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Wolfgang Hübner

Merkwürdigkeiten in den eigenen vier Wänden

Bleib’ daheim und lern’ es kennen: Die weltweite Viruskrise macht die eigenen vier Wände für viele zum einzigen Spielraum des täglichen Lebens. Der Künstler Christoph Ziegler hat sich mit seinem Mobiliar inszeniert und fotografiert – entstanden sind witzige und skurrile Bilder. Außerdem: Der Wettbewerb im Kliniksektor hat einen ungewollten Effekt, der jetzt Patienten zugute kommt.

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Nadja Rakowitz

Die Strategie der Klinikchefs

In Italien hat bereits Anfang März die Zahl der Intensivbetten wegen Corona nicht mehr ausgereicht. In Deutschland gibt es relativ viele Intensivbetten. Das ist ein ungewollter Effekt des Wettbewerbs, in den Krankenhäuser geschickt wurden.

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Irene Poczka

Wie der Mensch zu neuen Viren kam

Besonders anpassungsfähige Viren haben einen Vorteil. Sie können über das immer dichtere Verkehrsnetz, mithilfe von Menschen, Haustieren und Waren wie Fleisch in weit entfernte Erdteile gelangen, die für sie früher unerreichbar waren.

Irene Poczka

Vor den nächsten Pandemien

Seit den späteren 80er Jahren kamen in den einschlägigen Wissenschaften Zweifel am »Sieg« über die Seuchen auf. Erste Warnungen vor neuen oder wieder vermehrt auftretenden Infektionskrankheiten wurden geäußert.

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Sebastian Weiermann

Einigung bei Pandemie-Gesetz

Nach verfassungsrechtlichen Bedenken ist eine Zwangsverpflichtung von Medizinern in Nordrhein-Westfalen vom Tisch. Der Streit zeigt, auch in der Corona-Krise ist eine normale politische Debatte möglich. Die schwarz-gelbe Landesregierung wollte am 1. April ein Pandemie-Gesetz vom Landtag beschließen lassen. Es hätte medizinisches Personal per Erlass zum Dienst verpflichten sowie die Beschlagnahmung...

Stephan Kaufmann

Die neue Antikrisenpolitik

Die Euro-Finanzminister haben sich am Donnerstagabend auf gemeinsame Mechanismen geeinigt, wie die Mittel zur Bekämpfung der Coronakrise aufgebracht werden können. Die umstrittene Frage gemeinsamer Anleihen - sogenannter Euro- oder Coronabonds - wurde vertagt.

Alina Leimbach

Die guten Erwerbslosen

In der Coronakrise soll der Zugang zur Grundsicherung unbürokratischer werden. Die Regierung hat die Regeln für Hartz IV gelockert. Doch die gelten nicht für alle gleichermaßen. Nun gibt es zwei Klassen von Empfängern.

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Lotte Laloire

Brav und verboten

Menschenkette, Autokorso, Online-Besetzung: Fast genauso schnell wie das Covid-19-Virus verbreiten sich derzeit alternative Aktionsformen. Was bedeutet das? Und wie gut funktionieren sie?

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Daniel Lücking

Die andere App

Das eine Corona-App kommen würde, ist seit Wochen klar. Doch die Datenspende-App des Robert-Koch-Instituts hatte niemand auf dem Schirm. Die Premiere kann angesichts der deutlichen Kritik als missglückt bezeichnet werden, auch wenn 160 000 Menschen bis Donnerstag die App installiert haben.

Daniel Lücking

Pseudonym, nicht anonym

Eine neue App des Robert-Koch-Instituts soll eine »Datenspende« ermöglichen. So will man Symptome erkennen, bevor Menschen, die womöglich bereits ansteckend sind, diese auch selbst bemerken. Doch es gibt etliche Haken.

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Ulrike Henning

Drohnen im Anflug

Drohnen erleben in der Coronakrise einen neuen Aufschwung, der sich auch schon in steigender privater Nachfrage zeigt. Aber auch Polizeibehörden sehen eine große Chance, die Überwachung aus der Luft zur Normalität zu machen.

Stephan Kaufmann

Machtkampf in der Eurozone

In Zeiten von Corona ist zwar viel von Kranken und Viren die Rede, vom Schutz der Bevölkerung, von Masken und Beatmungsgeräten, von Hilfen für Arme und Unternehmen und von Solidarität. All das läuft aber am Ende auf eine Frage hinaus: die Finanzierung. Mangels eigener Mittel müssen sich die Regierungen verschulden, um gegen das Virus anzukämpfen. Am Bett jeder einzelnen Volkswirtschaft sitzt also ...

