noch nie. Vor 25 Jahren lief das alles viel beschwerlicher ab.

Seite 32
ndPlusFabian Hillebrand

»Ich fühle mich als Pionier«

Der Rapper Disarstar sieht sich als Antikapitalist. Er teilt nicht aus – sondern sich mit: In seinen Texten geht es um durchlebte Depressionen, gesellschaftliche Ungleichheit und das Begehren, die Welt radikal zu verändern.

Seite 33
Michael Müller

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser, noch ist Winter, aber der Frühling schon sicht- und spürbar auf bestem Wege. Körper und Geist lechzen nach neuer Frische und neuen Bewährungsproben. Angebote dafür sind die Schwerpunkte dieser Ausgabe der »ndCommune«. Beim GutsMuths-Rennsteiglauf werden am 18. Mai bereits zum 17. Mal auch Leserinnen und Leser in einem nd-Team dabei sein. Ehrenkapitän ist Welt-Läufe...

Seite 34
Literatur ist Leben
Olaf Koppe

Literatur ist Leben

Wie jedes Jahr im März wird Leipzig zur Stadt der Literatur: Vom 21. bis 24. März öffnet die Leipziger Buchmesse ihre Pforten und Zigtausende Literaturbegeisterte werden in die Messehallen strömen, die zahlreichen Lesungen besuchen und im Rahmen des Veranstaltungsmarathons »Leipzig liest« auch in den noch so kleinsten Lokalitäten ihren Lieblingsautorinnen und -autoren lauschen. Denn Leipzig ist vo...

Seite 35
Michael Müller

Es läuft und läuft, aber nicht von selbst

Der Rennsteiglauf startet am 18. Mai zum 47. Mal. Um die 15 000 Aktive werden auf den inzwischen sieben Lauf-, Nordic-Walking- und Wanderstrecken erwartet - vom Supermarathon (73,9 km) bis zu den 1100 m für die U8-Kinder, die allerjüngsten Juniorinnen und Junioren. Schon jetzt gibt es weit über 10 000 Anmeldungen für die 47. Auflage. Dieses Sportereignis ist die einzige DDR-Sportgroßveranstal...

Michael Müller

Von der Antarktis ins Ziel von Schmiedefeld

nd: Robby, gleich mal vorweg: Im »nd« machen wir Interviews in der »Sie«-Form. Robby: Das würde mich für meine Person einigermaßen irritieren. Mit »Du« komme ich um die ganze Welt. Außerdem sind wir ja längst Mannschaftskameraden. Ihr hattet mich schon 2012 zum Ehrenkapitän des nd-Rennsteiglaufteams berufen. Und dann noch zweimal. Genau. Und ich stehe in dieser Ehrenrolle namentlich immerhi...

Seite 36
Michael Müller

Von Titos Grab bis zu Teresas Geburtshaus

Warum sollten wir gerade auf den Balkan reisen? Schlechte Politik und Armut, kränkelnde Umwelt und zunehmend rohe Alltagssitten haben wir doch bei uns schon genug, oder? Solche Einwände begegnen dem Autor des Öfteren. Und sie sind nicht so einfach von der Hand zu weisen. Aber es gibt auch nicht wenige interessierte Leute, die wie der britische Schriftstellers Aldous Huxley (1894-1963) meinen:...

Seite 37
Der Europa-Salon geht auf die Reise

Der Europa-Salon geht auf die Reise

Auch wenn es bisher nur drei Veranstaltungen waren: Die Abende »Europa im Salon« sind bereits zu einer kleinen Institution geworden. Einige Dutzend Menschen - quer durch alle Jahrgänge - hören zu, wenn in der Lounge der Rosa-Luxemburg-Stiftung am Berliner Franz-Mehring-Platz entspannt über Europa und dessen kleine und große Wehwehchen diskutiert wird. Und inmitten der Sesselrunde saß schon einige ...

Seite 43
Geschichten von der Straße erzählen
Lou Zucker

Geschichten von der Straße erzählen

Wie es dazu kam, dass Nelli Tügel Leiterin des Politikressorts wurde, das weiß sie bis heute nicht so genau. »Mein Vorgänger, Markus Drescher, war kein sehr gesprächiger Mensch«, erzählt die kleine Frau mit den fokussierten dunkelbraunen Augen. »Das erste richtige Gespräch, das ich mit ihm hatte, war, als er mir und meinem Kollegen Aert van Riel erzählte, dass er uns als seine Stellvertreter*innen...

