Alle Dossiers

Zwischen Kapital-Lesekurs und Professoren-Konferenz

2018 wird der 200. Geburtstag von Karl Marx gefeiert. 
Kapital-Lesekurse werden wieder gut besucht, die Kritik der politischen Ökonomie gilt jenseits linker Kreise wieder etwas. Wie aktuell ist Marx heute?

Bedeutungsschwerer Marx: Statue des deutschen Philosophen in Che...
Umfrage zu 200 Jahre Karl Marx

Mehrheit spricht Marx noch heute Bedeutung zu

Begründer des Kommunismus und vielfältig denkender Philosoph - so sehen viele Deutsche laut einer Umfrage Karl Marx. Ostdeutsche und Gebildete haben ein positiveres Bild von ihm, Anhänger von FDP und AfD ein negativeres als der Durchschnitt.

Kommerz mit Marx
Christian Baron

Da kann man viel Geld verlieren

Karl Marx als Brot, Karl Marx als Plastikbecher, Karl Marx als Riesenstatue aus China – in seiner Geburtsstadt Trier hat man den Mehrwert des Klassenkämpfers erkannt – und vermarktet Marx als Touristenmagnet.

Marx Studien
Martin Koch

Laboratorium des Geistes

Anlässlich des 30. Todestages von Karl Marx verfasste Lenin im Jahr 1913 seinen viel zitierten Aufsatz »Drei Quellen und drei Bestandteile des Marxismus«. Dadurch wurden Marx naturwissenschaftliche Studien kaum beachtet.

Gretchen Dutschke
Gretchen Dutschke
Karlen Vesper

»Es war schön, beglückend«

50 Jahre nach dem Attentat auf ihren Mann blickt Gretchen Dutschke im nd-Interview zurück auf die gemeinsamen Kämpfe in den 60er Jahren, schätzt die aktuelle politische Lage in den USA ein und erklärt ihr Interesse für Marx.

Marx und Engels aus Pappmaché und in Farbe: Die Plastik des Küns...
Wallerstein über Marx
Marcello Musto

Er ist ein hilfreicher Lotse

Professor Wallerstein, 30 Jahre nach dem Ende des sogenannten realen Sozialismus gibt es zahlreiche Publikationen, Diskussionen und Konferenzen weltweit über die gegenwärtige Bedeutung von Karl Marx. Ist das für Sie überraschend? Es gibt eine alte Geschichte über M...

Karl Marx
Dietmar Bartsch

Plädoyer für eine kritische Marx-Debatte

Am Samstag vor 200 Jahren wurde der Philosoph und Ökonom Karl Marx geboren. Auch heute ist sein Werk noch aktuell - vielleicht aktueller als jemals zuvor. Linksfraktionschef Dietmar Bartsch hat sich ihm genähert.

Politisches Buch
Karlen Vesper

So heiter und menschlich gestimmt

Der eine ist nicht zu denken ohne den anderen, der andere wäre nicht ohne den einen. Jürgen Herres, Mitglied der Redaktion der Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA) ist für ein wunderschönes Porträt der intellektuellen Freundschaft zwischen Karl Marx und Friedrich Engel...

Politisches Buch
Armin Jähne

Zwischen Champagner und Pfandhaus

Pünktlich zum Marx-Jubiläum brachte der Verlag C.H. Beck in seiner Reihe »Wissen« einen Band über Leben und Werk des großen Politökonomen und Philosophen heraus. Verfasst hat ihn Wilfried Nippel, emeritierter Professor für Alte Geschichte und renommierter Wissenschaftsh...

Marx200

Karlelujah!

Ganz aus der Mode ist Marx nie gekommen, aber so gegenwärtig wie derzeit war er schon lange nicht mehr. An seinem 200. Geburtstag kommt kaum jemand vorbei. Das »nd« will es auch gar nicht und bietet an diesem Wochenende die volle Dröhnung Marx-Lektüre.

Marx als Journalist
François Melis

Als Sektenprediger ungeeignet

Wie Karl Marx vor 170 Jahren seinen 30. Geburtstag am 5. Mai 1848 feierte, wissen wir nicht, zumal seine Frau Jenny mit den drei kleinen Kindern noch in Trier bei ihrer Mutter weilte und sein engster Freund Friedrich Engels, der dem Wein gern zusprach, abwesend war. Daf...

Neomarxismus
Simon Poelchau

Die Außenseiter-Marxisten

»Wir waren immer Außenseiter-Marxisten«, erzählt der linksradikale Vordenker Karl Heinz Roth. Ihm ging es nicht darum, Dogmengebäude zu erbauen, sondern Marx geistiges Erbe als Steinbruch für ihre revolutionäre Praxis zu nutzen.