Stefan Schocher

Aushilfspfleger

Nicht überall auf der Welt werden die Maßnahmen gegen das Coronavirus ernst genommen. Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hält sie für eine »Psychose«, will aber im Ernstfall mit anpacken.

Leo Fischer

Boris im Corona-Fieber

Politiker müssen in der Coronakrise eine gefährliche Gratwanderung leisten. Wie lässt sich hier ein Mittelweg oder immerhin -finger finden? Hätte sich Boris Johnson wirklich mit Covid-19 anstecken müssen, um die Folgen der Krankheit zu visualisieren?

Moritz Wichmann

Sektierertum ist keine Lösung

Viele Bernie Sanders-Anhänger sind nach dem Ende seiner Kampagne maßlos enttäuscht. Sie sollten ihren Aktivismus fortführen und progressive Demokraten im ganzen Land unterstützen, damit der nächste Bernie Sanders erfolgreich ist.

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Wolfgang Hübner

Osterbotschaft

Aufgehorcht in West- und Osten wird, wenn spricht Professor Drosten. Sagt, wir sollen Masken tragen, uns nur aus dem Hause wagen in bedrängender Mission (Klopapier, Sie wissen schon), füglich in den Ärmel husten, niesen, keuchen oder prusten, meiden andrer Menschen Nähe. Blödian und Koryphäe sitzen einsam wie in Klöstern. Auc...

Michael Backmund

»Wie damals in der Räterevolution«

Für Konstantin Wecker ist die globale Krise, die das Corona-Virus ausgelöst hat, die beste Gelegenheit, um über Enteignung zu sprechen. Ostersamstag spielt er ein Antikriegskonzert im Internet - ein Gespräch mit ihm.

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Eine absurde Abstimmung

Hallo Moritz, wir müssen über Wisconsin reden.Also gut.In dem US-Bundesstaat fanden am Dienstag Kommunalwahlen statt. Gouverneur Tony Evers, ein Demokrat, wollte sie wegen Corona verschieben, aber das Parlament und Wisconsins Oberster Gerichtshof - beide von Konservativen kontrolliert - haben das verhindert. So standen Tausende Wähler in kilometerlangen Schlangen an sehr wenigen Wahllokalen bei Ha...

Karlen Vesper

O Buchenwald ...

Am 11. April 1945 befreite sich das KZ Buchenwald selbst. »Kameraden! Wir sind frei!‹ schallte aus dem Lagerlautsprecher, erinnert sich der ehemalige Häftling und Widerstandskämpfer Günter Pappenheim. Er war damals 19.

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Bahareh Ebrahimi

Der Nuschler

»Sind Sie Türkin?«, fragte mich ein nuschelnder alter Mann in einer Kneipe. Dass ich niemandem eine Antwort schuldig bin, dass solche Fragen mehr als »nur« Neugier sind, dass es nicht meine Aufgabe ist, jedes rassistische Vorurteil abzubauen: All dies war mir zu jenem Zeitpunkt nicht bewusst und daher antwortete ich dummerweise auf die Frage.

Rebecca Spilker

Heute mal kein Smoothie!

Pesto, Pest, Seuche... Es ist so schön, wenn man zufrieden und bescheiden in der sanierten Altbauwohnung in Quarantäne lebt und sich die Etiketten überlebt, die man auf sein selbst gemachtes Bärlauchpesto klebt.

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Ulrike Wagener

Extremismus des Elends

Sex, Schmutz, Alkohol: Mit diesen Attributen werden in medialen Darstellungen »die Unterschichten« gern ausstaffiert. Besonders übertrieben wird dies in »Sozialreportagen« der Privatsender. Dort wird Armut zum Exoten - und eine angemessene gesellschaftliche Auseinandersetzung verhindert.

Steffen Kühne

Drosten ist nicht Greta

Die Coronakrise zeigt, was politisch möglich ist. Das macht Hoffnung, dass auch Maßnahmen gegen den Klimawandel schneller ergriffen werden könnten. Doch der Chance für eine sozial-ökologische Transformation steht die Sehnsucht nach »Normalität« entgegen.

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Marina Mai

Waren herstellen – nicht kaufen

Vor 40 Jahren kamen die ersten vietnamesischen Vertragsarbeiter*innen in die DDR. Der bilaterale Vertrag sah Arbeitskräfte für die DDR und finanzielle Vorteile für den vietnamesischen Staat vor. Doch keine langfristige Perspektive für die Beschäftigten.

