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Wolfgang Hübner

Wolfgang Hübner

Wolfgang Hübner, amtierender Chefredakteur, Jahrgang 1959, Journalistik-Studium an der Karl-Marx-Uni Leipzig 1981-85, Volontariat bei der Sächsischen Zeitung Dresden, seit 1985 beim "nd", zunächst im Ressort Bildung, ab 1990 Innenpolitik, dort seit 1998 Ressortleiter, seit 2005 Mitglied der Chefredaktion. Mitautor des Buchs »Lafontaines Linke«. 2015 erschein sein Buch "Mosekunds Merkzeugkasten", in dem Texte aus der nd-Kolumne "Mosekunds Montag" gesammelt sind.

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Aktuelle Beiträge von Wolfgang Hübner

Orte der Wende

Der Runde Tisch der DDR war - anders als das polnische Vorbild - ein eckiger. Als sich am 7. Dezember 1989 erstmals Vertreter der DDR-Regierung, der in der Volkskammer vertretenen Parteien und Organisationen und von Oppositionsgruppen zu Gesprächen trafen, taten sie die...

Van Gogh und die DDR

War die DDR eigentlich bunt? Manchmal fragt man sich das schon, wenn man zum tausendsten Mal liest, im verflossenen Staate sei alles trist und grau gewesen. Die nachträglichen Erzählungen überlagern die Erinnerungen, und 30 Jahre danach kann man nicht mehr ganz sicher s...

Orte der Wende

WF-Plattform – unter diesem Titel trat Ende 1989 eine Gruppe an die Öffentlichkeit, die sich für die Erneuerung der SED von unten und »für eine lebenswerte sozialistische Alternative« einsetzte. So stand es im Gründungsaufruf vom 30. November, auf den sich laut Selbstbe...

Mosekunds Montag

Nachdem Herr Mosekund sich maßlos über ein unziemliches Behördenschreiben geärgert hatte, beschloss er, sich abzureagieren. Er nahm einen Korb und ein Messer und fuhr mit dem Rad in den nächsten Wald, um Pilze zu suchen und dabei in aller Ruhe sein weiteres Vorgehen zu ...

Orte der Wende

Mindestens zweimal wurde im Berliner Kino International Filmgeschichte geschrieben: im Juni 1966, als Frank Beyers »Spur der Steine« bei der Premiere ausgebuht wurde, und am 23. November 1989, als das Werk nach über 23 Jahren Verbot im gleichen Haus – wie auch in andere...

Mosekunds Montag

Auf dem Wochenmarkt hatte Herr Mosekund einen prächtigen Weißkohl erworben. Er würde daraus einen Eintopf zubereiten, ein Krautwickel, und für einen Rohkostsalat würde es auch noch reichen. Frohgemut trug er den Kohlkopf nach Hause, als er unversehens in eine turbulente...

Orte der Wende

Die Invalidenstraße in Berlin-Mitte war eine der Verkehrsverbindungen, die durch den Bau der Mauer unterbrochen wurden. Der Name stammt aus einer Zeit, als die Gegend noch vor den Toren der Stadt lag – der preußische König Friedrich II. hatte hier Mitte des 18. Jahrhund...

Mosekunds Montag

Am Tag des Denkens beabsichtigte Herr Mosekund ein gutes Werk zu tun und die Menschen an seinen Ideen teilhaben zu lassen. »Gedanken gratis«, schrieb er auf ein Schild, und als ihm einfiel, dass auch Touristen vorbeikommen könnten, setzte er hinzu: »All you can think«. ...

9. November 1989, abends: Warten auf die Grenzöffnung auf der Bornholmer Straße

Eine versteckte Sensation

Vor 30 Jahren, als die Mauer fiel, kam beim damaligen Organ des Zentralkomitees der SED niemand auf die Idee, für einen aktuellen Bericht von den Grenzübergangsstellen zu sorgen. Heute wäre das vollkommen anders.

Das einzig Richtige

Am frühen Abend des 9. November 1989, kurz vor 19 Uhr, saß Harald Jäger in der Kantine seiner Dienststelle. Eine Nachtschicht lag vor ihm, und obwohl es bewegte Zeiten waren, wusste er noch nicht, dass er ein paar Stunden später gezwungen sein würde, eine folgenschwere ...

Die Spalter

Nachdem das Bundesverfassungsgericht den krassesten Teil der Strafpraxis gegen Langzeitarbeitslose kassierte, könnte man jetzt überlegen, wie das System insgesamt sozialer wird. Aber das finden nicht alle interessant. Die »Bild«-Zeitung poliert lieber ihren Ruf als Zent...

Aus Neugier geboren

Was tun Künstler, wenn sie etwas zu feiern haben? Sie feiern im besten Falle ihre Kunst. Die Lautten Compagney aus Berlin, eines der kreativsten Ensembles für Alte Musik, hat genau das getan - sie beging den 35. Jahrestag ihrer Gründung mit einem Doppelkonzert in der El...

Schamlos rechts

Neulich hatte die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« 70. Geburtstag. Zur Party erschien auch Alexander Gauland. Jeder feiert so, wie es ihm am besten gefällt; bei der »FAZ« kommt ohne den Vogelschiss-Experten von der AfD offenbar keine Stimmung auf. Die Episode steht...

Orte der Wende

Was sich am 4. November 1989 auf dem Berliner Alexanderplatz abspielte, war einzigartig: Eine riesige Menschenmenge – Schätzungen reichen von einer halben bis zu einer Million Menschen – demonstrierte für die Demokratisierung der DDR. Bunt, friedlich, bissig, witzig. Es...

Auf der Regierungsstraße

Als vor fünf Jahren in Thüringen ein rot-rot-grünes Bündnis entstand, war das ein bundespolitisches Novum. Nun müssen sich die Regierung und ihr Chef Bodo Ramelow von der LINKEN den Wählern stellen.

Orte der Wende

Am 24. Oktober 1989 wurde im Palast der Republik eines der vielen Wendekapitel geschrieben: Egon Krenz, seit kurzem Nachfolger von Erich Honecker an der SED-Spitze, wurde von der Volkskammer auch zum Vorsitzenden des Staatsrates und des Nationalen Verteidigungsrates gew...

Alte Bilder, neue Bilder

Manchmal ist es ein Schlaglicht aus der Ferne, das den Wesenskern eines Ereignisses erhellt. Im Herbst 1989 war ich, seit vier Jahren Redakteur beim »Neuen Deutschland«, weit weg vom Wendegeschehen, das die Schlagzeilen bestimmte. Für zwei Monate, September und Oktober,...

Ein kulturelles Gedächtnis

Mehr als 1000 Bände voller Erinnerungen an das Leben in der DDR finden eine dauerhafte Bleibe im Bundesarchiv.

Die Stunde der Zyniker

Offenbar gibt es weltpolitisch niemanden, der Erdogan aufhält. Donald Trump hat mit dem US-Truppenabzug aus der Region genau die kurdischen Milizen zum Freiwild erklärt, die bisher erfolgreich gegen die islamistischen IS-Terroristen vorgegangen sind.