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Unten Links

Einfach mal aufhören, wenn es in eine blöde Richtung geht. Dem schlechten Geld nicht noch gutes hinterherwerfen. Undsoweiter. Es wird als Tugend gepriesen, eben auch mal loslassen zu können. Ist aber blöd, wenn diese Ratschläge immer nur anderen gelten. Zum Beispiel jenen, die Stimmzettel auszählen. Wenn es nur um ja, nein oder ungültig geht, hält sich der Aufwand in Grenzen. Aber diese besonders ...

Oliver Kern

Obama war nur die Ausnahme

Warum wählen so viele diesen Trump? Die Frage ist oft zu hören von Menschen, die die USA moralisch seit Präsident Barack Obama schon viel weiter gesehen hatten. Doch Obama war die Ausnahme, nicht Donald Trump. Das ist seit dieser US-Wahl klar. Als die Amerikaner 2008 den ersten Schwarzen zum Präsidenten machten, war das für viele der Beweis, dass die US-Bürger, darunter auch viele Weiße, libe...

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Moritz Wichmann, Pittsburgh

»Wir müssen eine Wiederholung von Florida 2000 verhindern«

Das große Chaos und Massendemonstrationen nach der US-Wahl bleiben bis Mittwochnacht vorerst aus - auch weil Joe Biden in drei wichtigen Rustbelt-Staaten trotz umkämpfter Briefwahlstimmenauszählung einen deutlicheren Vorsprung erringt als noch Trump 2016.

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Christian Selz, Kapstadt

Selbst das Essen wird knapp

In Südafrika konnte auch eine harte Ausgangssperre eine massenhafte Verbreitung des Coronavirus nicht verhindern. Die ökonomischen und sozialen Folgen der Maßnahmen aber sind drastisch. Ein Ortsbesuch.

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Dieter Hanisch, Kiel

Auch Schüsse auf Kinder möglich

Im Kieler Landtag haben Abgeordnete und Experten über das neue Polizeigesetz diskutiert. Außerparlamentarische Gruppen verweisen auf die niedrige Kriminalität und sehen keinen Handlungsbedarf.

Daniel Lücking

Bundesregierung arglos bei Geheimdienstinvestition

Im Dresdener Unternehmen Morpheus steckt nicht nur deutsches Steuergeld, sondern auch Geld des US-Geheimdienstes CIA. Für die Bundesregierung scheint das kein Anlass zur Sorge zu sein.

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Uwe Kalbe

Dezentral an die Zentrale

Die CDU hat ihren Parteitag auf den 16. Januar verlegt und dabei offene Rechtsfragen in Kauf genommen. Am Wochenende berät der Parteivorstand der Linken über die Planung des eigenen Wahlparteitags unter Coronabedingungen.

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Christian Bunke, Manchester

Großbritannien schottet sich ab

Die britische Regierung von Boris Johnson sieht Flüchtlinge, die über den Ärmelkanal ins Land zu kommen versuchen, als Bedrohung an. Die Route ist riskant.

Alexander Isele

»Einheit und Gleichheit haben noch nie so hohl geklungen«

Als Aung San Suu Kyi und ihre NLD 2015 die Wahlen in Myanmar gewannen, schien dies wie ein weiterer großer Schritt hin zur Demokratie. Doch seither wurden viele Hoffnungen enttäuscht, besonders bei ethnischen Minderheiten.

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Ansgar Haase, Brüssel

Rechtsstaatsverstöße sollen künftig teuer werden

Erstmals in der Geschichte der EU soll die Möglichkeit geschaffen werden, Verstöße gegen die Rechtsstaatlichkeit im großen Stil finanziell zu ahnden. Die Einigung birgt allerdings auch ein großes Risiko.

»Die Linke hat die Chance nicht genutzt«
Uwe Sattler

»Die Linke hat die Chance nicht genutzt«

Zwar seien linke Werte wie Solidarität in den vergangenen Monaten sehr populär geworden, sagt der Präsident der Europäischen Linken, Heinz Bierbaum. Dennoch ist die Linke in Deutschland und Europa nicht gestärkt aus der Coronakrise hervorgegangen.

