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Ticker

22.09.2020
18:20 Uhr
Warnstreiks Politik

Systemrelevanter Tritt auf die Bremse

Bundesinnenminister Horst Seehofer hatte die Tarifverhandlungen für die Angestellten des öffentlichen Dienstes »konstruktiv« genannt. Diese sind anderer Meinung und treten nun in Warnstreik.

Von Uwe Kalbe
22.09.2020
18:04 Uhr
Coronaleugner Kommentare

Verschwörern widersprechen!

Die Vielzahl von antisemitischen Beleidigungen und Angriffen in der Öffentlichkeit gerade auch auf den Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen hat vor allem eines gezeigt: die Pandemie wird zum Anlass und zum Vorwand genommen, um rechte Klischees und Vorurteile gegenüber jüdischen Menschen zu verstärken.

Die Vorstellung, dass irgendwelche Geheimgesellschaften die Krise ausnutzen, um eine autoritäre Weltordnung zu schaffen, verbreitet sich rasant. Dafür würden diese Grundrechte abschaffen und völlige Kontrolle über die Bürger erlangen, wird fantasiert, wie man es sonst nur aus dystopischen Romanen und Filmen kennt. Erzeugt werden diese Ideen vor allem von Rechtsextremisten, die ganz im Sinne nationalsozialistischer Ideologie Juden als Feinde betrachten, und behaupten, sie würden zu viel Macht besitzen.

Je durchlässiger diese geistige Brandstiftung wird, die sich im Internet, bei Esoterik-Anhängern und auf den rechtsoffenen Kundgebungen von »Querdenken« bis »Demokratischer Widerstand« findet, desto mehr schlägt sie in reale Gewalt um.

Immer mehr Menschen suchen in diesen Tagen Beratungsstellen auf, weil sie sich mit einer Zunahme solcher Ideologien konfrontiert sehen. Diese sollten nicht als harmlose Spinnereien abgetan werden, es handelt sich hierbei um gefährliche, gewaltaffine Welterklärungen. Gegen die hilft leider kein Aluhut, sondern nur Widerspruch und Entlarvung.

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22.09.2020
18:00 Uhr
Deutsche Wohnen & Co enteignen Berlin

Dünne Luft für dicke Fische

Die nächste Hürde ist genommen: Nach der Stellungnahme des Senats hat das Abgeordnetenhaus vier Monate Zeit, sich mit dem Volksbegehren zur Enteignung großer Wohnungsunternehmen zu befassen.

Von Marie Frank
22.09.2020
17:45 Uhr
Supercup Sport

Mächtige Allianzen

Trotz steigender Infektionszahlen soll das Supercup-Spiel zwischen dem FC Bayern und Sevilla in Budapest vor Fans angepfiffen werden. Das Risiko für die Uefa ist groß - stärker aber scheinen Angst und osteuropäische Verbindungen.

Von Frank Hellmann
22.09.2020
17:41 Uhr
Coronakrise Kommentare

Man muss dahin, wo es brodelt

Die Kampagne »Wer hat, der gibt« sollte dort präsent sein, wo sich die Widersprüche in der Coronakrise zuspitzen und Alternativen aufzeigen. Bislang fehlt der Schulterschluss zwischen linken Aktivisten und Sozialverbänden und Gewerkschaften.

Von Philipp Möller
22.09.2020
17:40 Uhr
Schulgipfel Kommentare

Ein Berg unerledigter Dinge

Gipfel sind eine tolle Sache. Kaum eine andere politische Veranstaltung bietet den Teilnehmenden eine so gute Gelegenheit der Simulation entschiedenen Handelns. Beschlüsse und Zahlen können präsentiert werden - seht her, was wir geschafft haben, es geht vorwärts, nun aber wirklich. Das Problem: Nach solchen Treffen mangelt es zwar weder an Beschlüssen, Absichtserklärungen oder wie im Fall des montäglichen Schulgipfels an »identifizierten Handlungssträngen«. Doch hapert es an der Umsetzung, dauert es zu lange, bis die Entscheidungen von ganz oben auf ihrem Weg durch die Instanzen weiter unten auch in konkretes Handeln übersetzt werden.

So geht immer wieder wertvolle Zeit verloren, erschweren überbordende Bürokratie und beim Thema Schulen der Föderalismus eine schnelle Umsetzung, stapeln sich letztendlich die beschlossenen zu einem Berg unerledigter Dinge. Was im Bereich der Bildung um so schwerer wiegt,weil es hier um einen essenziellen Teil der Zukunft von Kindern geht. Und weil im deutschen Bildungssystem auch schon vor Corona Krise herrschte. Lehrermangel, vom Elterneinkommen abhängige Bildungschancen, föderales Wirrwarr, fehlende Digitalisierung... Die pandemiebedingten Probleme sind leider nur der neueste Gipfel.

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22.09.2020
17:34 Uhr
Reallöhne Kommentare

Es braucht ein sattes Plus

Dass Statistiken gefälscht werden, wie es der Volksmund annimmt, dürfte die Ausnahme sein. In der Regel ist es schwierig genug, den Zahlenwust richtig einzuordnen, und die abgeleiteten Folgerungen sind ohnehin umstritten. Das gilt auch für die Mitteilung des Statistischen Bundesamtes, das einen beispiellosen Einbruch der Reallöhne im zweiten Quartal 2020 konstatiert; er war heftiger als einst in der Finanzkrise. Was nach einem Skandal riecht, ist letztlich Beleg des Erfolgs der Arbeitsmarktpolitik in der Coronakrise: Die stark ausgeweitete Kurzarbeit, die für den Lohnrückgang verantwortlich ist, hat Massenentlassungen und eine Pleitewelle wie etwa in den USA verhindert; dort sieht die Lohnstatistik besser aus. Was im deutschen Minus aber auch drinsteckt: Einige Unternehmen hätten das Gehaltsminus ihrer Kurzarbeiter mehr abfedern können, als sie es getan haben.

Die Botschaft aus Wiesbaden, die viele natürlich nicht hören wollen, richtet sich aber mehr in die Zukunft: Die Beschäftigten haben geholfen, ihre Unternehmen durch die Krise zu führen, und dafür den Gürtel enger geschnallt. Jetzt aber muss dies in den anstehenden Tarifverhandlungen belohnt werden, zumal nur spürbar steigende Einkommen die Basis der allseits herbeigesehnten Konjunkturerholung sein können.

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22.09.2020
17:31 Uhr
Vereinte Nationen Kommentare

UNreformierbar

75 Jahre sind ausreichend Zeit, um Fehler und Unzulänglichkeiten zu bemerken. Zum Jubiläum der Vereinten Nationen werden nun wieder viele Vorschläge gemacht, wie die Organisation umgebaut und den Gegebenheiten des 21. Jahrhunderts angepasst werden könnte. Das Geburtsproblem allerdings bleibt und lässt jegliche Reformversuche versanden: Mit ihrem Vetorecht verhindern die Supermächte, zu denen Deutschland schon lange gehören möchte, jegliche Beschränkung ihrer Macht. Es erlaubt es ihnen, Völkerrecht nach eigenem Gutdünken zu brechen.

