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Alle Dossiers

Literaturbeilage des nd

Jedes Jahr im März kommen in Leipzig Verleger, Buchhändler und Autoren zusammen und präsentieren Neues vom Buchmarkt. Wegen Corona leider nicht in diesem Jahr. Die traditionelle Literaturbeilage auf 24 Seiten ist dennoch erschienen.

Abgesagt ist angesagt

Die Leipziger Buchmesse ist abgesagt wegen des Coronavirus. Trotzdem gibt es neue Bücher. Abgesagt ist angesagt: Südosteuropa sollte der Schwerpunkt der Messe sein, wir haben uns in dieser Beilage darum gekümmert. Und festgestellt: Südosteuropa ist ein Konstrukt, ein Bl...

Florian Schmid

Wie erschafft man politische Zombies?

Das italienische Autorenkollektiv Wu Ming gibt es seit über 20 Jahren, doch seine historischen Abenteuer-Politromane sind hierzulande noch immer Geheimtipp. In den größeren Zeitungen werden diese Bücher kaum besprochen. • Buch im nd-Shop bestellen Wu Ming: Die Arm...

Frank Willmann

Wir fahren, fahren, fahren

Die Bundesrepublik ist zerschnitten. Tiefe Furchen ziehen sich durch die Landschaft. Betonromantik. Die Autobahn ist laut und riecht schlecht, sie ist nur Mittel zum Zweck. Sie spukt durch die Hirne der Menschen, wird erforscht, erweitert, gehasst, geliebt, bekämpft. ...

Norma Schneider

Jubeln und Schweigen

Zagreb wird im Jahr 1941 von deutschen Panzern eingenommen. Die faschistische Ustascha-Bewegung kollaboriert mit den Nazis und ruft den Unabhängigen Staat Kroatien aus. In den Wäldern kämpfen die kommunistischen Partisanen. Angeführt von Josip Broz Tito gelingt es ihnen...

Jonas Engelmann

Abwesende Anwesende

»Es hatte schon etwas Komisches, nach Sarajevo zu fahren und ein Attentat zu begehen.« Georges Perecs liebeskranker Protagonist in seinem 1957 verfassten Debütroman »Das Attentat von Sarajevo« ist bereit, bis zum Äußersten zu gehen, doch produziert er schließlich das, w...

Werner Jung

Diese alles verschlingende, vollkommene Dunkelheit

Markus Orths, dieser Autor fürs Groteske und Skurrile, hat wieder zugeschlagen: diesmal mit einem Roman, der völlig im Dunkeln spielt und sich erst zum Ende hin ein ganz klein wenig lichtet. Und ich stelle mir vor, wie Orths mal mit einem sardonischen Grinsen, dann wied...

Stefan Gärtner
ndPlus

Auf Augenhöhe

Es ist natürlich nicht wahr, dass Journalisten keine guten Schriftsteller sein können. Jörg Fauser war als Schriftsteller sogar sehr viel besser denn als Journalist (was freilich bedeuten könnte, dass er im Grunde überhaupt gar kein Journalist war), und vom großen Josep...

Ina Holev

Überall ist Hass

Panikattacke vor dem Snack-Automaten, an irgendeinem Bahnhof. Sie scheint die Kontrolle und die Orientierung zu verlieren. Zeit und Ort geraten durcheinander, ebenso die Erinnerungen. »Ich habe mehr Privilegien, als je eine Person in meiner Familie hatte. Und trotzdem b...

Christopher Wimmer
ndPlus

Dystopien mit Hoffnung

Die Edition Tiamat hat das Internet ausgedruckt. Zumindest 600 Seiten davon. Aber es sind 600 der besten Seiten, die das Internet zu bieten hat. Es handelt sich um die (ins Deutsche übersetzten) ausgewählten Schriften des Kulturtheoretikers Mark Fisher, die dieser 2004 ...