Der Kampf um mehr Frei-Zeit von der Arbeit

»Ist Wochenschluss bereits am Freitag, dann ist der ganze Samstag Frei-Tag« - mit diesem Bonmot beginnt ein Werbefilm des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) aus dem Jahr 1956 für die Fünf-Tage-Woche. »Fragt nun mancher, wie verbringst du diese schönen Tage, das ja, das...

Marx heute
Judith Dellheim, Lutz Brangsch, Michael Brie und Dieter Klein

Was tun? Wer tut es?

15. April 2018, Berlin Verehrter Dr. Marx, bei jeder großen Krise der globalisierten kapitalistischen Produktionsweise wird ihr »Kapital« zitiert. Wie niemand sonst haben Sie die schöpferische Dynamik und krisenhafte Expansion der kapitalistischen Produktionsw...

Marx und die 68er
Karlen Vesper

Er ist immer noch da

Was sagen Sie zu dem Unbehagen bestimmter parteipolitischer Kreise gegenüber dem von »den Chinesen« gestifteten Marx-Denkmal in Trier? Es ist ein Geschenk der Volksrepublik an die Stadt. Selbstverständlich darf jeder Unbehagen äußern, wenn er solches verspürt. Das ...

Marx als Städtename
Tom Strohschneider

Polierter Schädel, wallender Bart

Eine Gemeinde im Oderbruch hat eine besondere Beziehung zu Karl Marx: Über wechselnde Namen, mehrere Büsten, den Künstler Fritz Cremer und ein Dramolett, in dem der Philosoph aus Versehen ins New York der heutigen Zeit gerät.

Marx und nochmals Marx

Kaum ein Quadratzentimeter in seiner Wohnung in Berlin-Marzahn ist unbesetzt. An den Wänden Poster, Fotos, Bilder, Grafiken, auf den Tischen und in Schränken Skulpturen, Büsten, Püppchen. Nein, nicht nur von Marx. Der Philosoph aus Trier als forsch voranschreitender Wan...

Marx und die Automatisierung
Jürgen Bönig

Der Vormarsch der Maschinen

Als das Manuskript des ersten Bandes des »Kapital« fertig war, brachte Karl Marx es persönlich zu seinem Verleger: Der Segelraddampfer John Bull trug ihn im April 1867 binnen zwei Tagen aus der Millionenmetropole London in die idyllische Hafenstadt Hamburg. Dort konnte ...

Pariser Kommune
Hermann Klenner

Die erste Diktatur des Proletariats

Nur 72 Tage hat sie gedauert, Frankreichs Pariser Kommune, und doch hat sie Spuren in der Menschheitsgeschichte hinterlassen, die auszulöschen bisher keinem gelungen ist. Das haben neben den Historikern - voran Prosper Lissagary, selbst Kommunarde (dessen bereits 1874 p...

Biografie
Tom Strohschneider

Marx verstehen

Seit die Preußen wieder am Ruder waren, ging es Trier schlechter. Wir schreiben das Jahr 1815, die Stadt an der Mosel steht seit dem Wiener Kongress nicht mehr unter französischer Hoheit. Und die Menschen bekommen das zu spüren. Wo eben noch die Tuchbetriebe für die in ...

Markus Mohr

Nichts ist für die Katz

Das antiautoritär-kommunistische Medienprojekt «Kosmoprolet» besteht seit 2007. Theoretisch fundiert will man sich auf die kommenden globalen Umwälzungen vorbereiten.

Slavoj Žižek
Karlen Vesper

Wer bin ich?!

Der Kapitalismus ist nicht das Ende der Geschichte, sagt Slavoj Žižek. Während er das sozialdemokratische Projekt für gescheitert erklärt, sieht der Philosoph Marxisten in der Pflicht, dem Kommunismus zum Durchbruch zu verhelfen.

Marxismus
Dick Boer

Eine Theorie ohne Praxis?

Die Zeit, da der Marxismus die Wissenschaft einer realen Bewegung war, ist vorbei. Die Macht des Kapitals ist riesig. Aber es gibt Gegenbewegungen, die sich damit nicht abfinden wollen.

Jörg Zimmer

Erzähltes Denken

Die Gespräche, die Arnold Schölzel und Johannes Oehme mit Hans Heinz Holz noch kurz vor dessen Tod im Jahr 2011 geführt haben, sind unter dem schönen Titel »Die Sinnlichkeit der Vernunft« erschienen. Das Buch ist ein außerordentlich wichtiges biographisches Dokument, da...