Tragisch ist, dass der eine historische Moment, in dem Reformen möglich gewesen wären, verschenkt wurde. Denn der Sieger des Kalten Krieges, die USA, sahen Anfang der 1990er Jahre keine Notwendigkeit dazu. Mit der vorgeblichen Gewissheit, das Ende der Geschichte sei gekommen und die »liberale Demokratie« à la USA werde auf der ganzen Welt vorherrschen, sah sich Washington weniger denn je dazu gedrängt, die nun uneingeschränkte Macht zu teilen. 30 Jahre später und am Beginn eines neuen Kalten Krieges sind Reformen wieder unmöglich. Dabei wäre die Welt angesichts der großen Herausforderungen wie Klimawandel und Corona-Pandemie auf eine ausgleichend wirkende UNO dringend angewiesen.

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22.09.2020
17:13 Uhr
Lega Politik

Toskana bleibt rosa

Bei den Regionalwahlen in Italien konnte sich das Mitte-links-Bündnis in der Toskana behaupten. Beim gleichzeitigen Referendum sprach sich italienweit die Bevölkerung für eine deutliche Verkleinerung der beiden Parlamentskammern aus.

Von Wolf H. Wagner, Florenz
22.09.2020
17:07 Uhr
Austerität Politik

»Führende Politiker der CDU wollen den Staat kaputtsparen«

Der linke SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Schrodi kann sich keine gemeinsame Wirtschafts- und Finanzpolitik mit Armin Laschet oder Friedrich Merz vorstellen. Deswegen hofft er nach der nächsten Wahl auf Rot-Rot-Grün.

Von Aert van Riel
22.09.2020
17:02 Uhr
30 Jahre Deutsche Einheit Wirtschaft und Umwelt

Die Großen für den Westen, die Kleinen für den Osten

Auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung bleibt die Bewertung der Rolle der Treuhandanstalt umstritten. Selbst 30 Jahre nach der Vereinigung liegt noch vieles im Dunkeln, zwei neue Studien bemühen sich um Aufklärung.

Von Hermannus Pfeiffer
22.09.2020
16:54 Uhr
Immunitätsausweis Wirtschaft und Umwelt

Weiter ohne Freifahrtschein

Der Deutsche Ethikrat ist zur Zeit gegen einen Immunitätsausweis für Corona-Patienten. Für den Fall, dass ein verlässlicher Nachweis möglich wird, hält es auch nur ein Teil des Rates für sinnvoll, ein solches Dokument einzuführen.

Von Ulrike Henning
22.09.2020
16:25 Uhr
Haushalt Politik

Einzige Lösung sind neue Schulden

Dass Olaf Scholz nicht die 100-Milliarden-Euro-Marke bei der Neuverschuldung für nächstes Jahr reißt, müssen vermutlich die Beschäftigten bezahlen. Mit höheren Krankenversicherungsbeiträgen.

Von Simon Poelchau
22.09.2020
15:57 Uhr
Meuterei Berlin

Weiter so bis zur Räumung

Die Linkspartei will ihre Spielräume nutzen, um den Termin herauszuzögern. Das könnte Ärger in der Koalition geben. Der Vermieter gibt sich wenig gesprächsbereit.

Von Jordi Ziour
22.09.2020
15:27 Uhr
Dubravko Mandic Politik

Machtkampf in der AfD auf allen Ebenen

Der Landesvorstand der AfD Baden-Württemberg will ein selbst in den eigenen Reihen umstrittenes Parteimitglied nicht ausschließen. Hinter der Lokalposse steckt ein Konflikt, der die Gesamtpartei betrifft.

Von Robert D. Meyer
22.09.2020
12:45 Uhr
Lübcke-Prozess Politik

Lübcke-Prozess: Markus H. vor Haftentlassung?

Markus H. ist der psychischen Beihilfe am Mord des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke angeklagt. Nach einer Aussage seiner ehemalige Lebensgefährtin vor Gericht könnte er allerdings demnächst aus der Untersuchungshaft entlassen werden.

Von Johanna Treblin
22.09.2020
11:01 Uhr
Tarifverhandlungen in Coronazeiten Kommentare

Schwieriger Balanceakt

So sehr die Forderungen nach höheren Löhnen und Gehältern berechtigt sein mögen, so sehr tut Verdi gut daran, die schwierige Gesamtsituation angesichts der wieder kritischer werdenden Pandemielage nicht aus dem Blick zu verlieren.

Von Stephan Fischer
22.09.2020
08:27 Uhr
Klimakrise Wirtschaft und Umwelt

Meereis der Arktis auf zweitkleinste Fläche geschrumpft

Boulder. Das Meereis in der Arktis ist auf die zweitniedrigste Ausdehnung seit Beginn der Messungen vor rund 40 Jahren geschrumpft. Mit 3,74 Millionen Quadratkilometern sei in der vergangenen Woche wahrscheinlich das Minimum für dieses Jahr erreicht worden, teilte das Nationale Schnee- und Eisdatenzentrum (NSIDC) der USA in Boulder im Bundesstaat Colorado am Montag (Ortszeit) mit.

Seine geringste Ausdehnung während der jährlichen Sommerschmelze hatte das Meereis in der Arktis in diesem Jahr den NSIDC-Angaben zufolge am 15. September, seitdem nimmt es wegen sinkender Temperaturen wieder zu.

»Es war ein verrücktes Jahr im Norden, mit Meereis in der Nähe eines Rekordtiefs, Hitzewellen mit knapp 40 Grad in Sibirien und massiven Waldbrände«, sagte NSIDC-Chef Mark Serreze. »Das Jahr 2020 wird als Ausrufungszeichen in einem Abwärtstrend bei der Ausbreitung des arktischen Meereises stehen. Wir steuern auf einen saisonal eisfreien Arktischen Ozean zu, und dieses Jahr ist ein weiterer Nagel im Sarg.«

Das Schrumpfen des Meereises zeige, »wie massiv die Zerstörung unseres Planeten durch die Klimaerhitzung voranschreitet«, kommentierte der Meeresbiologe Christian Bussau von der Naturschutzorganisation Greenpeace. »Wenn die Arktis schmilzt, werden sich die Meere noch stärker erhitzen, das Artensterben wird rasanter zunehmen. Die verheerenden Auswirkungen der Klimakrise können bald nicht mehr aufgehalten werden.«

Das NSIDC misst das Meereis in der Arktis seit 1979 per Satelliten. Abgesehen von wenigen Ausnahmen schmilzt es seitdem im Sommer kontinuierlich auf immer geringere Werte, was Forscher als Auswirkungen des Klimawandels ansehen. Agenturen/nd

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22.09.2020
08:08 Uhr
Soziales Netzwerk Politik

Amnesty: Twitter schützt Frauen nicht genug vor Gewalt

Einer Untersuchung von Amnesty International zufolge schützt Twitter Frauen immer noch zu wenig vor Gewalt und Missbrauch. Und dies, obwohl der Mikrobloggingdienst wiederholt versprochen habe, Online-Gewalt abzuwehren.

22.09.2020
07:54 Uhr
Tarifverhandlungen Wirtschaft und Umwelt

Mehrheit unterstützt Warnstreiks im öffentlichen Dienst

Am Dienstag haben die ersten Warnstreiks im öffentlichen Dienst begonnen. Laut einer Umfrage unterstützt die Bevölkerung die Forderung nach höheren Löhnen. Besonders hoch ist die Zustimmung für eine Berufsgruppe.