Walter Kaufmann

Jeremy Corbyn ist nicht erreichbar

Was wollen die Briten mit dem Brexit? Der US-amerikanische Journalist und Schriftsteller Tuvia Tenenbom fragt sich in seinem neuen Buch »Allein unter Briten«, ob der Brexit eine Komödie oder eine Tragödie darstellt. Hierzu unternimmt er auf 496 Seiten eine Entdeckungsre...

Nadire Y. Biskin

Kaffee, Kippe, Klo - los geht’s

Wenn Leser*innen sich nur anhand des Titels für oder gegen die Lektüre eines Buches entscheiden würden, hätte es die Anthologie »Psychogeografie« vermutlich schwer. Ein Kompositum, bestehend aus zwei Fachbegriffen, die sich - dem Zeitgeist entsprechend - mit »Kognitiv«‚...

Irmtraud Gutschke

Die Inseln des Ichs

Zwei Geschichten in eine verwoben: Ein Paar kam zusammen, weil er sie gegen ihren gewaltsamen Ehemann verteidigte - unverhältnismäßig, wie das Gericht befand. Helen ließ sich scheiden und heiratete Olav noch im Gefängnis. • Buch im nd-Shop bestellen Ludwig Fels: M...

Uwe Preuss
Frank Willmann

Sehr konsequent

Alles, was ich vorab über Uwe Preuss hörte, klang fesselnd. Jugend in Dresden, aufsässiger Geist, Lehre geschmissen, ans Theater will der Knabe. Zuerst mussten kleine Umwege bewältigt werden, wie der Job als Totengräber und später als Bockwurstkoch in der Bauarbeiterver...

Florian Schmid

Im tiefen Staat braucht man einen Schutzengel

Mit seinem Roman »Der Block« über die französische Rechte schaffte es der Krimiautor Jerome Leroy 2018 aufs Siegertreppchen des deutschen Krimipreises (3. Platz). Leroy, der auch Lyrik, Essays und Jugendbücher schreibt, versteht es, aktuelle politische Ereignisse und En...

Sabine Neubert

Vom Flüchten

Auschwitz. Das Ungeheuerliche, kaum fassbar. Lässt es schreibend bewältigen? Paul Celan und Primo Levi - stellvertretend für Viele - versuchten es. 1962, zwei Jahre vor Hannah Arendts Eichmann-Buch (»Das sogenannte Böse«), erschien in Belgrad der Kurzroman »Psalm 44« de...

Ist Sex haben sexistisch?

Katja Lewina schreibt über Themen des Alltags: Wie sie sich für eine offene Ehe entschied oder auch einmal für einen Masturbationsmarathon. Nun hat die 1984 in Moskau geborene Journalistin aus ihren Kolumnen und unveröffentlichten Texten das Buch »Sie hat Bock« zusammen...

Stefanie Roenneke

Durch die Schweizer Nacht

»Die Nacht wird niemals enden«, sagt die Figur Emmanuelle Riva in »Hiroshima, mon amour«. Es ist ein Film über Liebe und Trauma, jene seelische Verletzung, die durch ein einschneidendes Ereignis hervorgerufen wird, eine Erfahrung der Beispiellosigkeit. Gegenwart und Ver...

Benjamin Moldenhauer

Die Entmannung in der Popmusik vorantreiben!

Adoleszenz ist anstrengend, und viele Jugendliche, vielleicht der überwiegende Teil, schrammen am Wahnsinn vorbei in den schweren Jahren zwischen 13 und 21. Gut ist, wenn man im Symbolischen Halt und Trost findet. Gestützt wurde die aufgepeitschte, in gewisser Weise ver...

Klaus Bellin

Für die Trockenlegung des Phrasensumpfes

Es war »narrenhaft«, wie ein Augenzeuge später erzählte. Am Morgen des 1. April 1899 rieben sich die Wiener verwundert die Augen. Die Stadt war plötzlich in ein tiefes Rot getaucht. Überall, auf den Straßen und im Stadtpark, in Bahnen und Cafés lasen Leute in einem schm...

