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Regina Stötzel

Klima, Kosten, Menschenleben

Wirtschaftssanktionen werden immer beliebter. Insbesondere die USA und die EU bedienen sich des Kriegs ohne Waffen. Weitere Themen: Die jüdische Gemeinde in Halle, rechte Gewalt am 3. Oktober 1990 und wie »der Balkan« wurde, wofür wir ihn halten

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Max Zeising

Nichts gewusst, nichts geglaubt

»Ach du Scheiße!«, habe der einzelne Polizeibeamte gesagt, als er das von Stephan B. schwer verletzte Ehepaar fand. Der Mann am Notruf habe ihr nicht geglaubt, sagte die Zeugin im Halle-Prozess aus.

Maz Zeising

Optimisten seit Jahrtausenden

Die Politik vernachlässigt oft ihre Aufgabe, die Demokratie zu schützen, sagt der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Halle, Max Privorozki. Im nd-Interview spricht er über die Vorbereitungen auf Jom Kippur und den Prozess gegen den geständigen Attentäter Stephan B.

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Aert van Riel

Krisenpolitik in Zeitlupe

Wenn die EU als weltpolitischer Akteur ernst genommen werden will, müsste sie in der Außenpolitik mit einer Stimme sprechen. Doch aktuelle Beispiele im Umgang mit Belarus und der Türkei zeigen, wie schwer sich der Staatenverbund damit tut.

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Jörg Roesler

Schon Perikles und Papst Urban taten es

Immer wieder ist in Nachrichten über das Weltgeschehen die Rede von Sanktionen, Embargos oder Boykotten. Einzelne Staaten, manchmal auch ganze Staatengruppen, verhängen Handelssperren, verkünden Export- oder Importverbote gegenüber anderen Staaten, um diese wegen ihres tatsächlichen oder angeblichen Fehlverhaltens abzustrafen. Auffallend oft hat seit Beginn seiner Amtszeit der US-amerikanische Prä...

Stephan Kaufmann

Wirtschaft als Strafe

Um ihre außenpolitischen Ziele zu erreichen, setzen die USA und die EU zunehmend auf Wirtschaftssanktionen. Die Wirksamkeit der Maßnahmen ist allerdings umstritten.

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Uwe Kalbe

Nicht nur einzelne Soldaten

Christof Gramm schien die Pläne der Ministerin umzusetzen, legte eine eigene Rechtsextremismusstatistik des Militärischen Abschirmdienstes zur Bundeswehr vor. Doch das reichte nicht. Jetzt ist er entlassen.

Kurt Stenger

Verbrecherjagd ohne Personal

Die in dieser Woche geleakten FinCen-Files haben schwere Verfehlungen von Banken im Kampf gegen Geldwäsche in den USA in früheren Jahren offenbart. In Deutschland sieht die Sache anders aus: Banken melden eifrig verdächtige Geldbewegungen. Dennoch gilt die Bundesrepublik als wahres Geldwäsche-Paradies.

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Jordi Ziour

Vom Klimastreik zur Klassenpolitik

Die Corona-Pandemie hatte den Klimakativisten von Fridays for Future einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nun sind sie zurück auf der Straße - und wollen weitermachen.

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Uwe Kalbe

Das MAD-Problem

Die Verteidigungsministerin zeigt Entschlossenheit. Sie entlässt den Chef des MAD. Weil er die rechtsextremen Strukturen der Bundeswehr nicht erfolgreich genug aufklärt? Oder weil seine Abschirmdienste gegenüber der Ministerin nicht ausreichen?

Robert D. Meyer

AfD konsequent ausgrenzen

15 Monate nach der Kommunalwahl in Gera ist es doch passiert: Am Donnerstag wurde der AfD-Politiker Reinhard Etzrodt zum Vorsitzenden des Stadtrates gewählt. Das hätte im Stammland von Björn Höcke niemals passieren dürfen.

