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Unten links

» ... na ja, und irgendwann kippte das halt, hat zuerst auch keiner begriffen, genau wie mit dem Klima, heute weiß man das alles und fragt sich, wie man das nicht sehen konnte, die Sommer waren doch eindeutige Zeichen, eindeutiger geht ja gar nicht mehr, aber ich schweife ab, jedenfalls wollte einfach keiner mehr zuhören, es wurde immer schlimmer, die Leute beleidigten sich nur noch, verbarrikadie...

Martin Ling

Optimismus des Willens

Antonio Guterres hat neue Kraft geschöpft aus den Protesten von Fridays For Future. Der UN-Generalsekretär kämpft oft gegen Politiker, die nur an ihre Widerwahl denken und deswegen Zumutungen in die Zukunft verschieben. Das könnte sich jetzt ändern.

Schluss mit den Vertröstungen

New York. »Das Klima und die ökologische Krise sind die politische Krise unserer Epoche, die wirtschaftliche Krise unserer Epoche und die kulturelle Krise unserer Epoche«, sagte der 19-jährige argentinische Aktivist Bruno Rodríguez in seiner Ansprache beim ersten UN-Jugendgipfel für den Klimaschutz in New York, an dem auch die schwedische Aktivistin Greta Thunberg teilnahm. Die Jugendlichen bekame...

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Christian Mihatsch

Guterres setzt auf ungewöhnliche Mittel

In normalen Zeiten hat der UN-Generalsekretär eine Vermittlerrolle. Doch angesichts der Klimakrise reicht das nicht mehr aus: António Guterres macht den Ländern klare Vorgaben.

ndPlusPhilipp Hedemann

Die jungen Menschen wissen, was auf dem Spiel steht

Millionen Klimaflüchtlinge sind die Konsequenz der Emissionen der reichen Staaten im Westen, die bisher die Klimakrise weitgehend ignorieren. Die UN-Klimagipfel-Delegierte Cornelia Füllkrug-Weitzel setzt deswegen auf die Macht der Jugend.

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ndPlusOdile Jolys, Dakar

Senegals Fortschritte stehen auf dem Papier

Seit 2012 amtiert Macky Sall als Präsident in Senegal, im Frühjahr wurde er wieder gewählt. Nachhaltige Entwicklung steht im Regierungssprogramm, viel zu sehen ist in der Realität davon nichts.

ndPlusMartin Ling

»Das ist kollektives Politikversagen«

Am 24. und 25. September findet der erste Gipfel zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) statt. Offizielle Aufgabe ist es, die Fortschritte bei der Umsetzung der Agenda 2030 zu überprüfen und politische Schlussfolgerungen abzuleiten. Wie ist der Stand? Ziemlich katastrophal. Zwar haben zahlreiche Regierungen auf dem Papier neue Nachhaltigkeitsstrategien formuliert. An ihrer tatsäc...

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Hendrik Lasch

Flüchtlingsräte fordern klare Kante gegen Rechts

Die Bundesländer sollen so gut wie möglich »falsche Vorgaben« in der Migrationspolitik durch den Bund korrigieren. Das fordern Flüchtlingsräte vor der ausstehenden Wahl und Koalitionsgesprächen in drei ostdeutschen Bundesländern.

Alina Leimbach

Hartz IV - ein bisschen weniger böse

Fast 15 Jahre nach der Einführung von Hartz IV will der Arbeitsminister die Reform reformieren. Eine Sanktion soll fallen, an der Regelsatzhöhe soll sich nichts ändern.

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ndPlusStefan Otto

Streit um Mini-Schritte

Die Stimmen nach dem Entwurf der Großen Koalition für ein Klimapaket fallen unterschiedlich aus. Wissenschaftler und Aktivisten zeigen sich frustriert. Teilen der CDU gehen die Schritte dagegen zu weit.

Reimar Paul

Opfer als Täter

Ein Göttinger Grünen-Mitglied erstattete 2016 Anzeige gegen einen Polizisten, der ihn während einer Demo mit einem Faustschlag niederstreckte. Das Verfahren gegen den Beamten wurde eingestellt. Doch plötzlich stand nicht der Polizist, sondern das Opfer vor Gericht.

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ndPlusSilviu Mihai

Kövesi wird Chefermittlerin der EU

Die Ernennung der berühmten Korruptionsbekämpferin Rumäniens gilt als fast sicher. Das ist eine bittere Niederlage für die regierenden Sozialdemokraten, die Kövesi nicht unterstützten.

ndPlusMarion Bergermann

»Wer spricht für die benachteiligten Leute?«

Die Abgeordneten des EU-Parlaments sitzen gerade zusammen. Magid Magid ist neu dabei und kritisiert, dass die Volksvertreter ihre Wähler zu wenig repräsentieren. Rassismuserfahrungen hatte er gleich beim ersten Mal in Straßburg gemacht.

