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Redaktionsübersicht

Irmtraud Gutschke

Irmtraud Gutschke
langjährige Literaturredakteurin im nd (47 Jahre) und jetzt weiterhin vornehmlich für die Ressorts Feuilleton und nd.Die Woche tätig, hat Slawistik und Anglistik studiert und über das Schaffen von Tschingis Aitmatow promoviert. Sie ist Autorin von Gesprächsbücher mit Hermann Kant, Eva Strittmatter und Gisela Steineckert sowie des Essaybandes "Das Versprechen der Kraniche. Reisen in Aitmatows Welt" und veranstaltet einen monatlichen "nd-Literatursalon". 

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Aktuelle Beiträge von Irmtraud Gutschke

Das Auge des Krieges. Es ist grausam, gnadenlos. Brennende Dörfer, von Panzern niedergewalzte Getreidefelder, am Wegesrand die Leichen erschossener und verstümmelter Zivilisten. Pferdekadaver, zu einem Hakenkreuz gelegte geköpfte Gänse. Verwaiste, geplünderte Häuser. Ein Baby in einer Wiege – schläft es oder ist es von Eindringlingen kaltblütig gemordet worden? Auch vor Sakralgebäuden machte der Vernichtungswahn der deutsch-faschistischen Aggressoren nicht halt. Ein endloser Zug von Rotarmisten, die in deutsche Gefangenschaft geführt werden. Einsame, abgemagerte Kinder blicken fragend, ängstlich, um Erbarmen bittend in die Kamera. Die Aufnahmen des Fotografen Dieter Keller, die er als Wehrmachtssoldat 1941/42 in der Ukraine gemacht hatte, erschüttern, entsetzen. Knapp über 200 Fotos des 1985 verstorbenen Chronisten des Krieges Hitlerdeutschlands gegen die Sowjetunion sind erhalten geblieben. Norbert Moos sichtete sie und fügte eine Auswahl zu einem eindringlichen Anti-Kriegs-Almanach: »Das Auge des Krieges«, Buchkunst Berlin, 117 S., geb., 38 €.

Der goldene Traum vom Frieden

Das Buch »Der 8. Mai. Geschichte eines Tages« ist eine Sammlung von Erinnerungen, die Alexander Rahr und Wladimir Sergijenko herausgegeben haben.

Die Sonne war damals besser

Wenn Erwin Berner über Verschwundenes sinniert, entstehen gleichsam Schwarz-Weiß-Fotos vor dem inneren Auge, die sich gegen das vorherrschend Bunte behaupten wollen: »Erinnern zielt auf ein verlorenes Lebensgefühl.«

Stücke für zwei Personen

Was haben Friedrich Dieckmann und Carmen-Maja Antoni, Peter Maffay und Egon Bahr gemeinsam? Sie haben mit Paul Werner Wagner auf einer Bühne gesessen, um über ihre Erfahrungen aus einem langen Leben Auskunft zu geben. Im Rahmen des »Forums Kultur und Politik«, das die F...

Keine Angst!

Mit Vorliebe zeichne sie Mädchen, die außergewöhnliche Dinge tun, heißt es über Sophie Gilmore. In Neuseeland geboren, hat sie in Edinburgh Kunst studiert und lebt derzeit in Italien, »for a little while«, wie sie sagt, also offenbar bereit, weiter durch die Welt zu zie...

»Glauben Sie an Geister«

Es ist seit jeher das Markenzeichen von Xavier-Marie Bonnot gewesen: das Rätselhafte, ja Mystische, das wir bei all unserer Rationalität nicht ganz von der Hand weisen können. In seinem Roman »Die Melodie der Geister« war die Aufklärung ominöser Morde in Marseille von e...

Wie ein Vogel, der sich verflogen hat

Eine 15-Jährige verhilft einem Mann zu einer Leiter, und dem gelingt damit 1986 die Flucht über die Mauer nach Westberlin. Das Mädchen will nicht verlassen werden, rennt ihm nach ... Wenn ein Roman so beginnt, ahnt man, es wird böse enden. Der Mann könnte erschossen wer...

Die Inseln des Ichs

Zwei Geschichten in eine verwoben: Ein Paar kam zusammen, weil er sie gegen ihren gewaltsamen Ehemann verteidigte - unverhältnismäßig, wie das Gericht befand. Helen ließ sich scheiden und heiratete Olav noch im Gefängnis. • Buch im nd-Shop bestellen Ludwig Fels: M...