Karl Marx und die SPD
Karlen Vesper

Besinnung auf das Wesentliche

Peter Brandt verrät »neues deutschland« schon mal, was ab 5. Mai im Karl-Marx-Haus in Trier zu sehen sein wird, und erinnert sich zudem an das Jahr 1968, in dem er zum Unmut seines Vaters Willy Brandt sich unter die Rebellierenden mischte.

Todestag von Karl Marx
Marlene Vesper

Beim Barte des Propheten

Ein Mann um die vierzig geht schnellen Schritts auf den Neuankömmling zu. Albert Fermé, ein französischer Jurist, seit zwölf Jahren in Algerien, hat Karl Marx erwartet. Er erkennt ihn sofort, den bekannten Führer der sozialistischen Internationale. Herzlich begrüßt er i...

200 Jahre Karl Marx
Georg Fülberth

Marx als Produkt

Solange kein Subjekt der gesellschaftlichen Umwälzung auftritt, lässt sich aus dem Buch »Das Kapital« nicht lernen, wie der Kapitalismus aufgehoben wird, sondern wie er funktioniert.

Politisches Buch
Michael Brie

Ein neues Ganzes wird erkennbar

Es gibt Sammelbände, Bücher und Werke. Ein Werk hat Horst Müller vorgelegt. Und dennoch, mancher mag fragen: Warum sollte man sich der Mühe unterziehen, ein Buch von fast 600 Seiten durchzuarbeiten? Ich möchte dafür fünf Gründe nennen und ich bin sicher, die Leserin, de...

Kommunistisches Manifest
Martin Hundt

»Herrlich, wie am ersten Tag«

Der erste Satz des »Manifests der Kommunistischen Partei« ist eine der berühmtesten Metaphern der Weltliteratur: »Ein Gespenst geht um in Europa - das Gespenst des Kommunismus.« Ob dieser allerdings schon auf dem Londoner Kongress des Bundes der Kommunisten vom November...

Alexander Amberger

Verdummende Verhältnisse und gewalttätige Irrtümer

Sein 200. Geburtstag am 5. Mai sorgt für eine Fülle an neuen oder neu aufgelegten Publikationen. Einer der profiliertesten Kenner des Werkes von Marx und Engels im deutschsprachigen Raum ist Michael R. Krätke. Der Professor für Politische Ökonomie an der Universität Lan...

Karl Marx in der DDR
Tom Strohschneider

Die Bilder, die man sich nachträglich macht

Karl Marx war in der DDR omnipräsent: Seine Ideen und Analysen galten der SED als Richtschnur für ihre Politik. 1983 wurde in der DDR der 100. Todestag des Philosophen und Ökonomen begangen. Ein Blick zurück.

Karl Marx

Der Mann, der nicht nur aussieht wie Karl Marx

Karl Marx hat einen Doppelgänger. Michael Thielen sieht dem Vordenker des Kommunismus erstaunlich ähnlich. Zum 200. Geburtstag des Philosophen ist er in der Marx-Geburtsstadt Trier ein gefragter Mann.

Sieben Tage, sieben Nächte
Wolfgang Hübner

Der Kapitalismus als Verführer

Eine nd-Kollegin kam durch eine Toffifee-Aktionspackung zu einem 15-Euro-Rabatt bei der Bahn. Offenbar hat sie »Das Kapital« von Karl Marx nicht genau gelesen, denn sonst könnte sich der Kapitalismus nun nicht ins Fäustchen lachen.

Martin Hundt

Ein illusionsloser Tatsachenblick

Schon im Titel dieses ambitionierten, forsch vorgehenden und fleißig recherchierten Werkes steckt eine doppelte Provokation: Weder verwendeten Marx und Engels selbst den Begriff Marxismus (es hätte zum Thema gehört, ihre diesbezüglichen ablehnenden Argumente wenigstens ...

Bücher zum Verschenken
Karlen Vesper

»Habt ihr die Nachrichten gehört?«

Zehn Gründe zählt David North auf, warum es sich noch heute lohnt, die Russische Revolution zu studieren. Der Autor zahlreicher Bücher zur marxistischen Theorie und imperialistischen Geopolitik, Mitglied der IV. Internationale, nennt als ersten Grund: »Die Russische Rev...

Geld ist Zeit

Berlin. »Denkt daran, dass Zeit Geld ist«, schrieb 1748 einer der Gründerväter der USA, Benjamin Franklin, in seinen »Ratschlägen für junge Kaufleute«. Dieser Weisheit des 1706 in Boston, Massachusetts, geborenen Protokapitalisten dürften auch Marxisten zustimmen. Schli...

