Carl von Ossietzky

Film des Fernsehens der DDR

Dieser Fernsehfilm widmete sich den zehn letzten Lebensjahren des deutschen Journalisten, Schriftstellers und Pazifisten Carl von Ossietzky (1889-1938).
So steht am Beginn dieser TV-Produktion der Tag, an dem Carl von Ossietzky (Hans-Peter Minetti) die “Weltbühne” als verantwortlicher Redaktion von seinem Vorgänger Kurt Tucholsky übernommen hat. Das Ende bilden die Geschehnisse eines Tages im Frühjahr des Jahre 1938, als er in einem Sanatorium unter der Aufsicht der Gestapo verstarb.
Ossietzky musste heimlich begraben werden. Die Faschisten hatten ihn nicht erschossen und nicht zu Tode geprügelt, sie waren gezwungen gewesen, ihn aus der Haft frei zu lassen, den zu diesem Zeitpunkt schon todkranken, körperlich verletzbaren und moralisch und geistig doch so unverletzlichen, integren Mann. Zudem war Carl von Ossietzky mit weltweiter Zustimmung der Friedens-Nobelpreis zugesprochen worden. Und gerade dadurch sahen sich die Nazis wohl veranlasst, den populären Journalisten aus ihren Klauen frei zu geben. Die ohnmächtige Wut des “Führers” und seiner Gefolgsleute äußerte sich auch dadurch, dass man es jedem Deutschen von da ab verbot, einen Nobelpreis anzunehmen.

Produktionsland: DDR-TV-Archiv
Regie: Richard Groschopp
Autoren: Lothar Kreuz/Carl Andrießen
Dramaturgie: Dr. Günter Kaltofen

Personen und ihre Darsteller

Carl von Ossietzky (Hans-Peter Minetti), Maud von Ossietzky (Christine Laszar), Edith Jacobsohn (Gisela May), Hellmuth von Gerlach (Fritz Diez), Kurt Tucholsky (Erhard Köster), Dr. Alfred Apfel (Gerry Wolff), Ernst Toller (Luis Zügner), Walter Kreisser (Günter Sonnenberg), Hubert Knickerbocker (Eberhard Esche),  Journalistin (Vera Oelschlegel), Fräulein Franke (Ilona Richter), Goebbels (Fred Alexander), Göring (Wilhelm Burmeier) u.v.a.

1 DVD; s/w; FSK: ab 6 Jahren

Als Herausgeber der "Weltbühne" wird Ossietzky einer der bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik. In seinen Leitartikeln wendet er sich gegen die Aushöhlung der Verfassung und kritisiert die Parteienpolitik. Wegen seiner Kritik an der Wiederaufrüstung wird er mehrmals vor Gericht verurteilt. Nach einem Artikel über die geheime Rüstung der Reichswehr wird er in einem aufsehenerregenden Prozess wegen Verrats militärischer Geheimnisse zu 18 Monaten Haft verurteilt.
In den 1980er Jahren wurde von deutschen Juristen versucht, eine Wiederaufnahme des Weltbühne-Prozesses zu erreichen. Damit sollte das Urteil von 1931 revidiert werden. Rosalinde von Ossietzky-Palm, einziges Kind des Friedensnobelpreisträgers Carl von Ossietzky, leitete als Antragsberechtigte am 1. März 1990 beim Berliner Kammergericht das Verfahren in die Wege.  Das Kammergericht erklärte eine Wiederaufnahme des Verfahrens als unzulässig.

Preis: 15.99 Euro

  • Laufzeit: ca. 93 + 6 Min. Bonus Minuten
  • Produktionsjahr: 1963
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