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Stephan Fischer

Zusammenhalt - auf Distanz

Ob Trumps Tage als Präsident gezählt sind, hängt nicht nur davon ab, ob die Mehrheit der US-Bürger am Dienstag für Biden stimmt. Lesen Sie auch: Untote bevorzugt - der Zombie-Klassiker »Dawn of the Dead« von 1978 ist wieder da. »White Privilege« bis »BIPoC« - passt das Vokabular der amerikanischen Rassismusdebatte für hiesige Verhältnisse? Und Silvia Neid im Gespräch über 50 Jahre Frauenfußball.

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Stephan Kaufmann

Die Armen verlieren

Die neuen Anti-Corona-Maßnahmen werden die Gesamtwirtschaft wohl nicht stark belasten. Ein Blick auf die vergangenen Monate zeigt jedoch: Die Hauptlast der Krise tragen jene, die ohnehin schon wenig verdienen.

Markus Drescher

Neue Zumutungen

In der Bevölkerung scheint die Bereitschaft, bei den Anti-Corona-Maßnahmen mitzuziehen, auch nach Monaten der mal mehr, mal weniger starken Einschränkungen noch nicht deutlich erlahmt zu sein.

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Reiner Oschmann

Legale Wahltricks

Am Dienstag ist Präsidentschaftswahl in den USA. Ob Donald Trump das Ergebnis anerkennt, ist offen. Doch der Präsident ist nicht die einzige Bedrohung für die Demokratie in den USA.

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Johannes Simon

Das Orakel von Ohio

Donald Trump schaut vermutlich mit Sorge nach Columbus: Republikaner gewannen die Präsidentschaftswahl bisher nur, wenn sie sich in Ohio durchsetzen konnten. Dort aber geht der Trend derzeit zu Joe Biden.

Ein Abbild von Amerika
Moritz Wichmann, Syracuse, New York

Ein Abbild von Amerika

Die wachsende Anti-Trump-Stimmung in den USA stützt die Demokratische Partei - und innerhalb der Partei die progressiven Kräfte. Das zeigt das Beispiel der Kleinstadt Syracuse.

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Hermannus Pfeiffer

Wer bietet weniger?

Die weltweite Rallye um niedrige Gewinnsteuern für Konzerne schien beendet. Doch dann stieß US-Präsident Donald Trump die harte Steuerkonkurrenz zwischen den Staaten wieder an. Eine Entwicklung, die mittlerweile auch Deutschland erreicht hat.

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Ralf Klingsieck, Paris

Nizza: Drei Tote bei islamistischem Attentat

In Frankreich hat erneut ein radikaler Islamist einen terroristischen Anschlag verübt. »Wir sind angegriffen worden für unsere Werte, die wir aber weiterhin hochhalten und verteidigen«, sagte Emmanuel Macron und rief zur »Einheit für das Land« auf.

Aert van Riel

Labour steht vor Machtkampf

Labour kommt nicht zur Ruhe. Im Streit um Antisemitismus in den eigenen Reihen soll nun der frühere Frontmann Jeremy Corbyn die Partei verlassen. Doch der wehrt sich.

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Lisa Ecke

Mieten machen arm

Viele Menschen müssen mehr als 40 Prozent ihres Haushaltseinkommens für Wohnkosten zahlen. Darunter leiden wohl besonders diejenigen mit geringem Einkommen, die zur Miete wohnen. Sie stehen wegen der extremen Mietpreise tagtäglich vor der Frage, ob sie beim Essen, an notwendiger Kleidung, oder an Freizeitaktivitäten sparen.

Ulrike Henning

Kein Sprint, ein Marathon

Zu den Lockdown-Planungen von Bund und Ländern gibt es durchaus konstruktive Anmerkungen - unter anderem von den niedergelassenen und vielen anderen Ärzten. Weil die Covid-19-Pandemie länger dauern wird als nur noch einen Herbstmonat, ist das Papier von Streeck und Kollegen eine Diskussion wert.