Irmtraud Gutschke

Wie ein Vogel, der sich verflogen hat

Eine 15-Jährige verhilft einem Mann zu einer Leiter, und dem gelingt damit 1986 die Flucht über die Mauer nach Westberlin. Das Mädchen will nicht verlassen werden, rennt ihm nach ... Wenn ein Roman so beginnt, ahnt man, es wird böse enden. Der Mann könnte erschossen wer...

Monika Melchert

Es murmelt und wispert

Die Große Hamburger Straße ist in unser Gedächtnis eingegangen als der Ort der Deportationen jüdischer Bürger. Das muss man immer mitdenken, wenn der Name dieser Berliner Straße fällt. Die Schriftstellerin Irina Liebmann ist eine hellwache Zeitzeugin, die den sichtbaren...

Karlheinz Kasper

Abweichen in der Ausweichstelle

Der Fluss, am Ufer zwei zugige Baracken, auf fremdartigen Karten die mit einer Zahl markierte Bahnstation: Hierher werden sie kurz nach Kriegsende gebracht, um eine Brücke und weitere Baracken zu bauen, Gleise zu verlegen, eine Ausweichstelle für die neue Bahnlinie einz...

Stefan Malta

Durch ein Loch in der Decke schauen

Ein Berliner Heimat- und Friedhofsbuch (was durchaus zwei verschiedene Dinge sind), geschaffen von dem ehemaligen »B.Z.«- und »Bild«-Journalisten Bernd Oertwig. Da kann man drin blättern und dann klatschen und tratschen, auf die interessante Art. Es geht hier um »Berlin...

Gerhard Henschel

Pulverdampf und Weltverschwörungskitsch

Stephen King hat gelegentlich durchblicken lassen, dass es ihn schmerzt, als Trivialschriftsteller zu gelten - zumindest bei den Preisjuroren, die die höheren literarischen Weihen vergeben, und bei jenen Literaturkritikern, die seiner Ansicht nach an »intellektueller Ar...

Guido Speckmann

»Ich bin normal, normal, normal«

»Verloren gehen fühlt sich einsam an, aber auch interessant«, heißt es im Prolog von »ewig her und gar nicht wahr«, dem Debütroman der Berliner Schauspielerin und Musikerin Marina Frenk. Im Prolog lässt sie ihre Ich-Erzählerin sprechen, die Künstlerin Kira Liberman. Im ...

Fokke Joel

Auf Droge mit den Klischees durchdrehen

Christoph Höhtkers Roman »Schlachthof und Ordnung« beginnt mit einer Redaktionskonferenz. Im Konferenzraum der französischen Illustrierten »Le Miroir« (Der Spiegel) wird ein Text über den Besuch in einer großen Schlachtfabrik diskutiert, den der verschwundene Journalist...

Irmtraud Gutschke

»Glauben Sie an Geister«

Es ist seit jeher das Markenzeichen von Xavier-Marie Bonnot gewesen: das Rätselhafte, ja Mystische, das wir bei all unserer Rationalität nicht ganz von der Hand weisen können. In seinem Roman »Die Melodie der Geister« war die Aufklärung ominöser Morde in Marseille von e...

Karlen Vesper

Von der Suche nach einem Land, das es nicht gab

Es war irritierend, mit welcher Hartnäckigkeit der freundliche ältere Herr in unserer Reisegruppe insistierte: »Sie kennen mich, natürlich kennen Sie mich.« Wir blickten uns ratlos an. Er klärte auf: Als Notar habe er die wöchentliche Lotto-Ziehung im DDR-Fernsehen »übe...

Klaus Weber

Die Frage nach den Anfängen

»Die Frage, wie man die Anfänge des Faschismus damals als Anfänge erkennen konnte - und ob und wie man heutige Anfänge erkennen kann«, ist Leitmotiv der autobiografischen Trilogie von Wolfram Adolphi. Hätte Jakobs Großvater Hartenstein erkennen können (und müssen), welc...