Christopher Wimmer

Die Traurigkeit der Revolutionäre

Revolution statt Krieg« - unter diesem Motto rollte in Hamburg, Bremen, Hannover und schließlich in Berlin, über die Karl-Marx-Allee hin zum Karl-Liebknecht-Haus, ein Konvoi historischer Militärfahrzeuge der Roten Armee, darunter ein Panzer und ein Schiff. Die »Aurora«?...

Oktoberrevolution
Lutz Brangsch

Die ganze alte Scheiße

Die Oktoberrevolution ist ohne die Theorie von Karl Marx nicht denkbar. Schließlich war Lenin stets ein Verteidiger des Philosophen aus Trier. Oder geht das vielleicht doch? Ein Versuch, Antworten zu finden.

Harald Loch

Der Karl und der Marx

Vor 150 Jahren erschien der erste Band des Hauptwerks von Karl Marx, »Das Kapital«. Aus diesem Anlass und im Hinblick auf den bevorstehenden 200. Geburtstag des Philosophen, dem die Krise des globalen Finanzkapitalismus zu einem Comeback verholfen hat, sind jüngst mehre...

Buchmesse Frankfurt/M.
Jörg Roesler

»Marx hatte verdammt recht!«

Der Titel lässt aufhorchen. Er könnte von Karl Marx sein. Aber so scharf hätte dieser wahrscheinlich nicht formuliert. Ist Andrew Sayer, Professor für Sozialwissenschaften und Politische Ökonomie an der britischen Lancester University, Marxist? Andrew Sayer: Waru...

Dieter Janke

Der entseelte Marx

So wie derzeit 150 Jahre »Kapital« gewürdigt wurden und werden, stand auch vor 50 Jahren das 100. Jubiläum der Erstausgabe des Marx’schen Hauptwerkes im Fokus der Geistes- und Sozialwissenschaften. Zwei größere Konferenzen, in Frankfurt am Main und in Leipzig, widmeten ...

Klassengesellschaft
Klaus Dörre

Hoch oben, tief unten

Ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, die Bundesrepublik ist eine Klassengesellschaft. Allerdings eine demobilisierte. Doch was heißt das? Und wie wirkt es sich auf politische Orientierungen aus?

Interview
Simon Poelchau

»Wir brauchen eine fünfte Internationale«

Der Kapitalismus wird immer zerstörerischer, weil er sich nicht mehr ausdehnen kann, meint der linke Theoretiker Samir Amin. Ein Interview über Kautsky, Luxemburg und die Notwendigkeit eines globalen marxistischen Projekts.

Kapital-Debatte
Hermannus Pfeiffer

Was ist Arbeit wert?

Was halten Ökonomen heute vom Meisterwerk der Kapitalismuskritik? Das »nd« fragte bei namhaften Marx-Kennern nach. Fazit: Im Kern dreht sich der Streit heute um die Arbeitswertlehre.

Kapital-Geschichte
Rolf Hecker

Kampf der Verwässerung der Ökonomie

1000 Exemplare gingen 1867 in die Welt und Marx fieberte den Reaktionen entgegen - damit die Vulgärökonomen »gezwungen werden, sich darüber zu äußern«, und den Kampf gegen die »Verwässerung« der Ökonomie aufzunehmen.

Volker Külow

Setzen, korrigieren, revidieren - und endlich drucken

Der erste Band von Marx’ ökonomischem Hauptwerk trägt den Untertitel »Der Produktionsprozess des Kapital«. Erstaunlicherweise ist der unmittelbare Produktionsprozess des 1867 in Hamburg verlegten »Kapitals« bislang kaum untersucht worden. Der 150. Jahrestag der Erstverö...

Digitalisierung
Sandra Beier, Anne Helm, Oliver Höfinghoff und Peter Laskowski, Mitglieder des KoKreis der Emanzipatorischen Linken

Kapitalismus 4.0 oder digitale Revolution?

Das Problem oder der Segen ist nicht die Digitalisierung sondern nach wie vor die Ausbeutung. Wir brauchen eine neue, digitale Arbeiter*innenbewegung, die sich neue Rechte für das 21. Jahrhundert erkämpft.

Gabriele Oertel und Tom Strohschneider

Die Arbeiter haben heute mehr zu verlieren als ihre Ketten

Vor 150 Jahren erschien der erste Band der 
»Kritik der politischen Ökonomie«. Inzwischen ist auch eine neue Textausgabe des »Kapital« fertig. Wir haben mit Thomas Kuczynski über die Lage der Kritik am Kapitalismus gesprochen.

Hubertus Zdebel

Ein schönes Leben für alle, aber bitte ökologisch

Die Verknüpfung von Naturschutz und Kritik am kapitalistischen System beschreibt schon Karl Marx. Was dies für die ökologische Frage bedeutet und welche Konsequenzen die Linken daraus ziehen sollten.