Peter Steiniger

Die blutige Saat geht weiter auf

Erneut trifft Frankreich islamistischer Terror. Ausländerfeinde machen eindimensional Ausländer, andere den Kulturclash verantwortlich, den Gutmenschen blauäugig nicht sehen wollten. Vom Himmel fallen die furchtbaren Taten nicht: Anschläge politisch-religiöser Fanatiker nach dem Vorbild des Mordes an dem Lehrer Samuel Paty waren in diesen Tagen zu erwarten, doch kaum zu verhindern. Die Feindschaft...

Alexander Isele

Widerständler

Der ehemalige Stabschef im Heimatministerium Miles Taylor bekennt sich, die Anonyme Quelle zu sein, die veröffentlichte, dass hohe Beamte in der US-Regierung die Anweisungen von Präsident Trump unterlaufen.

Andreas Koristka

Die Corona-Schuldigen

Es ist nicht nur China, welches man in einem Prozess am Internationalen Gerichtshof wegen seiner Schuld an dem ganzen Corona-Scheiß zu einer saftigen Strafe verurteilen müsste, meint Andreas Koristka. Es gibt weitere Mitangeklagte.

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Marx mit Charme

Ein geradezu gewaltiges Organ ist es, das sich durch den Chemnitzer Schillerpark schlängelt: Nur unweit des nicht weniger monumentalen Kopfes wurde nun der Darm von Karl Marx als Kunstobjekt drapiert - in 24-facher Vergrößerung. Damit orientiere man sich am Maßstab der von Einheimischen wie Besuchern liebevoll oder neckisch »Nischl« genannten Büste des Vollbartkommunisten. Die Künstlerinnen Anetta...

Wolfgang Ullrich

Streitort Museum

Wollten Museen einst immer mehr sammeln, geht es inzwischen um eine Revision des Kanons. Die Werke werden kritisch unter moralischen und politischen Gesichtspunkten beäugt. Ein Problem? Nein, denn das Museum muss ein Raum des Streits sein.

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Oliver Kern

Frustriert, aber entschlossen

Es sind nur noch wenige Tage bis zur Wahl. Die Zahlen von Früh- und Briefwählern steigen auf Rekordwerte in den USA. Die der Coronafälle aber auch. All das hilft Donald Trump nicht, seinen Rückstand aufzuholen. Doch seine Fans halten zu ihm.

Ralf Fischer

Dies ist nicht Amerika

Der Deutschrap ist voller Vorurteile über die USA, dem Mutterland von Popkultur, Kulturindustrie und HipHop. Man fühlt sich künstlerisch unterlegen und spielt sich moralisch auf. Als rappten sie hierzulande niemals für Geld, nur für gute Worte.

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Jeja Klein

Ungeduscht und trotzdem da

Die Räumung der Liebig34 und die gesprengte »Fetischparty« in Berlin sind gleich zwei Beispiele, die klar machen, dass die Berliner Polizei zum politisch rechts stehenden Akteur geworden ist, der Stimmung gegen Queers macht.

Benjamin Moldenhauer

Mehr Sympathie für die Untoten

Bei dem Horrorfilm »Dawn of the Dead« ist klar, dass die »Zombies im Kaufhaus« was mit Kapitalismus- und Konsumkritik zu tun haben sollen. Alle hirnlos, Rolltreppe rauf, Rolltreppe runter.

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Inga Dreyer

Eine Stadt, gebaut auf Dönerspießen

Max Czollek fordert radikale Vielfalt und eine Abkehr von der deutschen Dominanzkultur. Wie das realisiert werden kann, diskutiert er in dem Buch »Gegenwartsbewältigung« und bei den von ihm kuratierten »Tagen der Jüdisch-Muslimischen Leitkultur«.

