Seite 1

Unten links

Stillgestanden! Von nun an weht hier ein anderer Wind! In den Gauen Sachsen und Brandenburg stehen wir zwar erst kurz vor der Machtergr… äh, dem Machtantritt. Das wird uns allerdings nicht daran hindern, an dieser Stelle schon mal unser derzeit in Vorbereitung befindliches Presseoptimierungsgesetz anzukündigen: Fragwürdige Kommentare unkundiger »Journalisten« werden künftig durch hübsche Bilder vo...

Anna Maldini

Rosinen für alle

Jetzt steht sie also, die Regierung aus Fünf-Sterne-Bewegung und Sozialdemokraten. Gut ist, dass somit erst einmal Neuwahlen und der befürchtete Erdrutschsieg von Matteo Salvini und seiner Lega verhindert wurden. Gut ist auch, dass zumindest einige der menschenverachtenden Gesetze der letzten Regierung gekippt werden sollen und dass jetzt eine bessere Stimmung zwischen Rom und Brüssel herrschen wi...

Wolf H. Wagner, Florenz

Italiens Regierung steht

Giuseppe Conte hat seine Kabinettsliste beim italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella eingereicht. Am Nachmittag wurde die neue Exekutive vereidigt.

Seite 2
Hermannus Pfeiffer

Flaute in der Windenergiebranche

Die deutsche Windindustrie leidet unter massiven Auftragsrückgängen. Droht ihr das Schicksal der Solaranlagenbauer, die fast ganz aus Deutschland verschwunden sind?

ndPlusJörg Staude

Wirtschaft und Umweltlobby Hand in Hand

Staatliche Förderkürzungen sowie Widerstand einiger Bürgerinitiativen haben den Windkraftausbau fast zum Erliegen gebracht. Die Politik, aber auch Wirtschafts- und Umweltverbände suchen nach Auswegen.

Seite 3
ndPlusFelix Lee

Es geht ums Geschäft

Die Regierung in Peking setzt Wirtschaftsbeziehungen als politischen Hebel ein. Auch ausländische Unternehmen werden immer wieder unter politischen Druck gesetzt.

Felix Lee und Alexander Isele

Ein Schritt auf die Demonstranten zu

Nach Absprache mit Abgeordneten des Hongkonger Parlaments und Delegierten des chinesischen Volkskongresses zieht Lam das umstrittene Gesetz zurück. In Hongkong reicht das vielen nicht.

Seite 4
ndPlusRené Heilig

Votum gegen Hackbacks

Im ersten Kalten Krieg funktionierte das sogenannte Gleichgewicht des Schreckens. Es wurde vor allem durch Atomwaffen und Raketen gesichert. Wer zuerst schießt, stirbt als Zweiter. Dass man sich dessen bewusst war, sorgte für mehr Besonnenheit, aber nicht für ein Ende des Wettrüstens.Während das Raketenrüsten weitergeht, wachsen neue und zumeist unsichtbare Bedrohungen. Sie kommen aus dem »Cyberra...

Hendrik Lasch

Ein Beben mit Nachbeben

Kurz nach der Niederlage der LINKEN bei der Landtagswahl in Sachsen werden Rufe nach einem Neuanfang laut - auch in personeller Hinsicht. Das erzeugt Widerspruch.

Markus Drescher

Keine Schlangen auf dem Korridor

Der »Zuwanderungskorridor« war zwischen den Koalitionären der Bundesregierung hart umkämpft. Die Zahlen der Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen werden aber gar nicht erreicht.

Seite 5
ndPlusMay Naomi Blank, Nijmegen

Kulturkampf oder Selbstbestimmung?

In den Niederlanden wurde das Tragen von Gesichtsbedeckung in öffentlichen Gebäuden verboten. Doch viele öffentliche Einrichtungen weigern sich, das Verbot durchzusetzen.

