Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Seite 2

Königs Weg

Dass sich ein König aus dem Staub macht, wenn in diesem Falle auch nur ein Ex, kommt nicht alle Tage vor. Und dass der einstige Monarch sich wegen Korruption verantworten muss, erst recht nicht. Schließlich gehört es doch zum Kerngeschäft von Majestäten, ein weitgehend leistungsloses, aber dafür eben königliches Einkommen zu verzehren. Ob die Hofschatulle in Spanien zu klein war, wissen wir nicht;...

Regina Stötzel

Corona auf Journalistisch

Übel gefoult: Der FC Al Karama meldet sich nach ständigen Nazipöbeleien für die nächste Saison ab - Wo Nazis das Sagen haben. Außerdem in nd.DieWoche: Brüchige Lieferketten, literarische Frühlingsgefühle und ein Interview mit dem Peng!-Kollektiv

Seite 3
Sebastian Bähr

Was gehört an die breite Öffentlichkeit?

Juristisch belangt werden können sie vermutlich nicht dafür, presseethisch ist es dennoch fragwürdig: Journalisten des Programms STRG_F haben Sequenzen der Vernehmungsvideos von Stephan Ernst veröffentlicht. Vor Gericht gab es dafür unisono Kritik.

Sebastian Bähr

Keine klare, glaubhafte Aussage

Stephan Ernst, mutmaßlicher Mörder von Walter Lübcke, hat diese Woche zum ersten Mal vor Gericht ausgesagt, und damit ein drittes Geständnis abgelegt. Nun will er doch geschossen haben. Viele Details bleiben aber unglaubwürdig.

Seite 4
Stephan Kaufmann

Ab nach Hause

Die Coronapandemie, aber auch der US-amerikanische Handelskrieg gefährdet die globalen Lieferketten. Um die heimische Wirtschaft zu schützen, will die Politik nun Absatz- und Beschaffungsmärkte wieder in den eigenen Machtbereich verlagern. Dem Kapital gefällt das nicht.

Seite 5

So frei ist der Welthandel

TikTok: US-Präsident Donald Trump geht gegen die chinesischen Firmen hinter WeChat und TikTok vor. Der Republikaner verfügte am Donnerstag Anordnungen, die Transaktionen mit ByteDance, Eigner der vor allem bei Jugendlichen beliebten Video-App TikTok, und Tencent, dem Eigner der WeChat-App, untersagen. Die Dekrete treten in 45 Tagen in Kraft, US-Unternehmen dürfen dann keine Geschäfte mit den chine...

Ulrike Henning

Der Staat soll helfen

Nicht nur Autos und Handys, auch Medikamente werden in globalen Lieferketten hergestellt. Die Coronapandemie hat die Verletzlichkeit dieser Ketten demonstriert. Nun soll Arzneimittelproduktion nach Europa zurückgeholt werden. Das kann teuer werden.

Seite 6
Denis Trubetskoy

Der Clou der Toningenieure

Vor den belarussischen Präsidentschaftswahlen mobilisiert die Opposition gegen Langzeitpräsident Lukaschenko. Der weiß sich zu helfen und besetzt durch die Organisation großer Konzerte öffentliche Räume.

Felix Jaitner

Lukaschenko-Faktor bröckelt

Seit 26 Jahren steht Alexander Lukaschenko für autoritäre Stabilität. Doch den Menschen in Belarus reicht das nicht mehr. Die anhaltende Wirtschaftskrise, die national-konservative Politik und die autoritäre Ordnung sorgen für Unmut.

Seite 7
Tobias Lambert

Zurück auf demokratisches Terrain

Zwar sind die Wahlen in Venezuela erst im Dezember. Aber Vorentscheidungen fallen schon jetzt: Während das rechte Lager um Juan Guaidó zum Boykott aufruft, kündigen Kommunisten und Gewerkschafter eine neue, linke Option an.

Seite 8
Marie Frank

Sommer der Räumungen

Mit der Räumung des »Syndikat« musste Berlin auf die harte Tour lernen, dass auch unter Rot-Rot-Grün kein Freiraum mehr vor der Profitgier von Immobilienspekulant*innen sicher ist. Im Kampf gegen den Ausverkauf der Stadt müssen härtere Bandagen angelegt werden.