Martin Ling

Mali steckt im Übergang

Die Forderung der westafrikanischen Staatengemeinschaft Ecowas ist prima vista erfüllt: Mit Ba Ndaw steht ein Zivilist an der Spitze der malischen Übergangsregierung - allerdings einer mit militärischer Vergangenheit.

Inga Dreyer

Fluch und Segen

Es ist plump und unfair, Frauen auf ihre Rolle als Gattinnen und Töchter zu reduzieren. Bei Christine Strobl wäre das nur mit großen Verrenkungen möglich - denn dazu ist ihre Karriere zu imposant. Wie diese Woche bekannt wurde, wird die 49-Jährige im Mai 2021 neue ARD-Programmdirektorin.

Leo Fischer

Der übereignete Döpfner

Friede Springer hat Mathias Döpfner zu ihrem Nachfolger bestimmt. Schließlich braucht es Kontinuität in der »Bild«. Und dass Döpfner die Kontrollpflichten des Hauses ernst nimmt, wenn es darum geht, Kindern das Mikro unter die Nase zu halten und zu Hatz gegen Feministinnen aufzurufen, hat er bereits bewiesen.

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cm

Der Sommer ist vorbei

Gibt es etwas Schöneres, als vor dem Frühstück Schwimmen zu gehen? Vor allem im Sommer, wenn man weiß, dass es heiß wird. Eine Abkühlung, bevor sie notwendig ist. Sieht ein bisschen wie Sport aus, ist aber eher Meditation. Man denkt, man schwebt. Wenn man sich nicht im Meer vor der Tiefe unter einem zu fürchten beginnt. Die Fische werden schon nicht zusehen. Und Poseidon lebt nicht mehr. Trotzdem:...

Jörg Roesler

Nicht nur Kohl irrte gewaltig

Hat Helmut Kohl die Ostdeutschen 1990 bewusst belogen, um mit ihnen als »Stimmvieh« erneut Kanzler zu werden? Einiges spricht dafür, anderes dagegen.

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Jeja Klein

Ich komme in die Bullenwache mit Sprachkompetenz

Eine Studie über Rassismus in der Polizei würde nichts zur Debatte um Polizeigewalt beitragen, findet Jeja Klein. Denn der überwiegende Teil der Cops ist schlichtweg sprachlich viel zu inkompetent, die Bedeutung von Beschreibungen von Gewalt und Rassismus zu begreifen.

Georg Leisten

Die Augen der anderen

Überwachen statt schlafen: Früher war es pfiffiges Unterhaltungskino, wenn bei James Bond ein Ortungsgerät im Schuhabsatz verschwand, heute ist ständige Verfolgbarkeit Realität, wie eine kurzweilige Ausstellung in Frankfurt am Main zeigt.

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Gunnar Decker

Mensch Hund!

Auch dies ein Wettlauf mit den US-Amerikanern: Die Dokumentation »Space Dogs« erzählt von artigen Hunden und randalierenden Schimpansen im All.

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Hans-Dieter Schütt

Das Instabile im Herzen

Manchmal waren ihre Lieder wie ein Regentropfen in einer gewölbten Hand, ein Tropfen, der nicht mehr weiß, was das Meer ist. Ein Nachruf auf die Chansonsängerin Juliette Gréco, die am Mittwoch bei Marseille gestorben ist.

Seite 14
Fabian Hillebrand

Im Wendeschatten

Während ein Großteil der Gesellschaft die deutsche Einheit feierte, kämpften die Andersaussehenden, Andersdenkenden und Alleingelassenen um ihre Häuser - und mancherorts um ihr Leben.

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Fabian Hillebrand (Protokoll)

Die Gewalt der Vereinigung

Während ein Großteil der Gesellschaft die deutsche Einheit feierte, kämpften die Andersaussehenden, Andersdenkenden und Alleingelassenen um ihre Häuser - und mancherorts um ihr Leben. Perspektiven von Migranten und Linken auf die Einheitsfeier vor 30 Jahren.

