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Eva Roth

OK Boomer, »Zeit« für die Revolution!

OK, wenn ein Boomer und eine Boomerin über die Boomer schreiben, was kann da schon rauskommen? Schwelgen in Erinnerungen an die geile alte Zeit? Ein bisschen. Aber dann geht es zur Sache.

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Interview: Sebastian Bähr

Nichts als schöne Worte

Vor einem halben Jahr wurden Ferhat, Gökhan, Hamza, Said, Mercedes, Sedat, Kaloyan, Vili und Fatih aus rassistischen Motiven getötet. Seitdem kämpfen ihre Angehörigen für Aufklärung, Konsequenzen und ein würdevolles Gedenken.

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Claus-Dieter König

Ein untypischer Putsch

Der von den Militärs erzwungene Rücktritt von Malis Präsidenten ist ein Sieg der breiten, oppositionellen Bewegung des 5. Juni (M5/RFP). Über eine fundamentale Neuordnung bietet sich jetzt die Chance für ein stabiles und demokratisches Mali.

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Ute Weinmann

Nawalnys Weg in die Charité ist vorerst blockiert

Russlands bekanntester Oppositioneller, liegt nach einer mutmaßlichen Vergiftung im Koma. Zunächst war Verlegung in die Berliner Charité im Gespräch. Am Freitagmorgen hieß es dann plötzlich, Nawalny sei nicht transportfähig.

Denis Trubetskoy

Patt in Minsk

In Belarus protestieren seit Tagen Zehntausende Menschen gegen den fragwürdigen Wahlsieg Alexander Lukaschenkos. Lange schien es, die Tage des Autokraten im Amt seien gezählt. Doch Lukaschenko ist noch nicht gescheitert.

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Moritz Wichmann

Volksfront gegen Trump

Die Flügelkämpfe sind bis zum November vertagt, die US-Demokraten machen jetzt gemeinsame Front gegen Donald Trump. Doch eine sorgenvolle Frage bleibt nach dem Parteitag: Wieviel hat sich geändert seit 2016? Und reicht das?

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Thomas Gesterkamp und Eva Roth

Fließband, Kinder, Sport

Viele Vollzeit-Beschäftigte wünschen sich kürzere Arbeitszeiten. Genau darüber will die IG Metall mit den Arbeitgebern verhandeln. Volkwagen-Beschäftigte wissen bereits, wie das ist, wenn man mehr Freizeit hat.

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Jérôme Lombard

Was jetzt zu tun ist

Ob Beleidigungen im Netz, körperliche Angriffe oder Brandstiftungen: Antisemitismus gehört für Juden zum Alltag. Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung sieht Handlungsbedarf.

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Claudia Krieg

Mit Wenn und Aber

Fünf Jahre ist es her, dass es hieß: »Wir schaffen das!« Zu dem, was zu schaffen ist, gehört seither nicht zuletzt die Arbeit mit geflüchteten Kindern. Eine große Aufgabe, sagt Hossam Saber, Lehrer einer Willkommensklasse in Berlin-Wedding.

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af

Aufstieg und Absturz

Andreas Kalbitz ist Jahrgang 1972. Er stammt aus Bayern. Von 1994 bis 2005 war er Fallschirmjäger bei der Bundeswehr. Zu seiner politischen Laufbahn hat Kalbitz angegeben, von 1990 bis 1994 in der CSU gewesen zu sein, 1994 dann bei den Republikanern. Im März 2013 trat Kalbitz in die AfD ein. Sein Aufnahmeantrag sei verschwunden, hieß es. Doch jemand erinnere sich, dass er eine frühe...

Andreas Fritsche

Kalbitz kann sich nicht durchboxen

Es scheint so, als könnte die AfD den umstrittenen Politiker Andreas Kalbitz loswerden. Mit einem einzigen Faustschlag hat er viele seiner Anhänger verprellt. Endgültig entschieden ist die Sache aber noch nicht.

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Simon Poelchau

Die Welt ist nicht genug

Ob die Abholzung des Amazonas oder Trumps Ölbohrpläne in einem Naturschutzgebiet in Alaska, die kapitalistische Produktionsweise betreibt weiterhin Raubbau an Mensch und Natur. Daran ändert auch nichts, dass sich die Kanzlerin mal mit jungen Klimaschützerinnen trifft.