Kurt Stenger

Trumps Sanktions-Tänzchen

Wer mit dem Rücken zur Wand steht, ist bekanntlich besonders gefährlich. Das gilt umso mehr für einen Choleriker wie Donald Trump, der dummerweise über einige politische Macht verfügt. Da die Wiederwahl als US-Präsident stark gefährdet ist und sich sein Haupttrumpf, der gut laufende Arbeitsmarkt, durch Corona in Luft aufgelöst hat, teilt er wieder mehr gegen das Ausland aus. Verschärfte Sankt...

Aert van Riel

Das lange vergessene Land

Die internationale Gemeinschaft hat jahrelang nicht adäquat auf die katastrophalen Zustände im Libanon reagiert. Nun geben sich mehrere Länder und Institutionen hilfsbereit, verfolgen dabei aber einmal mehr eigene Interessen. So wird die Krise im Libanon nicht überwunden.

Peter Steiniger

Auf der Spur der NRA

Sie entspricht den von der extremen US-Rechten gepflegten Feindbildern gleich mehrfach. Nun will Letitia James der Hydra einen Kopf abschlagen. Die Demokratin bekleidet als erste Afroamerikanerin und als erste Frau das Amt des Attorney General im Bundesstaat New York, das etwa dem einer Generalstaatsanwältin in unseren Breiten entspricht. James, die sich seit vielen Jahren für Bürger- und Minderh...

Andreas Koristka

Machtvolles Bekenntnis

Bisher wurde nur einseitig und verleumderisch über den Protest gegen die Corona-Maßnahmen berichtet. Zeit für eine ausgewogene, unvoreingenommene Betrachtung.

Seite 9
Peer Kösling

Der General und die Schützenstraße

Friedrich Engels, dessen 125. Todestag sich am 5. August jährte, war nie in Jena. Aber es gab eine Zeit, als man sich hier sehr intensiv mit einem Teil seiner hinterlassenen Schriften beschäftigt hat.

Seite 10
Max Böhnel und Moritz Wichmann

Ringen ums Gericht

Die US-Demokraten sorgen sich derzeit sehr um die Gesundheit von Supreme-Court-Richterin Ruth Bader Ginsburg. Die Republikaner überlegen, ob man in Sachen Oberstes Gericht vor der Wahl noch schnell was machen kann. Worum geht es, Max? Was die Mehrheitsverhältnisse angeht, steht es 5:4 - fünf Konservative, vier Liberale. Es ist möglich, dass Richterin Ruth Bader Ginsburg innerhalb der nächsten...

Inga Dreyer

Zärtlichkeit und ihre Antithesen

Das große, melancholisch vor sich hinbröselnde Schloss Lieberose am Rande des Spreewalds ist in diesem Jahr zum dritten Mal Austragungsort des Festivals Rohkunstbau, das seit 25 Jahren Orte in Brandenburg bespielt.

Seite 11
Pula Irmschler

Die Hölle Hermann

Wenn man nicht aufpasste, kroch er aus dem Kühlschrank und klopfte des Nachts an die Elterntür, kam ungeladen herein und schrie: »Es ist wieder soweit, du musst mich backen!« Der Bericht einer Hermann-Teig-Aussteigerin.

Georg Leisten

Ferienhaus, früher

Im Pandemiesommer stechen Ferienhäuser alle anderen touristischen Unterkünfte aus. Dabei schien sie zuletzt fast schon aus der Mode gekommen. In die moderne Literatur aber hat sich das Ferienhaus schon vor langer Zeit als Mythos eingeschrieben.

Seite 13
Tom Mustroph

Bei Anruf Verstaatlichung

Getarnt als Bundesamt stellte das Peng! Kollektiv bei großen Konzernen die Systemfrage - und erhielt überraschend positive Resonanz. Ein Interview über Krisenzeiten, kapitalismuskritische CEOs und Inspirationen für das Wirtschaftsministerium.

Seite 14
Fabian Hillebrand

Wenn das Zuhause schmerzt

Ein migrantisches Fußballteam in Greifswald, das regelmäßig von Nazis angepöbelt wird, No-go-Areas für Punks in Zwickau, tätliche Angriffe auf Nazigegner in Plauen: nur drei Beispiele für rechte 
Hegemonie.