Seite 16
Julia Trippo und Birthe Berghöfer

Meine Entscheidung gehört mir

Laura hat abgetrieben und erlebte eine unendliche Farce von Untersuchungen, Terminen und sozialer Isolation. Die für sie unverzichtbare Unterstützung und Beratung während der Zeit vom Schwangerschaftstest bis zum Abbruch kam dabei nicht vom Staat.

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Stephan Kaufmann

Flug ohne Fliegen

Maschinen müssen laufen, auch wenn es völlig sinnlos ist: In Zeiten der Pandemie demonstriert nichts das absurde Grundprinzip des Kapitalismus so tragikomisch wie die Versuche der Luftfahrtbranche, den eingebrochenen Fernverkehr zu kompensieren.

Seite 18
Velten Schäfer

Erfurter Legende

Die DDR machte den Erfurter Kommunisten Paul Schäfer zu einem Staatsheld. Doch dazu wurde seine Biografie verfälscht. Nun klärt eine umfassende Recherche diese Legendenbildung auf.

Kathrin Gerlof

Widerspruch in Nahaufnahme

Unrechtsstaat? Normenstaat! Die deutschstämmige US-Juristin Inga Markovitz vermeidet in ihrer Fallstudie über die Juristische Fakultät der HU Berlin jene ideologischen Scheuklappen, die eine produktive Diskussion über den Charakter des DDR-Rechtswesens so empfindlich stören.

Seite 19
Peter Ullrich

Suche nach Klarheit

Seit Monaten tobt ein Streit unter jüdischen wie nichtjüdischen Intellektuellen, wie insbesondere israelbezogener Antisemitismus zu bestimmen sei. Nun geht es um die wichtige Frage, auf welche Basis Soziale Netzwerke ihre Content-Politik stellen sollten.

Seite 20
Samuela Nickel

Das unvollständige Andere

Was »der Balkan« ist, glaubt heute jeder sagen zu können: irgendwie europäisch, aber auch seltsam fremd. Die Kunsthistorikerin Martina Baleva ist der Geburt dieses merkwürdig selbstsicheren und zugleich so unbestimmten Wissens auf der Spur.

Seite 21
Paula Balov

Feurige Nächte, kyrillischer Teint

Parallel zu den jugoslawischen Kriegen kamen in Deutschland die »Balkanpartys« auf: Der »Gypsy Sound« lag quer zu den Nationalismen und bot der Diaspora eine kulturelle Heimat. Doch ist das Format nicht ohne Widersprüche.

Seite 22

Für 28 Milliarden Dollar zum Mond

Für die von der USA bis 2024 angestrebte Astronautenreise zum Mond braucht die Raumfahrtbehörde Nasa in den kommenden fünf Jahren nach eigenen Angaben 28 Milliarden Dollar (knapp 24 Milliarden Euro). Allein 16 Milliarden Dollar davon werde voraussichtlich die zu bauende Mondlandefähre kosten, sagte Nasa-Chef Jim Bridenstine. Sollte der US-Kongress bis Weihnachten die erste Tranche in Höhe von 3,2 ...

Steffen Schmidt

Seebeben als Thermometer

In heißen, trockenen Sommern wie 2019 mag mancher vermuten, das ist der Klimawandel. Und vermutlich ist die Häufung überdurchschnittlich warmer Jahre in den vergangenen Jahrzehnten tatsächlich auf die Klimaerwärmung zurückzuführen. Doch was wir in der Atmosphäre messen, ist nur ein kleiner Teil des Problems. Denn 95 Prozent der zusätzlichen Wärme, die die Treibhausgase auf der Erde zurückhalten, w...

Seite 23
Ingrid Wenzl

Die Wassertürme der Erde

Bevölkerungswachstum, ein höherer Lebensstandard und der Klimawandel verstärken mancherorts die Abhängigkeit von den Wasserreserven aus den Gebirgen. Wichtige Wasserspeicher dort sind Gebirgsgletscher sowie von Menschenhand geschaffene Stauseen.

