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Stephan Kaufmann

Vom Geschäft mit der Einbildung

Ist Heimat stets ausgrenzend, spießbürgerlich, miefig? Oder kann sie auch einschließen, versöhnen, verbinden? Dem offenen Auge zeigt sich das Reizwort in vielen Facetten.

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Jana Frielinghaus

Nächste Runde gegen Paragraf 219a

Mit etwas Kosmetik meinte die Große Koalition Frauen abspeisen zu können, die eine Streichung des Paragrafen 219a aus dem Strafgesetzbuch verlangen. Der stellt »Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft« unter Strafe.

Sebastian Bähr

Zu politisch fürs Gemeinwohl

Der Status der Gemeinnützigkeit hat für Organisationen und Vereine in Deutschland zahlreiche Vorteile. Bürger können Spenden von der Steuer absetzen. Für unzählige Vereine ist der Status wichtig, finanziell nicht selten sogar überlebenswichtig.

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Tobias Lambert

Morddrohung per Twitternachricht

Für Juan Guaidó steht nach dem Scheitern der »Hilfslieferungen« viel auf dem Spiel. Es scheint möglich, dass der selbst ernannte Interimspräsident genauso schnell wieder in der Versenkung verschwinden wird, wie er Anfang des Jahres auftauchte.

ndPlusAni Dießelmann, Caracas

Im Land der Widersprüche

Der Alltag in Venezuela ist auch für die Anhänger von Nicolás Maduro durch die Krise sehr beschwerlich. Dennoch verteidigen wir unseren legitimen Präsidenten, sagen viele. Die Fehler der Regierung kennen wir und wir selbst sind in der Lage, uns darum zu kümmern.

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Oliver Eberhardt

Netanjahu wittert »Hexenjagd«

40 Tage vor der Parlamentswahl in Israel veröffentlicht der Generalstaatsanwalt seine dramatische Entscheidung: Netanjahu droht ein Verfahren wegen Korruption - als erstem amtierenden Ministerpräsidenten in der Geschichte des Landes.

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Timo Dorsch

Prinzip des »fort ist fort«

Strafen für die Kleinen, Freispruch für die Chefs: Der Stuttgarter Prozess um illegale Waffendeals durch Heckler&Koch ist beendet. Deutschland braucht neue Regelungen für Rüstungsexport, sagen Beobachter.

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ndPlusUlrike Henning

Berufseinstieg mit Hindernissen

Lauter glückliche Helfer - so lassen sich Medienberichte über Geflüchtete, die in Deutschland in der Pflege arbeiten, zusammenfassen. Die Realität ist wie immer deutlich komplexer.

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Jirka Grahl

An die eigene Nase

Eigentlich könnte alles so schön sein für die Deutschen bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Seefeld. Doch der Dopingskandal am Rande dieser Welttitelkämpfe hängt drohend wie eine dunkle Gewitterwolke über dieser WM.

Christian Klemm

Viele Verlierer, einige Gewinner

In der Bundesregierung wird allen ernstes über ein Ende des Rüstungsexportstopps nach Saudi-Arabien gestritten. Dabei ist das Königshaus in Riad dafür mitverantwortlich, dass sich in Jemen eine humanitäre Katastrophe abspielt.

Karlen Vesper

Mkono wa damu

Deutschland brüstet sich, weil man die Bibel des Nama-Anführers Hendrik Witbooi an Namibia zurückgab. Reparationen ob des Völkermords werden verweigert. Und übers mörderische Wüten in Deutsch-Ostafrika (Tansania, Burundi, Ruanda) schweigt man.

Jana Frielinghaus

Mit Empathie und Courage

Zwei außergewöhnliche Persönlichkeiten sind am Freitag mit dem Clara-Zetkin-Frauenpreis der LINKEN geehrt worden: Linda Rennings und Pia Klemp.

Leo Fischer

Ewige Jugend

Alte Konservative regen sich über die klimastreikenden Schüler auf. Dabei tun die letztlich nichts anderes, als den wissenschaftlichen Konsens der letzten 30 Jahre pointiert zusammenzufassen.

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Kultbefriedigung

Die katholische Kirche geht - zumindest in Europa - ihrem Ende entgegen. Sie wird als Institution nicht so bald verschwinden, aber ihre Legitimation in der Gesellschaft schwindet. Der sogenannte Missbrauchsskandal (wer von sexuellem Missbrauch von Kindern spricht, sollte sich immer gewahr sein, dass er damit auch einen ordnungsgemäßen sexuellen Gebrauch von Kindern unterstellt), könnte der katholi...

Bahareh Ebrahimi

Schnitzel, aber bitte mit Kimchi!