Gert Lange

Am Puls des Kapitalismus

Der Krisenparcours, der vor nunmehr zehn Jahren mit der Immobilienbaisse in den USA begann und wegen der gewaltigen Schulden, die derzeit noch auf Staaten, privaten Haushalten und Unternehmen lasten, nicht von allen Ökonomen als überwunden gilt, wirft die alte Frage Hym...

Tom Strohschneider

Stamokap! Stamokap?

Was Hannover, Lenin und der Kapitalismus miteinander zu schaffen haben? Die Antwort liegt auf der Hand: Stamokap! So kann man es jetzt wegen der Autokrise öfter lesen. Hatten die Altlinken etwa doch recht?

Fabian Hillebrand

Ist das Satire oder kann das weg?

Die Bezirksverbände der Jungen Union und der Jungen Liberalen fordern, alle nach Karl Marx benannten Straßen im Rhein-Main-Gebiet in Helmut-Kohl-Straßen umzubenennen. Ist das Satire oder kann das weg?.

Detlef Georgia Schulze

Worin Nancy Fraser weiterhin irrt

Bereits seit mehr als 20 Jahren vertritt Nancy Fraser ihre These, »Anerkennungspolitik« der neuen sozialen Bewegungen habe die Umverteilungspolitik der alten sozialen Bewegung verdrängt. Aber stimmt das denn?

Regina Stötzel

Ein Marx in lila

Elf Geschichten, alle weiblich: Frauen, die in normalerweise männerdominierte Positionen gelangten, berichten über ihre Erfahrungen mit geschlechterbedingten Ungerechtigkeiten. Ja, die gibt es auch in den Gewerkschaften.

Raul Zelik

Emanzipation in den Räumen und Rissen

Wie kommen wir aus dem kapitalistischen Schlamassel? Das ist Thema von Erik Olin Wright. Sein neues Buch könnte zur strategischen Neubestimmung der Linken beitragen. Heute stellt er seine Thesen in Berlin vor.

Tom Strohschneider

Gysi wünscht sich eine Trierer »Karl-Marx-Uni«

Vor 199 Jahren wurde Karl Marx in Trier geboren - auf die Idee, die dortige Uni nach dem Ökonomen und Philosophen zu benennen, ist Gregor Gysi schon einmal gekommen. Gefolgt ist ihm bisher niemand. Könnte sich das ändern?

Karlen Vesper

Marx muss auch Spaß machen

Wie hat sich die Theorie nach Marx entwickelt, welche Bewegungen haben sich auf ihn berufen? Das ist nur ein Thema auf marx200.org. »Solange kapitalistische Produktionsweise herrscht, ist Marx nicht totzukriegen«, sagt Sabine Nuss.

Karl Marx »ganz entspannt« lesen

Karl Marx hat Antworten geliefert, welche die meisten Ökonomen bis heute nicht in ihre Theorie richtig einbauen konnten oder wollten. So kommt bei ihrnen meist »offensichtlicher Unsinn« heraus, sagt Ulrike Herrmann.

Warum Marx nicht Torwart sein sollte

Wer Gesellschaftskritik betreiben will, kommt an ihm nicht vorbei. Nun geben zwei Jubiläen Anlass, sich Karl Marx wieder einmal und vielleicht auch neu vorzunehmen. Die Website marx200.org macht den Anfang.

Guido Speckmann

Weniger ist zu wenig

Es ist das Einfache, das schwer zu machen ist, schrieb Bertolt Brecht über den Kommunismus. Man kann diese Aussage auch auf eine Gesellschaft übertragen, die nicht auf die Steigerung des Bruttoinlandsprodukts (BIP), auf Wachstum ausgerichtet ist. Dabei liegt die Notwend...

Tom Strohschneider

Ein marxistisches Handbuch

Frank Deppes »Politisches Denken« schreitet durch ein Jahrhundert, das die »größte Hoffnungen« hervorbrachte und schon kurz darauf in die erste Katastrophe mündete. Nun sind die fünf Bände neu aufgelegt worden.

Tom Strohschneider

Erhard statt Marx

Kennen Sie Wolfgang Steiger? Der Mann hat offenbar einen gewissen Drang zur Popularität - weshalb er jetzt die Forderung erhoben hat, die nach Karl Marx benannten Straßen in Ostdeutschland umzubenennen.

Philosoph fordert mehr »Ungehorsam« in Betrieben

»Etwas mehr Streikbereitschaft« sowie mehr Mut, für gute Arbeitsbedingungen und Umverteilung zu kämpfen, das fordert der Philosoph Patrick Spät - und plädiert für mehr Proteste gegen den kapitalistischen Normalzustand.