Karlen Vesper

Der um die Sonne kreist

Er wird geliebt. Von allen. Und das verwundert nicht. Ein offenherziger, stets frohgemuter, bescheidener und bodenständiger, aufrichtiger und aufgeschlossener Zeitgenosse, der nicht verbitterte, gleichwohl ihm manche Enttäuschung nicht erspart blieb und er über den Zust...

Karlen Vesper

Verschwundene Gewissheiten, bestärkte Einsichten

In einem Artikel für eine thüringische Zeitung schrieb Manfred Weißbecker 1977 hinsichtlich des Hypes um Hitler in der bundesdeutschen Presse, der Diktator und dessen Kumpane gehörten wohl in das Panoptikum der Geschichte, nicht jedoch in ein mediales Pantheon; die Mass...

Christopher Wimmer

Proleten mit Waffe

Bücher und Filme über die »Rote Armee Fraktion« füllen meterweise Bibliotheken. Wenn man sich aber auf die Suche nach Arbeiten über andere Gruppen des bewaffneten Kampfes in der Bundesrepublik begibt, fällt das Ergebnis mager aus. Dabei bieten auch sie für Historiker in...

Christopher Wimmer

Wege aus der Hoffnungslosigkeit

In Frankreich erschien »Die Dynamik der Revolte« von Éric Hazan bereits 2015 - acht Jahre nachdem der Autor in seinem Verlag La Fabrique Éditions, dem aktuell wichtigsten linken französischen Verlag, seinen Essay »Der kommende Aufstand« herausgegeben hatte. Dieser war i...

Michael Brie
ndPlus

Schweigende Verschwörung

»Wer könnte jetzt noch antworten auf die entsetzliche Hartnäckigkeit des Verbrechens, wenn nicht die Hartnäckigkeit des Zeugnisses?« Mit diesem Zitat von Albert Camus eröffnet Jean Ziegler sein neues Buch. Es ist den in überfüllten Lagern auf den griechischen Inseln fes...

René Heilig

Dysfunktional und defizitär

Werden die Kommunisten das für Pfingsten 1950 angesetzte Deutschlandtreffen der FDJ nutzen, um Westberlin einzunehmen? Bereiten sich die Regimenter der Kasernierten Volkspolizei darauf vor - getarnt im Blauhemd -, diesen imperialistischen Stachel im Fleisch der sozialis...

Franziska Klein

Die Stärke der Solidarität

Es war wohl noch nicht alles gesagt, zudem hat sich inzwischen viel ereignet. Ergo haben Volker Hermsdorf und Hans Modrow sich zu einer Fortschreibung ihres 2015 erschienenen Gesprächsbandes »Amboss oder Hammer« entschlossen. Und das ist gut so. • Buch im nd-Shop b...

Ernst Reuß

Wozu Menschen fähig sind

Das Kölner Ehepaar Margret und Werner Müller hat seit 20 Jahren Kontakt zu Opfern des Naziterrors in Osteuropa. Nun haben sie zusammen mit dem Historiker Boris Zabarko Berichte von Überlebenden veröffentlicht, eine Art »Geografie des Holocaust« in der Ukraine. • Bu...

Werner Abel

Seelisch deformiert

Wenige Jahre vor seinem Tod schrieb der Psychoanalytiker, Sozial- und Naturwissenschaftler Wilhelm Reich (1897-1957) in seiner Autobiografie, die Sowjetunion sei bereits »1936 ein eindeutig imperialistischer Staat« gewesen, »der nur eines mit dem demokratischen Kommunis...

Peter Nowak

Zwingend und emanzipatorisch

Wie hältst du es mit der Gewalt? Diese Frage beschäftigt Linke seit Dezennien. Mehrheitlich unterscheiden sie explizit zwischen Gewalt gegen Sachen und gegen Menschen. Zu allen Zeiten gab es unter Linken aber auch Anhänger*innen der totalen Gewaltfreiheit. Deren Protago...

Silvia Ottow

Almosen für die Alten

Viel Hoffnung können sie nicht machen, die mehr oder weniger prominenten Politiker, denen die Seniorinnen und Senioren dieses Landes sehr am Herzen liegen. Leider müssen sie vor allem feststellen, wie die Armut im letzten Lebensabschnitt zunimmt, die Angst vor dem Alter...