22.09.2020
07:16 Uhr
Berliner Paritätsgesetz Berlin

Schluss mit der Männerdominanz

2021 wird das Abgeordnetenhaus neu gewählt. Während der Wahlkampf langsam anläuft, lässt das geplante Paritätsgesetz immer noch auf sich warten. Eine neue Studie kommt nun zu dem Ergebnis: Es ist nicht nur möglich, sondern auch nötig.

Von Nicole Opitz
21.09.2020
18:35 Uhr
Klassengesellschaft Kommentare

Doppelt arm dran

Ohne Arm kein Reich - Ungleichheit ist systemimmanenter Bestandteil des Kapitalismus. So die Ausgangslage. Sind Geld und Chancen schon in »normalen« kapitalistischen Zeiten äußerst ungerecht verteilt, sind es heute die zwei beherrschenden Krisen, die Arm und Reich noch weiter auseinander treiben: Corona- und Klimakrise treffen einkommensschwache Menschen stärker als vermögende.

Besonders zynisch: Zum Klimawandel tragen die Reichen, die dessen Folgen finanziell leicht verkraften können, in weitaus größerem Maße bei als ärmere Menschen, bei denen es schnell ans Eingemachte geht. Und wenn Unternehmen die Coronakrise nutzen, um etwa durch Standortverlegungen auf Kosten der Werktätigen ihren Profit zu steigern, ist das zwar kapitalistisch folgerichtig, aber eben nicht richtig.

Corona- und Klimakrise führten der Welt vor Augen, was alles im argen liegt, hört man nun oft. Doch die naheliegende Schlussfolgerung, dass diese Probleme, beide Krisen und das destruktive Auseinanderdriften von Gesellschaften und globaler Regionen nur erfolgreich zu meistern sind, wenn auch die Urkrise Kapitalismus überwunden wird, ist bei weitem noch nicht Konsens. Geschweige denn handlungsbestimmend. Wie lange es bis zum Gegenteil dauert, bestimmt auch darüber, wie schlimm es noch wird.

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21.09.2020
18:30 Uhr
Christian Lindner Kommentare

Boys’ Club FDP

Es hat Christian Lindner nicht gereicht, Linda Teuteberg einmal zu demütigen, als er vor einem Monat bekanntgab, die Zeit der 39-Jährigen als FDP-Generalsekretärin gehe jetzt zu Ende. Am Samstag legte der Chef der Liberalen nach und offenbarte auf dem Berliner Parteitag das ganze Ausmaß der Inkompetenz des Männerclubs FDP in Sachen Gleichstellung und innerparteilicher Demokratie. Das Schlimmste aber war nicht Lindners sexistisches Witzchen, er denke gern daran, wie oft er und »Linda« den Tag »zusammen begonnen« hätten, äh »nicht, was ihr jetzt denkt«. Dass das unbeabsichtigt herausgerutscht sei, wie Lindner nun behauptet, mag glauben, wer will.

Vollends entlarvt hat sich Lindner mit der Aufzählung seiner einsamen Entscheidungen. Darunter jene, Teuteberg anzubieten, weiter im »Team« zu bleiben. Wegen ihrer Kompetenz in der Migrationsfrage. Tatsächlich predigt die Brandenburgerin gern Härte gegen nicht ausreichend integrationswillige »Ausländer«. Und sie geißelt wirtschaftspolitisch alles jenseits neoliberal entfesselter Märkte als »Sozialismus«. Genau wegen dieser Positionen ist sie eine der wenigen Ostdeutschen, die in der bundesdeutschen Politik Karriere machen konnten. Die ihre wird nach dem Lindner-Fauxpas nicht zu Ende sein - insofern ist sie auf Frauensolidarität nicht angewiesen.

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21.09.2020
18:11 Uhr
FinCEN-Files Kommentare

Politik gerät unter Druck

Die jüngsten Enthüllungen sind kein Ruhmesblatt für Deutschlands größte Bank. Es scheint so gar nicht zu der Erzählung von einem »Kulturwandel« zu passen, die der Vorstandsvorsitzende Christian Sewing erzählt. Sewing leitete zur Tatzeit zeitweise die interne Revision. Wie beim größten europäischen Geldwäsche-Skandal bei der Danske Bank in Estland ist die Deutsche Bank nun erneut verwickelt. Es irritiert, dass dubiose, milliardenschwere Transaktionen einer Moskauer Niederlassung in der Zentrale offenbar durchgewinkt wurden.

Die Deutsche Bank sagt, die Probleme stammten alle aus der Zeit bis 2015. Das mag stimmen. Und seither hat sich viel getan. Bei großen Unternehmen ist Regeltreue (»Compliance«), um Korruption und Geldwäsche zu erschweren, heute Standard. Verstöße lassen sich allerdings bei 90.000 Beschäftigten in mehr als 60 Ländern kaum verhindern.

Die Enthüllungen zeigen jedoch vor allem, dass die Probleme nicht allein hausgemacht sind. So sind viele andere prominente Großbanken verwickelt: HSBC, Barclays oder JP Morgan. Russische Privatisierungsgewinner, Münchner Mafiosi oder afrikanische Menschenhändler, die mit ihren kriminellen Geldern an einer Stelle in die legale Wirtschaft eindringen, können dann von einer Bank zur anderen springen.

Schon das Bankgeheimnis verhindert, dass Kunden einer Bank von einer anderen Bank wirklich gecheckt werden. Im Zweifel werden kritische Transaktionen wohl an die entsprechenden Stellen gemeldet. Doch weder die Finanzaufsicht Bafin noch die Anti-Geldwäsche-Einheit FIU des Zolls wurde von der Bundesregierung hinreichend ausgestattet. Und ohnehin greifen nationale Behörden im Kampf gegen international organisierte Kriminalität zu kurz.

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21.09.2020
18:05 Uhr
FinCEN-Files Politik

Die Luschen von der Bank

Eine neue Veröffentlichung von geheimen Unterlagen des US-Finanzministeriums zeigt, wie weitgehend Banken weltweit in Geldwäsche verstrickt sind. Auch deutsche Banken stehen in der Kritik.

Von Haidy Damm
21.09.2020
18:01 Uhr
Trans-Europ-Express Politik

Zurück in die Bahn-Zukunft

Ausnahmsweise präsentiert der Verkehrsminister jetzt ein Bahn-Projekt, und zwar gleich eines für die ganze EU. Doch es ist Skepsis geboten, wenn derlei von einem Auto- und Luftfahrtlobbyisten kommt.

Von Jana Frielinghaus
21.09.2020
17:47 Uhr
Polizeigewalt Politik

Polizist droht mit Waffeneinsatz

In Dresden hat ein Polizei-Beamter auf einer »Seebrücke«-Demonstration einem Aktivisten mit dem Einsatz der Schusswaffe gedroht. Ein Video zeigt die Szene. Die Aufnahmen stehen im Widerspruch zu den Erläuterungen der Polizei.

Von Sebastian Bähr
21.09.2020
17:44 Uhr
Rossana Rossanda Kultur

Eine Tochter des 20. Jahrhunderts

Sie war bis zu ihrem Tod von der Idee des Kommunismus überzeugt: Mit der Journalistin, Feministin und Marxistin Rossana Rossanda starb eine der letzten Grandes Dames der italienischen Linken. Sie wurde 96 Jahre alt.