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Aert van Riel

Die Macht der Straße

Die Kritik auf EU-Ebene an der Politik der rechten Regierungen in Ungarn und Polen ist berechtigt. Sie haben die Unabhängigkeit von Justiz und Medien in den vergangenen Jahren stark eingeschränkt. Der Rechtsstaatsmechanismus, auf den sich die Vertreter von EU-Ländern und des Europaparlaments nun geeinigt haben, ist auf den ersten Blick ein wirksames Instrument, um Warschau und Budapest künftig zu ...

Simon Poelchau

Es droht eine neue Eurokrise

Die wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen von Corona werden Europa vermutlich noch lange nach dem Ende der Pandemie heimsuchen. Die Folge kann eine neue Staatsschuldenkrise sein, die die letzte in den Schatten stellt.

Robert D. Meyer

Partei der Verantwortungslosen

Die AfD will mitten in der Coronakrise notfalls vor Gericht durchsetzen, Ende November im nordrhein-westfälischen Kalkar einen Präsenzparteitag abzuhalten. Damit bringt sie bereitwillig Menschen in Gefahr.

Roland Zschächner

Schmutzige Weste

Er wolle nicht als Präsident des Kosovo nach Den Haag gehen, begründete Hashim Thaci am Donnerstag in Pristina seinen Rücktritt. Kurz zuvor hatte das Tribunal bekannt gegeben, dass es gegen den ehemaligen UCK-Kommandeur Anklage erhebt. Neben Thaci geht die Justiz gegen weitere kosovarische Spitzenpolitiker wie den früheren UCK-Sprecher Jakup Krasniqi und Ex-Geheimdienstchef Kadri Veseli vor. ...

Tadzio Müller

Von der Idiotie des (Klima-)Zentrismus

Der Großteil der Gesellschaft hat noch nicht verstanden, dass das Klima nur mit einem radikalen, schnellen, in mancherlei Hinsicht brutalen Umbau unserer Lebensweise zu retten ist, meint Tadzio Müller.

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Marie Frank

Obdachlosigkeit tötet

Jetzt, da die Temperaturen wieder sinken und die Nächte bitterkalt werden, haben es Obdachlose besonders schwer. Tausende Menschen sind in Berlin nicht nur dem drohenden Kältetod sondern auch dem Coronavirus schutzlos ausgeliefert. Hinzu kommt die Gewalt der Straße. Schon vor Beginn der Pandemie hatten Obdachlose eine durchschnittliche Lebenserwartung von gerade einmal 49 Jahren. Das heißt, sie st...

Darius Ossami

Wohnungslose haben Leerstand satt

Wohnraum ist knapp in Berlin, in der Habersaathstraße jedoch sehen 85 Wohnungen leer. Rund 50 Demonstrant*innen forderten jetzt die Beschlagnahmung durch den Staat.

Luxus für eine Nacht
Marie Frank

Luxus für eine Nacht

Für Menschen, die sonst in Zelten oder Schlafsäcken auf der Straße schlafen müssen, ist die Unterbringung in Hostels eine deutliche Verbesserung. So gut wie eine eigene Wohnung ist das allerdings nicht.

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Rainer Rutz

Nichts gelernt aus der Vergangenheit

Vor dem Hintergrund der jüngsten Gewalttaten in Wien, Nizza, Paris und Dresden beschäftigte sich das Abgeordnetenhaus mit dem Islamismus in Berlin und der Arbeit der Sicherheitsbehörden.

Nicolas Šustr

Dinosaurier aussterben lassen

63.000 Autos pro Tag müssen die Mühlendammbrücke in Berlin-Mitte passieren können, erklärt die Verkehrsverwaltung. 16 Initiativen halten diese Planung für unvereinbar mit der Verkehrswende.

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Andreas Fritsche

Abfahrt ohne Halt in Wittenberge

Ab dem kommenden Jahr sollen zwischen Berlin und Hamburg im Halbstundentakt ICE-Züge verkehren. Nur selten hält derzeit ein solcher Fernzug im brandenburgischen Wittenberge, einige stoppen überhaupt nicht zwischen Berlin und Hamburg. Der Halbstundentakt ist insgesamt eine erhebliche Verbesserung, doch Wittenberge wird zunächst nichts davon haben. Das bedauert Bürgermeister Oliver Herrmann (parteil...