Alexander Amberger

»Die Zukunft war auch schon mal besser«

In Anbetracht der gegenwärtigen tiefen Krisen diskutiert die Linke in Partei und Bewegung seit einiger Zeit wieder verstärkt über Zukunftsfragen. Gesucht werden Visionen, die Ökologisches und Soziales zusammendenken und zugleich auf gesellschaftliche Zustimmung stoßen. ...

Silvia Ottow

Der perfekt organisierte Irrsinn

Die 83-jährige Ida A. sitzt frisch frisiert und schick gekleidet in einem bequemen Sessel im Wohnzimmer ihres Bauernhauses, der Gehstock in Reichweite. Ihre Pflegerin Nauja betritt das Haus, nachdem sie eine Nummer in ihr Smartphone getippt und damit die Tür geöffnet ha...

Harald Loch

Grenzenlos

Liebe ist eines der kostbarsten Güter der Menschheit. Überschreitet sie Grenzen, wird sie seit Jahrtausenden mit Zöllen belegt, oft mit Verboten. Gesellschaften, Religionen, Länder wollen unter sich bleiben, vertreten eine Autarkie-Haltung in Sachen Liebe. Wenn Menschen...

Reiner Oschmann

Ach, wäre er doch zum Arzt gegangen

Nicht erst seit dem gescheiterten Amtsenthebungsverfahren könnte man fragen, welchen Sinn es noch hat, weiter Enthüllungsbücher über Donald Trump zu veröffentlichen. Der Präsident überquert mehrmals am Tag den Rubikon, auch wenn er nicht weiß, wo der liegt. Er lässt heu...

Siegfried Prokop

ADN hört alles, ADN sieht alles, berichtet nur nicht über alles

Von 1973 bis 1979 war Gerhard Feldbauer als Korrespondent des Allgemeinen Deutschen Nachrichtendienstes (ADN) der DDR in Rom tätig. Zusammen mit seiner Frau Irene wurde er Zeitzeuge dramatischer Ereignisse, die Auswirkungen bis in die Gegenwart zeitigen. Dazu zählten di...

Heinz Niemann

Die Stunde der Demagogen

Bedenkliche Veränderungen der politischen Landschaft in zahlreichen Ländern, ob wirtschaftlich prosperierend oder nicht, mit langer oder kurzer bürgerlich-demokratischer Tradition - vor allem nach Wahlschlappen etablierter Parteien und angesichts von Wahlsiegern vom rec...

Peter Nowak

Von Rebellen zum Global Player

Vor über 50 Jahren bewegte die chinesische Kulturrevolution die Linken in aller Welt. Viele, die damals mit Mao-Poster durch die Straßen liefen, haben diese Zeit bald als Jugendsünde abgebucht. Wenn heute über China diskutiert wird, dann über den globalen Konkurrenten d...

Philip Martin

Damit wir unseren Kindern nichts schuldig bleiben

Die Disputanten der Strategiekonferenz der Linkspartei jüngst in Kassel wären gut beraten gewesen, wenn sie dieses Buch vorab studiert hätten. Es ist zu bezweifeln, dass sie es taten. Denn diese Publikation ist erst kurz zuvor aus der Druckerei auf den Buchmarkt gelangt...

Harald Loch

Die Welt ist krank und inhuman

Globalisierung wirkt vor allem lokal. Und lokal macht der israelische Star-Journalist Nadav Eyal auch seine Erfahrungen mit dem, was er »Revolte« nennt: Widerstand gegen die weltweite Globalisierung. Die er nicht ablehnt, die er aber besser, gerechter, menschenwürdiger ...

Gunnar Decker

Geld und Kommunismus

Im April 1918 endet Hermann Hesses Arbeit bei der Kriegsgefangenenfürsorge in Bern, einen Monat später ist er schon in Montagnola im Tessin, auf der Südseite der Alpen. Er mietet in der Casa Camuzzi vier Räume, seinen Schreibtisch und die Bücher lässt er sich nachschick...