Von Wolf H. Wagner
21.09.2020
17:39 Uhr
Bryson DeChambeau Sport

Der Physiknerd aus der Muckibude

Eigentlich soll Golf ein Zusammenspiel aus Kraft und Präzision sein, doch Bryson DeChambeau hat dieses Vorurteil mit seinem Sieg bei den US Open endgültig widerlegt. Dabei ist der US-Amerikaner alles andere als ein dumpfer Muskelprotz.

Von Oliver Kern
21.09.2020
17:28 Uhr
Madrid Politik

»Wir brauchen Ärzte, nicht Polizisten«

Wegen der explodierenden Corona-Neuinfektionen in Madrid ist seit Montag eine Reihe von Vierteln der spanischen Hauptstadt abgeriegelt. Dort wohnen wenig Begüterte.

Von Maren Häußermann, Madrid
21.09.2020
17:23 Uhr
Philippinen Politik

Duterte unter Beschuss

Wegen des »Antidrogenkrieges« von Präsident Duterte, dem bis zu 27 000 Filipinos zum Opfer fielen, fordert das Europäische Parlament die EU-Kommission auf, den Philippinen Handelsprivilegien zu entziehen.

Von Rainer Werning
21.09.2020
17:10 Uhr
Individualität Kultur

Gewinnen ist Sein

Individualität ist für den - kleiner werdenden - Teil der Menschheit, der auf der Siegerseite des kapitalistischen Kampf- und Wettspiels steht, das, was er besitzt und gleichzeitig anderen verweigert.

Von Tim Wolff
21.09.2020
16:59 Uhr
Flughafen Schönefeld Brandenburg

Zustand des Bahnhofs stinkt Bürger an

Das Passagieraufkommen am neuen Airport BER könnte geringer ausfallen als prognostiziert. Dann verdient der alte Flughafenbahnhof Schönefeld mehr Beachtung, argumentiert die Linke. Die Deutsche Bahn zeigt sich gesprächsbereit.

Von Andreas Fritsche
21.09.2020
16:44 Uhr
Supreme Court Politik

Ruth Bader Ginsburgs letzter Wille

Streit um Ginsburg-Nachfolge: Trump will den Supreme Court durch rasche Neubesetzung mit einer Richterin seiner Wahl auf Dauer weiter nach rechts rücken.

Von Reiner Oschmann
21.09.2020
16:40 Uhr
Corona in Spanien Politik

Madrid riegelt ganze Viertel wegen Corona ab

Da die Maßnahmen vor allem dicht besiedelte und einkommensschwache Viertel im Süden von Madrid betreffen, war es am Sonntag bereits in einigen der betroffenen Bezirke zu Protesten gekommen.

21.09.2020
16:26 Uhr
Berliner Nahverkehr Berlin

Fahrerlos statt fahrscheinlos

Das vergangene Jahr war bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) von Ausfällen geprägt, wie ein aktueller Bericht an den Senat zeigt. Immerhin kriegen Nutzer am Dienstag mehr für ihr Geld.

Von Nicolas Šustr
21.09.2020
16:05 Uhr
Guatemala Politik

»Wir essen nur noch schwarze Bohnen«

Bald beginnt in Guatemala wieder die Kaffeeernte. Kaffeeröster schätzen die Qualität des guatemaltekischen Hochlandkaffees. Doch vor allem Tagelöhner und Kleinbauern zahlen einen hohen Preis. Die Coronakrise verschärft ihr Leid.

Von Andreas Boueke
21.09.2020
15:37 Uhr
Coronakrise Wirtschaft und Umwelt

Lufthansa streicht noch mehr Stellen - und mustert Europas Prestigejet aus

Der von der Corona-Krise schwer getroffene Lufthansa-Konzern will noch mehr Stellen als bislang geplant streichen. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, erhöht sich der bisher avisierte rechnerische Personalüberhang von 22.000 Vollzeitstellen weiter; eine genaue Zahl der zusätzlich wegfallenden Arbeitsplätze nannte der Konzern allerdings nicht. Zudem will die Lufthansa alle Großraumflugzeuge vom Typ Airbus A380 ausmustern und insgesamt 150 Flugzeuge aus ihrer Flotte stilllegen.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hatte der angeschlagenen Luftverkehrsbranche zuvor am Sonntag weitere Unterstützung zugesagt. Der CSU-Politiker geht von einer globalen Neuverteilung der Luftverkehrswirtschaft aus. »Wir werden über einen gewissen Zeitraum nicht mehr die ganze Bandbreite der Mobilität in der Luft haben. Manche freuen sich darüber, ich nicht. Und wir werden auch weiterhin helfen müssen«, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Scheuer verwies auf das milliardenschwere staatliche Hilfspaket für die Lufthansa. »Aber wir denken natürlich auch an die Flughäfen. Wir bereiten gerade ein Konzept für die Regionalflughäfen vor und thematisieren die großen Verkehrsflughäfen. Wenn wir an dieser Stelle wichtige Infrastruktur verlieren, können wir sie nicht mehr reaktivieren.« Das Ziel sei es, Struktur zu erhalten. »Alles, was schließt, was nicht mehr am Netz ist, wird nicht mehr aufmachen.« Scheuer kündigte an, zu einem Luftverkehrsgipfel einladen zu wollen. Agenturen/nd

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21.09.2020
15:18 Uhr
Kommunalwahlen Politik

Sachsens AfD bei Rathauswahlen chancenlos

Sachsen ist bisher eine Hochburg der AfD. Bei den Bürgermeister- und OB-Wahlen schnitt die Partei unerwartet schlecht ab.

Von Hendrik Lasch
21.09.2020
08:52 Uhr
EU-Flüchtlingspolitik Politik

Feuer in Flüchtlingslager auf griechischer Insel Samos

Samos. Im Flüchtlingslager Vathy auf der griechischen Insel Samos ist am Sonntagabend aus bisher unbekannten Gründen ein Feuer ausgebrochen. Wie das Insel-Onlineportal »Samos24« berichtete, wurde der Brand von der Feuerwehr schnell unter Kontrolle gebracht. Demnach soll es in einem Bereich des Lagers gebrannt haben, in dem unbegleitete Minderjährige wohnen. Ein Bewohner wurde vorsorglich ins Krankenhaus gebracht, hieß es. Rund 60 unbegleiteten Minderjährigen seien zudem in ein Hotel gebracht worden, wo sie die nächsten Tage bleiben sollen. Der griechische Ableger der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen twitterte, die Ärzte behandelten Menschen, die Rauch eingeatmet hätten. Es seien drei Container niedergebrannt, teilte der Bürgermeister von Ost-Samos, Giorgos Stantzos, am Abend mit.

In der Nähe des Lagers hatte es bereits am vergangenen Dienstag gebrannt. Mehrere Männer waren danach wegen des Verdachts der Brandstiftung in Gewahrsam genommen worden. Seit dem Großbrand im Flüchtlingslagers Moria auf Lesbos vor eineinhalb Wochen ist die Lage auch auf Samos angespannt. Es wird befürchtet, dass Migranten auch dort Feuer legen könnten, wie sie es mutmaßlich in Moria gemacht haben, um das Lager verlassen zu können.

