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Haustiere

Corona heißt Einsamkeit. Wenigstens Haustiere scheinen gegen Traurigkeit immun zu sein. Wer seinem Hund ins Antlitz schaut, erkennt ein verschwörerisches Lächeln: Du willst ins Freie? Klar doch! Ich sorge dafür, dass das Ordnungsamt keine dummen Fragen stellt. Katzen haben sieben Leben, zusammen mit dem eigenen macht das acht in einem ansonsten nahezu leblosen Haushalt. Ein Tierleben gilt uns etwa...

Kurt Stenger

Auch gemeinsam nicht stark

Die Opec-Staaten haben eine Ölförderungskürzung angekündigt. Noch nie hat das Kartell ähnlich stark den Hahn zugedreht. Und noch nie haben die USA mit der Opec gemeinsame Sache gemacht. Mit dem Wort »historisch« sollte man dennoch vorsichtig umgehen.

Jana Frielinghaus

Rufe nach Rückkehr zur Normalität

Zum Ende dieser Woche laufen die seit dem 22. März geltenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens aus. Bund und Länder wollen sich am Mittwoch auf Anschlussregelungen einigen.

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Peter Eßer, Brüssel

Der europäische Nord-Süd-Poker

Schon jetzt ist klar: Die südlichen EU-Länder werden am meisten unter den wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus leiden.

Uwe Sattler

»Solidarität ist das Gebot der Stunde«

In der Coronakrise braucht es politisches, entschlossenes und vor allem europäisches Handeln, meint der Linksfraktionschef Martin Schirdewan. Die Krisenpolitik der Europäischen Union hält er für verfehlt.

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Virus schlägt ins Kontor

»Man muss bis in das von den Mai-Ereignissen beeinflusste zweite Quartal des Jahres 1968 zurückblättern, um einen Quartalsrückgang derselben Größenordnung zu finden.« Die Aussage von Frankreichs Zentralbankchef François Villeroy de Galhau spricht Bände. Im Frühjahr 1968 waren es die Studierenden um »Dany le Rouge«, Daniel Cohn-Bendit, die Frankreichs Wirtschaft mit ihren Straßenprotesten teilweise...

Matthias Ebbertz, Paris

Martialischer Macron

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bleibt sich bei seinem Vorgehen gegen das Coronavirus treu: Er setzt wie bei der Rentenreform auf einen autoritären Ansatz.

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Thomas Gesterkamp

Kontaktloses Lernen

Die Schulschließungen haben zu einem Boom virtueller Bildungsangebote geführt. Doch wie weit lässt sich Unterricht digitalisieren? Experten warnen vor übertriebener Euphorie und neuen sozialen Spaltungen.

Reimar Paul

»Ohne Marsch, aber in Bewegung«

Noch Ende Februar riefen zahlreiche Organisationen dazu auf, den 60. Geburtstag der Ostermärsche mit Demonstrationen auf der Straße zu feiern. Wegen der Coronakrise kam es nun anders.

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Ralf Streck

Die Verärgerung ist groß

Nach kaum zwei Wochen im »Lockdown« gingen am Montag viele Spanier wieder zur Arbeit. Widerspruch kommt sowohl aus der Bevölkerung wie auch aus Brüssel.

Felix Lill

Dutertes tödliche Maßnahmen

Die Einwohner der Philippinen müssen mehr als nur das Coronavirus fürchten: Der philippinische Präsident Duterte lässt Sicherheitskräfte auf jene schießen, die sich nicht strikt an die Corona-Maßnahmen halten.

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Simon Poelchau

Maßnahme Systemwechsel

Vor allem am Anfang der Pandemie war häufig zu hören, dass der Coronavirus keinen Unterschied zwischen den Menschen mache. Gewissermaßen stimmt diese Aussage auch, nur dass die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise nicht alle Menschen gleichermaßen treffen werden. Denn während für die einen die Betriebe mit Aberbillionen weltweit gerettet werden, droht den Menschen am unteren Rand häufig die Mit...

Uwe Kalbe

Zum Glück hartnäckig

Die Ostermarschbewegung hatte wohl nie so schlechte Voraussetzungen, ins Bewusstsein zu dringen wie jetzt. Doch selten war ihre Botschaft so offenkundig richtig wie jetzt. Die weltweite Pandemie wird alle Ungerechtigkeiten verschärfen.