Kolja Möller

Macht und Ohnmacht des transnationalen Proletariats

Ein neues Mittelalter beginnt, das durch Ordnungskämpfe langer Dauer geprägt sein wird. Selbst in den westlichen Demokratien kehren Gewalt und die Gefahr einer autoritären Transformation zurück.

Klaus Steinitz

Dem Profit auf der Spur

Ob der tendenzielle Fall der Profitrate oder der Doppelcharakter der Ware - wer einen Überblick über die Marx'schen Begrifflichkeiten haben will, ist mit Klaus Müllers Buch gut beraten.

Guido Speckmann

Die kommende Ökonomie

Einen würdigen Nachfolger von Karl Marx nannte die britische Zeitung „The Guardian“ Paul Mason in einer Rezension seines Buches „Postkapitalismus“. Seine Thesen stellt er auf einer Veranstaltung in Berlin zur Diskussion.

Elmar Altvater

Faulender Kapitalismus

Das Jahrhundertwerk von Wladimir Iljitsch Lenin über den Imperialismus als »höchste« oder - je nach Übersetzung - »letzte« Stufe des Kapitalismus ist herausragend. Weil der Verfasser erstens nicht nur Buchautor, sondern radikaler politischer Führer einer revolutionären ...

Politisches Buch
Florian Schmid

Die fatale Gouvernementalität

Der Neoliberalismus als vorherrschendes wirtschaftliches und gesellschaftliches Modell gerät zunehmend in die Kritik. Das hat vor allem mit der sich global verstetigenden Krise des Kapitalismus seit 2007 zu tun. Derzeit gibt es eine regelrechte Sachbuchschwemme interess...

Valeri Tschechowski im Potsdamer Café »Heider«
Andreas Fritsche

Marx jetzt richtig russisch

Für mich ist Marx ein Wissenschaftler. Als Wissenschaftler schätze ich ihn sehr«, schwärmt Valeri Tschechowski. Der 62-Jährige übersetzte den ersten Band des Marx’schen Hauptwerks »Das Kapital« (1867) neu ins Russische. Dabei hat er nach eigenem Bekunden die zentralen B...

Ingo Stützle

Der »alte Schlawiner« Kapitalismus

Sie hatte es schwer in der marxistischen Männerwelt - und das, obwohl ihre Beiträge zum Besten gehören, was die an Marx geschulte Historiographie zu bieten hat. Am vergangenen Donnerstag verstarb in Ottawa Ellen Meiksins Wood. Die am 12. April 1942 in New York in einer ...

Ingo Stützle

Ellen Meiksins Wood ist tot

Sie war eine der großen Marxistinnen, ihre Beiträge gehören zum Besten, was die von Marx geschulte Historiografie zu bieten hat. Nun ist Ellen Meiksins Wood gestorben. Ingo Stützle hat ihr letztes auf Deutsch erschienenes Buch gelesen.

»Wer vertritt eigentlich diese Utopie?«

Um die Digitalisierung wird ein Hype gemacht, sagt Evgeny Morozov - aber der sollte die gesellschaftliche Linke nicht davon ablenken, die richtigen Fragen zu stellen. Und neue Antworten zu finden. Denn die sind nötig.

»Wir können den Kapitalismus untergraben«

Eine andere Welt ist möglich - nur wie? Der US-Soziologe Erik Olin Wright im Gespräch über Strategien, den Kapitalismus zu untergraben. Es geht, sagt der linke Professor, im Kern um einen Kampf für Demokratie.

Ingar Solty

Hui Buh und der Kommunismus

Ein Gespenst geht um in Europa - das Gespenst des Kommunismus«, so beginnt einer der berühmtesten Texte der Welt: das Kommunistische Manifest von Karl Marx und Friedrich Engels.

Axel Berger

Vom RGW zum Washington Consensus

Im Epochenjahr 1989 verbanden sich zwei Entwicklungen, die die Zukunft Europas prägen sollten. Der Wiener Historiker Philipp Ther hat die „Geschichte des neoliberalen Europa“ nun erstmals zusammenhängend nachgezeichnet.

Guido Speckmann

Warum geht es mir so dreckig?

Wie kann eine kollektive politische Subjektivität entstehen, die sich um einen Grundbegriff herum bildet? Der derzeit wohl einflussreichste Marxist David Harvey macht einen Vorschlag. Und dieser lautet: Entfremdung.

Tom Mustroph

Kämpfe gegen die Restauration

Das Festival „Marx' Gespenster“ im Berliner HAU verspricht über das Marx-Schnipsel-Geschnatter hinauszugehen. Mit kritisch nachfragenden Positionen setzt es sich ab von der Modewelle, die den Kunstbetrieb erfasst hat.