Seite 24
Christof Meueler

Kann Wind einen Strand ins Meer wehen?

Die Inseln in der Nordsee verändern ständig ihre Form, erklärt der nd-Gelehrte Steffen Schmidt. Borkum zum Beispiel sah mal aus wie ein abgerundetes Rechteck und hat sich im Verlauf der letzten 200 Jahre bestimmt um zehn Grad gedreht.

Lotte Laloire

Strategin von der Straße

Wir brauchen die Männer! Diese Feministin fand, im Kampf gegen Unterdrückung und Ausbeutung sollten Mann und Frau »Kameraden« sein. Zugleich war ihr klar: Die proletarische Frau ist eine »Sklavin von Sklaven«. Durch Kapital und Patriarchat ist sie »doppelt geknechtet«. Deshalb braucht es auch Strukturen ohne Männer. Ein Widerspruch? Keineswegs, die Frau dachte dialektisch. Sie wusste schon vor 100...

Seite 25
SPD will unterirdisch bleiben
Nicolas Šustr

SPD will unterirdisch bleiben

Bis 2030 soll das Berliner U-Bahn-Netz um rund 15 Kilometer wachsen, kündigen die designierten Landesvorsitzenden der SPD an. Fahrgastvertreter und sogar die eigenen Fachleute in der Partei halten das für keine gute Idee.

Seite 26
Hülya Gürler

Bunte Berliner Behörden

37 Maßnahmen enthält ein Programm für die Vielfalt der Berliner Landesverwaltung. Ganz neu sind die Ideen nicht, und der Behindertenverband äußert sich skeptisch, was die Umsetzung betrifft.

Seite 27
Wilfried Neiße

Ein Lichtblick im düsteren Coronajahr

Nachdem die brandenburgische Tourismusbranche im Sommer coronabedingte Einbußen zu verzeichnen hatte, wirbt sie nun um Gäste im Herbst und im Winter. Auch da sei das Bundesland eine Reise wert.

Seite 28

»Nicht jeden Tag ins Berghain«

Nach Verletzung und Tour-Tortur würden sich andere für etwas Erholung entscheiden. Das ist für Allesfahrer Max Schachmann kein Thema. Der gebürtige Berliner hat das Format, um die deutsche WM-Durststrecke zu beenden.

Alexander Ludewig

Alte Stärke, neue Schwäche

Der Start in die neue Bundesligasaison ist den Fußballern des 1. FC Union missglückt. Auch der Blick auf den Kader der Berliner stimmt erst mal nicht besonders hoffnungsvoll. Helfen könnte wieder einmal die nüchterne Sachlichkeit des Trainers.

Seite 29
Ronny Blaschke

Wankende Vorurteile

Über Jahrhunderte wurden die Aborigines in Australien unterdrückt. Nur im Sport durften sie sichtbar auftreten. Doch auch das nur, wenn sie ihre Herkunft und den Rassismus nicht zum Thema. Das ändert sich nur langsam, und Anfeindungen gibt es immer noch.

Seite 30
Hans-Werner Rodrian

Ins Warme

In Spanien und Südfrankreich sind die Corona-Zahlen rasant gestiegen, selbst Österreich spricht von der »zweiten Welle«. Aber es gibt noch Länder und Regionen, die deutlich weniger betroffen sind. Wir haben uns außerhalb Deutschands auf die Suche gemacht.

Seite 31
Christian Schreiber

Nur nicht hängen lassen!

Start ist an Tanne Nummer eins, das Ziel soll ebenfalls eine Tanne sein, die der Passagier aber gar nicht sieht. Dazwischen: 570 Meter Schwarzwald, kein Netz, kein doppelter Boden. Unten nur Bäume, oben nur ein Stahlseil, in das man per Sitzgurt eingeklinkt ist. 30 Sekunden Flug mit 60 Stundenkilometern. Manche kreischen, wenn sie starten - und jubeln, wenn sie drüben ankommen. Andere sitzen blass...

