Der Heppenheimer Hiob

Die Lüge von der Wahrheit

Nachdem sie als Lügenpresse galten, werben die Medien jetzt mit der Wahrheit. Der »Spiegel« tut es, auch Fernsehsender beteuern Wahrheitsliebe. Wahrheit – echt jetzt? Geht es vielleicht eine Spur weniger ambitioniert?

Von Roberto J. De Lapuente
Bundestagswahl 2017

Kanzlerin kann nur eine

»Für ein Deutschland, in dem jeder alles werden kann.« So warb die Union mit ihrer immerwährenden Kanzlerin. Für jeden in der Bundesrepublik gilt das nicht – für Angela Merkels Kanzlerschaft hingegen schon.

Von Roberto J. De Lapuente

Die Relativitätstheorie der Armut

Besonders jetzt zur Wahlkampfzeit ist die Armut eine Frage der Deutung. Das Weiter-so-Deutschland glaubt sie abgeschafft. Seine Protagonisten versuchen auf diese Weise zu vertuschen, dass Armut relativ ist.

Von Roberto J. De Lapuente

Erdöl, Kaffee, Victoriabarsch: Was für ein Lebensgefühl!

Nach einem Terroranschlag weisen Politiker gebetsmühlenartig daraufhin, dass man sich dadurch die Lebensweise nicht kaputtmachen lasse. Dabei ist gerade sie ein Grund dafür, dass es diese Attacken überhaupt gibt.

Von Roberto De Lapuente

Unser vorbildlicher Umgang mit rechter Gewalt

Trump verurteilt rechtsextreme Gewalt nicht: Ein Skandal. In Deutschland wird sie hingegen verschleiert. Man täte hierzulande gut daran, sich bei dem Thema nicht als moralische Instanz aufzuführen.

Von Roberto J. De Lapuente

Absurdes Wahlsystem

Der ARD-Deutschlandtrend weiß: Die Hälfte aller Bundesbürger will eine Regierung unter Führung der Union. Richtiger wäre: Die Hälfte der Befragten dieses Trends will das. Bei Wahlen gilt eher: Die größte Minderheit regiert.

Von Roberto J. De Lapuente

Gesicht zeigen im Zeitalter der Gesichtserkennung

Ob nun Gesichtserkennung oder Kameras allgemein: Sicherheit für die Bürger bringt all das nicht. Wohl aber Arbeitssicherheit für Ermittler, Staatsanwälte und Richter. Der Vorsorgestaat übt sich mehr in Nachsorge.

Von Roberto J. De Lapuente

Verbietet Bertelsmann-Studien – jetzt!

Populisten haben es in Deutschland schwer – sie finden nämlich keine Mehrheit. Das behauptete unlängst eine Bertelsmann-Studie. Das ist eine steile These für ein Land, das seit Jahren Populisten auf dem Leim geht.

Von Roberto J. De Lapuente

Was die Bachelorette über G20 denkt

Ja, Sie, genau Sie, sollten den folgenden Text lesen. Klicken Sie mal. Mensch, warum reagieren Sie denn nicht? Weil es Ihre Aufmerksamkeit nicht erregt? Dann erfahren Sie eben nie, was die #Bachelorette über #G20 denkt.

Von Roberto J. De Lapuente

Acht Jahre sind genug

Nach acht Jahren wäre die Ära Kohl vorbei gewesen. Erst mit dem Mauerfall wurde er für eine Weile alternativlos. Spätestens nach acht Jahren war die amtierende Bundeskanzlerin ausgelutscht. Ihr Mauerfall heißt SPD.

Von Roberto J. De Lapuente

Die Bundesverfassungseinrichter

Die Streikbremse bleibt. Nur ein bisschen nachgebessert muss sie werden, sagt das BVerfG. Die Karlsruher Richter haben in der Ära Merkel gelernt, pragmatisch hinzunehmen, was nicht mehr zu ändern ist.

Von Roberto J. De Lapuente

Sektiererische Partei Deutschlands

Für die SPD unter Sigmar Gabriel gab es wenig Hoffnung. Die SPD unter Martin Schulz hat sich binnen fünf Monaten zu einem hoffnungslosen Fall verschlechtert. Statt Volkspartei steht eher eine Sekte zu Buche.