Seite 6
Peter Stäuber, London

Johnson spaltet die Tories

Der Konflikt zwischen Boris Johnson und dem britischen Parlament hat einen Höhepunkt erreicht. Neuwahlen könnten schon bald kommen - aber der Premierminister hat sich möglicherweise verkalkuliert.

ndPlusFelix Jaitner

Selenskyj muss dem rechten Druck standhalten

Der LINKEN-Politiker Stefan Liebich bereiste die in der Ostukraine als Kontaktlinie bezeichnete Front und führte Gespräche mit Vertreter*innen von Parteien und Organisationen vor Ort. Im Interview spricht er über seine Erlebnisse.

Seite 7
ndPlusKnut Henkel

Soja-Anbau bis zur Versteppung

In Brasilien und auch in Bolivien stehen transnationale Nahrungsmittelkonzerne hinter dem Angriff auf den Regenwald, sagt der Wirtschaftswissenschaftler Alberto Acosta. Er fordert ein Moratorium für die Landwirtschaft in Amazonien.

ndPlusFriederike Meier

Ab 40 000 Kilometer besser als ein Benziner

Der ökologisch orientierte Verkehrsclub VCD hat für seine diesjährige Auto-Umweltliste erstmals nur Elektroautos verglichen. Diese sind ihm zufolge ein wichtiger Bestandteil der Verkehrswende.

Seite 8

Tierwohl? Nur freiwillig

Das Bundeskabinett beschließt ein nicht verpflichtendes Tierschutzlabel - und einen Glyphosatausstieg 2023.

ndPlusHagen Jung, Stoetze

Bunte Blumen statt Mais-Einöde

Knapp 9500 Biogasanlagen gibt es in Deutschland. Deren Beitrag zum Klimaschutz werde von der Politik nicht ausreichend honoriert, bemängeln die Betreiber.

Robert D. Meyer

Nachhaltige Produkte als Nische

Mehr Speicher, schnellere Prozessorleistung: Hersteller wie Huawei und Samsung werden sich auch auf der diesjährigen IFA mit Smartphones überbieten. Ein deutsches Unternehmen macht es anders.

Seite 9
ndPlusUlrike Henning

Noch tödlicher als Ebola

Die weltweit zweitgrößte Ebola-Epidemie forderte im Osten der Demokratischen Republik Kongo bereits 2000 Todesopfer. Sie ist noch immer nicht unter Kontrolle.

ndPlusAngela Stoll

Geschlecht als Risiko

Es sind nicht nur leicht andere Symptome als bei Männern, die für Frauen den Herzinfarkt gefährlicher machen. Sie erleiden ihn auch später im Leben - und häufig sorgt niemand für sie.

Seite 10
Robert D. Meyer

Ministerin für Freiwilligkeit

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) setzt auf eine freiwillige Selbstverpflichtung in Form eines Tierwohllabels, das seinen Namen allein schon deshalb nicht verdient, weil es Tierschutz zu einer verhandelbaren Sache erklärt.

Hendrik Lasch

Ein Tisch, keine Schlachteplatte

Die LINKE in Sachsen hat ein Desaster erlebt. Die Frage, wie man damit umgeht, muss gestellt werden. Die Debatte muss also beginnen. Wer Ideen hat, soll sie auf den Tisch legen - der damit ja nicht automatisch zur »Schlachteplatte« wird.

Alexander Isele

Kein echtes Angebot in Hongkong

Hat Hong Kong eine Chance auf ein Ende der Proteste? Viel zu Spät kommt die Rücknahme des Auslieferungsgesetzes, mit dem China seinen Einfluss auf die Sonderverwaltungszone ausweiten wollte.

ndPlusMartin Ling

Aussortiert

Recep Tayyip Erdogan hat seine Partei AKP im eisernen Griff. Wer seiner Marschroute nicht folgt, geht entweder von selbst oder wird gegangen. Ex-Präsident Abdullah Gül und der ehemalige Vize-Ministerpräsident Ali Babacan haben der Partei im Streit mit Erdogan den Rücken gekehrt. Beide waren Gründungsmitglieder der AKP. Der frühere türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu soll laut Medienbericht...