Moritz Wichmann

Gangster-Club

Dass Steve Bannon, einer der Top-Architekten des 2016er Wahlsieges von Donald Trump, ausgerechnet über das Projekt »Grenzmauer zu Mexiko« stolpern könnte, ist eine Ironie der Geschichte. Mehr noch: Der rechte Stratege wurde am Donnerstag von Sicherheitskräften der US-Post verhaftet - jenes altehrwürdigen Staatsbetriebes, den die Republikaner um Donald Trump seit Wochen sabotieren, um die Briefwahl...

Lisa Ecke

Niederlage für Frauenhasser

Erst jetzt werden Vergleiche von Schwangerschaftsabbrüchen mit dem Holocaust verboten. Das ist erbärmlich und ein Affront für die Opfer. Trotzdem ist die Verhandlung gegen die Machenschaften von Klaus Günter Annen auch ein Erfolg.

Martin Kröger

Zukunftslösung

Es ist eine der wichtigsten Stellen, die die Berliner Linke zu vergeben hat: die Position der Wohnen-Staatssekretärin. Denn den Mietenwahnsinn einzudämmen, ist eines der zentralen politischen Ziele der Partei. Nach dem Rückzug von Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher Anfang August wurde in dieser Woche zwar ihr Nachfolger, der ehemalige Wohnen-Staatssekretär Sebastian Scheel (beide Linke) i...

Andreas Koristka

Dornige Lockdown-Chancen

Klopapier, Steuererklärung, Stand-Up-Paddelbrett - vorausschauende Menschen planen schon jetzt für die nächste Covid-19-Auszeit.

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Christof Meueler

Liegen, sitzen, stehen

Der Sommer enthüllt es gnadenlos: Wie man sich legt, so sitzt man. Aber man möchte doch im Liegestuhl liegen und nicht sitzen! Was für eine Enttäuschung: größer, als die über zu wenig gutes Wetter. Der klassische Strandstuhl (Foto) sieht so aus, als könnte man in ihm ausgezeichnet ruhen. Versucht man’s, merkt man frustriert, dass dies weder ein Liegen noch ein Sitzen ist, sondern ein tendenziell v...

Mesut Bayraktar

Gewalt, verpackt in Buchstaben

Ein halbes Jahr ist seit dem rassistischen Anschlag in Hanau vergangen. Was haben die zuständigen Behörden seitdem getan? Was haben sie im Vorfeld des Anschlags getan? Gedanken über das Gedenken an die Opfer rechter Gewalt.

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Moritz Wichmann

Werben um die Mitte

Ex-Republikaner überzeugen? Der Parteitag der US-Demokraten zeigt: Die Partei ist eine wirklich sehr breite Koalition, in der noch die Babyboomer den Ton angeben und Joe Biden wirbt vor allem in der Mitte um Wähler.

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Paula Irmschler

Diese Kolumne hat kein Thema

Da kommen die Nachrichten. Polizisten haben wieder geprügelt. Geflüchtete werden ermordet. Ulf Poschardt verteidigt Don Alphonso, und Liberale haben die Linken satt und die Rechten lieb. Rechte tun Rechtes, und wir werden nicht müde, zu tippen, warum das, was sie tun, Doppelmoral ist.

Inga Dreyer

Schwermut und Tanzlust

Geschichten von Unangepassten und Unerwünschten: Die Spreeagenten berichten in ihrem Stück »Häuser-Fluchten« von Menschen, die zu NS-Zeit im Scheunenviertel in Berlin-Mitte gelebt haben.

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Thomas Wagner

Europäische Gehirngespinste

Weiße Überlegenheit aufgrund vererbter Gehirnstrukturen? »Warum Cortés wirklich siegte« ist der Abschlussband von Klaus Theweleits sogenanntem Pocahontas-Zyklus. Aber seine Überlegungen zu Kolonialismus sind wenig überzeugend.