Tomas Morgenstern

Mehr als 2200 Menschen im Einsatz für sicheres Reisen

Flugreisende und Airportmitarbeiter müssen sich darauf verlassen können, dass ihre Sicherheit stets in guten Händen ist. Am BER ist dafür die Bundespolizei erster Ansprechpartner der Flughafengesellschaft.

Mischa Pfisterer

Krude Weltverschwörer

Seit August tauchen in brandenburgischen Gemeinden immer wieder Schmierereien der rassistischen und antisemitischen QAnon-Bewegung auf. Das Innenministerium schließt Gewalttaten der Verschwörungsideologen nicht aus.

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Jens Buchholz

Die Musik selbst wird parodiert

Max Goldt ist Schriftsteller. Über seine Texte lacht man laut, und dann merkt man, eigentlich sind sie nicht lustig. So ähnlich ist es mit seiner Musik auch. Von seinen Songs gibt es jetzt «das Feinste vom Feinen».

Franz Schandl

Nicht aus dem Sumpf

Wer nicht arbeitet, »gesellschaftlich bereits tot«, schreibt Anna Myr in ihrem Buch »Die Elenden«. Aber sie als arme Würstchen zu betrachten ist erniedrigend. Es ist ein bürgerliches Lehrstück, Betroffene zu den Verursachern der Misere zu erklären.

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Julia Trippo

So langsam drehen alle durch

Millionen von Menschen verfolgen weltweit die Wahl des US-amerikanischen Präsidenten. Doch das Ergebnis lässt auf sich warten. Mit der Anspannung wird im Netz ganz unterschiedlich umgegangen.

Günter Agde

Mit klarem Blick

Sein Kinodebüt war bescheiden: Die DEFA-Wochenschau »Der Augenzeuge« zeigte ab 1946 mehrere Jahre lang jeweils zu Beginn dreiminütige Filmaufnahmen von Kindern, die infolge des Krieges zu Waisen geworden waren. Mit diesem Kino-Dienst suchte die Filmfirma nach deren Eltern und Verwandten. Schmucklos, einfach und rührend in ihrer Kindlichkeit guckten die Mädchen und Jungen in die Kamera. Erich Gusko...

Björn Hayer

Ruinen, die wir schaffen

Die Politik würgt in der Coronakrise das künstlerische Leben ab. die Folgen für Theater, Kinos und Museen sind verheerend und zeugen von kulturpolitischer Kurzsichtigkeit.

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Florian Schmid

Blaublütige Zombieköpfe müssen rollen

In der neuen Netflix-Serie »La Revolution«, einem wilden, frühneuzeitlichen Kostümdrama mit Fantasy-Elementen, haben die Adeligen im wahrsten Sinn des Wortes blaues Blut.

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Peter Nowak

Starbucks schmecken Betriebsräte nicht

Eine Gruppe organisiert an Freitagen, die auf einen 13. des Monats fallen, Kundgebungen. Diese richten sich gegen Firmen, die Union Busting betreiben. Die »Aktion Arbeitsunrecht« protestiert gegen gewerkschaftsfeindliche Aktivitäten des Kaffeekonzerns Starbucks.

Rainer Balcerowiak

Klinikärzte unter Druck

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund fordert vor ihrer Hauptversammlung intelligente Lösungen für den Einsatz der vorhandenen Pflegekräfte.

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Sebastian Wutzler, Chemnitz

Chemnitzer Basketballer starten in die Bundesliga

Der Aufsteiger aus Sachsen muss zum Saisonauftakt in Crailsheim auf Cheftrainer Rodrigo Pastore und drei Spieler verzichten. Trotz der ungünstigen Vorzeichen herrscht bei den Niners Zuversicht.

Andreas Müller

Aufschlag zum Abenteuer

Nach anfänglicher Kritik richtet der Tischtennisweltverband eine Turnierserie in China aus. Trotz vieler Strapazen freuen sich die Aktiven, darunter vier Deutsche, auf die wichtigen Wettkämpfe.