«Literatur und Leben sind zweierlei»

Auch ohne Buchmesse wird der Preis der Leipziger Buchmesse am 12. März vergeben. Wir stellen die Titel vor, die auf der Shortlist für Belletristik nominiert sind.Wie wird ein aufrechter Büchermensch zum Reaktionär - oder zum Revoluzzer? Eine aufwühlende Geschichte über ...

Sehnsucht, die in jedem ist

Der Titel ihres ersten Gedichtbandes aus dem Jahr 1973 war Programm: »Ich mach ein Lied aus Stille«, so heißt nicht nur eines der schönsten Gedichte von Eva Strittmatter. Das »Lied« und die »Stille« schienen auch einem Literaturbegriff in der DDR entgegengesetzt, der ge...

Die Wirklichkeit unter der Wirklichkeit

Dies ist keine Biografie über Michael Ende (1929-1995), sondern ein Roman: »Die Welt ist eine große Geschichte, und wir spielen darin mit« ist ganz in seinem Sinne geschrieben und weist doch über sein Leben hinaus.Denn es ist ebenso eine Geschichte jener Frau, die hier ...

Christian Baron, damals Redakteur beim

»Verlier niemals deinen Stolz«

»Mochte mein Vater auch manchmal unser letztes Geld in irgendeiner Spelunke versoffen, mochte er auch mehrmals meine Mutter blutig geprügelt haben: Ich wollte immer, dass er bleibt. Aber anders.« Christian Barons Debüt erlaubt keine einfachen Urteile

Die Geheimnisse von Tatarstan

Lange bin ich nicht auf die Idee gekommen, Tschingis Aitmatow mit einem anderen Ort als Kirgistan in Verbindung zu bringen. Das Porträt seiner Eltern weckte kurze Verwunderung: Die schöne Mutter sah nicht wie eine Kirgisin aus. Sei’s drum. Ich habe ihn nicht danach gefr...

Die Krise ist keine Katastrophe

Spätmoderne« - dass er mit diesem Begriff im Untertitel provoziert, hat Andreas Reckwitz wohl einkalkuliert. So mitreißend, wie er argumentiert und formuliert, will er über das Wissenschaftsmilieu hinaus, zielt er auf den medialen und politischen Betrieb. Hilfestellung,...

Der Vermittler

Nach der Lektüre der letzten Seite betrachtet man ein Buch vom Ende her. Was schade ist in diesem Fall, weil diese Wortmeldung von Michail Gorbatschow insgesamt zu empfehlen ist. Das Kapitel über Deutschland steht in der russischen Ausgabe in der Mitte, eingebettet sozu...

Brücken bauen mit Wyssozki

Das 1984 eröffnete »Haus der sowjetischen Wissenschaften und Kultur« sollte DDR-Bürgern das Freundesland näherbringen. Seit den 90er Jahren fristete es eher ein Schattendasein an der Friedrichstraße.

Drama der großen Gefühle

Vielleicht birgt dieses Buch ein Geheimnis, das kein Leser je ergründen wird. Es ist keine literaturwissenschaftliche Abhandlung, keine nur analytische Untersuchung. Peter Michalzik über die Liebesgeschichte von Boris Pasternak, Marina Zwetajewa und Rainer Maria Rilke.

Das Flattern des Feuervogels

Am Tag zuvor war der Starpianist Denis Matsujew noch in Norilsk aufgetreten, 300 Kilometer nördlich vom Polarkreis. Draußen 41 Grad minus, aber im Konzertsaal sei es warm gewesen, sagte er, und dass er auch dort begabte junge Musiker getroffen habe. »Talente gibt es auc...

Luft kennt keine Grenzen

Am Samstag gingen die »Russian Seasons«, ein ganzjähriges Festival, das den »interkulturellen Austausch zwischen Deutschland und Russland« stärken sollte, mit einem glanzvollen Konzert in der Hamburger Elbphilharmonie zu Ende. Mit seinem Titel erinnert das Festival...

Zirkus, Zombies, Zauberei

Liebe kann die Welt verändern - wie viele Geschichten sind schon darüber geschrieben worden. Vielleicht in der Hoffnung, dass sich in der Beschwörung schon ein Zauber erfüllt. • Buch im nd-Shop bestellen Anton Soja: Die wahre Geschichte: vom traurigen Clown Federi...

Wenn die Blumen sprechen könnten

Versuchen Sie, diesem Gedicht namens »Sturmflut« einmal nachzulauschen: »Die Flut sagte zum Fischer:/ Für das Toben meiner Wellen/ gibt es viele Gründe./ Der wichtigste davon ist,/ dass ich für die Freiheit der Fische/ und gegen das Netz bin.« • Buch im nd-Sho...