Von Roberto J. De Lapuente

Die Folgen von Grenfell Tower

Nach dem Brand im Londoner Sozialbau garantierte die britische Regierung schnelle Hilfe. Was nach generöser Tatkraft klingt ist der Suppenküchenstaat, der immer dann mit der Kelle winkt, wenn es zu spät ist.

Von Roberto J. De Lapuente

Warum schweigt ihr bei Schäuble, liebe Rollifahrer?

Frauen distanziert euch von der neoliberalen Kanzlerin. Männer nehmt Abstand zu Trump. Lesben haltet Distanz zu Vera Int-Veen und Rollstuhlfahrer zu Schäuble. Distanziert euch! Was sollen denn sonst die anderen denken?

Von Roberto J. De Lapuente

Sozialarbeit ist Security

Nach dem kurzzeitigen Abbruch des Festivals Rock am Ring war die Stimmungslage klar: Wir müssen wegen denen Verzicht üben. Wir und die anderen: Das ist das große Missverständnis am Rande des Terrors.

Ein kleiner Beitrag zur Linksverdrossenheit

Luther war Antisemit und Sexist, verkündete kürzlich die Antifa. Und weil er ein so »mieses Stück Scheiße« war, sollte man nicht feiern. Meine Güte, nächstes Jahr jährt sich Marx‘ Geburtstag. Ist das Plakat schon geschrieben?

Weil die SPD keine AfD sein wollte

Vor vier Monate hat Marti Schulz der selbsternannten Alternative für Deutschland den Kampf angesagt. Jetzt muss Schulz hoffen, dass die in den Bundestag einzieht, um nicht in der Opposition zu landen.

Von Roberto J. De Lapuente

Die Partei, die Partei, die war immer rechts?

Nun ist es wissenschaftlich: Der Rechtsradikalismus ist kein Produkt aus schlechten Chancen, Abstiegsängsten und Prekarisierung. Die DDR ist für ihn verantwortlich. Diese Ostalgie schönt die Wirtschaftspolitik.

Von Roberto J. De Lapuente

PPP oder Von der Salonfähigkeit der Unterwelt

Razzia bei der privaten Betreiberfirma, die die LKW-Maut erhebt. Der Verdacht: Abrechnungsbetrug in Millionenhöhe. Und was juckt es die Politik? Gar nichts, die nächste Privatisierung ist schon angeleiert.

Von Roberto J. De Lapuente

Sehr geehrter AfD-Wähler, ich blockiere Sie nicht!

Die Bubble, in der wir uns als soziale Netzwerker bewegen, unterwandert den demokratischen Grundgedanken. In ihr kultiviert man die Gleichschaltung als perfekte Harmonie. Daraus müssen wir ausbrechen.

Integration als Spießrutenlauf

Dass die Deutschtürken nicht integriert sind, das wusste die deutsche Öffentlichkeit schon vor dem Referendum zum Präsidialsystem. Mit ihrem Evet haben sie das nochmals unterstrichen - oder etwa nicht?

»Fake-News« und die Verfestigung der Alternativlosigkeit

Die Warnung vor Fake-News ist keine wahrheitsliebende Fürsorge. Sie ist die bloße Fortsetzung der Alternativlosigkeit mit anderen Mitteln: Wer die Macht hat, der faket und sagt dann, es seien die anderen gewesen.

Von Roberto J. De Lapuente

Der Russe als solcher

Das Brandenburger Tor sollte nach dem Anschlag in Sankt Petersburg nicht angeleuchtet werden. Und schon tobte wieder der Deutungsclinch über das Russentum an sich. Das hat eine lange Tradition.

Von Roberto J. De Lapuente

Mal am Puls Europas fühlen

Good vibrations für den Kontinent: Etwa so darf man »Pulse of Europe« verstehen. Vom Gefühl her gegen Nationalismus und Rechtspopulismus zu sein, reicht allerdings nicht, um Identität zu stiften.

Von Roberto J. De Lapuente

Warum die LINKE die Sozis braucht

Die Sozialdemokraten liefern dem linken Publikum tatsächlich viele Steilvorlagen für Häme und Kritik. Dabei sollte man aber nie vergessen: Die SPD wird noch gebraucht. Doch dafür muss sich noch eingies ändern.