Kultur

Eine Tausendassa

Die Comiclobbyistin Jutta Harms ist tot. Sie starb nach schwerer Krankheit am vergangenen Donnerstag in Berlin im Alter von 57 Jahren. Unter anderem war sie Pressesprecherin und Leiterin des Verlags Reprodukt, Kuratorin, Übersetzerin und Lektorin, »eine Tausendassa«, wi...

»Spinnen Sie?«

Die französische Filmschauspielerin Anna Karina ist tot. Sie starb im Alter von 79 Jahren am vergangenen Samstag in Paris an den Folgen eines Krebsleidens. Sie wurde bekannt durch die frühen Filme von Jean-Luc Godard, mit dem sie von 1961 bis 1965 verheiratet war. Sie s...

Das Seepferdchen-Abzeichen für Leben und Liebe

Der feministische Roman »Hippocampus« von Gertraud Klemm befasst sich mit dem »Umwälzen alter, unbeliebter Müllhaufen« der Gesellschaft, wie es eine Protagonistin formuliert: Wer geht putzen und wer wird Millionär, und wer versorgt so lange die Kinder?

Von Jasper Nicolaisen

Mosekunds Montag

Herr Mosekund hatte einem Nachbarn versprochen, sich für ein paar Tage um dessen Topfpflanzen zu kümmern, sich dann aber in einem dicken Spannungsroman festgelesen und darüber seine Verpflichtung ganz und gar vergessen. Zerknirscht ging er zum Nachbarn, um sich zu entsc...

Von Wolfgang Hübner
VVN-BdA

Frontaler Angriff

Wir müssen in unserer Gesellschaft grundsätzlich über Antifaschismus reden, sagt Gesine Lötzsch (LINKE). Denn dass das Berliner Finanzamt den Vollzug des ergangenen Steuerbescheids gegen VVN-BdA vorerst ausgesetzt hat, ist nur ein Teilerfolg.

Von Gesine Lötzsch
»Love, Ren Hang«

China, jenseits der Sweatshops

Körper als Landschaften: Fotografierte Lippen, Brüste, Bäuche sehen aus wie Mittelgebirge. Oder wie von Arcimboldo gemalt oder von Shakespeare beschrieben. Der chinesische Fotokünstler Ren Hang wird in Berlin ausgestellt.

Von Tom Mustroph
Ronald M. Schernikau ndPlus

Kommunismus ist gut für dich

Gegen die schlechte Welt: In der Berliner Volksbühne hat Stefan Pucher »legende«, das Lob des Kommunismus von Ronald M. Schernikau, auf die Bühne gebracht. Aus 1000 Seiten Roman werden 3,5 Stunden Theater und die sind ziemlich gut.

Von Jakob Hayner
Kulturhauptstadt ndPlus

Wie viel Utopie darf es sein?

Zwischen Kunst und Politik: Plowdiw war ein Jahr lang Kulturhauptstadt Europas. Was hat das für die bulgarische Stadt bedeutet?

Von Samuela Nickel , Plowdiw
Islamischer Staat ndPlus

Wenn dich alle hassen

Der Pfälzer Mohammed Demer ist nach Syrien gekommen, um sich dem IS anzuschließen. Nun sitzt er im Gefängnis, seine Frau ist mit den Kindern im Lager al-Houl. Seit 
der Kapitulation des IS im Frühjahr 2019 haben sie nichts voneinander gehört. »nd« hat die Familie aufgespürt.

Von Philip Malzahn, Nordsyrien
Afrikanische Gesellschaften ndPlus

Vom Entwickeln und Einwickeln

Was ist eigentlich Entwicklung? Der senegalesische Ökonom Felwine Sarr erklärt, warum der Einfluss des Westens auf afrikanische Gesellschaften eigentlich keine war und wie man aus diesem Dilemma herauskommen könnte.

Von Ulrike Wagener
Tirana ndPlus

»Wir werden uns durchsetzen«

Edmond Dingu war früher beim Nationaltheater in Tirana angestellt. Seit 2018 ist es geschlossen, seit Juli 2019 wird es von Künstlern und Unterstützer besetzt. Ein Interview über die Demokratisierung von Kultureinrichtungen.

Von Tom Mustroph
Berliner Zeitung

Probleme bei der Schrankkontrolle

Die »Berliner Zeitung« kommt nicht zur Ruhe, seit ihre Besitzer gewechselt haben. Immer wieder muss sie über deren Geschichten berichten. Aktuell geht es um Holger Friedrichs Stasi-Vergangenheit.

