Kultur

Solo in die Rente

Die Krise des E-Gitarrensolos währt schon länger. Als Hip-Hop und Techno aufkamen, freuten sich viele fortschrittliche Geister darüber, dass dieser rockmusikalische Atavismus als phallokratische Angeberei sui generis von den neuen Musikstilen auf den Müllhaufen der Gesc...

Von Christoph Meueler
Das geheime Leben der Bäume

Make forests great again

Soll man leben wie ein Wald? Für Peter Wohlleben sind die Bäume die besten Freunde der Menschen. Aber eigentlich geht es nur um ihn. Nach seinem seinem Baum-Bestseller jetzt auch im Kino.

Von Stefan Gärtner
Leningrader Blockade ndPlus

Die Straße des Lebens

Valentina Trofimovna Gerschunina hat die Leningrader Blockade überlebt und teilt ihre Erinnerungen mit nachfolgenden Generationen. Die Anzahl derer, die Geschichte durch ihr Schicksal lebendig machen können, werden jedes Jahr weniger.

Von Robert Putzbach

Von der Newa nach Neukölln

An welchem Punkt setzt man an, um die eigene Geschichte des Überlebens zu erzählen? Mit der Befreiung, mit den prägendsten Erinnerungen? Die Zeitzeug*innen im Film »Kinder der Blockade« beginnen von vorne: Am ersten Tag des Krieges war herrliches Wetter, erzählt Israel ...

Von Samuela Nickel
Lars Eidinger

Bitte nicht mit Schauspielern beschäftigen!

Wir wollen uns von Schauspielern verzaubern lassen. Aber wir müssen dringend aufhören, hinter die Fassade gucken zu wollen. DA IST NICHTS. Denn die Schauspielerwerdung ist ein absolut grausames ständiges Mitsichselbstbeschäftigtsein.

Von Paula Irmschler
Sonderbares Deutschland ndPlus

Der alte Mann und das Bier

Christian Y. Schmidt lebt schon lange in Peking. Jedes Jahr kommt er nach Deutschland, wo er notiert, was ihm Sonderbares auffällt: Dieses Mal war er auf der Luxemburg-Liebknecht-Demo, auf der Fridays-for-Future-Demo und in Reinheim, dem deutschen Twin Peaks.

Von Christian Y. Schmidt
DDR und Holocaust ndPlus

Josef Burg will heim

Der Historiker Dr. Karsten Krampitz sah sich dem Auftrag nicht gewachsen, auf einer Zeitungsseite ein stimmiges Bild vom Verhältnis der DDR zu Holocaust und Antisemitismus zu zeichnen. Er musste an den Romanschriftsteller Karsten Krampitz übergeben.

Von Karsten Krampitz
KZ-Gedenkstätte Auschwitz

So alt wie ich

Was bleibt nach einem Besuch der Gedenkstätte Auschwitz, was von dem Wissen um Einzelschicksale des millionenfachen Mordes? Betroffenheit, Mitgefühl, Trauer. Und die Verpflichtung zur Achtsamkeit.

Von Conny Höflich
»Physical Graffiti«

Aus dem Fenster schauen

Mitte der 1970er begann die argwöhnische Rockkritik, ihr Verhältnis zur Band Led Zeppelin zu überdenken. Sie wurden auch als Künstler rehabilitiert. Die Verpackung eines Albums trug ihren Teil dazu bei.

Von Frank Schäfer
Kulturhaus ndPlus

Ein Palast, der die Hütte ergänzte

Der Kulturpalast Unterwellenborn ist ein wichtiges Zeugnis der DDR-Architektur. Eine örtliche Initiative hat Ideen für die Nutzung und sogar Geld für die Rettung - scheitert aber an den Besitzverhältnissen.

Von Hendrik Lasch

Ein Synonym

Der Name Auschwitz hat etwas Universales in sich. Auschwitz ist zu einem sichtbaren Leuchtfeuer geworden, das die Verweigerung von Leben, Respekt und Toleranz verkörpert. Es richtet sich an jeden von uns und verpflichtet uns zur Selbstbeobachtung und zur Frage nach der ...

Von Karlen Vesper
»Picard«

Alter Mann im Weltraum

Die neue Serie »Picard« wirbelt das Star-Trek-Universum mit Altherren-Power heftig durcheinander. Jean Luc Picard, gespielt von Patrick Stewart, wird vom Rentner zum Outlaw.

Von Florian Schmid

Bulimie und Bodyshaming

Proben, selbst, bei schwerer Erkältung, 13-Stunden-Tage und demütigende Bemerkungen über den eigenen Körper (Bodyshaming). Die Vorwürfe, die über die Zustände an der Staatlichen Ballettschule Berlin im Raum stehen, sind schwer. Wie Dokumente und Aussagen nahelegen, die ...