Kurt Stenger

Der Corona-Sündenbock

Es ist in rechten Kreisen ein beliebtes Spiel, für alles einen Schuldigen zu präsentieren, auch in der Coronakrise. Bei Donald Trump ist dies mehr als ein Spiel, denn als US-Präsident macht er politisch ernst. Dabei ist es ein sehr durchsichtiges Manöver, wenn er der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorwirft, sie habe es »wirklich vermasselt«. Es war der Präsident, der zunächst die Gefahr he...

Kurt Stenger

Der Corona-Sündenbock

Angesichts der massiven Ausbreitung in den USA Trumps Wiederwahl in ernste Gefahr gerät, braucht er einen Sündenbock. Perfekt fürs rechte Wahlvolk war schon immer die Uno und die anderen Staaten, die sich angeblich gegen die USA verschworen haben.

Fabian Kretschmer

Verstummter Kritiker

Sein Vater gehörte zu den Gründungsvätern der Volksrepublik China. Die Rede ist von Ren Zhiqiang, 69 Jahre, einem der einflussreichsten Unternehmer des Landes. Nicht wenige Chinesen fragen sich dieser Tage, ob der Ausbruch der Virus-Pandemie nicht hätte verhindert werden können. Ren Zhiqiang ging der Thematik vor einigen Wochen auf den Grund. In einem scharfzüngigen Essay, publiziert auf sozi...

Christoph Ruf

Liverpooler Einkaufswagenrempler

Nicht alle Bereiche des Lebens werden in Corona-Zeiten eingedampft. Dass Hefewürfel so umkämpft sind, deutet zum Beispiel daraufhin, dass viel gebacken wird in Deutschland. Der Suff scheint ebenfalls ein Corona-Gewinner zu sein, wenn man denn die Flaschenmeere vor den Altglascontainern richtig deutet. Auch anthropologische Studien lassen sich im Zeichen des Virus ganz hervorragend durchführen...

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Andreas Fritsche

Mundschutz ist kein Maulkorb

Man kann den rund 180 Menschen, die am Sonntag vor einer Bäckerei in Potsdam eine als Warteschlange getarnte Menschenkette gebildet haben, nicht vorwerfen, dass sie die Coronakrise auf die leichte Schulter nehmen. Gerade die Sorge um die Folgen einer Epidemie in den beengten Verhältnissen von Asylheimen und unter den unhygienischen Bedingungen griechischer Flüchtlingslager trieb sie auf die Straße...

Marie Frank

Mehrere Proteste trotz Verbot

Seit drei Wochen ist die Versammlungsfreiheit in Berlin faktisch außer Kraft gesetzt. Wer trotzdem auf der Straße demonstriert, wird von der Polizei schikaniert.

Tomas Morgenstern

Sonne tanken mit Abstand

Am Landwehrkanal in Berlin akzeptieren die meisten Menschen die Corona-Regeln, doch ohne Beschränkungen fänden es viele besser.

Verstecken ist nicht zu Ostern
Marie Frank

Verstecken ist nicht zu Ostern

Ostereiersuche war gestern: In Berlin kann man dieses Wochenende bei einem »Hosterspaziergang« leer stehende Airbnb-Wohnungen aufspüren. Künstler*innen machten damit auf Verdrängung aufmerksam.

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Was geht? Das geht:

Was soll man tun, wenn man jetzt so viel zu Hause bleiben muss? Wir feiern die neue Bleib-zuhause-Kultur:Heute mit »Artist in the Box« und Thüringer Bachwochen

Nicolas Šustr

Radwege im Rekordtempo

Der coronabedingt reduzierte Autoverkehr in Berlin macht Platz für neue Fahrradinfrastruktur, zumindest in Friedrichshain-Kreuzberg. Auch in anderen Bezirken wird der Ruf danach lauter.

Andreas Fritsche

Politische Schlange beim Bäcker bleibt ohne Strafe

Am Sonntag bildete sich in Potsdam demonstrativ eine sehr lange Warteschlange vor einer Bäckerei. Auch Abgeordnete der Linkspartei reihten sich ein. Anlass war eine Demonstration für Geflüchtete.

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Kurt Stenger

IMK fordert intelligente Exit-Strategie

Lieber nachhaltig als schnell - so lautet die Empfehlung gewerkschaftsnaher Ökonomen an die Politik bezüglich der anstehenden Exit-Strategie in Sachen Kontaktbeschränkungen.

