Redaktionsübersicht

Thomas Blum

Thomas Blum

Thomas Blum, Jahrgang 1968, hat an der Freien Universität Berlin Neuere deutsche Literatur, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft sowie Allgemeine Erziehungswissenschaft studiert. Mehrere Jahre arbeitete er als Assistent für schwerbehinderte Menschen. Seit 1999 arbeitet er als freier Autor für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften (u.a. „Konkret“, „Berliner Zeitung“, „Stadtrevue Köln“). Von 1999 bis 2011 war er in der Redaktion der linken Wochenzeitung „Jungle World“ tätig, zuletzt als Redakteur im Ressort Dossier. 2011 kam er für ein Jahr als Inlandsredakteur zum „neuen deutschland“. Seit 2013 ist er Redakteur im Feuilleton.

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Aktuelle Beiträge von Thomas Blum

Wilhelm Genazino

Der Unerlöste

Er erzählte von der traurigen Gewöhnlichkeit der Sexualität und des Alterns. Und immer auch von der seltsamen Anstrengung des Lebens überhaupt. Ein Nachruf auf den Schriftsteller und stillen Humoristen Wilhelm Genazino.

Unterkühlt und tanzbar: die 1981 gegründete Westberliner Band Malaria!

Der Tag, als Clayderman starb

Der fiebrig grummelnde Bass, den man von den ersten Platten von The Cure kennt, gibt die Richtung vor. Das Gefühl, allein mit hängendem Kopf nachts in einer kalten, tristen, verlassenen neonbeleuchteten Fabrikhalle zu stehen bzw. ebendort selbstvergessen zu tanzen, hat ...

Pete Shelley

Ring-a-ring-a-fucking-ding

Den rotzigen Sound des frühen Punkrock versöhnte er mit eingängigen Melodien und schuf so einige unvergessene Punkpophymnen der späten 70er Jahre. Pete Shelley, Sänger und Gitarrist der Punkrockband The Buzzcocks, ist gestorben.

Maus, Katze, Bär & Co.

Es herrscht schon lange ein großes Missverständnis in diesem Land: Ein Dichter gilt hier meist nur dann etwas, wenn er möglichst bedeutungs- und bleischwer klingende Satzgirlanden aneinanderreiht, und das möglichst humorfrei. Nicht selten muss das Erzählte vor Feierlich...

Wirkten wie eine DDR-Variante der Residents: Die Band AG Geige 1989 live im Palast der Republik.

Anlärmen gegen staatlich erwünschte Musik

Die Texte solcher experimenteller Musikgruppen vermittelten weder sozialistische Moral, noch eigneten sie sich zur Befriedigung des Harmonieverlangens des durchschnittlichen Hörers.

Trauer, Angst, Wahn: Szene aus »Wenn die Gondeln Trauer tragen«

Bitte nicht geordnet!

Seine visuell eindrucksvollsten Filme entstanden in den 70er Jahren. Der bekannteste von ihnen ist die Psychohorrorstudie «Wenn die Gondeln Trauer tragen». Jetzt ist der britische Regisseur Nicolas Roeg im Alter von 90 Jahren gestorben.

The Amazing Story-Man

Er hat Spiderman, die Fantastischen Vier, den unglaublichen Hulk und viele andere Comic-Superhelden miterfunden und mit ihnen die Popkultur des 20. und 21. Jahrhunderts maßgeblich geprägt. Ein Nachruf auf Stan Lee.

Da kann man nichts machen

Sein halbes Leben lang hat Wolf Haas, der die beliebten und überaus erfolgreichen Romane um den Privatdetektiv Simon Brenner verfasste, die Gemeinde der Kriminalromanleserinnen und -leser getäuscht, indem er ihnen statt der handelsüblichen und meist sprachlich wenig ela...