Von Christof Meueler
VVN-BdA

Verrat an den Ermordeten

Wie kann man angesichts des offensichtlichen Rechtsruck einer antifaschistischen Organisation wie dem VVN-BdA die Gemeinnützigkeit entziehen? Das ist Verrat an den Ermordeten und den Widerstandskämpfern, findet Andrée Leusink.

Von Andrée Leusink
Jacobin

Nicht mehr peinlich

Raus aus der Schmuddelecke: Das Magazin »Jacobin« hat sich in den USA mit politischen wie popkulturellen Analysen als die Stimme der Linken behauptet. Ab März soll es auch auf Deutsch erscheinen.

Von Tom Wohlfarth

Begegnung mit dem Realen

Drei elegant ineinander verschwungene Schlieren, changierend zwischen Flusslauf, Planetenbahn oder Modezeichnung, Schwarz in Violett. Karl Otto Götz’ unbetiteltes Werk aus dem Jahr 1957 ist eine der Hingucker-Arbeiten im Frankfurter Städel. Das markante Hochformat wirkt...

Von Ingo Arend
Christopher Street Day

Ich bin stolz, ein*e Deutsche*r zu sein

Die Organisator*innen des Kölner Christopher Street Days (»Cologne Pride«) glauben offenbar, indem sie sich nationalistisch gebärden, könnten sie den Nazis den Nationalismus wegnehmen. Leo Fischer über eine Dummheit sondergleichen.

Von Leo Fischer
Sowieso

Erkältungslehren des Verhaltens

Die deutsche Unart des »Lüftens« kehrt sich im Winter besonders hervor. Und zwar gerade in jenen urbanen Depressionsmilieus, die den Vermietern da draußen am meisten ausgeliefert sind. Unser Kolumnist Adrian Schulz über den Lüftungsterror.

Von Adrian Schulz
VVN-BdA

Lidice und Terezin

Mit großer Bestürzung und Unverständnis habe ich von der Maßnahme des Berliner Finanzamtes gelesen, der VVN-BdA die Gemeinnützigkeit zu entziehen. Hierbei handelt es sich um einen völlig unverständlichen Akt der moralischen Barbarei

Von Raimon Brete
»Aquarela« ndPlus

Keine Welle ist wie die andere

Was machen diese Männer, die ständig ausrutschen und auf eine nicht ganz professionell wirkende Art mit seltsamen Geräten improvisieren, auf der offensichtlich brüchigen Eisfläche? In den ersten Minuten des Dokumentarfilms »Aquarela« darf man erst einmal rätseln. Es ste...

Von Jörn Schulz
Gerhard Gundermann

Das Bild schärfer stellen

Schaffen statt Kämpfen, aber kämpferisch schaffen: »Gundermann Revier« ist die dritte biografische Dokumentation über den Dichter Gerhard Gundermann. Dabei revidiert der Film nichts, er stellt das Bild eher schärfer.»

Von Felix Bartels

Schönes Müsli

Ob seiner rhetorischen Klassenbester-Attitüde mag Roger Willemsen (1955-2016) immer ein bisschen zu neumalklug dahergekommen sein, doch er hatte einen guten Musikgeschmack, interessierte sich für Jazz. Und zwar so sehr, dass er auch postum immer noch für ein paar Kalend...

Von cm

Alle können nichts dafür

Seit die Mieten in Städten in Deutschland explodieren, ist die Verdrängung nicht mehr nur ein Schicksal, mit dem Arme sich herumschlagen müssen, sondern eine Bedrohung selbst für die Mittelschicht. Sicherstes Zeichen dafür: Die »Gentrifizierung« ist zum Dauerthema im bü...

Von Michael Bittner

Rote Fahne statt Tricolore

Jetzt ist wieder die stille Kalenderzeit; allenthalben drängen Kalender auf den Markt, wie die glühweintrunkenen Touris auf den Christkindlesmarkt. Am besten laufen die mit den Katzen, denn das Katzenschema ist wie das Kindchenschema, da denkt man an nichts Böses. Doch ...

Von Leonhard Seidl

Der ewige Außenseiter

Wer im Leben verkannt und erst nach dem Tod entdeckt wird, hat das Potenzial, zur Legende zu werden. Ob diese Beobachtung auch auf den 2006 in Kronshagen bei Kiel verstorbenen Dichter Christian Saalberg zutrifft, mag die Zeit zeigen. In über vierzig Jahren hat er 23 Lyr...

Von Björn Hayer
Ex-Jugoslawien

Handke mit Literaturnobelpreis ausgezeichnet

Eigentlich ist der Friedensnobelpreis der politische unter den Nobelpreisen. In diesem Jahr wird dagegen eine andere der Auszeichnungen zum Politikum: der Literaturpreis für Peter Handke.