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Stephan Kaufmann

Das Monopol der Vermögenden

Der Staat schützt Eigentum durch widerrechtliche Aneignung. Doch das Vermögen, über das ein Mensch verfügen kann, ist kein individuelles Verhältnis zwischen Mensch und Sache, sondern ein Machtverhältnis zwischen Menschen.

Johannes Gress

Radikale Kompromisse

Thomas Piketty gilt als Rockstar unter den Ökonomen. Mit genauester Empirie weist er Ungleichheiten nach und liefert klare Handlungsvorschläge. Doch am Ende schreckt er vor sich selbst zurück – und verbleibt bei der Schadensbegrenzung.

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Iris Rapoport

Hoffnung für Angsthasen

Kennen Sie das auch? Dieser gemeine Ton! Noch ehe der Bohrer den Zahn berührt, vermeint man den Schmerz schon zu spüren. Man erduldet es. Denn jeder gezogene Zahn ist ein verlorener. Da haben Haie, Ratten und Krokodile es besser. Hasen auch. Deren Zähne wachsen ein Leben lang. Doch unsere insgesamt 52 (Milchzähne und bleibende) Zähne werden nur einmal vorgeburtlich angelegt und das war’s. Das mus...

Reinhard Renneberg und Susanne Kreimer

Plasmazellen, die den Feind erkennen

Wo liegt die tatsächliche Sterblichkeitsrate bei Covid-19? Epidemiologen können sie bislang nicht genau beziffern, weil viele Infizierte entweder gar keine Symptome entwickeln oder mit leichten Symptomen nicht zum Arzt gehen. Es fehlt den Modellierern der Pandemie der genaue Divisor, um den exakten Quotienten zu ermitteln: Die Zahl der bedauerlicherweise am Coronavirus verstorbenen Menschen geteil...

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Und was hat der Hase damit zu tun?

Die Geschichte von Jesus und Ostern kennt man ja. Aber wo kommt das Wort Ostern her? Interessanterweise ist der Bezug auf »Osten« nur im Englischen - also Easter - und im Deutschen vorhanden. Im Mittelalter hat sich mal einer ausgedacht, das Wort komme von einer germanischen Göttin Ostara. Das ist vermutlich Quatsch. Die romanischen und auch die skandinavischen Sprachen beziehen sich auf das ...

Mike Mlynar

Liebe und Vorlieben

Derzeit ist viel Menschliches und Zwischenmenschliches im Gespräch. Es geht um Solidarität, Sorgen und saubere Hände, um Mundschutz, Mitgefühl und eine Menge Geld. Nur selten aber taucht da die echte Liebe auf. Vielleicht muss das Thema erst reifen. Hoffentlich nicht so lange wie bei Gabriel García Márquez (1927-2014) mit seinem Nobelpreis-Roman »Die Liebe in den Zeiten der Cholera«. Der erschien ...

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Claudia Krieg

Grausamer als der Tod

Die alten Menschen in den Pflegeheimen sind von einer Infektion mit dem Coronavirus bedroht und leiden besonders unter Kontaktmangel. Das Pflegepersonal muss noch mehr Notstand ausgleichen.

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Nicolas Šustr

Strippenziehen in Berlin

Die Zukunft soll 2024 in Berlin-Spandau beginnen. Lang, gelb und elektrisch. Allerdings nicht auf Schienen, sondern auf Gummireifen: Oberleitungsbusse sollen in der Hauptstadt Elektromobilität 
bezahlbar machen.

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Jérôme Lombard

Pessach allein zu Haus

Die Corona-Pandemie stellt das ganze Leben auf den Kopf. Gewohnte Rituale und Feste können nicht wie üblich stattfinden. An Pessach versuchen Berliner Juden, ein Stück Tradition zu bewahren.

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Jérôme Lombard

Lokalsport aus Sammlersicht

Sportfan war Sascha Zäpernick schon immer. Über seine Arbeit als Personenschützer kam er seiner Leidenschaft noch etwas näher und entdeckte eine zweite: In mehr als 20 Jahren hat er eine der größten Fanartikelsammlungen Europas zusammengetragen.

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Sebastian Bähr und Tina Heinle

Hartnäckig emanzipiert

In den kurdischen Gebieten Nordsyriens hat sich eine linke Frauenbewegung etabliert. Doch ihre Situation ist fragil. Viele fürchten mit der Invasion der Türkei auch eine Rückkehr der Islamisten und damit Versklavung, Vergewaltigung und Unterdrückung.