Politisches Buch
Hermann Klenner

Reichtum statt Enteignung

Marxismus ist bekannt, der Marxismus-Leninismus auch. Was aber ist ein „legaler Marxismus" oder ein „Martianismus"? Nachzulesen ist alles im „Historisch-kritischen Wörterbuch des Marxismus".

Simon Poelchau

Apples smarte Dinger und die fallende Profitrate

Was hätte der gute alte Karl Marx zum iPhone gesagte? Wäre es für ihn einfach eine weitere Fetischform des Kapitals gewesen? Oder hätte er gar Teile seiner Mehrwert- und Krisentheorie revidiert?

Robert Cohen

Marxist ist man nicht allein

Im Lauf der Jahre habe ich dann und wann, und nicht ohne Unbehagen, mich gefragt, wie ich im Fernsehen (warum gerade im Fernsehen?) auf die Gretchenfrage antworten würde, ob ich Marxist sei. Ich mag die Frage nicht, ich mag mich nicht festlegen lassen, selbst da nicht, ...

Ingo Stützle

Ein typischer Fall von Prokrastination

Eigentlich wollte er diesen Vortrag gar nicht halten, weil er "wie ein Pferd" arbeitete, um endlich mit seinem "Kapital" fertig zu werden. Dann tat er es aber doch: über Karl Marx' "Lohn, Preis und Profit".

Jens Grandt

Ich sehe was, was du nicht siehst

Seinen Namen kannten wir im kleinen Land der großen Linien, die es nicht zu überschreiten galt, wenn man Strafe vermeiden wollte. Und wir wussten, dass er quer lag zum Marxismus-Leninismus: der Franzose Louis Althusser. Ein Stern aus einem fremden Kosmos. Nach Maßgabe a...

Ingo Stützle

Das Geld, Gott der Waren

Bargeld abschaffen? »Money makes the world go round« sang einst Liza Minnelli, Geld ist alles andere als eine zu vernachlässigende Größe. Und: Jede Diskussion über Geld fördert auch das Kapitalismusverständnis.

Christian Baron

Alles so schön kompliziert hier

Bernd Stegemann, Schaubühnen-Dramaturg und Professor für Theatergeschichte, ging unlängst harsch ins Gericht mit dem, was er "postmodernes Theater" nennt. Nun lässt er seiner "Kritik des Theaters" ein weiteres Buch folgen.

Yanis Varoufakis

Wie ich zum erratischen Marxisten wurde

Warum Linke den Kapitalismus in Europa jetzt vor sich selbst schützen sollten? Nicht aus Liebe zur Eurozone oder zur EZB. Sondern weil wir den Preis, den die Menschen in dieser Krise zahlen müssen, so gering wie möglich halten wollen.

Geschöpft, verteilt, getauscht

Marx hat so manche These der politischen Ökonomie und Philosophie ad absurdum geführt. Die Kritik war ihm nie Selbstzweck, die Unterminierung von Gewissheiten zu wenig. Er suchte Wahrheiten, wollte Wissen schaffen. Es spricht für die Größe des Wissenschaftlers Karl Marx...

Wachstumskritik ist mehr als Konsumkritik

Marxismus und Ökologie - ein Thema, das erst in den letzten Jahren von einigen Autoren stärker behandelt wird. Einer von ihnen ist Elmar Altvater, der gerade ein Buch über Friedrich Engels veröffentlicht hat.

Ingo Stützle

Formative Phase

Die jetzt endlich veröffentlichten Exzerpte, die Londoner Hefte der 1850er und die vielen noch unveröffentlichten Exzerpte, die im Zuge der Arbeit am Kapital entstanden sind, ermöglichen, dem Marx’schen Forschungsprozess nachzugehen.

Regina Stötzel

Autonom feministisch mit Marx

Irgendwo zwischen den Zeilen, zeitlich mitten in Frigga Haugs Buch, sieht man sich selbst in die Uni stolpern. Ein Streik für bessere Studienbedingungen war im Gange, aber diskutiert wurde vor allem über Sexismus, denn bei der Institutsbesetzung hatte es Übergriffe g...

Guido Speckmann

War Marx ein Grüner?

Vor über 100 Jahren wurden Gedanken formuliert, die erst heute ihre ökologische Relevanz offenbaren. Engels beschrieb Beispiele für ökologische Auswirkungen menschlicher Handlungen. Waren Marx und Engels Grüne?

Ralf Hutter

Ursprüngliche Akkumulation heute

In Kapitel 24 des ersten »Kapital«-Bandes schreibt Marx über »die sogenannte ursprüngliche Akkumulation«, den »Sündenfall«, der die Kreisbewegung des Kapitals in Gang setzte. Was sagt uns der Begriff heute noch?