Ilja Seifert

Spahns Einflüsterer

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) lässt sich gern etwas einflüstern. Und wenn es seiner neoliberalen Kosten-Nutzen-Ideologie entspricht, gibt er dem Geflüster einen wohlklingenden Namen und posaunt es laut in die Welt hinaus. Diesmal also ein »Reha- und Intensivpflegestärkungs-Gesetz« (RISG). Im Namen der Heimlobby behauptet der Minister, Kosten im Gesundheitswesen sparen zu wollen. Über ...

Seite 11

Gutachten: Enteignen ist möglich

In seiner neuesten Expertise kommt der Wissenschaftliche Dienst des Abgeordnetenhauses zu dem Schluss, dass das Volksbegehren »Deutsche Wohnen & Co enteignen« zulässig ist.

Andreas Fritsche

Rot-Rot-Grün war versprochen

Die brandenburgische LINKE hat die Schockstarre nach dem Wahldebakel am Sonntag kaum überwunden und weiß offensichtlich keine befriedigende Antwort auf die logische Frage, ob ein Neuanfang anders als in der Opposition einen Sinn hat. Sie weiß aber zwei Tage nach der Wahlschlappe bereits, dass sie »sehr ernsthaft« sondieren möchte, ob eine rot-rot-grüne Koalition möglich ist. Das klingt erst einmal...

ndPlusGeorg Sturm

Bildungsurlaub ist kein Pillepalle

Die Kampagne »Zeit für Bildung« wurde in der Landeszentrale für politische Bildung vorgestellt. Nur ein Bruchteil der Beschäftigten machten aktuell vom Recht auf Bildungsurlaub Gebrauch.

Tomas Morgenstern

Das Raumschiff ist gelandet

Im Jahr 1979 eröffnet, galt das ICC als teuerster Neubau in West-Berlin. Vor fünf Jahren aus wirtschaftlichen Gründen durch die Messe Berlin geschlossen, hat es das Land jetzt unter Denkmalschutz gestellt.

Seite 12
Claudia Krieg

Beratung kommt oft zu spät

Die Berliner Pflegestützpunkte sind wohnortnahe Anlaufstellen zur Beratung rund um Fragen zur häuslichen Pflege. Auch hier wird der Fachkräftemangel als eines der größten Probleme angesehen.

Claudia Krieg

»Demokratiearbeiter« fordern Verhandlungen

Seit Mai steht fest: Berlins Beschäftigte bei den Ambulanten Diensten erhalten rückwirkend zum 1. Januar 2019 Tariflohn. Noch ist aber von einem »Rückstau« bei den anstehenden Gesprächen die Rede.

Seite 13
ndPlusAndreas Fritsche

CDU redete mit den Grünen

Bevor die SPD zwei Tage lang nacheinander mit CDU, LINKE, Grünen und Freien Wählern eine Koalition sondiert, trafen sich CDU und Grüne am Mittwoch zu einem informellen Vorgespräch.

Andreas Fritsche

Zum Regieren verdammt

Der LINKE-Landesvorstand Brandenburg entschied am Dienstagabend, die Einladung der SPD zu einem Sondierungsgespräch anzunehmen.

Seite 14
ndPlusHagen Jung

Teurer Raketentest im Moor

Ausgerechnet im Dürresommer 2018 probte die Bundeswehr bei Meppen das Abschießen von Raketen und setzte damit ein Moor in Brand. Die dadurch verursachten Umweltschäden sind immens.

Lotte Laloire, Wiesbaden

Klimaprotest vor dem Landtag

Aktivist*innen besetzten am Mittwoch den Landtagsvorplatz in Wiesbaden. Damit wächst der Druck auf die schwarz-grüne Regierung, ein umweltschädliches Bauprojekt in Nordhessen zu verhindern.

Seite 15
ndPlusPeter Richter

Von der Illusion zur Frustration

Nach 40 Jahren DDR hatten viele den Glauben an den Sozialismus verloren. Danach kam der gewöhnliche Kapitalismus, aus dem nun manche keinen Ausweg mehr sehen - außer Provokation und Protest.