Norma Schneider

Nebenbei der Krieg

»Wir hatten viel Spaß auf der Hochzeit, so lange, bis ein dünner, hoch gewachsener Typ mit einer orangen Perücke an der Restauranttür auftauchte. Mit der linken Hand setzte er sich eine große rote Clownsnase auf, mit der rechten Hand zog er aus der Seitentasche seiner H...

Werner Abel

Schnitt mit dem Messer Dada durch den letzten Weimarer Bierbauch

Im August 1918 machten Hannah Höch und Raoul Hausmann Urlaub auf der Ostsee-Insel Wollin und amüsierten sich über einen Öldruck im Schlafzimmer des Fischerhäuschens, in dem sie abgestiegen waren. Dieser Druck zeigte den Sohn des Fischers in Uniform in fünf verschiedenen...

Siegfried Prokop

Ultima Ratio in dramatischer Zeit

Wie rasch eine Partei ins Strudeln geraten und fast in der Bedeutungslosigkeit versinken kann, zeigte sich vor 30 Jahren am Beispiel der einst mächtigen SED. Hunderttausende Mitglieder verließen sie binnen weniger Wochen, einige wurden jedoch auch ausgeschlossen. •...

Karlen Vesper

Ihn gab’s nur einmal

Wer weiß schon, dass sich »Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühn«, die famose Übertragung von »My Fair Lady« ins Deutsche, Robert Gilbert verdankt? Ebenso die Gassenhauer »Warum liebt der Wladimir grade mir?«, »Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln geh’n«, »W...

Franziska Klein

Identitäten

Zehntausende Menschen demonstrierten im März vergangenen Jahres gegen die erneute Kandidatur des 82-jährigen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika. Es kam zu Zusammenstößen mit Sicherheitskräften. Letztlich musste Bouteflika abdanken, Militärs übernahmen das Staatsruder. Zum...

Franziska Klein

Zu Ehren des gewaltigen Himmelslichtes

»Auf hinaus in die weite Welt/ Drauf war mir ehedem der Sinn gestellt,/ Mehr als die Weisheit aller Weisen/ Galt nur reisen, reisen, reisen.« Mit diesem Zitat von Theodor Fontane eröffnet Rüdiger Fikentscher sein unterhaltsames wie informatives Buch. Bevor er allerdings...

Harald Loch

Von Poubelle bis Litfaßsäule

Städte teilen sich nicht nur über ihre Bedeutung und ihre Einwohner mit, ihre Größe und Geschichte, ihre Ökonomie und - je nachdem - ihr Chaos, sondern auch durch die angeblich »kleinen Dinge«. Diese, im Stadtraum mehr oder weniger sinnvoll verteilt, nimmt Vittorio Magn...

Silvia Ottow

Ausflug der grünen Strumpfhosen

Almas Oma hat so gar nichts Omahaftes an sich. Wenn man mal von den grauen Haaren absieht … Aber welche Oma würde sich die Haare wohl zu einem kleinen Dutt zusammenbinden, um diesen anschließend mit Bleistift und Pinsel zusammenzustecken? Keine einzige, das schwöre ich....

Irmtraud Gutschke

Keine Angst!

Mit Vorliebe zeichne sie Mädchen, die außergewöhnliche Dinge tun, heißt es über Sophie Gilmore. In Neuseeland geboren, hat sie in Edinburgh Kunst studiert und lebt derzeit in Italien, »for a little while«, wie sie sagt, also offenbar bereit, weiter durch die Welt zu zie...

Silvia Ottow

Molekül? Moloch? Monokel? Mein Onkel?

Sasha Rein ist gerade erst zwölf Jahre alt geworden, weiß aber definitiv schon, was sie nach der Schule für einen Beruf ergreifen möchte: Stand-up-Komikerin wird sie werden. Das flüstert sie ihrer besten Freundin Metti Sköld im Geografieunterricht zu. Ich habe wichtiger...