Gastautoren

Leo Fischer

Leo Fischer
Der gebürtige Münchener war von 2008 bis 2013 Chefredakteur der 
Satirezeitschrift "Titanic". Er ist regelmäßiger Autor mehrerer 
Zeitungen - für "neues deutschland" schreibt er die vierzehntägige 
Kolumne "Das kann weg". 

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Aktuelle Beiträge von Leo Fischer

Ich bin stolz, ein*e Deutsche*r zu sein

Die Organisator*innen des Kölner Christopher Street Days (»Cologne Pride«) glauben offenbar, indem sie sich nationalistisch gebärden, könnten sie den Nazis den Nationalismus wegnehmen. Leo Fischer über eine Dummheit sondergleichen.

Hämisches Gedenken

Mit einer Säule vor dem Reichstagsgebäude in Berlin, die Asche von Naziopfern ausstellte, sollte vorgeblich vor dem Anwachsen der rechten Gefahr gewarnt werden. In Wirklichkeit war nichts an der Aktion geeignet, Konservative oder gar Rechte zu irritieren.

Die große Verrümpelung

Der öffentliche Raum wird immer weniger. Wenn dieser nicht gleich einer Firma überschrieben wird, sorgen Polizei und Einzelhandelsverbände für eine sachgemäße Nutzung - zum Konsum. Niemand verteidigt ihn, doch alle nutzen ihn - zum rümpeln.

»Geben. Teilen. Leben«

Leo Fischer erklärt, wie REWE an seinen Ladenhütern gleich mehrfach verdient: Supermärkte scheuen keine Kosten, wenn es gilt, »containernde« Jugendliche zu vertreiben. Abgelaufene Lebensmittel ensorgen sie lieber kostenlos über die Tafeln.

Autoritär

Wenn linke Politik zu erfolgreich wird, rufen es Rechte besonders gern: »Autoritär!« Es ist der Begriff für Leute, denen der Satz »die Linken sind die wahren Faschisten« zu platt ist, ihn aber irgendwie trotzdem sagen wollen.

Ein wirres Manifest

Leo Fischer über einen Medienkonzern, dessen Chef verzweifelt nach rechts drängt: »Man kann es als Versuch bezeichnen, ein Nazipublikum möglichst so zu bedienen, dass die Mehrheitsgesellschaft, die man mit liberalen Leitartikeln blendet, davon nichts spitzkriegt«.

Sigmar Gabriel

Zehn Jahre lang hat Sigmar Gabriel erfolgreich das Erbe Schröders verteidigt, hat die SPD mit brachialer Gewalt in Große Koalitionen gedrängt, in denen ihre Substanz verbraucht wurde. An der unglaublichen personellen Leere der Partei hat er gehörig Mitschuld.

Herrenumarmung

Wenn Männer sich zur Begrüßung umarmen, ist dies meist eine Geste ohne Innigkeit. Sie wollen strikt den Eindruck vermeiden, dass hier irgendwelche über das Platonische hinausgehenden Gefühle im Raum stünden.

Kretschmer

Tobias, Daniel, Andreas wer? Es ist die Zeit der Platzhalter-Ministerpräsidenten, die einem nichts sagen, die es gar nicht gibt - oder die eine Landes-CDU verkörpern, die sogar der Bundes-CDU peinlich ist.

Generation 60+

Leute aus der Generation 60+ empfinden sich als Rebellen gegen die eigenen Kinder. Feminismus bspw. war für sie gut, als sie ihn noch selbst gemacht haben - das heute ist in ihren Augen kein echter Feminismus.

Social-Media-Trolle

Im Internet gibt ein ebenso aufgeblähter wie teilautomatisierter Chor von Social-Media-Kommentatoren den Ton an, die unter jeden Beitrag zum Thema »2015 und Flüchtlinge« speien, als wäre dies ein Beitrag zur Debatte.

Alarmismus

Ändern muss sich wegen des Klimawandels einiges, das sagen viele. Aber man soll es weder sehen noch hören noch fühlen. Auf die Konsumgewohnheiten soll es keine Auswirkungen haben. Nur ändern soll sich etwas, sonst nichts.

Normal

Der Mord an Walter Lübcke wird von Rechtsradikalen offen gebilligt. Überall da, wo dieser Mord als natürliche Reaktion eines irgendwie aufgewühlten Volkskörpers stehen gelassen wird, lädt man erneut zu ihm ein.

Nationalismus

Heute Washington, morgen Budapest – AfDler wie Weidel und Gauland sind der Jetset des Nationalismus, sie führen das Leben derer, die sie ständig kritisieren. Die Nationalisten von heute wollen die Welt selbst gar nicht, die sie propagieren.