Im Essayband »Eure Heimat ist unser Albtraum« schildern 14 Autor*innen, wie sie durch den strukturellen Rassismus zum »anderen« gemacht werden, aber auch durch angeblich harmlose alltägliche Fragen wie »Woher kommst du?«

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Das Pendlerleben ist eine Baustelle

Pendler sind ja nicht per se Misanthropen. Sie reden vielleicht sogar ganz gerne - nur eben gerade nicht um die Zeit und mit den Mitfahrern. Manchmal kommen aber doch Gespräche zustande - wie an jenem ungewöhnlichen Morgen, an dem in Berlin die BVG streikt.

ndPlusMorticia Zschiesche

Die Kinokultur wird zerstört

Im Interview spricht Lars Henrik Gass, Leiter der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen, über das Kino als lebendigen sozialen Raum und seine Zukunft in Zeiten von Netflix.

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ndPlusHeiko Werning

Sightseeing in Kreuzberg

Es war sehr früh Morgens, du sahst fertig aus. Fertig mit der Welt. Fertig mit dir selbst. Ich verstehe jetzt, warum du dir den Weg zum Postfach gespart hast, lieber Nachbar.

ndPlusHendrik Lasch

Rolle rückwärts zum Guten

Ulrich Fischer empfängt persönlich im Hof. Das gehört nicht direkt zu den Aufgaben des Intendanten am Theater Eisleben. Aber es gibt keinen Pförtner. Fischer nimmt es gelassen: »Wir sind geübt darin, personelle Unterbesetzung zu meistern.« Am Theater der Stadt im Mansfeld gibt es auch nur einen Tischler, eine Ankleiderin, einen Requisiteur und ganze acht Schauspieler. Über Jahre ist das Personal s...

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ndPlusEberhard Kogel

Ein zwiespältiges Verhältnis

Eberhard Kogel ist Heimatforscher, Dozent für Regionalgeschichte, Journalist und Übersetzer. Seine Arbeit im Politik- und Kulturverein «Allmende Stetten» ist beste linke Heimatpolitik.

Ä wen’g Wosser unnerm Scheit
ndPlusHendrik Lasch, Zeitz

Ä wen’g Wosser unnerm Scheit

Uniformen und Trachten gehören auf Veranstaltungen der Linkspartei nicht zum Erscheinungsbild. Viele in der Partei pflegen ein distanziertes Verhältnis zur Heimat. Warum sich ein Politiker für ein Stück Heimat einsetzt - und diese auch so nennt.

Seite 16
ndPlusEric Breitinger

Lizenz zum Menschenaufspüren

Der Berliner Privatdetektiv Rainer Elsner sucht im Auftrag von erwachsenen Adoptierten deren verlorene Mütter, Väter oder Geschwister. In neun von zehn Fällen ist er dabei erfolgreich.

Seite 17
Velten Schäfer

Innerlich schon ganz verglimpft

Weil die Wissenschaft das Rad stets brandneu erfinden will, ist von »Framing« die Rede, wenn sich die ARD empfehlen lässt, Stanzen wie »öffentlich-rechtlicher Rundfunk« durch Wirvokabular à la »unser gemeinsamer, freier Rundfunk« zu ersetzen.

Seite 18
ndPlusNelli Tügel

Kollegialität kann unsolidarisch sein

Wer ist hier »kollegial«? Die Fachzeitschrift »Industrielle Beziehungen« widmet sich verschiedenen Facetten der Solidarität und erklärt, warum diese manchmal darin besteht, gerade nicht für seine Kollegen einzuspringen.

ndPlusGuido Speckmann

Keine Zeit für Pluralismus

VWL-Studierende wollen nur Karriere machen? Stimmt gar nicht - laut einer Studie der Universität Frankfurt am Main werden sie erst durch den herrschenden Mainstream ihres Fachs zum »homo oeconomicus«.

Seite 19
ndPlusThomas Gesterkamp

Tom und Jerry zähmen

Wer besteht den Tom-und-Jerry-Stress-Test? Mittels Computersimulation soll Lehrpersonal lernen, mit Störenfrieden im Unterricht umzugehen. Die pädagogische Praxis kann das aber nicht ersetzen.

Seite 20
Martin Kankel

Militär, Quasimilitär, Paramilitär

Waffen und Geheimnisse sind eine üble Mischung - und Versailles begünstigte ein Wuchern halboffizieller Wehrverbände in der Weimarer Republik. Doch auch die reguläre Truppe schwor nicht gern auf die Verfassung.

Seite 21
ndPlusRené Heilig

Verfeindete Waffenbrüder

Um die Rüstungsvorschriften des Versailler Vertrags zu umgehen, kooperierte die Reichswehr eng mit der Roten Armee. Grundlage dafür war ein Geflecht geheimer Abmachungen.