Jeder Tag ist Weltpimmeltag

Der weiße heterosexuelle mittelalte (ca. 27 bis 63 Jahre) Mann, der vergleichsweise wenig in der Birne, aber eine umso größere Klappe hat, und der gern nach oben buckelt und nach unten tritt, ist derzeit ja unentrinnbar. So schnell werden wir ihn wohl auch nicht wieder ...

Bienen und Sachen und Blumen

Wir sehen im Geist die knallbunten Blaxploitationfilmplakate vor uns. Die frühen 70er Jahre: Männer in zitronengelben Rollkragenpullovern, lila Zuhälterhüte auf den Köpfen, und Frauen, deren eindrucksvolle Afro-Looks fast die Wolken berühren und deren Kleidung die Träge...

Ein böser Wahn

Magst du Juden?« Mit dieser Frage eröffnet Oliver Polak sein Buch. Eine Frage, die sich nur beantworten lässt, wenn man die in ihr enthaltene Zwangsvorstellung teilt, dass Juden ein homogenes Kollektiv seien. Was natürlich Quatsch ist.

Freundschaft, Schicksal, Liebe, Erfolg, Ruhm, Vergebung, Tod

Das Biopic »Bohemian Rhapsody« unternimmt den Versuch, die Geschichte der Rockgruppe Queen als ein großes Drama zu erzählen, also nicht ohne jenes Pathos, das die Band zur Zeit ihrer Existenz selbst immer wieder zelebrierte.

Hochaktive Geschlechtswerkzeuge

Sex! Nacktheit! Gender! »Festival für Filme, die sich mit allen möglichen Spielarten der menschlichen Sexualität auseinandersetzen«, so müsste das Pornfilmfestival eigentlich heißen, das noch bis zum Wochenende in Berlin läuft.

Rechts, links oder andere

Beim Bauhaus Dessau kann man Nazis nicht von Antifaschisten unterscheiden. Kein Wunder: In einer Presseerklärung zu der Band »Feine Sahne Fischfilet« offenbart die Institution eine erschreckende politische Ahnungslosigkeit.

Rien ne va plus

Die Zeitschrift »Spex« wird eingestellt. Und auch dem Pop unserer Gegenwart geht es nicht gut. Musik- und »Kultur«-Zeitschriften sind heute oftmals zu Reklamekatalogen der Unterhaltungsindustrie regrediert.

Mehr kaufen!

Der bleiche junge Mann vor rosarotem Hintergrund sieht mit seinem giftgrünen 6oer-Jahre-Kurzärmelpullover so aus, als hätte er in seiner Jugend zu oft die Alben von Devo und Oingo Boingo gehört, die er im Plattenregal seiner Eltern gefunden hat, und sei zu wenig an der ...

Der Mann, der alle Winkel ausfüllt

Wer ist der Mann, der manchmal im Fernsehen sitzt und unverständliche Laute von sich gibt? Es ist Markus Söder (CSU), Bayerns gegenwärtiger Ministerpräsident. Eine Autobiografie hat er noch nicht geschrieben, trotzdem gibt es jetzt eine.

Eck und Kante

Die Verdienste des sich als antifaschistisch verstehenden Musiklabels Audiolith sind bekannt: Ihm verdanken wir etwa den politisch zwar schwer engagierten, formal jedoch wenig ambitionierten Bierzeltrock von Feine Sahne Fischfilet oder den anti-völkischen Pop von Egotro...

Alles drin

Angeblich heißt die Hochzeitskapelle deswegen Hochzeitskapelle, weil sie sich einst, vor ungefähr sechs Jahren, tatsächlich spontan nur zu dem Zweck zusammengefunden hat, um für die musikalische Untermalung einer Hochzeitszeremonie zu sorgen. Die Begleitmusik zur Hochze...

Ich weiß nicht, was tun

Das gibt es nicht oft: ein deutscher Film, der nicht lieblos heruntergekurbelt wurde wie eine ZDF-Vorabendserie. »Styx« erzählt die Geschichte einer Ärztin, die alleine auf einen Kutter mit Geflüchteten stößt. Hilfe kommt keine.