Seite 15
Seite 16
Emil Larson

»Da tat sich das braune Fass auf«

Antifa ist mehr als nur Straßenkampf: Antifaschistische Recherchekollektive nutzen das Internet, observieren Wohnorte und Arbeitsstellen, um rechte Strukturen aufzudecken und Nazis zu outen. Wir haben ein Kollektiv getroffen.

Seite 17
Eva Roth

Hassliebe: Umfragen

Mal ist eine Mehrheit in einer Umfrage für Steuererhöhungen, mal sind die meisten dagegen. Alles Quatsch also? Nicht unbedingt. Selbst solche widersprüchlichen Umfragen geben Hinweise über die Haltung von Befragten zu Steuererhöhungen.

Seite 18
Felix Jaitner

Intervention gegen linke Melancholie

Spätestens seit der Corona-Krise wird auch wieder über die Krise der EU gesprochen. Der Politikwissenschaftler Gal Kirn erklärt im Interview mit »nd«, was wir aus der Geschichte und dem Zerfall Jugoslawiens über die Krise der EU lernen können.

Seite 19
Susanne Romanowski

Nahbar Forschen

41 Millionen Mal wurde der Podcast von Dr. Drosten angehört. Doch so erfolgreich ist Wissenschaftskommunikation nur selten. Eine Publikation der Robert-Bosch-Stiftung fragt, wie der Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft gelingen kann.

Gerhard Hanloser

Ein kaputter Diskurs

Der Vorwurf des Antisemitismus wiegt schwer, und das zu Recht. Doch oftmals richtet sich der Vorwurf vor allem gegen eine Kritik an der Politik Israels, die von links kommt. Unser Autor fordert deshalb eine neue Arbeit am Begriff.

Seite 20
Laurence Meyer

Die Symbolik der Katze

Rassismus bestimmt, wie eine Person reisen darf, welchen Zugang sie zu gesundheitlichen Infrastrukturen besitzt; er bestimmt das Recht auf Leben. Welcher Rechtsbegriff kann den besten Schutz gegen diesen systemischen Rassismus bieten?

Seite 21
Charlotte Wiedemann

Im Gehäuse des Weißseins

Schuld, Furcht, Abwehr, Überlegenheit: Das sind häufig die Reaktionen jener Menschen, die auf ihr Weißsein angesprochen werden. Doch eine produktive Auseinandersetzung mit Rassismus braucht auch eine Reflexion dessen was es bedeutet, weiß zu sein.

Seite 22
Steffen Schmidt

Explosives Düngemittel

Bei Düngemitteln denkt der Laie vermutlich nicht zuerst an Explosionen wie die in Beirut. Doch Salze der Salpetersäure - die Nitrate - wurden, lange bevor der deutsche Chemiker Justus Liebig im 19. Jahrhundert auf die Idee der Mineraldüngung kam, in Schießpulver verwendet. Während für die Düngemittel der Stickstoff interessant ist, geht es in Sprengstoffen, Schießpulver und Raketentreibstoffen um ...

Manfred Ronzheimer

Ein Viertel weniger

Von 94 auf 75,9 Milliarden Euro - das EU-Forschungsrahmenprogramm erhält fast ein Viertel weniger Geld. Das EU-Parlament hatte stattdessen eine Aufstockung der Gelder gefordert. Die Wissenschaftswelt ist entsetzt.

Seite 23
Reinhard Renneberg

Boccaccio und Corona

Wir schreiben das Jahr 1347. Pest in Europa. Zehn junge lebensdurstige Leute gehen in der Nähe von Florenz 1348 freiwillig in Quarantäne. Eben noch gesund beim Frühstück, waren manche Nachbarn schon beim Abendbrot nicht mehr am Leben. Die Ursachen der Pest lagen im Dunkeln. Frische Luft, Sonne, Distanz und gute Laune schienen richtig, um sich zu schützen. Was machen diese jungen Leute im »Homeoffi...