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Moritz Wichmann

Stellvertreter-Streik für Gerechtigkeit

Die Gewerkschaft UAW versucht, mit ihrem Streik beim Autobauer General Motors aus der Defensive zu kommen und Verschlechterungen seit der Finanzkrise abzubauen. Es geht um Gerechtigkeit - und auch um die Wiederwahl von Donald Trump.

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Alexander Isele

Ein Inselstaat nicht nur fürs Weltall

Für Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen war es eine Woche voller Rückschläge: Mit Kiribati und den Salomon-Inseln haben zwei Staaten diplomatische Beziehungen mit Peking wieder aufgenommen. Seit ihrem Amtsantritt vor drei Jahren haben nun sieben Länder die Seiten gewechselt. Kurz vor den Präsidentschaftswahlen im Januar erhöht sich so der Druck auf ihre zur Unabhängigkeit neigende Demokratische Forts...

Hermannus Pfeiffer

Mit den Filialen stirbt Gemeinschaft

Die Dynamik des Kapitalismus ist beeindruckend. Deutsche Traditionskonzerne wie AEG oder Dresdner Bank sind längst vom Kurszettel verschwunden. Die Commerzbank könnte folgen. Der Vorstand um Martin Zielke will Tausende Stellen streichen und etwa 200 von 1000 Filialen schließen. Eine Kehrtwende: In den letzten Jahren war - gegen den Branchentrend - das Filialnetz ausgebaut worden; Neukunden durften...

Stefan Otto

Die Mär vom arbeitslosen Syrer

Drei von vier Syrern in Deutschland leben von Hartz IV, lautet die nüchterne Meldung. Das klingt negativ und suggeriert, dass sie in hohem Maße das soziale System in Deutschland belasten. Und das soll sie vermutlich auch. Denn die Anfrage an die Bundesagentur für Arbeit hat René Springer von der fremdenfeindlichen AfD gestellt. Hinzu muss gesagt werden, dass in diese Statistik auch jene mit einger...

ndPlusSteffen Schmidt

Eisige Zeiten

Die Jüngste ist sie nicht mehr. Die »Polarstern« wurde schon am 6. Januar 1982 ins kalte Wasser der Ostsee geworfen und musste schwimmen, bevor sie richtig fertig war. Aber das macht man ja bei Schiffen so. Sobald sie schwimmfähig sind, werden sie vom Stapel ins Wasser gelassen. Für die Ausrüstung müssen sie keinen Platz an Land besetzen, wo man schon an einem neuen Schiff bauen kann. Der winterli...

Christoph Ruf

Sagen, was ist

Das Theater um Bakery Jatta, so dachte man, ist endlich vorbei. Das Bezirksamt Hamburg-Mitte hatte schließlich die Ermittlungen eingestellt, mittels derer herausgefunden werden sollte, ob der HSV-Profi denn nun bei seiner Einreise falsche Angaben zu seiner Identität gemacht habe. Jattas Anwalt hatte einen gültigen Reisepass sowie einen Auszug aus dem Geburtenregister in Gambia vorgelegt, die die A...

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Andreas Fritsche

Déjà-vu bei den Grünen

Das Eingeständnis, dass man Koalitionspartnern Zugeständnisse machen muss, die Überlegung, dass man doch lieber in der Regierung wenigstens ein bisschen was erreicht als in der Opposition gar nichts, das Schönreden erzielter Übereinkünfte speziell zur Braunkohle, zum Teil mit Hilfe von Wortklauberei - das alles erinnert an die Phase der Koalitionsverhandlungen nach der Brandenburger Landtagswahl 2...

ndPlusAnna Schulze

Black Box Berlin

30 Jahre Mauerfall - 30 Jahre freie Marktwirtschaft. Das Berliner Stadtbild ist zum Sinnbild einer neoliberalen Wohnungspolitik mutiert. Eine neue Ausstellung beleuchtet, wie es dazu gekommen ist.

Nicolas Šustr, New York

Transatlantische Tourismuskooperation

Designstudenten sollen für Berlin und New York Wege finden, den Tourismus nachhaltiger zu machen. Die Abgeordnete Katalin Gennburg (LINKE) fordert die Abschaffung des Stadtmarketings.

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Katharina Schwirkus und Sebastian Bähr

Ungehorsam fürs Klima

Einigen Teilnehmer*innen des Klimastreiks gingen die Demonstrationen nicht weit genug. Aktivist*innen der Klimabewegung »Ende Gelände« und der »Seebrücke«, die legale Migrationswege fordert, besetzten von Freitagnachmittag bis in die Nacht Straßen in Berlin.

