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Kultur

»Reich des Todes«

Böse real und realistisch kaputt

Keine Rücksicht auf die Welt nach 9/11! Information ist Unterhaltung, Beweise sind Zirkus. Rainald Goetz hat darüber das Theaterstück »Reich des Todes« geschrieben – sein erstes seit langer Zeit.

Von Hans-Dieter Schütt

Geschätzt und gefürchtet

»Happy birthday, AG DOK« heißt es bis zum 20. September. Unter dem Motto »Film zwischen Kunst und Waffe« werden in zahlreichen Kinos in Berlin und Brandenburg Arbeiten aus der 40-jährigen Geschichte der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm gezeigt. Als sich deren langjähr...

Von Peter Nowak

Wie können sie es nur wagen?!

Die nachgeholte Premiere von »Volksfeind for Future« in Düsseldorf fiel auf einen Freitag. Das war passend terminiert: zwei Tage vor den Kommunalwahlen in NRW und zwei Wochen vor dem globalen Aktionstag von Fridays for Future. Frei nach »Ein Volksfeind«, Henrik Ibsens »...

Von Glenn Jäger
Soziale Bewegungen

Kollektiv dagegenhalten

Waldbrände, Corona und Rassismus: Was für ein Jahr der Krisen und Katastrophen! Geht der autoritäre Rechtsruck in die nächste Runde? Oder stehen wir am Anfang einer neuen Welle emanzipatorischer Kämpfe?

Von Florian Schmid

Sie malten die Haut der Landschaft

Das ist schon eine Sensation: Hasso Plattner, Gründer und langjähriger Leiter des Softwareunternehmens SAP, der zugleich Erbauer des vor gut zwei Jahren eröffneten Barberini-Museums ist, hat dem Potsdamer Musentempel seine einzigartige Sammlung französischer Impressioni...

Von Klaus Hammer
I’m thinking of ending things

Ein psychologischer Horrortrip

Er ist eine Ausnahmeerscheinung in der Filmbranche: Charlie Kaufman. Kaum ein Drehbuchautor hat eine so eingefleischte Fangemeinde wie der 1959 in New York geborene Autor und Regisseur. Bekannt wurde Kaufman vor 20 Jahren durch sein Skript für Spike Jonze »Being John Ma...

Von Florian Schmid
Akademie der Künste

»Wir müssen Vielfalt auch erzeugen«

Was aussieht wie eine leere Box, erweist sich als eine Art Simulator des Klimawandels. Nachdem man hineingeschlüpft ist, streicht ein leichter, warmer Wind um den Körper. Das fühlt sich ein wenig wie Urlaub an - oder wie einer der vielen Tage eines heißen, nicht enden w...

Von Inga Dreyer

Ein fatales Fanal

Angesichts des Erstarken rechtsextremistischer Kräfte hierzulande dürfte ein Blick zurück in die deutsche Geschichte nützlich sein. Die Reichstagswahlen am 14. September 1930 stellten eine einschneidende Zäsur dar. Die Stimmen der NSDAP stiegen von rund 800 000 auf 6,4 ...

Von Horst Schewitza
"Bild"-Berichterstattung

Wenn Reichelt Nebelkerzen wirft

Die Berichterstattung über eine Mutter, die in Solingen mutmaßlich ihre fünf Kinder tötete, brachte der »Bild« viel Kritik ein. Moritz Tschermak, Chef des medienkritischen Bildblog, im Gespräch über die Arbeitsweise des Boulevardmediums.

Von Robert D. Meyer
Literaturtheorie

Neue Ernsthaftigkeit

Die Digitale Herausforderung trifft auf den Abschied von der Meisterdeutung - und doch ist auch die Entideologisierung nicht mehr auf der Höhe der Zeit: Literaturtheorie zwischen «neuer Bescheidenheit» und «Neuer Ernsthaftigkeit»: Eine Bestandsaufnahme.

Von Marcel Lepper
Herta Müller

»Diktaturen sind nicht lustig«

Die große Melancholie: Eine von Herta Müllers Collagen zieht sich nun durch Berlin. Ein Gespräch mit der Autorin über Populismus in Zeiten der Krise und Wörter, die Halt geben.

Von Bahareh Ebrahimi
Jimi Hendix

Black Matters: live

Man nannte ihn den »schwarzen Elvis«: Vor 50 Jahren starb Jimi Hendrix. Mit ihm wurde aus Pop endgültig Big Business. Aber warum »schwarzer Elvis«, wenn Elvis doch die weiße Version eines Schwarzen war? Für Hendrix waren Hautfarben uninteressant.