Seite 44
Mario Pschera

Literatur im Stresstest

Buchmessen gibt es viele, aber keine ist so charmant und publikumsorientiert wie die Leipziger. Für das nd-Stand-Kollektiv ist die Messezeit eine Mischung aus Klassentreffen und Hochleistungssportstunde: Neben den Begegnungen mit den Leserinnen und Lesern sind 28 Runden mit Bücher- und Autorenvorstellungen zu bewältigen - im Boxring würde ich auf ein K. o. durch Erschöpfung wetten … Aber natürlich...

Von Leipzig nach El Paso und zurück

Von Leipzig nach El Paso und zurück

Jegliches Buch hat seine Zeit, und an manches erinnert man sich freundlich, ohne es je wieder zu lesen. Nicht so die Werke des 1935 in Bilbao geborenen Schriftstellers und Übersetzers Fritz Rudolf Fries, die schon durch ihre geschliffene Sprache und oft irrwitzigen Szenarien dem Zahn der Zeit widerstehen. Sein erster Roman, »Der Weg nach Oobliadooh«, erhielt in der DDR keine Druckgenehmigung und e...

Seite 45
Don Quichotte aus der Lausitz

Don Quichotte aus der Lausitz

»Gundermann« erzählt von einem Baggerfahrer, der Lieder schreibt. Der ein Poet ist, ein Clown und ein Idealist. Der träumt und hofft und liebt und kämpft. Ein Spitzel, der bespitzelt wird. Ein Weltverbesserer, der es nicht besser weiß. Ein Zerrissener. »Gundermann« ist Liebes- und Musikfilm, Drama über Schuld und Verstrickung, eine Geschichte vom Verdrängen und Sich-Stellen. »Ein Heimatfilm über e...

Heimat im guten wie im schlechten Sinne

Heimat im guten wie im schlechten Sinne

Philipp Böhms Helden arbeiten in einer Fabrik in einem Kaff, Hartmann kümmert sich um Jakob, den Zugezogenen. Dann verschwindet Hartmann und Jakob macht sich auf die Suche. Immer lebensfeindlicher wird die Stadt, immer bedrohlicher für ihre Bewohner. Das Leben wird zum Zombiefilm, in dem der »Schellenmann« seine Kreise zieht. Eine Parabel auf die Abgründe in einem verlorenen Land. Emanuel Mae...

Seite 46

Buchgewinne

Lösungseinsendungen:»Apfelsinen und Oliven von Karree zu Karree« bis Donnerstag, 7. März, »Geld macht träge«, »Der fünfte Tag« sowie »kurz & knackig« bis Dienstag, 12. März. Jede Lösung kann auch einzeln eingeschickt werden, denn für jede richtige Lösung (»kurz & knackig« gilt als eine Aufgabe) gibt es eine Buchauslosung!E-Mail: ndCommune@nd-online.de oder Post unter Kennwort »ndCommune/Denkspiele...

kurz & knackig

Bei Familie Naturnah auf dem Ökohof gibt es Hühner und Kaninchen. Bei denen zählt Enkeltochter Johanna insgesamt 40 Augen und 64 Beine. Wie viele Kaninchen sind es?Von A nach B sind es 300 Kilometer. Die erste Hälfte der Strecke führt über die Autobahn, ein Pkw schafft dies mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 120 km/h. Die zweite Hälfte führt aber über Landstraßen mit vielen Ortsdurchfahrte...

Apfelsinen und Oliven von Karree zu Karree

Die Internetseite www.schulmodell.eu ist einzigartig. Der Chemnitzer Mathematiklehrer Thomas Jahre veröffentlicht dort jede Woche eine Aufgabe, die sich an seine Schüler, aber darüber hinaus an alle mathematisch Interessierten richtet. Der sechssprachige Newsletter hat weltweit 1800 Empfänger. Gesucht wird immer noch ein Russisch-Übersetzer! Gibt es den vielleicht in der weitverzweigten nd-Denkspi...

ndPlusMike Mlynar

Geld macht träge

Es duftet schon heftig nach Frühling. Die Prognose spricht von einem stabilen Hoch bis Ende des Monats mit Sonne satt. Das treibt viele mit Macht raus in die Natur, darunter natürlich und vorneweg Hobbyläuferinnen und -läufer. Und denen, die sich zu Neujahr vorgenommen hatten, wieder zu laufen, fehlt das Schlechtwetterargument, es doch lieber zu lassen. Mit den Anreizen zum Laufen ist das aber so ...

nd

Der fünfte Tag

Für diese Rubrik bitten wir Leserinnen und Leser um Denkspielideen oder auch komplette Aufgaben. Das Echo hält an - herzlichen Dank! -, könnte aber wieder stärker werden. (Kontakte siehe Spalte links) Hier die Zuschrift von Hans-Georg Brand aus Hettstedt: Wir wollen in diesem Jahr für den Garten unbedingt wieder Prunkwinde vorziehen, damit die Pflänzchen schnell nach den Eisheiligen in den Bo...