Seite 14
Hannah Jagemast und Philip Malzahn, Tunis

Im Schatten des Umbruchs

Im Dezember feiert die tunesische Revolution ihren zehnten Geburtstag. Doch die Geschichte des jungen Homosexuellen Harun zeigt den Widerspruch, der das vermeintlich fortschrittlichste Land der arabischsprachigen Welt zu zerreißen droht.

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Philip Malzahn

Man nennt es Demokratie

Fast zehn Jahre nach Beginn des Arabischen Frühlings gilt Tunesien als Lichtblick des Nahen Ostens. Doch die Lage im Land ist katastrophal, auch ohne den gestürzten Diktator Ben Ali.

Seite 16
Linda Peikert

Warten auf den nächsten Gig

Gerade als sie als DJ so richtig durchstartete, kam Corona. Für Pauli aka DJ Frida Darko ist die Pandemie aber auch eine Chance, wieder ein entspannteres Verhältnis zur Musik zu finden.

Seite 17
Frédéric Valin

Wenn Wahrheit keine Lust gewährt

Corona macht Experten zu Ikonen - das reizt zu Kritik und sogar Hass, ist aber unabweisbar und notwendig: Menschliches und Allzumenschliches für die nun kommenden Wochen und Monate.

Seite 18
Ricardo Altieri

Begriff in Bewegung

Gebildete Bürgerlichkeit ist eine unsichtbare Norm, von der aus soziale Hierarchien ganz natürlich erscheinen: Ein neuer Sammelband von Francis Seeck und Brigitte Theißl macht die kulturellen Reservoirs der Klassengesellschaft sichtbar - auch für Nicht-Akademiker.

Seite 19
Thomas Gesterkamp

Proletaroide Lanzenträger

Von wegen Solidarität: Kaltschnäuzig lassen Politik und Öffentlichkeit viele der fast zweieinhalb Millionen Ein-Personen-Unternehmen in die Corona-Pleite taumeln.

Seite 20
Fabian Lehr

Die ukrainische Babysitterin

Von »BIPoC« bis »white privilege« - Termini aus der amerikanischen Diskussion um den Rassismus gehören auch in Deutschland schon fast zur Alltagssprache. Lässt sich aber die hiesige Geschichte von Unterdrückung und Ausgrenzung in diesen Begriffen fassen?

Seite 21
Johannes Simon

Risse im Rahmen

Lange beschwor der amerikanische Antirassismus kaum weniger den Patriotismus als die Rechte. Seit der Enttäuschung durch Obama ist das Geschichte. Und Corona könnte die Debatte noch einen entscheidenden Punkt weiterdrehen.

Seite 22
Ingrid Wenzl

Keine Entwarnung

Als rund um den Globus wegen der Covid-19-Pandemie das wirtschaftliche Leben weitgehend lahmgelegt wurde, sank der globale CO2-Ausstoß im ersten Halbjahr auf das Niveau von 2006., stärker als im 2. Weltkrieg oder in den beiden Ölpreiskrisen. Doch um den Klimawandel zu stoppen, ist weit mehr nötig.

Seite 23
Iris Rapoport, Boston und Berlin

Anti-Aging

Das ist eine Kampfansage. Eine Kampfansage an das Altern der Haut. Schleichend erfasst es bereits im dritten Lebensjahrzehnt all ihre Schichten: die Epidermis mit dem Hornpanzer, der uns vor dem Austrocknen und schädlichen Umwelteinflüssen schützt. Die Lederhaut, die mit ihren dicken Kollagenfaserbündeln und Hyaluronsäure der Haut Fülle und Spannkraft verleiht. Und irgendwann selbst die Fettpolste...

Manfred Ronzheimer

Eine Wolke für die Forschung

Ob der Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre oder die Anzahl infizierter Personen in einer Region - ohne Daten keine Wissenschaft. Doch oft genug verschwinden Forschungsdaten in persönlichen Ablagen. Die EU will nun eine europaweite Daten-Cloud für die Forschung schaffen.

Seite 24
Christof Meueler

Achtung, die Mäuse kommen!