Seite 16
Christof Meueler

Hegel ist gerettet

Der Videokünstler, Popmusiker und Kunstkritiker Diego Castro hat nun mit »Der Knecht« seinen dialektischen Debütroman vorgelegt: einen Roman, der ein Essay werden könnte, bzw. einen Essay, der ein Roman werden könnte.

ndPlusSabine Neubert

Die Enttäuschung im roten Koffer

Ein Band mit dem Briefwechsel zwischen Günter Grass und Kenzaburo Oe trägt den Titel: »Gestern, vor fünfzig Jahren«. Beide haben sich intensiv, wenn auch an sehr verschiedenen Orten und in sehr unterschiedlicher Weise, mit der Zeit von Weltkrieg und Kriegsende auseinandergesetzt und damit verbunden, mit Fragen nach Töten, Tod und Schuld. Ohne hier das Wirken und die besonderen Erinnerungsstrategie...

ndPlusSamuela Nickel

«Wer unsere sagt, sagt: eure nicht»

Ich bin Jugo und habe in Deutschland trotzdem nie was geklaut.« Der junge Ich-Erzähler sitzt in Heidelberg und schreibt einen Brief an die Ausländerbehörde. Zum Erlangen der deutschen Staatsbürgerschaft muss er einen handgeschriebenen Lebenslauf einreichen. Also schreibt er, radiert aus, setzt neu an - wie fasst man ein Leben zusammen; eines, das von Brüchen gezeichnet ist? Er schreibt von seiner ...

Seite 17
Gunnar Decker

Das ungute Schweigen

Die Geschichte ist schwierig, und jeder, der es sich leicht mit ihr macht, lügt: Das Filmdrama »Und der Zukunft zugewandt« erzählt von den Aufbaujahren der DDR und von einer aus sowjetischer Lagerhaft entlassenen Kommunistin.

Seite 18
ndPlusJakob Hayner

Zu viele Spiegel auf einmal

Die Bühne des Studios der Berliner Schaubühne am Lehniner Platz ist komplett leer. Fünf Menschen tragen Plastikklappstühle herein. Peter Brook schrieb in seinem Buch »Der leere Raum«, der einfachste Theatervorgang sei der, dass ein Mensch durch den Raum geht, während ein anderer zuschaut. Doch zunächst wird das zuschauende Publikum angeschaut, denn die Spieler - der Regisseur Patrick Wengenroth, d...

ndPlusStefan Gärtner

Kleiner großer kleiner Mann

Das ist natürlich misslich, so deutlich auf die Wertlosigkeit des Fußballerfilms »Kroos« hingewiesen zu haben (»neues deutschland« vom 4.7.), denn Leuten, die »Kroos« gesehen hätten, müsste man zur Dokumentation »Diego Maradona« nicht mehr sagen, als dass sie das glatte, genaue, hundertprozentige Gegenteil von »Kroos« ist, so wie Diego Armando Maradona das glatte, genaue, hundertprozentige Gegente...

Seite 19
ndPlusPeter Kroh

Euphorie, Enttäuschung und Frust

Was die DDR nicht mehr geschafft hat: Ein Minderheitengesetz für die Sorben vor dem Beitritt zur BRD beschließen. Deshalb sind Schutz und Förderung ethnischer Minderheiten immer noch verfassungsrechtlich ungelöst.

Seite 20
ndPlusJana Lange, Lwiw

Warten auf mehr Widerstand

Nach zwei Kantersiegen ist klar: Die EM-Qualifikation ist für die deutschen Fußballerinnen nach dem WM-Frust mehr Aufbauprogramm als Entwicklungshilfe.

Oliver Kern

Den Weg zum Sieg suchen

Der 58-jährige US-Amerikaner Joseph »Joey« Stiebing trainiert seit zehn Monaten Jordaniens Basketballer, die an diesem Donnerstag letzter WM-Vorrundengegner der Deutschen sind.