Die Legende von Paul und Paula

Die schönste Liebesgeschichte der Siebziger

Alles oder nichts. Paula ist rigoros, was ihre Gefühle betrifft. Zwei Männer hat sie schon zum Teufel gejagt. Nun lebt sie mit ihren beiden Kindern allein. Sie spielt kurz mit dem Gedanken, eine »Sicherheitsehe« mit ihrem Verehrer „Reifen-Saft“ einzugehen, aber dann begegnet sie Paul. Beide trifft die Liebe wie eine Himmelsmacht. Doch Paul will seine Karriere nicht durch eine Scheidung gefährden. Erst als sich Paula von ihm trennt, kämpft er um sie und gewinnt ihre Liebe zurück – eine Liebe, die stärker ist als der Tod. Denn Paula will unbedingt ein Kind von Paul, obwohl sie dadurch ihr Leben aufs Spiel setzt …

Die Verfilmung von Heiner Carow war mit etwa drei Millionen Zuschauern ein Kassenschlager. Dabei drohte ursprünglich ein Aufführungsverbot, bis Erich Honecker persönlich entschied, den Film freizugeben, da er in „Paul und Paula“ einen Film speziell für junge Menschen sah. Die Hauptdarsteller Angelica Domröse undWinfried Glatzeder  verkörpern den romantischen Versuch, persönliches Glück im Leben durch die Hingabe zur Liebe und die Aufgabe von missglückten Versuchen zu finden, um doch daran zu scheitern. Dies ließ metaphorische Bezüge zu, die anfangs kritisiert wurden.
An der Wand von Paulas Schlafzimmer hängt ein Druck des Gemäldes Kind mit Taube von Pablo Picasso.
Der Film wurde zum großen Teil in der Singerstraße in Berlin-Friedrichshain gedreht. Zur Zeit der Entstehung des Films war das östliche Ende der Straße eine große Baustelle mit vielen entstehenden Plattenbauten. Der Film zeigt dabei die Ausmaße des Stadtumbaus, für den ganze Straßenzüge nach und nach weggesprengt wurden.

Der Film verhalf auch den Puhdys zum endgültigen Durchbruch. Der Komponist Peter Gotthardt hatte die Band für die Interpretation der Filmmusik gewonnen. Die von Gotthardt komponierten Filmsongs Geh zu ihr und Wenn ein Mensch lebt gehörten neben Türen öffnen sich zur Stadt (1971) und Geh dem Wind nicht aus dem Wege (1972) zu den ersten Hits der Band. Die Texte schrieb Ulrich Plenzdorf unter Verwendung von Versen aus dem Alten Testament.

In Ostdeutschland lief der Film nach der Wende sehr erfolgreich und wurde zum Kultfilm. Paul und Paula war auch der Startschuss zur ersten Ostalgie-Welle in den neunziger Jahren. Ein Abschnitt des Uferwegs am Rummelsburger See in Berlin – dort wurde die Szene mit dem Frachtkahn gedreht – trägt seit 1998 den Namen Paul-und-Paula-Ufer. Für Verliebte stand dort bis 2012 eine Paul-und-Paula-Bank, bevor das Ufer mit Stahlspundwänden befestigt und der Weg breitflächig asphaltiert wurde. In dem 1998 gedrehten Film Sonnenallee von Leander Haußmann steht an einem Wohnungsklingelschild Paul und Paula. Micha, die Hauptfigur von Sonnenallee, trifft auf der Treppe Winfried Glatzeder, der hinter dieser Tür verschwindet. Das im Herbst 2008 erschienene Album Die Suche geht weiter des Berliner Duos Rosenstolz beginnt mit dem Titel Ich bin mein Haus, dessen Intro aus dem Film Die Legende von Paul und Paula entnommen wurde. Seit 2010 gibt es einen Filmpreis mit dem Namen Paula.


Produktionsland: DEFA
Regie: Heiner Carow
Drehbuch: Heiner Carow, Ulrich Plenzdorf
Kamera: Jürgen Brauer
Musik: Peter Gotthardt
Darsteller: Angelica Domröse, Winfried Glatzeder, Heidemarie Wenzel, Fred Delmare, Dietmar Richter-Reinick, Frank Schenk, Peter Gotthardt, Hans Hardt-Hardtloff, Käthe Reichel, Rolf Ludwig

1 DVD HD-Format; Farbe, FSK: ab 16 Jahren

Den Film gibt es auch auf BluRay.

Preis: 14.99 Euro

  • Laufzeit: ca. 105 Minuten
  • Produktionsjahr: 1973
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