Feldmäuse sind derzeit ein großes Problem für viele Landwirte. Aber wie begegnet man dem Nager richtig? Warum ist die Maus überhaupt ein so beliebtes Labortier? Und was haben Maus und Ratte für eine Beziehung zueinander?

Seite 25
Moritz Aschemeyer

Die Häuser denen, die sie brauchen

Das ehemalige Schwesternwohnheim in der Habersaathstraße in Berlin-Mitte steht zu großen Teilen leer. Der Besitzer würde es am liebsten abreißen lassen und dort Luxuswohnungen bauen. Nun haben Aktivist*innen mit und ohne Obdach das Haus besetzt.

Seite 26
Nicolas Šustr

Treffen ohne Widerspruch

Nina Stahr und Werner Graf sind die alten und neuen Landesvorsitzenden der Berliner Grünen. Coronabedingt fiel das Treffen sehr knapp aus, Bettina Jarasch soll erst im November zur Spitzenkandidatin gekürt, das Wahlprogramm nächstes Jahr beschlossen werden.

Martin Kröger

Kurswechsel verzögert sich

Der SPD-Landesparteitag an diesem Wochenende in Neukölln fällt aus, weil eine solche Versammlung mit mehr als 250 Delegierten angesichts der Corona-Einschränkungen nicht vermittelbar ist. Damit gerät auch die Wahlplanung für die Wahl 2021 weiter durcheinander.

Seite 27
Tomas Morgenstern

Alles läuft, nun soll geflogen werden

Nach Jahren mit Pleiten, Pech und Pannen öffnet der Hauptstadtflughafen. Aufgrund der neuen Corona-Maßnahmen dürften aber nicht nur weitere Fluggäste ausbleiben. Auch Shopbetreiber und Gastronomen im großzügigen Terminal 1 sind verunsichert.

Seite 28
Michael Wilkening, Mannheim

Alles richtig gemacht - und doch verloren

Den deutschen Profisport fernab vom Bundesligafußball ärgert das neue Zuschauerverbot. Wissenschaftlichen Studien zufolge, funktionieren ihre Hygienekonzepte. Doch die bleiben von der Politik unbeachtet.

Frank Hellmann

»Das fand ich diskriminierend«

Silvia Neid erlebte und gestaltete den Fußball der Frauen von 
Beginn an mit. Die Leiterin der DFB-Abteilung Scouting, Spielanalyse und Diagnostik im weiblichen Bereich über sexistische Witze, Erweckungserlebnisse, Blockadehaltungen, verpasste Chancen und gute Aussichten.

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Andreas Müller

Warten auf den Goldenen Plan 3.0

Mehr als 30 Milliarden Euro sollen für Sanierung und Neubau deutscher Sportanlagen fehlen. Die genaue Analyse wurde blockiert, weil die Verantwortlichen das politische Echo fürchten. Doch der organisierte Sport will nun dauerhaft den Druck erhöhen.

Seite 30
Stephan Brünjes

Am Grimm-Dich-Pfad

Marburg ist auf den ersten Blick ein aufgestapeltes Fachwerk-Idyll. Wer tief eintaucht in die hessische Uni-Stadt, fährt per Fahrstuhl von einem Stadtteil in den anderen, würfelt Kneipen-Rechnungen weg, schafft »Kunst by call« und landet schließlich in Hogwarts.

Seite 31
Ekkehart Eichler

Adlerhorst und Toter Mann

Als «Koloss von Rügen» wurde Prora weltweit bekannt. Doch der Binzer Ortsteil hat noch ganz andere spektakuläre Seiten

Seite 32
Andreas Hetzer

»Ich bin stolz darauf, eine Chola zu sein«

Seit die Bolivianerin Yolanda Mamani mit zwölf Jahren in La Paz Hausangestellte wurde, hat sie gegen Ungerechtigkeiten aufbegehrt. Heute betreibt sie einen Youtube-Kanal, hat eine eigene Radiosendung und studiert Soziologie.