Frigga Haug

Mensch im Mittelpunkt

Feministischer Marxismus hat aus dem Marxismus gelernt, die Fragen von Herrschaft und Befreiung mit denen der Entwicklung der Produktivkräfte und denen der -verhältnisse zusammen zu analysieren.

Guido Speckmann

Weg mit dem marxistischen Jargon!

Hierzulande ereichen linke Zeitschriften oft nur einige tausend, meist ältere Leser. Das US-Magazin "Jacobin" versucht mit modernen Aufritt und lockerer Sprache einen neuen Weg. Bei jungen Amerikanern kommt das an.

Tom Strohschneider

Unser Kandidat

»Unser Kandidat findet sich auf keiner Liste« - stand dereinst auf einem Plakat der leider verschwundenen Kreuzberger Kneipe Pinox neben einem Konterfei von Karl Marx. Was das mit Bodo Ramelow und Angela Merkel zu tun hat?

Michael Heinrich

»Je ne suis pas marxiste«

Im Unterschied zu dem von Marx abgelehnten »Marxismus« mit seinen identitätsstiftenden Gewissheiten, wirkt der kritische, unfertige Marx überaus subversiv. Was von seinen Analysen zu gebrauchen ist, steht nicht ein für alle Mal fest.

Tom Strohschneider

Die Sache mit dem Stand der Lage

Als Oliver Nachtwey vor drei Jahren in der FAZ den Stand des Marxismus hierzulande kritisch bilanzierte, war das Startschuss einer veritablen Debatte und Anlass für eine Konferenz. Die Diskussion geht weiter: im "nd"

Guido Speckmann

»Das Kapital« zum Schnuppern

Zweiter Band? Das ist verwirrend. Marx- und Kapitalkenner fühlen sich an den zweiten Band des Marx’schen Hauptwerkes von »Das Kapital« erinnert. Doch um diesen, das wird sogleich im Vorwort klargestellt, geht es in dem zweiten Band von PolyluxMarx eben nicht. Vielmeh...

Rolf Hecker

Beileibe keine stumme Figur

Tatort: St. Martin’s Hall, unweit des Trafalgar Square in London. Tatzeit: 8 Uhr abends am 28. September 1864. Im kleinen Saal der beliebten Konzert- und Tanzhalle findet das Gründungsmeeting der Internationalen Arbeiterassoziation (IAA) statt. An ihm nehmen britisch...

Politisches Buch
Hermann Klenner

Garantiert ohne Besserwisserei

Er ist einer der Produktivsten unter den Schülern Wolfgang Abendroths, ein Charakterkopf und Kommunist dazu. Georg Fülberth ist außerdem mit der bei einem Wissenschaftler eher selten anzutreffenden Fähigkeit ausgerüstet, Kompliziertes knapp und klar sagen zu können. ...

Raul Zelik

Umkämpfte Universalität

Mit den neuen sozialen Bewegungen der 1970er Jahre haben sich die Perspektiven linker Theorie verschoben. Hatte bis dahin die Analyse des Kapitalismus im Mittelpunkt der Auseinandersetzung gestanden, so fächerte sich die Sicht nun auf. Rassismus, Naturverhältnis, die...

Hubert Fetzer

Die neuen Produktivkräfte sind grün

Der Mensch tritt bei der Aneignung der Natur nicht aus der Produktionssphäre heraus und in die Ökosphäre hinein. Sondern der Mensch produziert entweder ökologisch oder naturschädigend. Fortsetzung einer Debatte.

Die Achsen der Erkenntnis

Alex Demirović über kritische Theoriebildung an den Universitäten, die Aktualität des Marxismus als Ensemble und das immer noch schwierige Verhältnis zum Feminismus. Das Gespräch führte Tom Strohschneider.

Kohei Saito

Marx dachte viel grüner

Karl Marx erkannte das emanzipatorische Potential der sich entwickelnden Produktivkräfte. Er sah aber auch die negativen Konsequenzen der Einführung moderner Technologien.

Thomas Sablowski

Totgesagte leben länger

Nach 1989 verkündete der konservative Politikwissenschaftler Frances Fukuyama das Ende der Geschichte. Mit dem »real existierenden Sozialismus« hielten die Konservativen auch den Marxismus für erledigt.

Tom Strohschneider

Zur Lage des Marxismus: eine Tagung in Berlin

Der Zustand des Marxismus in der Bundesrepublik und allgemein im deutschen Sprachraum ist bislang kaum systematisch betrachtet. Eine Tagung in Berlin will das nun ändern und lädt zum Auftakt einer wichtigen Diskussion.