Wie das Lager Moria war die Einrichtung auf Samoswährend der Flüchtlingskrise 2015 errichtet worden. Auch dieses Camp ist völlig überfüllt - statt der vorgesehenen 650 leben dort fast 6000 Migranten. Die hygienischen Zustände sind daher schlecht, außerdem gibt es immer wieder gewaltsame Auseinandersetzungen und Brände in dem Lager auf Samos. Zuletzt wurden 21 Corona-Fälle verzeichnet. Agenturen/nd

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21.09.2020
08:26 Uhr
Vakanter Richterposten am Supreme Court der USA Politik

Trumps Mehrheit für Wahl der Ginsburg-Nachfolge schrumpft

US-Präsident Donald Trump will den Platz der verstorbenen Verfassungsrichterin Ruth Bader Ginsburg schnellstmöglich neu besetzen. Doch eine dafür notwendige Mehrheit im Senat ist längst nicht mehr sicher.

21.09.2020
08:03 Uhr
Klimakrise und Ungleichheit Wirtschaft und Umwelt

Reiche Umweltsünder

Globale Klimakiller: Das reichste Prozent der Weltbevölkerung bläst einer Studie zufolge mehr als doppelt so viele klimaschädliche Kohlendioxid-Emissionen in die Atmosphäre wie die ärmere Hälfte der Menschheit zusammen.

21.09.2020
07:43 Uhr
Kampf um die Rathäuser Politik

Keine Chance für AfD bei Kommunalwahlen in Sachsen

Wer leitet künftig die Geschicke von Chemnitz und Zwickau? Weil bei den Oberbürgermeisterwahlen kein Kandidat eine absolute Mehrheit verbucht, gibt es einen zweiten Wahlgang. Dagegen hat sich die Stadt Hoyerswerda entschieden.

21.09.2020
07:25 Uhr
30 Jahre Einheit Politik

Meckel wirft CDU »verlogenen« Umgang mit der Linken vor

Der frühere DDR-Außenminister Markus Meckel wirft der CDU einen »verlogenen« Umgang mit ihrer ostdeutschen Vergangenheit und mit der Linkspartei vor. Die Christdemokraten sollten »sehr vorsichtig sein«, wenn sie über die DDR-Vergangenheit der Linkspartei sprechen.

20.09.2020
17:49 Uhr
Belarus Politik

Verhaftungen bei Frauenmärschen

Die Proteste in Belarus halten an: Trotz massiver Polizeipräsenz gingen in Minsk 50 000 Menschen auf die Straße. Derweil bestätigte das Innenministerium den Tod von drei Demonstranten.

Von Felix Jaitner
20.09.2020
17:46 Uhr
Ruth Ginsburg Kommentare

Neues Wahlkampfgift

Der Tod der Verfassungsrichterin Ruth Bader Ginsburg, einer Ikone der Gleichberechtigung, wird den US-Wahlkampf zusätzlich vergiften. Der Ausgang des Streits um die Neubesetzung ist offen. Doch es gibt ein großes Aber.

Von Reiner Oschmann
20.09.2020
17:07 Uhr
Saisonstart der Profiligen im Fußball Kommentare

Distanzlose Ehrengäste

Am Wochenende war der Saisonstart in den ersten drei deutschen Fußballligen. Corona hat in den Stadien eine Zweiklassengesellschaft geschaffen. Umso bemerkenswerter, dass diejenigen, die reindürfen, sich so merkwürdig benehmen.

Von Christoph Ruf
20.09.2020
17:01 Uhr
Wir haben Platz Politik

Kein Betriebsunfall

Im mehreren deutschen Städten gingen am Sonntag Tausende Demonstranten unter dem Motto «Es reicht! Wir haben Platz!» für eine andere Flüchtlingspolitik auf die Straßen.

Von Marina Mai
20.09.2020
16:56 Uhr
Tarifverhandlungen in Coronazeiten Kommentare

Verzicht bleibt Verzicht

Dass die breite Dankbarkeit für den aufopferungsvollen Einsatz systemrelevanter Berufe im Corona-Lockdown nur heiße Luft war, bekommen jetzt auch die Eisenbahner zu spüren. Sie hielten ab Mitte März den Verkehr aufrecht und beförderten Güter sowie alle, die nicht im Homeoffice bleiben konnten. Nun erwartet sie 2021 eine zehnmonatige Nullrunde, bevor eine Lohnerhöhung um magere 1,5 Prozent folgt. Demgegenüber waren die letzten Lohnzuwächse mit 3,5 und 2,6 Prozent geradezu üppig.

Das auch mit der Bundesregierung abgestimmte Entgegenkommen der Bahn ist bei näherer Betrachtung ein aus der Not geborenes Muss. Angesichts der Überalterung des Personals - viele gehen in den kommenden Jahren in Rente - bleibt dem Vorstand nichts anderes übrig, als die Einstellungsoffensive fortzusetzen und erfahrene Eisenbahner zu halten. So sind nun auch befristete Freistellungen für Kinderbetreuung und Pflege möglich. Zudem kommt der Bund nicht umhin, gegen den Verkehrskollaps hohe Milliardensummen für die jahrelang vernachlässigte Bahninfrastruktur auszugeben. Dies ist ja auch Teil des längst beschlossenen Konjunkturprogramms. Dies alles wiegt das Lohnopfer der Beschäftigten überhaupt nicht auf. Verzicht bleibt Verzicht.

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20.09.2020
16:56 Uhr
Moria Politik

(K)ein neues Moria

Nach dem Brand im Flüchtlingslager Moria setzt die griechische Regierung auf Repression, anstatt die desaströsen Bedingungen für Geflüchtete zu verbessern. Das vermeintliche Übergangslager wird von der Öffentlichkeit abgeschottet.

Von Elisabeth Heinze, Thessaloniki
20.09.2020
16:48 Uhr
Polen Kommentare

Beim Tierschutz hört der Spaß auf

Während überall in Europa die Zahl der Coronainfektionen ansteigt, kommt im östlichen Nachbarland Polen nun auch noch eine veritable Regierungskrise hinzu. Von einer Minderheitsregierung der PiS ohne die anderen Rechtsparteien Solidarisches Polen (SP) und Verständigung, bis hin zu vorgezogenen Neuwahlen scheint plötzlich alles möglich im politischen Warschau - »im Moment existiert die Koalition nicht«, heißt es aus der PiS. Was aber hat für diese handfeste Erschütterung gesorgt?

PiS-Vorsitzender Jarosław Kaczyński ist ein großer Katzenfreund. Ein Bild von ihm, wie er im Parlament in einem Katzenbuch blättert, statt der Debatte zu folgen, ist bereits Bestandteil der polnischen Folklore. Am vergangenen Freitag stand ein Tierschutzgesetz zur Abstimmung. Die PiS stimmte mit der Opposition dafür, die beiden kleinen Koalitionspartner jedoch nicht - die Regierungspartei stand ohne eigene Mehrheit da. Dahinter steht ein Machtkampf - wer wird künftig die Rechte in Polen führen? Während sich Premier Mateusz Morawiecki aus der PiS Hoffnung macht, Kaczyński zu beerben, hat Justizminister Zbigniew Ziobro (SP), mächtiger Justizminister und Generalstaatsanwalt, anscheinend ähnliche Ambitionen. Und darüber könnte Polens Rechtsregierung tatsächlich zerbrechen.