Seite 32
Michael Bonvalot

»Das war nicht Milch und Honig«

Kid Pex wuchs als Wiener mit kroatischen Wurzeln zwischen Bürgertum und Straße auf. Heute rappt er über die Arbeiterklasse und die »Guerilla« der Gemeindebauten. Mit Michael Bonvalot sprach er über den Jugoslawien-Krieg, Kapitalismus und Flüchtlingshilfe.

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Trotz alledem
Andreas Fritsche

Trotz alledem

War es wirklich erst die 102. nd-Wanderung oder nicht vielleicht doch schon die Nummer 103? Man kommt in der Zählung ein wenig durcheinander, nachdem wir im Herbst 2019 nur einen Spaziergang und keine Wanderung veranstaltet haben und nachdem wegen der Coronakrise im Frühjahr 2020 erstmals seit dem Jahr 1970 keine nd-Frühjahrswanderung stattfinden konnte. Fest steht: Bei der Tour am 13. September g...

Seite 35
buch plan B: Die Herbst-Edition
Mario Pschera

buch plan B: Die Herbst-Edition

Dieses Jahr 2020 wird das Jahr der Improvisation. Eine Kunst, die nicht nur, aber vor allem im Osten, weit verbreitet war und zum Teil noch ist. Der bayerische Universalkünstler und radikal gute Mensch Herbert Achternbusch wiederum ließ 1976 den Helden eines seiner schrägen Filme sagen: »Du hast keine Chance, aber nutze sie!« Keine Chance auf Gespräche und das obligatorische Glas Wein dazu ha...

Seite 36
Zwischen Alltag und Glück
Michael Müller

Zwischen Alltag und Glück

Das Fenster für Auslandsreisen hatte sich gerade geöffnet, und genau für diesen Zeitpunkt war diese nd-Leserreise lange geplant: Glück gehabt und das Format »nd-Kultur- und Studienreisen« doppelt schätzen gelernt.

Seite 37
Molly unterwegs

Molly unterwegs

Los geht’s! Eine Woche in die hügelige Landschaft Rügens. Packen meine Menschen das Zelt aus, heißt es für mich, dass sie entspannt sind, morgens keine Hektik ausbricht und vor allem, dass man stundenlang zu Fuß und neben dem Fahrrad durchs Gelände streifen kann. Inbegriffen stundenlange Strandspaziergänge. Wobei sich mir persönlich immer noch nicht erschlossen hat, was daran so aufregend sei...

Seite 42
Martin Ling

Die Solidarität geht weiter

»Wir haben uns zu diesem Erbe entschlossen aus Verantwortung gegenüber einer der größten Herausforderungen unserer Zeit, aus der Verpflichtung heraus, Menschen in Not […] Hilfe leisten zu müssen, und um denen beizustehen, die Opfer der heutigen Weltordnung sind.« Diese Worte sind fast 30 Jahre alt und sind dennoch aktuell. An Opfern der Weltordnung fehlt es auch heute nicht. Selbst die Coronakrise...

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Albert Armbruster

Begrüßungsgeld

Im November 1989 sollte ich eine vorbeugende Kur in der Sächsischen Schweiz erhalten. Da waren bereits die Demonstrationen auch in Plauen im Gange, sodass die Kombinatsleitung andere Sorgen hatte, als einen Kurleiter aus den eigenen Reihen zu stellen, den ich nun als einfacher Angestellter zu vertreten hatte. Ich befand mich also auf Dienstreise und sollte meine Kur im Februar 1990 erhalten - wozu...

Sigrid Armbruster

Endlich Verwandte besuchen

1989 war für mich das ereignisreichste und emotionalste Jahr in meinem inzwischen 70-jährigen Leben. Da meine Mutter in Lindau im Bodensee beheimatet war, aber schon vor dem Krieg zu ihrem Bruder nach Plauen kam, um im Geschäft und Haushalt zu helfen, lernte sie hier ihren späteren Mann kennen und blieb fern der Heimat bis zu ihrem Tode in dieser Stadt. Dadurch war fast meine gesamte Verwandtschaf...