Seite 22

Synthetische Steaks

Ob die synthetischen Steaks der israelischen Firma Aleph Farms tatsächlich eines Tages ohne andere Umweltbelastungen die steigende Nachfrage nach Fleisch befriedigen helfen können, ist im Moment noch offen. Allerdings dürften schon jetzt schwierige philosophische Fragen auf die Anhänger veganer Ernährung zukommen. Denn für das Laborfleisch der Biotechnologen aus der Küstenstadt Aschdod ist am Anfa...

T.-rex-Ahnen waren klein

Der Raubsaurier Moros intrepidus war zwar kaum größer als ein Mensch, ist aber nach Erkenntnissen eines Forscherteams um Lindsay E. Zanno vom North Carolina Museum of Natural Sciences (USA) der älteste bekannte Vorfahr des einst größten Räubers zu Lande, des Tyrannosaurus rex. Die überaus flinke Echse durchstreifte vor 96 Millionen Jahren die Ebenen des heutigen Utah. Wie die Forscher im Fachblatt...

Plastikmüll zu Windrädern

Die Große Koalition in Berlin versucht derzeit den Plastikmüll durch freiwillige Verpflichtungen der Wirtschaft zu reduzieren. Einige Verpackungskunststoffe bekommen heute schon öffentlichkeitswirksam ein zweites Leben: Einwegflaschen aus PET etwa in Polyester-Textilien, beides eher kurzlebige Produkte. Materialforscher des US-Staatslabors für erneuerbare Energie (NREL) setzen auf die Verwendung v...

ndPlusJanet Binder

Sprung ins kalte Wasser

Wie kann man in der Nähe des Nordpols überwintern? Für die geplante Packeisdrift des deutschens Forschungsschiffs »Polarstern« testen Wissenschaftler gerade auf Spitzbergen die passende Spezialbekleidung.

ndPlusMartin Koch

Verwirrende Wellen

Ein Versuch mit Öltröpfchen schien eine anschauliche Erklärung für bizarre Quantenphänomene zu bieten. Doch offenbar handelte es sich um einen Fehler im Experiment. Quantenobjekte bleiben weiter dem objektiven Zufall ausgeliefert.

Seite 23
ndPlusManfred Ronzheimer

Vielfalt nur noch im Museum?

«Der Artenverlust bedroht die Welternährung», warnt die Welternährungsorganisation FAO in ihrem ersten Biodiversitäts-Report. Naturkundemuseen können nützliche Vergleichsdaten liefern.

Seite 25
ndPlusMarie Frank

Zu Hause im »Gazastreifen«

Berlin-Neukölln steht in Deutschland sinnbildlich für Migration - und die Probleme, die es dabei gibt. Ein Ortsbesuch in der Sonnenallee - Berlins arabischste Straße - zeigt, dass die Schwierigkeiten anders sind als in den Klischeevorstellungen.

Seite 26
ndPlusMartin Kröger

Rot-rot-grünes Bergfest

Mit fast zwei Drittel Zustimmung steht Rot-Rot-Grün in Berlin in Umfragen stabil da - trotz der Unzufriedenheit mit der Arbeit des Senats. Für die zweite Hälfte der Legislatur hat sich das Bündnis vorgenommen, den Politikwechsel umzusetzen.

Seite 27
Nicolas Šustr

Elemente der Rebellion

Berlin ist auf dem richtigen Weg zu einer soziale Stadtentwicklung, attestieren Beobachter der Regierungspolitik. An der Außendarstellung müsse jedoch noch gearbeitet werden, glauben sie.

Seite 28
Seite 29
Oliver Kern

Ehrenamt allein reicht nicht mehr

Spitzensportreform und Dopingtests haben ihren Preis: Die Verbände müssen ihre Beiträge erhöhen. Das sorgt mancherorts für Streit.

Seite 30
Jirka Grahl

Von Pappwand zu Pappwand

Nächste Woche strömen wieder Zehntausende zur 53. Auflage der Reisemesse ITB in Berlin. Kritik gibt’s erneut an der Wahl des »Offiziellen Partnerlandes« Malaysia, das immer wieder mit Homophobie und Antisemitismus auffällt.

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ndPlusChristian Schreiber

Wandern in winterlicher Weite

Meterhoher Schnee, eisige Temperaturen, stolze Alpengipfel – und da soll jedermann durchwandern können? Ohne alpine Erfahrung, ohne spezielle Ausrüstung, ohne Guide? Tagelang? Hinauf auf 1700 Meter? In Seefeld geht das. Und es lohnt sich.

Seite 32
»Die Taliban würden mich umbringen«
ndPlusLou Zucker

»Die Taliban würden mich umbringen«

Die 40-jährige Fariba Fazeli arbeitet bei Refugees Emancipation, einem Verein für geflüchtete Frauen, gefördert vom Bezirk Marzahn-Hellersdorf in Berlin. Zum Streik am 8. März hat sie schon viele andere geflüchtete Frauen mobilisiert.