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20.09.2020
16:47 Uhr
Integrations- und Partizipationsgesetz Berlin

Chancen statt Geschenke

Erhebungen, ob und wie sich die Migrationsgesellschaft der Hauptstadt in der Ausbildungssituation widerspiegelt, zeigen ein problematisches Bild. Insbesondere beim öffentlichen Dienst gibt es teilweise massive Defizite.

Von Claudia Krieg
20.09.2020
16:42 Uhr
Wer hat, der gibt Politik

Über Geld sprechen

Das Bündnis »Wer hat, der gibt« machte mit einem Aktionstag in mehreren deutschen Städten auf soziale Ungleichheit aufmerksam. Das Ziel: Reiche für die Krisenkosten zur Kasse zu bitten.

Von Moritz Aschemeyer
20.09.2020
16:08 Uhr
Politik

Bremen verbietet Reichskriegsflaggen und Reichsflaggen in der Öffentlichkeit

Bremen. Im Bundesland Bremen wird das Zeigen von Reichskriegsflaggen und Reichsfahnen verboten. Der Erlass der Innenbehörde gilt von Montag an. Vom Gesetzgeber verboten ist bisher nur die mit Hakenkreuz versehene Reichsfahne von 1935-1945. Reichskriegsflaggen, die immer mehr als Symbol rechter Gruppierungen benutzt werden, sind davon ausgeschlossen. Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) will die Regelungslücke schließen. Die Flaggen können dann konfisziert und die Eigentümer mit Bußgeld bis 1000 Euro belegt werden. Reichskriegsflaggen im Sinne des Bremer Erlasses sind die Kriegsflagge des Norddeutschen Bundes/Deutschen Reiches von 1867-1921, des Deutschen Reiches von 1922-1933, des Deutschen Reiches von 1933-1935 und die Reichsflagge ab 1892 bzw. Flagge des Dritten Reichs von 1933-1935, wenn eine konkrete Provokationswirkung im Einzelfall besteht.

Thüringens Regierung erwägt gegen Symbole vorzugehen, die regelmäßig von Rechtsextremen benutzt werden. Das Innenministerium prüfe ein Verbot von Reichskriegsflaggen, hieß es. Geklärt werde noch, welche Varianten vom Verbot erfasst würden. dpa/nd

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20.09.2020
15:59 Uhr
Venezuela Politik

Vor allem Arme sind betroffen

Ein UN-Bericht thematisierte kürzlich schwere Menschenrechtsverletzungen und Folter in Venezuela. Doch wie ist Polizeigewalt gegen die ärmere Bevölkerung zu erklären, wenn sich die Regierung selbst als links versteht?

Von Tobias Lambert
20.09.2020
15:58 Uhr
AfD Brandenburg Brandenburg

Die AfD hat einen Coronafall

Die Brandenburger AfD möchte einen Untersuchungsausschuss zu eventuellen Fehlern der Regierung beim Umgang mit der Corona-Pandemie durchsetzen. Doch kurz bevor das Thema im Landtag behandelt wird, gibt es einen Coronafall in der Fraktion.

Von Andreas Fritsche, Potsdam
20.09.2020
15:44 Uhr
Wirtschaft und Umwelt

Trump verkündet Tiktok-Deal

Erst Downloadsperre, dann doch wieder Aufschub: Das Gezerre um Tiktok in den USA nimmt kein Ende. Auch weil US-Präsident Trump sich zum wiederholten Male selbst einschaltet.

Von Markus Drescher
20.09.2020
15:28 Uhr
Treibhausgas Wirtschaft und Umwelt

Volldampf für Klimaschutz

Pro Tonnenkilometer belasten Schiffe die Umwelt weit weniger als Lkw oder Bahn. Dennoch spucken sie riesige Mengen an Schwefel, Stickoxiden und CO2 aus. Das soll sich in der EU ändern.

Von Hermannus Pfeiffer
20.09.2020
15:17 Uhr
Reality-TV Kultur

Danke, Herr Wachtmeister!

Polizeiserien im Scripted-Reality-Format sollen Empathie mit der Polizei erzeugen. Jede Reaktion jenseits von erleichterter Dankbarkeit und vollumfänglicher Kooperation wird sofort als verdächtig markiert.

Von Sandra Beck
20.09.2020
15:08 Uhr
Thalia Theater Hamburg Kultur

Neues aus dem Niedergang

Was treibt eigentlich der alte weiße Mann? Zwei Theaterabende in Hamburg und Bochum fragen nach und zeigen: Um zu sich selbst zu kommen, muss er Macht und Geld verlieren.

Von Jakob Hayner
20.09.2020
14:46 Uhr
Heimstaden Bostad Berlin

Investorenkaufrausch ohne Ende

Der Immobilienkonzern Heimstaden kauft im großen Stil Wohnungen in Berlin. Der Milieuschutz hat das Unternehmen bisher kaum gebremst.

Von Nicolas Šustr
20.09.2020
13:48 Uhr
Linke-Landesparteitag Thüringen Politik

Linkes Bewerberinnenduo gibt Einstand

Zum ersten Mal, seit sie angekündigt haben, dass sie für die Spitze der Bundes-Linken kandidieren, sind Susanne Hennig-Wellsow und Janine Wissler gemeinsam öffentlich aufgetreten.

Von Sebastian Haak, Sömmerda
20.09.2020
10:35 Uhr
Belarus Politik

Mehr als 300 Frauen in Minsk am Sonnabend bei Protesten festgenommen

Der »Marsch der weiblichen Solidarität«, wie er hieß, war am Samstag zunächst ohne Polizeieinsatz durch mehrere Straßen gezogen - es gab wieder viele Festnahmen. Seit der Präsidentenwahl am 9. August kommt es in Belarus mittlerweile täglich zu Protesten.

18.09.2020
18:31 Uhr
Moria Kommentare

Bequeme Ausrede

Die Parteien des Mitte-links-Spektrums haben keine gemeinsame Strategie, wie sie die Aufnahme von mehr Geflüchteten aus griechischen Lagern erzwingen könnten. Zwar haben die Bundesländer Berlin und Thüringen zusätzliche Hilfe angeboten, doch sie wurden nun im Bundesrat unter anderem von dem rot-grünen Hamburger Senat ausgebremst. Auch die Spitze der SPD scheint sich mit dem Kompromiss abgefunden zu haben, den sie mit der Union geschlossen hat.

Dass Deutschland weitere 1553 Menschen von fünf Ägäis-Inseln aufnehmen will, ist natürlich besser als nichts. Aber es läuft alles darauf hinaus, dass gleichzeitig Verschärfungen beschlossen werden. Geflüchtete werden trotz der Coronakrise in Hotspots an der EU-Außengrenze zusammengepfercht. Die große Mehrzahl von ihnen soll schnell wieder in ihre Heimatländer oder nach Nordafrika beziehungsweise in die Türkei zurückgebracht werden, wo ihnen unwürdige Lebensbedingungen oder auch Gewalt drohen.