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Yannick Walther

Bunte Klekse auf grauem Beton

Im Heckertgebiet bekommen rechte Parteien bei Wahlen viel Zuspruch. Ein Kunstfestival vor Ort will zeigen: Es gibt es tatsächlich, das andere Chemnitz.

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Peter Steiniger

Ein Unheil, das nicht vom Himmel fiel

Jahrelang fuhren brasilianische Medien-Kampagnen gegen die Arbeiterpartei von Lula da Silva. Auf diesem Boden entstand das Klima, das 2018 den raschen Aufstieg des faschistischen Kongress-Hinterbänklers Jair Bolsonaro möglich machte.

Anselm Weidner und Mario Schenk

Bolsonaro hat System

Die Arbeiterpartei hat zu wenig in die Aufklärung der Bevölkerung investiert, sagt die brasilianische Philosophin Marcia Tiburi. Dem Faschisten Bolsonaro gibt sie große Chancen, weiter zu regieren, da ihn die reichen Eliten an der Macht halten.

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Sarah Nägele

»Wohin rennen wir die ganze Zeit?«

Aslı Kışlal ist Regisseurin, Dramaturgin und Schauspielerin. 1970 in Ankara geboren, lebt sie seit 1990 in Wien. Im Interview spricht sie über Aussprache- statt Schauspielunterricht, »europäische Bewegungen« und Rollenbilder von Medea bis heute.

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Velten Schäfer

Kleiner Kurs in Gier und Verrat

Hast du einzigartige Kenntnisse über einen Teil deiner Stadt, den nur wenige andere kennen? Ein neues Handyspiel lässt Gentrifiziererträume wahr werden. Und lädt ein zum munteren Durchkreuzen der Gleichung Coolness = Profit.

Seite 22
Volker Stahl

Wo die Aale sprudelten

Pocken, Tuberkulose, Typhus, Cholera: Auch im 19. Jahrhundert trafen Infektionskrankheiten besonders die Armen. Warum, darüber rätselte man in Hamburg während der Cholera-Epidemie 1892. Und fand eine einfache Erklärung.

Karsten Krampitz

Wohnungspolitische Robbenbabys

Fehlender und prekärer Wohnraum ist heute ein vieldiskutiertes Thema. Laut Stadtsoziologen Andrej Holm allerdings erst seit 2013 - als es auch die bürgerliche Mitte berührte. Wohnungslose spielen in der Debatte noch immer eine marginalisierte Rolle.

Seite 23
Velten Schäfer Richard Färber

Vielfach beflügelt

Vor 80 Jahren ermordete ein Agent Stalins Leo Trotzki im Exil. Es ist Zeit, den Weggefährten Lenins neu zu entdecken - und vor dem heutigen Trotzkismus zu retten.

Christopher Wimmer

Kaleidoskop der Gegenwart

Die üblichen Denkmuster sind nicht geeignet, die Probleme der Gegenwart zu bewältigen. Diese These vertritt Max Czollek in seinem neuen Buch. Die Suche nach einer - hoffentlich nicht verlorenen - Zukunft.

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Georg Seeßlen

Paranoia, Taktik und Spektakel

Die Regenbogen- neben der Reichskriegsfahne, ein »Chor der Liebe« neben Hasspredigern: Was treibt sie an, die sogenannten »Corona-Leugner« und »Maskenverweigerer«? Versuch einer Demaskierung.

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Augen wie Insekten

Forscher haben an einem 429 Millionen alten Gliedertierchen erstaunliche Parallelen zu heutigen Insekten entdeckt. Konkret geht es um die Augen eines sogenannten Trilobiten, einer ausgestorbenen Art, die als Fossil 1846 in Tschechien entdeckt wurde. Die interne Struktur seines Sehapparats war fast identisch mit jener, die man noch heute bei Bienen und anderen Insekten findet, wie die Forscher im F...

Knapp vorbeigeflogen

Ein Asteroid von der Größe eines Geländewagens ist so nah an der Erde vorbeigeflogen wie kein anderer aufgezeichneter Himmelskörper seiner Art zuvor. Wie die US-Weltraumbehörde Nasa mitteilte, passierte der Asteroid den südlichen Indischen Ozean am Sonntag in einer Höhe von 2950 Kilometern. Mit einem Durchmesser zwischen drei und sechs Metern ist der Asteroid »2020 QG« eigentlich verhältnismäßig k...

