Bebel und Bismarck (2 DVDs)

Bebel und Bismarck — das sind zwei der entscheidenden Persönlichkeiten der Auseinandersetzungen des vorigen Jahrhunderts. Der Film konfrontiert den revolutionären Führer der deutschen Arbeiterpartei und den "eisernen" Kanzler miteinander, fängt öffentliche und private Situationen aus ihrem Leben ein. Immer ist ihre Biografie eng verknüpft mit bedeutenden Kapiteln der widersprüchlichen preußisch-deutschen Geschichte.

Produktionsland/-jahr: DDR 1984-1986
Regie: Wolf-Dieter Panse
Autor / Drehbuch: Hans Pfeiffer
Darsteller: Jürgen Reuter, Wolfgang Dehler, Horst Schulze, Rolf Ludwig, Gerd-Michael Henneberg, Christian Stövesand, Hermann Stövesand, Fred Düren, Christine Schorn, Irma Münch, Gerd Blahuschek u.a.

FSK: ab 6 Jahren
Sprachen: deutsch
Tonformat: Dolby Digital 2.0 Mono
Bildformat: 4:3
Anzahl der Disc: 2
Laufzeit: ca. 255 Min.
Artikelnummer: 26050


Bonusmaterial: Exklusives Interview mit dem Regisseur Wolf-Dieter Panse, 12-seitiges Booklet

21.10.1878: Der Reichstag stimmt dem vom Kaiser Wilhelm I. (1797-1888) erlassenen »Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokraten« zu. Das so genannte »Sozialistengesetz« verbietet alle sozialistischen, sozialdemokratischen und kommunistischen Versammlungen, Vereine und Presseerzeugnisse. Damit wird der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands die Grundlage als Massenpartei entzogen, da sie keine Versammlungen abhalten darf. Reichskanzler Otto von Bismarck (1815-1898) hatte bereits am 24. Mai 1878 ein entsprechendes Verbot gefordert.
Soziale Konflikte stärkten bei Bebel ebenfalls Zweifel daran, ob die enge Bindung der Arbeiter an den Liberalismus weiterhin sinnvoll sei. Bebel war in einem Buchdruckerstreik Vermittler und an der Gründung einer Bergarbeitergewerkschaft beteiligt.
Die Begegnung mit Wilhelm Liebknecht, der 1865 nach Leipzig kam, bestärkte ihn darin. Liebknecht hatte in London zu den Kreisen um Karl Marx und Friedrich Engels gehört. Wenn auch nicht unkritisch, schloss sich Bebel in vielem Liebknechts Vorstellungen an. Von Liebknecht nahm Bebel die Grundthese an, dass der politische und soziale Kampf der Arbeiter eine Einheit sei. Daher müssten sich die Arbeitervereine auch von den Liberalen lösen.
Bebels Einfluss auf die Entwicklung der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung war größer als die jedes anderen Politikers seiner Generation. Er war hauptverantwortlich für die Organisation der Partei und prägte weitgehend ihren Kurs und ihr Bild in der Öffentlichkeit. Seine Ehrlichkeit und Geradlinigkeit machten ihn zum Idol der sozialdemokratischen Anhänger. Durch sein rhetorisches Talent wurden seine Reden zu Erlebnissen für seine Zuhörer. Er erschien ihnen als Sprachrohr ihrer Wünsche und Ziele. Wo Bebel öffentlich auftrat, zog er regelmäßig tausende von Zuhörern an. Noch vor dem Ende des Sozialistengesetzes sprach er 1890 vor etwa 40.000 bis 50.000 Menschen in Hamburg, von denen nur etwa 10.000 in den Versammlungssälen Platz fanden. An seine Frau schrieb er: Als er die Tribüne betrat "gab es einen Beifallssturm, dass die Wände bebten, und dasselbe war der Fall, als ich nach 1,5 stündiger Rede […] die Bühne verließ." Nachdem der Vorsitzende ein Hoch auf Bebel ausgebracht hatte, "kannte der Enthusiasmus keine Grenzen mehr."
Bis zu seinem Tod blieb Bebel der allseits anerkannte Führer der deutschen Sozialdemokratie. Auch innerhalb der Sozialistischen Internationale genoss Bebel ein weltweites Ansehen, wie es nach ihm als deutscher Sozialdemokrat wohl nur noch Willy Brandt erreichte.

Preis: 24.99 Euro

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann teilen Sie ihn doch mit anderen