Redaktionsübersicht

Thomas Blum

Ressort: Feuilleton
Thomas Blum

Thomas Blum, Jahrgang 1968, hat an der Freien Universität Berlin Neuere deutsche Literatur, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft sowie Allgemeine Erziehungswissenschaft studiert. Mehrere Jahre arbeitete er als Assistent für schwerbehinderte Menschen. Seit 1999 arbeitet er als freier Autor für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften (u.a. „Konkret“, „Berliner Zeitung“, „Stadtrevue Köln“). Von 1999 bis 2011 war er in der Redaktion der linken Wochenzeitung „Jungle World“ tätig, zuletzt als Redakteur im Ressort Dossier. 2011 kam er für ein Jahr als Inlandsredakteur zum „neuen deutschland“. Seit 2013 ist er Redakteur im Feuilleton.

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Aktuelle Beiträge von Thomas Blum

Plattenbau Die CD der Woche. Weitere Texte unter dasND.de/plattenbau

Erotischer Einrichtungsgegenstand

St. Vincent

Zu behaupten, dass die aus Texas stammende New Yorker Künstlerin Annie Clark alias St. Vincent zu Extravaganz und Selbstinszenierung neigt, wäre eine Untertreibung. Dass sie sich weigert, dem Klischee der harmlose Weisen trällernden und dabei verliebt guckenden Hupfdohl...

»Vielfalt der Meinungen«: Rechte? Linke? Alles dasselbe!

»Die Antifa hat provoziert«

Ein Gespräch mit Kathrin Grün von der Frankfurter Buchmesse über Rechte, Linke und Meinungsfreiheit

»Da waren Gruppierungen, z. B. die Antifa, die diese Veranstaltung gestört haben, sie haben geschrien und verbal provoziert.« Ein Gespräch mit der Leiterin der Kommunikationsabteilung der Frankfurter Buchmesse, Kathrin Grün.

Wie aus zwölf Zeilen über Nacht drei Zeilen werden

Nicht immer gilt das gesprochene Wort: Über Interviews, wie sie entstehen und was am Ende aus ihnen gemacht wird

»Eine zuvor zwölf Zeilen lange Antwort war nur noch drei Zeilen lang, und dieser Drei-Zeilen-Stummel enthielt zweieinhalb Zeilen Text, die im Interview gar nicht gesagt worden waren.« Darüber, wie heute Interviews entstehen, ärgert sich Thomas Blum.

Warten auf die Erleuchtung

Wenn auf einer kleinen Clubkonzertbühne eine vergleichsweise große Zahl von Musikerinnen und Musikern dazu genötigt ist, dicht gedrängt nebeneinanderzustehen, -zusitzen oder -zukauern, ist das kein Zuckerschlecken für die Beteiligten. Schließlich soll sich ihr Tun nicht...

Working Man

Maurice Summen

Deutschland ist international bekannt für seine Automobilindustrie, seine hohen Umweltschutzstandards, seine Humorlosigkeit und seine unbestrittenen historischen Leistungen auf den Feldern Weltkrieg und Massenmord. Dass es das Kernland von Soul-Pop, Disco und Funk wäre,...

Das war der Sound

The Jesus & Mary Chain spielen im Astra-Kulturhaus

Früher, das heißt vor über 30 Jahren - in der Popgeschichte ist das, wie man weiß, ein Zeitraum, der ungefähr der Ewigkeit gleichkommt -, waren die Gebrüder William und Jim Reid ein granteliges Jungmännerduo aus Glasgow, das bevorzugt schwarz gekleidet und mit dunklen S...

Wie irische Wiesen

»Romeo oder Julia«, der neue Roman von Gerhard Falkner

Ein Schriftsteller, Kurt Prinzhorn, reist zu einem Schriftstellerkongress nach Innsbruck. Sonderbare Dinge geschehen in der Folge: In der Badewanne seines Hotelzimmers finden sich Haare, die nicht seine sind. Ist jemand in seiner Abwesenheit in sein Zimmer eingedrungen?...

Musik zur Zeit

Alte und neue Hipster: Pere Ubu

Ben Frost ist bärtiger Junghipster mit einem Hang zu dystopischer Weltdeutung. David Thomas ist bärtiger Althipster mit Altherrenhut und einem Hang zu dystopischer Weltdeutung. Beide machen sie Musik zur Zeit.

Woody Guthrie

Nein, nein, nein!

Der Sänger Woody Guthrie war die Stimme der Unterdrückten und Entrechteten. Morgen jährt sich sein Tod zum 50. Mal

In seinen Liedern sang der Mann von Ungerechtigkeit zur Zeit der Großen Depression in den USA. Mit seiner Musik verlieh der Sänger Woody Guthrie jenen eine Stimme, die keine hatten.

