Jan Hus – Historienfilm

Eines der größten Dramen der Kirchengeschichte

Im Prag des ausgehenden 14. Jahrhunderts streiten drei Päpste, zwei Könige und ein Erzbischof um Macht, Einfluss und Geld. Jan Hus, Magister der Karls-Universität und Prediger, fühlt sich mitverantwortlich für das Schicksal der gespaltenen Kirche und ihr Vorbild für die Gläubigen. Furchtlos greift er den Missbrauch des Klerus an, verurteilt den Reichtum der Kirche. So wird er nicht nur zum Auslöser der Volksunruhen in den böhmischen Ländern, sondern auch zum Pfeiler der europäischen Kirchenreformen. Obgleich ihm der König freies Geleit zusichert, klagt man ihn beim Jahrhundertereignis Konstanzer Konzil an. Er wird zum Ketzer erklärt und 1415 auf dem Scheiterhaufen verbrannt.  
Der Fernsehfilm von Jiří Svoboda zeigt zentrale Episoden aus dem Leben von Jan Hus und seinen Einfluss auf Martin Luther und die europäische Kirchenreformation.

Pressestimmen

»Bilder wie gemalt und ein religiöses Ränkespiel mit tödlichem Ausgang.« FAZ
»Der Wegbereiter der Reformation! « Die Welt
»Äußerst gediegen die Ausstattung, die an spätmittelalterliche Tafelmalerei erinnert, erlesen die Bilder der Kamera und die Kostüme. Regisseur Jiří Svoboda setzt auf wiederkehrende, detailsatte Szenenfolgen, in denen die theologischen Stellungen und politischen Verwerfungen sich allmählich manifestieren.« Frankfurter Allgemeine Zeitung

Zum Leben von Jan Hus:

1396: Nach seinem ersten Studium an der Karls-Universität in Prag erlangt Jan Hus den akademischen Grad des Magister Artiums.
1398: Während einem Zweitstudium in Theologie erfährt Hus von den Lehren des Oxforder Theologen John Wycliffe, der die Abkehr der Kirche von Besitz und weltlicher Macht fordert.
1400: Jan Hus wird zum Priester geweiht.
1401: Hus wird zum Dekan der philosophischen Fakultät der Karls-Universität ernannt.
Ab 1402 predigt Hus in tschechischer Sprache und führt das gemeinsame Singen während des Gottesdienstes in der tschechischen Landessprache ein. Er folgt in seinen Predigten und Lesungen den Lehren Wycliffes und fordert eine Reform der verweltlichten Kirche. Der Prager Erzbischof erfährt 1408 von Hus‘ Predigten und verbietet ihm fortan, in Messen zu predigen oder zu lesen. Hus beugt sich jedoch nicht dem Verbot.
1409: Jan Hus wird zum Rektor der Prager Universität gewählt. Er übt dieses Amt für ein Jahr aus.
Am 9. März 1410 verlangt der Prager Erzbischof in einer Bulle die Auslieferung von Wycliffes Schriften und den Widerruf dessen Lehren. 200 Schriften Wycliffes werden öffentlich verbrannt.

1411: Jan Hus wird von Papst Johannes XXIII. gebannt und exkommuniziert. In Prag brechen Unruhen aus. lm Schutze des Königs und aufgrund seiner Beliebtheit predigt Jan Hus weiterhin gegen die Kreuzzugs- und Ablassbullen von Papst Johannes XXIII.
Im Jahr 1412 muss er fliehen. Als Wanderprediger zieht Hus nun durch das Land. Währenddessen arbeitet er an einer Bibelübersetzung in die Landessprache.
Im Jahr 1413 schreibt er das Werk „De Ecclesia“, in dem er die Kirche als eine hierarchiefreie Gemeinschaft der von Gott Auserwählten sieht. Folglich, so schreibt er, gehören die Kirchenoberhäupter, die diese Ansicht nicht vertreten, zum corpus diaboli.
Nach andauernden Unruhen tritt Jan Hus am 4. November 1414 erstmals vor den Konstanzer Konzil, um seine Ansichten darzustellen und den Vorwürfen der Häresie entgegenzutreten. Der Papst hebt daraufhin die Kirchenstrafen gegen ihn auf. Als Antwort auf die andauernden Unruhen wird Hus am 6. Dezember 1414 im Dominikanerkloster ins Verlies gesperrt und kommt schließlich im März des darauffolgenden Jahres in Gewahrsam des Bischof von Konstanz. Das Konzil erwartet von ihm den vollständigen Widerruf seiner Schriften und Lehren. Hus jedoch lehnt den Widerruf ab.
Am 6. Juli 1415 wird Jan Hus in feierlicher Vollversammlung des Konzils auf Grund seiner Lehre als Häretiker zum Feuertod verurteilt. Noch am selben Tag wird er zusammen mit seinen Schriften verbrannt.

Inhaltsübersicht

DVD 1
1. Vorspann
2. König Wenzels Verhaftung
3. Übersetzung der Bibel
4. Einberufung des Konzils
5. Kirchenbann
6. Widerrufung
7. Beginn der Rebellion
8. Ablasshandel
9. Predigtverbot
10. Vorladung
11. Abspann

DVD 2
1. Vorspann
2. Reise zum Konzil
3. Die Anklage
4. Gefangenschaft in Konstanz
5. Wahnvorstellungen
6. Verhandlungen
7. Letzte Beichte
8. Hinrichtung
9. Abspann


Produktion: ČESKÁ TELEVIZE / ARTE G.E.I.E. / three brothers spol. s r.o. / TRIGON s.r.o.

Regie: Jiří Svoboda
Darsteller: Matěj Hádek, Jan Dolanský, Javorský Vladimir, Michal Dlouhý, Petr Lněnička, Marika Soposká

2 DVDs; Bild: PAL, 16:9; Ton: Dolby Stereo; Sprache: deutsch


 

Preis: 19.99 Euro

  • Laufzeit: ca. 236 Minuten
  • Produktionsjahr: 2015
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