Jörg Meyer

Macht hoch das Tor, das Klo macht auf!

Wegen der Coronakrise sind viele Autohöfe geschlossen, Autobahnraststätten überfüllt und in entsprechendem Zustand. Nun sollen Logistiker ihre Einrichtung für Lkw-Fahrer*innen öffnen.

Andreas Knobloch

Krise fördert neue Gewohnheiten

Weil die Touristen ausbleiben, trifft die Coronakrise auch Kuba hart. Nicht nur Hotels fehlt die Kundschaft, sondern auch Bars und Restaurants. Die satteln deshalb um auf Lieferdienste.Von Andreas Knobloch, HavannaAm 20. März verkündeten Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel und Premierminister Manuel Marrero im kubanischen Fernsehen eine Reihe von Einschränkungen angesichts der ersten Coronafälle auf...

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Was geht? Das geht:

Was soll man tun, wenn man jetzt so viel zu Hause bleiben muss? Die Tanzkompagnie Toula Limnaios zeigt jede Woche ein anderes Online-Programm. In dieser Woche »tempus fugit«, eine der erfolgreichsten Inszenierungen der cie. toula limnaios, mit der sie seit 2016 auf Welttournee sind. Im Internet wird zum ersten mal öffentlich die Filmfassung gezeigt, die ganz besondere Einblicke in dieses Stüc...

Tim Wolff

Unterdrückte Menschlichkeit

Ausgiebiges Heulen ist wohltuend und bereinigt die Seele. Menschen, die nicht zum Weinen fähig sind, gehören zum Unsympathischsten, was es gibt. Gerade in Corona-Zeiten gehört gepflegte Traurigkeit zum Menschsein dazu.

Frank Schäfer

Lektorat auf Speed

Der Maro-Verlag »ist in einem dachzimmer untergebracht«, schreibt Benno Käsmayr 1971 in einem der ersten Verlagsprospekte, »und besteht aus: 1 schreibmaschine, 5 leitzordnern, 1 schneidemaschine, 1 adresskartei, einer menge fertiger und halbfertiger bücher.« That’s Underground! Käsmayr hat in einer Druckerei gejobbt, sich das nötige Basiswissen draufgeschafft, Kontakte zur literarischen Avantgarde...

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Hans-Dieter Schütt

Berliner Gangart

Es gibt in der Schauspielkunst eine besondere Souveränität: sich in einem Zusammenhang zu bewegen, ohne ihn zu dominieren. Die große Kunst: so spielen zu können, dass im Zentrum der eigenen Erregung meist ein anderer steht, aber dennoch unverwechselbare Strahlung entsteht, direkt aus der Zurückgezogenheit. Das war, über viele DEFA-Film- und Fernsehzeiten hinweg, die Eigenheit von Ernst-Georg Schwi...

Jasper Nicolaisen

Schlecht erzogen!

Wie schlimm kann es denn sein, Zeit mit der Familie zu verbringen?« Diesen halb verblüfften, halb vorwurfsvollen Kommentar höre ich öfter, wenn Väter und Mütter ihr Homeoffice-/Homeschooling-Leid klagen. Erklärlich wird diese sturznaive Frage natürlich wirklich nur durch den Ärger der Fragenden, die unterschwellig damit zum Ausdruck bringen wollen, ihnen ginge es aber nun wirklich schlechter, weil...

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Freiwillig mit weniger Gehalt bis Sommer

Gerade einmal sechs Journalisten waren dabei, als Bruno Labbadia als Trainer von Hertha BSC vorgestellt wurde - Vorsichtsmaßnahme wegen Corona. Doch der Rahmen schmälerte seine Vorfreude auf die schwere Aufgabe in der Hauptstadt kein bisschen. »Ich habe total Bock darauf«, sagte der frühere Nationalspieler bei seiner Vorstellung am Ostermontag: »Ich kann sagen, dass Hertha mein Wunschverein war, a...

Christoph Ruf

»Ein Denkzettel zur rechten Zeit«

Besser Investitionen in den Nachwuchs statt immer wieder teure Millionen-Transfers: Haching-Präsident Manfred Schwabl hält die Dritte Liga für eine Fehlkonstruktion und fordert für die Zeit nach Corona ein radikales Umdenken im deutschen Fußball.