Die Dreigroschenoper

Deutsch-Französischer Spielfilm von Wolfgang Staudte aus dem Jahr 1962

Er entstand frei nach Bertolt Brechts und Kurt Weills gleichnamigem Bühnenstück:
Der Ganove Mackie Messer (Curd Jürgens) macht sich an die schöne Polly Peachum (June Ritchie) heran, sehr zum Missfallen ihres Vaters, des Bettlerkönigs Jonathan Jeremiah Peachum (Gert Fröbe). Die Hochzeit findet dennoch statt, und zur Feier erscheint auch Mackies alter Kumpan, der Polizeichef Brown (Lino Ventura).

Pollys Mutter weiß, dass Mackie ein häufiger Bordellbesucher ist. Sie besticht Spelunken-Jenny (Hildegard Knef), ihren Schwiegersohn an die Polizei zu verraten. Der Ganove kann zwar entkommen, sieht sich aber erneut verpfiffen und wird gefasst.
Bettlerkönig Peachum verlangt von Brown mit entsprechendem Druck die Hinrichtung des Verbrechers. Mackie Messers Schicksal scheint besiegelt, doch dann kommt alles anders als gedacht  …

Produktionsland: Deutschland / Frankreich
Regie: Wolfgang Staudte
Drehbuch: Wolfgang Staudte und Günther Weisenborn
Darsteller: Curd Jürgens, Hildegard Knef, Gert Fröbe, Lino Ventura, June Ritchie, Hilde Hildebrand u.v.a.

Musik:
Kurt Weills Musik erklingt im Film nicht im Original, sondern in einer freien Bearbeitung von Peter Sandloff. Besonders auffallend ist, dass dem Orchester eine Streichergruppe hinzugefügt wurde, die bei Kurt Weill vollständig fehlt. Die bekanntesten Songs sind:

Die Moritat von Mackie Messer (Und der Haifisch, der hat Zähne)
Anstatt-dass-Song (Duett Ehepaar Peachum)
Kanonensong (Soldaten wohnen auf den Kanonen – Duett zwischen Mackie und Brown)
Liebeslied (Siehst du den Mond über Soho? – Duett zwischen Mackie und Polly)
Ballade vom angenehmen Leben (Mackie)
Lied der Spelunken-Jenny (Meine Herrn, heute seh‘n Sie mich Gläser abwaschen)
Peachums Morgenchoral (Wach auf, du verrotteter Christ)
Zuhälterballade (In jener Zeit, die längst vergangen ist – Duett zwischen Mackie und Jenny)
Eifersuchtsduett zwischen Polly und Lucy (Komm heraus, du Schönheit von Soho)

Booklet mit vielen Hintergrundinformationen und Biografien

1 DVD-Softbox und Schuber;Farbe: s/w; FSK: ab 16 Jahren


Hintergrund (Quelle Wikipedia):

„Die Dreigroschenoper“ ist ein Theaterstück von Bertolt Brecht mit der Musik von Kurt Weill. Die Uraufführung fand am 31. August 1928 im Theater am Schiffbauerdamm in Berlin statt. Das „Stück mit Musik in einem Vorspiel und acht Bildern“ wurde die erfolgreichste deutsche Theateraufführung bis 1933, einige Musiknummern wie „Die Moritat von Mackie Messer“ wurden Welthits.
Die Dreigroschenoper ist – trotz des Namens, der an die Vorlage angelehnt ist – keine durchkomponierte Oper im engeren Sinn, sondern ein politisch engagiertes Theaterstück mit 22 abgeschlossenen Gesangsnummern, für die keine Opernsänger benötigt wurden, sondern singende Schauspieler.

Die Handlung des Stückes hat im weiteren Sinne einen historischen Hintergrund. Im 18. Jahrhundert gab es in London eine gut organisierte Verbrecherbande, deren Anführer Jonathan Wild war. Diese Bande hatte mehrere Abteilungen, die einerseits Diebstahl und Raub betrieben, andererseits den Opfern die Beute zum Wiederkauf anboten. Zum dritten wurden enge Beziehungen zur Polizei unterhalten und missliebige Komplizen ausgeliefert. Wild wurde 1725 in London hingerichtet.

Die Idee zur Aufführung der „Dreigroschenoper“ entstand im Frühjahr 1928 im Zusammenhang mit der geplanten Wiedereröffnung des Berliner Schiffbauerdamm-Theaters (heute Spielort des Berliner Ensembles), für die Brecht dem neuen Direktor des Theaters ein halbfertiges Manuskript als erste Premiere für sein renoviertes Haus anbot.

Brecht und Weill wollten gemeinsam eine neue Form des Musiktheaters entwickeln. Gemäß Brechts Idee vom „epischen Theater“ sollte das Geschehen auf der Bühne die Zuschauer nicht in eine illusionäre Welt hineinziehen, sondern sie vielmehr zur kritischen Reflexion anregen.

Die Uraufführung fand am 31. August 1928 statt und war einer der größten Erfolge der Theatergeschichte, allerdings nicht sofort. Zunächst herrschte eisige Stimmung und offensichtliche Ablehnung im Zuschauerraum. Erst mit dem Kanonensong brach das Eis. Beifallsstürme erklangen, das Publikum trampelte, der Song musste sogar wiederholt werden. Von da an wurde jeder Satz beklatscht und die Dreigroschenoper wurde zum größten Theatererfolg der Weimarer Republik.

1933 wurde das Stück von den Nazis verboten. Es war bis dahin in 18 Sprachen übersetzt und mehr als 10.000 Mal an europäischen Bühnen aufgeführt worden. Ihre erste Wiederaufführung im Nachkriegs-Berlin erlebte es bereits im August 1945 am Hebbel-Theater mit Hubert von Meyerinck in der Hauptrolle.

Von der Kritik eher skeptisch aufgenommen wurde die Inszenierung von Klaus Maria Brandauer 2006 im Berliner Admiralspalast. Die Darsteller waren Campino (Mackie Messer), Jenny Deimling (Lucy), Maria Happel (Spelunkenjenny), Gottfried John  (Peachum), Birgit Mnichmayr (Polly), Katrin Sass (Frau Peachum) und Michael Kind (Tiger Brown). Trotz aller Kritik besuchten mehr als 70.000 Zuschauer die 45 Vorstellungen.

Verfilmungen

Die Dreigroschenoper (1931), Regie: Georg Wilhelm Pabst
L'Opéra de quat'sous (gleichzeitig gedrehte französische Sprachversion, 1930/31), Regie: Georg Wilhelm Pabst mit Albert Préjean
Die Dreigroschenoper (1962), Regie: Wolfgang Staudte Für die Veröffentlichung des Films in den USA wurden zusätzliche Szenen mit Sammy Davis jr. als Moritatensänger nachgedreht.
Mack The Knife (1990), Regie: Menahem Golan
Die Dreigroschenoper (2004) (Fernsehfilm). Regie: Ulrich Waller
In jüngster Zeit befasste sich der dänische Regisseur Lars von Trier mit dem Stoff. Für seinen Film „Dogville“ mit Nicole Kidman ließ er sich von der Ballade der Seeräuber-Jenny inspirieren.

Preis: 16.99 Euro

  • Laufzeit: ca. 120 Minuten
  • Produktionsjahr: 1963
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