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Svenja Huck

Mangelnder Schutz – erste Arbeiter treten in Streik

Die Islamisten schließen die Moscheen, die Linken fordern die Ausgangssperre, und die Sufisten sind hinter dem Alkohol her.« So lautet ein Spruch, der die aktuelle Situation in der Türkei seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie humorvoll zu nehmen versucht. Doch eigentlich gibt es nichts zu lachen, wenn man die Infektionsrate und die Auswirkungen des Virus in der Türkei betrachtet: Bis Donnerstagabe...

Anita Starosta

Rojava hilft sich selbst

Wie schon so oft in der Vergangenheit ist der Kurdische Rote Halbmond in Nordostsyrien in einer Krisensituation auf sich allein gestellt. Nun organisieren die Mitarbeiter*innen vom Halbmond und die verantwortlichen Behörden alles selbst.

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Julia Wycisk

Auf gepackten Taschen

Aus unterschiedlichen Gründen sitzen Touristen seit geraumer Zeit in dem Fischerdorf Barra de Potosi fest und warten auf ihre Heimreise. Corona zwingt sie quasi zum Dauerurlaub in Mexiko. Erlebnisbericht aus einem Dorf voller Gestrandeter.

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Für das Leben
Mario Pschera

Für das Leben

Non scholae sed vitae - nicht für die Schule, für das Leben lernen wir. Mit dem Lernen ist das so eine Sache, wenn die Schulen geschlossen sind. Aber auch vor der Verlagerung des Unterrichts ins Häusliche stand nicht alles zum Besten. Schüler wie Lehrer klagen über eine Verdichtung des Stoffes und eine Orientierung auf vermeintlich Nützliches (was wohl eher für die Arbeitswelt Verwertbares meint)....

Seite 26

Fürs Klima die Schule schwänzen

Unsere Geschichte beginnt an einem viel zu warmen Tag im Februar. Eigentlich sollte es draußen kalt und schneebedeckt sein. Stattdessen hatten wir milde 20 Grad Celsius und Sonnenschein. »Ganz schön warm heute. Ungewöhnlich warm«, sagte Mama zu mir, als sie uns beiden einen Teller Kartoffelsuppe zum Mittagessen hinstellte. »Stimmt«, antwortete ich. »Ist mir auch schon aufgefallen.« Ich nahm meinen...

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Das Grundgesetz in Kinderhand

Das Grundgesetz in Kinderhand

»Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.« Die erste Regel ist die wichtigste in unserem Grundgesetz. Es sind nur sechs Wörter, aber die haben es wirklich in sich. Da ist zunächst dieses Wort »Würde«. Mit dieser Menschenwürde kommen wir auf die Welt - Du hast diese Würde sogar schon im Bauch Deiner Mutter - , und diese M...

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Wie Harry Potter, nur als Mädchen

«Berliiiiin! Wir sind gleich da! Fahr noch ein bisschen schneller, okay?» Anna blickte zu ihrem Sohn, der auf dem Beifahrersitz saß und ungeduldig auf und ab wippte. «Immer mit der Ruhe, Matti», sagte sie und lächelte. «Unser Käfer gibt schon alles. Schau lieber, dass wir die richtige Ausfahrt nehmen.» Matti warf einen Blick auf das Navi. «Okay. Wir fahren an der Ausfahrt Spanische Allee ab. ...

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Wenn’s nach Kuh stinkt, kommt der Wind aus Westen

Rita liegt in ihrem Bett. Sie schläft. Eigentlich nichts Ungewöhnliches an einem Samstagmorgen wie diesem. Auch das leise Knarzen der Dielen vermag Rita nicht aus dem Schlaf zu reißen. Ihr Traum ist viel zu schön, um ihn schon zu verlassen. Rita träumt von ihrem zehnten Geburtstag: Die Vorbereitungen für ihr Fest sind in vollem Gange. Rita hat ihre ganze Klasse eingeladen, sogar ihre Lieblingslehr...

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Ein Diktator ist zu besiegen

Im Südwesten dieses Landes - man nannte es das Blaue Land - lebte das Volk der Käuer: sanfte, liebe Menschlein, die nicht größer waren als achtjährige Knaben in anderen Ländern, in denen es keine Wunder gibt. Herrscherin im Blauen Land der Käuer war die böse Zauberin Gingema. Sie lebte in einer tiefen finsteren Höhle, der sich kein Mensch zu nähern wagte. Nur einer, ein Mann namens Urfin, baute si...