Mülleimer Atlantik

Im Atlantik befinden sich einer neuen Studie zufolge Millionen Tonnen Mikroplastik. Allein in den oberen Wasserschichten der ersten 200 Meter seien es näherungsweise 12 bis 21 Millionen Tonnen des Abfalls. Das ergaben Messungen von Forschern des National Oceanography Centre (NOC) in Großbritannien, die im Fachblatt »Nature Communications« veröffentlicht wurde. Die NOC-Forscher hatten an insgesamt ...

Bald nur noch vier deutsche Gletscher

Von den bislang noch fünf kleinen Gletschern in den deutschen Alpen werden wegen der Klimaerwärmung bald nur noch vier übrig sein. Der Flächenverlust der Gletscher habe seit der Jahrtausendwende rapide zugenommen, sagte der Münchner Geowissenschaftler Christoph Mayer auf Anfrage.Zum Zeitpunkt der letzten Vermessung Ende 2018 waren es 44,6 Hektar mit einem Eisvolumen von etwa vier Millionen Kubikme...

Susanne Aigner

Abwehr aus dem Darm

Imker klagen in vielen Länder über große Bienenverluste. Schuld sind neben der Varroa-Milbe und den von ihnen übertragenen Viren auch einige Pestizide. Inzwischen wurden genveränderten Darmbakterien der Bienen getestet, die Milben und Viren stoppen. Unklar ist, ob das Ganze auch in große Bienenvölkern klappt und wie sicher das Verfahren ist.

Seite 27
Iris Rapoport , Boston und Berlin

Braune Haut und buntes Obst

Die braune Haut bei Menschen und die kräftig gefärbten Früchte haben eines gemein: Sie dienen dem Schutz vor den ultravioletten Strahlen der Sonne. Deren UVB-Anteil ist nämlich kraftvoll genug, um - ob in den Zellen unserer Haut oder denen des Obstes - Radikale zu bilden und die Erbsubstanz gefährlich zu schädigen. In unserer Haut sind Melanine für den UV-Schutz zuständig. Die Synthese dieser...

Rudolf Stumberger

Mit Algen in die Lüfte

Am Rande der bayrischen Hauptstadt befindet sich der »Ludwig-Bölkow-Campus« der TU München. Dort wird an der Zukunft der Luftfahrt geforscht. Ein Projekt soll nachhaltigen Treibstoff aus Algen liefern.

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Ulrich Kroemer, Lissabon

Wie Brüder

Paris Saint-Germain steht erstmals im Endspiel der Champions League, weil der Millionenklub endlich die Lösung dafür gefunden hat, wie man aus teuren Stars wie Kylian Mbappé und Neymar eine funktionierende Mannschaft bildet.

Maik Rosner

Im Finale im Fokus

Bis zum Finale der Champions League an diesem Sonntagabend in Lissabon lief bei Bayern Münchens Fußballern alles glatt. Auf dem Weg zum Triple stellt sich nur eine Frage. Wie reagiert der deutsche Meister, wenn es mal nicht läuft wie geplant?

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Oliver Kern

Maske auf und durch!

In der Major League Baseball flammen seit dem Start Ende Juli immer neue Corona-Infektionsherde auf. Doch die Bosse der US-Profiliga wollen unbedingt die Saison retten. Wenn es sein muss, auch auf Kosten der Gesundheit ihrer Spieler.

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Carsten Heinke

Wie aus dem Bilderbuch

Po more - »Land am Meer« - nannten die alten Ostseeslawen ihre Heimat. Eingedeutscht zu »Pommern«, stand der Name im Verlaufe der Geschichte für das Herzogtum der Greifendynastie und spätere Provinz von Preußen.

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Aber Vati!
Jirka Grahl

Aber Vati!

Der Ilmtalradweg führt vom Rennsteig durchs Weimarer Land stetig bergab zur Mündung in die Saale. Gerade Kindern macht Thüringens beliebtester Radweg Spaß - wenn man sie dazu überreden kann, richtig in die Pedale zu treten.