Seite 44
Hier spricht die materielle Kultur!
Mario Pschera

Hier spricht die materielle Kultur!

Kenntnis von frühen Zivilisationen haben wir oft nur durch die Tonscherben, die sie hinterlassen haben. Dass Martin Luther kein enthaltsamer Klosterbruder war, wissen wir durch die Archäologen, die die Abfallgrube hinter seinem Haus gesichtet haben. Die DDR ist jetzt auch schon dreißig Jahre Geschichte, und so mancher hat sich unredlich bemüht, ihre Errungenschaften und Artefakte auf den Abfa...

Seite 45
Über Schweden zurück nach Berlin
Ulrike Kumpe

Über Schweden zurück nach Berlin

Schon jetzt fühlt sich Birthe Berghöfer nicht mehr als die Neue in der Online-Redaktion. Dabei ist die gebürtige Berlinerin gerade einmal ein halbes Jahr dabei. Sie schreibt über Geschlechterpolitik und auch über Schweden. Als Teilnehmerin am europäischen Studierenden-Austauschprogramm Erasmus studierte sie ein Jahr an der Universität Lund und brachte sich mit ihren Kenntnissen von Sprache und Pol...

Seite 46

Buchgewinne

Lösungseinsendungen für alle Aufgaben bis Freitag, 2. Oktober. Jede Lösung kann auch einzeln geschickt werden, denn für jede richtige gibt es eine Buchauslosung! (»kurz & knackig« gilt als eine Aufgabe!)Per E-Mail an: ndCommune@nd-online.de oder per Post unter Kennwort »Denkspiele« an: Redaktion »nd«, Ressort nd.Commune, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin. Bitte den Absender nicht vergessen! ...

mim

kurz & knackig

Drei Nägel sind gleich tief ins Holz geschlagen. Ihre Querschnitte sind verschieden, nämlich quadratisch, dreieckig, rund. Jede Querschnittfläche ist 1 cm² groß. Welcher Nagel lässt sich am schwersten, welcher am leichtesten rausziehen?Bei einer sechsstelligen ganzen Zahl steht auf der Einerstelle eine 1. Streicht man diese letzte Ziffer und setzt sie vorn wieder an, ist die neue sechstellige Zahl...

nd

Bis auf den letzten Groschen

In dieser Rubrik übernehmen wir Denkspielvorschläge unserer Leserinnen und Leser. Für jede veröffentlichte Aufgabe gibt es als Dankeschön ein Buch. Das heutige Problem schickte uns Irene Wengler aus Gotha. Sie wies darauf hin, dass es in den 60er Jahren zu den Aufgaben der DDR-Matheolympiade, Klasse 10 gehörte: In einem alten Lehrbuch wird in einer Aufgabe über folgenden Handel berichtet: Ein Baue...

Mit Russisch nunmehr in sieben Sprachen

Die »Aufgabe der Woche«, die der Chemnitzer Mathelehrer Thomas Jahre jeweils bei www.schulmodell.eu veröffentlicht, erscheint jetzt auch auf Russisch. Der Newsletter ist somit bereits siebensprachig, nämlich neben Deutsch und nun Russisch auch in Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Ungarisch. Er kann, präziser: könnte, so weltweit von rund 1,26 Milliarden Menschen in ihrer Muttersprac...

⋌Mike Mlynar

Rätselei beim Racketlon

Auch Freizeitsportler*innen gehen die Coronazeiten auf den Geist. Zwar lässt sich im Freien unentwegt laufen, schwimmen und Rad fahren, aber das macht auf Dauer nicht alle selig. Zum einen diese Akteure selbst nicht, zum anderen vor allem die vielen anderen nicht, die auf ganz andere Sportarten stehen. Denken wir allein an die Zehntausenden Freizeit-Fußballteams von den G-Junioren (»Bambini U7«) b...