Dem »Marsch für das Leben« wurde eingeheizt
Lotte Laloire

Dem »Marsch für das Leben« wurde eingeheizt

Die Proteste vom Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung am Samstag wurden angegriffen, eine angemeldete Versammlung wurde von der Polizei verhindert. Viele Feministinnen sind dennoch zufrieden.

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Andreas Fritsche

Gefährliche Reise nach Kenia

Die Grünen würden in Brandenburg lieber mit der Linkspartei regieren, steuern nun aber auf eine Koalition mit CDU und SPD zu. Am Sonnabend machte ein Kleiner Parteitag der Partei den Weg frei für die Koalitionsverhandlungen.

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ndPlusFolke Havekost, Hamburg

Keine Ausnahme ohne Regel

Der Hamburger Flughafen darf Start- und Landebahnen nachts weiter je nach Bedarf nutzen. Anwohner scheitern mit einer Klage.

Stefan Otto, Neu-Eichenberg

Investorenschreck

Das geplante riesige Logistikgebiet im hessischen Neu-Eichenberg steht auf der Kippe. Der Investor geht auf Distanz zur Gemeinde. Die ist zunehmend ratlos.

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Wolfgang Hübner

Mosekunds Montag

»Hier«, sagte ein Bekannter zu Herrn Mosekund, als sie auf der Parkbank saßen und Zeitung lasen, »schauen Sie sich das an: Die Regierung macht das Sterben teurer. Es gibt neue Gebühren für Leichenschauen. Natürlich höhere.« - »Als ob eine Beisetzung mit allem drum und dran nicht schon mehr als genug kostet«, erwiderte Herr Mosekund. »Der Tod«, seufzte der Bekannte, »wird eben immer teurer.« - »Das...

Christof Meueler

Der Realist

Bruce Springsteen ist das gute Macho-Millionärs-Gewissen der USA. Barack Obama drückte es einmal so aus: »Ich bin der Präsident, er ist der Boss.« Ein Scherz des Establishments, das die Arbeiterklasse nur in der Popmusik leiden kann.

ndPlusBenjamin Moldenhauer

Fitte Wut

Die todernsten Spielarten des US-Hardcores wollten, anders als der Punk, aus dem sie sich entwickelten, der Hässlichkeit der Welt nicht Entgrenzung und Witz entgegensetzen, sondern ihr mittels Selbstreinigung entkommen. Besonders konzentriert dann im Straight-Edge-Segment der Szene: kein Fleisch, kein Alkohol, keine Drogen, und in einigen Fällen auch kein Sex, stattdessen Männerbund und Askese. De...

ndPlusFelix Bartels

Die Reise ins Ich

Der Star ist nicht der Astronaut, sondern die Reise durch den Weltraum. Im Science-Fiction-Film »Ad Astra« ist der Astronaut ein fliegendes Neurosenbündel, der seinen Vater sucht, obwohl er sehr wütend auf ihn ist.

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ndPlusChristian Kopp

Wer das Geld gibt, darf auch reden

Seit dem Versprechen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, afrikanische Kulturobjekte aus kolonialem Unrechtskontext zurückzugeben und dem Restitutions-Bericht des senegalesisch-französischen Experten-Teams Felwine Sarr und Bénédicte Savoy werden von deutschen Kulturinstitutionen im In- und Ausland geradezu hektisch Museumsdebatten organisiert. In der vergangenen Woche fanden gleich drei ...

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ndPlusJirka Grahl

Es könnte ein Dreikampf werden

Nach fünf Spieltagen schauen die Leipziger weiterhin von ganz oben auf die Tabelle der Fußball-Bundesliga herab. Das glanzlose, aber souveräne 3:0 in Bremen war ein Indiz für den Schritt zum Topteam.

Heim-EM 2024 ohne ARD und ZDF?

Berlin. Die Fans müssen sich bei der Fußball-Europameisterschaft 2024 auf eine radikal neue TV-Berichterstattung einstellen. Die Deutsche Telekom steht kurz vor dem Kauf der Medienrechte des Heimturniers. Noch ist der Kontrakt mit der Europäischen Fußball-Union UEFA nicht unterzeichnet, er soll aber nach übereinstimmenden schon in dieser Woche veröffentlicht werden. Das Telekommunikationsunternehm...

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Deutsches Ringerteam mit positivem WM-Fazit

Die deutschen Ringer haben ein Jahr vor Olympia bei den WM in Nur-Sultan (Kasachstan) mit viermal Bronze im klassischen Stil einen starken Leistungsnachweis erbracht. Im Freistil gingen sie hingegen leer aus.

Stefan Tabeling

Bei der Premiere Silber für BDR-Sechstett

Mit dem neu ins Programm aufgenommenen Mixed-Mannschaftszeitfahren über 28 Kilometer begannen am Sonntag die Straßenradsport-Weltmeisterschaften im britischen Yorkshire.