Angesichts dieses Elends wollen linke Sozialdemokraten, die an politischen Entscheidungen beteiligt sind, nicht als Unmenschen dastehen. SPD-Chef Norbert Walter-Borjans hat kürzlich erklärt, dass die Bundesrepublik durchaus mehr Asylsuchende aufnehmen könnte. Eine Voraussetzung hierfür ist aus seiner Sicht aber, dass die anderen EU-Länder dem deutschen Beispiel folgen.

Der Verweis auf die fehlende gemeinsame europäische Asylpolitik ist eine bequeme Ausrede. Denn alle wissen, dass die Fronten in der Europäischen Union verhärtet sind. Die Schutzsuchenden können nicht warten, bis sich der Staatenverbund einigt. Sie brauchen sofort mehr Hilfe von Staaten, die sie leisten können und wollen.

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18.09.2020
18:27 Uhr
Bolivien Kommentare

Áñez wirft das Handtuch

Boliviens De-facto-Präsidentin Jeanine Áñez hat ihr Kalkül offen dargelegt: Jede Stimme für sie würde die Chance für den Sieg von Luis Arce, dem ehemaligen Wirtschaftsminister des ins Exil getriebenen Präsidenten Evo Morales von der Bewegung zum Sozialismus (MAS), vergrößern. Deswegen wirft Áñez das Handtuch: Sie zieht ihre Kandidatur für die Präsidentschaftswahl am 18. Oktober zurück, weil sie nicht gewinnen kann.

Das bolivianische Wahlrecht erkennt einem Kandidaten den Sieg in der ersten Runde zu, wenn er mit zehn Prozentpunkten Abstand gewinnt. Auch dann, wenn die absolute Mehrheit nicht erreicht wird. Direkt vor Áñez’ Ankündigung wurde eine Umfrage veröffentlicht, bei der Arce mit 40 Prozent zwölf Prozentpunkte vor Ex-Präsident Carlos Mesa lag. Damit würde Áñez’ Horrorvorstellung wahr - die Rückkehr der MAS an die Schalthebel der Regierung.

»Wenn wir uns nicht zusammenschließen, kehrt Morales zurück.« Mit allen Mitteln will Áñez verhindern, dass die von ihr in Gang gesetzte konservative Restauration zu Lasten der Indigenen von der MAS wieder gestoppt wird, die dafür Morales’ Rückkehr aus dem Exil gar nicht zwingend braucht.

Dass Áñez’ Kalkül aufgeht, ist allerdings fraglich. Ihre rechten bis rechtsradikalen Anhänger stehen dem rechtsradikalen Diego Camacho weit näher als dem neoliberalen Carlos Mesa. Und der Hardliner Camacho macht keine Anstalten, um für den chancenreicheren Mesa zurückzuziehen. Die rechte Uneinigkeit bleibt Arces große Chance im ersten Wahlgang. Siegt er, erhält die MAS eine zweite Chance. Bolivien wäre das zu wünschen.

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18.09.2020
18:20 Uhr
Jan Rosenstein Politik

Rechter Amtsleiter

Jan Rosenstein war Leiter eines Ausländeramtes im Landkreis Saalekreis in Sachsen-Anhalt. Flüchtlingsunterstützern galt er schon länger als Rechtsaußen-Hardliner. Nun wurde er entlassen. Ein Grund: Er nutzte Nazi-Symbole in Chats.

Von Sebastian Bähr
18.09.2020
18:07 Uhr
Polizeiproblem Kommentare

Rechter, als die Polizei erlaubt

Nach den Razzien bei rechtslastigen Polizisten sollte man nicht vorverurteilen. Selbst bei Hitler-Bildern sollte man immer den Kontext beachten. Schließlich sind Polizeibeamte geradezu berüchtigt für ihren doppelbödigen Metaebenen-Humor.

Von Andreas Koristka
18.09.2020
18:01 Uhr
Verkehrswende Berlin

Aggressive Revierverteidigung

Muss man die Lust am Autofahren bei der Verkehrswende respektieren, wie es nd-Leser Wolf-Orland Naumann fordert? Nein, sagt Linke-Mitglied Dennis Egginger-Gonzalez. Er möchte dieses «seltsame Freiheitsverständnis auf Kosten der Solidarität» nicht akzeptieren.

Von Nicolas Šustr
18.09.2020
17:57 Uhr
Politik

»Am Ende wird der Kapitalismus ein Treppenwitz gewesen sein«

Was sind die wertlosen Dinge wert? Der Lieblingskugelschreiber oder der Stein, den man vom Strand mitnimmt? Sie stehen für etwas anderes als für kapitalistische Verwertung. Ein Gespräch mit dem Kulturwissenschaftler Andreas Gehrlach.

Von Thomas Wagner
18.09.2020
17:43 Uhr
Tesla Politik

»Big Brother Award« für die Groko

Den jährlichen »Big Brother Award« erhielt diesmal unter anderem die Große Koalition aus CDU und SPD. Sie wird ausgezeichnet für die Mitverantwortung am völkerrechtswidrigen US-Drohnenkrieg, der über die US-Militärbasis Ramstein in der Pfalz abgewickelt wird.

Von Sebastian Bähr
18.09.2020
17:38 Uhr
Bundestag Politik

Kaum befasst?

Nur ein Versehen? Die ehemalige Verfassungsschützerin E.H. hätte nicht für die Bundesregierung im Breitscheidplatzausschuss sitzen dürfen. Zwei Jahre nach dem Eklat sagte sie nun aus, wie viel sie zu vor mit dem Attentäter Anis Amri zu tun hatte.

Von Daniel Lücking
18.09.2020
17:29 Uhr
Coronavirus Politik

Alles unter Kontrolle

Gerichte korrigieren in der letzten Zeit häufiger Corona-Maßnahmen. Somit funktioniert der Rechtsstaat, möchte man meinen. Aber längst kratzt das Regieren mit Verordnungen an der Substanz der Demokratie.

Von Stefan Otto
18.09.2020
16:53 Uhr
Biologische Landwirtschaft Brandenburg

Büffelmozzarella in Bioqualität

Dürresorgen, Schweinepestfurcht, Vermarktungsprobleme: Brandenburgs Biobauern haben mit manchen Schwierigkeiten zu kämpfen. Eine Rundfahrt durch die Landkreise Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming.

Von Andreas Fritsche
18.09.2020
16:46 Uhr
Alexej Nawalny Politik

Kreml-Astrologen unter sich

Für die Vergiftung Alexej Nawalnys machen viele deutsche Spitzenpolitiker und Experten Wladimir Putin oder schlicht »den Kreml« verantwortlich. Doch ist der russische Präsident wirklich ein allmächtiger Herrscher oder agiert er im Interesse der Herrschenden?

Von Felix Jaitner
18.09.2020
16:25 Uhr
Tarifverhandlungen öffentlicher Nahverkehr Politik

Die nächste Verkehrswende

Der öffentliche Nahverkehr muss sich dem Wettbewerb stellen, heißt es seit der Jahrtausendwende. Das Ergebnis: Niedrige Löhne, weniger Personal. Jetzt will die Gewerkschaft Verdi eine Wende einleiten.

Von Ines Wallrodt
18.09.2020
16:21 Uhr
Haus der Statistik Berlin

Wie sich Utopie materialisiert

Im ehemaligen Haus der Statistik, in direkter Nähe zum Berliner Alexanderplatz, sollen bald Amtsstuben, Wohnungen und Kulturräume entstehen. Bereits jetzt eröffnete dort ein alternativer Umschlagplatz für Gebrauchtwaren - als Pioniernutzung.