Echte Musik

Neues von Van Morrison

Liebe Leserinnen und Leser. Willkommen im Goldenen Herbst! Willkommen bei den Altherrenwochen! Der Literaturnobelpreisträger Bob Dylan tourt immer noch durch die Mehrzweckhallen, so hört man, und er verkauft vermutlich, sofern dies noch niemand unterbunden hat, auc...

Jetzt ganz unten angekommen: die deutsche Demokratie. Zum Volkshochschulkurs »Deutsche Leitkultur und moderne Rassenkunde« bitte immer den Wegweisern nach.

Wir sind ein blödes Volk

Der Wahlerfolg der AfD macht kenntlich, wie Deutschland tickt

Nach dem Wahlerfolg der AfD wird mal wieder die Frage gestellt: »Wie konnte das geschehen?« Das ist ungefähr so intelligent, wie danach zu fragen, warum ein 16-Tonnen-Gewicht von oben nach unten fällt, wenn man es loslässt.

Besser als Hagebuttentee und SPD

Das Fantasy Filmfest geht zu Ende. Ein Resümee

Man muss nicht das Fantasy Filmfest besuchen. Man kann sich natürlich stattdessen auch einen »Tatort« ansehen, wenn man unbedingt will. Kostet nichts und hilft beim Einschlafen. Es soll ja auch Leute geben, die lauwarmen Hagebuttentee für das schmackhafteste aller Geträ...

Geburt, Scheitern, Tod

Hinson & Tricky

Eine Wimmergitarre, eine Violine, ein Piano, ein blechern zischendes Becken. Überhaupt hören wir hier nur analoge musikalische Gerätschaften. Manchmal meint man gar, das sanfte Rauschen der Tonbänder zu hören. Das ist sehr US-amerikanische Musik, allerdings keine von de...

Ripleys Pioniertat

An der Entwicklung der Rollenbilder im Horrorfilm zeigt sich der Fortschritt der Emanzipation

Hatte man das Pech, eine junge bis mittelalte Frau zu sein, hatte man’s früher als Figur in Horrorfilmen und im Thrillergenre nicht leicht: Man musste, bis weit in die 1990er Jahre hinein, vor allem hysterisch schreiend weglaufen können. Und, wie in den meisten anderen ...

Fingerfood

Täglich Horror, hält man das aus? Ein Selbstversuch

Sich tagelang am Stück jeweils vier bis fünf Filme anzusehen, in denen die diversen Abgründe und die verstecktesten Winkel der menschlichen Psyche ausgeleuchtet werden, macht zweifelsohne etwas mit einem. Auch beim Essen

Formschön spritzt die Gehirnmasse

Fantasyfilmfest: »Mermaid« und »This Is Your Death«

Nun gut, die Gewaltexzesse sind einfallsreich und farbenfroh inszeniert. Die auf der Leinwand zu sehenden Bösewichte sind geschönt, haben eher Ähnlichkeit mit Lord Voldemort oder Norman Bates als mit Alexander Gauland und Josef Fritzl (naja, sagen wir: in der Regel). Un...

Mach deinen Job und sei darauf stolz!

J. Mauser / Captain Gips

Komm, erzähl mir nicht, wie reich du bist / Komm, erzähl mir nicht, wie schön du bist / Ist mir alles wirklich scheißegal.« Hier scheint, und das ist sehr erholsam, zumindest nicht der im hiesigen HipHop allgemein üblich gewordene und mit dumpfestem Mackertum, Dicke-Eie...

Blasse Geister, sterbende Hirsche

Am Mittwoch beginnt das Fantasyfilmfest: Zehn Tage lang Unbehagen, Verstörung, Blutfontänen und Popcorn

Das Fantasyfilmfest tourt Jahr für Jahr durch mehrere große deutsche Städte. Mit abseitigen Thrillern, Horror- und SF-Filmen sagt es dem Happy-End- und Langeweile-Mainstreamkino den Kampf an. Am Mittwoch startet es in Berlin.

Mit verschiedenen Zuständen gefüllt

Die Volksbühnen-Saison eröffnet mit viel Ringelpietz

Das ist schön. In dem Video, das wir sehen, ist ein junger Mann bei Schlenker- und Schlackerbewegungen zu sehen. Es handelt sich bei ihm um einen jener jungdynamischen Tanztheateronkels, die der neue Intendant der Volksbühne (ehemals: Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz)...

In der Tiefe des Freiraums

Holger Czukay, Musikgenie sowie Gründungsmitglied und Bassist der Gruppe Can, ist gestorben

Die Tatsache, dass die von den frühen 70er Jahren bis heute international äußerst einflussreiche Kölner Band Can »zu keiner Zeit eine normale Rockgruppe« war, sondern eine »anarchistische Gemeinschaft«, wie der Keyboarder der Gruppe, Irmin Schmidt, einmal sagte, ist kau...