Von Matthias Penzel
Sonntagmorgen

Halali

Es klingelt. Der DHL-Bote. Aber als ich den Türöffner drücke, ruft er durch die Gegensprechanlage: »Ich komm nicht rein!« »Wie bitte?«, frage ich verwundert. »Ich habe Pakete für die Nachbarn, kannst du rauskommen und die entgegennehmen?« »Was?« »Na, wegen der Ratte!« ...

Von Heiko Werning
Hengameh Yaghoobifarah

Keine Rüge

Die grundsätzlichen Fragen, ob Polizist*innen auf die Mülldeponie gehören oder ob ein Bundesinnenminister Journalist*innen anzeigen darf, hat der Deutsche Presserat natürlich nicht beantworten können. Mit seiner Entscheidung, die satirische Taz-Kolumne von Hengameh Yagh...

Von Vanessa Fischer
Jesid*innen

Erzählungen, die bleiben, wenn sonst nichts mehr da ist

Ihr Romandebüt heißt »Die Sommer«. Thematisch heruntergebrochen, wovon handelt es? Was im Buch passiert, also seine Handlung, das ist nur eine Ebene. Darüber hinaus dreht es sich aber vor allem um das Erinnern an etwas, das ausgelöscht wurde oder von Auslöschung bedro...

Von Sophia Sailer

Die Bastler

Die CD der Woche. Weitere Texte unter: nd-online.de/plattenbau

Von Jens Buchholz

Der zweite Tag im September

An diesem Sonntag ist es wieder soweit. Seit Jahren erinnern sich an jedem zweiten Sonntag im September in Berlin und weiteren Orten Demokraten und Antifaschisten verschiedener weltanschaulicher und politischer Positionen sowie sozialer Herkunft der Opfer des deutschen ...

Von Hans Coppi

»Wir waren nicht genügend darauf vorbereitet«

Am 11. September 1973 spricht er auf einer Gewerkschaftsversammlung. In Talca sei noch alles ruhig gewesen, berichtet Orlando Mardones. »Abends sahen wir im Fernsehen die Ereignisse in Santiago, die Flugzeuge über dem Präsidentenpalast.« Freunde raten ihm: »Verschwinde,...

Von Karlen Vesper
Graphic Novel

Die Sympathie der Vielen

Schon auf dem Titelbild wird klar, dass diese Geschichte kein Happy End haben wird: Eine brennende chilenische Fahne, dahinter der zerbombte Präsidentenpalast La Moneda in Santiago. Auf dem Boden davor eine zerborstene schwarze Hornbrille, das Glas zersprungen. Man muss...

Von Martin Reischke
Berliner Ensemble

Das Bohème-Leben zurücklassen

Versteht man Deutschland vernünftigerweise als Einwanderungsland, bedarf die Geschichtsschreibung dieses Landes einer ständigen Aktualisierung. So heterogen die Bevölkerung sich darstellt, ist es ohnehin naiv, von einer einzigen Geschichte zu sprechen, die doch nur als ...

Von Michael Wolf
»Body of Truth«

Körper wird Grafik

Die Körperkunst hat ihre beste Zeit hinter sich. Diesen Eindruck gewinnt, wer den Dokumentarfilm »Body of Truth« sieht, in dem Evelyn Schels vier bekannte Künstlerinnen präsentiert. Drei von ihnen haben künstlerisch mit ihrem Körper oder mit Körpern gearbeitet, die vier...

Von Stefan Ripplinger
»Das Monster«

Wie man ein Nullpunkt wird

Im neuen Roman »Das Monster« von Madame Nielsen kommt ein junger, namenloser Mann in New York an. Es ist das Jahr 1993 und er will nicht in die Stadt eintauchen, und schon gar nicht will er sich darin verlieren. Das Gegenteil ist der Fall. Er weiß was er will, er hat ei...

Von Michael Pfänder

Zwischen Oben und Unten

Bei Markenprodukten weiß man, was man kauft. Wenn erfolgreiche Autoren plötzlich andere Richtungen einschlagen, ist der künstlerische Ehrgeiz zu loben, doch das Verlagsmarketing wird nicht begeistert sein. Die ab 2011 entstandenen vier Bände der »Neapolitanischen Saga« ...

Von Irmtraud Gutschke

Das, was man will

Kate Chopin hat mit »Das Erwachen« einen feministischen Roman über die Befreiung einer bourgeoisen Frau aus dem 19. Jahrhundert geschrieben: literarisch, fesselnd, erhellend. Es ist das bekannteste Buch der Schriftstellerin aus Louisiana, die es 1899 veröffentlichte. Di...

Von Leonhard Seidl