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Was lässt sich testen?

Hast du schon einen Coronatest machen lassen? Nee. Ich hatte zwar mal zwei Tage Fieber. Oha, dachte ich, und rief meine Hausärztin an. Aber da ich keinen Kontakt mit Infizierten hatte, riet sie abzuwarten. Nach zwei Tagen war es erledigt. Nun weiß ich halt nicht, was das war. Da würde ein Test helfen. Na ja, das Wort Test ist ja eine Verkürzung. Einerseits gibt es Antikörpertests. D...

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Monique verlässt den Salon

Wie rücksichtslos!«, meinte Madame Lerbier, als sie die breite Freitreppe des Ministeriums herunterstieg. »Dein Vater hat das Auto dabehalten. Wenn Lucien uns schon nicht nach Hause bringen kann, hätte er wirklich daran denken dürfen, dir seinen Wagen zurückzuschicken.« »Ach, wir werden schon ein Taxi finden!« »Diese Karren kann ich nicht ausstehen! Erstens sind sie schmutzig, und zweite...

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Löwe, Lamm und ein Störfall

Es wurde Abend und es wurde Morgen: erster Tag Wir kommen nachts an, nach einer anstrengenden Fahrt im Toyota Hybrid meiner Großmutter - schließlich mussten wir halb Frankreich durchqueren und dabei Hochspannungsmasten und Mobilfunkantennen meiden, während uns die Schreie meiner Mutter in den Ohren hallten, trotz ihrer Rüstung aus Antistrahlungstüchern. Wie wir an diesem Abend empfangen werde...

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Die Zeit steht still in Voglweh

Wenn man vom Zustand der Militärstraße auf die Wehrhaftigkeit der hiesigen Armee schließen wollte, drängte sich der Gedanke auf, das ganze Land könne problemlos mit Steinschleudern in Besitz genommen werden. Die Straße, auf der wir jetzt entlangrumpelten, war nicht nur extrem schmal, sie hatte auch die gesamte Palette an Straßenschäden zu bieten: Abbrüche, Spurrillen und Bodenwellen, Schlagloch re...

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Ein Leben in Kalligrafien

Das Buch, das ich nie schreiben wollte Meine geliebte Tochter Sara, das ist das Buch, das ich nie schreiben wollte. Ich habe den Schmerz zusammen mit meiner Kindheit begraben und ein neues Leben begonnen. Aber dein Vater ist der Meinung, dass du weder dich noch mich verstehen kannst, solange du nicht meine Geschichte kennst, meinen Weg von dem Zuhause meiner Kindheit in der Straße der Mi...

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Es ist weit bis Pontresina

Seit einiger Zeit dachte ich abends gelegentlich an das Symposium, von dessen Vorbereitung man mir im Januar erzählt hatte. Damals war ich nicht dazugekommen, mich genauer danach zu erkundigen, es war nur ein kurzes Gespräch gewesen, das mit der Auskunft geendet hatte, höchste Stellen hätten den Anstoß für dieses Vorhaben gegeben, offenbar in der Absicht, ein wenig von den Schmähungen abzutra...

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Heimat ist ein blaues Band

Als Mutter noch lebte, erzählte sie mir häufig Geschichten über ihre Heimat. Pommernland. Niemals ließ sie sich dabei in die Karten schauen. Es war zwecklos, ihr Fragen zu stellen. Wenn sie Dinge nicht erzählen wollte, schwieg sie. Stille. Stolz auf ihrem Gesicht. Geheimnisse gehörten seit jeher zu unserer Familie, doch Mutter liebte sie am meisten. Mutter war eben eine me...

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Dem Kaiser eine grüne Krone!

Die Kursänderung, welche Kolumbus bis an die Küste Amerikas führen sollte, nahm er im Opiumrausch, mit dem er seiner Seekrankheit beikommen wollte, völlig wahllos vor. *** Zutiefst enttäuscht, dass sein Ziehsohn nicht Manns genug war, sich der Verantwortung zu stellen und seinen Teil zum Mordkomplott beizutragen, befahl Cäsar, die Klingen der übrigen Verschwörer bereits im Leib: »A...