Andreas Knudsen

Blick zurück aus der Luft

Archäologen nutzen inzwischen oft Luftbilder und andere Techniken, die ohne Grabung viel über mögliche Relikte im Boden verraten. So wurde 2016 auf der dänischen Insel Falster eine alte Wikingerburg gefunden, die vorher nur Gegenstand von Legenden schien.

Seite 24
Ines Wallrodt

»Es wurde natürlich gerne mal gemordet«

Spaniens einstiger König ist untergetaucht. Also haben wir mit dem Universalgelehrten Steffen Schmidt über Hochadel und Revolution, Mord und Totschlag gesprochen und erfahren: »Enthauptung kam nicht gar so oft vor.«

Mike Mlynar

Geschäft mit der Zukunft

Einerseits ist es ein Menschheitstraum, zu wissen, was genau in der Zukunft passiert, andererseits stößt der an die Grenze des Menschenmöglichen. In diesem Zwiespalt hat sich seit Ewigkeiten ein Berufszweig angesiedelt: die Weissagerei. Eine ihrer Hauptsparten firmiert heute als Zukunfts- und Trendforschung. Mit akademischer Reputation ist es noch nicht weit her; hierzulande gibt es nur eine ...

Seite 25
Räumung, die erste
Marie Frank und Jordi Ziour

Räumung, die erste

Die linke Kiezkneipe »Syndikat« in Berlin-Neukölln wurde trotz erbitterten Widerstands am Freitag geräumt. Anderen Projekten droht nun das gleiche Schicksal.

Seite 26
Nicolas Šustr

Hallo Feindbild, wir wollen kaufen!

Steigende Mieten, vernachlässigte Instandhaltung und immer mehr Obstruktionen. Die Mieter dreier Hausprojekte in Berlin-Kreuzberg haben die Schnauze voll und fordern die Deutsche Wohnen auf, die Häuser an sie zu verkaufen.

Seite 27
Philip Blees

Keine Abgrenzung zu Antisemiten

Nicht nur untereinander hielten die Demonstranten beim »Tag der Freiheit« in Berlin keinerlei Mindestabstände ein. Auch zu antisemitischen Äußerungen fehlte jede Distanz. Innenpolitiker kündigen nun ein härteres Vorgehen an.

Seite 28
Kristof Stühm, Braunschweig

Die Sieger hängen sich ihre Medaillen selbst um

Mit einem Hygienekonzept haben die Leichtathleten ihre deutschen Meisterschaften gerettet. Auch wenn keine Zuschauer zugelassen sind und viele prominente Namen fehlen, feiern die Macher die Geister-Meisterschaften als Leuchtturm-Projekt.

Frank Hellmann

Ein Exzentriker für die Eisernen

Mit der Verpflichtung von Max Kruse holt Union Berlin eine Reizfigur, der weit über die Alte Försterei strahlt. Bei näherer Betrachtung ergibt sich für Spieler und Verein eine Win-win-Situation.

Seite 29
Ronny Blaschke

Stolz und Vorurteil

»Tag der indigenen Völker«: Sportvereine in den USA und Kanada legen nach jahrzehntelanger Kritik rassistische Namen ab. Die großen Probleme der indigenen Amerikaner werden damit nicht gelöst.

Seite 30
Jirka Grahl

Unterwegs auf der Route der Profis

Wer will, kann im August mit Ex-Profis wie Jens Voigt die Strecke der Deutschlandtour abradeln. Zwischen 70 und 200 Kilometer sind auf Etappen zwischen Stralsund und Nürnberg möglich.

Seite 31
Thomas Bruhn

Ah, Dordogne!

In fast jedem Reiseführer steht, dass fast jeder Franzose, hört er den Namen dieses Flusses, nur glücksselig seufzt: »Ah, Dordogne!« Sind solche Schwärmereien berechtigt? Unser Autor überprüft das bei einer Paddeltour.

Seite 32
Negin Behkam

»Beim Thema Trauer wird wenig performt«

Wenn Julian Heigel sterben würde, er nähme seine Mütze mit ins Grab. Noch ist der 40-Jährige aber quicklebendig – und bestattet Tote. Und zwar möglichst so, wie die Angehörigen es sich wünschen. Damit sie sich selbstbestimmt verabschieden können.