Von Tim Zülch
18.09.2020
15:53 Uhr
Probleme des Profifußballs Sport

Wenn die Krise Hoffnung macht

Beginn der Coronakrise wurden viele Probleme des Profifußballs offenbar, von der Fanseite wird schon länger von einem kranken System gesprochen. Die Fanvertreterin Helen Breit über die Notwendigkeit und Möglichkeiten von Reformen.

Von Alexander Ludewig
18.09.2020
14:48 Uhr
Coronavirus Kommentare

Der Freigeist hat Dellen

Was einmal als freundliche Bezeichnung gemeint war, kann seine Bedeutung verschlechtern - und was einmal beschimpfen sollte, plötzlich positiv klingen: Überlegungen zu »Freigeistern« und »Idioten« in Zeiten ideologischer Spannung.

Von Frédéric Valin
18.09.2020
14:44 Uhr
US-Präsidentschaftswahl Politik

Donald Trump mit Problemen beim »cash flow«

Donald Trumps Law-and-Order-Wahlkampf hat bisher nicht steigende Zustimmung gebracht. Der US-Präsident kann seine Wiederwahl gewinnen, doch das Fenster dazu wird kleiner. Ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken nun Latinos - und Geldprobleme.

Von Moritz Wichmann
18.09.2020
14:43 Uhr
Zugbegleiter Politik

»Jede Schicht ist eine Wundertüte«

Frank Wieland kontrolliert seit 22 Jahren Fahrscheine in Zügen der Deutschen Bahn. Am liebsten fährt er den RE 7 mit Haltepunkt Bad Belzig, seinem Wohnort. Wer kein Ticket hat, muss 60 Euro zahlen. In seltenen Fällen drückt er aber ein Auge zu.

Von Anita Wünschmann
18.09.2020
14:18 Uhr
El Alto Kultur

Symbole indigenen Aufbruchs

Ein markanter Stil mit eigener Form- und Farbsprache prägt die moderne Architektur in der bolivianischen Stadt El Alto. Die mehrstöckigen Gebäude finden sich auch in Peru und Chile.

Von Knut Henkel (Text und Fotos)
18.09.2020
14:08 Uhr
Klimapolitik Politik

Das Klimaziel im Nebensatz

Von wegen PS-Fetischismus und Verbrennerkult: Gewerkschaftsaktive in der Automobilindustrie stehen umweltpolitisch keineswegs dort, wo man sie vielleicht vermutet. Doch fehlt es an Diskussionsräumen - und oft auch an einer angemessenen Ansprache.

Von Jörn Boewe, Stephan Krull und Johannes Schulten
18.09.2020
14:04 Uhr
Klassismus Politik

Ein klassischer Ismus

Dem Sexismus widmen sich die Gender- und dem Rassismus die Postcolonial Studies. Was aber ist mit Klasse? Warum dem »Klassismus« ein akademischer Aufstieg grundsätzlich zu wünschen ist - und welche Fehler solche »Class Studies« vermeiden müssten.

Von Bastian Tebarth
18.09.2020
14:00 Uhr
Alkoholsucht Wissen

Ein dreckiges Molekül

Lange galt als ausgemacht, dass Alkoholkrankheit auf eine Verknappung des »Glückshormons« Dopamin im Gehirn zurückgeht. Doch in Mannheim geht eine Forschungsgruppe gerade vom Gegenteil aus - mit auf den ersten Blick höchst unorthodoxen Folgerungen.

Von Lidia Polito
18.09.2020
13:51 Uhr
Drogenpolitik Wissen

O’zapft ist immer

Eigentlich würde dieses Wochenende das Münchner Oktoberfest eröffnet. Doch Corona erspart uns nicht nur Sauf-Selfies der versammelten Voll- und Halbprominenz - sondern macht es auch möglich, einmal nüchtern über Sucht und Drogenpolitik nachzudenken.

Von Lidia Polito und Velten Schäfer
18.09.2020
13:44 Uhr
Evangelische Kirche Politik

Glaube an den Wandel

Die evangelische Kirche ist noch immer größtenteils weiß und männlich - Mariam ist das nicht. Sie will Pastorin werden und vieles anders machen. Vor allem soll sich niemand mehr von der Kirche ausgeschlossen fühlen.

Von Anna-Lena Schlitt
18.09.2020
13:37 Uhr
Palmyra Wissen

Schöne tropische Plage

Südsee und Kokospalmen - das perfekte Idyll. Doch die aus Südostasien stammenden Pflanzen wurden dort erst von den Menschen eingeschleppt. Auf dem Palmyra-Atoll versucht man nun, den Zustand vor 1500 wieder herzustellen.

Von Michael Lenz
18.09.2020
13:12 Uhr
Aborigines Wissen

Mehr als Jäger und Sammler

Die englischen Eroberer behaupteten immer, Australiens Ureinwohner seien Nomaden gewesen. Doch auf einer Insel im Norden Australiens fanden Forscher alte Bananenfarmen, die schon vor über 2000 Jahren von Indigenen angelegt worden waren.

Von Barbara Barkhausen
18.09.2020
12:41 Uhr
Mittelmeer Politik

Erneut Gerettete von Bord der »Open Arms« gesprungen

Palermo/Frankfurt a.M. Am zweiten Tag in Folge sind Dutzende Flüchtlinge vor der italienischen Küste von Bord des Rettungsschiffes »Open Arms« gesprungen. Weitere 48 Menschen hätten sich verzweifelt ins Meer gestürzt, erklärte der Gründer der gleichnamigen Hilfsorganisation, Oscar Camps, am Freitag. Obwohl Italien die grenzwertige Situation auf der »Open Arms« kenne, lasse das Land sie ohne Lösung und Informationen anderthalb Kilometer vor Palermo ausharren, sagte Camps. »Das Leiden an Bord verlängert sich so unnötigerweise, nicht nur das der Geretteten, sondern auch der Crew.« Die Besatzung hatte vor mehr als einer Woche rund 280 Menschen aus Seenot gerettet und wartet seitdem auf die Erlaubnis einen Hafen anzusteuern.

Lesen Sie auch: »Das Boot war überfüllt, es kam Wasser rein. Panik brach aus.« Anna Popescu vom Alarmphone über Notrufe von Geflüchteten und das Nichtstun der Bundesrepublik.

Bereits am Donnerstag waren 76 Menschen von Bord gesprungen, von den Helfern und der italienischen Küstenwache aus dem Wasser gezogen und an das Festland gebracht worden.

Bereits vor Tagen hatte Open Arms die Situation an Bord als äußerst angespannt beschrieben. Viele der Flüchtlinge waren den Angaben zufolge stark dehydriert und geschwächt aufgenommen worden, das Schiff war völlig überfüllt, die See unruhig. Zwei Schwangere und ein Mann wurden aus medizinischen Gründen evakuiert. epd/nd

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18.09.2020
11:24 Uhr
Periodenarmut Politik

Vom Sozialisieren der Menstruation

Menschen, die auf der Straße leben, menstruieren wie alle anderen auch. Nur sind die Umstände schwerer. Ein Verein hat sich zum Ziel gesetzt, die sogenannte Periodenarmut bekämpfen.

Von Julia Trippo