Käthe-Kollwitz-Preis

Porträt des Künstlers als Ware

Timm Ulrichs erhielt den Käthe-Kollwitz-Preis. Er hat sich als Kunstwerk beworben und ausgestellt. Selbst sein toter Körper wird ein Kunstwerk bleiben. Wenn sich seine Augen für immer schließen, wird darauf »The End« stehen, das hat er sich aufs Lid tätowieren lassen.

Von Stefan Ripplinger

Der Horizont einer Eigentumswohnung

Es wird ein furchtbarer Abend. Man ahnt es, obwohl es harmlos beginnt. Da ist es, ein Paar der Mittelklasse in der Pariser Wohnung, er Astrophysiker, sie Rechtsanwältin. Die Sofaecke in grauem Leder, Beistelltischlein ebenfalls in Grau, kaltes Licht aus der Stehlampe, w...

Von Jakob Hayner

Ein Hauch von Greta

Nachdem Isao Takahata und Hayao Miyazaki über Jahrzehnte hinweg den japanischen Animationsfilm bestimmt hatten, blieben mit ihrem Ruhestand stilistische Maßgaben zurück, denen sich heute kaum ein Anime-Regisseur entziehen kann. Was die kommenden Jahre betrifft, zeichnet...

Von Felix Bartels

Neues »ABwärts«

In der DDR war Klaus Wolfram ein linker Bürgerrechtler; in der neuen Ausgabe des Ostberliner Intellektuellenmagazins »Abwärts« stellt er fest, dass die BRD die DDR auch 30 Jahre nach deren Auflösung und Übernahme immer noch nicht begriffen habe: »Die Bundesrepublik spin...

Bilder einer Epoche

Es ging heftig und sehr polemisch zu. Zwar schwiegen die Waffen, aber dafür flogen die Worte. Orthodoxe Lutheraner kämpften gegen die Pietisten und die Calvinisten, die Calvinisten und Lutheraner gegen die Katholiken, Katholiken gegen Lutheraner, die Leipziger Kunstrich...

Von Klaus Bellin

Nein, Krebs ist keine Metapher

Ramón Martinez ist ein redegewandter Rechtsanwalt. Doch in seinem Lieblingsrestaurant, bei der Feier eines gewonnenen Prozesses, hat er plötzlich starke Schmerzen in der Zunge. Auch das Sprechen fällt ihm immer schwerer. Weil er selbst nie zum Arzt gegangen ist, schickt...

Von Fokke Joel

Patriot, Poet und Politiker

Er wollte die Befreier von faschistischer Barbarei begrüßen und wurde von einem betrunkenen Rotarmisten erschossen. Man schrieb den 22. Januar 1945. Die Sorben verloren einen engagierten Streiter für ihre Rechte. Jan Skala, geboren 1889 in Nebelschütz, liebte die Lausit...

Von Peter Kroh
Les Misérables ndPlus

Alle gegen alle

Der silberne Peugeot-Kombi ist ihr Rückzugsort, ihr Safe Space, da kann ihnen keiner was. Außerhalb, da lungern die Gesetzlosen, die ohne Regeln, die selbst vor ihnen keinen Respekt haben. Was dem Straßengangster sein Klappmesser, ist dem Polizisten der Streifenwagen. I...

Von Christin Odoj

Von antiken Wandresten bis Zombie-Mauern

Das Berliner RAW-Gelände an der Grenze von Friedrichshain zu Kreuzberg ist als nachtaktiver Anziehungspunkt junger Kultur über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Das ehemalige Reichsbahnausbesserungswerk provoziert abwechselnd Schlagzeilen wegen (mittlerweile wieder rückl...

Von Christopher Suss
Kriegsfernsehen ndPlus

Die Ukraine als «guter Zweck»

Ein neues Kriegsfernsehen: Die Regierung in der Ukraine plant eine TV-Offensive für den Donbass, nachdem sie die Menschen in den abtrünnigen Gebieten im Osten des Landes bislang meist als «Menschen dritter Sorte» beschimpft hat.

Von Denis Trubetskoy, Kiew
Moviemento Kino Berlin

»Und wir so: Hey, what?!«

Das Moviemento in Berlin ist das älteste Kino Deutschlands. Es soll nach 113 Jahren dicht machen, weil der Vermieter die Immobilie verkaufen will. Die einzige Chance, das Kino zu retten, ist, dass die Betreiber es kaufen.

Von Christof Meueler
Die Simpsons

Gefährliche Vorurteile

»Die Simpsons« begeistern seit 30 Jahren die Zuschauer. Doch die Macher der US-Zeichentrickserie haben mit Rassismusvorwürfen zu kämpfen. Im Zentrum der Kritik steht die Darstellung des indischen Einwanderers Apu.

Von Christian Klemm